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Dienstag, 31. Mai 2011

Das 'menschliche' und die Zustimmung

Der Leser-Kommentar von Ines zu meinem letzten Beitrag regt mich dazu an, etwas, das vielleicht missverstanden werden könnte, hier nochmals anzusprechen:

Meiner Ansicht ist der Zweck des "Zustimmens" nicht, ein abgehobener Heiliger zu werden.
Zum Mensch-Sein gehört dazu, menschlich zu reagieren..... und dieses menschliche kann ja auch wirklich mal Ärger oder Ablehnung sein.
(Das Mensch-Sein ablehnen zu wollen würde ja nur zu weiterem Widerstand und Stress führen.)

Meiner Ansicht nach ist es wichtig,  .... die Erfahrung zu machen, dass man mit Gefühlen oder veränderlichen Sitiationen dadurch an Besten umgehen kann, indem man sie anschaut und annimmt (vielleicht Zustimmung Stufe 2).
Meiner Ansicht nach ist es wichtig,  .... die Erfahrung zu machen, dass man mit unveränderbaren Situationen dadurch am besten umgehen kann, indem man ganz 'Ja' dazu sagt (vielleicht Zustimmung Stufe 4).

Wenn man diese Erfahrungen zig-mal gemacht hat, dann geht es vielleicht immer schneller, dass man bereit ist und wie von selbst in Zustimmung geht - aber nicht als Heiliger, sondern als menschliche Reaktion, weil man einfach weiß, dass dies am effektivsten und angenehmsten ist!

Samstag, 28. Mai 2011

Die Stufen der Zustimmung II

Ich wollte noch ergänzen:

Verschiedene Aspekte der 'Zustimmung der Stufe 4' beschrieb ich auch in meinen Beiträgen "Das größte 'Ja'" und "Zustimmung, Alzheimer, GAU und Sinn.

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Wichtig ist meiner Ansicht nach auch, dass man sowohl 'einer Situation', als auch 'den Gefühlen zu einer Situation' zustimmen kann.

Bei einem Schicksalsereignis ist meiner Ansicht nach die einzige Möglichkeit, dem Schicksal zuzustimmen (Zustimmung Stufe 4).
Gleichzeitig kann es jedoch sein, dass das Schicksalsereignis heftige Gefühle in mir auslöst.... und dann ist natürlich die Frage, wie gehe ich mit diesen um. - Beim Umgang mit Gefühlen bevorzuge ich beispielsweise die Zustimmung Stufe 2.

Sicherlich geht beides Hand in Hand.... und die 'Zustimmung zum Schicksal' wird umso einfacher, je mehr ich auch meine Gefühle in dieser Situation verarbeitet habe.

Wichtig ist freilich immer die Bereitschaft zuzustimmen - die man auch aus der Erkenntnis nähren kann, wie sehr man sich durch "Nein" und Widerstand immer selbst verletzt..... und letztendlich sogar das ganze eigene Leben blockiert (siehe auch Beitrag 'Was und Wie Zustimmen'.)

Die Stufen der Zustimmung

Angeregt durch die Diskussion in einem Forum bin ich auf die Idee gekommen, Zustimmung in verschiedene Stufen zu unterteilen. So kann man genauer definieren, über welche Art der Zustimmung man eigentlich redet oder schreibt:
Stufe 0: Ich lehne unerwünschte Situationen und Gefühle ab, bin also im Widerstand. [Meiner Ansicht nach führt jedoch das Ablehnen von anderen Menschen oder eigenen Gefühlen dazu, dass diese sich verfestigen und an einem kleben bleiben! Änderung ist garnicht oder nur mit großem Kraftaufwand möglich. - Oft ist es tatsächlich so, dass man genauso wie die Menschen wird, die man immer ablehnt. ]
Stufe 1: Ich stimme zu, dass die Situation oder das Gefühle (im Augenblick) nun mal so ist wie es ist. [Dies führt meiner Ansicht nach zu mehr Weitsicht.... lässt Lösungen erkennen.... schafft ein Umfeld, in dem Lösung überhaupt erst möglich ist.]
Stufe 2: Ich stimme zu, dass die Situation oder das Gefühle (im Augenblick) nun mal so ist wie es ist. Ich lasse mich ganz darauf ein, auf "das-was-ist", begebe mich mitten hinein.... und vertraue darauf, dass hierdurch ganz von selbst der nächste Schritt in Richtung "Lösung" in mir entsteht.
Stufe 3: Ich vertraue darauf, dass alles sich von selbst so entwickelt wie es sein soll, .... deshalb stimme ich dem zu, lasse die Geschehnisse laufen und greife nicht ein.
Stufe 4: Hier geht es in Richtung Demut: Ich stimme dem Schicksal zu, stimme dem größeren Ganzen zu - und nehme das Leben so an, wie es ist.... auch Krankheit, Tod, .... ebenso wie absolutes Glück....


Nachträgliche Änderung 01.07.2011 00:05: Die unausgegorenen Beispiele wieder entfernt!

Donnerstag, 26. Mai 2011

Was und Wie Zustimmen

An anderer Stelle wurde ich gefragt, was für eine Art "Zustimmung" ich genau meine.
Vielleicht kann ich mit Hilfe des fiktiven Beispiels mit dem Autounfall (vom 20.05.) näher darauf eingehen.

Zunächst mal: Zustimmung bedeutet für mich nicht, zu sagen "Ich möchte das so haben!", wenn ich also dem Autounfall zustimme, bedeutet dies nicht, dass ich gerne Autounfälle habe. - Denn dies ist ja nicht die Wahrheit, und es ist meiner Ansicht auch nichts, was einen Nutzen bringt.

Zustimmung bedeutet für mich stattdessen ein akzeptierendes: "Ja, das ist jetzt nun mal so!".
Ein "Ja, das ist jetzt nun mal so!" bedeutet, ich höre auf gegen die Realität zu kämpfen, ich höre auf, gegen die Realität Widerstand zu leisten.... denn die Realität ist ja tatsächlich, dass dieser Unfall nun mal geschehen ist.

Aber Moment - bedeutet Zustimmung dann, mir Zustimmung einzureden, obwohl ich doch  in Wirklichkeit garnicht einverstanden bin? - Wenn ich versuche würde mir "Zustimmung" einzureden, obwohl ich in Wirklichkeit in Ablehnung bin, dann würde ich ja wieder gegen die Realität kämpfen, indem ich "der Ablehnung" die Zustimmung verweigere. ....

Hier sind mehrere Punkte wichtig:
Ein "Ja, das ist jetzt nun mal so!" hat nichts mit Resignation zu tun. Wenn etwas nicht veränderbar ist (wie die Tatsache, dass dieser Unfall passierte), dann ist jeder Widerstand und jede Ablehnung einfach nur Energieverschwendung und somit sinnlos!
Wenn etwas jedoch veränderbar ist (wie z.B. Unzufriedenheit im Job), dann wird durch ein "Ja, das ist jetzt nun mal so!" eine gute Vorraussetzung geschaffen, um etwas in Richtung Veränderung zu unternehmen (darüber schrieb ich schon in vielen Beiträgen)!

Der Weg ist meiner Ansicht nach also, die "innerliche Bereitschaft zur Zustimmung" zu entwickeln.
Dies kann zum Beispiel auch dadurch geschehen, dass man einfach merkt, dass sich ein äußerliches oder innerliches "Nein zur Realität" immer beschissen anfühlt.... und man sich das dann irgendwann selbst nicht mehr antun will.
Bei mir ist es so: Durch das Lesen verschiedener Artikel (vor allem von Bill Ferguson), durch eigene Erfahrungen und letztendlich auch durch die Körperübungen von Joel (wer dem Link folgt bitte dort nach unten blättern) hat sich in mir die Erfahrung verankert, wie sehr "Zustimmung" und "körperliches Lösen" helfen können. - Diese positive Erfahrung führt bei mir automatisch zur "Bereitschaft zur Zustimmung".

  .... In meinen Augen wäre es also der Wesentliche Schritt, diese Bereitschaft zu entwickeln!

Falls jedoch mal ein innerliches festes "Ich will das nicht!" da sein sollte, dann ist zunächst dieses "Ich will das nicht!" die Tatsache, die Zustimmung braucht. - Wenn ich dann diesem "Ich will das nicht!" zustimme, selbst dann habe ich schon den ersten Schritt vom Widerstand zur Zustimmung gemacht! (Anderenfalls könnte nämlich der Zwang zur Zustimmung genau das werden, was mich blockiert.)


Viele weitere Aspekte dieses Themas wurden ja schon ausführlich in meinen älteren Beiträgen behandelt.

Freitag, 20. Mai 2011

[Das Leben hat immer recht!]



"Das Leben hat immer recht -
mein Herz ist so weit wie der Himmel"



sagte Maye am Ende des Films "Kama Sutra" (*), nachdem ihr Liebster auf Geheiß des Tyrannen getötet wurden war.
Trotzdem war sie im Einklang. - Vielleicht, weil sie durch all die vorausgegangenen Ereignisse und Erlebnisse gelernt hatte, was "Leben" ist und was "Liebe" ist.

Ich habe diesen Film vor vielen Monaten einmal gesehen, doch dieser Satz am Schluss des Films blieb bei mir hängen.... denn dieses Thema zog mich an - schon lange bevor ich diesen Blog hier eröffnete.

Ja, "das Leben hat immer recht", den 'das was ist', das ist nun mal.....
Je mehr man in ein "Nein" geht, je mehr man in "Widerstand" geht, umso schlechter fühlt man sich! Dies scheint ein ganz grundlegender Mechanismus des Lebens zu sein.

(*) "Kama Sutra: Die Kunst der Liebe", ein indischer Film von Mira Nair aus dem Jahre 1996.

Verschiedene Bedeutung von "Kämpfen"

Unter "Kämpfen" kann man sehr verschiedene Sachen verstehen. (Verschiedene Aspekte wurden hier im Bog immer wieder berührt, teils bewußt, teils vielleicht auch unbemerkt. Ein paar dieser Aspekte (nämlich die, die ich jetzt gerade bewußt greifen kann) möchte ich hier nochmals ansprechen.):

Einmal ist "Kämpfen" ein "mit dem Leben oder den Schicksal hadern". Dies ist dann der Fall, wenn etwas geschieht oder bereits geschehen ist, was sich nicht (mehr) ändern lässt, worauf man keinen Einfluss hat.... - Dagegen zu kämpfen scheint, außer zusätzlichem Schmerz, keinen Nutzen zu bringen!??!

Ein anderer Aspekt ist "für etwas kämpfen, das einem wichtig ist". Hier gibt es einen gewaltigen Unterschied:
Das eine ist ein "sich anstrengen" um etwas zu erreichen.
Unter diese Rubrik fällt, wenn jemand trainiert, um einen sportlichen Wettbewerb zu gewinnen, oder wenn jemand lernt, um eine Prüfung zu bestehen oder beruflich weiter zu kommen.
(Hier könnte man höchstens die Fragen stellen: Kann ich es erreichen? Warum will ich es erreichen (ein tiefer Wunsch, oder psychologische Gründe)? Wieviel Aufwand ist es mir wert?)
Dieses "Sich-Anstrengen", "Sich-Einsetzen" fällt für mich nicht unter die Rubrik "Kämpfen".

Ein Kämpfen im negativen Sinne wird es für mich dann, wenn es nicht in Richtung "Sich-Einsetzen für etwas" geht,
sondern in Richtung "Widerstand leisten".
Widerstand leisten heißt, äußerlich oder innerlich zu sagen:
"Nein, es ist ungerecht, dass der Prüfer mich nicht leiden kann!", "Es ist blöd, dass das Leben immer mich kurz vor der Prüfung krank werden lässt!", "Meine Freundin darf dies nicht tun!", "Ich selbst darf nicht so sein wie ich bin, sondern muss alle offenen Baustellen in meinem Leben bereits geheilt haben!".
Dieses "Nein zum Leben" diese "Widerstände", diese "Ablehnung von 'dem-was-ist'" - dies ist es, was ich mit Kämpfen meine.

- Eigentlich sind wir nun auch hier wieder beim ersten Punkt gelandet:
Auch Lebensbereiche, in denen man etwas ändern kann, haben also Aspekte, gegen die man Widerstand leisten könnte....
Allerdings führt genau dieses "Widerstand leisten" zu Angst, Tunnelblick, Blockaden - die einem hindern klar zu sehen..... und sich einfach dafür einzusetzen, für das, was man erreichen will....

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Hier ein alter Text von mir, der vielleicht auch zu diesem Thema passt:
Angenommen, ich wäre mit meinem Auto bei Nacht auf der Landstraße gegen eine Kiste geprallt (keine Ahnung wo die herkommt, ist wahrscheinlich von einem LKW gefallen).
Nun kann ich mich ärgern, ich kann "Nein" zu diesem Zustand sagen, ich kann gegen die Kiste treten bis mir mein Fuß weh tun, ich kann kämpfen und sagen, "das darf nicht sein!", "so etwas darf nicht passieren!", "wenn jemand eine Kiste verliert, dann ist er verpflichtet, sich darum zu kümmern!".
Die Tatsache, dass dieser Unfall passiert ist, bleibt hiervon aber völlig unbeeindruckt, glauben Sie mir!

Andererseits könnte ich jedoch auch "Ja" sagen, weil der Unfall ja sowieso schon passiert ist....
Ich könnte wahrnehmen, was in mir vorgeht... mich innerlich niederlassen... und wäre somit in einem inneren Zustand, in dem ich gute Entscheidungen treffen kann....
Denn ich möchte ja gerne vermeiden, dass mir jetzt noch jemand hinten auffährt. Ich möchte, dass mein Wagen abgeschleppt wird, ich möchte, dass der Besitzer der Kiste ermittelt wird.... da ist keine Zeit dafür, gegen Windmühlen zu kämpfen...

Mittwoch, 18. Mai 2011

Ihm Achtung entgegenbringen

Ich habe soeben eine kurze "Sitzung" gemacht.... größtenteils im Stehen.

Als ich zunächst versuchte, mich ein bisschen zu zentrieren und zu erden.... merkte ich, wie angespannt die Muskel in meinen Armen, Schultern und Nacken waren. - Ich blieb in der Wahrnehmung.... und fing dann an, diesem meinem Zustand meine Achtung entgegenzubringen.
("Achtung entgegenbringen" hat noch mal eine andere Qualität, fühlt sich nochmals anders an als "Zustimmung" - und ich wollte es diesmal auf diese Art und Weise probieren.)
Jedenfalls fühlte es sich angenehm an!

Ich machte mich jedoch auch weit - um zwar weiterhin all dies zu spüren, aber auch darüber hinaus zu gehen.

Später kam mir dann noch die Vorstellung, dass ich im Augenblick wohl an einer Art "Schwelle" stehe.... und mich noch nicht getraue, Weiterzugehen. - Auch dem gab ich meine Achtung.

Es kam dann noch etwas, das sich irgendwie kindlich anfühlt.


Ich bin dann zu all dem zusammen nochmals innerlich in Zustimmung gegangen!

Montag, 16. Mai 2011

[Die Reise]




Du kannst nur dann von Hamburg nach München kommen,
wenn du akzeptierst, dass du derzeit in Hamburg bist!


[Copyright: "http://Tao-der-Zustimmung.blogspot.com"]

Samstag, 14. Mai 2011

[Kämpfen II]



Wer kämpft, kann verlieren,
wer nicht kämpft................. nicht!


Freitag, 13. Mai 2011

[Kämpfen I]



Warum gegen die Wand kämpfen - statt einfach durch die Tür zu gehen?


Donnerstag, 12. Mai 2011

Angst im systemischen Kontext

Heute auf dem Weg zur Arbeit
las ich in dem Buch "Das Handwerk des Familien-Stellens: Eine Einführung in die Praxis der systemischen Hellinger-Therapie" von Bertold Ulsamer eine sehr interessante These zum Thema Gefühle:
An Gefühlen sind immer mehr als eine Person beteiligt: 
Die Person, die das Gefühl fühlt - und eine andere Person, auf die sich das Gefühl bezieht!

Gilt dies wirklich immer?
Dies wäre eine sehr interessante Betrachtungsweise!

Auf wen beziehen sich also meine Gefühle?

Dies ist eine Frage, bei der es sich für mich lohnt noch etwas tiefer in sie einzusteigen!

Samstag, 7. Mai 2011

Mich mitten hineingeben

Ich hatte mich vorhin einem Thema zugewandt, welches schon den ganzen Tag eine schlechte Stimmung in mir hervorrief.

Dabei habe ich mich einfach geöffnet, versucht, so weit es mir möglich ist "Da zu sein" ..... und ich hatte mir dabei vorgestellt, mich innerlich hineinzugeben, mich hineinzuhängen.... in die Situation.
Dabei habe ich meine Gefühle wahrgenommen, habe die Situation für mich als Ganzes wahrgenommen, ..... und nach einer kurzen Weile ist es mir gelungen, innerlich über das "Problem" über die "Fixierung auf das Problem" hinauszugehen..... weiter zu werden..... - und gleichzeitig weiterhin wahrzunehmen....

Auch wenn das Thema nun noch nicht abschließend geklärt ist, hat es sich energievoll und angenehm angefühlt, mich mir selbst (und meinem Thema) auf diese Art und Weise zuzuwenden.
Und es hat sich angenehm angefühlt, 'im Thema drin' und gleichzeitig 'weit' zu sein.

Dienstag, 3. Mai 2011

[Innere Freiheit]



Wenn ich erlaube, dass geschieht was geschieht, dann bin ich frei!