Montag, 3. Januar 2011

Wodurch erkennt man den nächsten Schritt?

Von der Leserin, welche mir bereits die beiden letzten Fragen stellte, gibt es noch eine dritte Frage:
Du hast irgendwo geschrieben, dass, wenn den inneren Widerstand aufhört, nicht nur die Angst weniger wird, sondern auch der nächste Schritt sichtbar wird. Das hört sich schön an,…aber auch das fällt mir noch schwer, mir vorzustellen. Wodurch soll das geschehen? [...]
Also wäre hier die Frage: Wodurch sieht man dann den nächsten Schritt?...

Sicherlich können die meisten Leser mir zustimmen, dass man im Zustand von "Angst" und "Tunnelblick" nur eine sehr eingeschränkte Sichtweise hat... und somit viele Lösungsmöglichkeiten garnicht sehen kann....

Ich selbst habe in meinem Leben zwei Mal so richtig deutlich den Zusammenhang zwischen "Innen-Raum-Reisen" und dem Erkennen des nächsten Lösungsschritt erlebt:
  • Das eine Mal arbeitete ich Anfang Dezember mit Hilfe eines Begleitern nochmals an dem Thema "Verstrickung mit meiner Mutter". Ich hatte wieder den Eindruck, dass Energie von meiner Mutter zu mir kommt und an meiner Vorderseite klebt! - Diesmal blieb ich, mit Hilfe eines Begleiters (der einfach nur "Ja" zu allem sagte, was geschah) eine sehr lange Zeit(!) einfach nur mit meiner Aufmerksamkeit bei diesem Gefühl.

    Hätte jemand Lösungsvorschläge gemacht, dann hätte ich diese sicherlich abgelehnt, weil ich der Meinung war, dass eine Lösung dieser Verstrickung überhaupt nicht möglich ist ..... und ich ihr wohl einfach Zustimmen müsste.

    Es war etwas eine gefühlte Viertelstunde vergangen (bei derartigen Innen-Raum-Reisen geht ja jedes Zeitgefühl verloren), bis meine Hände zaghafte Abwehrbewegungen machten. (Anmerkung: Ich hatte meine Augen geschlossen, die Energie meiner Mutter war so etwas wie ein inneres Gefühl, und meine Hände bewegten sich real vor meinem Körper.)  Ich habe diese Abwehrbewegungen nicht bewusst herbeigeführt, sondern es war eher so, dass meine Hände sie von selbst machten.... Allerdings waren die Hände irgendwie überkreuzt und angewinkelt.... und auf mich selbst wirkte dies nicht sehr kraftvoll.

    Ich blieb mit meiner Aufmerksamkeit einfach dabei.... und war eher ein Zuschauer als ein aktiv Beteiligter. Plötzlich veränderte sich etwas und meine Hände fingen an, in langsamen Bewegungen so etwas wie Schleim von meiner Vorderseite abzureisen und in die Raummitte zu werfen.... wieder geschah dies ganz von selbst...... - Auch dies ging eine längere Weise.... und am Ende fühlte ich mich von ihr gelöst....

    Ich möchte nochmals betonen, wenn mir jemand zu einem anderen Zeitpunkt den Vorschlag gemacht hätte, die Verstrickung auf diese Art und Weise zu lösen, dann hätte ich mich hinterher nicht wirklich gelöst gefühlt..... So aber geschah es wie von selbst.

  • Der zweite Fall liegt nun schon fast ein Jahr zurück. Ich war im Schnee gestürzt, hatte mir eine Verletzung an einer Hand zugezogen, und stürzte dann kurz danach nochmals auf die durch eine Bandage blockierte Hand.
    Ich kenne jetzt die äußeren Zusammenhänge nicht mehr ganz genau. Einmal war es jedenfalls so: Ich hatte an einem Tag einen Notfalltermin bei der Orthopädin gehabt, und dann am Abend noch ein Schmerz an einer anderen Körperstelle gespürt, die nicht richtig untersucht worden war. - Ich war dann durch die ganze Situation, die geschwollene Hand, den Schmerz, die körperliche Einschränkung ziemlich durch den Wind... und dachte: "Ich kann mir doch morgen nicht schon wieder einen Notfalltermin geben lassen." "Und außerdem, sie hat ja ganz kurz einen Blick darauf geworfen, sicherlich ist da nichts Schlimmes und ich bilde mir da nur etwas ein." "Aber ich bin ja des letzte Mal erst zu spät zum Orthopäden gegangen, vielleicht ist es ja doch etwas Schlimmes."

    So ging das hin und her und ich war schon ziemlich verzweifelt, als ich dann endlich in mich ging. Aber vielleicht genau deswegen entstand eine recht tiefgehende Sitzung.
    Und dabei war dann irgendwann total klar: "Jetzt mitten in der Nacht kann ich sowieso nichts mehr tun. Und morgen werde ich wissen, was zu tun ist." - Ja, es war total klar, und jedes Problem war durch diese Klarheit von mir gewichen. - Am nächsten Tag war es dann noch etwas schlimmer geworden und ich wusste, dass ich nochmals einen Termin bei der Orthopädin benötige.

Ich weiß nicht, ob Außenstehende diese beiden Beispiele nachvollziehen können.
Im ersten Beispiel führte mein Körper praktisch automatisch die Lösung durch.... in Zeitlupe.... und ich war "nur" der Zuschauer.
Und im zweiten Fall war einfach ganz klar zu spüren, ja so ist das.... - so wie wenn man sich plötzlich erinnert, "ja genau, ich habe den Geldbeutel auf den Schreibtisch gelegt, weil ich ja noch die Geldscheine hineintun wollte..."

Joel hat mir einmal gesagt, dass er alle wichtigen Lebensentscheidungen nie mit dem Kopf sondern immer nur durch das "Hineingehen-in-das-was-ist" trifft.
Aber auch "unwichtige" Entscheidungen trifft er auf diese Art und Weise, etwa wenn der 'Innere Kritiker' meint, der Schreibtisch müsse mal wieder aufgeräumt werden......

Ich hoffe, dass die Eingangsfrage hiermit zumindest ein Bisschen beantwortet ist.

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