Samstag, 5. März 2011

Das größte 'Ja'

Ich habe gestern (heute Nacht eigentlich eher) parallel zu der Beschäftigung mit meinen offenen Themen ein paar Sachen von Bert Hellinger gelesen. Er ist ja auch jemand, von dem ich (zumindest indirekt) für meinen Weg der Selbstheilung einiges übernommen habe.
(Ich habe ihn bisher unter den "Methoden der Persönlichkeitsentwicklung" noch nicht erwähnt, weil sein Ansatz doch eher nochmals ein Kapitel für sich ist.... worüber ich erstens viel zu wenig weiß.... und was vom Umfang her vielleicht auch den Rahmen dieses Blogs sprengen würde. )

Jedenfalls findet man bei ihm sehr viel, wo es um "Zustimmung" im größeren Rahmen geht,
also auch um Zustimmung zur 'Familienseele' und deren Schicksal,
ja Zustimmung zum Schicksal überhaupt.
Für mich kommt durch Bert Hellinger nochmals eine deutlich demütigere Art der Zustimmung ins Spiel (Demut gegenüber den Kräften, die in der Familienseele wirken, Demut gegenüber dem Schicksal und dem größeren Ganzen), die nochmals ein größeres Heilungspotential hat.... als das was ich hier bisher so beschrieb.

Beim Lesen einiger Gedanken von Hellinger kam jedenfalls in mir plötzlich so ein "Ja-zum-Ganzen", also ein "Ja" zu meinen Lebensthemen, ein "Ja" - dass alles so 'Richtig' ist.... wie es ist.... einfach weil es so ist. (Ich kann es jetzt garnicht mehr so stark fassen, wie ich es in der Nacht spüren konnte.)

Ich merkte dann, wie ich es jedoch auch wieder beiseite schieben wollte. "Mein Anspruch hier ist, den Lesern zu zeigen, wie man mit 'Zustimmung' Probleme lösen kann.... einfach nur ein 'Ja zum Ganzen' ist hierfür nicht die Lösung.
Zum Glück bemerkte ich dies dann.... (Hier war es sehr hilfreich, dass "Laurion" mich in einem Kommentar darauf aufmerksam machte, dass das Schreiben im Blog die Geschichte verfälschen kann. Ich wusste dies zwar schon früher, aber ich wusste es früher noch nicht genug, um es ausreichend zu beachten! - Danke dir Laurion.)

Nein, das (innerliche) Navigationsgerät sagt "hier links abbiegen" .... und auch wenn die Vorstellungen vielleicht zunächst anders waren..... ist genau hier die Wahrheit und der Weg.

Jedenfalls kam dann auf einen Schlag das sehr angenehme Gefühl, im großen Einklang mit all den (vielleicht unangenehmen, schwierigen, noch nicht geheilten) Lebensthemen zu sein!
Ein Einklang mit dem, genau so wie es ist.

[Ich kann all das nicht so klar in Worte fassen, doch es war wichtig, es jetzt niederzuschreiben!]

Kommentare:

  1. Hallo Tao

    Ich kenne Bert Hellinger nicht. Aber was sagst Du zu der Kritik an ihm:

    „Hellingers Methode hat etwa 2000 praktizierende Anhänger, ist aber in Fachkreisen wie in der breiteren Öffentlichkeit umstritten. … Es wird ihm vorgeworfen, bei seinen öffentlichen Familienaufstellungen gegen einfachste Regeln der Psychotherapie zu verstoßen, im Anschluss an eine Sitzung seine Klienten allein zu lassen und ihnen nicht zu helfen, ihre Eindrücke und oft starke emotionale Anspannung zu verarbeiten.“ (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Bert_Hellinger)

    LG R

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  2. Lieber Tao

    Deinen Beitrag „Ja-zum-Ganzen“ finde ich interessant. Wie findet man seinen Weg? Wie finde ich meinen Weg? Was ist die Wahrheit?

    Wann muss ich links oder recht abbiegen? Wie weiß ich, dass ich jetzt von meinem Weg abgekommen bin? Wie finde ich dann wieder meinen Weg? Welche Instrumente der Navigation können hier hilfreich sein?

    Ich bin mir gar nicht sicher, ob dieser Kommentar zu Deinem Blogeintrag passt. Aber diese Fragen sind beim Lesen aufgetaucht und irgendwie passen sie schon.

    LG R

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  3. Hallo R,

    > Ich kenne Bert Hellinger nicht.
    > Aber was sagst Du zu der Kritik an ihm:

    der Person "Hellinger" selbst stehe ich durchaus etwas zwiespältig gegenüber - aber seine Arbeit finde ich für mich sehr hilfreich. (Und ich mache meine Familienaufstellungen bei einem Schülern von Hellinger, der wirklich gut ist, und bei dem man "Nachbetreuung" bekommen könnte, falls dies jemals nötig sein sollte....)

    Weißt du, ich stelle mir vor, wie es wohl war, als Freud mit seiner Psychoanalyse auf den Markt kam.

    In den früheren Jahrhunderten gingen die meisten Menschen mit ihren Problemen (die sie mit sich selbst, mit ihrem Partner, Eltern, Kinder hatten) zu einem Pfarrer... und holten sich dort den Rat, den sie brauchten.

    Anfang des letzten Jahrhunderts kam nun mehr und mehr Freud mit seiner Psychoanalyse.... und drängte sozusagen in den "Lebensberatungsmarkt". Freud hatte eine ganz andere Denkweise, eine ganz andere Weltanschauung, als die Theologen die vorher für die seelische Betreuung der Menschen zuständig waren.
    Glaubst du, dass die Theologen Freud, seine Weltanschauung, seine Vorgehensweise verstehen konnten?
    Ich könnte mir vorstellen, dass sie Freud vorwarfen, unseriöse Methoden anzuwenden und damit der menschlichen Seele großen Schaden zuzufügen. Wahrscheinlich warfen sie ihm vor, "gegen einfachste Regeln der Seelsorge" zu verstoßen.

    Und trotzdem bin ich sehr froh, dass die Psychoanalyse trotzdem die Freiheit hatte, sich zu entwickeln - denn diesem Umstand verdanken wir heute ein breites Feld an verschiedenen Psychotherapiemethoden.

    Die Methode von Hellinger ist nun wieder so ein neuer solcher Paradigmenwechsel. Diesmal sind es die Anhänger der "normalen" Psychotherapiemethoden, die mit Unverständnis und Skepsis (und manchmal auch mit Feindschaft) reagieren, weil sie die neue Denkweise nicht verstehen, weil diese gar so sehr ihrer eigenen bisherigen Denkweise widerspricht.

    Ich mag den Artikel auf Wikipedia garnicht lesen, weil ich den Schreibern dort nicht die Kompetenz zubillige, über die letzten Geheimnisse des menschlichen Geistes und der menschlichen Seele Bescheid zu wissen....

    Für mich ist es nicht verwunderlich, wenn eine völlig neue Denk- und Vorgehensweise sich nicht den Denkmustern der alten, bisherigen Denkweise bewegt und sich somit "nicht an deren grundlegenden Regeln orientiert".

    Von daher würde ich mir Wünschen, dass die systemische Denkweise Hellinger's genau so wie früher die Psychoanalyse die Chance hat, sich weiterzuentwickeln, so dass der Teil, der daran wahr und von Nutzen ist, langfristig zum Zuge kommen kann.

    Ich mag auch nicht in größere theoretische Diskussionen über Hellinger verfallen. Mich interessiert immer nur "wie geht es ganz konkret", also "was kann ich konkret" tun.... und ob ich den Eindruck habe, dass es funktioniert!

    L.G. Tao

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  4. Hallo R,

    > Wann muss ich links oder recht abbiegen?
    > Wie weiß ich, dass ich jetzt von meinem
    > Weg abgekommen bin? Wie finde ich dann wieder
    > meinen Weg? Welche Instrumente der
    > Navigation können hier hilfreich sein?

    Ich kann hierzu eigentlich nicht mehr sagen, als ich bereits Ende Januar in dem Beitrag Wodurch erkennt man den nächsten Schritt? schrieb.

    Wahrscheinlich ist einfach wichtig, in ein Thema ganz tief einzusteigen, dabeizubleiben, wirklich hinzuschauen, zuzustimmen, ..... und dann wird innerlich einfach spürbar.... was der nächste Schritt ist.
    (Mehr als den 'nächsten Schritt' kann man sowieso nie erkennen, meiner Meinung nach.)

    Einen lieben Gruß

    Tao

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