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Beiträge vom November 2012

Samstag, 24. November 2012

Augenproblem und Würde

Und nun der dritte Beitrag für heute:

Während der 4 Tage im Odenwald hatte ich wieder stärkere Probleme mit meinem linken Auge. Am zweiten Abend hatte ich nämlich wieder Blitze gesehen. Wie immer war ich mir am Anfang unsicher, ob nicht vielleicht einfach nur einer der Strahler auf einer Uhr oder Brille einen Lichtreflex erzeugt hatte. Doch leider kamen die Blitze dann mehrmals wieder, einmal sogar sehr heftig.

Dies rief dann wieder sehr Angst in mir hervor, und auch wieder Hilflosigkeit sowie die Frage, was ich nun tun sollte. (Mir war jedoch klar, dass ich im Odenwald und dazu noch am Wochenende nicht zum Augenarzt gehen würde.)

Ich habe dann in einer Pause auch Joel kurz angesprochen. Der meinte nach kurzem In-Sich-Hineinspüren, er würde sich an meiner Stelle nochmals den Großvater ansehen, den wir ja auch in der telefonischen Sitzung schon hatten.

Das Hauptproblem war für mich zunächst auch wieder die Angst davor, die "richtige" Entscheidung treffen zu müssen und auf die "richtige" Art und Weise aktiv werden zu müssen.

Ich habe dann alles war wir dort gemacht haben innerlich für mich genutzt, um mir das Thema weiter anzusehen und auch in die Zustimmung zu kommen.

Dies war mir dann irgendwie auch gelungen.

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Klar war dann jedoch auch, dass ich am Montag wieder in die Augenarzt-Praxis gehen würde.

Diesmal war ich ja wieder ein Not-Termin, und ich kam in der großen Augenarzt-Praxis wieder zu einem anderen Arzt. Der wollte sich meine Netzhaut vollständig und bis zum Rand anschauen, weshalb er ein Vergrößerungsglas direkt auf dem Auge aufsetzen musste. Dies empfand ich (wie jedesmal) als sehr unangenehm und ich war in den Schultern und im ganzen Körper total verspannt. Und irgendwie kniff dann auch immer mein Auge zusammen, so dass das Ganze recht schwierig war.

Jedenfalls gab es dann eine Stelle in der Netzhaut, bei welcher es sich nicht sicher war, ob es sich vielleicht um einen alten, jedoch noch unbehandelten Riss handeln könnte.

Aus diesem Grund wurde ich dann wieder in die Augenklinik geschickt, wo eine OP-Ärztin und Netzhaut-Spezialistin sich das Ganze nochmals ansehen sollte.

Im Wartebereich der Klinik war ich dann, zumindest innerlich, total jammerig drauf.
Ich befürchtete, dass das Ganze da wohl wieder auf eine OP wie vor 6 Wochen hinauslaufen würde.....

Mehr und mehr bewunderte ich dann die teilweise schon sehr alten Männer, die ebenfalls in dem Wartebereich waren, und auf ihre OP warteten.
Die schienen das Ganze mit Würde zu tragen..... und sich sogar auf die OP zu freuen - wohl mit dem Ziel, danach wieder gut zu sehen....

Nach etwa einer dreiviertel-Stunde warten, kam die Spezialistin kurz heraus, um sich zwischen zwei Augen-OPs meine Netzhaut anzusehen. Sie konnte jedoch nicht genug sehen, da die Pupille schon wieder kleiner geworden war.- Mir wurden also nochmals stärkere Tropfen verabreicht, und die Ärztin verschwand wieder im OP-Bereich.

Auch während dem Wochenende im Odenwald hatte ich ja schon solche Gedanken:
Dass mir das Augenproblem ja auch die Chance gibt, einmal eine etwas schwierigere Lebenssituation erfolgreich durchzustehen..... und somit auch an Größe und Würde zu gewinnen. (Viele andere Menschen - und auch meine Eltern und Vorfahren - hatten ja schon viel heftigeres durchstehen müssen. - Trotzdem möchte ich nun natürlich nicht, nur aus Treue zu ihnen, mein Augenproblem selbst aufrecht erhalten.)

Ich nutzte die Zeit, um mir nochmals meinen Großvater anzusehen, der in der telefonischen Augen-Sitzung aufgetaucht war. Ich merkte, ich war innerlich nicht so ganz mit ihm im Reinen, bat ihn jedoch, darüber hinwegzusehen.

Nach etwa weiteren 50 Minuten kam dann die Ärztin nochmals, und setzte nun auch ein Vergrößerungsglas in meinem Auge auf. Sie sagte, sie würde sich nochmals die gesamte Netzhaut ansehen. - Laut ihrer Aussage war jedoch nichts auf der Netzhaut, sondern es handelte sich nur um eine Verunreinigung im Glaskörper. Also nichts, was behandlungswürdig wäre.

Den Vater anschauen

Neben den allgemein sehr interessanten Themen und Übungen machten wir noch eine für mich besonders tiefgehende Übung, in welcher wir den Vater  ansehen  sollten. Wir sollten 3-er-Gruppen bilden, eine Person sollte den Vater anschauen, die zweite Person sollte sich als Stellvertreter des Vaters zur Verfügung stellen, die dritte Person war Stellvertreter für die Mutter. - Dabei sollte darüber hinaus nichts gesprochen oder getan werden.

Da es nicht aufging, sagte Joel, dass er auch mitmachen würde. Als dann eine Person nicht mitmachen wollte, ergab es sich dass ich dann mit Joel diese Übung zu zweit machte. (Um die Mutter auch dabei zu haben legten mehrere Meditationskissen aufeinander.)

Zunächst stand er für meinen Vater, und ich schaute ihn an.
Ich merkte in mir eine starke Abwehr. Ich merkte wie ich in mir viele Vorwürfe hatte, weil er als ich noch sehr klein war sehr streng war, mich geschlagen hatte, und weil er nie emotional offen gewesen war, nie Nähe zugelassen hatte.....
Nach einer Weile erinnerte ich mich innerlich mehr an meinen Vater, wie er heute ist: Schon sehr alt, und jedesmal dünner und zerbrechlicher. Ich ich erinnerte mich daran, wie er sich jedesmal freut, wenn ich mal wieder eine Reise in die alte Heimat mache, und wir uns sehen. - Dies rührte und berührte mich sehr.

In der zweiten Runde war ich der Stellvertreter seines Vaters.
Ich merkte, wie ich aufgrund meines eigenen Schicksals und der eigenen Belastungen an der totalen persönlichen Grenze war. - In mir war immer wieder ein Bedauern, dass ich meine beiden Söhne nie wirklich in den Arm nehmen konnte, aber ich merkte, die beiden müssen jetzt einfach funktionieren, sonst kann ich all das Schwere als alleinerziehender Vater nicht managen....

Joel erzählte mir übrigens, dass es ihm als Stellvertreter meines Vater ähnlich ergangen war. Auch er spürte in der Rolle, dass er aufgrund seines Schicksals an der Grenze war und es einfach nicht anders ging. Und auch er spürte das Bedauern.


Während ich meinen Vater anschaute konnte ich ihn ja bereits mehr und mehr so lassen und akzeptieren wie er war.
Aber auch die andere Seite zu spüren, als Stellvertreter von Joels Vater, hatte dann auch noch etwas sehr heilendes, weil dann nochmals klar wurde, dass es für ihn einfach nicht anders ging, und da einfach auch ein Bedauern seinerseits deswegen da war und auch da ist.

Joel erzählte mir auch, wie er seinem Vater, einige Wochen vor dessen Tod, dann doch noch die Hand gehalten hatte - und wie sein Vater dann in einer anderen Situation seine Hand ergriffen hatte.... - Auch dieses Thema berührte mich sehr, da mein Vater auch nicht mehr lange sein wird.


Die Mutter wird dann bei dem nächsten Treffen im Januar dran sein.
In dieser Übung wurde sie nur als Zeugin hinzugenommen.
Dabei wurde ihr aber auch zugemutet werden, dass (auch) der Vater angesehen wird!

Außenspirale und Weite

Vor einer Woche war ich ja wieder in meiner K!KG-Ausbildungsgruppe.

Die Übungen (und der Austausch darüber) waren oft ganz unterschwellig sehr tiefgehend
und hatten irgendwie eine anhaltende Nachwirkung.

Dabei wird meiner Ansicht nach immer wieder deutlich, wie wichtig es ist, beim Anschauen auch schwieriger Themen nicht in innerlicher Isolation und Enge zu verbleiben.....

Wichtig ist, auch bei schlimmen Themen in die Weite zu gehen - so wie Tropfen Tinte, der nicht zurückgehalten wird, sondern in ein Glas Wasser getropft wird.

Ebenso wichtig ist, ein Gefühl (oder ein Problem) nicht zu besitzen. Wenn man sagt: "Ich schon wieder mit Problem xy", dann bewegt man sich in eine Innenspirale, wie Joel das nennt, welche leicht in die Isolation und zu einer Festschreibung des Problems führen kann.

Wieder in die Außenspirale kommt man, wenn man sich das Problem oder Gefühl eben nicht zu eigen macht.
Seit der Erforschung der Spiegelneuronen ist ja auch wissenschaftlich belegt, dass wir nicht nur unsere eigenen Gefühle fühlen.
Gefühle können in Wirklichkeit einem Gegenüber gehören, jemanden aus der aktuellen Gruppe.....
und sie können in Wirklichkeit auch unseren Eltern oder anderen Vorfahren gehören, oder vielleicht sogar kollektiv sein.
Wichtig ist es daher, gerade in schwierigsten Situationen wieder in die Außenspirale zu kommen, ein Gefühl nicht zu besitzen oder festzuhalten - sondern es auch freilassen, damit es zu dem gehen kann, zu dem es vielleicht gehört. - Auch ist es gut, zu sehen, mit wem ich dieses Gefühl vielleicht noch teile.

Dies bedeutet jedoch nicht, ein Gefühl nicht anschauen oder nicht wahrnehmen zu wollen.
Es wird einfach nur die Weite und die Außenspirale in die schwierige Situation mit hineingenommen.

Mittwoch, 14. November 2012

Auge - kurze Info - kurze Abwesenheit

Gestern war ich zur Nachuntersuchung beim Augenarzt.
Obwohl das Auge manchmal noch zieht und drückt und pulsiert.... und ich noch Eintrübungen habe, war der Augenarzt mit meinem Auge zufrieden.
Er meinte, es wäre soweit alles okay, und es würde noch einige Zeit dauern, bis das Auge wieder so wie früher sein wird.....

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Die nächsten Tage bin ich wieder auf dem K!KG-Training im Odenwald.
(Ich werde also hier nichts schreiben können und nicht auf Kommentare reagieren.)

Freitag, 2. November 2012

Behutsam mit mir umgehen....

Gerade letzten Mittwoch, als ich beim Augenarzt und dann ja doch noch arbeiten war, fiel mir auf, wie angespannt und verbissen ich mich da draußen im täglichen Leben immer verhalte.

Auf dem Heimweg ging mir dann durch den Kopf, nun wirklich mal darauf zu schauen, wie ich auch im Alltag behutsamer mit mir umgehen kann.  --  Auch dies ist vielleicht etwas, woran mich mein linkes Auge erinnern wollte.

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Heute in meiner 'Sitzung' (ich machte eine Innen-Raum-Reise, geführt von einer Anleitung auf CD) kümmerte ich mich dann um das Thema "Behutsam mit mir umgehen".

Ich merkte dann, wie sehr ich das gesamte innerliche und körperliche Blockiert-Sein, die gesamte innerliche und körperliche Anspannung loswerden will. - Ja, endlich loswerden, was schon so viele Jahre an mir hängt.

Da merkte ich, dass das "Thema vor dem Thema" ist, dass ich so verbissen das Blockiert-Sein (usw.) loswerden will. Denn dieses verbissene Loswerden-wollen ist ja gerade ein Element, was das Blockiert-Sein erzeugt.
Dieses verbissene Loswerden-wollen ist also das Thema, welches vor-an steht, welches erst mal gesehen werden will, welches erst mal mein "Ja" braucht. - Genauso wie das Blockiert-Sein, was ich ja meine loswerden zu müssen, mein "Ja" braucht.

Auge - weitere Entwicklung

Da ich ja neben dem Problem mit dem Auge auch noch Erkältungskrank war, hatte der Arzt mich krank geschrieben, so dass ich letzte Woche nur einen Tag zur Arbeit ging. - Dies war auch ein Test für mich, ob ich trotzt eingeschränkter Sicht den ganzen Tag am PC arbeiten kann.

Das Auge (genauer gesagt der "Glaskörper" im Auge) ist noch ziemlich eingetrübt.
Letzte Woche war das noch schlimmer, so dass ich mit dem linken Auge nur recht verschwommen sah.
Trotzdem war es merkwürdigerweise so, dass ich mit beiden Augen zusammen mehr erkennen konnte, als mit dem rechten, dem gesunden Auge alleine.(In der Nähe lesen konnte ich auf diese Art und Weise recht gut, nur der Blick in die Ferne machte Probleme, wohl weil mein Gehirn nicht gewohnt war, das durch 1,5 Augen übermittelte Fern-Bild korrekt umzusetzen.)
Da das Arbeiten jedoch möglich war, ging ich dann auch diese Woche arbeiten.


Am Dienstag Nachmittag und Abend hatte ich dann nochmals ein Problem:
Ich sah ganz von links immer wieder ein Flackern. Leider war mir nicht so recht klar, ob sich da Licht von außen vielleicht auf der milchigen Schicht im linken Glaskörper spiegelte, oder ob das wieder Blitze im Auge waren. - Als ich dann später noch ein heftigeres Aufblitzen sah, und dafür keine äußerliche Ursache erkennen könnte, entschloss ich mich vorsichtshalber dann doch am Mittwoch wieder per Nottermin zum Augenarzt zu gehen.


Morgens, so etwa um fünf Uhr wachte ich auf, und hatte ein sicheres Gefühl, dass mit dem Auge alles okay wäre und ich nicht zum Augenarzt müsste.
Ich argumentierte dann aber so lange mit mir selbst, bis ich dann doch wieder sehr unsicher war und Angst bekam..... - Schließlich lag der letzte Augenarzt-Termin auch schon fast 2 Wochen zurück, und der nächste würde erst in weiteren zwei Wochen stattfinden. Durch einen Not-Termin beim Augenarzt hätte ich nun wenigstens einen Zwischen-Termin gewonnen, dann ich war mir sowieso schon länger sehr unsicher, weil die Eintrübungen immer noch so deutlich waren.....


Diesmal ließ man mich in der Augenarzt-Praxis recht lange warten.
Wohl wegen der Feiertags-Woche waren nur wenig Augenärzte da, und ich landete wieder bei einem anderen Augenarzt.
Der Augenarzt sah sich gründlich meine Netzhaut an. Um dann ganz an die Seite blicken zu können hätte er jedoch ein Vergrößerungsglas direkt auf mein Auge aufsetzen müssen, was ihm jedoch nicht gelang. Mein Auge zuckte jedesmal sehr stark, wenn er das versuchte, und er hatte wohl nicht die Technik drauf, die mein Augenarzt hatte. Schließlich gab er nach zig Versuchen dann auf. - Somit war mein Auge nun nicht ganz zu 100 Prozent untersucht worden, aber soweit er es betrachten konnte war die Netzhaut okay!
Wegen den Eintrübungen beruhigte er mich. Sie werden sich von selbst wieder auflösen, aber es kann wirklich einige Wochen dauern. 


Da die Pupille durch die Tropfen noch riesengroß war  ging ich erst mal mit Sonnenbrille nach hause und erst am späten Nachmittag, zunächst ebenfalls mit Sonnenbrille, nach in die Arbeit.


Inzwischen zeigen meine Sehtests, die ich zuhause immer mit dem linken Auge mache, dass ich schon viel weniger verschwommen sehe, als noch vor einer Woche.