Montag, 31. Dezember 2012

Positiv-Neugierige-Aufregung

Ich finde es gut, ab und zu mal verschiedene Anleitungen für meine 'Sitzung' zu verwenden. Da es auf den "ida"-CDs auch einen Track zum Thema "Fühlen-was-da-ist" gibt, verwendete ich heute diese CD. Die Anleitung auf dieser CD ist länger als die Gleichartige auf der "... was dich stark macht-CD". Sie ist wesentlich umfangreicher im Text - jedoch auch schneller und nicht so meditativ gesprochen, wie es für derartige 'Innen-Reisen' wünschenswert wäre.


Zum Thema dieser 'Sitzung' machte ich meine Angst davor, mein Leben unzukrempeln, es zu verändern.

Im Laufe der 'Sitzung' fühlte sich die Angst eher wie Aufregung an.... und wurde dann zu einer Neugierigen Aufregung.... dies sich dann nach und nach positiv anfühlte.

Es bleibt ein spannendes Thema, und ich hoffe, dass ich mir auch nach meinem Urlaub noch die Zeit nehmen kann, die für dieses Projekt nötig wäre.....

Sonntag, 30. Dezember 2012

Nächste Schritte

Auch während ich bei meinen Eltern war habe ich ja intensiv mit meinem Projekt "Persönliche Weiterentwicklung" bzw. "Zustimmung und Veränderung 2013" weitergemacht.

Zum lesen (und in mir bewegen) hatte ich das neue Buch von Eva-Maria Zurhorst und Wolfram Zurhorst ("Liebe dich selbst und entdecke, was dich stark macht") dabei, welches ich auch jetzt zuhause noch intensiv nutze.
(Dieses Buch habe ich bereits hier kurz beschrieben. - Weil der Titel so lang ist, werde ich es in Zukunft einfach nur noch kurz das "... was dich stark macht-Buch" nennen. Alle meine Beiträge, welche sich auf dieses Buch beziehen erhalten das Label  "... was dich stark macht-Buch")

Während dieser Zeit, und jetzt danach, mach(t)e ich außerdem regelmäßig Innen-Reisen, größtenteils mit Hilfe der CD zu diesem Buch.

Ich habe den Eindruck, dass es derzeit sehr nutzbringend ist, mich so tief mit mir selbst zu beschäftigen.

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Sehr beeindruckend waren auch meine Erlebnisse während der Innen-Raum-Reise "Blockaden in Ressourcen umzuwandeln":
Hier lernte ich einen Teil in mir kennen, welcher sich "Offenheit", "Weite" und "Begegnung" will, ..... Abenteuer, und eine neue Richtung im Leben.
Und ich lernte ein Teil kennen, welches mit allen Mitteln verhindern will, dass ich in eine Situation kommen könnte, mit der in nicht umgehen kann. (Auch eine sehr große Angst, ich könnte irgendwie die Kontrolle verlieren.)
Daher ist dieses Teil sehr stark für "Festhalten" und "Bewahren". - Eine Stärke dieser Seite in mir ist, auch unangenehme Situationen sehr lange aushalten zu können.
Ein Kompromiss, falls man überhaupt davon sprechen kann war, dass mich dieser Teil voranschreiten lässt, und er mir hilft...... falls ich in eine unangenehme Situation komme, diese auszuhalten und durchzustehen.

Montag, 24. Dezember 2012

Zustimmung und Veränderung 2013

Seit ich am 07. Dezember (m)einen Blick in das (heute Nacht hier von mir vorgestellte) neue Buch der Zurhorst's ("Liebe dich selbst und entdecke, was dich stark macht") geworfen habe, entstand in mir der Wunsch mir das Thema "Veränderung" näher anzuschauen.

Veränderung meines Lebens in die Richtung, in welcher ich es gerne hätte.
Veränderung unter Anwendung von all dem, was ich ja schon kenne - und mit Unterstützung von dem, was mir dieses Buch und die dazugehörige Übungs-CD vielleicht bieten.

Und Veränderung.... auf Basis und in Übereinstimmung mit "Zustimmung".

Dies ist ein Projekt, welches ich mir für 2013 vorgenommen habe, und womit ich schon jetzt, wo ich ja Urlaub und somit mehr Zeit habe, starten werde!

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Ich habe mich übrigens gestern mit Hilfe dieser CD mal durch die Innen-Reise "Ziele von Innen Erreichen" führen lassen. - Ich habe zwar den Eindruck, dass ich hier erst noch schauen muss, wieso ich mich eigentlich nicht wirklich voranschreiten lasse.....
Aber ich wollte - sozusagen als Vorgriff - jetzt schon mal einen Blick in die Zukunft werfen....

Eigentlich ließ ich das Ziel erst während dieser Innen-Reise entstehen.
Ich merkte, wie der totale Wunsch da ist, wirklich total offen sein zu können..... Offen gegenüber dem Universum und dem Leben..... und mit ihm verbunden.... und auch offen und verbunden mit anderen Menschen. (Wobei ich bei dem "verbunden mit anderen Menschen" noch etwas vorsichtig war, weil dies ja etwas ist, wovor ich auch Angst habe.)

Und ich bemerkte auch die Sehnsucht, das was ich bin, das was mich ausmacht mehr in die Welt zu bringen..... das was ich zu bieten habe, der Welt zu geben.
Dazu gehört auch, das was das "Tao der Zustimmung" ausmacht, irgendwie von Mensch zu Mensch weitergeben zu können.... (aber das ist nur ein Aspekt von diesem Wunsch und Ziel).

Leseliste (2) plus CDs

Vorwort:
Ich mache ja manchmal meine 'Sitzungen', 'Innenraum-Reisen', 'Da-Sein-Mit-Dem-Was-Ist' - oder wie immer man das nennen mag. - Dabei gibt es Zeiten, da mache ich das total freihändig, und kann mich so total auf meine momentane Situation einstellen. Oft mache ich es jedoch auch mit Begleitung einer Anleitung vom MP3-Player. (Ich verwende hier die bereits vorgestellten Übungs-CDs, aber auch aufgenommene Anleitungen von Joel, oder eine von mir selbst besprochene Anleitung.)

Um eine größere CD-Vielfalt zu haben, habe ich mir vor Monaten das Buch "ida - Die Lösung liegt in dir" von Eva-Maria Zurhorst gekauft, welches auch 2 Übungs-CDs enthält. (Achtung nicht die 1. Auflage kaufen: Die CDs wurden später verändert, da die Anleitungen zunächst viel zu schnell waren).
Das Buch fand ich inhaltlich oft zu Positiv-Denk-Esoterisch. Es brachte mir inhaltlich nur wenig neues.
Auf den CDs sind viele Übungen, um in den eigenen Körper zu kommen oder um Stress abzuschütteln(!) - sie unterstützen also nicht meine 'Sitzungen' im engeren Sinne - aber ich empfand sie hilfreich, um zu mir zu kommen.

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Buch und CD:
Am Anfang dieses Monats habe ich nun das neue Buch von Eva-Maria Zurhorst und Wolfram Zurhorst entdeckt: "Liebe dich selbst und entdecke, was dich stark macht"
Als ich ein bisschen in diesem Buch stöberte, entdeckte ich, dass es hier mehrere Kapitel gab, die sich damit beschäftigen, was einem eigentlich von dem aktiv-werden, was einem eigentlich von Veränderung abhält. - Es gab da viele Fragen, die man sich selbst stellen kann..... und ich hatte so den Eindruck, dass diese Fragen wirklich auf den Punkt kommen!

Ich sah dann, dass es zu diesem Buch auch eine Übungs-CD gibt - welche man dann allerdings extra kaufen muss.


Nunja, ich war mir noch unschlüssig.
Trotzdem inspirierte mich das Ganze dann zu meinem Beitrag Sich in eine neue Richtung bewegen und ich entschloss mich eine Woche später dann, sowohl das Buch als auch die Übungs-CD zu erwerben.

Ich das Buch habe ich seither noch nicht reingeschaut, da ich zunächst noch das "ja!..." fertig durcharbeiten wollte. Ich habe jedoch mit der Übungs-CD begonnen und bin von ihr ziemlich begeistert:
Auf der CD gibt es 4 Anleitungen von jeweils knapp 5 Minuten, in welchen es um Entspannung geht (zwei von ihr, zwei von ihm besprochen).
In dem fünften Track geht es dann darum eine Antwort von innen zu finden. (Von ihr besprochen. - Habe ich noch nicht gemacht).
Dann gibt es eine Anleitung, um "Blockaden in Ressourcen umzuwandeln". (Dies habe ich auch noch nicht gemacht, es war jedoch einer der Gründe mir die CD zu kaufen....)
Dann kommt "Schmerz in Energie umwandeln": Diese Anleitung gefällt mir wirklich ganz besonders gut, da es hier eigentlich auch ums 'Gefühle fühlen' geht, um das 'Ja-Sagen zu dem Vorhandenen' um das 'Da-Sein-Mit-Dem-Was-Ist'. (Natürlich fehlen hier die Specials von Joel, und die Anleitung ist mit 15 Minuten schon fast zu kurz. Aber das Ganze ist wirklich sehr durchdacht und gut und stimmig aufgebaut - Von ihr besprochen).
Bei "Alles ist Da" geht man mit dem in Kontakt, was man selbst der Welt zu bieten hat... (von ihm besprochen)
und bei "Ziele von Innen Erreichen" (von ihr besprochen) geht man in die Innere Vorstellung, wie es ist wenn man sein Ziel schon erreicht hat.

Die Stücke auf der CD ist teilweise den ida-CDs sehr ähnlich, jedoch wirkt sie mehr durchdacht und langsamer, also mit genügend Pausen, gesprochen. Die von ihr gesprochenen Anleitungen finde ich auch vom Tonfall und der Stimme her sehr sympathisch. Seine Stimme sagt mir nicht so zu, meine Freundin dagegen stört sie nicht so. - Die Musik wirkt auf mich etwas dynamischer als auf der ida-CD. Außerdem ist die Stimme ganz leicht verzerrt und mit einem kaum bemerkbaren Echo versehen, was für mein Gefühl eine leichte Trance begünstigt und somit hilft, leichter nach innen zu kommen.

All das spielt sich in einem Rahmen ab, wo es auch darum geht, genau hinzuschauen, was ist.... was meiner Ansicht nach ein wichtiger erster Schritt in Richtung "Veränderung" ist.

Sonntag, 23. Dezember 2012

Leseliste aktuell (1)

Ich finde es sehr angenehm, ein interessantes Buch zum Thema 'Persönliche Weiterentwicklung' tief durchzuarbeiten. Damit meine ich nicht nur durchzulesen, sondern auch den Inhalt 'in mir zu wälzen', mit meinem schon vorhandenen Wissen abzugleichen und nachzuspüren, wie ich das Ganze auf meine aktuellen Themen anwenden könnte!

In letzter Zeit sind mir ein paar ganz besondere Bücher zugelaufen, und ich möchte besonders jetzt die Urlaubszeit nutzen, um sie zu lesen..... und eben durchzuarbeiten.

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Das erste Buch ist "Tu, was dich anlächelt" von Katharina Ley.
Dieses Buch habe ich mir schon vor ein paar Wochen angeschafft und es auch schon durchgelesen.... und mir besonders wichtige Stellen markiert. Ich habe es jedoch noch nicht wirklich durchgearbeitet so dass ich noch nicht den optimalen Nutzen daraus ziehen konnte.

Anders als der Titel vermuten lässt geht es bei diesem Buch nicht darum, herauszufinden was einem anlächelt.  Es geht um das "Innere Lächeln" das man etwas - oder besser noch, Teilen von sich selbst - geben kann. Man könnte auch sagen, es handelt sich um eine andere Art des Zustimmens: Zustimmung durch "Inneres Anlächeln".  - Insgesamt liegt das Buch garnicht voll auf meiner Linie, ist jedoch auch jeden Fall (und teilweise vielleicht auch deshalb) interessant.

Neben dem "Inneren Lächeln" / Zustimmen geht es in diesem Buch sehr stark um Ambivalenzen.
Die Autorin geht auch ausführlich auf 'Teilpersönlichkeiten', sogenannte 'Ego-States' ein, welche mit den Ambivalenzen eng zusammenhängen. (Manchmal so sehr, dass ich denke, die Autorin erzeugt durch ihr Buch regelrecht Ambivalenzen - und nach dem Lesen hat man mehr Probleme als vorher. Insgesamt finde ich das, was die Autorin über innerliche und äußerliche Vielfalt schreibt, jedoch stimmig.)

Bei mir ist in diesem Zusammenhang vor allem hängengeblieben, dass diese  'Ego-States' in der Regel abgespaltene 'Innere Kinder' sind (oder Schutzmechanismen).
Sie schreibt, dass sie als Psychoanalytikerin eigentlich nur mit dem 'Inneren Erwachsenen' arbeitet, sie es jedoch für ihre Arbeit als sehr wichtig ansieht, auch die Mechanismen mit den 'Inneren Kindern' zu erkennen - und zu merken, wann in dem Klienten gerade ein 'Inneres Kind' aktiv ist.
(Gerade letzteres ist einer der Punkte, weshalb ich bei Gelegenheit dieses Buch nochmals wirklich durcharbeiten möchte.) 

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Zu diesem ausführlichen Durcharbeiten ist es jedoch noch nicht gekommen, da mir außerdem das Buch "ja! und der innere Schalter zum höchsten Glück" von Ruediger Schache auf meinem Radar erschienen ist.

In diesem Buch geht es um das "reine Ja-Sagen", also um das, was ich hier im Blog unter der Kategorie 'Zustimmung pur' beschrieb.

Ehrlich gesagt bin ich diesem Buch gegenüber etwas ambivalent eingestellt:
Einerseits empfinde ich es teilweise sehr rational-argumentativ. Mir fehlt so ein bisschen, dass die Vorteile des  "Ja-Sagen" wirklich ganz tief spürbar werden.
(Diese Vorteile konnte ich zum ersten mal wirklich spüren, als ich Bill Ferguson's Internetseite durcharbeitete. Ich bin ihm für seine Arbeit sehr dankbar. (Hier ein Link zu meinem Beitrag über Bill Ferguson's Methode, sowie ein anderer Link zu allen Beiträgen, die seinen Ansatz betreffen.))
An einigen Stellen finde ich Ruediger Schache's Argumentation auch weit hergeholt.

Andererseits hat Ruediger Schache verschiedene Gesichtspunkte oft sehr gut auf den Punkte gebracht...... und manche Sachen wirklich genial formuliert.

Es gibt auch ein paar Punkte, die für mich eine neue, zusätzliche Sichtweise darstellen (deswegen habe ich mir das Buch auch gekauft), und die ich gerade dabei bin in mir zu wälzen.... um zu schauen, ob und wie ich sie mir zu eigen machen kann.

Wer nach Nutzung der hier im Blog vorhandenen Informationen (und der weiterführenden Links) immer noch mehr über das "Ja-Sagen" erfahren möchte, dem kann ich das Buch als weitere Werk zu diesem Thema  wirklich empfehlen.

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Doch im Augenblick liegen schon viele weitere Super-Bücher hier bei mir zuhause zum Durcharbeiten bereit. - So bleibt mir nur zu schauen, was zum jeweiligen Zeitpunkt gerade vorrangig ist.

Samstag, 22. Dezember 2012

[Zustimmung ist.....]

Zustimmung kann bedeuten
über den eigenen Schatten zu springen,
um von der Enge
wieder in die Weite zu kommen!

[Was zu innerlichen Problemen führt]

Zu innerlichen Problemen
führt etwas genau dann,
wenn es
auf gar keinen Fall
eintreten darf!

Mittwoch, 12. Dezember 2012

[Was könnte passieren...]

"Nimm irgendeine Lebenssituation:
Wie würdest du dich fühlen,
wenn du sie voll und ganz so akzeptiertest,
wie sie ist -
jetzt in diesem Moment?"

Eckhart Tolle [*]
[*] Aus "Stille spricht: Wahres Sein berühren"
von Eckhart Tolle (Autor) und Erika Ifang (Übersetzer);
Verlag: Arkana (2003); Seite: 120

Sonntag, 9. Dezember 2012

Unterschiede zwischen Annehmen, Akzeptieren, Zustimmen?

Aktuell stellte sich mir die Frage, was eigentlich die Unterschiede zwischen "Annehmen", "Akzeptieren" und "Zustimmen" sind. - Somit möchte ich hier jetzt nochmals theoretisch-zusammenfassend auf meine Auffassung über das "Zustimmen" eingehen:

In Ruediger Schache's neuem Buch "ja! und der innere Schalter zum höchsten Glück" (zu diesem Buch in einem späteren Beitrag noch mehr) wird zwischen "Annehmen" und "Zustimmen" deutlich unterschieden: Zustimmen wird dort mit "Gut-Finden" gleichgesetzt, während Annehmen, um es jetzt mal mit meinen eigenen Worten zu sagen, einfach als das Akzeptieren von Tatsachen (ohne diese dabei gut finden zu müssen) gesehen wird.

Kurz nachdem ich diese Unterscheidung in diesem Buche sah, ist mir ein uralter Text von mir selbst in die Hände geraten, in welchem ich schrieb:
Akzeptieren bedeutet festzustellen,
dass eine gewisse Sache vorhanden ist.
Zustimmen bedeutet,
gleicher Meinung zu sein.
?
Wie ich dann bei weiteren Nachforschungen gesehen habe, wird "Zustimmung" häufig mit Zustimmung im juristischen Sinne gleichgesetzt - also mit "einem Vertrag zustimmen" usw.
Auch in der Psychotherapie, wie beispielsweise in der "Akzeptanz- und Commitment-Therapie" wird der Begriff "Akzeptanz" bevorzugt.


Somit scheint der Begriff "Zustimmung" für meinen Blog ungünstig gewählt?

Wenn ich jetzt nochmals nachspüre, dann klingt "Das Tao der Zustimmung" für mich jedoch besser, als "Das Tao der Akzeptanz" oder "Das Tao des Annehmens".
Den Begriff "Zustimmung" finde ich persönlich weitgehender, umfassender:
Ich gebe den innerlichen Widerstand ganz auf, gehe ganz in Einklang!
"Zustimmen" bezieht sich also für mich immer auf das "in Einklang gehen" mit sowieso schon vorhandenen Tatsachen oder mit sowieso schon vorhandenen Gefühlen oder mit etwas, was ohne dass es verhindert werden kann auf jeden Fall eintreten wird (beispielsweise der Tod).

Somit hat "Zustimmung" für mich persönlich keinen direkten Bezug zu "etwas gut finden" oder "gleicher Meinung sein". "Zustimmung" ist auch kein 'laut ausgesprochenes Zusage', welche man einer anderen Person macht, und es ist (somit) erst recht kein kein "Zustimmen im juristischen Sinne". (In meiner neu verfassten Blog-Einführung gehe ich auch nochmals auf diese Unterschiede ein.)

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Aber: Widersprechen sich "Zustimmung" und "etwas verändern wollen" nicht irgendwie doch?

Zunächst: Auch der Wunsch, etwas verändern zu wollen ist ja "etwas-das-ist".
Somit ist auch das eine Tatsache, die ein "Ja", die eine "Zustimmung" von mir braucht.

Ich persönlich finde das Nachgehen eines Veränderungswunsches dann für mich am stimmigsten,
  1. wenn es sich um etwas handelt, das verändert werden kann,
  2. und man sich dabei auf der "Stufe 2 der Zustimmung" bewegt
    (hier ein Link zu den von mir eingeführten "Die Stufen der Zustimmung").

[Gut-finden vs. Annehmen]

Eine Blume auf der Wiese
müssen Sie nicht gut finden,
um die Tatsache anzunehmen,
dass sie dort wächst.

aus "ja! und der innere
Schalter zum höchsten Glück"
von Ruediger Schache [*]
[*] Siehe Seite 39 von "ja! und der innere Schalter zum höchsten Glück";
Autor: Ruediger Schache; Verlag: Nymphenburger; Auflage: 1. Aufl. (2012)
(Zeilenumbrüche und Hervorhebungen von mir.)

Freitag, 7. Dezember 2012

Sich in eine neue Richtung bewegen

Zur Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema Zustimmung im Zusammenhang mit "ins Handeln kommen", mit Veränderung, mit "sein Leben mehr in die gewünschte Richtung bringen". (Hier kamen neue Gedanken herein, durch neue Bücher, die ich mir gekauft oder im Buchladen quergelesen habe. Und hier kam auch die Rückbesinnung auf Dinge, die ich schon vor langer Zeit gelesen oder mir angeeignet habe.)

Dass Veränderung nicht durch Aktionismus geschieht - und noch nicht mal dadurch, dass man sich eine Richtung ausdenkt und dann in diese läuft - ist mir schon klar.
Veränderung geschieht, indem ich mir ein Thema anschaue.... und es sich in eine neue Richtung bewegen lasse..... Und indem ich hieraus dann den nächsten Schritt entstehen lasse.

Doch bei den wichtigen Themen komme ich garnicht soweit!
Was steht einer Bewegung in eine neue Richtung im Wege?
Angeregt durch das neue Buch der Zurhorst's ("Liebe dich selbst und entdecke, was dich stark macht") kam ich nun wieder zu den Fragen, was der aktuelle Zustand eigentlich auch (an "positivem") bringt bzw. was er auch (an "negativem") verhindert?

Was bei Veränderung ja immer passiert, ist, dass man die eigene Komfortzone verlassen muss!
Und Veränderung führt ja oft auch zu Angst.
Was da wirkt ist also sicherlich auch, dass man, wenn man dem eigenen Leben eine neue Richtung gibt, ja immer auch Sicherheit aufgibt.
Man verlässt dabei ja auch den bisher vorhandenen sicheren Rahmen - und wenn es nur der Rahmen der Gewohnheit ist.
Und vielleicht verändert sich auch die Einbindung in den bisherigen sozialen Rahmen, weil man ja nicht nur seinem eigenen bisherigen Leben, sondern auch den bisher "Gleichgesinnten" 'untreu' wird.
Und vielleicht wird man ja auch den eigenen Eltern, der eigenen Herkunftsfamilie 'untreu' wird, wenn man plötzlich einen anderen, einen eigenen Weg geht?

Ein anderes Aspekt ist das, was ich von Bill Ferguson über innerliche Widerstände gelernt habe:
Hinter einem Widerstand steht (sofern man den Widerstand ganz zu seinem Ursprung zurückverfolgt) immer etwas, was man sich auf gar keinen Fall erleben will, etwas, das man auf gar keinen Fall erfahren will, was man auf gar keinen Fall fühlen will - was auf gar keinen Fall eintreten darf..... auch deshalb, weil es etwas negatives über einem selbst aussagen würde - etwas, was man auf gar keinen Fall sehen oder sich eingestehen will......   -  Hinter Lebensbereichen, die nicht funktionieren, steckt, so Bill Ferguson, immer etwas von dem eben genannten!

Ich glaube all dies sind Gesichtspunkte, die eine Wirkung darauf haben, dass ich mir meine Themen nicht so genau anschaue..... und ich sie sich nicht 'in eine neue Richtung bewegen' lasse.

Samstag, 1. Dezember 2012

Später wird alles besser ...

Die Hoffnung, dass später alles besser wird, hat mich von frühester Jugend an durch mein Leben begleitet.
"Ja, wenn ich erst mal mutiger bin, kommunikativer, mich besser durchsetzen kann.... dann wird sich in meinem Leben alles zum Besseren wenden" - so fing es schon damals an.

Und auch heute ist es noch so, dass ich denke, wenn ich erst einmal meine innerlichen Blockaden hinter mir gelassen habe, dann wird alles besser.

Nur ist es auch so: Ich werde auch immer älter.
Es geht nicht im ganzen Leben alles immer aufwärts.
Ich habe mal mit einem kaputten Knie, mal mit einer nur schlecht heilenden angerissenen Sehne am Daumen, und aktuell ja mit den Problemen mit meinem linken Auge zu tun.
Im Laufe der Zeit nimmt also auch der Verschleiß zu.

Ja, es geht auch zunehmend etwas abwärts.
Dies wird mir nicht nur wegen meinem Auge bewusst:
Meine Eltern sind schon sehr alt, und insbesondere mein Vater baut mehr und mehr ab.
Und die Mutter meiner Lebensgefährtin hat größere Gesundheitsprobleme und ist in einer Klinik. Während wir sie früher sehr oft in der Innenstadt getroffen haben, wurde sie in den letzten Jahren immer weniger mobil.

Es geht nicht immer nur aufwärts, im Herbst werden die Tage immer kürzer.  Sicherlich, der Herbst ist auch die Zeit der Ernte.... -  und die Erfahrung, wie man gut mit dem Leben umgehen kann nimmt im Laufe der Zeit immer mehr zu......

Aber: Immer mehr wird mir bewusst, dass ich nicht ewig alles auf später verschieben kann, sonst könnte es irgendwann zu spät sein....

Ja, es bleibt die Frage, wie ich JETZT dazu kommen kann, über innerliche Blockaden hinauszugehen...... mich frei zu fühlen - und zu leben.
Eine Frage - auf die ich jetzt (noch) keine Antworten habe.
Aber vielleicht wird das mit den Antworten ja später einmal besser    ;-)    ;-)    ;-)

Samstag, 24. November 2012

Augenproblem und Würde

Und nun der dritte Beitrag für heute:

Während der 4 Tage im Odenwald hatte ich wieder stärkere Probleme mit meinem linken Auge. Am zweiten Abend hatte ich nämlich wieder Blitze gesehen. Wie immer war ich mir am Anfang unsicher, ob nicht vielleicht einfach nur einer der Strahler auf einer Uhr oder Brille einen Lichtreflex erzeugt hatte. Doch leider kamen die Blitze dann mehrmals wieder, einmal sogar sehr heftig.

Dies rief dann wieder sehr Angst in mir hervor, und auch wieder Hilflosigkeit sowie die Frage, was ich nun tun sollte. (Mir war jedoch klar, dass ich im Odenwald und dazu noch am Wochenende nicht zum Augenarzt gehen würde.)

Ich habe dann in einer Pause auch Joel kurz angesprochen. Der meinte nach kurzem In-Sich-Hineinspüren, er würde sich an meiner Stelle nochmals den Großvater ansehen, den wir ja auch in der telefonischen Sitzung schon hatten.

Das Hauptproblem war für mich zunächst auch wieder die Angst davor, die "richtige" Entscheidung treffen zu müssen und auf die "richtige" Art und Weise aktiv werden zu müssen.

Ich habe dann alles war wir dort gemacht haben innerlich für mich genutzt, um mir das Thema weiter anzusehen und auch in die Zustimmung zu kommen.

Dies war mir dann irgendwie auch gelungen.

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Klar war dann jedoch auch, dass ich am Montag wieder in die Augenarzt-Praxis gehen würde.

Diesmal war ich ja wieder ein Not-Termin, und ich kam in der großen Augenarzt-Praxis wieder zu einem anderen Arzt. Der wollte sich meine Netzhaut vollständig und bis zum Rand anschauen, weshalb er ein Vergrößerungsglas direkt auf dem Auge aufsetzen musste. Dies empfand ich (wie jedesmal) als sehr unangenehm und ich war in den Schultern und im ganzen Körper total verspannt. Und irgendwie kniff dann auch immer mein Auge zusammen, so dass das Ganze recht schwierig war.

Jedenfalls gab es dann eine Stelle in der Netzhaut, bei welcher es sich nicht sicher war, ob es sich vielleicht um einen alten, jedoch noch unbehandelten Riss handeln könnte.

Aus diesem Grund wurde ich dann wieder in die Augenklinik geschickt, wo eine OP-Ärztin und Netzhaut-Spezialistin sich das Ganze nochmals ansehen sollte.

Im Wartebereich der Klinik war ich dann, zumindest innerlich, total jammerig drauf.
Ich befürchtete, dass das Ganze da wohl wieder auf eine OP wie vor 6 Wochen hinauslaufen würde.....

Mehr und mehr bewunderte ich dann die teilweise schon sehr alten Männer, die ebenfalls in dem Wartebereich waren, und auf ihre OP warteten.
Die schienen das Ganze mit Würde zu tragen..... und sich sogar auf die OP zu freuen - wohl mit dem Ziel, danach wieder gut zu sehen....

Nach etwa einer dreiviertel-Stunde warten, kam die Spezialistin kurz heraus, um sich zwischen zwei Augen-OPs meine Netzhaut anzusehen. Sie konnte jedoch nicht genug sehen, da die Pupille schon wieder kleiner geworden war.- Mir wurden also nochmals stärkere Tropfen verabreicht, und die Ärztin verschwand wieder im OP-Bereich.

Auch während dem Wochenende im Odenwald hatte ich ja schon solche Gedanken:
Dass mir das Augenproblem ja auch die Chance gibt, einmal eine etwas schwierigere Lebenssituation erfolgreich durchzustehen..... und somit auch an Größe und Würde zu gewinnen. (Viele andere Menschen - und auch meine Eltern und Vorfahren - hatten ja schon viel heftigeres durchstehen müssen. - Trotzdem möchte ich nun natürlich nicht, nur aus Treue zu ihnen, mein Augenproblem selbst aufrecht erhalten.)

Ich nutzte die Zeit, um mir nochmals meinen Großvater anzusehen, der in der telefonischen Augen-Sitzung aufgetaucht war. Ich merkte, ich war innerlich nicht so ganz mit ihm im Reinen, bat ihn jedoch, darüber hinwegzusehen.

Nach etwa weiteren 50 Minuten kam dann die Ärztin nochmals, und setzte nun auch ein Vergrößerungsglas in meinem Auge auf. Sie sagte, sie würde sich nochmals die gesamte Netzhaut ansehen. - Laut ihrer Aussage war jedoch nichts auf der Netzhaut, sondern es handelte sich nur um eine Verunreinigung im Glaskörper. Also nichts, was behandlungswürdig wäre.

Den Vater anschauen

Neben den allgemein sehr interessanten Themen und Übungen machten wir noch eine für mich besonders tiefgehende Übung, in welcher wir den Vater  ansehen  sollten. Wir sollten 3-er-Gruppen bilden, eine Person sollte den Vater anschauen, die zweite Person sollte sich als Stellvertreter des Vaters zur Verfügung stellen, die dritte Person war Stellvertreter für die Mutter. - Dabei sollte darüber hinaus nichts gesprochen oder getan werden.

Da es nicht aufging, sagte Joel, dass er auch mitmachen würde. Als dann eine Person nicht mitmachen wollte, ergab es sich dass ich dann mit Joel diese Übung zu zweit machte. (Um die Mutter auch dabei zu haben legten mehrere Meditationskissen aufeinander.)

Zunächst stand er für meinen Vater, und ich schaute ihn an.
Ich merkte in mir eine starke Abwehr. Ich merkte wie ich in mir viele Vorwürfe hatte, weil er als ich noch sehr klein war sehr streng war, mich geschlagen hatte, und weil er nie emotional offen gewesen war, nie Nähe zugelassen hatte.....
Nach einer Weile erinnerte ich mich innerlich mehr an meinen Vater, wie er heute ist: Schon sehr alt, und jedesmal dünner und zerbrechlicher. Ich ich erinnerte mich daran, wie er sich jedesmal freut, wenn ich mal wieder eine Reise in die alte Heimat mache, und wir uns sehen. - Dies rührte und berührte mich sehr.

In der zweiten Runde war ich der Stellvertreter seines Vaters.
Ich merkte, wie ich aufgrund meines eigenen Schicksals und der eigenen Belastungen an der totalen persönlichen Grenze war. - In mir war immer wieder ein Bedauern, dass ich meine beiden Söhne nie wirklich in den Arm nehmen konnte, aber ich merkte, die beiden müssen jetzt einfach funktionieren, sonst kann ich all das Schwere als alleinerziehender Vater nicht managen....

Joel erzählte mir übrigens, dass es ihm als Stellvertreter meines Vater ähnlich ergangen war. Auch er spürte in der Rolle, dass er aufgrund seines Schicksals an der Grenze war und es einfach nicht anders ging. Und auch er spürte das Bedauern.


Während ich meinen Vater anschaute konnte ich ihn ja bereits mehr und mehr so lassen und akzeptieren wie er war.
Aber auch die andere Seite zu spüren, als Stellvertreter von Joels Vater, hatte dann auch noch etwas sehr heilendes, weil dann nochmals klar wurde, dass es für ihn einfach nicht anders ging, und da einfach auch ein Bedauern seinerseits deswegen da war und auch da ist.

Joel erzählte mir auch, wie er seinem Vater, einige Wochen vor dessen Tod, dann doch noch die Hand gehalten hatte - und wie sein Vater dann in einer anderen Situation seine Hand ergriffen hatte.... - Auch dieses Thema berührte mich sehr, da mein Vater auch nicht mehr lange sein wird.


Die Mutter wird dann bei dem nächsten Treffen im Januar dran sein.
In dieser Übung wurde sie nur als Zeugin hinzugenommen.
Dabei wurde ihr aber auch zugemutet werden, dass (auch) der Vater angesehen wird!

Außenspirale und Weite

Vor einer Woche war ich ja wieder in meiner K!KG-Ausbildungsgruppe.

Die Übungen (und der Austausch darüber) waren oft ganz unterschwellig sehr tiefgehend
und hatten irgendwie eine anhaltende Nachwirkung.

Dabei wird meiner Ansicht nach immer wieder deutlich, wie wichtig es ist, beim Anschauen auch schwieriger Themen nicht in innerlicher Isolation und Enge zu verbleiben.....

Wichtig ist, auch bei schlimmen Themen in die Weite zu gehen - so wie Tropfen Tinte, der nicht zurückgehalten wird, sondern in ein Glas Wasser getropft wird.

Ebenso wichtig ist, ein Gefühl (oder ein Problem) nicht zu besitzen. Wenn man sagt: "Ich schon wieder mit Problem xy", dann bewegt man sich in eine Innenspirale, wie Joel das nennt, welche leicht in die Isolation und zu einer Festschreibung des Problems führen kann.

Wieder in die Außenspirale kommt man, wenn man sich das Problem oder Gefühl eben nicht zu eigen macht.
Seit der Erforschung der Spiegelneuronen ist ja auch wissenschaftlich belegt, dass wir nicht nur unsere eigenen Gefühle fühlen.
Gefühle können in Wirklichkeit einem Gegenüber gehören, jemanden aus der aktuellen Gruppe.....
und sie können in Wirklichkeit auch unseren Eltern oder anderen Vorfahren gehören, oder vielleicht sogar kollektiv sein.
Wichtig ist es daher, gerade in schwierigsten Situationen wieder in die Außenspirale zu kommen, ein Gefühl nicht zu besitzen oder festzuhalten - sondern es auch freilassen, damit es zu dem gehen kann, zu dem es vielleicht gehört. - Auch ist es gut, zu sehen, mit wem ich dieses Gefühl vielleicht noch teile.

Dies bedeutet jedoch nicht, ein Gefühl nicht anschauen oder nicht wahrnehmen zu wollen.
Es wird einfach nur die Weite und die Außenspirale in die schwierige Situation mit hineingenommen.

Mittwoch, 14. November 2012

Auge - kurze Info - kurze Abwesenheit

Gestern war ich zur Nachuntersuchung beim Augenarzt.
Obwohl das Auge manchmal noch zieht und drückt und pulsiert.... und ich noch Eintrübungen habe, war der Augenarzt mit meinem Auge zufrieden.
Er meinte, es wäre soweit alles okay, und es würde noch einige Zeit dauern, bis das Auge wieder so wie früher sein wird.....

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Die nächsten Tage bin ich wieder auf dem K!KG-Training im Odenwald.
(Ich werde also hier nichts schreiben können und nicht auf Kommentare reagieren.)

Freitag, 2. November 2012

Behutsam mit mir umgehen....

Gerade letzten Mittwoch, als ich beim Augenarzt und dann ja doch noch arbeiten war, fiel mir auf, wie angespannt und verbissen ich mich da draußen im täglichen Leben immer verhalte.

Auf dem Heimweg ging mir dann durch den Kopf, nun wirklich mal darauf zu schauen, wie ich auch im Alltag behutsamer mit mir umgehen kann.  --  Auch dies ist vielleicht etwas, woran mich mein linkes Auge erinnern wollte.

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Heute in meiner 'Sitzung' (ich machte eine Innen-Raum-Reise, geführt von einer Anleitung auf CD) kümmerte ich mich dann um das Thema "Behutsam mit mir umgehen".

Ich merkte dann, wie sehr ich das gesamte innerliche und körperliche Blockiert-Sein, die gesamte innerliche und körperliche Anspannung loswerden will. - Ja, endlich loswerden, was schon so viele Jahre an mir hängt.

Da merkte ich, dass das "Thema vor dem Thema" ist, dass ich so verbissen das Blockiert-Sein (usw.) loswerden will. Denn dieses verbissene Loswerden-wollen ist ja gerade ein Element, was das Blockiert-Sein erzeugt.
Dieses verbissene Loswerden-wollen ist also das Thema, welches vor-an steht, welches erst mal gesehen werden will, welches erst mal mein "Ja" braucht. - Genauso wie das Blockiert-Sein, was ich ja meine loswerden zu müssen, mein "Ja" braucht.

Auge - weitere Entwicklung

Da ich ja neben dem Problem mit dem Auge auch noch Erkältungskrank war, hatte der Arzt mich krank geschrieben, so dass ich letzte Woche nur einen Tag zur Arbeit ging. - Dies war auch ein Test für mich, ob ich trotzt eingeschränkter Sicht den ganzen Tag am PC arbeiten kann.

Das Auge (genauer gesagt der "Glaskörper" im Auge) ist noch ziemlich eingetrübt.
Letzte Woche war das noch schlimmer, so dass ich mit dem linken Auge nur recht verschwommen sah.
Trotzdem war es merkwürdigerweise so, dass ich mit beiden Augen zusammen mehr erkennen konnte, als mit dem rechten, dem gesunden Auge alleine.(In der Nähe lesen konnte ich auf diese Art und Weise recht gut, nur der Blick in die Ferne machte Probleme, wohl weil mein Gehirn nicht gewohnt war, das durch 1,5 Augen übermittelte Fern-Bild korrekt umzusetzen.)
Da das Arbeiten jedoch möglich war, ging ich dann auch diese Woche arbeiten.


Am Dienstag Nachmittag und Abend hatte ich dann nochmals ein Problem:
Ich sah ganz von links immer wieder ein Flackern. Leider war mir nicht so recht klar, ob sich da Licht von außen vielleicht auf der milchigen Schicht im linken Glaskörper spiegelte, oder ob das wieder Blitze im Auge waren. - Als ich dann später noch ein heftigeres Aufblitzen sah, und dafür keine äußerliche Ursache erkennen könnte, entschloss ich mich vorsichtshalber dann doch am Mittwoch wieder per Nottermin zum Augenarzt zu gehen.


Morgens, so etwa um fünf Uhr wachte ich auf, und hatte ein sicheres Gefühl, dass mit dem Auge alles okay wäre und ich nicht zum Augenarzt müsste.
Ich argumentierte dann aber so lange mit mir selbst, bis ich dann doch wieder sehr unsicher war und Angst bekam..... - Schließlich lag der letzte Augenarzt-Termin auch schon fast 2 Wochen zurück, und der nächste würde erst in weiteren zwei Wochen stattfinden. Durch einen Not-Termin beim Augenarzt hätte ich nun wenigstens einen Zwischen-Termin gewonnen, dann ich war mir sowieso schon länger sehr unsicher, weil die Eintrübungen immer noch so deutlich waren.....


Diesmal ließ man mich in der Augenarzt-Praxis recht lange warten.
Wohl wegen der Feiertags-Woche waren nur wenig Augenärzte da, und ich landete wieder bei einem anderen Augenarzt.
Der Augenarzt sah sich gründlich meine Netzhaut an. Um dann ganz an die Seite blicken zu können hätte er jedoch ein Vergrößerungsglas direkt auf mein Auge aufsetzen müssen, was ihm jedoch nicht gelang. Mein Auge zuckte jedesmal sehr stark, wenn er das versuchte, und er hatte wohl nicht die Technik drauf, die mein Augenarzt hatte. Schließlich gab er nach zig Versuchen dann auf. - Somit war mein Auge nun nicht ganz zu 100 Prozent untersucht worden, aber soweit er es betrachten konnte war die Netzhaut okay!
Wegen den Eintrübungen beruhigte er mich. Sie werden sich von selbst wieder auflösen, aber es kann wirklich einige Wochen dauern. 


Da die Pupille durch die Tropfen noch riesengroß war  ging ich erst mal mit Sonnenbrille nach hause und erst am späten Nachmittag, zunächst ebenfalls mit Sonnenbrille, nach in die Arbeit.


Inzwischen zeigen meine Sehtests, die ich zuhause immer mit dem linken Auge mache, dass ich schon viel weniger verschwommen sehe, als noch vor einer Woche.

Samstag, 27. Oktober 2012

Von Hilflosigkeit zu mehr Weite....

Augenarzt-Termin hatte ich seit meinem letzten Beitrag keinen mehr.
Das Auge ist noch etwas geschwollen und auch der Glaskörper ist noch etwas getrübt. Laut Augenarzt gibt sich aber von selbst.... wird jedoch eine Weile dauert - so hoffe ich all das bewegt sich im grünen Bereich.
Richtige Blitze habe ich in letzter Zeit keine mehr gesehen. Ab und zu ein leichtes Flackern, wo ich dann jedoch nicht so sicher war, ob die Ursache im Auge liegt, oder im Außen......

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Insgesamt hatte mich dieses Thema doch sehr gestresst.... und war am Anfang auch richtiggehend ein Schock für mich.
Nur nach und nach ist es mir gelungen,
überhaupt Schritt für Schritt wieder zu mir zu kommen, so dass ich den Schock und die Angst überhaupt wahrnehmen konnte..... (was ja auch ein erster Schritt der Verarbeitung war).

Wenn es um Dinge geht, wo ich etwas wichtiges falsch machen könnte - was dann schlimme Folgen haben könnte - da fällt es mir garnicht leicht, in die Zustimmung zu gehen. Und genau diese Angst war ja da: Die Angst im Bezug auf die Behandlung meines Auges oder der Ärzte falsche Entscheidungen zu treffen, oder irgendein Symptom zu übersehen, und somit dann selbst Schuld daran zu sein, wenn ich dann eine dauerhafte Sehbehinderung davontrage. - Hier war dann auch mein ganzes Zustimmungs-Wissen nicht greifbar.... sondern ich meinte, durch innerlichen Stress die Situation irgendwie unter Kontrolle halten zu können.

Gleichzeitig merkte ich in meinen Sitzungen, dass ich das Ganze überhaupt nicht unter Kontrolle habe - kein Bisschen. Hier ist etwas am Wirken, das Passiert, oder eben nicht passiert, und das weit über mich hinausgeht, auf das ich keinen Einfluss habe.

Sehr deutlich war in meinen Sitzungen auch das Thema, das Ganze nicht unter Kontrolle zu haben, nichts tun zu können, nichts kontrollieren zu können. - Es wäre ja nicht auszuschließen gewesen, dass es noch Komplikationen gibt und/oder weitere Löcher in die Netzhaut gerissen werden.
Aber das Ganze war und ist nicht kontrollierbar - es ist etwas Größeres, vielleicht Schicksalhaftes hier am Wirken.
Es war schwierig, als ich bemerken musste, wie wenig ich unter Kontrolle haben kann  - und gleichzeitig heilsam, als ich hier dann doch etwas in die Zustimmung gehen konnte.

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Mitte der Woche konnte ich dann einen telefonischen Termin mit Joel bekommen.
Ich hatte auch deshalb um diesen Termin gebeten, weil ich den Eindruck hatte, an diesem Thema würde auch etwas weit über mein Persönliches hinausgehendes dranhängen. - Etwas aus früheren Leben, etwas was Vorfahren passiert ist, etwas Kollektives vielleicht???
Da habe ich mich dann auch nicht alleine herangewagt!

In der telefonischen Sitzung begleitete Joel mich durch eine Art Innen-Raum-Reise.

Als ich während der 'Sitzung' meine Aufmerksamkeit auf das linke Auge richtete, spürte ich in dem Auge ein Ziehen. Auch da war wieder die Angst da, etwas Schlimmes könnte passieren, etwas könnte nicht in Ordnung sein.

Nach kurzer Zeit  merkte ich dann mit Erstaunen, dass, während mein ganzer Körper sehr angespannt war, das linke Auge als Einziges einen entspannten, ja offenen und weiten Eindruck in mir hinterließ.

Joel leitete mich dann so an, dass ich auch beim Auftreten starker Angst nicht in die (innerliche) Enge gehen musste, sondern ich mich ganz weit machen konnte, dies einfach wahrnehmen konnte....
Ich kam dann auch aus der InnenSpirale, wieder heraus, bei der man sich immer mehr von der Welt abschottet und Isoliert sieht. - All das was ich erlebte und fühlte ist eine menschliche Erfahrung, etwas, was viele Menschen schon vor mir erlebten oder heute erleben. Es ist eine Erfahrung, die sicherlich auch in meiner Ahnenkette schon zigmal gemacht wurde.

Mir kam dann in meinem Inneren das Bild von einem Kriegs-Gemetzel, mit einer leeren Augenhöhle oder ausgestochenen, blutenden Augen. - Dann kam mir mein Opa mütterlicherseits in den Sinn. Der einzige Opa, die ich nie kannte, weil er im zweiten Weltkrieg in Russland gefallen war.

In mir kam dann die Unsicherheit auf, inwiefern ich dies als real sehen sollte.
Aber Joel meinte, ich soll meinen Opa einfach mit dazunehmen, ganz egal, wie viel mein Erleben nun mit tatsächlichen Ereignissen zu tun hat.
...

Nach einer Weile ließ Joel mich dann die Sätze zu ihm sagen, die man in Familienaufstellungen sagt, so dass ich sein Schicksal, all das was er erlebt oder vielleicht getan hat ganz bei ihm lasse - und ihm somit auch seine Größe und Würde ganz lasse.

Ich war dann froh, mit ihm in Kontakt gekommen zu sein.
Dieser Opa war in meinem Innern irgendwie eher ausgeschlossen gewesen..... auch deshalb weil er das einzige Großeltern-Teil war, den ich nicht kannte...........

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Heute nun habe ich meine Aufmerksamkeit nur auch wieder mehr auf meine innerlichen Zustimmungs-Tools gerichtet. Es gibt je einiges, dem hier innerlich zugestimmt werden kann:  * den Problemen, die ich jetzt noch mit dem Auge habe,   * der Tatsache, dass ich überhaupt in solch eine Situation gekommen bin,   * der Hilflosigkeit,   * der Angst,   * der Möglichkeit, dass alles ja auch schlimmer kommen könnte und   * der Möglichkeit, dass ich durch irgendeinen Fehler oder eine Unachtsamkeit mich vielleicht sogar selbst in eine schlimmere Situation manövrieren könnte.....

Und ich erinner(t)e mich nun wieder:  Das Wesentliche über das Zustimmen ist rechts oben hier im Blog in wenigen Sätzen essentiell zusammengefasst!!!

Samstag, 20. Oktober 2012

Augenprobleme - Äußerliches und Innerliches

Für mich war die Geschichte mit dem linken Auge schon ein rechter Schock.

Während ich am Donnerstag vor einer Woche beim Augenarzt einer bekannten Münchner Augenarztpraxis saß hatte ich immer noch die Hoffnung, dass sich eine harmlose Erklärung zeigen würde, für all meine Symptome: die Blitze vom Vortag, der starke Blitz am Morgen und die tausende von schwarzen Punkten, welche dreidymensional im Raum schwebten.

Leider klärte mich der Augenarzt dann über die Sache mit dem Glaskörper auf und erläuterte mir, dass meine Netzhaut einen Einriss bekommen hätte.
Normalerweise kann man dies mit dem Laser behandeln, jedoch war dies bei mir nicht möglich, das die Wunde zu sehr an der Seite des Auges war.
Ich wurde daher gleich in die der Praxis angeschlossenen Augenklinik geschickt, wo die betroffene Stelle des Auges mit minus 80 Grad Celsius vernarbt werden sollte, um die Wunde zu schließen.

Ich versuchte dann soweit es mir möglich war in Einklang mit der nun sowieso nicht zu ändernden Situation zu kommen. War dann aber vor und während der OP sehr angespannt und im Stress.
Die OP selbst dauerte wohl so 15 Minuten. Es tat nicht weh, da das Auge lokal betäubt war, aber ich war froh, als er dann endlich fertig war und aufhörte, an meinem Auge herumzubasteln.

Da ich keine Beruhigungsmittel bekommen hatte sprach nichts dagegen, mich nach einer Nachuntersuchung mit einer Augenklappe auch ohne Begleitperson in die Freiheit zu entlassen.- Meine Freundin hatte ich den ganzen Tag nicht erreichen können, also machte ich mich alleine (und weil ich Lust auf Bewegung hatte zu Fuß) auf den Weg nach hause..... ganz vorsichtig an jeder Kreuzung zig mal einäugig nach rechts und links schauend.

Zu Hause setzte ich mich dann mit geschlossenen Augen aufs Bett, um in mich hineinzuspüren und irgendwie so gut es ging mit dieser Situation in Einklang zu kommen.  - Ich wahr jedoch noch sehr außer mir und wohl auch noch in einer Art Schockzustand.

Ich sah dann noch weitere Blitze, und hatte die Befürchtung, dass vielleicht gleich nochmals ein neues Loch entstehen könnte......


Am nächsten Tag bei der Nachuntersuchung wurde die Augenbinde dann abgenommen. Er war dann soweit alles Okay.
Sollte es am Wochenende weitere Blitze oder andere Probleme geben, dann könnte ich über eine Notfall-Nummer Kontakt mit der Klinik aufnehmen.
Ich war dann jedoch am Wochenende auch noch erkältungskrank, so dass ich trotz weiterer Blitze erst am Montag dann wieder als Not-Patient in die Praxis ging. Zum Glück wurde keine neue Netzhautbeschädigung gefunden.

Auch Montagabend gab es dann wieder Blitze.
Für mich war es eine schwere Belastung, dass sich das mit den Blitzen immer weiter fortsetzte.
Aber ich musste mich der unangenehmen Situation wohl stellen.... und ging auch am Dienstag wieder als Not-Patient in die Praxis.
Es wurde wieder nichts festgestellt und der Arzt meinte nach der Untersuchung, dass ich wahrscheinlich noch eine Zeitlang weiterhin Blitze sehen werden. Ich soll jedoch nur noch in die Praxis kommen, wenn irgendetwas besonderes auftritt.

Für mich war das dann erst mal auch eine Erleichterung, weil ich nun nicht mehr ängstlich-gebannt auf jeden Blitz schauen musste.
Ich hatte auch Dienstag- und Mittwoch-Abends Blitze, jedoch hatte ich am Donnerstag ja sowieso einen Nachuntersuchungstermin, bei dem dann auch alles Okay war.
Leider gibt es nun erst wieder in 3,5 Wochen einen Termin, und ich habe doch Angst, dass inzwischen unbemerkt eine neue Netzhautbeschädigung auftreten könnte. (Der Augenarzt meinte, dies würde ich merken, weil der Blitz dann besonders hell und deutlich auftreten würde und wahrscheinlich auch neue Eintrübungen auftreten würden......

Da ich die ganze Zeit auch Erkältungskrank war, und sowieso viel Zeit im Bett verbrachte,
war es für mich nicht sooo schlimm, dass ich von Donnerstag bis Donnerstag überhaupt nichts lesen durfte.

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Am Donnerstag nach der OP hatte ich ja schon versucht, wieder zu mir zu kommen.
Ab Freitag war ich dann in der Wohnung meiner Lebensgefährtin, und da es mir nicht so gut ging kam ich erst am Dienstag und Mittwoch wieder dazu, mal wieder richtige 'Sitzungen' mit mir und meiner Augenproblematik zu machen:

Zunächst bemerkte ich, wie mir der Schock noch in den Knochen saß. Ich blieb dann erst mal dabei, einfach dies wahrzunehmen.

Dann bemerkte ich auch eine große Angst: Die Angst, dass das was schief-laufen könnte, weil ich etwas falsch mache.
Ich merkte, gegebene Tatsachen schrecken mich nicht so sehr, wie Situationen, in welchen ich etwas entscheiden muss oder etwas gegenüber Ärzten durchsetzen muss, um gegebenenfalls Schaden abzuwenden.
Beispielsweise in dem Traum vom bevorstehenden Tod, den ich vor etwas 2 Jahren mal hier reinstellte, war ich nicht so sehr gestresst, weil ich wusste, dass es nichts mehr zu tun gab, weil der Tod nicht mehr zu verhindern war. - Ja, mit unabänderbarem Schicksal kann ich innerlich schon in Einklang gehen, aber wenn ich die richtigen Entscheidungen treffen und die richtigen Aktionen tätigen muss, dann komme ich innerlich sehr in Stress.
So habe ich die 'Sitzungen' auch dafür verwendet, um einfach nur diese Angst wahrzunehmen...... so dass ich auch mit ihr etwas mehr in Einklang kam..... und durch sich nicht mehr so gestresst war.


Insgesamt bin ich wegen dem Augen-Thema innerlich jedoch noch nicht zur Ruhe gekommen. Es ist deutlich besser, jedoch immer noch sehr viel Stress.
Ich habe auch schon versucht, mit Joel einen telefonischen Termin zu vereinbaren, jedoch war er diese Woche nicht zu erreichen.
So oder so werde ich an diesem Thema dranbleiben.

Augenprobleme - Kurzversion

Ich war nun eine Weile nicht hier im Blog.
Grund waren (am Donnerstag, 11. Oktober, ) plötzlich auftretende Probleme mit meinem linken Auge, was sogar in einer
unerwarteten kleinen ambulanten Not-OP
mündete und nun immer noch zu Seh-Problemen führt.


Die Kurzversion ist, dass bei mir die Glaskörper (Link zu "Glaskörper" bei Wikipedia), gelartige, durchsichtige Substanz im Auge, in Bewegung geriet uns sich dadurch von der Netzhaut löste. (Dies ist nach Ansicht des Augenarztes nicht sooo schlimm.)

Dabei wurde bei mir jedoch auch die Netzhaut verletzt, so dass ein kleines Loch entstand.
Dies ist gefährlich, da dadurch Flüssigkeit hinter die Netzhaut gelangen und diese sich dadurch ablösen kann.
Aus diesem Grund musste am Donnerstag, den 11. Oktober, in einer kleinen Not-OP diese Stelle von außer vereist werden, so dass eine Narbe entsteht, welche das Loch schließt.

Nach dieser OP sollte ich dann eine Woche lang nichts lesen, weil erst nach einer Woche, die Wunde endgültig und fest vernarbt ist. Die vielen Augenbewegungen, welche beim Lesen auftreten, könnten Flüssigkeit durch die Wunde und somit hinter die Netzhaut drücken. - Diese Woche ist nun vorbei, und die Wunde laut meinem Augenarzt schön vernarbt.

Derzeit habe ich jedoch noch große Sehprobleme links. Erstens ist die Pupille (wohl wegen der vielen Untersuchungen) immer noch sehr groß und lichtempfindlich. Und zweitens gibt es noch allerlei Rückstände im Glaskörper, so dass ich keine klare Sicht habe. - Laut Augenarzt gibt sich beides noch.

Leider habe ich anscheinend immer noch Bewegungen im Glaskörper, denn ich sehe bei Dunkelheit oder in dunklen Räumen hin und wieder immer noch Blitze.
Somit bleibt ein Rest-Risiko, dass sich vielleicht nochmals eine Wunde in der Netzhaut bildet.
Ich habe etwas Angst, dies dann vielleicht nicht rechtzeitig zu bemerken.....
Der Augenarzt jedenfalls wollte mir erst in 3,5 Wochen wieder einen Termin geben, obwohl ich angesichts der weiter auftretenden Blitze zweimal nachfragte, ob es nicht besser wäre, das Auge regelmäßig zu überprüfen....  - Nur wenn Außergewöhnliches auftritt, also etwas das über diese Blitze hinausgeht, dann soll ich wieder als Notfall vorbeikommen. Aber kann man das immer so klar entscheiden?

Freitag, 5. Oktober 2012

Blickwinkel auf die Eltern

Wodurch wollen wir eigentlich geprägt sein?
Durch das,
was der Vater in seiner Verstrickung getan hat,
oder durch das, was er in seinem
Herzen gerne getan hätte?
Aus Hunter Beaumont's Buch
- "Auf die Seele schauen" -
(ich werde es noch vorstellen).

Samstag, 29. September 2012

Die Nilpferd-Qualität

Der regelmäßige Biodanza-Kurs (hier ein Link zu Wikipedia), an dem ich eigentlich teilnehmen wollte, kam letzte Woche ja leider nicht zustande. Aus diesem Grund habe ich an diesem Donnerstag die Chance genutzt, an einem offenen Biodanza-Abend unter dem Titel "Der Tanz des Nilpferds" teilzunehmen.

Leider war der Start für mich dann zunächst etwas stressig:
An diesem Abend gab es auf der U-Bahn-Linie eine Störung. Somit brauchte meine U-Bahn für eine Strecke, welche sie sonst in 12 Minuten zurücklegt, so etwas 35 Minuten...... Ich überlegte während der Fahrt, ob ich das ganze nicht abbrechen sollte, da ich mehr als 20 Minuten zu spät kommen würde und die anderen bestimmt schon mitten in Tanzen waren. - Da ich mich jedoch schon auf den Kurs gefreut hatte, entschied ich mich, es trotzdem zu versuchen.

Im Studio angekommen zog ich Schuhe und Jacke aus und ging in den Raum - um zu fragen, ob ich noch mitmachen kann. - Die Anderen saßen jedoch noch auf ihren Decken. Ich wurde willkommen geheißen, entschuldigte mich wegen meiner Verspätung, und erfuhr, dass die Anderen sich bisher nur vorgestellt hatten und es gerade einen kurzen Einführungs-Vortrag über die speziellen Eigenschaften des Nilpferds gab.

In diesem Kurs waren wir wieder nur so wenig Teilnehmer, außer mir gab es nur 4 Frauen und die Kursleiterin. (Bei dem "Tanz des Tigers" waren es anscheinend 17 Teilnehmer gewesen.)
Zwei von den Frauen, fand ich attraktiv, insgesamt waren jedoch alle Teilnehmer recht angenehme Personen.

Wie bei letztenmal sollte man am Anfang dann gleich wieder Anderen im Tanzen oder Bewegen begegnen. Ich nahm mir bewusst Aufmerksamkeit, um zu bemerken, wie ich im Kontakt mit Anderen (besonders wenn dann auch noch Blickkontakt hinzukam) den Kontakt zu mir verlor. Ich konnte mich dann nicht mehr so richtig spüren..... und fand es dann auch schwierig, im gemeinsamen Tanz meine eigene Bewegung zu finden. Mein Eindruck war eher, dass ich nur auf mein Gegenüber reagiere.

Die eine Teilnehmerin fand ich besonders attraktiv, zugewandt, ruhig und angenehm..... und es kamen mir dann die Gedanken, dass ich doch bestimmt sehr unsicher wirken und somit unangenehm auffallen würde.
Nach einem sehr kurzen Augenblicks innerlichen Stresses  
  kam ich dann jedoch innerlich gleich in ein ".... auch das gehört dazu!
Ja, falls ich überhaupt tatsächlich unsicher gewirkt haben sollte, dann gehörte das in diesem Augenblick dazu: Zu mir. Zu der Begegnung. Zu diesem Kurs. Zu dem Gesamten, was wir dort gemeinsam aufgebaut und erlebt haben.

Und auch ein anderes Thema kam dann in mir noch ins Spiel: Auch wenn es in diesen Kursen je eher um geschlechtsneutrale Begegnung geht - für mich wurde dann deutlich, dass ich nun mal ein Mann bin, und sie nun mal eine Frau ist. - Aber auch das Auftauchen dieses Themas gehörte mit dazu....

Nachdem es am Anfang mehrmals eher um Begegnung ging, kam dann ein Teil, in dem jeder nur mit sich selbst und in sich selbst (mit geschlossenen Augen) mit der Nilpferd-Qualität in Kontakt treten sollte.
Dabei konnte ich dann wahnsinnig gut mit mir selbst in Kontakt kommen, so dass sich dies sehr gut für mich anfühlte.

Dann gab es noch eine sehr schöne Begegnung, in welcher wir und alle in der Mitte mit den Händen begegneten. - Und dann war es leider schon zu Ende, und es gab nur noch den Abschieds-Kreis......


Ich fand den Kurs als Ganzes sehr angenehm und habe den Eindruck, dass er mir sehr gut getan hat. - Und ich konnte ihn außerdem auch gut dazu nutzen, mich meinem Kontakt-Thema zuzuwenden und mir das näher anzuschauen.....
Interessant ist für mich auch, wie ich mit diesen Situationen jetzt umgehen konnte. In einem Fall habe ich Beispielsweise damit experimentiert, das End-Bild meiner Familienaufstellung - also meine Eltern (mein Vater) als Stärkung im Rücken - mit in die Begegnung hineinzunehmen.

Im April und Juni dieses Jahres hatten intensive Kontakt-Situationen in Gruppen ja noch ... (man könnte wohl sagen) ... ein Nähe-Trauma in mir reaktiviert! (Siehe Beiträge unter den Schlagworten "Thema 'Kontakt'" und "Unterbrochene Hinbewegung,")
Jetzt in diesem Kurs zum Beispiel konnte ich mit diesem Thema jedoch sehr gut umgehen - obwohl es teilweise ähnliche Situationen waren, nämlich solche, in welchen ich auf jemanden zugehen muss.

Montag, 13. August 2012

Erwartungen weit übertroffen

Am Samstag fuhr ich  zum  1. K!KG-Tag  nach Frankfurt. Meine Lebensgefährtin begleitete mich, was mich sehr gefreut hat. - Wir müssten  ich an diesem Tag schon um 05:00 Uhr das Haus verlassen. Wieder zu hause waren wir dann so etwa um 23:10 Uhr.

Aber der Aufwand hat sich voll und ganz gelohnt, denn der Tag hat in jeder Hinsicht meine Erwartungen mehr als übertroffen!


Das Tagungshotel liegt relativ zentral in Frankfurt, so dass die Straßenbahnfahrt nur 10 Minuten dauerte.....

Als wir ankamen traf sah ich gleich eine Gruppe von Leuten aus meiner alten Gruppe stehen. Ich habe mich sehr gefreut, nun verschiedene mir sehr lieb gewordene Menschen nach nun 8 Monaten in diesem Rahmen wiederzusehen. Insgesamt war etwa die Hälfte dieser Gruppe anwesend.
(Wir waren ja die erste Gruppe überhaupt, die eine richtige Ausbildung zum K!KG-Trainer bzw. Begleiter durchlaufen hatten. Ich selbst war damals Quereinsteiger und hole derzeit mein letztes Ausbildungsjahr in einer anderen Gruppe nach.)

Dann sah ich, dass verschiedene Teilnehmer meiner neuen Gruppe draußen in Innenhof platz genommen hatten. Auch hier war im Laufe des Tages etwas die Hälfte der Gruppe anwesend. Ich bin dann nach draußen, und habe auch sie begrüßt.

Insgesamt wirkte der Innenhof  sehr gemütlich, aber auch die Räume waren sehr ansprechend.
Neben dem großen liebevoll dekorierten Raum, in welchem die Erlebnis-Vorträge mit den Übungen stattfanden, gab es noch den Marktplatz, mit verschiedenen Flyern, Kurs-Ausschreibungen, .... Es gab auch  einen  kostenloses 36-seitigen Skript, welches, aufbauend auf den Einführungsvortrag die Zugänge zur PrEssenz anhand von ausführlichen Texten und Übungsbeschreibungen erläuterte.
An der Kasse wurden die Essensmarken verkauft, außerdem gab es hier die erste offizielle CD mit zwei von Joels Innen-Raum-Reisen  (Die Meditation "Ganz da sein", welche ich schon kannte, und außerdem "Eine Ahnung bekommen" in welcher es um die Begegnung mit den Ahnen geht).
Außerdem wurde hier eine professionell aufgenommene DVD von Joels Erlebnisvortrag  "Wachstumsräume öffnen" aus dem Jahr 2004 verkauft. (Ich werde über CD und DVD zu einem späteren Zeitpunkt nochmals etwas schreiben.)


Um 10:00 Uhr ging es dann los:
Insgesamt waren meiner Einschätzung nach etwa 70 Teilnehmer anwesend, wovon ich höchstens ein Drittel (aus meinen Gruppen und aus den Aufstell-Seminaren) kannte.
Soweit ich in Gesprächen herausfinden konnte waren mindestens 6 Neulinge da, die noch keinerlei Erfahrung mit dieser Methode hatten (meist waren es wohl Partner oder Freunde anderer Teilnehmer).

Zunächst begrüßte Joel Weser die Teilnehmer. Danach ging Jürgen Brilmayer, der ja von Anfang an dabeigewesen war kurz (für meine Begriffe zu kurz) auf die Entwicklung der K!KG-Arbeit ein.
Und danach erläuterte Joel seine Methode dann gleich anhand zweier Übungen, welche wir dann alle machten. Es ging darum, wie die eigene innere Haltung, die Begegnung mit anderen Menschen öffnen oder verschließen kann, und wie man mit "sich innerlich lösen" mit stressigen Situationen, mit Situationen, welche und so richtig  packen  umgehen kann.

Mir gefiel sehr gut, wie Joel auf die Fragen der Teilnehmer einging und diese in seine Einführung total integrierte.....
Durch die Übungen, aber auch einfach aufgrund der Resonanz-Wirkung von Joels innerer Haltung,  kam dann sehr schnell diese typische K!KG-Stimmung auf - die Weite, das "in-sich-nieder­gelassen-sein" - all das, was ich so sehr liebe, und von welcher ich mich so sehr anstecken lasse....
Das Ganze hatte sehr schnell eine Tiefe, wie ich sie nur von unseren Ausbildungsgruppen kenne. 

Wir sind ja extra so früh am Morgen losgefahren, um eben gerade Joel in der Einführungsveran­staltung zu erleben. - Mich interessierte auch sehr, wie er neuen Teilnehmern seine Methode nahe bringt, einfach so als Anregung für mich, der ich ja auch mal auf meine Art und Weise K!KG unter die Menschen bringen will.


Von 11:45 bis etwa 13:00 Uhr ging es um das Thema, wie K!KG im sozialen Bereich angewandt werden kann. Diesen Block teilten sich Jürgen und Werner, einer der ersten K!KG-Trainer aus meiner 'alten' Gruppe.
 
Werner betreut ehemalige Psychiatrie-Patienten und Menschen mit psychischen Schwierigkeiten, hilft ihnen mit alltäglichen Dingen des Lebens zurechtzukommen aber arbeitet auch mit ihnen an ihren psychischen Problemen. Ich fand es sehr interessant zu hören, wie ein ehemaliger Ausbildungs-'Kollege' von mir diese Methode in der Praxis anwendet, wie er verschiedene Dinge sieht, wie seine praktischen Erfahrungen sind.
Werner erzählte, wie ihm die innerliche K!KG-Haltung bei seiner Arbeit hilft, und wie er die Körper-Übungen in seine Arbeit integriert. - Das einzige was ich mir noch gewünscht hätte ist, dass er zur Auflockerung seiner Ausführungen dann auch eine dieser Übungen praktisch angeleitet hätte.

Das praktische Üben wurde dann von Jürgen nachgeholt, der außerdem darüber referierte, wie er K!KG bei der Arbeit mit "schwierigen" Kindern und Jugendlichen anwendet, die er im Auftrag von Schulbehörde oder Jugendamt betreut.


Für 7,50 Euro konnten wir dann ein richtig gutes Mittagessen bekommen,
und ich konnte beim gemeinsamen Essen erfahren, wie es Anderen aus der alten Gruppe inzwischen ergangen war....


Ab 14:30 Uhr ging es dann weiter zum Thema "Einsatz der K!KG-Arbeit im schulischen Bereich".
Zunächst startete Jörg Köhler, ebenfalls ein ehemaliger Ausbildungs-'Kollege' von mir. Jörg hat neben der K!KG-Ausbildung unter Anderem verschiedene Ausbildungen als Anti-Aggressivitätstrainer. Er berichtete uns aus seinem Alltag an der Hauptschule, jedoch auch von seinem Einsatz als Anti-Aggressivitätstrainer in der Justizvollzugsanstalt.
Auch Jörg stellte uns seine Lieblings-K!KG-Übungen vor, welche er oft bei aggressiven Jugendlichen anwendet, um ihnen zu zeigen, wie man auch auf andere Art und Weise mit vermeintlichen Angriffen umgehen kann.

Denn zweiten Teil dieses Themas wurde von Stephan Dröscher gestaltet. Stephan ist Lehrer in der Erwachsenenbildung und gibt K!KG-PrEssens-Seminare speziell auf die Bedürfnisse der Lehrer zugeschnitten. Stephan war ebenfalls Teilnehmer der ersten K!KG-Ausbildung, ist jedoch schon ein sehr alter Hase, der auch früher schon jahrelang an  K!KG-Jahresgruppen teilgenommen hatte. - Irgendwie merkte man ihm das auch an, in der Art und Weise, wie er über die K!KG-Arbeit in seinem Bereich referierte, und wie er die Übungen mit uns anleitete.


Da Jörg und Stephan kräftig überzogen hatten, ging es dann erst um 16:10 Uhr mit dem Thema "K!KG für Führungskräfte" weiter. Uwe (ich hoffe der Name stimmt), ein langjähriger Teilnehmer der speziellen K!KG-Fortbildung für Führungskräfte, berichtete uns, wie er K!KG mit seiner Tätigkeit als Unternehmensberater verbindet.

Anschießend übernahm Joel dann wieder, und leitete dann noch eine geführte Innen-Raum-Reise an.


Insgesamt fand ich es sehr interessant, wie die verschiedenen Referenten K!KG auf ihre ganz persönliche Art und Weise anwenden, und wie jeder dabei seine ureigenen Schwerpunkte hat und sieht.
Joel legte uns dann auch nochmals nahe, diese Methode wirklich auf unsere jeweils eigene Art anzuwenden - anders würde es sowieso nicht funktionieren -  und er ließ uns frei, diese Arbeit dann K!KG zu nennen, oder ihr auch einen anderen, eigenen Namen zu geben.


So gegen 18:25 Uhr war den offiziell Schluss, da wir jedoch den nächsten Zug sowieso nicht mehr erwischt hätten, ließen wir und dann noch jede Menge Zeit, um noch zu ratschen und uns in Ruhe zu verabschieden.

Mir hat der gesamte K!KG-Tag sehr gefallen und bin dort auch recht schnell in ein sehr positives Gefühl gekommen, welches ich sonst kaum kenne.....
Ich habe an diesem Tag wesentlich mehr mitbekommen, als ich erwartet hatte.


Auch meiner Lebensgefährtin hatte der Tag sehr gefallen. (Sie kannte Joel ja schon von K!KG-Seminaren und vom Familienstellen.) - Für ihr Empfinden waren es jedoch insgesamt schon zu viel Körperübungen, aber auch von meinem Empfinden her hätte man zum Schluss auch noch ein oder zwei Übungen weglassen können. (Bei richtigen Seminaren lässt man sich für die einzelnen Übungen etwas mehr Zeit - und tauscht sich hinterher etwas ausführlicher über das Erlebte aus. Dies hat dann am Nachmittag doch etwas gefehlt.)

Donnerstag, 2. August 2012

[Um Leben oder Tod]

Wir sind dazu konditioniert,
auf zahlreiche Situationen so zu reagieren,
als ginge es um Leben oder Tod,
obwohl dies eigentlich in nur sehr wenigen Situationen angemessen ist.
[....]
Im Jetzt sind wahrgenommene Bedrohungen
nichts anderes als Umstände,
mit denen wir uns auseinander setzen müssen.

aus "immer im JETZT"
von Shannon Duncan [*]
[*] Siehe Seite 91 von "Immer im Jetzt. Das Praxisbuch zum Leben in der Gegenwart";
Autor: Shannon Duncan; Verlag: Integral; Auflage: 1 (2003);

Mittwoch, 1. August 2012

Nachtrag zum Nachtrag

Man kann sich übrigens ganz bewusst einer bestimmten Person zur Verfügung stellen - als eine Art Experiment. - Und dann kann man wechseln, und sich dieser Person ganz bewusst 'Nicht mehr zur Verfügung stellen'. - Somit kann man den Unterschied erspüren..... und vielleicht auch bemerken, ob und wie man sich dieser Person vielleicht manchmal tatsächlich zur Verfügung stellt.

Diese Übung stammt aus Kapitel 3 von Olaf Jacobsen's "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung". Sie kann auch in dem kostenlosen Buchauszugs nachgelesen werden (sie steht dort ganz am Ende), wo sie ausführlicher beschrieben wird..

Montag, 30. Juli 2012

Nachträge - 'Zur Verfügung stehen'

In seinem Kommentar zu "Verletzt durch einen Anderen II" ging Uwe (Link zu Uwe's Kommentar) auf "Schuldgefühle als Grundlage der Abgrenzungsproblematik" ein.

Ich schrieb dann in meinem Antwort-Kommentar weiter unten, dass man eigentlich gar keinen langen Diskurs mit sich selbst führen muss, ob die Schuldgefühle nun gerechtfertigt sind oder nicht - wenn sie da sind, dann kann man sie auch einfach zum Anlass nehmen, 'den Schuldgefühlen ganz zuzustimmen'. - Dann wenn man zugestimmt hat, braucht man sich nicht mehr gegen eine (reale oder eingebildete) Schuld wehren, und wird somit in dieser Hinsicht wieder ganz frei!

Eine andere hilfreiche Methode wäre sicherlich auch "Nicht mehr zur Verfügung stehen" anwenden. - Damit meine ich, der Erwartungen, bei einer Abgrenzung Schuld empfinden zu müssen, nicht mehr zur Verfügung zu stehen. (Ich bin gespannt, ob dies funktioniert.)

---  --- ---

Ich sehe diesen Satz von Jacobsen übrigens nicht als Affirmation,  welche ganz pauschal ausgesprochen wird und dann alle nur erdenklichen Situationen des Leben auf einen Wisch erschlägt.
Sondern ich sehe es eher als Entscheidung:
    Wenn ich erkenne, ich stelle mich hier wohl gerade jetzt für etwas zur Verfügung, mich dann zu entscheiden, mich jetzt nicht mehr zur Verfügung zu stellen.

Mich nicht mehr zu Verfügung zu stehen ist, zumindest so wie ich es betrachte und erfolgreich angewandt habe, auch nichts, was gegen einen Anderen gerichtet ist.
Es hat vielmehr nur mir mir zu tun:
    Bisher habe ich mich zur Verfügung gestellt, und nun tue ich das eben nicht mehr.
Das ist wohl mit dem Abgrenzen gemeint, bei dem die Handflächen auf einem selbst zeigen.

Samstag, 28. Juli 2012

Nicht mehr zur Verfügung stehen

Letzten Freitag sah ich im Buchgeschäft ein Buch, von welchem ich schon vor Jahren mal gehört hatte. Es ist das Buch "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung Wie Sie sich von belastenden Gefühlen befreien und Beziehungen völlig neu erleben" von Olaf Jacobsen. Wie der Zufall so will, hatte eine Bekannte mich vor ein paar Wochen auf die „Freien Systemischen Aufstellungen“ nach eben gerade diesem Jacobsen angesprochen..... Jedenfalls war dann die Neugier so groß, dass ich am Samstag nochmals in die Stadt fuhr, um mir das Buch in Ruhe zu Gemüte zu führen.

(Ich mache es oft so, dass ich in Buchgeschäften schon ausführlich in Büchern lese. Manchmal kaufe ich die Bücher dann nicht, weil da Sachen drin stehen, die für mich nicht stimmig sind, oder die ich schon kenne. Und oft kaufe ich die Bücher dann auch, um sie zuhause nochmals in Ruhe zu lesen und darin herumzumalen, um mir die für mich relevanten Stellen zu markieren.)

Für meine Begriffe ist dieses Buch sehr ungünstig strukturiert. Es gibt einige Perlen(!), die jedoch nicht leicht zu finden sind:

Eine der Kernideen des Buches ist, dass wir sehr oft nicht nur unsere eigenen Gefühle fühlen, sondern etwas von Anderen übernehmen.....
Etwa 80% des Buches beschäftigen sich damit, den Leser durch Theorien, Zitate, Geschichten oder Übungen von der Wahrheit dieser These zu überzeugen. Dies ist auch legitim, sollte jedoch meiner Ansicht nach nicht kreuz und quer durchs gesamte Buch verstreut sein, sondern in eigens dafür vorgesehenen Kapiteln.

Für mich persönlich sind diese 80% des Buches nicht wichtig, da ich dies durch meine Erfahrungen mit K!KG und mit Familienstellen schon längst als Tatsache erkannt habe.
Für mich ist ganz klar, dass man manchmal Gefühle hat, welche in Wirklichkeit einem Vorfahren gehören (und welche man dann mit Liebe und Achtung wieder zurückgeben kann), oder dass man manchmal Gefühle von anderen Menschen fühlt, welche sich gerade in der Nähe befinden.....

Was für mich als Gedanke allerdings neu war ist, dass man manchmal auch Gefühle fühlt, welche eine Antwort auf unterdrückte Gefühle des Gegenübers sind, also dass man z.B. Angst fühlt, wenn man es mit einem kräftigen aber ganz freundlichen Gegenüber zu tun hat, weil man insgeheim seinen unterdrückten Groll auf die Welt wahrnehmen kann.....

Was Jacobsen auch sehr schön auf den Punkt bringt ist, dass wir im Kontakt mit anderen Menschen oft in feste Rollen hineinrutschen - und dann dieser Rolle gemäß fühlen und handeln. (Diese These hatte ich auch schon früher gehört, sie hatte sich jedoch damals für mich noch nicht wirklich mit Leben gefüllt, wie sie es jetzt tut. Jedenfalls fühlt sich diese These von Jacobsen aufgrund meiner Erfahrungen auch sehr stimmig an.)

Das kann man sich wie bei einer Familienaufstellung vorstellen. Bei der Familienaufstellung stellt man sich freiwillig als 'Stellvertreter eines Familienmitglieds' des Klienten zur Verfügung. Wenn man also der Stellvertreter des Vaters des Klienten ist, dann fühlt man wie dieser Vater und übernimmt, ohne ihn zu kennen oder etwas über ihn zu Wissen dessen Verhaltensweisen...
Man ist sich zwar seiner tatsächlichen Identität weiterhin voll bewusst, stellt sich jedoch gleichzeitig zu Verfügung und denkt und fühlt auch wie der Andere.

Doch während man sich in der Familienaufstellung freiwillig als Stellvertreter eines Familienmitglieds des Klienten zur Verfügung stellt, passiert dies laut Jacobsen auch im täglichen Leben und hier meist völlig unbemerkt.
Man trifft einen anderen Menschen und wird ohne es zu bemerken in sein System gezogen, wird zu einem Stellvertreter in seinem System.... fühlt und handelt, wie man normalerweise und bei allen anderen Menschen nie fühlen oder handeln würde....
(Umgekehrt kann es natürlich auch sein, dass der Andere ganz unbemerkt als Stellvertreter in mein System gezogen wird. Dann verhält sich die andere Person vielleicht so kontrollierend wie meine Mutter, obwohl er oder sie dies sonst eigentlich nie tut.)

Ich habe in dem Buch jedoch (auf die Schnelle) keine zufriedenstellende Information gefunden, wie man wirklich bemerken kann, wem ein Gefühl denn nun wirklich gehört oder wer gerade für wen und in welcher Stellvertreter-Rolle steckt.
Ich selbst kenne das aus einem Buch von Bertold Ulsamer jedoch  so, dass man während einer Familienaufstellung folgende Fragen stellen kann: 
"Wem gehört das Gefühl?"(also beispielsweise "Wem gehört die Wut?)
und auch "Auf wen bezieht sich das Gefühl?". (Die zweite Frage sollte man präzisieren, also z.B. fragen "Vor wem habe ich Angst?" oder "Auf wen bin ich in Wirklichkeit so wütend?".)
Diese Fragen stelle ich mir manchmal, wenn ich einfach nur dasitze und meine Gefühle fühle....
Oft machen diese Fragen systemische Zusammenhänge deutlich.


Ein Zaubersatz, und die größte Perle aus Jacobsen's Buch ist jedoch der Satz:
"Ich stehe nicht mehr zur Verfügung"!
Diesen Satz kann man anwenden, wenn man Gefühle für einen Anderen fühlt,
wenn man die Sog spürt, ungewollt als Stellvertreter in eine Rolle gezogen zu werden,
oder auch wenn man auf andere Art und Weise von jemandem für etwas vereinnahmt wird.

Ich habe ihn letzten Montag früh gegen die innerlichen Übergriffe meiner verinnerlichten Mutter angewandt, und hatte den Eindruck, dadurch von ihr freier zu werden....

Am Dienstag oder Mittwoch habe ich bemerkt, wie ich einem unseren Geschäftsführer nicht auf dem Gang über den Weg laufen wollte, weil dieser für meine Begriffe immer sehr schräg mit seinen Mitarbeitern kommuniziert. Ich hörte ihn irgendwo auf dem Gang, zögerte dann etwas, mir einen Kakao holen zu gehen.... Dann kam mir: "Für eine schräge Kommunikation stehe ich nicht mehr zur Verfügung". - Dann bin ich meinen Weg in zum Kaffee-holen gegangen, und ihm dabei garnicht begegnet.
Meine innerliche Haltung, meine Ausrichtung war jedoch nach diesem Satz eine ganz Andere, es hat sich ganz anders angefühlt.

Am Donnerstag Abend rief meine Mutter dann an, weil sie wissen wollte, ob wir in zwei Wochen nun kommen oder nicht. In dieser Zeit kommt nämlich auch meine Schwestern mit meinen beiden Nichten.
Ich habe jedoch meine Urlaubsplanung noch nicht abgeschlossen, möchte mich auch nach dem Wetter richten und konnte daher noch nicht endgültig zusagen.
Im Gegensatz zu meiner Verinnerlichten Mutter ist meine Mutter, jetzt wo ich erwachsen bin, relativ harmlos. Trotzdem wollte sie mich dann (wie immer) dazu überreden, ihr zuzusagen, und nahm meine Aussage wegen des Urlaubs garnicht so richtig zur Kenntnis.
Normalerweise gehe ich dann dagegen an, und beharre dann noch mehr darauf, dass ich vielleicht in der Zeit im Urlaub bin. - Nun kam jedoch auch wieder innerlich der Satz: "Dafür stehe ich nicht mehr zur Verfügung". Ich sagte dann nur noch, "Ich weiß es jetzt noch nicht" und damit war die Diskussion dann von beiden Seiten beendet.

Zusammenfassend kann ich zu dem Buch sagen: "Hilfreiche Ideen - jedoch sehr schlecht strukturiert!" - Ich hatte mir gewünscht, dass folgende drei Teile klar voneinander getrennt sind:
1. Die Beweisführung, dass wir Gefühle anderer fühlen - einschließlich der Übungen und Experimente hierzu.
2. Klare Aussagen darüber, wie man bemerken kann, wessen Gefühle man gerade fühle.
3. Den Teil, in dem es darum geht, sich davon loszusagen.

Somit muss jeder wohl selbst entscheiden, ob sich der Kauf dieses Buches lohnt.
Ein kostenloses Probe-Kapitel gibt es übrigens hier.
(Es gibt noch ein neueres Buch mit ähnlichem Titel, zu welchem ich jedoch nichts sagen kann!)


Ich habe mir übrigens ein anderes Buch von Jacobsen bestellt - hierzu vielleicht in ein paar Wochen mehr!

Freitag, 27. Juli 2012

Abgrenzung-Wege

In diesem Beitrag geht es um verschiedene Möglichkeiten, mit Grenzüberschreitungen in eher nicht so engen Kontakten, umzugehen - also damit, wenn einem jemand ernsthaft auf die Füße tritt, wenn einem jemand ernsthaft die Butter vom Brot zu nehmen versucht.
Dabei soll dieser Beitrag keineswegs die Aussagen aus den Beiträgen "Verletzt durch einen Anderen" / "Verletzt durch einen Anderen II" oder den überaus interessanten Kommentaren hierzu, abmildern, sondern nur ergänzen.


Eine Möglichkeit mit Konflikten umzugehen ist, mit voller Power in die Konfrontation zu gehen.
Nehmen wir, um dies zu verdeutlichen, mal den Fall, jemand würde immer wieder abfällige Kommentare über dich von sich geben:
Ich war vor Jahren mal bei einer Bioenergetik-Therapeutin, die das sehr gut konnte. Es war eine dicke Frau, der man richtig ansehen konnte, wie gut sie mit dem Boden verbunden war. Aus dieser Erdung konnte sie (ohne irgendwie wütend oder aggressiv zu wirken) eine ganz gewaltige Power entwickeln und andere Menschen aus dieser Power heraus ganz direkt konfrontieren. (Ich habe dies mehrmals gesehen.)

Sie hätte sich in dem genannten Beispiel ihre gesammelte Kraft auf denjenigen gerichtet, der die abfälligen Bemerkungen über sie macht, und hätte aus dieser Kraft heraus klar und deutlich und ohne das geringste Zurückweichen gesagt: "Ich möchte nicht, dass du so über mich redest!" 
Die anderen trauten sich dann nicht, direkt zu widersprechen, machten jedoch manchmal ausweichende Ausflüchte. Sie hätte dann in diesem Fall nochmals mit derselben Erdung und Energie gesagt: "Hast du gehört!. Ich möchte nicht, dass du so über mich redest." Dabei hat sie den Anderen direkt angesehen, ihn direkt angesprochen, also nicht irgendwie an ihm vorbei.....
Meinst genügte dies dann, und der andere signalisierte dann irgendwie Zugeständnis.
Falls nicht, dann hätte sie es auch gebracht, noch ein paar Mal voll hineinzugehen.

Das Ganze funktioniert meiner Ansicht nach nur, wenn man ganz direkt und ohne zurückweichen voll seine Energie hineingibt und auch beim zweiten, dritten oder vierten Mal keinesfalls in der Power und Intensität nachlässt. Und es funktioniert nur, wenn die Power nicht nur gespielt ist, sondern wenn sie wirklich von unten, vom Boden, aus einer guten Erdung heraus kommt. Und es funktioniert nur, wenn man wirklich bereit ist, voll reinzugehen und deutlich mehr Energie hineinzugeben, als es das Gegenüber tut.


Ein ganz anderer Weg in solchen Situationen wäre, paradoxe Kommunikation und Verhaltensweisen einzusetzen.
Vor vielen Jahren habe ich mal einen Vortrag von  Hans-Ulrich Schachtner gehört, in welchem er auch ein damals frisch erschienenes Buch "Frech, aber unwiderstehlich!" vorstellte. Bei seinem Vorgehen werden Ansätze aus der Hypnotherapie mit Ansätzen aus der Provokativen Therapie zu einem Kommunikationsmodell vermischt.

In dem Vortrag brachte er unter anderem folgendes Beispiel:
Ein Mann, der in seiner Firma regelmäßig von einer Vorgesetzten niedergemacht wurde, bekam im Coaching folgenden Vorschlag:
Er sollte an einem Freitag Nachmittag mal in ihr Büro gehen. Dort sollte er herumstammeln, dass er ihr etwas sagen müsste, ...... noch etwas ausweichen, und dann schließlich sagen: "Was ich Ihnen schon immer sagen wollte. Es erregt mich sexuell total, wenn ich von Ihnen so niedergemacht werde." Dann sollte er das Büro verlassen, ins Wochenende flüchten und dieses Thema niemals mehr ansprechen.
Dies soll gewirkt haben. Die Vorgesetzte hat ihn seither nie mehr niedergemacht.

Ein anderes Beispiel, welches auch in diese Kategorie passt, stammt aus dem "Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung 1" Arist von Schlippe und Jochen Schweitze.
Dort wird beschrieben, wie eine Frau eine Familienberatungsstätte aufsuchte, weil es zwischen ihr und ihrem Mann regelmäßig krachte. Ursache war jedes mal, dass sie die Schiebetüre an dem gemeinsamen Kleiderschrank offenstehen ließ - und sich ihr Mann darüber total aufregte.
Sie empfand ihn als kleinlich und fühlte sich von ihm überwacht und kritisiert - er dagegen meinte, sie wolle ihn absichtlich missachten und ärgern - und so war mit der Zeit ein großes Beziehungsproblem daraus entstanden.
Das Beratungsteam sagte ihr schließlich, sie solle ihrem Mann ausrichten, dass es für die offenstehende Schranktüre eine tiefenpsychologische Erklärung gäbe: "Durch die offene Schranktüre würde sie ihrem Mann unbewusst ihre Bereitschaft vermitteln, mit ihm sexuelle zu verkehren."
Die Frau war mit dieser Erklärung nicht so zufrieden. Da das Beratungsteam sie jedoch dazu drängte, dies genau so ihrem Mann zu erzählen, tat sie dies dann auch.
Der Mann soll dann gesagt haben: "Einen größeren Blödsinn habe ich in meinem ganzen Leben noch nie gehört."
Trotzdem sieht er seitdem mit einem Lächeln über die offenstehende Schranktüre hinweg.  

Natürlich hat die paradoxe Gesprächsführung nur in Ausnahmen mit Sexualität zu tun. (Aber diese Beispiele sind irgendwie bei mir hängen geblieben.)

Doch nochmals zurück zu dem Buch von Schachtner.
Das Ganze war dann doch nicht so sehr mein Ding um den Aufwand zu betreiben, monatelang mit dem Buch selbst zu üben, oder ein Seminar hierzu zu besuchen.


Überhaupt - und das gilt für alle Ansätze, stellt sich die Frage: "Welchen Preis kostet mich die Abgrenzung und bin ich bereit ihn zu bezahlen?"
Andererseits besteht natürlich auch die Frage, "Was kostet es mich, wenn ich mich nicht abgrenze".
Somit hängt es vielleicht auch davon ab, um was es in dem aktuellen Konflikt eigentlich geht:
Ums "Rechthaben"?
Darum, einen Grenzübertritt abzuwehren?


Joel erzählte gleich am ersten Abend in meiner neuen Gruppe, dass er im täglichen Leben immer weniger dazu bereit ist, die "Einladung in Stress zu gehen", anzunehmen. (Er spricht von "Einladung in die Trennung zu gehen", aber was damit gemeint ist ist vielleicht nur Insidern voll zugänglich.)
Er erzählte, dass er zum Beispiel kürzlich im Supermarkt eine alte Frau in die Schlange an der Kasse vorgelassen hatte, weil die sich irgendwie an der falschen Stelle angestellt hatte. Hinter ihm hat dann jemand deswegen gemosert, und früher wäre er voll darauf eingestiegen. Doch diesmal merkte er, dass er nicht jeder Einladung zu folgen braucht.
Seine Weigerung, einer "Einladung in die Trennung zu gehen" zu folgen, würde übrigens nicht auf spirituellen Gründen beruhen, sondern auf ganz egoistischen: Er möchte sehr alt werden und sich deshalb einfach nicht mehr selbst schädigen!   

Wir machten dann hierzu gleich eine Körper-Übung zu zweit:
Einer war der Angreifer und der andere sollte zwar der angreifenden Hand ausweichen, seine Hauptaufgabe war jedoch, die angreifende Hand liebevoll zu umgarnen.
Als einige Teilnehmer dann allzu anstrengend versuchten, der angreifenden Hand auszuweichen, sagte Joel, wir sollen uns ruhig auch mal treffen lassen - damit wir sehen: Da passiert nichts Schlimmes.
Diese Übung ist natürlich sowohl für den "Angreifer" als auch für den "Angegriffenen" eine neue und verblüffende Erfahrung!!!


Aber Konflikte dürfen sein und in unseren Gruppen hat es manchmal auch schon richtig geknallt!
In solchen Fällen gab es immer den Raum für jeden, seine  Sichtweise dazu auszudrücken.
Manchmal hatten wir Anderen dann die Erwartung, dass diese Konflikte nun gelöst werden müssen, so dass am Ende dann irgendwie herauskommt, wessen Wahrnehmung nun richtig und wessen Wahrnehmung nun falsch war, was nun richtig und was nun falsch ist.
Doch derartige Erwartungen bleiben dann enttäuscht.
Jeder teilt seine Wahrnehmung mit - und jeder bleibt mit seiner Wahrnehmung völlig unangetastet.
Der Konflikt darf dasein, und es wird nichts damit und nichts dagegen gemacht!
Diese Energie kann im Raum bleiben und jeder ist mit seinem geachtet.
Das hat etwas sehr kraftvolles -
und ist sicherlich kraftvoller, als aus Angst vor einem offenen Konflikt gleich von einer 'neutralen Stelle' eine Lösung basteln zu lassen.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Die eigenen Grenzen wahren

Heute früh viel mir etwas ein, was ich vor etwa 17 Jahren mal auf einem Seminar erlebt hatte:

Eine Teilnehmerin sprach mit dem Kursleiter über ihr Abgrenzungsthema. Ich habe keine Ahnung mehr, worum es dabei genau ging. Ich weiß nur noch, dass sie während des Gesprächs immer wieder mit beiden Armen so eine abwehrende Bewegung machte, so als ob sie mit ihren Handflächen jemanden wegschieben wollte.....

Der Seminarleiter fragte dann irgendwann: "Warum willst du dich so abgrenzen?" - Dabei machte er ihre wegschiebende Bewegung mit beiden Händen nach.

Dann ließ er seine Hände in dieser Position stehen (also beide Arme zu 80% ausgestreckt, die Handflächen nach vorne). In dieser Position kam von ihm der Satz: "Warum grenzt du dich nicht so ab?" - Dabei drehte er beide Hände um, so dass beide Handflächen entspannt auf ihn selbst zeigten, während die Arme in dieser Position blieben.

Die Weisheit der anfahrenen Wand

Ich habe auch heute früh wieder für 25 Minuten eine freie Innen-Raum-Reise gemacht. Dabei habe ich mich nochmals meine verschiedenen Gefühlen zugewandt - und vor allem gemerkt, wie ich mich nun wieder deutlich besser fühle.

Am Samstag und Sonntag (und vielleicht auch vorher schon) hat sich im mir alles ziemlich negativ angefühlt - und es war in mir auch der Eindruck da, es geht überhaupt nicht mehr weiter.
Es war dann auch ein ziemlicher Druck in mir, dass es doch endlich mal weitergehen muss!!!

Den Titel "Gegen die Wand geknallt" habe ich für meine vorletzten Beitrag ganz bewusst gewählt.
Erstens, weil es sich irgendwie tatsächlich so angefühlt hat.
Aber zweitens auch, weil Joel auch immer wieder meint, dass man manchmal erst gegen eine Wand fahren muss, bevor sich dann eine neue Perspektive ergibt, und es wieder weitergeht.
(Er sagt, dass er als Leiter in fast jeder Familienaufstellung an den Punkt kommt, wo es absolut nicht mehr weitergeht und er keine Ahnung hat, wie es weitergehen könnte. Wichtig ist dann, einfach dabeizubleiben und "Ja" zu diesem Zustand zu sagen - bis das Ganze dann wieder seinen Weg findet. Und dies geschieht, wenn man diese innere Haltung einnimmt dann auch jedes Mal!)

Montag, 23. Juli 2012

Die Weite drumherum

Heute früh habe ich mich zu einer Innen-Raum-Reise in mich begeben.

Dabei habe ich jedoch von vornherein alle Möglichkeiten genutzt körperlich und innerlich  ' w e i t '  zu werden - und somit nicht nur das als problematisch empfundene Gefühl wahrzunehmen, sondern all das "viel mehr" drumherum.

Es hat sich dann recht gut angefühlt, obwohl ich mich andererseits zur Zeit auch nicht so gut fühle.

Irgendwie probiere ich zur Zeit gerade auch neue Möglichkeiten, mich innerlich gegen meine Mutter abzugrenzen. (Nicht gegen meine reale Mutter, sondern gegen das, was ich von ihr verinnerlicht habe.)
Falls sich bestätigen sollte, dass diese neuen Möglichkeiten der Abgrenzung mir auf merkbare Art weiterhelfen / weitergeholfen haben, werde ich diese auch hier im Blog vorstellen. 

Gegen die Wand geknallt

Ich habe das Gefühl, ich bin mit meinem Innenleben zur Zeit irgendwie gegen die Wand geknallt.....
und es geht nun nicht mehr weiter.

Ich fühle mich nicht gut,
Blockade,
Wut, Groll,
Traurigkeit....
und ich sehe noch keinen Weg weiter......

Jetzt am Abend habe ich mir mal meine ganz alten Beiträge über das Zustimmen durchgelesen.

Und mich danach mal hingesetzt und geschaut, was hiervon ich jetzt anwenden kann.
Es ist mir dann gelungen, ein Bisschen in die Zustimmung zu gehen.
Dann habe ich noch eine körperliche Übung  dazu gemacht, die man normalerweise eigentlich mit Partner macht und habe eine Übung gemacht um mich körperlich aus der Umklammerung dieser Situation zu lösen (wie im letzten Abschnitt meines Beitrags "Der Tao-Zustimmungs-Weg" beschrieben).

Nun habe ich den Eindruck, dass es zwischen mir und der Wand wieder etwas Raum gibt,
und dass es einen Raum gibt, der um mein unangenehmes aktuelles Befinden drumherum ist,
und der über mein aktuelles unangenehmes Befinden hinausgeht......

Donnerstag, 19. Juli 2012

Kommentare

Jeder ist übrigens herzlich eingeladen, sich an Diskussionen zu beteiligen!

Ganz allgemein sind mir Fragen und Anmerkungen, welche sich auf das Thema beziehen, bei allen Info-Beiträgen sehr willkommen. (Als Info-Beiträge sehe ich Beiträge, in welchen es darum geht, wie man auf gute Art und Weise mit sich selbst, mit anderen und mit dem Leben umgehen kann.)

Bei Zitaten und Sprüchen schalte ich die Kommentarfunktion dagegen gerne aus.
Hier geht es einfach darum, den Spruch auf sich wirken zu lassen - und, falls es passt - zu schauen, was man davon in sein eigenes Leben mitnehmen kann.

Bei meinen Tagebuch-Beiträgen sind gröbere Ratschläge nicht erwünscht.
Falls dir jedoch aus deiner Distanz heraus etwas auffällt, was ich in meinem Eingebunden-Sein oder Verstrickt-Sein nicht sehe, dann kannst du mir deine Wahrnehmung gerne mitteilen.

Samstag, 14. Juli 2012

Verletzt durch einen Anderen II

Uwe Habricht hat in seinem Kommentar zu meinen Beitrag „Verletzt durch einen Anderen“ einige sehr interessante und weiterführende Gesichtspunkte vorgebracht. Ich mag seinen Kommentar hier sehr empfehlen - und auch nochmals aus meiner Sicht auf das Thema eingehen:

Für mein Empfinden ist das was ich schrieb, so etwas wie der erste Schritt,
und das was du, Uwe, schriebst der ein-einhalbe oder zweite Schritt.

Seit ich im April zum ersten Mal mit der vom mir beschriebenen Sichtweise in Kontakt kam, dass in einer Verletzungssituation in Wirklichkeit ja BEIDE verletzt sind, bin ich fasziniert von diesem Gedanken.
Er hat für mich etwas sehr öffnendes, weil er aus der Trennung („Der blöde Andere verletzt mich“) wieder in die Verbindung („Dem Anderen geht es (vielleicht) genauso“ oder „Aus irgendeinem Grund meint der Andere, sogar sich vor mir schützen zu müssen“) führt.
Eigentlich ist dies eine Sichtweise, die einem sofort wieder für den Anderen öffnet, und es fast unmöglich macht, innerlich weiterhin in seinem Film zu bleiben.

Denn selbst wenn man in diesem Augenblick noch garnicht weiß, wer den nun wirklich aggressiv attackiert, wer nun im Film ist, wer denn nun tatsächlich projiziert – durch diese Sichtweise landet man erst mal wieder außerhalb des Konflikts.


Selbst im Kleinen, also wenn gar kein so großer Konflikt besteht, kann man dies anwenden. So ging es mir jedenfalls bei einem Kollegen, der für mein Empfinden oft ziemlich arrogant reagiert, wenn man etwas mit ihm besprechen will.
Früher habe ich dann manchmal angegriffen gefühlt und auch eine schnippische Bemerkung gemacht.
Das letzte Mal kam mir dann der Gedanke, dass er wohl, warum auch immer, meint, sich durch dieses Verhalten schützen zu müssen. Da war für mich sofort „Angriff“ und „Gegenangriff“ weg und ich hatte einfach nur ein neutrales bis positives Empfinden ihm gegenüber.....


Aber jetzt nochmals auf die größeren Konflikte in Partnerschaften oder engen Freundschaften zurückkommend: Ich denke, spätestens wenn man die eingefahrene Situation ein wenig lockern konnte, dann werden all die von dir, Uwe, beschriebenen Punkte wichtige Themen.


Uwe, magst du noch etwas zur Thematik „Abgrenzungsproblem“ sagen?
Für mich ist ein „Abgrenzungsproblem“, wenn jemand im Kontakt zu anderen Menschen den Kontakt zu sich selbst verlieft. Oder was meinst du mit diesem Begriff?