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Beiträge vom Oktober 2012

Samstag, 27. Oktober 2012

Von Hilflosigkeit zu mehr Weite....

Augenarzt-Termin hatte ich seit meinem letzten Beitrag keinen mehr.
Das Auge ist noch etwas geschwollen und auch der Glaskörper ist noch etwas getrübt. Laut Augenarzt gibt sich aber von selbst.... wird jedoch eine Weile dauert - so hoffe ich all das bewegt sich im grünen Bereich.
Richtige Blitze habe ich in letzter Zeit keine mehr gesehen. Ab und zu ein leichtes Flackern, wo ich dann jedoch nicht so sicher war, ob die Ursache im Auge liegt, oder im Außen......

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Insgesamt hatte mich dieses Thema doch sehr gestresst.... und war am Anfang auch richtiggehend ein Schock für mich.
Nur nach und nach ist es mir gelungen,
überhaupt Schritt für Schritt wieder zu mir zu kommen, so dass ich den Schock und die Angst überhaupt wahrnehmen konnte..... (was ja auch ein erster Schritt der Verarbeitung war).

Wenn es um Dinge geht, wo ich etwas wichtiges falsch machen könnte - was dann schlimme Folgen haben könnte - da fällt es mir garnicht leicht, in die Zustimmung zu gehen. Und genau diese Angst war ja da: Die Angst im Bezug auf die Behandlung meines Auges oder der Ärzte falsche Entscheidungen zu treffen, oder irgendein Symptom zu übersehen, und somit dann selbst Schuld daran zu sein, wenn ich dann eine dauerhafte Sehbehinderung davontrage. - Hier war dann auch mein ganzes Zustimmungs-Wissen nicht greifbar.... sondern ich meinte, durch innerlichen Stress die Situation irgendwie unter Kontrolle halten zu können.

Gleichzeitig merkte ich in meinen Sitzungen, dass ich das Ganze überhaupt nicht unter Kontrolle habe - kein Bisschen. Hier ist etwas am Wirken, das Passiert, oder eben nicht passiert, und das weit über mich hinausgeht, auf das ich keinen Einfluss habe.

Sehr deutlich war in meinen Sitzungen auch das Thema, das Ganze nicht unter Kontrolle zu haben, nichts tun zu können, nichts kontrollieren zu können. - Es wäre ja nicht auszuschließen gewesen, dass es noch Komplikationen gibt und/oder weitere Löcher in die Netzhaut gerissen werden.
Aber das Ganze war und ist nicht kontrollierbar - es ist etwas Größeres, vielleicht Schicksalhaftes hier am Wirken.
Es war schwierig, als ich bemerken musste, wie wenig ich unter Kontrolle haben kann  - und gleichzeitig heilsam, als ich hier dann doch etwas in die Zustimmung gehen konnte.

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Mitte der Woche konnte ich dann einen telefonischen Termin mit Joel bekommen.
Ich hatte auch deshalb um diesen Termin gebeten, weil ich den Eindruck hatte, an diesem Thema würde auch etwas weit über mein Persönliches hinausgehendes dranhängen. - Etwas aus früheren Leben, etwas was Vorfahren passiert ist, etwas Kollektives vielleicht???
Da habe ich mich dann auch nicht alleine herangewagt!

In der telefonischen Sitzung begleitete Joel mich durch eine Art Innen-Raum-Reise.

Als ich während der 'Sitzung' meine Aufmerksamkeit auf das linke Auge richtete, spürte ich in dem Auge ein Ziehen. Auch da war wieder die Angst da, etwas Schlimmes könnte passieren, etwas könnte nicht in Ordnung sein.

Nach kurzer Zeit  merkte ich dann mit Erstaunen, dass, während mein ganzer Körper sehr angespannt war, das linke Auge als Einziges einen entspannten, ja offenen und weiten Eindruck in mir hinterließ.

Joel leitete mich dann so an, dass ich auch beim Auftreten starker Angst nicht in die (innerliche) Enge gehen musste, sondern ich mich ganz weit machen konnte, dies einfach wahrnehmen konnte....
Ich kam dann auch aus der InnenSpirale, wieder heraus, bei der man sich immer mehr von der Welt abschottet und Isoliert sieht. - All das was ich erlebte und fühlte ist eine menschliche Erfahrung, etwas, was viele Menschen schon vor mir erlebten oder heute erleben. Es ist eine Erfahrung, die sicherlich auch in meiner Ahnenkette schon zigmal gemacht wurde.

Mir kam dann in meinem Inneren das Bild von einem Kriegs-Gemetzel, mit einer leeren Augenhöhle oder ausgestochenen, blutenden Augen. - Dann kam mir mein Opa mütterlicherseits in den Sinn. Der einzige Opa, die ich nie kannte, weil er im zweiten Weltkrieg in Russland gefallen war.

In mir kam dann die Unsicherheit auf, inwiefern ich dies als real sehen sollte.
Aber Joel meinte, ich soll meinen Opa einfach mit dazunehmen, ganz egal, wie viel mein Erleben nun mit tatsächlichen Ereignissen zu tun hat.
...

Nach einer Weile ließ Joel mich dann die Sätze zu ihm sagen, die man in Familienaufstellungen sagt, so dass ich sein Schicksal, all das was er erlebt oder vielleicht getan hat ganz bei ihm lasse - und ihm somit auch seine Größe und Würde ganz lasse.

Ich war dann froh, mit ihm in Kontakt gekommen zu sein.
Dieser Opa war in meinem Innern irgendwie eher ausgeschlossen gewesen..... auch deshalb weil er das einzige Großeltern-Teil war, den ich nicht kannte...........

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Heute nun habe ich meine Aufmerksamkeit nur auch wieder mehr auf meine innerlichen Zustimmungs-Tools gerichtet. Es gibt je einiges, dem hier innerlich zugestimmt werden kann:  * den Problemen, die ich jetzt noch mit dem Auge habe,   * der Tatsache, dass ich überhaupt in solch eine Situation gekommen bin,   * der Hilflosigkeit,   * der Angst,   * der Möglichkeit, dass alles ja auch schlimmer kommen könnte und   * der Möglichkeit, dass ich durch irgendeinen Fehler oder eine Unachtsamkeit mich vielleicht sogar selbst in eine schlimmere Situation manövrieren könnte.....

Und ich erinner(t)e mich nun wieder:  Das Wesentliche über das Zustimmen ist rechts oben hier im Blog in wenigen Sätzen essentiell zusammengefasst!!!

Samstag, 20. Oktober 2012

Augenprobleme - Äußerliches und Innerliches

Für mich war die Geschichte mit dem linken Auge schon ein rechter Schock.

Während ich am Donnerstag vor einer Woche beim Augenarzt einer bekannten Münchner Augenarztpraxis saß hatte ich immer noch die Hoffnung, dass sich eine harmlose Erklärung zeigen würde, für all meine Symptome: die Blitze vom Vortag, der starke Blitz am Morgen und die tausende von schwarzen Punkten, welche dreidymensional im Raum schwebten.

Leider klärte mich der Augenarzt dann über die Sache mit dem Glaskörper auf und erläuterte mir, dass meine Netzhaut einen Einriss bekommen hätte.
Normalerweise kann man dies mit dem Laser behandeln, jedoch war dies bei mir nicht möglich, das die Wunde zu sehr an der Seite des Auges war.
Ich wurde daher gleich in die der Praxis angeschlossenen Augenklinik geschickt, wo die betroffene Stelle des Auges mit minus 80 Grad Celsius vernarbt werden sollte, um die Wunde zu schließen.

Ich versuchte dann soweit es mir möglich war in Einklang mit der nun sowieso nicht zu ändernden Situation zu kommen. War dann aber vor und während der OP sehr angespannt und im Stress.
Die OP selbst dauerte wohl so 15 Minuten. Es tat nicht weh, da das Auge lokal betäubt war, aber ich war froh, als er dann endlich fertig war und aufhörte, an meinem Auge herumzubasteln.

Da ich keine Beruhigungsmittel bekommen hatte sprach nichts dagegen, mich nach einer Nachuntersuchung mit einer Augenklappe auch ohne Begleitperson in die Freiheit zu entlassen.- Meine Freundin hatte ich den ganzen Tag nicht erreichen können, also machte ich mich alleine (und weil ich Lust auf Bewegung hatte zu Fuß) auf den Weg nach hause..... ganz vorsichtig an jeder Kreuzung zig mal einäugig nach rechts und links schauend.

Zu Hause setzte ich mich dann mit geschlossenen Augen aufs Bett, um in mich hineinzuspüren und irgendwie so gut es ging mit dieser Situation in Einklang zu kommen.  - Ich wahr jedoch noch sehr außer mir und wohl auch noch in einer Art Schockzustand.

Ich sah dann noch weitere Blitze, und hatte die Befürchtung, dass vielleicht gleich nochmals ein neues Loch entstehen könnte......


Am nächsten Tag bei der Nachuntersuchung wurde die Augenbinde dann abgenommen. Er war dann soweit alles Okay.
Sollte es am Wochenende weitere Blitze oder andere Probleme geben, dann könnte ich über eine Notfall-Nummer Kontakt mit der Klinik aufnehmen.
Ich war dann jedoch am Wochenende auch noch erkältungskrank, so dass ich trotz weiterer Blitze erst am Montag dann wieder als Not-Patient in die Praxis ging. Zum Glück wurde keine neue Netzhautbeschädigung gefunden.

Auch Montagabend gab es dann wieder Blitze.
Für mich war es eine schwere Belastung, dass sich das mit den Blitzen immer weiter fortsetzte.
Aber ich musste mich der unangenehmen Situation wohl stellen.... und ging auch am Dienstag wieder als Not-Patient in die Praxis.
Es wurde wieder nichts festgestellt und der Arzt meinte nach der Untersuchung, dass ich wahrscheinlich noch eine Zeitlang weiterhin Blitze sehen werden. Ich soll jedoch nur noch in die Praxis kommen, wenn irgendetwas besonderes auftritt.

Für mich war das dann erst mal auch eine Erleichterung, weil ich nun nicht mehr ängstlich-gebannt auf jeden Blitz schauen musste.
Ich hatte auch Dienstag- und Mittwoch-Abends Blitze, jedoch hatte ich am Donnerstag ja sowieso einen Nachuntersuchungstermin, bei dem dann auch alles Okay war.
Leider gibt es nun erst wieder in 3,5 Wochen einen Termin, und ich habe doch Angst, dass inzwischen unbemerkt eine neue Netzhautbeschädigung auftreten könnte. (Der Augenarzt meinte, dies würde ich merken, weil der Blitz dann besonders hell und deutlich auftreten würde und wahrscheinlich auch neue Eintrübungen auftreten würden......

Da ich die ganze Zeit auch Erkältungskrank war, und sowieso viel Zeit im Bett verbrachte,
war es für mich nicht sooo schlimm, dass ich von Donnerstag bis Donnerstag überhaupt nichts lesen durfte.

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Am Donnerstag nach der OP hatte ich ja schon versucht, wieder zu mir zu kommen.
Ab Freitag war ich dann in der Wohnung meiner Lebensgefährtin, und da es mir nicht so gut ging kam ich erst am Dienstag und Mittwoch wieder dazu, mal wieder richtige 'Sitzungen' mit mir und meiner Augenproblematik zu machen:

Zunächst bemerkte ich, wie mir der Schock noch in den Knochen saß. Ich blieb dann erst mal dabei, einfach dies wahrzunehmen.

Dann bemerkte ich auch eine große Angst: Die Angst, dass das was schief-laufen könnte, weil ich etwas falsch mache.
Ich merkte, gegebene Tatsachen schrecken mich nicht so sehr, wie Situationen, in welchen ich etwas entscheiden muss oder etwas gegenüber Ärzten durchsetzen muss, um gegebenenfalls Schaden abzuwenden.
Beispielsweise in dem Traum vom bevorstehenden Tod, den ich vor etwas 2 Jahren mal hier reinstellte, war ich nicht so sehr gestresst, weil ich wusste, dass es nichts mehr zu tun gab, weil der Tod nicht mehr zu verhindern war. - Ja, mit unabänderbarem Schicksal kann ich innerlich schon in Einklang gehen, aber wenn ich die richtigen Entscheidungen treffen und die richtigen Aktionen tätigen muss, dann komme ich innerlich sehr in Stress.
So habe ich die 'Sitzungen' auch dafür verwendet, um einfach nur diese Angst wahrzunehmen...... so dass ich auch mit ihr etwas mehr in Einklang kam..... und durch sich nicht mehr so gestresst war.


Insgesamt bin ich wegen dem Augen-Thema innerlich jedoch noch nicht zur Ruhe gekommen. Es ist deutlich besser, jedoch immer noch sehr viel Stress.
Ich habe auch schon versucht, mit Joel einen telefonischen Termin zu vereinbaren, jedoch war er diese Woche nicht zu erreichen.
So oder so werde ich an diesem Thema dranbleiben.

Augenprobleme - Kurzversion

Ich war nun eine Weile nicht hier im Blog.
Grund waren (am Donnerstag, 11. Oktober, ) plötzlich auftretende Probleme mit meinem linken Auge, was sogar in einer
unerwarteten kleinen ambulanten Not-OP
mündete und nun immer noch zu Seh-Problemen führt.


Die Kurzversion ist, dass bei mir die Glaskörper (Link zu "Glaskörper" bei Wikipedia), gelartige, durchsichtige Substanz im Auge, in Bewegung geriet uns sich dadurch von der Netzhaut löste. (Dies ist nach Ansicht des Augenarztes nicht sooo schlimm.)

Dabei wurde bei mir jedoch auch die Netzhaut verletzt, so dass ein kleines Loch entstand.
Dies ist gefährlich, da dadurch Flüssigkeit hinter die Netzhaut gelangen und diese sich dadurch ablösen kann.
Aus diesem Grund musste am Donnerstag, den 11. Oktober, in einer kleinen Not-OP diese Stelle von außer vereist werden, so dass eine Narbe entsteht, welche das Loch schließt.

Nach dieser OP sollte ich dann eine Woche lang nichts lesen, weil erst nach einer Woche, die Wunde endgültig und fest vernarbt ist. Die vielen Augenbewegungen, welche beim Lesen auftreten, könnten Flüssigkeit durch die Wunde und somit hinter die Netzhaut drücken. - Diese Woche ist nun vorbei, und die Wunde laut meinem Augenarzt schön vernarbt.

Derzeit habe ich jedoch noch große Sehprobleme links. Erstens ist die Pupille (wohl wegen der vielen Untersuchungen) immer noch sehr groß und lichtempfindlich. Und zweitens gibt es noch allerlei Rückstände im Glaskörper, so dass ich keine klare Sicht habe. - Laut Augenarzt gibt sich beides noch.

Leider habe ich anscheinend immer noch Bewegungen im Glaskörper, denn ich sehe bei Dunkelheit oder in dunklen Räumen hin und wieder immer noch Blitze.
Somit bleibt ein Rest-Risiko, dass sich vielleicht nochmals eine Wunde in der Netzhaut bildet.
Ich habe etwas Angst, dies dann vielleicht nicht rechtzeitig zu bemerken.....
Der Augenarzt jedenfalls wollte mir erst in 3,5 Wochen wieder einen Termin geben, obwohl ich angesichts der weiter auftretenden Blitze zweimal nachfragte, ob es nicht besser wäre, das Auge regelmäßig zu überprüfen....  - Nur wenn Außergewöhnliches auftritt, also etwas das über diese Blitze hinausgeht, dann soll ich wieder als Notfall vorbeikommen. Aber kann man das immer so klar entscheiden?

Freitag, 5. Oktober 2012

Blickwinkel auf die Eltern

Wodurch wollen wir eigentlich geprägt sein?
Durch das,
was der Vater in seiner Verstrickung getan hat,
oder durch das, was er in seinem
Herzen gerne getan hätte?
Aus Hunter Beaumont's Buch
- "Auf die Seele schauen" -
(ich werde es noch vorstellen).