Freitag, 15. Oktober 2010

Widerstand als Versuch, zu kontrollieren

In einem Kommentar zu meinem letzten Beitrag wurde ich von "Anonym"  nach dem Zusammenhang zwischen Stress, bzw. großer Belastung, und Widerstand gefragt.

Meiner Ansicht nach ist Widerstand kein Automatismus,
der durch Belastungen, von welcher Art auch immer, ganz mechanisch hervorgerufen wird.
Stattdessen ist er etwas, das wir selbst "machen"....
weil wir denken, dass wir mit Hilfe von Widerstand die Situation oder unsere Gefühle kontrollieren können.... (mit meinen bisherigen Beiträgen versuchte ich aufzuzeigen, dass diese Kontrolle  nicht funktioniert).

Ich stimme dir, Anonym, natürlich zu, dass Zustimmung und Hingabe schwierig sein kann, wenn sehr viel auf Einmal auf uns einwirkt.

Doch wenn wir wenigstens einen Teil des Widerstands aufgeben, wenn wir nur einem Teil unserer Gefühle zustimmen können, wenn wir nur einen Teil unseres Problems wirklich ansehen können,
sind wir einen Teil mehr im Fluss,
haben wir einen Teil mehr Inneren Frieden,
haben wir einen Teil mehr Lebensqualität.....

Kommentare:

  1. „Meiner Ansicht nach ist Widerstand kein Automatismus.“

    Dem kann ich nicht vollkommen zustimmen. Der Widerstand entsteht automatisch, ich rufe den Widerstand ja nicht absichtlich hervor. Er wird automatisch ausgelöst. Er wurde irgendwann „programmiert“ oder ist von Geburt an da.

    Meiner Erfahrung ist, dass Widerstand in (starken) Stresssituationen schneller und leichter (der Auslöser kann viel geringer sein) entsteht und dass er dann auch viel stärker sein kann.

    Meist sind dann mehrere Widerstände da bzw. der Widerstand gegen die Lebensumstände an sich und dann kann ich nicht einen Teil des Widerstandes aufgeben, sondern der Widerstand steht rießengroß da – nichts ist im Fluß – kein innerer Friede – die Lebensqualität ist Null.

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Anonym,

    ich denke auch nicht, dass jemand Widerstand absichtlich hervorruft - aber ich denke schon, dass wir mit Widerstand (mehr oder weniger) unbewusst die Hoffnung verbinden, der Widerstand würde uns helfen, das Leben in die von uns gewünschten Bahnen zu lenken.
    Und dies tut er eben meiner Meinung nach eben keineswegs.

    Widerstand aufgeben ist auch für mich ein größeres Thema. Aber durch die Beschäftigung mit den Ansätzen von Leuten wie "Bill Ferguson" oder "Joël Weser" habe ich gemerkt, wie wichtig es ist.

    Wenn sich bei mir alles sehr schlimm anfühlt, dann nehme ich mir eben mal die Zeit, mich zu Hause hinzusetzen und mich auf das Thema ganz einzulassen.

    Vielleicht helfen meine Hinweise hier im Blog, oder die Internetseiten auf die ich verlinke (z.B. "Bill Ferguson") ein bisschen weiter. Ich kann nichts anderes empfehlen als auszuprobieren und ein bisschen damit herumzuspielen....

    Grüße Tao

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über weiterführende Fragen, Anmerkungen, Austausch...   :-)