Samstag, 3. September 2011

Die Kraft des Hinsehens

Beim Umgang mit sich selbst, mit Anderen, mit dem Leben propagiere ich den 'Weg des Hinsehens'.
Dies bedeutet, sich das anzuschauen, das wahrzunehmen, sich auf das einzulassen, was  ist.

Die Alternative wäre, wegzusehen, Dinge auszublenden, Dinge nicht bemerken zu wollen....
(Manche Leute wollen sich negative Dinge nicht ansehen, weil sie meinen, diesen dadurch Energie zu geben.)
Doch Dinge auszublenden kostet noch viel mehr Aufmerksamkeit und Energie und bindet Aufmerksamkeit und Energie (siehe Beispiel unten).

Außerdem ist Wegsehen, zumindest für mich, etwas, das sich kindlich und schwächend anfühlt.....
'Hinschauen', 'Wahrnehmen', 'sich dem Aussetzen was ist', ist dagegen etwas, das ich als erwachsen und stärkend empfinde....
(und außerdem ist es die Voraussetzung dafür, von innen heraus den nächsten Schritt zu erkennen...)


Hier ein etwas konstruiertes Beispiel:
Nehmen wir mal an, jemand sieht in Fahrrädern etwas absolut negatives und ablehnenswertes.
Wenn er nun versucht, nicht an Fahrräder zu denken, dann wird er umso mehr an sie denken. (Dies kann jeder selbst ausprobieren. Wer 5 Minuten nicht an Fahrräder denken will, wird in dieser Zeit so oft an sie denken wie er den ganzen Tag nicht an sie dachte....)

Gut, sagt nun der fachkundige Wegschauer, man braucht in dieser Zeit ja nur an etwas anderes, an etwas positives zu denken, z.B. an Lichtmasten. - Bei unserem 5-Minuten-Experiment wird dies wahrscheinlich tatsächlich helfen....

.... aber was passiert im richtigen Leben draußen im Straßenverkehr?
Jedes Mal wenn der Wegschauer ein Fahrrad sieht, wird er innerlich negativ reagieren, und dann schnell auf den nächsten Lichtmasten schauen. Was bekommt auf diese Art und Weise wohl am meisten Energie. - Meiner Ansicht nach das, auf das er gefühlsmäßig so heftig negativ reagiert...

Was könnte man also stattdessen tun?
Hinschauen, wahrnehmen, den innerlichen Widerstand aufgeben!

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