Dienstag, 26. April 2011

Den Eltern und sich selbst gerecht werden

An anderer Stelle schrieb ich über das Thema: "Eltern" - bzw. über das Thema "schmerzhafte Erfahrungen aus der Kindheit".... - und ob "den eigenen Eltern zustimmen" dazu führt, eigene schmerzhaften Gefühle zu verraten und als nichtig und unwichtig zu erklären?

Ich finde, dies ist auch für "Das Tao der Zustimmung" ein wichtiges Thema, deshalb möchte ich diesen Beitrag auch hier posten:

Meiner Ansicht nach ist es wichtig, eine grundlegende Unter­schei­dung zu treffen:

Bei mir war vieles in der Kindheit wirklich schlimm für mich - und es schränkt mich heute noch sehr in meinem Leben ein, gerade wenn es um zwischenmenschliche Kontakte geht.

Das Andere ist: Eltern sind nicht ideal.... es geht in jeder Kindheit auf die ganz eigene Art einiges schief. - So ist das Leben! Ja, das gehört genauso zum Leben wie die Tatsache, dass wir geboren werden, dass wir sterben werden, dass wir essen und trinken müssen....

Oder nochmals von einer anderen Seite betrachtet:
Was wäre, wenn in das Krankenhaus, in dem meine Mutter entbunden hat, während meiner Geburt der Blitz eingeschlagen hätte - und ich deshalb behindert wäre.
Ich könnte dann mein ganzes Leben sagen: "Scheiß Krankenhaus!", "Scheiß Blitz!", "Scheiß Leben!", "Warum gerade ich ....!".
Ja, ich könnte mein Leben lang mit dem Schicksal hadern..... Aber würde es etwas bringen?
Mit dieser innerlichen Haltung hätte ich nie die Möglichkeit, mit innerlich Weiterzuentwickeln, mich meinem Leben zuzuwenden, das Beste daraus zu machen..... und meinen An-Teil an der Welt zu leben.

Ja, natürlich wäre da ein Schmerz, eine Traurigkeit über all das, was mir im Leben entgehen würde, eine Wut auf das Leben auch...... und es ist wichtig dem Raum zu geben und es zu sehen..... und ich sage auch hier "und es zu heilen".

Und es ist wichtig, gleichzeitig das Thema auch von der Schicksals-Seite zu sehen.... zumindest die innerliche Bereitschaft zu entwickeln, seinem Schicksal zuzustimmen.
Wo vorher noch Hadern und Tunnelblick war, da gibt es nun plötzlich Freiheit!

Vor einigen Monaten schrieb ich übrigens schon einen anderen Beitrag zu diesem Thema: "Kindheit / Schicksal".

Kommentare:

  1. Lieber Tao,

    für mich ist das ein sehr großes Thema, denn ich gehöre ja zu denen, die ein Trauma aus dieser Zeit mit sich herumschleppen.

    Aber das "Was wäre wenn...." hilft da kaum weiter.

    Aus meiner Perspektive kann ich heute nur sagen:

    -es ist vorbei
    -es war wie es war
    -ich kann die Schuld wie es mir jetzt geht an meine Eltern abgeben oder ich kann sagen, mein "Heute" gestalte ich mir selbst und trage auch dafür die Verantwortung

    Schweres Thema, ich schalte lieber wieder um ;-)

    GLG Ines

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  2. Liebe Ines,

    das was du unter "Aus meiner Perspektive kann ich heute nur sagen" schreibst, ist eine gesunde Sichtweise der Vergangenheit.

    Wobei ein Trauma meiner Ansicht nach mit speziell hierfür vorgesehenen Methoden bearbeitet werden sollte - aber das machst du mit deiner EMDR-Therapie ja bereits.

    Für mich ist bei diesem Thema einfach immer wieder der Schicksals-Gedanke sehr wichtig. - Man kann sein Leben lang mit dem Schicksal hadern.... aber dadurch wird sich die Vergangenheit ja nicht ändern.
    Oder man kann dem Schicksal einfach zustimmen....

    Einen lieben Gruß

    Tao

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Ich freue mich über weiterführende Fragen, Anmerkungen, Austausch...   :-)