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Freitag, 30. März 2012

Shinui & meine Arten des Seins

Zentrierung ist weiterhin ein wichtiges Thema für mich.

Aus diesem Grund habe ich fast Wochen an einem Schnupper-Abend "Shinui Martial Dance" teilgenommen.
Im Ausschreibungstext stand sehr viel über Zentrierung und über "Bei-Sich-Bleiben" - auch in zwischenmenschlichen Begegnungen.

Shinui ist einstanden aus "Tai-Chi", "Aikido", der "Feldenkrais-Methode" und der "Contact-Improvisation". Es ist wie ein Tanz, jedoch ohne Musik, und wohl auch sehr komplex (jedenfalls muss man, wenn man in die regelmäßige Abendgruppe möchte, vorher noch an einem Einführungs-Wochenende teilnehmen.)

Zunächst machten wir eine Übung, bei der sich jeder mit dem ganzen Körper und ganz von innen heraus bewegen sollte.
Die folgende Übung war dann dasselbe, jedoch mit Unterstützung eines Partners. Einer sollte sich also, wie bei der ersten Übung von innen heraus bewegen. Der Andere sollte ich völlig unaufdringlich durch seine eigenen Bewegungen begleiten.

Dabei war auch Thema, wie man einerseits den anderen begleiten - andererseits dabei jedoch bei sich bleiben kann.

Die erste Übung machte ich mit meiner Lebensgefährtin, weil ich sehr neugierig war, ob und wie wir speziell als Paar für den anderen da-sein und doch bei uns selbst bleiben können.
Ich merkte, wie ich am Anfang sehr bei ihr war, spürend, was ihr jetzt gut-tun könnte. Dann entschied ich mich, dies loszulassen und mich einfach von "etwas Größerem" bewegen zu lassen (wie bei einer Familienaufstellung). - So war es für mich angenehm..... und auch für sie, wie der nachfolgende Austausch zwischen uns beiden dann zeigte.....

Als mir anschließend in der Gruppe darüber sprachen, merkte ich, dass mir eigentlich doch etwas gefehlt hatte: Ich war während der Übung nur sehr wenig präsent gewesen. Damit meine ich, ich hatte nicht wahrgenommen, was in mir (körperlich, emotional,....) und um mich herum vorgeht, sondern ich war einfach nur abwesend gewesen. 
So bewegte (und bewege) ich mich zwischen der Faszination, die Kontrolle einfach abzugeben, mich führen zu lassen und in diesem angenehmen Gefühl zu schwimmen - und der Frage, wie ich in meinem Leben mehr in die bewusste Präsens  kommen kann!
Passt beides zusammen? Schließt es sich gegenseitig aus?


Die nächste Übung machte ich mit einer anderen Kursteilnehmerin. Wir sollten im Wesentlichen dasselbe wie bei der letzten Übung machen, jedoch hatte der Begleiter diesmal mehr Handlungsmöglichkeiten.
Diesmal gelang es mir nicht, alles so frei fließen zu lassen. Ich war wesentlich mehr kontrolliert..... Ich dachte auch immer, ich müsse kontrollieren, wo und wie ich diese Frau berühre.....  um ihr nicht vielleicht aus Versehen an die Hüfte oder den Po zu fassen. (Der Co-Leiter, der die Übungen auch mit machte war da wesentlich freier.)


Umgekehrt war es für mich beides mal als ich "begleitet" wurde sehr angenehm.
Ich hatte den Eindruck, die Bewegungen die tief in mir sind, konnten sich erst dadurch so richtig entfalten, weil jemand sich auf mich und meine Bewegungen einstellte.

Ja, ich fand es irgendwie schon fast Heilsam....... hatte den Eindruck, dass, wenn man sich automatischen unwillkürlichen Bewegungen überlässt, ganz unbewusst und automatisch eine Art Heilung geschieht.
Habe den Eindruck, durch die unaufdringliche Begleitung konnten erst Sachen entstehen, die für mich alleine nie passiert wären.


Dieses Wochenende werde ich an einem ausführlicheren Shinui-Einführungskurs teilnehmen.
Meine Lebensgefährtin wird diesmal nicht dabeisein..... und für mich wird es auch wieder eine Herausforderung sein, mit Nähe und Distanz zu balancieren......

Samstag, 3. März 2012

Das Tao der Zustimmung (2)

Wie ich in meinem letzten Beitrag schrieb, hilft es häufig, einem Gefühl, einem Sachverhalt, einer äußeren Bedingung oder dem, was man befürchtet, einfach nur zuzustimmen.
Uns selbst wenn man nur dem eigenen 'Widerstand gegen das Zustimmen' zustimmt, oder der eigenen Ungeduld - dann ist man schon einen Schritt in "das Tao der Zustimmung" gegangen - raus aus dem Tunnelblick und rein in die Weitsicht.

Manchmal genügt das jedoch nicht, nur in die Zustimmung zu gehen. In diesem Fall muss man sich tiefer in das Thema hinein begeben:
Eine Möglichkeit, ein Thema tiefergehender zu bearbeiten ist, alle Gefühle zu fühlen, welche durch dieses Thema in einem ausgelöst werden. (In diesem Zusammenhang möchte ich auf meine Beiträge  'Das WICHTIGSTE beim "Gefühle fühlen"!', 'Anleitungen zum Gefühle-fühlen' und 'Körperzentrierte Herzensarbeit - meine Erfahrungen damit' verweisen.)

Eine Variante hiervon ist, die Gefühle nicht nur im Rahmen der gegenwärtigen Situation zu betrachten, sondern zu schauen, wann das Gefühl zum ersten Mal aufgetreten ist.
Oft ist ein Gefühl bereits in der frühen Kindheit zum ersten Mal aufgetreten.... und oft liegt die Ursache für "schwierige Gefühle" nicht beim Chef oder Lebenspartner..... sondern in unverarbeiteten Kindheitsgefühlen.... die endlich einmal angeschaut und gefühlt werden wollen.
Hier kann man sich also sowohl in das eigene innere Kind hineinbegeben..... und das Gefühl durch das innere Kind nochmals fühlen. Dabei ist man dann gleichzeitig noch als liebevoller Erwachsenen, der ganz andere Möglichkeiten als das Kind hat, mit dabei.
(Hier können Meditations-CDs von Robert Betz sehr unterstützen, siehe Beiträge,  'Davonlaufen, Fühl-CD und Fühlen' und 'Fühl-CDs - Teil 3'.)
(Ich persönlich finde es allerdings wichtig, sich selbst nicht immer mehr in einen inneren Erwachsenen und ein inneres Kind aufzuspalten, wie es in manchen "Inneres-Kind-Büchern" empfohlen wird. Hierbei wird nämlich immer mehr eine kindliche Seite in sich erschaffen, welches der innere Erwachsene dann immer aufwendiger versorgen muss. Stattdessen empfehle ich, den eigenen Kindlichen Teil in das eigene Herz zu nehmen und mit der eigenen Gesamtperson zu verschmelzen.- Auf den Meditations-CDs von Robert Betz geht es einfach darum, die Gefühle wieder in den Zusammenhang zu bringen mit den ursprünglichen Gefühlen aus der Kindheit, und sie dann in diesem Zusammenhang zu fühlen.... und damit auch zu Ende zu fühlen......)

Auch das von mir hier im Blog beschriebene 'Focusing' ist eine Methode, um das eigene "Thema" ganz tief in sich selbst wahrzunehmen und zu bearbeiten.

Der Schwerpunkt meines Weges sind jedoch die Innen-Raum-Reisen aus der hier bereits mehrfach erwähnten K!KG-Arbeit. Dabei setze ich mich allem, was in Zusammenhang mit einem "Lebens-Thema" in mir auftaucht, innerlich aus -  lasse mich davon anschwingen wie ein Windspiel, stimme allem was ist zu...... und lasse es sich von selbst weiterentwickeln.
Dabei kann es sein, dass ich auch nicht bei einem Gefühl bleibe (und dies vollständig bearbeite), sondern im Laufe des Prozesses das Gefühl wechselt, auf ein Gefühl also das nächste folgt.
Hier gibt es noch ein paar sehr wichtige Hilfsmittel wie "in die Weite gehen" oder auch die systemischen Komponenten eines Gefühls zu berücksichtigen... aber an dieser Stelle soll es erst mal genug sein.

Mehr Beiträge zu diesem Thema auch unter dem Schlagwort "Grundlegende Infos Gefühle fühlen".