Freitag, 18. Mai 2012

Mein Weg zum 'Tao der Zustimmung' (1)

In diesem Beitrag möchte ich beschreiben, wie ich zu dem hier in meinem Blog beschriebenen Weg der Zustimmung gekommen bin.

Als ich vor vielen, vielen Jahren in die Psychotherapie eingestiegen bin, hatte ich zunächst mit dem Gegenteil von Zustimmung zu tun. Damals suchte ich mir eine Therapeutin, welche die körperorientierte Therapieform "Bioenergetischer Analyse" (Bioenergetik nach Alexander Lowen) anbot. Bei dieser Methode wird davon ausgegangen, dass körperliche Verspannungen der Abwehr verdrängter Gefühle dient (was meiner Ansicht nach auch völlig richtig ist). Daraus wird dann gefolgert, dass man die unterdrückten Gefühle befreien (und somit bearbeiten kann), indem der körperliche Widerstand und die körperliche Abwehr mit Hilfe von Körperübungen solange gestresst wird, bis der Körper die Spannung nicht mehr halten kann, der Widerstand zusammenbricht und das Gefühl hervorbricht. - Dies hat leider bei mir nicht viel geholfen, da ich ein Mensch bin, der auf Druck mit noch mehr Widerstand reagiert und der auch unangenehme Situationen ewig lange halten kann.....

Nach 2,5 Jahren Bioenergetik erfuhr ich dann von der HAKOMI-Psychotherapie.
Hier wird der Widerstand vom Therapeuten nicht bekämpft, sondern im Gegenteil sogar als etwas sinnvolles und dazugehörendes vom Therapeuten unterstützt. Erst wenn sich das Unbewusste in der Therapie wirklich sicher fühlt, kann es den Widerstand und die Abwehr aufgeben, und die empfindlichsten Informationen und Gefühle wirklich auftauchen lassen.
Aufgrund meiner Erfahrungen leuchtete mir dies sehr ein, so dass ich schließlich wechselte.... und somit erste Erfahrungen damit machte, dass sich etwas nur dann wandeln kann, wenn es (zunächst) einmal da sein darf.

Während meiner Hakomi-Therapie lernte ich dann irgendwann auch 'Focusing' als Selbsthilfemethode kennen (siehe auch "Focusing - meine Erfahrungen damit"). Es gab schon damals neben meiner Therapie immer wieder Zeiten, in denen ich Focusing praktizierte. 
Auch im Focusing ist es wichtig, alles in einem selbst genau so zu nehmen, wie es ist.

Lediglich der 'Innere Kritiker' (oder der 'Innere Antreiber') wurde im ursprünglichen Focusing zunächst als etwas angesehen, was bekämpft und zum Schweigen gebracht werden muss, damit der Prozess nicht gestört wird.  - Erst später durch den Focusing-Dialekt von 'Ann Weiser Cornell' (siehe "Der Stimme des Körpers folgen") kam dann die Einsicht, dass auch der 'Innere Kritiker' eine gute Absicht hat (und er wahrscheinlich damals in der Kindheit auch nur dem Überleben diente), und man sich den Kritiker ebenso akzeptierend zuwenden sollte. (Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass hinter dem Inneren Kritiker meist eine Angst steckt und man den Kritiker in der Focusing-Sitzung fragen kann, wovor er sich fürchtet.)

Während und nach meiner Therapie zogen mich immer die verschiedensten Bücher an, in denen es um Selbstliebe, Selbstakzeptanz und darum ging, alles in sich selbst anzunehmen.... Ich wollte mehr darüber erfahren, wissen wie es geht, wie ich es anwenden kann.

Nach einem Umzug beendete ich dann meine Einzeltherapie und meine Workshop-Besuche
und beschäftige mich seither mit Selbsthilfemethoden und mit Möglichkeiten, mich selbst zu begleiten.
Dabei suchte ich nach den verschiedensten Ansätzen - Focusing, sowie einige Weiterentwicklungen von Focusing waren nur einige davon.

Schließlich lernte ich die 'Körperzentrierte Herzensarbeit' und später die 'Transformations­therapie' (und auch hier wieder einige ähnliche Methoden) kennen, bei welchen es um das akzeptierende und bejahende körperliche  Fühlen der  eigenen Gefühle geht.

Inzwischen war mir schon sehr klar, wie Akzeptanz und Selbstakzeptanz nutzbringend angewandt werden kann,
jedoch machte meine Wissen und meine praktische Erfahrung noch einmal einen großen Sprung, als ich die Internetseite von 'Bill Ferguson' kennenlernte, über den ich ja hier im Blog bereits in vielen Beiträgen schrieb. Von ihm lernte ich theoretisch und praktisch, wie hilfreich es ist, nicht nur den eigenen Gefühlen, sondern auch Sachverhalten, also äußerlichen (vielleicht unangenehmen) Bedingungen, zuzustimmen.
(Ja, es kann sogar sinnvoll sein, nicht nur den äußerlichen Bedingungen zuzustimmen, die bereits eingetreten sind - sondern sogar dem Eintritt eines zukünftigen Ereignisses zuzustimmen, dessen Eintreten man befürchtet.... z.B. den Partner oder die Arbeit zu verlieren.....
Dieses Zustimmung bedeutet ja nicht, dass ich dieses unerwünschte Ereignis haben will - sondern echte Zustimmung hilft, aus Angst und Tunnelblick auszusteigen..... und innerlich frei zu werden.... (um dann in einem zweiten Schritt auch schauen zu können, ob und wie man das Ganze aus dieser Inneren Freiheit heraus vielleicht im eigenen Sinne gestalten kann.....))


..... (Fortsetzung folgt) .....

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