Donnerstag, 25. August 2011

Die Weisheit des 'Nichtwissens'

Bei meinem letzten Ausbildungswochenende war mehrmals Thema, dass ein Begleiter normalerweise in jeder 'Sitzung' eine richtige Krise durchlebt, in der er nicht mehr weiterweiß, in der er keine Ahnung hat, was er jetzt noch tun oder vorschlagen soll. (Anmerkung: Es geht dabei nicht um die Art des Begleitens, bei der der Begleiter einfach nur die gelernten Techniken herunterspult.  Es ist vielmehr die Art des Begleitens gemeint, bei der der Begleiter sich ganz auf das einlässt was ist... zustimmt, und die nächsten Schritte ganz von Innen kommen lässt.) 
Wenn er diese Krise annimmt und sich darauf einlässt, dann kann daraus etwas neues entstehen.

Dieser Zustand des 'Nichtwissens' ist natürlich in allen Lebenslagen hilfreich.

Wenn meine Liebesbeziehung nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle,
dann kann ich mir mit Hilfe irgendwelcher Verstandesknoten zurecht legen, dass ich endlich den Mut für eine Trennung haben muss..... um dann dieses vermeintliche Ziel mit allen Mitteln zu verfolgen.
Ich könnte mir aber auch mit irgendwelchen Knoten in meinem Verstand ausdenken, dass ich die Beziehung unbedingt retten muss..... und dann blind und mit Vollgas in diese Richtung zu rennen.

Der dritte Weg ist der Zustand des 'Nichtwissens'.
Ich lasse mich auf das ein was ist...... und schaue, welcher nächste Schritt sich daraus ergibt.

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P.S.: In einem Buch über 'Traumdeutung mittels Focusing' (*) habe ich übrigens mal was sehr interessantes gelesen:
Dort erhielt eine Frau in ihrem Traum die Botschaft, sie solle sich von ihrem Mann trennen.
Nachdem sie die notwendigen Schritte eingeleitet hatte.... sagte ein weiterer Traum ihr, sie solle mit ihrem Mann zusammenbleiben, jedoch mehr auf ihre eigenen Wünsche und Interessen achten.

'Widersprüchliche Botschaften in Träumen', so könnte man jetzt sagen.
Aber sind die Botschaften wirklich widersprüchlich?
Von dort aus gesehen, wo die Frau am Anfang stand, war das Einleiten der Trennungsschritte vielleicht genau die Geh-Richtung die notwendig war, um in einer innerlichen Eigenständigkeit in Zukunft ihre Interessen durchsetzen zu können.

(*) Buch: "Dein Körper, Dein Traumdeuter" von Eugene T. Gendlin
(Sehr gut, aber wirklich kompliziert und sehr aufwendig zu lernen!)

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