Montag, 24. Dezember 2012

Leseliste (2) plus CDs

Vorwort:
Ich mache ja manchmal meine 'Sitzungen', 'Innenraum-Reisen', 'Da-Sein-Mit-Dem-Was-Ist' - oder wie immer man das nennen mag. - Dabei gibt es Zeiten, da mache ich das total freihändig, und kann mich so total auf meine momentane Situation einstellen. Oft mache ich es jedoch auch mit Begleitung einer Anleitung vom MP3-Player. (Ich verwende hier die bereits vorgestellten Übungs-CDs, aber auch aufgenommene Anleitungen von Joel, oder eine von mir selbst besprochene Anleitung.)

Um eine größere CD-Vielfalt zu haben, habe ich mir vor Monaten das Buch "ida - Die Lösung liegt in dir" von Eva-Maria Zurhorst gekauft, welches auch 2 Übungs-CDs enthält. (Achtung nicht die 1. Auflage kaufen: Die CDs wurden später verändert, da die Anleitungen zunächst viel zu schnell waren).
Das Buch fand ich inhaltlich oft zu Positiv-Denk-Esoterisch. Es brachte mir inhaltlich nur wenig neues.
Auf den CDs sind viele Übungen, um in den eigenen Körper zu kommen oder um Stress abzuschütteln(!) - sie unterstützen also nicht meine 'Sitzungen' im engeren Sinne - aber ich empfand sie hilfreich, um zu mir zu kommen.

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Buch und CD:
Am Anfang dieses Monats habe ich nun das neue Buch von Eva-Maria Zurhorst und Wolfram Zurhorst entdeckt: "Liebe dich selbst und entdecke, was dich stark macht"
Als ich ein bisschen in diesem Buch stöberte, entdeckte ich, dass es hier mehrere Kapitel gab, die sich damit beschäftigen, was einem eigentlich von dem aktiv-werden, was einem eigentlich von Veränderung abhält. - Es gab da viele Fragen, die man sich selbst stellen kann..... und ich hatte so den Eindruck, dass diese Fragen wirklich auf den Punkt kommen!

Ich sah dann, dass es zu diesem Buch auch eine Übungs-CD gibt - welche man dann allerdings extra kaufen muss.


Nunja, ich war mir noch unschlüssig.
Trotzdem inspirierte mich das Ganze dann zu meinem Beitrag Sich in eine neue Richtung bewegen und ich entschloss mich eine Woche später dann, sowohl das Buch als auch die Übungs-CD zu erwerben.

Ich das Buch habe ich seither noch nicht reingeschaut, da ich zunächst noch das "ja!..." fertig durcharbeiten wollte. Ich habe jedoch mit der Übungs-CD begonnen und bin von ihr ziemlich begeistert:
Auf der CD gibt es 4 Anleitungen von jeweils knapp 5 Minuten, in welchen es um Entspannung geht (zwei von ihr, zwei von ihm besprochen).
In dem fünften Track geht es dann darum eine Antwort von innen zu finden. (Von ihr besprochen. - Habe ich noch nicht gemacht).
Dann gibt es eine Anleitung, um "Blockaden in Ressourcen umzuwandeln". (Dies habe ich auch noch nicht gemacht, es war jedoch einer der Gründe mir die CD zu kaufen....)
Dann kommt "Schmerz in Energie umwandeln": Diese Anleitung gefällt mir wirklich ganz besonders gut, da es hier eigentlich auch ums 'Gefühle fühlen' geht, um das 'Ja-Sagen zu dem Vorhandenen' um das 'Da-Sein-Mit-Dem-Was-Ist'. (Natürlich fehlen hier die Specials von Joel, und die Anleitung ist mit 15 Minuten schon fast zu kurz. Aber das Ganze ist wirklich sehr durchdacht und gut und stimmig aufgebaut - Von ihr besprochen).
Bei "Alles ist Da" geht man mit dem in Kontakt, was man selbst der Welt zu bieten hat... (von ihm besprochen)
und bei "Ziele von Innen Erreichen" (von ihr besprochen) geht man in die Innere Vorstellung, wie es ist wenn man sein Ziel schon erreicht hat.

Die Stücke auf der CD ist teilweise den ida-CDs sehr ähnlich, jedoch wirkt sie mehr durchdacht und langsamer, also mit genügend Pausen, gesprochen. Die von ihr gesprochenen Anleitungen finde ich auch vom Tonfall und der Stimme her sehr sympathisch. Seine Stimme sagt mir nicht so zu, meine Freundin dagegen stört sie nicht so. - Die Musik wirkt auf mich etwas dynamischer als auf der ida-CD. Außerdem ist die Stimme ganz leicht verzerrt und mit einem kaum bemerkbaren Echo versehen, was für mein Gefühl eine leichte Trance begünstigt und somit hilft, leichter nach innen zu kommen.

All das spielt sich in einem Rahmen ab, wo es auch darum geht, genau hinzuschauen, was ist.... was meiner Ansicht nach ein wichtiger erster Schritt in Richtung "Veränderung" ist.

Sonntag, 23. Dezember 2012

Leseliste aktuell (1)

Ich finde es sehr angenehm, ein interessantes Buch zum Thema 'Persönliche Weiterentwicklung' tief durchzuarbeiten. Damit meine ich nicht nur durchzulesen, sondern auch den Inhalt 'in mir zu wälzen', mit meinem schon vorhandenen Wissen abzugleichen und nachzuspüren, wie ich das Ganze auf meine aktuellen Themen anwenden könnte!

In letzter Zeit sind mir ein paar ganz besondere Bücher zugelaufen, und ich möchte besonders jetzt die Urlaubszeit nutzen, um sie zu lesen..... und eben durchzuarbeiten.

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Das erste Buch ist "Tu, was dich anlächelt" von Katharina Ley.
Dieses Buch habe ich mir schon vor ein paar Wochen angeschafft und es auch schon durchgelesen.... und mir besonders wichtige Stellen markiert. Ich habe es jedoch noch nicht wirklich durchgearbeitet so dass ich noch nicht den optimalen Nutzen daraus ziehen konnte.

Anders als der Titel vermuten lässt geht es bei diesem Buch nicht darum, herauszufinden was einem anlächelt.  Es geht um das "Innere Lächeln" das man etwas - oder besser noch, Teilen von sich selbst - geben kann. Man könnte auch sagen, es handelt sich um eine andere Art des Zustimmens: Zustimmung durch "Inneres Anlächeln".  - Insgesamt liegt das Buch garnicht voll auf meiner Linie, ist jedoch auch jeden Fall (und teilweise vielleicht auch deshalb) interessant.

Neben dem "Inneren Lächeln" / Zustimmen geht es in diesem Buch sehr stark um Ambivalenzen.
Die Autorin geht auch ausführlich auf 'Teilpersönlichkeiten', sogenannte 'Ego-States' ein, welche mit den Ambivalenzen eng zusammenhängen. (Manchmal so sehr, dass ich denke, die Autorin erzeugt durch ihr Buch regelrecht Ambivalenzen - und nach dem Lesen hat man mehr Probleme als vorher. Insgesamt finde ich das, was die Autorin über innerliche und äußerliche Vielfalt schreibt, jedoch stimmig.)

Bei mir ist in diesem Zusammenhang vor allem hängengeblieben, dass diese  'Ego-States' in der Regel abgespaltene 'Innere Kinder' sind (oder Schutzmechanismen).
Sie schreibt, dass sie als Psychoanalytikerin eigentlich nur mit dem 'Inneren Erwachsenen' arbeitet, sie es jedoch für ihre Arbeit als sehr wichtig ansieht, auch die Mechanismen mit den 'Inneren Kindern' zu erkennen - und zu merken, wann in dem Klienten gerade ein 'Inneres Kind' aktiv ist.
(Gerade letzteres ist einer der Punkte, weshalb ich bei Gelegenheit dieses Buch nochmals wirklich durcharbeiten möchte.) 

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Zu diesem ausführlichen Durcharbeiten ist es jedoch noch nicht gekommen, da mir außerdem das Buch "ja! und der innere Schalter zum höchsten Glück" von Ruediger Schache auf meinem Radar erschienen ist.

In diesem Buch geht es um das "reine Ja-Sagen", also um das, was ich hier im Blog unter der Kategorie 'Zustimmung pur' beschrieb.

Ehrlich gesagt bin ich diesem Buch gegenüber etwas ambivalent eingestellt:
Einerseits empfinde ich es teilweise sehr rational-argumentativ. Mir fehlt so ein bisschen, dass die Vorteile des  "Ja-Sagen" wirklich ganz tief spürbar werden.
(Diese Vorteile konnte ich zum ersten mal wirklich spüren, als ich Bill Ferguson's Internetseite durcharbeitete. Ich bin ihm für seine Arbeit sehr dankbar. (Hier ein Link zu meinem Beitrag über Bill Ferguson's Methode, sowie ein anderer Link zu allen Beiträgen, die seinen Ansatz betreffen.))
An einigen Stellen finde ich Ruediger Schache's Argumentation auch weit hergeholt.

Andererseits hat Ruediger Schache verschiedene Gesichtspunkte oft sehr gut auf den Punkte gebracht...... und manche Sachen wirklich genial formuliert.

Es gibt auch ein paar Punkte, die für mich eine neue, zusätzliche Sichtweise darstellen (deswegen habe ich mir das Buch auch gekauft), und die ich gerade dabei bin in mir zu wälzen.... um zu schauen, ob und wie ich sie mir zu eigen machen kann.

Wer nach Nutzung der hier im Blog vorhandenen Informationen (und der weiterführenden Links) immer noch mehr über das "Ja-Sagen" erfahren möchte, dem kann ich das Buch als weitere Werk zu diesem Thema  wirklich empfehlen.

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Doch im Augenblick liegen schon viele weitere Super-Bücher hier bei mir zuhause zum Durcharbeiten bereit. - So bleibt mir nur zu schauen, was zum jeweiligen Zeitpunkt gerade vorrangig ist.

Samstag, 22. Dezember 2012

[Was zu innerlichen Problemen führt]

Zu innerlichen Problemen
führt etwas genau dann,
wenn es
auf gar keinen Fall
eintreten darf!

Mittwoch, 12. Dezember 2012

[Was könnte passieren...]

"Nimm irgendeine Lebenssituation:
Wie würdest du dich fühlen,
wenn du sie voll und ganz so akzeptiertest,
wie sie ist -
jetzt in diesem Moment?"

Eckhart Tolle [*]
[*] Aus "Stille spricht: Wahres Sein berühren"
von Eckhart Tolle (Autor) und Erika Ifang (Übersetzer);
Verlag: Arkana (2003); Seite: 120

Sonntag, 9. Dezember 2012

[Gut-finden vs. Annehmen]

Eine Blume auf der Wiese
müssen Sie nicht gut finden,
um die Tatsache anzunehmen,
dass sie dort wächst.

aus "ja! und der innere
Schalter zum höchsten Glück"
von Ruediger Schache [*]
[*] Siehe Seite 39 von "ja! und der innere Schalter zum höchsten Glück";
Autor: Ruediger Schache; Verlag: Nymphenburger; Auflage: 1. Aufl. (2012)
(Zeilenumbrüche und Hervorhebungen von mir.)

Samstag, 24. November 2012

Den Vater anschauen

Neben den allgemein sehr interessanten Themen und Übungen machten wir noch eine für mich besonders tiefgehende Übung, in welcher wir den Vater  ansehen  sollten. Wir sollten 3-er-Gruppen bilden, eine Person sollte den Vater anschauen, die zweite Person sollte sich als Stellvertreter des Vaters zur Verfügung stellen, die dritte Person war Stellvertreter für die Mutter. - Dabei sollte darüber hinaus nichts gesprochen oder getan werden.

Da es nicht aufging, sagte Joel, dass er auch mitmachen würde. Als dann eine Person nicht mitmachen wollte, ergab es sich dass ich dann mit Joel diese Übung zu zweit machte. (Um die Mutter auch dabei zu haben legten mehrere Meditationskissen aufeinander.)

Zunächst stand er für meinen Vater, und ich schaute ihn an.
Ich merkte in mir eine starke Abwehr. Ich merkte wie ich in mir viele Vorwürfe hatte, weil er als ich noch sehr klein war sehr streng war, mich geschlagen hatte, und weil er nie emotional offen gewesen war, nie Nähe zugelassen hatte.....
Nach einer Weile erinnerte ich mich innerlich mehr an meinen Vater, wie er heute ist: Schon sehr alt, und jedesmal dünner und zerbrechlicher. Ich ich erinnerte mich daran, wie er sich jedesmal freut, wenn ich mal wieder eine Reise in die alte Heimat mache, und wir uns sehen. - Dies rührte und berührte mich sehr.

In der zweiten Runde war ich der Stellvertreter seines Vaters.
Ich merkte, wie ich aufgrund meines eigenen Schicksals und der eigenen Belastungen an der totalen persönlichen Grenze war. - In mir war immer wieder ein Bedauern, dass ich meine beiden Söhne nie wirklich in den Arm nehmen konnte, aber ich merkte, die beiden müssen jetzt einfach funktionieren, sonst kann ich all das Schwere als alleinerziehender Vater nicht managen....

Joel erzählte mir übrigens, dass es ihm als Stellvertreter meines Vater ähnlich ergangen war. Auch er spürte in der Rolle, dass er aufgrund seines Schicksals an der Grenze war und es einfach nicht anders ging. Und auch er spürte das Bedauern.


Während ich meinen Vater anschaute konnte ich ihn ja bereits mehr und mehr so lassen und akzeptieren wie er war.
Aber auch die andere Seite zu spüren, als Stellvertreter von Joels Vater, hatte dann auch noch etwas sehr heilendes, weil dann nochmals klar wurde, dass es für ihn einfach nicht anders ging, und da einfach auch ein Bedauern seinerseits deswegen da war und auch da ist.

Joel erzählte mir auch, wie er seinem Vater, einige Wochen vor dessen Tod, dann doch noch die Hand gehalten hatte - und wie sein Vater dann in einer anderen Situation seine Hand ergriffen hatte.... - Auch dieses Thema berührte mich sehr, da mein Vater auch nicht mehr lange sein wird.


Die Mutter wird dann bei dem nächsten Treffen im Januar dran sein.
In dieser Übung wurde sie nur als Zeugin hinzugenommen.
Dabei wurde ihr aber auch zugemutet werden, dass (auch) der Vater angesehen wird!

Freitag, 5. Oktober 2012

Blickwinkel auf die Eltern

Wodurch wollen wir eigentlich geprägt sein?
Durch das,
was der Vater in seiner Verstrickung getan hat,
oder durch das, was er in seinem
Herzen gerne getan hätte?
Aus Hunter Beaumont's Buch
- "Auf die Seele schauen" -
(ich werde es noch vorstellen).

Montag, 13. August 2012

Erwartungen weit übertroffen

Am Samstag fuhr ich  zum  1. K!KG-Tag  nach Frankfurt. Meine Lebensgefährtin begleitete mich, was mich sehr gefreut hat. - Wir müssten  ich an diesem Tag schon um 05:00 Uhr das Haus verlassen. Wieder zu hause waren wir dann so etwa um 23:10 Uhr.

Aber der Aufwand hat sich voll und ganz gelohnt, denn der Tag hat in jeder Hinsicht meine Erwartungen mehr als übertroffen!


Das Tagungshotel liegt relativ zentral in Frankfurt, so dass die Straßenbahnfahrt nur 10 Minuten dauerte.....

Als wir ankamen traf sah ich gleich eine Gruppe von Leuten aus meiner alten Gruppe stehen. Ich habe mich sehr gefreut, nun verschiedene mir sehr lieb gewordene Menschen nach nun 8 Monaten in diesem Rahmen wiederzusehen. Insgesamt war etwa die Hälfte dieser Gruppe anwesend.
(Wir waren ja die erste Gruppe überhaupt, die eine richtige Ausbildung zum K!KG-Trainer bzw. Begleiter durchlaufen hatten. Ich selbst war damals Quereinsteiger und hole derzeit mein letztes Ausbildungsjahr in einer anderen Gruppe nach.)

Dann sah ich, dass verschiedene Teilnehmer meiner neuen Gruppe draußen in Innenhof platz genommen hatten. Auch hier war im Laufe des Tages etwas die Hälfte der Gruppe anwesend. Ich bin dann nach draußen, und habe auch sie begrüßt.

Insgesamt wirkte der Innenhof  sehr gemütlich, aber auch die Räume waren sehr ansprechend.
Neben dem großen liebevoll dekorierten Raum, in welchem die Erlebnis-Vorträge mit den Übungen stattfanden, gab es noch den Marktplatz, mit verschiedenen Flyern, Kurs-Ausschreibungen, .... Es gab auch  einen  kostenloses 36-seitigen Skript, welches, aufbauend auf den Einführungsvortrag die Zugänge zur PrEssenz anhand von ausführlichen Texten und Übungsbeschreibungen erläuterte.
An der Kasse wurden die Essensmarken verkauft, außerdem gab es hier die erste offizielle CD mit zwei von Joels Innen-Raum-Reisen  (Die Meditation "Ganz da sein", welche ich schon kannte, und außerdem "Eine Ahnung bekommen" in welcher es um die Begegnung mit den Ahnen geht).
Außerdem wurde hier eine professionell aufgenommene DVD von Joels Erlebnisvortrag  "Wachstumsräume öffnen" aus dem Jahr 2004 verkauft. (Ich werde über CD und DVD zu einem späteren Zeitpunkt nochmals etwas schreiben.)


Um 10:00 Uhr ging es dann los:
Insgesamt waren meiner Einschätzung nach etwa 70 Teilnehmer anwesend, wovon ich höchstens ein Drittel (aus meinen Gruppen und aus den Aufstell-Seminaren) kannte.
Soweit ich in Gesprächen herausfinden konnte waren mindestens 6 Neulinge da, die noch keinerlei Erfahrung mit dieser Methode hatten (meist waren es wohl Partner oder Freunde anderer Teilnehmer).

Zunächst begrüßte Joel Weser die Teilnehmer. Danach ging Jürgen Brilmayer, der ja von Anfang an dabeigewesen war kurz (für meine Begriffe zu kurz) auf die Entwicklung der K!KG-Arbeit ein.
Und danach erläuterte Joel seine Methode dann gleich anhand zweier Übungen, welche wir dann alle machten. Es ging darum, wie die eigene innere Haltung, die Begegnung mit anderen Menschen öffnen oder verschließen kann, und wie man mit "sich innerlich lösen" mit stressigen Situationen, mit Situationen, welche und so richtig  packen  umgehen kann.

Mir gefiel sehr gut, wie Joel auf die Fragen der Teilnehmer einging und diese in seine Einführung total integrierte.....
Durch die Übungen, aber auch einfach aufgrund der Resonanz-Wirkung von Joels innerer Haltung,  kam dann sehr schnell diese typische K!KG-Stimmung auf - die Weite, das "in-sich-nieder­gelassen-sein" - all das, was ich so sehr liebe, und von welcher ich mich so sehr anstecken lasse....
Das Ganze hatte sehr schnell eine Tiefe, wie ich sie nur von unseren Ausbildungsgruppen kenne. 

Wir sind ja extra so früh am Morgen losgefahren, um eben gerade Joel in der Einführungsveran­staltung zu erleben. - Mich interessierte auch sehr, wie er neuen Teilnehmern seine Methode nahe bringt, einfach so als Anregung für mich, der ich ja auch mal auf meine Art und Weise K!KG unter die Menschen bringen will.


Von 11:45 bis etwa 13:00 Uhr ging es um das Thema, wie K!KG im sozialen Bereich angewandt werden kann. Diesen Block teilten sich Jürgen und Werner, einer der ersten K!KG-Trainer aus meiner 'alten' Gruppe.
 
Werner betreut ehemalige Psychiatrie-Patienten und Menschen mit psychischen Schwierigkeiten, hilft ihnen mit alltäglichen Dingen des Lebens zurechtzukommen aber arbeitet auch mit ihnen an ihren psychischen Problemen. Ich fand es sehr interessant zu hören, wie ein ehemaliger Ausbildungs-'Kollege' von mir diese Methode in der Praxis anwendet, wie er verschiedene Dinge sieht, wie seine praktischen Erfahrungen sind.
Werner erzählte, wie ihm die innerliche K!KG-Haltung bei seiner Arbeit hilft, und wie er die Körper-Übungen in seine Arbeit integriert. - Das einzige was ich mir noch gewünscht hätte ist, dass er zur Auflockerung seiner Ausführungen dann auch eine dieser Übungen praktisch angeleitet hätte.

Das praktische Üben wurde dann von Jürgen nachgeholt, der außerdem darüber referierte, wie er K!KG bei der Arbeit mit "schwierigen" Kindern und Jugendlichen anwendet, die er im Auftrag von Schulbehörde oder Jugendamt betreut.


Für 7,50 Euro konnten wir dann ein richtig gutes Mittagessen bekommen,
und ich konnte beim gemeinsamen Essen erfahren, wie es Anderen aus der alten Gruppe inzwischen ergangen war....


Ab 14:30 Uhr ging es dann weiter zum Thema "Einsatz der K!KG-Arbeit im schulischen Bereich".
Zunächst startete Jörg Köhler, ebenfalls ein ehemaliger Ausbildungs-'Kollege' von mir. Jörg hat neben der K!KG-Ausbildung unter Anderem verschiedene Ausbildungen als Anti-Aggressivitätstrainer. Er berichtete uns aus seinem Alltag an der Hauptschule, jedoch auch von seinem Einsatz als Anti-Aggressivitätstrainer in der Justizvollzugsanstalt.
Auch Jörg stellte uns seine Lieblings-K!KG-Übungen vor, welche er oft bei aggressiven Jugendlichen anwendet, um ihnen zu zeigen, wie man auch auf andere Art und Weise mit vermeintlichen Angriffen umgehen kann.

Denn zweiten Teil dieses Themas wurde von Stephan Dröscher gestaltet. Stephan ist Lehrer in der Erwachsenenbildung und gibt K!KG-PrEssens-Seminare speziell auf die Bedürfnisse der Lehrer zugeschnitten. Stephan war ebenfalls Teilnehmer der ersten K!KG-Ausbildung, ist jedoch schon ein sehr alter Hase, der auch früher schon jahrelang an  K!KG-Jahresgruppen teilgenommen hatte. - Irgendwie merkte man ihm das auch an, in der Art und Weise, wie er über die K!KG-Arbeit in seinem Bereich referierte, und wie er die Übungen mit uns anleitete.


Da Jörg und Stephan kräftig überzogen hatten, ging es dann erst um 16:10 Uhr mit dem Thema "K!KG für Führungskräfte" weiter. Uwe (ich hoffe der Name stimmt), ein langjähriger Teilnehmer der speziellen K!KG-Fortbildung für Führungskräfte, berichtete uns, wie er K!KG mit seiner Tätigkeit als Unternehmensberater verbindet.

Anschießend übernahm Joel dann wieder, und leitete dann noch eine geführte Innen-Raum-Reise an.


Insgesamt fand ich es sehr interessant, wie die verschiedenen Referenten K!KG auf ihre ganz persönliche Art und Weise anwenden, und wie jeder dabei seine ureigenen Schwerpunkte hat und sieht.
Joel legte uns dann auch nochmals nahe, diese Methode wirklich auf unsere jeweils eigene Art anzuwenden - anders würde es sowieso nicht funktionieren -  und er ließ uns frei, diese Arbeit dann K!KG zu nennen, oder ihr auch einen anderen, eigenen Namen zu geben.


So gegen 18:25 Uhr war den offiziell Schluss, da wir jedoch den nächsten Zug sowieso nicht mehr erwischt hätten, ließen wir und dann noch jede Menge Zeit, um noch zu ratschen und uns in Ruhe zu verabschieden.

Mir hat der gesamte K!KG-Tag sehr gefallen und bin dort auch recht schnell in ein sehr positives Gefühl gekommen, welches ich sonst kaum kenne.....
Ich habe an diesem Tag wesentlich mehr mitbekommen, als ich erwartet hatte.


Auch meiner Lebensgefährtin hatte der Tag sehr gefallen. (Sie kannte Joel ja schon von K!KG-Seminaren und vom Familienstellen.) - Für ihr Empfinden waren es jedoch insgesamt schon zu viel Körperübungen, aber auch von meinem Empfinden her hätte man zum Schluss auch noch ein oder zwei Übungen weglassen können. (Bei richtigen Seminaren lässt man sich für die einzelnen Übungen etwas mehr Zeit - und tauscht sich hinterher etwas ausführlicher über das Erlebte aus. Dies hat dann am Nachmittag doch etwas gefehlt.)

Donnerstag, 2. August 2012

[Um Leben oder Tod]

Wir sind dazu konditioniert,
auf zahlreiche Situationen so zu reagieren,
als ginge es um Leben oder Tod,
obwohl dies eigentlich in nur sehr wenigen Situationen angemessen ist.
[....]
Im Jetzt sind wahrgenommene Bedrohungen
nichts anderes als Umstände,
mit denen wir uns auseinander setzen müssen.

aus "immer im JETZT"
von Shannon Duncan [*]
[*] Siehe Seite 91 von "Immer im Jetzt. Das Praxisbuch zum Leben in der Gegenwart";
Autor: Shannon Duncan; Verlag: Integral; Auflage: 1 (2003);

Mittwoch, 1. August 2012

Nachtrag zum Nachtrag

Man kann sich übrigens ganz bewusst einer bestimmten Person zur Verfügung stellen - als eine Art Experiment. - Und dann kann man wechseln, und sich dieser Person ganz bewusst 'Nicht mehr zur Verfügung stellen'. - Somit kann man den Unterschied erspüren..... und vielleicht auch bemerken, ob und wie man sich dieser Person vielleicht manchmal tatsächlich zur Verfügung stellt.

Diese Übung stammt aus Kapitel 3 von Olaf Jacobsen's "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung". Sie kann auch in dem kostenlosen Buchauszugs nachgelesen werden (sie steht dort ganz am Ende), wo sie ausführlicher beschrieben wird..

Montag, 30. Juli 2012

Nachträge - 'Zur Verfügung stehen'

In seinem Kommentar zu "Verletzt durch einen Anderen II" ging Uwe (Link zu Uwe's Kommentar) auf "Schuldgefühle als Grundlage der Abgrenzungsproblematik" ein.

Ich schrieb dann in meinem Antwort-Kommentar weiter unten, dass man eigentlich gar keinen langen Diskurs mit sich selbst führen muss, ob die Schuldgefühle nun gerechtfertigt sind oder nicht - wenn sie da sind, dann kann man sie auch einfach zum Anlass nehmen, 'den Schuldgefühlen ganz zuzustimmen'. - Dann wenn man zugestimmt hat, braucht man sich nicht mehr gegen eine (reale oder eingebildete) Schuld wehren, und wird somit in dieser Hinsicht wieder ganz frei!

Eine andere hilfreiche Methode wäre sicherlich auch "Nicht mehr zur Verfügung stehen" anwenden. - Damit meine ich, der Erwartungen, bei einer Abgrenzung Schuld empfinden zu müssen, nicht mehr zur Verfügung zu stehen. (Ich bin gespannt, ob dies funktioniert.)

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Ich sehe diesen Satz von Jacobsen übrigens nicht als Affirmation,  welche ganz pauschal ausgesprochen wird und dann alle nur erdenklichen Situationen des Leben auf einen Wisch erschlägt.
Sondern ich sehe es eher als Entscheidung:
    Wenn ich erkenne, ich stelle mich hier wohl gerade jetzt für etwas zur Verfügung, mich dann zu entscheiden, mich jetzt nicht mehr zur Verfügung zu stellen.

Mich nicht mehr zu Verfügung zu stehen ist, zumindest so wie ich es betrachte und erfolgreich angewandt habe, auch nichts, was gegen einen Anderen gerichtet ist.
Es hat vielmehr nur mir mir zu tun:
    Bisher habe ich mich zur Verfügung gestellt, und nun tue ich das eben nicht mehr.
Das ist wohl mit dem Abgrenzen gemeint, bei dem die Handflächen auf einem selbst zeigen.

Samstag, 28. Juli 2012

Nicht mehr zur Verfügung stehen

Letzten Freitag sah ich im Buchgeschäft ein Buch, von welchem ich schon vor Jahren mal gehört hatte. Es ist das Buch "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung Wie Sie sich von belastenden Gefühlen befreien und Beziehungen völlig neu erleben" von Olaf Jacobsen. Wie der Zufall so will, hatte eine Bekannte mich vor ein paar Wochen auf die „Freien Systemischen Aufstellungen“ nach eben gerade diesem Jacobsen angesprochen..... Jedenfalls war dann die Neugier so groß, dass ich am Samstag nochmals in die Stadt fuhr, um mir das Buch in Ruhe zu Gemüte zu führen.

(Ich mache es oft so, dass ich in Buchgeschäften schon ausführlich in Büchern lese. Manchmal kaufe ich die Bücher dann nicht, weil da Sachen drin stehen, die für mich nicht stimmig sind, oder die ich schon kenne. Und oft kaufe ich die Bücher dann auch, um sie zuhause nochmals in Ruhe zu lesen und darin herumzumalen, um mir die für mich relevanten Stellen zu markieren.)

Für meine Begriffe ist dieses Buch sehr ungünstig strukturiert. Es gibt einige Perlen(!), die jedoch nicht leicht zu finden sind:

Eine der Kernideen des Buches ist, dass wir sehr oft nicht nur unsere eigenen Gefühle fühlen, sondern etwas von Anderen übernehmen.....
Etwa 80% des Buches beschäftigen sich damit, den Leser durch Theorien, Zitate, Geschichten oder Übungen von der Wahrheit dieser These zu überzeugen. Dies ist auch legitim, sollte jedoch meiner Ansicht nach nicht kreuz und quer durchs gesamte Buch verstreut sein, sondern in eigens dafür vorgesehenen Kapiteln.

Für mich persönlich sind diese 80% des Buches nicht wichtig, da ich dies durch meine Erfahrungen mit K!KG und mit Familienstellen schon längst als Tatsache erkannt habe.
Für mich ist ganz klar, dass man manchmal Gefühle hat, welche in Wirklichkeit einem Vorfahren gehören (und welche man dann mit Liebe und Achtung wieder zurückgeben kann), oder dass man manchmal Gefühle von anderen Menschen fühlt, welche sich gerade in der Nähe befinden.....

Was für mich als Gedanke allerdings neu war ist, dass man manchmal auch Gefühle fühlt, welche eine Antwort auf unterdrückte Gefühle des Gegenübers sind, also dass man z.B. Angst fühlt, wenn man es mit einem kräftigen aber ganz freundlichen Gegenüber zu tun hat, weil man insgeheim seinen unterdrückten Groll auf die Welt wahrnehmen kann.....

Was Jacobsen auch sehr schön auf den Punkt bringt ist, dass wir im Kontakt mit anderen Menschen oft in feste Rollen hineinrutschen - und dann dieser Rolle gemäß fühlen und handeln. (Diese These hatte ich auch schon früher gehört, sie hatte sich jedoch damals für mich noch nicht wirklich mit Leben gefüllt, wie sie es jetzt tut. Jedenfalls fühlt sich diese These von Jacobsen aufgrund meiner Erfahrungen auch sehr stimmig an.)

Das kann man sich wie bei einer Familienaufstellung vorstellen. Bei der Familienaufstellung stellt man sich freiwillig als 'Stellvertreter eines Familienmitglieds' des Klienten zur Verfügung. Wenn man also der Stellvertreter des Vaters des Klienten ist, dann fühlt man wie dieser Vater und übernimmt, ohne ihn zu kennen oder etwas über ihn zu Wissen dessen Verhaltensweisen...
Man ist sich zwar seiner tatsächlichen Identität weiterhin voll bewusst, stellt sich jedoch gleichzeitig zu Verfügung und denkt und fühlt auch wie der Andere.

Doch während man sich in der Familienaufstellung freiwillig als Stellvertreter eines Familienmitglieds des Klienten zur Verfügung stellt, passiert dies laut Jacobsen auch im täglichen Leben und hier meist völlig unbemerkt.
Man trifft einen anderen Menschen und wird ohne es zu bemerken in sein System gezogen, wird zu einem Stellvertreter in seinem System.... fühlt und handelt, wie man normalerweise und bei allen anderen Menschen nie fühlen oder handeln würde....
(Umgekehrt kann es natürlich auch sein, dass der Andere ganz unbemerkt als Stellvertreter in mein System gezogen wird. Dann verhält sich die andere Person vielleicht so kontrollierend wie meine Mutter, obwohl er oder sie dies sonst eigentlich nie tut.)

Ich habe in dem Buch jedoch (auf die Schnelle) keine zufriedenstellende Information gefunden, wie man wirklich bemerken kann, wem ein Gefühl denn nun wirklich gehört oder wer gerade für wen und in welcher Stellvertreter-Rolle steckt.
Ich selbst kenne das aus einem Buch von Bertold Ulsamer jedoch  so, dass man während einer Familienaufstellung folgende Fragen stellen kann: 
"Wem gehört das Gefühl?"(also beispielsweise "Wem gehört die Wut?)
und auch "Auf wen bezieht sich das Gefühl?". (Die zweite Frage sollte man präzisieren, also z.B. fragen "Vor wem habe ich Angst?" oder "Auf wen bin ich in Wirklichkeit so wütend?".)
Diese Fragen stelle ich mir manchmal, wenn ich einfach nur dasitze und meine Gefühle fühle....
Oft machen diese Fragen systemische Zusammenhänge deutlich.


Ein Zaubersatz, und die größte Perle aus Jacobsen's Buch ist jedoch der Satz:
"Ich stehe nicht mehr zur Verfügung"!
Diesen Satz kann man anwenden, wenn man Gefühle für einen Anderen fühlt,
wenn man die Sog spürt, ungewollt als Stellvertreter in eine Rolle gezogen zu werden,
oder auch wenn man auf andere Art und Weise von jemandem für etwas vereinnahmt wird.

Ich habe ihn letzten Montag früh gegen die innerlichen Übergriffe meiner verinnerlichten Mutter angewandt, und hatte den Eindruck, dadurch von ihr freier zu werden....

Am Dienstag oder Mittwoch habe ich bemerkt, wie ich einem unseren Geschäftsführer nicht auf dem Gang über den Weg laufen wollte, weil dieser für meine Begriffe immer sehr schräg mit seinen Mitarbeitern kommuniziert. Ich hörte ihn irgendwo auf dem Gang, zögerte dann etwas, mir einen Kakao holen zu gehen.... Dann kam mir: "Für eine schräge Kommunikation stehe ich nicht mehr zur Verfügung". - Dann bin ich meinen Weg in zum Kaffee-holen gegangen, und ihm dabei garnicht begegnet.
Meine innerliche Haltung, meine Ausrichtung war jedoch nach diesem Satz eine ganz Andere, es hat sich ganz anders angefühlt.

Am Donnerstag Abend rief meine Mutter dann an, weil sie wissen wollte, ob wir in zwei Wochen nun kommen oder nicht. In dieser Zeit kommt nämlich auch meine Schwestern mit meinen beiden Nichten.
Ich habe jedoch meine Urlaubsplanung noch nicht abgeschlossen, möchte mich auch nach dem Wetter richten und konnte daher noch nicht endgültig zusagen.
Sie wollte sie mich dann dazu überreden, ihr zuzusagen, und nahm meine Aussage wegen des Urlaubs garnicht so richtig zur Kenntnis.
Normalerweise gehe ich dann dagegen an, und beharre dann noch mehr darauf, dass ich vielleicht in der Zeit im Urlaub bin. - Nun kam jedoch auch wieder innerlich der Satz: "Dafür stehe ich nicht mehr zur Verfügung". Ich sagte dann nur noch, "Ich weiß es jetzt noch nicht" und damit war die Diskussion dann von beiden Seiten beendet.

Zusammenfassend kann ich zu dem Buch sagen: "Hilfreiche Ideen - jedoch sehr schlecht strukturiert!" - Ich hatte mir gewünscht, dass folgende drei Teile klar voneinander getrennt sind:
1. Die Beweisführung, dass wir Gefühle anderer fühlen - einschließlich der Übungen und Experimente hierzu.
2. Klare Aussagen darüber, wie man bemerken kann, wessen Gefühle man gerade fühle.
3. Den Teil, in dem es darum geht, sich davon loszusagen.

(Es gibt noch ein neueres Buch mit ähnlichem Titel, zu welchem ich jedoch nichts sagen kann!)

Freitag, 27. Juli 2012

Abgrenzung-Wege

In diesem Beitrag geht es um verschiedene Möglichkeiten, mit Grenzüberschreitungen in eher nicht so engen Kontakten, umzugehen - also damit, wenn einem jemand ernsthaft auf die Füße tritt, wenn einem jemand ernsthaft die Butter vom Brot zu nehmen versucht.
Dabei soll dieser Beitrag keineswegs die Aussagen aus den Beiträgen "Verletzt durch einen Anderen" / "Verletzt durch einen Anderen II" oder den überaus interessanten Kommentaren hierzu, abmildern, sondern nur ergänzen.


Eine Möglichkeit mit Konflikten umzugehen ist, mit voller Power in die Konfrontation zu gehen.
Nehmen wir, um dies zu verdeutlichen, mal den Fall, jemand würde immer wieder abfällige Kommentare über dich von sich geben:
Ich war vor Jahren mal bei einer Bioenergetik-Therapeutin, die das sehr gut konnte. Es war eine dicke Frau, der man richtig ansehen konnte, wie gut sie mit dem Boden verbunden war. Aus dieser Erdung konnte sie (ohne irgendwie wütend oder aggressiv zu wirken) eine ganz gewaltige Power entwickeln und andere Menschen aus dieser Power heraus ganz direkt konfrontieren. (Ich habe dies mehrmals gesehen.)

Sie hätte sich in dem genannten Beispiel ihre gesammelte Kraft auf denjenigen gerichtet, der die abfälligen Bemerkungen über sie macht, und hätte aus dieser Kraft heraus klar und deutlich und ohne das geringste Zurückweichen gesagt: "Ich möchte nicht, dass du so über mich redest!" 
Die anderen trauten sich dann nicht, direkt zu widersprechen, machten jedoch manchmal ausweichende Ausflüchte. Sie hätte dann in diesem Fall nochmals mit derselben Erdung und Energie gesagt: "Hast du gehört!. Ich möchte nicht, dass du so über mich redest." Dabei hat sie den Anderen direkt angesehen, ihn direkt angesprochen, also nicht irgendwie an ihm vorbei.....
Meinst genügte dies dann, und der andere signalisierte dann irgendwie Zugeständnis.
Falls nicht, dann hätte sie es auch gebracht, noch ein paar Mal voll hineinzugehen.

Das Ganze funktioniert meiner Ansicht nach nur, wenn man ganz direkt und ohne zurückweichen voll seine Energie hineingibt und auch beim zweiten, dritten oder vierten Mal keinesfalls in der Power und Intensität nachlässt. Und es funktioniert nur, wenn die Power nicht nur gespielt ist, sondern wenn sie wirklich von unten, vom Boden, aus einer guten Erdung heraus kommt. Und es funktioniert nur, wenn man wirklich bereit ist, voll reinzugehen und deutlich mehr Energie hineinzugeben, als es das Gegenüber tut.


Ein ganz anderer Weg in solchen Situationen wäre, paradoxe Kommunikation und Verhaltensweisen einzusetzen.
Vor vielen Jahren habe ich mal einen Vortrag von  Hans-Ulrich Schachtner gehört, in welchem er auch ein damals frisch erschienenes Buch "Frech, aber unwiderstehlich!" vorstellte. Bei seinem Vorgehen werden Ansätze aus der Hypnotherapie mit Ansätzen aus der Provokativen Therapie zu einem Kommunikationsmodell vermischt.

In dem Vortrag brachte er unter anderem folgendes Beispiel:
Ein Mann, der in seiner Firma regelmäßig von einer Vorgesetzten niedergemacht wurde, bekam im Coaching folgenden Vorschlag:
Er sollte an einem Freitag Nachmittag mal in ihr Büro gehen. Dort sollte er herumstammeln, dass er ihr etwas sagen müsste, ...... noch etwas ausweichen, und dann schließlich sagen: "Was ich Ihnen schon immer sagen wollte. Es erregt mich sexuell total, wenn ich von Ihnen so niedergemacht werde." Dann sollte er das Büro verlassen, ins Wochenende flüchten und dieses Thema niemals mehr ansprechen.
Dies soll gewirkt haben. Die Vorgesetzte hat ihn seither nie mehr niedergemacht.

Ein anderes Beispiel, welches auch in diese Kategorie passt, stammt aus dem "Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung 1" Arist von Schlippe und Jochen Schweitze.
Dort wird beschrieben, wie eine Frau eine Familienberatungsstätte aufsuchte, weil es zwischen ihr und ihrem Mann regelmäßig krachte. Ursache war jedes mal, dass sie die Schiebetüre an dem gemeinsamen Kleiderschrank offenstehen ließ - und sich ihr Mann darüber total aufregte.
Sie empfand ihn als kleinlich und fühlte sich von ihm überwacht und kritisiert - er dagegen meinte, sie wolle ihn absichtlich missachten und ärgern - und so war mit der Zeit ein großes Beziehungsproblem daraus entstanden.
Das Beratungsteam sagte ihr schließlich, sie solle ihrem Mann ausrichten, dass es für die offenstehende Schranktüre eine tiefenpsychologische Erklärung gäbe: "Durch die offene Schranktüre würde sie ihrem Mann unbewusst ihre Bereitschaft vermitteln, mit ihm sexuelle zu verkehren."
Die Frau war mit dieser Erklärung nicht so zufrieden. Da das Beratungsteam sie jedoch dazu drängte, dies genau so ihrem Mann zu erzählen, tat sie dies dann auch.
Der Mann soll dann gesagt haben: "Einen größeren Blödsinn habe ich in meinem ganzen Leben noch nie gehört."
Trotzdem sieht er seitdem mit einem Lächeln über die offenstehende Schranktüre hinweg.  

Natürlich hat die paradoxe Gesprächsführung nur in Ausnahmen mit Sexualität zu tun. (Aber diese Beispiele sind irgendwie bei mir hängen geblieben.)

Doch nochmals zurück zu dem Buch von Schachtner.
Das Ganze war dann doch nicht so sehr mein Ding um den Aufwand zu betreiben, monatelang mit dem Buch selbst zu üben, oder ein Seminar hierzu zu besuchen.


Überhaupt - und das gilt für alle Ansätze, stellt sich die Frage: "Welchen Preis kostet mich die Abgrenzung und bin ich bereit ihn zu bezahlen?"
Andererseits besteht natürlich auch die Frage, "Was kostet es mich, wenn ich mich nicht abgrenze".
Somit hängt es vielleicht auch davon ab, um was es in dem aktuellen Konflikt eigentlich geht:
Ums "Rechthaben"?
Darum, einen Grenzübertritt abzuwehren?


Joel erzählte gleich am ersten Abend in meiner neuen Gruppe, dass er im täglichen Leben immer weniger dazu bereit ist, die "Einladung in Stress zu gehen", anzunehmen. (Er spricht von "Einladung in die Trennung zu gehen", aber was damit gemeint ist ist vielleicht nur Insidern voll zugänglich.)
Er erzählte, dass er zum Beispiel kürzlich im Supermarkt eine alte Frau in die Schlange an der Kasse vorgelassen hatte, weil die sich irgendwie an der falschen Stelle angestellt hatte. Hinter ihm hat dann jemand deswegen gemosert, und früher wäre er voll darauf eingestiegen. Doch diesmal merkte er, dass er nicht jeder Einladung zu folgen braucht.
Seine Weigerung, einer "Einladung in die Trennung zu gehen" zu folgen, würde übrigens nicht auf spirituellen Gründen beruhen, sondern auf ganz egoistischen: Er möchte sehr alt werden und sich deshalb einfach nicht mehr selbst schädigen!   

Wir machten dann hierzu gleich eine Körper-Übung zu zweit:
Einer war der Angreifer und der andere sollte zwar der angreifenden Hand ausweichen, seine Hauptaufgabe war jedoch, die angreifende Hand liebevoll zu umgarnen.
Als einige Teilnehmer dann allzu anstrengend versuchten, der angreifenden Hand auszuweichen, sagte Joel, wir sollen uns ruhig auch mal treffen lassen - damit wir sehen: Da passiert nichts Schlimmes.
Diese Übung ist natürlich sowohl für den "Angreifer" als auch für den "Angegriffenen" eine neue und verblüffende Erfahrung!!!


Aber Konflikte dürfen sein und in unseren Gruppen hat es manchmal auch schon richtig geknallt!
In solchen Fällen gab es immer den Raum für jeden, seine  Sichtweise dazu auszudrücken.
Manchmal hatten wir Anderen dann die Erwartung, dass diese Konflikte nun gelöst werden müssen, so dass am Ende dann irgendwie herauskommt, wessen Wahrnehmung nun richtig und wessen Wahrnehmung nun falsch war, was nun richtig und was nun falsch ist.
Doch derartige Erwartungen bleiben dann enttäuscht.
Jeder teilt seine Wahrnehmung mit - und jeder bleibt mit seiner Wahrnehmung völlig unangetastet.
Der Konflikt darf dasein, und es wird nichts damit und nichts dagegen gemacht!
Diese Energie kann im Raum bleiben und jeder ist mit seinem geachtet.
Das hat etwas sehr kraftvolles -
und ist sicherlich kraftvoller, als aus Angst vor einem offenen Konflikt gleich von einer 'neutralen Stelle' eine Lösung basteln zu lassen.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Die eigenen Grenzen wahren

Heute früh viel mir etwas ein, was ich vor etwa 17 Jahren mal auf einem Seminar erlebt hatte:

Eine Teilnehmerin sprach mit dem Kursleiter über ihr Abgrenzungsthema. Ich habe keine Ahnung mehr, worum es dabei genau ging. Ich weiß nur noch, dass sie während des Gesprächs immer wieder mit beiden Armen so eine abwehrende Bewegung machte, so als ob sie mit ihren Handflächen jemanden wegschieben wollte.....

Der Seminarleiter fragte dann irgendwann: "Warum willst du dich so abgrenzen?" - Dabei machte er ihre wegschiebende Bewegung mit beiden Händen nach.

Dann ließ er seine Hände in dieser Position stehen (also beide Arme zu 80% ausgestreckt, die Handflächen nach vorne). In dieser Position kam von ihm der Satz: "Warum grenzt du dich nicht so ab?" - Dabei drehte er beide Hände um, so dass beide Handflächen entspannt auf ihn selbst zeigten, während die Arme in dieser Position blieben.

Die Weisheit der anfahrenen Wand

Ich habe auch heute früh wieder für 25 Minuten eine freie Innen-Raum-Reise gemacht. Dabei habe ich mich nochmals meine verschiedenen Gefühlen zugewandt - und vor allem gemerkt, wie ich mich nun wieder deutlich besser fühle.

Am Samstag und Sonntag (und vielleicht auch vorher schon) hat sich im mir alles ziemlich negativ angefühlt - und es war in mir auch der Eindruck da, es geht überhaupt nicht mehr weiter.
Es war dann auch ein ziemlicher Druck in mir, dass es doch endlich mal weitergehen muss!!!

Den Titel "Gegen die Wand geknallt" habe ich für meine vorletzten Beitrag ganz bewusst gewählt.
Erstens, weil es sich irgendwie tatsächlich so angefühlt hat.
Aber zweitens auch, weil Joel auch immer wieder meint, dass man manchmal erst gegen eine Wand fahren muss, bevor sich dann eine neue Perspektive ergibt, und es wieder weitergeht.
(Er sagt, dass er als Leiter in fast jeder Familienaufstellung an den Punkt kommt, wo es absolut nicht mehr weitergeht und er keine Ahnung hat, wie es weitergehen könnte. Wichtig ist dann, einfach dabeizubleiben und "Ja" zu diesem Zustand zu sagen - bis das Ganze dann wieder seinen Weg findet. Und dies geschieht, wenn man diese innere Haltung einnimmt dann auch jedes Mal!)

Montag, 23. Juli 2012

Die Weite drumherum

Heute früh habe ich mich zu einer Innen-Raum-Reise in mich begeben.

Dabei habe ich jedoch von vornherein alle Möglichkeiten genutzt körperlich und innerlich  ' w e i t '  zu werden - und somit nicht nur das als problematisch empfundene Gefühl wahrzunehmen, sondern all das "viel mehr" drumherum.

Es hat sich dann recht gut angefühlt, obwohl ich mich andererseits zur Zeit auch nicht so gut fühle.

Irgendwie probiere ich zur Zeit gerade auch neue Möglichkeiten, mich innerlich gegen meine Mutter abzugrenzen. (Nicht gegen meine reale Mutter, sondern gegen das, was ich von ihr verinnerlicht habe.)
Falls sich bestätigen sollte, dass diese neuen Möglichkeiten der Abgrenzung mir auf merkbare Art weiterhelfen / weitergeholfen haben, werde ich diese auch hier im Blog vorstellen. 

Gegen die Wand geknallt

Ich habe das Gefühl, ich bin mit meinem Innenleben zur Zeit irgendwie gegen die Wand geknallt.....
und es geht nun nicht mehr weiter.

Ich fühle mich nicht gut,
Blockade,
Wut, Groll,
Traurigkeit....
und ich sehe noch keinen Weg weiter......

Jetzt am Abend habe ich mir mal meine ganz alten Beiträge über das Zustimmen durchgelesen.

Und mich danach mal hingesetzt und geschaut, was hiervon ich jetzt anwenden kann.
Es ist mir dann gelungen, ein Bisschen in die Zustimmung zu gehen.
Dann habe ich noch eine körperliche Übung  dazu gemacht, die man normalerweise eigentlich mit Partner macht und habe eine Übung gemacht um mich körperlich aus der Umklammerung dieser Situation zu lösen (wie im letzten Abschnitt meines Beitrags "Der Tao-Zustimmungs-Weg" beschrieben).

Nun habe ich den Eindruck, dass es zwischen mir und der Wand wieder etwas Raum gibt,
und dass es einen Raum gibt, der um mein unangenehmes aktuelles Befinden drumherum ist,
und der über mein aktuelles unangenehmes Befinden hinausgeht......

Donnerstag, 19. Juli 2012

Kommentare

Jeder ist übrigens herzlich eingeladen, sich an Diskussionen zu beteiligen!

Ganz allgemein sind mir Fragen und Anmerkungen, welche sich auf das Thema beziehen, bei allen Info-Beiträgen sehr willkommen. (Als Info-Beiträge sehe ich Beiträge, in welchen es darum geht, wie man auf gute Art und Weise mit sich selbst, mit anderen und mit dem Leben umgehen kann.)

Bei Zitaten und Sprüchen schalte ich die Kommentarfunktion dagegen gerne aus.
Hier geht es einfach darum, den Spruch auf sich wirken zu lassen - und, falls es passt - zu schauen, was man davon in sein eigenes Leben mitnehmen kann.

Bei meinen Tagebuch-Beiträgen sind gröbere Ratschläge nicht erwünscht.
Falls dir jedoch aus deiner Distanz heraus etwas auffällt, was ich in meinem Eingebunden-Sein oder Verstrickt-Sein nicht sehe, dann kannst du mir deine Wahrnehmung gerne mitteilen.

Samstag, 14. Juli 2012

Verletzt durch einen Anderen II

Uwe Habricht hat in seinem Kommentar zu meinen Beitrag „Verletzt durch einen Anderen“ einige sehr interessante und weiterführende Gesichtspunkte vorgebracht. Ich mag seinen Kommentar hier sehr empfehlen - und auch nochmals aus meiner Sicht auf das Thema eingehen:

Für mein Empfinden ist das was ich schrieb, so etwas wie der erste Schritt,
und das was du, Uwe, schriebst der ein-einhalbe oder zweite Schritt.

Seit ich im April zum ersten Mal mit der vom mir beschriebenen Sichtweise in Kontakt kam, dass in einer Verletzungssituation in Wirklichkeit ja BEIDE verletzt sind, bin ich fasziniert von diesem Gedanken.
Er hat für mich etwas sehr öffnendes, weil er aus der Trennung („Der blöde Andere verletzt mich“) wieder in die Verbindung („Dem Anderen geht es (vielleicht) genauso“ oder „Aus irgendeinem Grund meint der Andere, sogar sich vor mir schützen zu müssen“) führt.
Eigentlich ist dies eine Sichtweise, die einem sofort wieder für den Anderen öffnet, und es fast unmöglich macht, innerlich weiterhin in seinem Film zu bleiben.

Denn selbst wenn man in diesem Augenblick noch garnicht weiß, wer den nun wirklich aggressiv attackiert, wer nun im Film ist, wer denn nun tatsächlich projiziert – durch diese Sichtweise landet man erst mal wieder außerhalb des Konflikts.


Selbst im Kleinen, also wenn gar kein so großer Konflikt besteht, kann man dies anwenden. So ging es mir jedenfalls bei einem Kollegen, der für mein Empfinden oft ziemlich arrogant reagiert, wenn man etwas mit ihm besprechen will.
Früher habe ich dann manchmal angegriffen gefühlt und auch eine schnippische Bemerkung gemacht.
Das letzte Mal kam mir dann der Gedanke, dass er wohl, warum auch immer, meint, sich durch dieses Verhalten schützen zu müssen. Da war für mich sofort „Angriff“ und „Gegenangriff“ weg und ich hatte einfach nur ein neutrales bis positives Empfinden ihm gegenüber.....


Aber jetzt nochmals auf die größeren Konflikte in Partnerschaften oder engen Freundschaften zurückkommend: Ich denke, spätestens wenn man die eingefahrene Situation ein wenig lockern konnte, dann werden all die von dir, Uwe, beschriebenen Punkte wichtige Themen.


Uwe, magst du noch etwas zur Thematik „Abgrenzungsproblem“ sagen?
Für mich ist ein „Abgrenzungsproblem“, wenn jemand im Kontakt zu anderen Menschen den Kontakt zu sich selbst verlieft. Oder was meinst du mit diesem Begriff?

Samstag, 7. Juli 2012

Übrigens....

Mein Beitrag vom 29. Juni 2012 (Verletzt durch einen Anderen) bezieht sich nicht auf eine eigene erlebte Verletzungssituation. Wir hatten die letzten beiden Male in der Ausbildungsgruppe dieses Thema..... Dieses hat mich sehr angesprochen - und ich habe es dann, losgelöst von dem Erleben in der Gruppe mit eigenen Worten auf den Punkt zu bringen versucht - hoffe es ist mir gelungen.

[Gegen die Realität einer Situation ankämpfen]

Menschen versuchen gewöhnlich,
die Kontrolle über Situationen zu erlangen,
die man durch Sorgenmachen
oder indem man sich besessen bemüht,
nicht bezwingen kann.
aus "immer im JETZT"
von Shannon Duncan [*]
[*] In diesem Buch wird an einer Stelle der Satzteil "Gegen die Realität einer Situation ankämpfen" benutzt.  Dies ist in meinen Augen eine sehr schöne Formulierung. Der "derzeitige Realität einer Situation zuzustimmen" ist nämlich genau das, um was es geht.

Freitag, 29. Juni 2012

Verletzt durch einen Anderen

Gerade bei Auseinandersetzungen in Beziehungen (oder in engen Freundschaften) passiert es oft:
Wir fühlen uns von anderen verletzt, nicht gesehen, vielleicht sogar attackiert.

Und oft können wir nicht verstehen, warum der Andere das nicht einsieht.
Wir sind in unserem Schmerz - und der andere bleibt ablehnend, macht dicht, greift vielleicht sogar weiter an.
"Dabei bin  ICH  doch vom Anderen verletzt!"



Die Wahrheit ist:
DER ANDERE  fühlt sich in dieser Situation ebenfalls verletzt!
In dieser Situation,  in diesem Augenblick   sind   BEIDE  verletzt!


Und wenn der Andere gerade ganz besonders dicht macht, ganz besonders ablehnend ist, vielleicht sogar angreift - dann tut er dies,
weil er gerade jetzt im Augenblick meint, sich vor mir schützen zu müssen!


"Der Andere verhält sich so, weil es sich jetzt gerade vor mir schützen muss!"
Was für Konsequenzen hätte es, könnte man in einer kritischen Situation genau dies erkennen?

Montag, 25. Juni 2012

[Den Anderen frei belassen]

Wenn ich dem Anderen
voll und ganz zugestehe,
mir gegenüber "Nein" zu sagen,
dann bleiben wir Beide
voll und ganz frei!

Freitag, 8. Juni 2012

Mein Weg zum 'Tao der Zustimmung' (2)

Im meinem letzten Beitrag über meinen "Weg zum Tao der Zustimmung" schrieb ich ja bereits über verschiedene grundlegende Richtungen der Persönlichkeitsentwicklung, also über Methoden mit welchen
  • man sich tiefgründig und zustimmend dem eigenen Innenleben zuwendet,
  • oder man akzeptierend und bejahend die eigenen Gefühle auf körperlicher Ebene fühlt,
  • oder in welchen es um die pure Zustimmung geht (siehe Ansatz von 'Bill Ferguson'). 

Im Jahre 2008, als ich mich noch intensiv mit Bill Ferguson's Ansatz beschäftigte, hatte ich bereits erste Kontakte mit Joel Weser:
Vor etwa 17 Jahren hatte ich mal für ganz kurze Zeit Bekanntschaft mit dem Kampfsport 'KiJutsu' gemacht (eine kurze Erklärung findet man hier). Damals war ich fasziniert, jedoch war mir das Ganze auch sehr suspekt, so dass ich es schließlich nicht mehr weiter verfolgte.
Viele Jahre später, und nach einem Umzug, suchte ich im Internet mal wieder nach Möglichkeiten, vielleicht doch wieder KiJutsu zu praktizieren. Leider wird das nur im Stuttgarter Raum und in Ulm regelmäßig angeboten, so dass sich mir keine Einstiegsmöglichkeit bot.
Allerdings stieß ich durch meine Recherchen auf Joel, der Ki-Übungen für die Selbsterfahrung weiterentwickelt hatte. Es dauerte dann nochmals längere Zeit, bis ich dann endlich, zusammen mit meiner Lebensgefährtin ein erstes Seminar bei ihm machte.

Das Odenwald-Institut, in dem das Seminar mit Joel stattfand, kannte ich schon  von früher....
Ich wusste, dass es vor dem Beginn des Seminars immer eine kurze Vorstellung des Instituts durch eine der Mitarbeiterinnen gab. Das war auch diesmal so.
Und ich wusste, dass diese Mitarbeiterin dann irgendwann einmal sagen würde, dass wir bestimmte Aufgaben wie "Tisch decken und abdecken", "Frühstück und Abendessen machen" usw. in der Gruppe selbst durchführen mussten. (Lediglich das Mittagessen wird angeliefert.) Die Mitarbeiterin würde uns eine Liste geben, in welche sich jeder für mehrere Aufgaben würde eintragen müssen..... - Doch dies war diesmal anders. Die Mitarbeiterin fragte etwas unsicher: "Das mit der Liste machst du dann?" und Joel antwortete: "Ja, darum kümmere ich mich." - Als die Mitarbeiterin des Instituts dann gegangen war, war sagte Joel: "Eigentlich müsste ich euch jetzt sagen, dass sich jeder für bestimmte Aufgaben in die Liste eintragen soll. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, wenn jeder genau hinspürt, wann es wichtig für ihn ist etwas zu tun, und wann es angesagt ist, nichts zu tun, dann erledigt sich das wie von selbst."
Dabei wirkte Joel total locker.... und zugleich total anwesend, total präsent. So etwas hatte ich in dieser Form noch nie gesehen.
Sein Vertrauen in den Fluss des Lebens, aber insbesondere seine besondere Präsenz imponierten mir total. Ich wusste damals sofort, dass ich hier richtig war.

In diesem Seminar machten wir hauptsächlich die in meinem Blog bereits beschriebenen Körper-Übungen (siehe 'Körperlicher Druck, Abwehr und Zustimmung' und "Löst Zustimmung tatsächlich Probleme?"). Dabei geht es darum, mit Entspannung, Zustimmung oder einer anderen Art der PrEssens auch mit schwierigen körperlichen Situationen umzugehen.
Diese Körperübungen brachten für mich die 'Zustimmung' nochmals auf eine andere Ebene, da sich in diesen Übungen zeigt, dass 'Zustimmung" nicht nur ein esoterisches Geschwafel ist, sondern wirklich auch real in körperlichen Begegnungen wirkt.

Mitte 2009 machte ich dann mein zweites Seminar bei Joel - und Anfang 2010 begann ich bei ihm eine regelmäßige Gruppe in Form einer 'Ausbildung zum K!KG-Trainer'.
Hier lernte ich auch noch die Innen-Raum-Reisen kennen. Im Unterschied zu den anderen Methoden des 'Gefühle fühlens' versucht man bei den Innen-Raum-Reisen nicht vorrangig, bei einem Gefühl zu bleiben (um dies zu Ende zu fühlen) - sondern man nimmt einfach nur das wahr, was gerade ist, was sich gerade entfalten will..... und setzt sich mitten in sein Problem, mitten in seine Gefühle, mitten in das was-gerade-ist hinein.... und hält sich dem ganz hin. Mit einem 'Ja' zu dem, was gerade im Vordergrund ist.
In dieser Ausbildung lernte ich auch, Gefühle systemisch zu betrachten - sie mir also nicht zu eigen zu machen, sondern dafür offen zu bleiben, dass ich sie vielleicht von anderen Menschen, von meinen Vorfahren oder meiner Herkunftsfamilie übernommen haben könnte und dass ich jedes meiner Gefühle mit einer Vielzahl anderer Menschen gemeinsam habe.... (Diese Sichtweise empfinde ich als höchst vorteilhaft, jedoch mag ich sie im Rahmen dieses Beitrags jetzt nicht so ausführlich erläutern.)

Jede dieser im ersten Beitrag und hier beschriebenen Wachstums-Richtungen hat für mich eine ganz eigene Qualität und fühlt sich für mich anders als die anderen Ansätze an. So ist es beispielsweise ein Unterschied für mich, während einer Innen-Raum Reise in die Zustimmung gehe, oder 'Zustimmung pur' zu betreiben, wie ich es auf der Internetseite von Bill Ferguson gelernt habe.

Freitag, 25. Mai 2012

[Vergangenes gut abschließen]

Wir können nur mit dem Abschließen,
zu dem wir ganz "Ja" gesagt haben.

Wir können nur dann die Vergangenheit
hinter uns lassen,
wenn wir zu der Vergangenheit
wirklich "Ja" gesagt haben.
 
Wilfried Nelles [*]
[*] Eingangsworte von Wilfried Nelles in seinem Vortrag in der Urania Berlin (22.10.2009):
"Wie man Vergangenes gut abschliesst und sich Neuem offen zuwendet - Familien- und Lebensaufstellungen"
Leider geht es auf dieser CD nur in den ersten 5 Minuten um dieses interessante Thema, obwohl die "kostenlose Hörprobe" mehr versprach. Auf dem Rest der CD liegt der Schwerpunkt dann auf dem Familienstellen.

Freitag, 18. Mai 2012

Mein Weg zum 'Tao der Zustimmung' (1)

In diesem Beitrag möchte ich beschreiben, wie ich zu dem hier in meinem Blog beschriebenen Weg der Zustimmung gekommen bin.

Als ich vor vielen, vielen Jahren in die Psychotherapie eingestiegen bin, hatte ich zunächst mit dem Gegenteil von Zustimmung zu tun. Damals suchte ich mir eine Therapeutin, welche die körperorientierte Therapieform "Bioenergetischer Analyse" (Bioenergetik nach Alexander Lowen) anbot. Bei dieser Methode wird davon ausgegangen, dass körperliche Verspannungen der Abwehr verdrängter Gefühle dient (was meiner Ansicht nach auch völlig richtig ist). Daraus wird dann gefolgert, dass man die unterdrückten Gefühle befreien (und somit bearbeiten kann), indem der körperliche Widerstand und die körperliche Abwehr mit Hilfe von Körperübungen solange gestresst wird, bis der Körper die Spannung nicht mehr halten kann, der Widerstand zusammenbricht und das Gefühl hervorbricht. - Dies hat leider bei mir nicht viel geholfen, da ich ein Mensch bin, der auf Druck mit noch mehr Widerstand reagiert und der auch unangenehme Situationen ewig lange halten kann.....

Nach 2,5 Jahren Bioenergetik erfuhr ich dann von der HAKOMI-Psychotherapie.
Hier wird der Widerstand vom Therapeuten nicht bekämpft, sondern im Gegenteil sogar als etwas sinnvolles und dazugehörendes vom Therapeuten unterstützt. Erst wenn sich das Unbewusste in der Therapie wirklich sicher fühlt, kann es den Widerstand und die Abwehr aufgeben, und die empfindlichsten Informationen und Gefühle wirklich auftauchen lassen.
Aufgrund meiner Erfahrungen leuchtete mir dies sehr ein, so dass ich schließlich wechselte.... und somit erste Erfahrungen damit machte, dass sich etwas nur dann wandeln kann, wenn es (zunächst) einmal da sein darf.

Während meiner Hakomi-Therapie lernte ich dann irgendwann auch 'Focusing' als Selbsthilfemethode kennen (siehe auch "Focusing - meine Erfahrungen damit"). Es gab schon damals neben meiner Therapie immer wieder Zeiten, in denen ich Focusing praktizierte. 
Auch im Focusing ist es wichtig, alles in einem selbst genau so zu nehmen, wie es ist.

Lediglich der 'Innere Kritiker' (oder der 'Innere Antreiber') wurde im ursprünglichen Focusing zunächst als etwas angesehen, was bekämpft und zum Schweigen gebracht werden muss, damit der Prozess nicht gestört wird.  - Erst später durch den Focusing-Dialekt von 'Ann Weiser Cornell' (siehe "Der Stimme des Körpers folgen") kam dann die Einsicht, dass auch der 'Innere Kritiker' eine gute Absicht hat (und er wahrscheinlich damals in der Kindheit auch nur dem Überleben diente), und man sich den Kritiker ebenso akzeptierend zuwenden sollte. (Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass hinter dem Inneren Kritiker meist eine Angst steckt und man den Kritiker in der Focusing-Sitzung fragen kann, wovor er sich fürchtet.)

Während und nach meiner Therapie zogen mich immer die verschiedensten Bücher an, in denen es um Selbstliebe, Selbstakzeptanz und darum ging, alles in sich selbst anzunehmen.... Ich wollte mehr darüber erfahren, wissen wie es geht, wie ich es anwenden kann.

Nach einem Umzug beendete ich dann meine Einzeltherapie und meine Workshop-Besuche
und beschäftige mich seither mit Selbsthilfemethoden und mit Möglichkeiten, mich selbst zu begleiten.
Dabei suchte ich nach den verschiedensten Ansätzen - Focusing, sowie einige Weiterentwicklungen von Focusing waren nur einige davon.

Schließlich lernte ich die 'Körperzentrierte Herzensarbeit' und später die 'Transformations­therapie' (und auch hier wieder einige ähnliche Methoden) kennen, bei welchen es um das akzeptierende und bejahende körperliche  Fühlen der  eigenen Gefühle geht.

Inzwischen war mir schon sehr klar, wie Akzeptanz und Selbstakzeptanz nutzbringend angewandt werden kann,
jedoch machte meine Wissen und meine praktische Erfahrung noch einmal einen großen Sprung, als ich die Internetseite von 'Bill Ferguson' kennenlernte, über den ich ja hier im Blog bereits in vielen Beiträgen schrieb. Von ihm lernte ich theoretisch und praktisch, wie hilfreich es ist, nicht nur den eigenen Gefühlen, sondern auch Sachverhalten, also äußerlichen (vielleicht unangenehmen) Bedingungen, zuzustimmen.
(Ja, es kann sogar sinnvoll sein, nicht nur den äußerlichen Bedingungen zuzustimmen, die bereits eingetreten sind - sondern sogar dem Eintritt eines zukünftigen Ereignisses zuzustimmen, dessen Eintreten man befürchtet.... z.B. den Partner oder die Arbeit zu verlieren.....
Dieses Zustimmung bedeutet ja nicht, dass ich dieses unerwünschte Ereignis haben will - sondern echte Zustimmung hilft, aus Angst und Tunnelblick auszusteigen..... und innerlich frei zu werden.... (um dann in einem zweiten Schritt auch schauen zu können, ob und wie man das Ganze aus dieser Inneren Freiheit heraus vielleicht im eigenen Sinne gestalten kann.....))


..... (Fortsetzung folgt) .....

Sonntag, 29. April 2012

[Das was auftaucht]

Das was (in uns) auftaucht
zeigt sich uns,
damit es einen Platz haben kann.

Mittwoch, 18. April 2012

[Warum der Andere tut....]


Die weiterhelfend Frage ist nicht,
warum der Andere tut, was er tun.
Die weiterhelfende Frage ist,
wie sein Tun auf mich wirkt,
wie ich innerlich mit dieser 'Wirkung' umgehe,
und
wie ich äußerlich darauf antworten mag!

Samstag, 14. April 2012

Der Stimme des Körpers folgen

Als ich letztes Wochenende bei meinen Eltern war, lief mir das Buch "Focusing - Der Stimme des Körpers folgen" von Ann Weiser Cornell wieder über den Weg. In diesem Buch wird eine bestimmte Art des Focusing-Prozesses beschrieben, den ich in meinem Beitrag "Focusing - meine Erfahrungen damit" in der Reihe Reihe "Weiterführende Persönlichkeitsentwicklungsmethoden" nicht erwähnt hatte.

Bei 'normalen' Focusing versucht man immer das Ganze zu betrachten. Daher focusiert man auf "Alles zum Thema xy" (z.B. auch "Alles zu meiner Angst vor fremden Gruppen").
Beim Ansatz von Ann Weiser Cornell betrachtet man eher Teile (Persönlichkeitsanteile), und beendet somit, die unbewusste Identifikation mit diesen Teilen. So sagt man zum Beispiel nicht, "ich bin ängstlich", sondern "ein Teil von mir hat Angst" oder "Etwas in mir hat Angst".
(In der K!KG-Arbeit würden wir stattdessen sagen "Da ist Angst" und somit die Angst nicht in den persönlichen Besitz nehmen, da sie eventuell auch von anderen Personen (insbesondere aus der Familien) übernommen sein könnten.)

Jedenfalls habe ich vor langer Zeit diese Art und Weise Focusing gemacht, bin dann jedoch davon abgekommen, weil ich den Eindruck habe, durch die Teile Betrachtung zu sehr die Verantwortung für mich wegzuschieben und auf irgendwelche Teile zu schieben ("ich kann nichts dafür, dass ich mich so blöd verhalte, das ist ein Teil in mir").
Aus diesem Grund ist es mir lieber, eher gleich die Aufmerksamkeit auf das Ganze zu legen, das "Teil" zu umarmen, aber es dann auch schon bald in mein Herz und in mein Ganz-Sein mit aufzunehmen.

Prinzipiell kann ich sagen: Das oben genannte Buch ist ein wirklich gutes Einsteiger-Buch, allerdings stellt sich die Frage, auch welche Art und Weise Focusing am nützlichsten ist (was wohl auch von Person zu Person ganz unterschiedlich sein kann).

--- --- ---

Hakomi-Psychotherapie, oder Focusing-Sitzungen (alleine oder mit Begleiter) scheinen, einfach schon durch die Vorgehensweise und die Art wie begleitet wird oder wie Fragen gestellt werden, eher die kindliche Seite in mir anzuregen. Insbesondere passiert mir das auch bei dem Ansatz von Ann Weiser Cornell.
Bei der K!KG-Arbeit wird dagegen bei mir eher eine "erwachsene Energie", die eigenverantwortliche Seite in mir,  hervorgerufen.
Jetzt, wo mir das oben genannte Buch wieder in das Bewusstsein gekommen ist, merke ich nochmals so richtig den Unterschied.

Montag, 9. April 2012

Optimismus / Pessimismus

Meiner Ansicht nach sind Optimismus oder Pessimismus eigentlich "Wahrnehmungsfilter" - Hilfsmittel dafür, nicht wirklich Hinschauen zu müssen. (Wobei das Nicht-Anschauen einer Situation natürlich auch dazu führt, nicht optimal mit ihr umgehen zu können.....)

Ein Grund dafür, einen dieser Wahrnehmungsfilter anzuwenden, könnte beispielsweise "Angst" sein.

So könnte man beispielsweise Optimismus nutzen, indem man sich ein künstlich-positives Bild von der Realität macht, damit man sich nicht mit den eigenen Ängsten und Unsicherheiten auseinander­setzen muss.

Genauso kann man Pessimismus verwenden, um sich selbst und dem Leben auszuweichen: Denn wenn sowieso alles negativ ist und schlecht ausgehen wird.....
dann braucht man sich ja garnicht den Mut zu nehmen, sich wirklich auf das Leben einzulassen, auf die Welt zuzugehen und sich dem zu stellen, was zum Leben dazugehört!

Montag, 2. April 2012

Im Einklang fließen....

Letztes Wochenende nahm ich an dem Shinui-Einführungs-Wochenende teil.
Es hat mir sehr gut getan, und ich möchte nun regelmäßig wöchentlich weitermachen.

Gerade das Programm vom Sonntag hatte sehr mit Zentrierung zu tun - ein Thema bei dem ich schon lange nach einer passenden Methode suche.
Außerdem hat Shinui sehr viel mit Kontakt und Nähe zu tun - ein großes Lebensthema von mir. Und auch hier wollte ich schon nach einem Weg suchen, mich stärker praktisch mit diesem Thema beschäftigen zu können....
Und letztendlich verbindet es beides, was für mich natürlich ideal ist.

Und ich fand das Ganze durch das gemeinsame Wirken von innen heraus sehr heilsam!

Super angenehm finde ich, dass man beim Shinui zusammen mit dem Übungspartner immer wieder in einen Fluss kommt, in welchem die gemeinsamen Bewegungen von innen heraus ganz von selbst geschehen....
So etwas liebe ich!
Ähnliches erlebe ich sonst nur bei Familienaufstellungen, wo man, wenn man sich als Stellvertreter zur Verfügung stellt, ebenfalls von etwas "Größerem" bewegt wird - oder wenn ich erlebe, die Joel in unseren K!KG-Gruppen andere Menschen begleitet.... wo dann ebenfalls die Entwicklungsschritte wie von selbst entstehen....

Ja, eigentlich geht es sowohl im Shinui wie auch bei der K!KG-Arbeit um das Begleiten. Bei der erstgenannten Methode durch Unterstützung des Anderen beim Tanz, bei der zweitgenannten Methode, indem man als Begleiter (Coach, Elternteil, Krankenpfleger, Altenpflegerin, Lehrer, Kindergärtnerin, Vorgesetzte) dem Anderen einen Raum öffnet, in dem Veränderung geschieht....

Freitag, 30. März 2012

Shinui & meine Arten des Seins

Zentrierung ist weiterhin ein wichtiges Thema für mich.

Aus diesem Grund habe ich fast Wochen an einem Schnupper-Abend "Shinui Martial Dance" teilgenommen.
Im Ausschreibungstext stand sehr viel über Zentrierung und über "Bei-Sich-Bleiben" - auch in zwischenmenschlichen Begegnungen.

Shinui ist einstanden aus "Tai-Chi", "Aikido", der "Feldenkrais-Methode" und der "Contact-Improvisation". Es ist wie ein Tanz, jedoch ohne Musik, und wohl auch sehr komplex (jedenfalls muss man, wenn man in die regelmäßige Abendgruppe möchte, vorher noch an einem Einführungs-Wochenende teilnehmen.)

Zunächst machten wir eine Übung, bei der sich jeder mit dem ganzen Körper und ganz von innen heraus bewegen sollte.
Die folgende Übung war dann dasselbe, jedoch mit Unterstützung eines Partners. Einer sollte sich also, wie bei der ersten Übung von innen heraus bewegen. Der Andere sollte ich völlig unaufdringlich durch seine eigenen Bewegungen begleiten.

Dabei war auch Thema, wie man einerseits den anderen begleiten - andererseits dabei jedoch bei sich bleiben kann.

Die erste Übung machte ich mit meiner Lebensgefährtin, weil ich sehr neugierig war, ob und wie wir speziell als Paar für den anderen da-sein und doch bei uns selbst bleiben können.
Ich merkte, wie ich am Anfang sehr bei ihr war, spürend, was ihr jetzt gut-tun könnte. Dann entschied ich mich, dies loszulassen und mich einfach von "etwas Größerem" bewegen zu lassen (wie bei einer Familienaufstellung). - So war es für mich angenehm..... und auch für sie, wie der nachfolgende Austausch zwischen uns beiden dann zeigte.....

Als mir anschließend in der Gruppe darüber sprachen, merkte ich, dass mir eigentlich doch etwas gefehlt hatte: Ich war während der Übung nur sehr wenig präsent gewesen. Damit meine ich, ich hatte nicht wahrgenommen, was in mir (körperlich, emotional,....) und um mich herum vorgeht, sondern ich war einfach nur abwesend gewesen. 
So bewegte (und bewege) ich mich zwischen der Faszination, die Kontrolle einfach abzugeben, mich führen zu lassen und in diesem angenehmen Gefühl zu schwimmen - und der Frage, wie ich in meinem Leben mehr in die bewusste Präsens  kommen kann!
Passt beides zusammen? Schließt es sich gegenseitig aus?


Die nächste Übung machte ich mit einer anderen Kursteilnehmerin. Wir sollten im Wesentlichen dasselbe wie bei der letzten Übung machen, jedoch hatte der Begleiter diesmal mehr Handlungsmöglichkeiten.
Diesmal gelang es mir nicht, alles so frei fließen zu lassen. Ich war wesentlich mehr kontrolliert..... Ich dachte auch immer, ich müsse kontrollieren, wo und wie ich diese Frau berühre.....  um ihr nicht vielleicht aus Versehen an die Hüfte oder den Po zu fassen. (Der Co-Leiter, der die Übungen auch mit machte war da wesentlich freier.)


Umgekehrt war es für mich beides mal als ich "begleitet" wurde sehr angenehm.
Ich hatte den Eindruck, die Bewegungen die tief in mir sind, konnten sich erst dadurch so richtig entfalten, weil jemand sich auf mich und meine Bewegungen einstellte.

Ja, ich fand es irgendwie schon fast Heilsam....... hatte den Eindruck, dass, wenn man sich automatischen unwillkürlichen Bewegungen überlässt, ganz unbewusst und automatisch eine Art Heilung geschieht.
Habe den Eindruck, durch die unaufdringliche Begleitung konnten erst Sachen entstehen, die für mich alleine nie passiert wären.


Dieses Wochenende werde ich an einem ausführlicheren Shinui-Einführungskurs teilnehmen.
Meine Lebensgefährtin wird diesmal nicht dabeisein..... und für mich wird es auch wieder eine Herausforderung sein, mit Nähe und Distanz zu balancieren......

Samstag, 25. Februar 2012

Das Tao der Zustimmung

Ich wollte heute Nachmittag mal eine Zusammenfassung über den Tao-Zustimmungs-Weg schreiben - eine Art Übersicht, die das Wichtigste herausgreift.
Beim Durchlesen meiner bisherigen Blog-Beiträge merkte ich jedoch, dass dies garnicht so einfach ist. Es gibt schon so viele sehr differenzierte Beiträge, die jeweils einen Aspekt des Ganzen so gründlich beschreiben, dass jede Zusammenfassung gleichzeitig einen Verlust von Informationen bedeuten würde.

Trotzdem möchte ich, nach zig verschiedenen Anläufen, hier kurz ein paar Teilaspekte herausgreifen:
Der Kern des "Tao der Zustimmung" ist die Zustimmung.

Zustimmung bedeutet  weder, sich etwas vorzulügen - noch etwas für immer festzu­schrei­ben - ich schrieb bereits in vielen Beiträgen darüber (siehe u.a.: "Was und Wie Zustimmen").

Wenn ich beispielsweise in einem Flugzeug sitze und es ist gerade dabei abzustürzen, dann ist mir persönlich das nicht egal, denn ich möchte im Augenblick noch nicht sterben. Aber ich weiß, dass ich mit Widerstand nur Angst und noch mehr Schmerz erzeuge, also suche ich in mir die Bereitschaft, dem nahenden Tod zuzustimmen.

Ein Weg um in die Zustimmung zu kommen, ist die Bereitschaft, "Dem-Was-Ist" zu­zu­stimmen. Es geht garnicht darum, etwas zuzustimmen, weil es so toll ist, sondern weil es sowieso da ist.

Diese Bereitschaft zur Zustimmung wird dadurch gefördert, dass man merkt, wie sehr man sich mit innerlichem Widerstand selbst schadet.
  • Mein erste Erfahrung mit dem Nutzen der Zustimmung hatte ich beim Lesen der um­fang­reichen Internetseiten und Newsletter von "Bill Ferguson" (ich stellte ihn in mei­nem Beitrag "Widerstände aufgeben" bereits vor). Hier bekam ich durch das Nach­empfinden seiner vielen Beispiele bereits ein Gefühl dafür, wie Zustimmung hilft. 
  • Was mir auch sehr gut den Nutzen der Zustimmung zeigte sind Joel Wesers K!KG- Übungen. Hier könnte ich in körperlichen Übungen direkt erfahren, wie lösend Zustimmung wirken kann  (siehe u.A.  'Körperlicher Druck, Abwehr und Zustimmung' und "Löst Zustimmung tatsächlich Probleme?"). 
  • Und insbesondere fördern natürlich auch jede eigene positive Erfahrungen mit Zustimmung die Bereitschaft, diesen Weg noch öfters zu gehen. (Beispielhafte Beiträge: "Lärm-Schlafen durch Zustimmung" und "Ameisen- und Zecken- Zustimmung")
Wenn es um Schicksalhaftes geht, dann bringen die Beiträge " Traum vom bevorstehenden Tod" oder "Zustimmung, Alzheimer, GAU und Sinn" vielleicht einen Gefühl dafür, wie es mit Zustimmung weitergehen könnte.....


Doch was kann man eigentlich zustimmen:
Man kann unerwünschten äußeren Situationen zustimmen - äußeren Bedingungen, mit denen man durch andere Menschen, die Gesellschaft oder das Schicksal konfrontiert wird...
Man kann auch den eigenen Gefühlen zustimmen.... und damit einen Schritt weiterkommen.
Ja, man kann sogar etwas zustimmen, was garnicht eingetroffen ist, was man jedoch befürchtet, dass es eintreten könnte. Auch hier bringt das Zustimmen viel Innere Freiheit und Weitsicht, während Widerstand ja nur blockiert (siehe " Zukunftserwartung und Zustimmung").


Oft führen diese drei genannten Arten der Zustimmung bereits zu einer innerlichen Befreiung und einer innerlichen und äußerlichen Veränderung.

Oft ist es jedoch auch erforderlich, das Thema noch tiefer zu bearbeiten.... indem man sich mitten hineinsetzt und sich "Dem-Was-Ist" ganz ausliefert. - Doch dies soll Thema einer meiner späteren Beiträge sein.....

Wer sich mit dem Thema tiefer befassen will, den möchte ich auf das meine Beiträge zu dem Schlagwort 'Wichtigste Blog-Beiträge" verweisen! - Dort gibt es eine Vielzahl an Beiträgen, welche die verschiedensten Aspekte dieses Themas vertiefen.

Dienstag, 7. Februar 2012

[In Versuchung führen....]


"Verbieten heißt schmackhaft machen,
vorenthalten heißt auffordern,
abhalten heißt in Versuchung führen."


aus "Das Hara Buch - zurück zur Quelle der Lebenskraft" von Osho

Freitag, 13. Januar 2012

Lebe Gefährlich!

Ich mache hin und wieder mal Übungen, um meinen Hara-Mittelpunkt zu stärken (ich schrieb hier bereits darüber),ich lese in zwei neuen interessanten Büchern...... suche und schaffe hierzu Verknüpfungen in meinem Leben....


Wie zitiert Osho in "Das Hara Buch - zurück zur Quelle der Lebenskraft" so schön den Nietzsche:


Lebe Gefährlich!

Wenn du deine Persönlichkeit entwickeln möchtest,
dann lebe gefährlich!



Ja - manchmal führt der Weg des Lebens auch zu etwas, wovor man auch Angst hat.
Und es stärkt, wenn man die Angst fühlt und es trotzdem macht!

In diesem Sinne wünsche ich "Ein schönes Leben!"

Mittwoch, 4. Januar 2012

Erwachsenes Verhältnis zu den Eltern

Laut dem Systemiker Klaus Mücke gibt es vier Kriterien, die darauf hindeuten, dass man noch kein erwachsenes Verhältnis zu den eigenen Eltern hat:
  1. Wenn man tut, was die Eltern wollen oder wollten.
  2. Wenn man das Gegenteil von dem tut,  was die Eltern wollen oder wollten.
  3. Wenn man den Kontakt zu den Eltern abgebrochen hat.
  4. Wenn man immer noch die Erwartung oder Hoffnung hat, die Eltern würden sich noch ändern.

Dienstag, 3. Januar 2012

Neujahrswünsche

Zunächst wünsche ich allen Lesern noch


ein Gutes und Erkenntnisteiches neues Jahr!

Mögen neue Wurzeln zu neuen Trieben,
neuen Blättern und neuen Blüten führen!