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Freitag, 26. August 2011

Ameisen- und Zecken- Zustimmung

Heute verrate ich das Geheimnis der Ameisen- und Zecken- Zustimmung :-)
(leider ist mir jedoch nur die Ameisen-Zustimmung so richtig gelungen):

Gestern nach dem Sonnenbaden setzte ich mich an einem schönen Ort in einem schönen Park nochmals in den Schatten. - Leider war dort wohl eine Ameisen-Hauptstraße und ich hatte die Viecher sofort in großer Anzahl an den Füßen. Eine habe ich mit meiner Sandale wohl eingeklemmt. Sie zwickte mich.... und ich versuchte schließlich, alle abzustreifen...

Da keine andere Schatten-Bank frei war, und ich auch nicht schief-sitzend die Beine auf die Bank legen wollte, hielt ich meine Beine getragen durch Muskelkraft 5 bis 10cm über dem Boden.
Trotzdem tauchten weiterhin Ameisen auf (können die Viecher eigentlich springen?).

Schließlich war mir das Ganze zu unbequem und ich entschloss mich, die Füße zu strecken und die Ferse dann einfach auf dem Boden abzulegen. Ich akzeptierte, dass die Ameisen an meinen Beinen herumkrabbeln würden. - Aber die Ameisen wollten nun nicht mehr auf meine Füße. Erst nach 10 Minuten tauchte dann erst auf meinem einen, dann auf meinem anderen Fuß jeweils eine Ameise auf....

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Nach dem Duschen entdeckte ich an einer Körperstelle einen dunklen, herausstehenden Punkt. Ich dachte, es wäre eine Zecke... aber irgendwie stand da auch nichts heraus...., es war eher wie eingewachsen.

Später am Abend machte mir das Ganze dann doch Angst. Ich sah es mir mit der Lupe an..... und wurde noch unsicherer. - Da jedoch nichts herausstand wollte ich auch nicht daran herumoperieren. Ich entschloss mich, gleich am nächsten Morgen vorsichtshalber zum Arzt zu gehen. - Irgendwie hatte ich dann genug und legte mich ins Bett.

Ich war so gestresst, dass ich nicht bereit war, eine "richtige" Sitzung zu machen oder ins Zustimmen zu gehen. Ich ließ mich jedoch darauf ein, die Angst bewußt zu fühlen..... und schlief dann schließlich ein.

(Der Arzt konnte ausschließen, dass es sich um eine Zecke oder einen steckengebliebenen Zecken-Kopf handelt. Er vermutet, dass es ein Blutschwämmchen ist, hat mir jedoch vorsichtshalber eine Überweisung zum Dermatologen gegeben.)

Donnerstag, 25. August 2011

Die Weisheit des 'Nichtwissens'

Bei meinem letzten Ausbildungswochenende war mehrmals Thema, dass ein Begleiter normalerweise in jeder 'Sitzung' eine richtige Krise durchlebt, in der er nicht mehr weiterweiß, in der er keine Ahnung hat, was er jetzt noch tun oder vorschlagen soll. (Anmerkung: Es geht dabei nicht um die Art des Begleitens, bei der der Begleiter einfach nur die gelernten Techniken herunterspult.  Es ist vielmehr die Art des Begleitens gemeint, bei der der Begleiter sich ganz auf das einlässt was ist... zustimmt, und die nächsten Schritte ganz von Innen kommen lässt.) 
Wenn er diese Krise annimmt und sich darauf einlässt, dann kann daraus etwas neues entstehen.

Dieser Zustand des 'Nichtwissens' ist natürlich in allen Lebenslagen hilfreich.

Wenn meine Liebesbeziehung nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle,
dann kann ich mir mit Hilfe irgendwelcher Verstandesknoten zurecht legen, dass ich endlich den Mut für eine Trennung haben muss..... um dann dieses vermeintliche Ziel mit allen Mitteln zu verfolgen.
Ich könnte mir aber auch mit irgendwelchen Knoten in meinem Verstand ausdenken, dass ich die Beziehung unbedingt retten muss..... und dann blind und mit Vollgas in diese Richtung zu rennen.

Der dritte Weg ist der Zustand des 'Nichtwissens'.
Ich lasse mich auf das ein was ist...... und schaue, welcher nächste Schritt sich daraus ergibt.

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P.S.: In einem Buch über 'Traumdeutung mittels Focusing' (*) habe ich übrigens mal was sehr interessantes gelesen:
Dort erhielt eine Frau in ihrem Traum die Botschaft, sie solle sich von ihrem Mann trennen.
Nachdem sie die notwendigen Schritte eingeleitet hatte.... sagte ein weiterer Traum ihr, sie solle mit ihrem Mann zusammenbleiben, jedoch mehr auf ihre eigenen Wünsche und Interessen achten.

'Widersprüchliche Botschaften in Träumen', so könnte man jetzt sagen.
Aber sind die Botschaften wirklich widersprüchlich?
Von dort aus gesehen, wo die Frau am Anfang stand, war das Einleiten der Trennungsschritte vielleicht genau die Geh-Richtung die notwendig war, um in einer innerlichen Eigenständigkeit in Zukunft ihre Interessen durchsetzen zu können.

(*) Buch: "Dein Körper, Dein Traumdeuter" von Eugene T. Gendlin
(Sehr gut, aber wirklich kompliziert und sehr aufwendig zu lernen!)

Dienstag, 16. August 2011

Zustimmen und Heilen

Eigentlich habe ich ja schon mehrfach darüber geschrieben, was mit Zustimmung nicht gemeint ist.
Bevor ich dann wieder für ein paar Tage weg bin, möchte ich dennoch nochmals darüber schreiben, weil für mich währen der Ausbildungsgruppe ein bestimmter Aspekt nochmals klarer geworden ist:

'Zustimmung' bedeutet für mich nicht, sich gehen zu lassen.
Wenn jemand beispielsweise Jähzornig ist und immer wieder sämtliche Möbel demoliert, dann bedeutet Zustimmung nicht zu sagen: "Ja, so bin ich nun mal. Und schließlich soll ich dem ja zustimmen, wie ich bin".

'Zustimmung' bedeute, das-was-ist auch zu sich zu nehmen, die Verantwortung dafür zu übernehmen.... - das fühlt sich viel Kraftvoller an, als das sich gehen lassen.....
Das heißt auch, sich dem Jähzorn (jetzt in diesem Beispiel) zuzuwenden, ihn zu sehen, ihn zu sich zu nehmen, ihn ins eigene Herz zu nehmen .... und ihn somit zu Heilen und in die Gesamtperson zu integrieren.....

Nachtrag Ausbildungsgruppe

Letzte Woche war ich ja wieder 3,5 Tage in meiner Ausbildungsgruppe.
Wieder war es schön, tiefgehend, erkenntnisreich, ....

Beim Bearbeiten verschiedener Themen zeigte sich wieder ganz klar, wie wichtig 'zustimmen' und sich wirklich 'einlassen auf das-was-ist' sind, um eben gerade mit diesen Themen gut umgehen zu können. Ja, 'Nicht-Wissen' und sich auch auf Unsicherheit einlassen sind geradezu notwendig, damit es mit tiefem Wissen von innen heraus wie von selbst weitergeht.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr unser Leiter Joel sich öffnen kann, wie sehr er sich einlassen kann, wie sehr er Gegensätze vereinen kann, wie sehr er mitgehen kann, und wie sehr er dann doch auch führen kann.....

Es gab eine für mich sehr tiefgehende Übung, bei der es darum ging, der Mutter zuzustimmen und sich dem Leben zuzuwenden. - Da merkte ich immer noch, wie ich einerseits auch noch eine sehr große Ablehnung gegenüber meiner Mutter habe.

Wir Gruppenteilnehmer haben auch vermehrt selbst Übungen angeleitet, oder andere durch ihre Themen geführt. - Ich habe zum ersten Mal selbst in dieser Gruppe so mit mehreren Personen eine Übung angeleitet..... und bin nun doch etwas stolz auf mich, dass ich mich ohne viel Aufhebens einfach darauf einlassen konnte. - Ich habe auch zum ersten Mal in größerem Kreise jemanden durch sein Thema begleitet, dies hatte ich vorher nur in sehr kleinem Setting gemacht.

Montag, 15. August 2011

[Einen guten Umgang damit finden]


Du kannst erst dann einen guten Umgang mit etwas finden,
wenn du dessen Existenz akzeptierst!


Sonntag, 14. August 2011

[Das Biest wird zum Prinzen]


Das Biest kann erst dann zum Prinzen werden,
wenn es geliebt wird!



Dieser Spruch fiel in meinem Ausbildungsblock, der in den letzten 3,5 Tagen stattfand.
Und er bestätigt sich auch immer wieder!
(Biest kann natürlich für alles stehen. Für Angst, für Wut, .....)

Samstag, 6. August 2011

Focusing - meine Erfahrungen damit

Einleitung:
Nach langer Pause möchte ich die Reihe "Weiterführende Persönlichkeitsentwicklungsmethoden" noch ergänzen.... um eine Methode, die auf meiner "Über mich"-Seite als eine 'zu meinem Erfahrungsschatz gehörende Selbsthilfemethoden' erwähnt wurde, die ich jedoch bisher noch nicht vorgestellt habe.

Wie bei allen meinen Erfahrungsberichten zu "weiterführenden Methoden der Persönlichkeitsentwicklung" kann dieser Beitrag nur als kurzer Einstieg in die Methode dienen.

Die Entstehung der Methode:
Focusing wurde im Zusammenhang der Klientenzentrierten Psychotherapie (Carl Rogers) seit den sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts von Eugene T. Gendlin, Professor für Philosophie und Psychologie an der Universität Chicago entwickelt.

Beim Auswerten von Krankenakten und zugehörender Filmaufnahmen von Therapiesitzungen machte Gendlin eine wichtige Entdeckung:
Bei Klienten, die während der Therapiesitzungen nicht nur über ihre Themen redeten, sondern dabei auf eine ganz gewisse Art und Weise nach innen spürten, verlief die Therapie oft sehr schnell und erfolgreich - bei den anderen Klienten oft langwierig und nur mit wenig Erfolg.

Diese Art des 'Nach-Innen-Spürens' wurde von Gendlin dann näher erforscht und von ihm 'Focusing' genannt. Zunächst wollte Gendlin einfach nur eine Anleitung erarbeiten, wie Klienten ihre Therapie erfolgreicher machen können.....
'Focusing' entwickelte sich dann jedoch zu einer Selbsthilfe-Methode - und zu einer Methode, wie sich Focusing-geschulte Übende gegenseitig bei ihren Themen begleiten können (partnerschaftliches Focusing).
Jahre später wurde 'Focusing' dann im deutschsprachigen Raum von Klaus Renn und Dr. Johannes Wiltschko zu einer vollständigen Psychotherapiemethode weiterentwickelt.

Die Methode:
Focusing gehört zu den Persönlichkeitsentwicklungsmethoden, bei denen man über den Körper nach innen ganz tief in sich selbst hineinzugeht.
Man fragt sich praktisch, wo im Körper man das aktuelle Thema spüren kann, lässt sich quasi vom Körper quasi eine 'Innere Aura' zu dem Thema geben.
Gendlin nennt dies den Felt Sense, das noch Ungeformte, das Implizite, aus dem dann Gefühle, Körperempfindungen, innere Bilder und Worte erst erst noch entstehen.
Mit diesem "Expliziten" arbeitet man dann.... durch spezielle Fragen oder Vorgehensweisen.... und so wie sich das "Explizite" sich dabei verändert, so verändert sich auch das eigene Fühlen, ja die gesamte innere Welt.

Gemeinsamkeiten mit den anderen vorgestellten Persönlichkeitsentwicklungsmethoden:
Die Begegnung mit dem eigenen 'Inneren' funktioniert auch hier nur dann, wenn man das-was-im-inneren-da-ist annimmt und akzeptiert. In den anderen Fällen macht das innere zu!

Eine Gemeinsamkeit mit den 'Methoden zum Fühlen und Verarbeiten der eigenen Gefühle' (z.B. "Körperzentrierte Herzensarbeit") ist, dass man bei all diesen Methoden sehr stark über den Körper vorgeht! - Während man bei sich der 'Herzensarbeit' über den Körper jedoch den Gefühlen zuwendet, arbeitet man beim Focusing über das oben beschriebene "Implizite".

Lernmöglichkeiten, Bücher, CDs:
Derartige erfahrungsorientierte Methoden mit Worten erklären zu wollen ist wahrscheinlich genauso aussichtslos, wie einem von Geburt an Blinden erklären zu wollen was Farben sind. Es ist etwas, dass man nicht theoretisch wissen, sondern nur praktisch erfahren kann!

So kann man Focusing natürlich an Besten in einem Seminar lernen.
Meine Lebensgefährtin und ich machten sehr gute Erfahrungen mit einem Trainer des DAF (Deutsches Ausbildungsinstitut für Focusing und Focusing-Therapie), die sehr gut und fundiert ausgebildet sind.
(Kurse anderer Trainer gibt jedoch auch an Volkshochschulen.)

Wenn man diese Methode überhaupt von Büchern lernen kann, dann wohl am Besten aus "Dein Körper sagt dir, wer du werden kannst. Focusing - Wege der inneren Achtsamkeit" von Klaus Renn. Allerdings ist dann sehr regelmäßiges Üben erforderlich, um sich diese Methode wirklich anzueignen.

Zum Einstieg einfacher finde ich da schon fast, zunächst nur den inneren Kern von Focusing zu lernen, denn: Eigentlich basiert ein wesentlicher Teil von Dr. Peter Levine's Trauma-Heilungs-Methode 'Somatic Experiencing' auf Focusing. In dem in meinem Beitrag über Somatic Experiencing vorgestellten Buch (mit Übungs-CD) gibt es einige wesentliche Übungen zu den Focusing-Basics - angeleitet sogar auf der dem Buch beiliegenden CD. Wer also erst mal nur fundiert den wichtigsten und grundlegenden Kern des Focusing lernen will, dem sei dieses Buch empfohlen.

Einzelsitzungen:
Manchmal kann es sinnvoll sein, sich neben der Selbsthilfe (oder auch ausschließlich) von jemandem unterstützen zu lassen.
Neben der Möglichkeit, Focusing zu Selbsthilfe anzuwenden, oder partnerschaftliches Focusing (zwei oder mehrere Focusing-Übende begleiten sich gegenseitig) wird Focusing als Beratungs- oder als Psychotherapie-Methode angeboten.

Wer sich über Lebensentscheidungen klar werden will, findet sicher bei einem Focusing-Berater Hilfe.
Wer bei tiefgehenden psychischen Problemen Hilfe suchen will, ist bei einem Focusing-Therapeuten  sicherlich besser aufgehoben, da diese in der Regel eine wesentlich längere Ausbildung hinter sich haben. (Ich sage "in der Regel" da es auch Ausbildungsinstitute gibt, bei denen man schon nach kurzer Zeit zu Focusing-Therapeuten ernannt wird. Fundiert ausgebildet sind sicherlich die Therapeuten mit Abschluss am DAF-Institut, es gibt aber sicherlich noch andere gute Institute.)

Focusing-Therapie wird teilweise von Heilpraktikern angeboten, manchmal findet man auch Psychotherapeuten mit Zusatzausbildung in Focusing.

Meine Erfahrungen:
Focusing ist die psychologische Selbsthilfemethode, die ich schon am längsten kenne.
Ich habe diese Methode zunächst aus Büchern gelernt, und dann immer wieder mal (auch schon neben meiner Psychotherapie) als für meine Empfinden 'nutzbringende Ergänzung' angewandt.

Erst viel später wollte ich diese Methode dann noch präziser lernen und besuchte zusammen mit meiner Lebenspartnerin eine 8-Wochenenden dauernde Ausbildung zu dem oben beschriebenen partnerschaftlichem-Focusing. - Auch das empfand ich als sehr hilfreich....

Irgendwie bin ich dann aber zunächst doch wieder von Focusing abgekommen. Das lag zum einen sicher auch daran, dass es mir zumindest bei großen Themen nicht immer leicht fiel, so tiefgehend an mir selbst zu arbeiten - und ich wohl auch nicht mit meiner Lebensgefährtin so tief an diesen Themen arbeiten wollte. - Andererseits lag es daran, dass ich zu dieser Zeit gerade etwas ganz andere kennenlernte.......

Doch irgendwie kehrte ich auch immer wieder zu Focusing (und anderen ähnlichen Methoden) zurück.

Wenn wenn ich heute eine Sitzung mit mir selbst mache, dann schöpfe ich aus allen kennengelernten Methoden, aus meinem gesamten Erfahrungsschatz....

Weitere Informationen:
Ich sehe gerade, dass es auch auf Wikipedia bereits einen umfangreichen Artikel über Focusing gibt.

Mittwoch, 3. August 2011

Hin zu mehr - hin zu weniger

Heute früh habe ich wieder Übungen aus dem bereits erwähnten Buch gemacht (wird kurz erwähnt im Beitrag Systemische Übungen).

Bei der ersten Übung war jetzt zwar weniger eine systemische Übung, jedoch eine interessante:
Man sollte man sich anschauen,
ob man ein Mensch ist, der sich eher "hin zu mehr" oder eher "hin zu weniger" bewegt. Also hin zu mehr Gesundheit, Liebe, Erfolg, Freude, ....

Ich habe hier sehr schnell bemerkt, dass ich eher sparsam mit meinem Leben umgehe und eher auf "wenig" ausgerichtet bin. - Irgendwie passt dieser Punkt auch zu meinen Ausführungen (der letzten Tage) über das "Glücklichsein".

(Zum Schluss sollte man schauen (ich sag es jetzt mal mit eigenen Worten) ob man sich von Leben mitnehmen lassen kann in Richtung "mehr", in Richtung "Fülle".)


Die zweite, ebenfalls interessante Übung war, sich die Gegensätze rechts/links, Männlich/Weiblich, Vater/Mutter, Gott/Welt usw. anzuschauen und in sich selbst zu vereinen.