Samstag, 20. Oktober 2012

Augenprobleme - Äußerliches und Innerliches

Für mich war die Geschichte mit dem linken Auge schon ein rechter Schock.

Während ich am Donnerstag vor einer Woche beim Augenarzt einer bekannten Münchner Augenarztpraxis saß hatte ich immer noch die Hoffnung, dass sich eine harmlose Erklärung zeigen würde, für all meine Symptome: die Blitze vom Vortag, der starke Blitz am Morgen und die tausende von schwarzen Punkten, welche dreidymensional im Raum schwebten.

Leider klärte mich der Augenarzt dann über die Sache mit dem Glaskörper auf und erläuterte mir, dass meine Netzhaut einen Einriss bekommen hätte.
Normalerweise kann man dies mit dem Laser behandeln, jedoch war dies bei mir nicht möglich, das die Wunde zu sehr an der Seite des Auges war.
Ich wurde daher gleich in die der Praxis angeschlossenen Augenklinik geschickt, wo die betroffene Stelle des Auges mit minus 80 Grad Celsius vernarbt werden sollte, um die Wunde zu schließen.

Ich versuchte dann soweit es mir möglich war in Einklang mit der nun sowieso nicht zu ändernden Situation zu kommen. War dann aber vor und während der OP sehr angespannt und im Stress.
Die OP selbst dauerte wohl so 15 Minuten. Es tat nicht weh, da das Auge lokal betäubt war, aber ich war froh, als er dann endlich fertig war und aufhörte, an meinem Auge herumzubasteln.

Da ich keine Beruhigungsmittel bekommen hatte sprach nichts dagegen, mich nach einer Nachuntersuchung mit einer Augenklappe auch ohne Begleitperson in die Freiheit zu entlassen.- Meine Freundin hatte ich den ganzen Tag nicht erreichen können, also machte ich mich alleine (und weil ich Lust auf Bewegung hatte zu Fuß) auf den Weg nach hause..... ganz vorsichtig an jeder Kreuzung zig mal einäugig nach rechts und links schauend.

Zu Hause setzte ich mich dann mit geschlossenen Augen aufs Bett, um in mich hineinzuspüren und irgendwie so gut es ging mit dieser Situation in Einklang zu kommen.  - Ich wahr jedoch noch sehr außer mir und wohl auch noch in einer Art Schockzustand.

Ich sah dann noch weitere Blitze, und hatte die Befürchtung, dass vielleicht gleich nochmals ein neues Loch entstehen könnte......


Am nächsten Tag bei der Nachuntersuchung wurde die Augenbinde dann abgenommen. Er war dann soweit alles Okay.
Sollte es am Wochenende weitere Blitze oder andere Probleme geben, dann könnte ich über eine Notfall-Nummer Kontakt mit der Klinik aufnehmen.
Ich war dann jedoch am Wochenende auch noch erkältungskrank, so dass ich trotz weiterer Blitze erst am Montag dann wieder als Not-Patient in die Praxis ging. Zum Glück wurde keine neue Netzhautbeschädigung gefunden.

Auch Montagabend gab es dann wieder Blitze.
Für mich war es eine schwere Belastung, dass sich das mit den Blitzen immer weiter fortsetzte.
Aber ich musste mich der unangenehmen Situation wohl stellen.... und ging auch am Dienstag wieder als Not-Patient in die Praxis.
Es wurde wieder nichts festgestellt und der Arzt meinte nach der Untersuchung, dass ich wahrscheinlich noch eine Zeitlang weiterhin Blitze sehen werden. Ich soll jedoch nur noch in die Praxis kommen, wenn irgendetwas besonderes auftritt.

Für mich war das dann erst mal auch eine Erleichterung, weil ich nun nicht mehr ängstlich-gebannt auf jeden Blitz schauen musste.
Ich hatte auch Dienstag- und Mittwoch-Abends Blitze, jedoch hatte ich am Donnerstag ja sowieso einen Nachuntersuchungstermin, bei dem dann auch alles Okay war.
Leider gibt es nun erst wieder in 3,5 Wochen einen Termin, und ich habe doch Angst, dass inzwischen unbemerkt eine neue Netzhautbeschädigung auftreten könnte. (Der Augenarzt meinte, dies würde ich merken, weil der Blitz dann besonders hell und deutlich auftreten würde und wahrscheinlich auch neue Eintrübungen auftreten würden......

Da ich die ganze Zeit auch Erkältungskrank war, und sowieso viel Zeit im Bett verbrachte,
war es für mich nicht sooo schlimm, dass ich von Donnerstag bis Donnerstag überhaupt nichts lesen durfte.

---  ---  ----

Am Donnerstag nach der OP hatte ich ja schon versucht, wieder zu mir zu kommen.
Ab Freitag war ich dann in der Wohnung meiner Lebensgefährtin, und da es mir nicht so gut ging kam ich erst am Dienstag und Mittwoch wieder dazu, mal wieder richtige 'Sitzungen' mit mir und meiner Augenproblematik zu machen:

Zunächst bemerkte ich, wie mir der Schock noch in den Knochen saß. Ich blieb dann erst mal dabei, einfach dies wahrzunehmen.

Dann bemerkte ich auch eine große Angst: Die Angst, dass das was schief-laufen könnte, weil ich etwas falsch mache.
Ich merkte, gegebene Tatsachen schrecken mich nicht so sehr, wie Situationen, in welchen ich etwas entscheiden muss oder etwas gegenüber Ärzten durchsetzen muss, um gegebenenfalls Schaden abzuwenden.
Beispielsweise in dem Traum vom bevorstehenden Tod, den ich vor etwas 2 Jahren mal hier reinstellte, war ich nicht so sehr gestresst, weil ich wusste, dass es nichts mehr zu tun gab, weil der Tod nicht mehr zu verhindern war. - Ja, mit unabänderbarem Schicksal kann ich innerlich schon in Einklang gehen, aber wenn ich die richtigen Entscheidungen treffen und die richtigen Aktionen tätigen muss, dann komme ich innerlich sehr in Stress.
So habe ich die 'Sitzungen' auch dafür verwendet, um einfach nur diese Angst wahrzunehmen...... so dass ich auch mit ihr etwas mehr in Einklang kam..... und durch sich nicht mehr so gestresst war.


Insgesamt bin ich wegen dem Augen-Thema innerlich jedoch noch nicht zur Ruhe gekommen. Es ist deutlich besser, jedoch immer noch sehr viel Stress.
Ich habe auch schon versucht, mit Joel einen telefonischen Termin zu vereinbaren, jedoch war er diese Woche nicht zu erreichen.
So oder so werde ich an diesem Thema dranbleiben.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über weiterführende Fragen, Anmerkungen, Austausch...   :-)