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Freitag, 18. Januar 2013

Thema 'Nähe' geht weiter

Ich darf ja jetzt an der fortgeschrittenen fortlaufenden Biodanza-Gruppe teilnehmen. Diese Woche war das erste Mal.
Und bei diesem ersten Termin war gleichzeitig Gelegenheit, in die Gruppe reinzuschnuppern.

Leider war es (für mich) unerwarteter Weise nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte:
Es waren nämlich mehr Männer als Frauen anwesend. Teilweise lag das im Wetter, aber es lag auch daran, dass ein paar Frauen für diese 10 Abende pausieren wollten.... Und es lag daran, dass nun außer mir noch 2 neue Männer in den Kurs reinschnupperten.  (Wir waren diesmal 7 Männer und (einschließlich Kursleiterin) 5 Frauen).

Ich merkte, dass mir das zunächst nicht so gefiel.... doch dann war für mich klar: "Das ist mein Kurs! Ich möchte die positiven Erfahrungen fortsetzen, die meinen Körper und all seine Zellen einzeln öffneten....."

Auch diesmal hatte ich wieder eine Erfahrung mit dem "unvoreingenommenen Blick", ähnlich wie ich es auch bereits unter "Phönix-Nähe (Session I)" beschrieb:
Ja, da war eine Teilnehmerin welche ich noch nicht kannte, und welche ich hier jetzt der Einfachheit halber Y. nennen möchte. Diese Y. sah mich im Anfangskreis (und danach auch immer wieder) sehr freundlich, lächelnd, offen und völlig unvoreingenommen an - ähnlich wie mich auch unsere Kursleiterin immer ansieht..
Ich halte das ja garnicht lange aus, und schaue dann wieder weg.

Ich selbst blicke in solchen Situationen wahrscheinlich eher angespannt, verschlossen - ja vielleicht sogar unfreundlich drein..... einfach aus einem innerlichen Stress heraus, der bei derartigem Kontakt in mir entsteht.
In solchen Situationen finde ich es dann total wohltuend, wenn mein Gegenüber dann nicht ebenfalls zumacht... und unfreundlich oder vielleicht sogar ablehnend drein schaut - sondern wenn mein Gegenüber mich weiterhin offen und "unvoreingenommen" (ich kann das einfach nicht anderns nennen, dieser Begriff trifft es für mich total) zu mir blickt.

Die Blicke treffen sich ja immer mehrmals. Entweder schaue ich, nachdem ich dem Blickkontakt ausgewichen bin dann doch nochmals hin. Oder die Blicke treffen sich später nochmals. - Jedenfalls hatte das mit dem Blickkontakt eine total öffnende Wirkung auf mich, ich fühle mich dadurch so wie ich bin (also auch mit meinem Nähe-Thema) total willkommen.


Mit etwas Verspätung kam dann eine Teilnehmerin, welche ich schon kannte. Sie war an dem Wochenend-Kurs dabei, und ich kannte sie vorher schon aus dem ersten Anfängerkurs, welcher dann nach dem ersten Termin mangels Teilnehmer ausfiel. (Ich nenne sie jetzt der Einfachheit halber mal Z.)
Diese Z. kam aufgrund starker Schneefälle zu spät. Sie begrüßte ganz freudvoll eine andere Teilnehmerin, welche sie seit 10 Jahren nicht mehr gesehen hatte. - Dann umarmte sie noch ein paar andere Teilnehmer, die dort dann in ihrer Nähe standen.

Ich stand ganz auf der anderen Seite des Raum, aber war dann unsicher, ob ich auch hingehen und sie umarmen sollte..... und ich war irgendwie auch unsicher, weil sie nicht 'freiwillig' zu mir kam, obwohl wir doch am Wochenendkurs viel miteinander gemacht hatten.

Diese Unsicherheit, und ein komisches Gefühl ihr gegenüber, war dann den ganzen Kurs über bei mir da. (Sie ist übrigens eine wirklich 'flotte' Frau, während die anderen in dem Kurs schon eher älter als ich wirken.)


Ähnlich wie bei dem Wochenend-Kurs gab es an diesem Abend sehr viele Tänze (ich nenne das glaube ich lieber "Übungen"), welche etwas mit Begegnung oder Nähe zu tun hatten. Aber diesmal gab es auch ausdrücklich die Ansage, zu schauen, wann (und mit wem) man sich wie viel einlassen will und kann - und wann (und mit wem) eher weniger.

Ich merkte das, wenn jemand wirklich offen auf mich zuging, ich auch innerlich in die Offenheit gehen konnte.... und dann tatsächlich schauen konnte, wieviel jeweils maximal für mich möglich war. (Dies gilt sowohl für Begegnungen mit Frauen, als auch für Begegnungen mit Männern, wobei ich mich bei den Frauen schon enger auf Kontakte eingelassen habe.)


Mit Y. hatte ich einen sehr schönen Tanz. Es war ein sehr feines ausloten, was jetzt gerade geht - und was nicht geht, auf welche Art der Andere jetzt tanzen will, und auf welche nicht.....
Mir war es da sehr wichtig, dass meine Signale beachtet wurden.... und als ich merkte, dass es so war, da konnte ich mich auch wirklich sehr schön auf den Kontakt einlassen.
Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie nun zu wenig in den gemeinsamen Tanz einbringt.... Ich wollte, das es etwas ist, das von uns beiden gemeinsam gestaltet und für beide in Ordnung ist.... Doch dann kam doch wieder was von ihr, und ich empfand es dann doch wieder als etwas sehr gemeinsames.

Viele Tänze später kamen wir dann nochmals zusammen. - Es war nach einigen "Übungen" bei denen man dann nochmals sehr tief in offenen Kontakt mit sich selbst gekommen ist.
Ich sah, wie andere teilweise eng-umschlungen tanzten.
Wieder war es dann so ein Versuchen meinerseits, ein ausprobieren, was jetzt stimmig ist und was nicht:
Jedenfalls merkte ich dann, dass es passte immer näher und näher an sie heranzugehen.... bis wir schließlich auch eng umschlungen tanzten.Dies war nicht mein 'Plan' gewesen. Es hatte sich einfach aus der Situation heraus so entwickelt.
Ich fand es sehr schön, weil ich, nach allem was da vorher war, sehr offen dabei-sein konnte!
(Nach dem Tanz bedankte sie sich dann bei mir - und ich bedankte mich auch.)


Insgesamt kann ich sagen, dass manchmal, wenn es viele Nähe-Übungen bzw. Gelegenheiten hintereinander gab, mir das schon fast zuviel wurde. Es war oft so an der Grenze..... und es war dann gleichzeitig doch noch ein Ausprobieren, ob ich trotzdem noch offen bleiben..... und mich nochmals für den Anderen öffnen kann.....


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Irgendwie bin ich sehr dankbar, einen Weg gefunden zu haben, der..... ja......  hoffentlich sogar mein großes Nähe-Trauma heilen kann.

Ich schrieb ja immer wieder darüber, und auch darüber, dass bei mir seeehr vieles mit dem übereinstimmt, was Bert Hellinger die "Unterbrochene Hinbewegung" nennt.  (Hier mein eher theoretischer Beitrag zur Unterbrochenen Hinbewegung).

Ich hatte jedoch bisher viiieeel zu große innerliche Widerstände dagegen, wirklich durch all diese Gefühle hindurchzugehen....

Joel sagte mir auch, dass ich auch im täglichen Leben daran arbeiten kann, indem ich beobachte, wann ich wieder flüchten will.... und mich dann immer wieder zu entscheide, noch ein bisschen mehr zu bleiben....... um zu schauen, was dann passiert....

Hier scheint es nun eine gute Möglichkeit zu geben, mit diesem 'Bleiben' zu experimentieren,
und gleichzeitig scheint es hier den idealen Nährboden sogar für noch eine andere Art von Heilung zu geben! -   Hoffe ich!

Sonntag, 13. Januar 2013

Mut, mich meinen Themen zu stellen

In meinem Beitrag Zustimmung und Veränderung 2013 schrieb ich es ja schon:
Es ist ein Wunsch von mir, in diesem Jahr nun dahin zu kommen, mich meinen Themen wirklich zu stellen.
Ja, mich meinem Leben wirklich zu stellen.

Gestern schrieb ich mir mal auf
  • was ich in meinem Leben gerne anders hätte,
  • vor welchen (Lebens-)Themen ich mich immer wieder drücke  und
  • welche Lebensbereiche derzeit nicht wirklich funktionieren.
Nunja, es kamen viele Punkte heraus, die etwas mit Beruf, Berufung, Innerer Freiheit, Innerlicher Offenheit und Weite, Kontakt- und Nähe, Beziehung (und Sexualität) zu tun haben.

Ich versuchte dann, die Themen einzuteilen in "Themen, die innerlich zu bearbeiten sind" und "Themen, welche äußerlich zu erledigen sind".
Dabei bemerkte ich dann, dass ich mehr und mehr jedes der aufgeführten Themen auf die Liste "Themen, die innerlich zu bearbeiten sind" verschob.

Schließlich entschied ich für mich, dass es eigentlich vorrangig um das innerliche Bearbeiten geht. - Nur wenn ich ein Thema anschaue, dann zeigt es sich mit allen Aspekten.... und dann zeigt sich auch der nächste stimmige Schritt.

Wenn es also so etwas wie ein zu verfolgendes Ziel, einen Vorsatz für 2013 gibt, dann "Mich meinen Themen zu stellen"!
Aber nicht rigide, mit Zwang und mit Druck - denn dies hat bei mir noch nie funktioniert.....
sondern dass ich mir notfalls auch dem Thema "vor meinen Themen weglaufen" stelle - und es bewusst anschaue....

Ja, es geht um den "Mut, mich meinen Themen zu stellen", ja um den "Mut, mich meinen Leben zu stellen" und dies ist doch das Aufregendste und zugleich Großartigste, was man für sein Leben tun kann.

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P.S.:
Ich schrieb es ja schon in meinem Beitrag Zustimmung und Veränderung 2013: Es ist eine Sehnsucht von mir, offen und verbunden zu sein.... und mich und das was mich ausmacht, was ich zu bieten habe, mehr in die Welt zu bringen..... - Eigentlich habe ich auf diesen Wunsch gleich eine Antwort vom Leben bekommen, indem ich mit dem Biodanza nicht nur einen Raum gewonnen habe, in welchem ich mich diesen Themen stellen kann, sondern auch einen Raum, in welchem (so glaube ich) genau diese Fähigkeiten auch gefördert werden.

Montag, 7. Januar 2013

Nähe-Session III + IV

Im Laufe der Nacht auf Sonntag war eine tiefe innerliche Öffnung dann mehr und mehr zurückgegangen. Als ich am Sonntag Vormittag wieder zu dem Kurs ging, war ich wieder relativ verschlossen und auch nicht so kontaktfreudig.

Ich verhielt mich dann auch eher zurückhaltend, sagte, ich müsse erst wieder hier ankommen..... - Im Laufe der Vormittag-Session konnte ich mich dann schon wieder etwas öffnen.


Dann wurde jedoch eine Übung angesagt, die man zu zweit machen sollte... und bei der einer quasi der Begleiter war, der den Anderen am Schluss des Prozesses mit offenen Armen und freundlichen Augen empfangen sollte.....

Ich merkte, diese intensive Erfahrung könnte ich nur mit einer Person machen, die mir sehr sympathisch ist. - Andererseits könnte ich der Person, welche mit mir die Übung macht, jedoch nicht das bieten, was man in der Begleiter-Rolle bieten sollte.... (die offenen Arme und freundlichen Augen). - Somit wollte ich auf niemanden zugehen.... denn die Person, die die Übung mit mir machen würde, hätte mit mir ja praktisch die Arschkarte gezogen.
Somit blieb ich bei der Partnerwahl passiv, .... und sagte dann schließlich, dass ich nicht mitmachen würde.

Ich suchte mir dann einen Sitzplatz, an welchem ich mich an der Wand anlehnen konnte und setzte mich auf eine Decke.

Das Ganze war für mich schon sehr schwierig... und ich musste sehr bewusst bleiben und im Hier und Jetzt in mich spüren, um nicht in ein innerliches Drama einzusteigen, um nicht in einen 'innere Film' zu gehen.

Dabei halfen mir verschiedene Dinge, die ich bei Joel oder auch aus anderen Methoden gelernt hatte.
Insbesondere fiel mir da auch ein Satz von Joel ein, der in irgendeiner Seminar-Situation mal gesagt hatte: "Wenn ich wollte, dann könnte ich jetzt in die Verletzung gehen!"
Ja, und wenn ich gewollte hätte, hätte ich jetzt sehr leicht in einen inneren Film, in ein innerliches Drama rutschen können....
Ich erinnerte mich dann auch daran, dass wir ja gerade im letzten Wochenende ausführlich über die verschiedenen Arten von Gefühlen (siehe auch meinen Beitrag "Unterscheidung in 5 Gefühls-Arten") und über das "in einen inneren Film gehen" geredet hatten.
Somit wusste ich, wie wichtig es war, bewusst zu bleiben und genau zu schauen, was JETZT im Augenblick in mir vorgeht..... in den Körper spürend.... , spürend, welche Gefühle hier im Augenblick anwesend waren...

Mir ging es da nicht schlecht in dieser Situation. Es war einfach stimmig, in diesem Augenblick diese Übung nicht mitzumachen. Ich musste nur einfach sehr aufpassen, um nicht in den alten mir sehr gut bekannten Film zu kommen, dass ich nun in der Gruppe hier ausgeschlossen bin, dass ich nun nicht mehr dazugehöre, ..... und dass ich mit meiner Verschlossenheit die anderen hier eigentlich in ihrer Offen-Sein störe.


Nach diesem für die Beteiligten recht intensiven "Tanz" (und für mich ebenfalls recht intensivem Prozess) sollte man dann seine Freude über das erlebte tanzen. Die Anderen waren teilweise recht überschwänglich.... fielen einander um den Hals.
Ein Teilnehmer kam dann zu mir, um mir die Hand zu reichen und mich wieder in die Gruppe zu holen. - Ich war mir noch unschlüssig, ging jedoch dann doch mit.


Dann kam schon wieder das Nächste:
Hier sollten sich ebenfalls jeweils wieder zwei Übungspartner zusammenfinden. Der eine sollte dem anderen, der auf dem Boden liegt, ganz sanft (wie einem kleinen Baby) über das Gesicht streicheln. - Um Schluss sollte er dann dem anderen wieder in eine sitzende Position kommen lassen.... und ihm dann mit einem freundlichen Blick empfangen.

Hier ging es mir dann wie vorher:
Es wäre für mich nicht einfach gewesen, diese Nähe anzunehmen, sie zuzulassen. - Aber umgekehrt wäre ich in jedem Fall nicht in der Lage, meinem Übungspartner diese große Offenheit zu geben.

Also wieder dasselbe Spiel: Wieder nicht mitmachen und auf einer Decke ganz zentriert mit dem Rücken an der Wand dasitzen!. - Wieder war ein größeres Maß an Aufmerksamkeit nötig.... ich konnte jedoch in Einklang mit den nun mal vorhandenen innerlichen Gegebenheiten gehen....

Dabei kamen natürlich schon wieder das Thema, nun endgültig von der Gruppe abgehängt worden zu sein.... und nicht dazuzugehören.
Ich hatte ursprünglich ja auch gedacht in die Fortgeschrittenen-Gruppe einsteigen zu können.... zumindest darauf zu drängen, dass ich dort einsteigen darf. Doch hier sah ich nun alle meine Felle davonschwimmen.....


Da diesmal Adriana ja nicht mitmachte, überlegte ich noch für einen kurzen Augenblick, ob ich sie nicht fragen könnte, ob sie die Übung nach dem Wechsel (also dem Rollentausch) mit mir machen würde.
Ich konnte mich dann aber nicht dazu entschließen... da ich befürchtete, dass ich dies dann vielleicht als zu aufdringlich empfinden würde... Und in der liegenden, empfangenden Position hätte ich das Ganze dann auch nicht so steuern können.... wie es im Notfall vielleicht nötig gewesen wäre.
(Ich wusste ja noch, wie ich in unserer K!KG-Gruppe einmal in mein Nähe-Thema hineingerutscht war - so sehr, dass meine Freundin dann hinterher zuhause meinte, ich hätte richtig traumatisiert gewirkt. An diesem Abend hatte ich mir dann an der Bettkante ganz kräftig das Schienbein aufgeschlagen, obwohl ich mich sonst eigentlich nie verletze.)
Jedenfalls fühlte es sich dann doch nicht so passend an und ich ließ es.

Ich merkte dann, dass ich das Bedürfnis hatte, meine Brille abzulegen und mir selbst mit den Händen zart über das Gesicht zu fahren. - Das war gut, und ich war in Einklang mit der Situation.


Der nächste Tanz war dann auch wieder ein "Feiern des Erlebten"!
Ich merkte, dass ich sitzen bleiben wollte, und wippte nur mit zur Musik.
Zweimal wollte mich dann jemand wieder mit hineinholen, aber ich winkte dann ab. Ich dachte dann auch: "Ihr müsst jetzt nicht meinen, dass ihr euch um mich kümmern müsst. Mit mir ist alles okay"!

Zum Abschlusskreis kam ich dann wieder dazu - und hatte auch den Eindruck, hier gut aufgenommen zu werden.

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In der Mittagspause wollte ich dann jedoch nicht mit Essen gehen, sondern in dieser Zeit für mich sein. Deshalb fuhr ich nach Hause. - Ich hatte jedoch Bescheid gesagt, dass zur Nachmittag-Session wieder komme.

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Bei diesem Kurs gab es ja keine "Rückmelderunden".
Am Anfang hatte jeder Gelegenheit gehabt, zu sagen was ihn in diesen Kurs bewegt hat - und nun nach dem Mittagessen gab es schon die Abschlussrunde. Hier sollte jeder sagen wie es ihm geht - und was er mitnimmt. (Danach sollte es dann nur noch eine abschließende, eher integrierende Tanz-Session geben.)

In dieser Abschlussrunde sollten wir dann alle noch etwas näher zusammenrücken, so dass ich mit meinen beiden Nachbarinnen praktisch auf "Tuchfühlung" war. Dies war dann auch schön, weil ich dann durch zufällige und un-zufällige Berührung auch nochmals spürte, dass ich hier wirklich noch dazugehörte.

Ich erzählte dann auch ehrlich, was bei mir los war. - Auch von meinen Ängsten, nun nicht mehr dazuzugehören.
Und ich bemerkte, dass bei diesen Worten schon auch eine Traurigkeit in mir war...

Adriana sagte, dass es im Biodanza keine Rückmeldungen gibt, sie aber noch etwas Grundsätzliches zu Biodanza sagen möchte.
Dann erzählte sie, wie wichtig die "Selbstregulierung" wäre, und dass sie es gut findet, wie genau ich nachspüre, was für mich richtig ist und wie ich auf mich achte.


In der nun folgenden Session war ich dann schon wieder (innerlich) "weicher" und offener.
Ich hatte noch viele Gelegenheiten zu schauen, wie ich das Angebot an Nähe, welches an vielen Stellen ja wirklich vorhanden war, nutzen konnte.... und wo ich dann doch sehr verspannt war.... oder mich auch den Schritt nach außen vielleicht garnicht traute....

Es war dann auf jeden Fall sehr schön!


Am Schluss überlegte ich mir dann noch, nun Adriana doch zu fragen, ob ich in den Fortgeschrittenen-Kurs kommen darf. - Ich rechnete eigentlich damit, dass sie mir erklären würde, ich wäre hierfür doch noch zu sehr verschlossen.
Stattdessen antwortete sie jedoch: "Das würde mich sehr freuen!"
Sie erklärte mir dann, dass ich mich ja sehr fortgeschritten verhalten hätte Sie meinte auch, dass ich mich sehr fortschrittlich verhalten hätte. Die Meisten hätten sich selbst, wenn sie nicht an einer Übung hätten teilnehmen können selbst sehr stark verurteilt.

Sonntag, 6. Januar 2013

Nähe-Session II

In der Pause gingen einige einen Kaffee trinken. Andere legten sich auf eine Decke oder Matratze.
Ich wollte für mich sein und wieder ganz zu mir kommen, setzte mich mit einer Decke an die Wand, blätterte in ein paar Seminarausschreibungen und ließ alles nochmals in mir nachklingen....


Im Start-Kreis gesellte sich dann die aufdringliche Frau neben mich, so dass ich sie dann an der Hand halten musste. Dies war unangenehm, weil ihre Hand irgendwie kalt und glitschig war. - Ich befürchtete schon, sie würde jetzt ständig versuchen, mit mir irgendetwas zu machen (bei zweier-Übungen hätte ich dies ja vermeiden können, bei dreier- oder vierer-Übungen ist das jedoch nicht immer möglich) aber sie blieb mir dann fern.


Am Anfang der Session (als es dann darum ging, durchs Leben zu gehen) fühlte ich mich sehr gut und stark. Ich empfand es auch als stärkend, der einen Frau gegenüber ganz klar meine Grenzen gewahrt zu haben. Es fühlte sich im Körper stark und gut an - und ich merkte, dass ich gut bei mir war.

Ich bemerkte jedoch auch, was mich sehr schnell herausbrachte und von mir wegbrachte: Dies geschah nämlich jedes Mal, wenn ich mit jemandem Blickkontakt aufnahm, insbesondere, wenn dieser nicht nur flüchtig sondern länger andauernd war.


Die Öffnung für Nähe wuchs bei mir jedoch ständig....

Dann sollte man sich jedoch für einen "nähe-vollen Tanz zu dritt" zwei Partner suchen. Da hatte ich nicht dem Mut, als dritter Mann auf zwei Frauen zuzugehen, die sich bereits gefunden hatten. (Auf jemanden zuzugehen ist ja für mich das allerschlimmste. Dies macht mir noch mehr Stress, als Nähe zuzulassen.)

So kamen wir für diese Übung als drei Männer zusammen.
Diese Übung war dann körperlich doch nicht so eng, aber irgendwie trotzdem stimmig und angenehm.

Bei der nächsten Übung zu dritt war dann mein Mut gestiegen - und ich ging dann doch auf eine Frau zu, und wir machten dass dann zu dritt.
Nachdem es in der ersten Session eher um das Feuer ging, ging es nun um den Aufstieg.
Und so war das jetzt auch die Aufstiegs-Übung, die dann doch zu einer intensiven innerlichen Öffnung führte. Wobei diese Aussage jetzt total untertrieben ist - denn es war wirklich sehr schön.


Als wir dann nach diesem Erlebnis neu durch den Raum gingen, da hat jeder jeden umarmt - und ich jetzt auch wirklich offen und innerlich frei dafür war.
Allerdings brauchte ich dann zwischendrin doch eine Pause für mich.
Irgendwann sah ich dann die aufdringliche Frau sich in meine Nähe zu bewegen. Aus diesem positiven innerlichen Gefühl heraus dachte ich daran, sie auch kurz zu umarmen. Sie was diesmal jedoch nicht so aufdringlich, und fasste mich nur an den Händen. Ich ging dann in eine kurze Umarmung. Sie bedankte sich hierfür anschließend mit einer kurzen Verneigung, wobei sie ihre Hand auf ihr Herz legte.

Hier ging ich nun sogar auf eine Frau zu, die mir eigentlich sehr gut gefiel, die mir aber immer aus dem Weg gegangen war und sogar Blickkontakt vermieden hatte.
Ich wollte ihr keine Umarmung aufdrängen, dachte jedoch, ich biete ihr eine Hand an, und wir gehen so weit, wie es für beide möglich ist.
So waren wir dann einige Zeit mit diesem Ein-Hand-Kontakt zusammen. Und ich fand es schön, dass ich so problemlos hatte auf sie zugehen können..... und dass doch nichts sein oder erzwungen werden musste... (Das ist Begegnung, wie ich finde.)


Jetzt zuhause - nachträglich - und wieder für mich alleine - findet wieder eine gewisse Verhärtung in mir statt.

Mir fällte gerade ein, dass ich ganz allgemein darauf achte, gut für mich zu sorgen.

Samstag, 5. Januar 2013

Phönix-Nähe (Session I)

Dieses Wochenende besuche ich einen Bíodanza-Workshop, in welchem es um den Archetypen des Phöníx geht.

Ich selbst besuche die Bíodanza-Kurse jedoch garnicht so sehr wegen des jeweiligen Themas (obwohl dieses diesmal wirklich sehr interessant ist!), sonder weil in den Bíodanza-Kursen sehr viel Nähe gelebt wird....
Nähe ist ja ein Thema, mit welchem ich sehr meine Schwierigkeiten habe, ja eigentlich schon ein Trauma, welches Bert Hellinger "Unterbrochene Hinbewegung" nennt. (Link zu allen meinen Beiträgen zur Unterbrochenen Hinbewegung.)

Laut  Bíodanza-Theorie soll diese Methode ja Probleme mit Nähe beseitigen. (Ob dies stimmt, werde ich noch sehen. Für mich jedenfalls bewegt sich diese Methode außerhalb meiner bisherigen psychologischen Welterklärungs-Modelle.)
Was diese Kurse mir jedoch in jedem Fall ermöglichen ist, mich meinem Thema 'Nähe' zu stellen, damit zu experimentieren, damit zu spielen, zu schauen was da in mir vorgeht und was dabei passiert......(Auch fühle ich mich nach den Kursen meist gut und tiefer bei mir(!), was will ich also mehr.)


Jedenfalls waren wir insgesamt 12 Teilnehmer (6 Männer und 6 Frauen). Viele waren auch von außerhalb angereist, drei oder vier der Teilnehmer hatten sogar selbst schon eine Ausbildung zur(zum) Bíodanza-Leiter(in) gemacht. Wir machten heute zwei Sessions, welche jeweils etwa 2:15 h dauerten, mit einer Stunde Pause dazwischen.


Ich war relativ früh vor dem Kurs schon in dem Raum anwesend, so dass ich miterlebte wie nach und nach die Teilnehmer eintrudelten.
Viele Teilnehmer kannten sich schon, fielen sich gleich um den Hals und gaben sich teilweise Küsschen. Ich fühlte mich dabei irgendwie unwohl, da ich noch niemanden kannte.

Dann kam eine Teilnehmerin, welche ich aus dem ersten Anfänger-Kurs kannte (der mangels Teilnehmer nur an einem Abend stattfand.) Damals hatte ich diese Teilnehmerin ganz nett gefunden und hatte dann mehrmals eine Partner-Übung mit ihr gemacht.

Ich sagte "Hallo" und war mir zunächst nicht sicher, ob sie mich erkannte.
Dann setzte sie sich jedoch neben mich und hat mich gleich umarmt und sich mit mir unterhalten.

Beim Bíodanza werden ja mehrere Tänze gemacht. Diese Tänze werden einerseits auf das Seminar-Thema (in diesem Fall also dem Archetypen des Phöníx) abgestimmt. Adererseits gibt es jedoch auch bestimmte Aspekte im Ablauf der Tänze innerhalb einer Session, welche unabhängig vom jeweiligen Thema sind. - In jeder Session ist es jedoch so, dass man teilweise für sich alleine tanzt, häufig jedoch zu zweit und manchmal auch zu mehreren.

Jedenfalls stand diese Teilnehmerin bei den Tänzen/Übungen zu zweit dann oft zufällig neben mir, so dass wir dann mehrmals etwas zusammen machten.

Die Fortgeschrittenen gehen da ganz andern mit Nähe um, als wir es noch im Anfänger-Kurs taten....
Jedenfalls machte ich eine Übung mit dieser Teilnehmerin und sah, wie andere sich dabei dann gleich umarmten. Sie ging dann bei der einen Übung ebenfalls mehrmals offen und mit offenen Armen auf mich zu und umarmte mich.....  und ich merkte schon, dass mich dies anspannte und stresste obwohl ich sie ja sympathisch fand..... und ich mir ja auch wünsche, dass Frauen Nähe zu mir haben wollen.


Adríana, die Kursleiterin, schaut mich ja immer total offen, freundlich und total unvoreingenommen an, so dass ich es oft kaum aushalten kann. - Eine Teilnehmerin, welche Bíodanza-Kurse in Innsbruck leitet, sah mich schon von Anfang an genauso an. Auch mit ihr hat es mit der gegenseitigen Nähe gut geklappt.


Für mich hat es nicht nur etwas angenehmen sondern auch schon etwas heilendes, wenn ich merke, dass ich mit meinem Nähe-Wunsch nicht auf Ablehnung stoße.

Irgendwie wuchs mein Nähe-Level während dieser Session auch mehr und mehr an.
Wenn es etwas gab, was intimer zu werden drohte, dann versuchte ich, die Frau die ich schon kannte, oder die Frau aus Innsbruck zu wählen, da hier irgendwie unkomplizierter Kontakt möglich war.
So ziemlich gegen Schluss konnte ich dann bei der Frau die ich schon kannte doch etwas mehr Nähe zulassen. Bei diesem Tanz tanzten dann viele eng umschlungen. Ich versuchte dies dann auch, und sie war einverstanden.... und wechselte dann sogar nach kurzer Zeit die Seite, so dass wir dann Herz an Herz tanzten. Ich merkte, dass ich da innerlich schon noch etwas angespannt war, mich jedoch auch einlassen und spüren konnte.... Nach einer Weile ging sie dann jedoch aus dem eng umschlungenen Tanz heraus, so dass wir uns dann nur noch an den Händen hielten.


Wir sollten dann wechseln und ich kam an eine Frau, mit der ich nicht so engen Kontakt wollte.
Hand an Hand war okay. Teilweise ein bisschen näher auch - aber sie wollte dann auch eng tanzen.... und versuchte es immer wieder, obwohl es da doch klare Zeichen von mir gab.
Ich als Noch-Nicht-Bíodanza-Erfahrener bin das eigentlich so gewöhnt, dass man sich vorsichtig vor-tastet.... und wenn kein Widerstand zu spüren ist, noch weiter geht..... - aber wenn Widerstand da ist, diesen akzeptiert.... und man es dann bestenfalls ein anderes Mal nochmals probiert.
Aber sie war da etwas aufdringlich, jedoch ließ ich sie nicht näher heran.


Um Abschlusskreis fasst man sich dann nochmals bei der Hand und tanzt im Kreis.
Hier deformiert sich der Kreis dann manchmal auch, so dass man sogar mit den Leuten, die einem im Kreis gegenüber stehen, nahe kommt. Einige Leute, die sich schon länger kannten (oder sich jetzt nahe gekommen waren) gaben sich bei dieser Gelegenheit sogar Küsschen. Da wollte die aufdringliche Frau dann tatsächlich mit mir Küsschen austauschen, was ich jedoch abgeblockte.

In der Pause fragte sie dann ob ich schon länger Bíodanza mache, und als sie erfuhr, dass ich noch Neuling bin, war sie irgendwie zufrieden. (Am Schluss des Abends habe ich übrigens noch mitbekommen, dass sie sich bei jemandem beschwerte, weil keiner aus dem Kurs am Abend noch mit ihnen Essen gehen wollte, wo sie und ihr Mann doch fremd in der Stadt wären. - Ja, liebe Frau, auf soetwas hat man halt keinen Rechtsanspruch!)

Mittwoch, 2. Januar 2013

[Der Sinn]

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern dass etwas einen Sinn hat,
egal wie es  Ausgeht!

Frei nach Václav Havel



Mit diesem Zitat wünsche ich all meinen Lesern
'Ein Gutes neues Jahr 2013'!
Dieser Beitrag sollte eigentlich in der Neujahrsnacht automatisch erscheinen. Hat aber wohl nicht geklappt.