Donnerstag, 15. August 2013

Der Lebens-Integrations-Prozess

Vielleicht schreibe ich hier noch etwas über den Lebens-Integrations-Prozess, den ich auf der Sommerakademie bei Wilfried Nelles durchlaufen durfte.

Dieser Prozess hat gewisse Ähnlichkeit mit den Familienaufstellungen.
Die Familienaufstellungen habe ich hier im Blog ja schon öfters erwähnt, aber hier nochmals eine kurze Zusammenfassung:
Bei der Aufstellungsarbeit werden Teilnehmer der Gruppe beispielsweise für mich und für meinen Vater und meine Mutter aufgestellt. Diese "Stellvertreter" für meine Eltern haben keine (oder nur minimalste) Infos über meine Eltern, wenn sie sich jedoch in die Aufstellung begeben, dann verhalten sie sich plötzlich so wie meine Eltern.... und haben Wissen über die Eltern, welches sie eigentlich garnicht haben können.... - einfach nur dadurch, dass sie sich gesammelt auf die Aufstellung einlassen, in sich hineinspüren, langsam und achtsam vorgehen....

Wie das wirklich funktioniert, ist letztendlich unklar.... aber das es funktioniert weiß jeder, der sich schon mal darauf eingelassen hat.

Bei meiner ersten Familienaufstellung war meine Lebensgefährtin regelrecht erschrocken, wie sehr der Stellvertreter meines Vaters auf einmal meinem tatsächlichen Vater ähnlich war....
Und ich war beispielsweise in einer Aufstellung mal der behinderte Bruder einer Teilnehmerin. Hinterher sagte dann die Teilnehmerin, die Art und Weise wie ich immer wieder Nähe zu ihr gesucht habe, entsprach genau dem, was ihr Bruder auch immer macht. (Ich hatte das nicht gewusst, sondern war in der Aufstellung einfach meinen inneren Impulsen gefolgt.)
- Und ich hatte im Laufe der Jahre noch viel erstaunlichere Erlebnisse!


Bei der LIP-Aufstellung ("Lebens-Integrations-Prozess") ist das etwas anders. Hier wird ein Teilnehmer aus der Gruppe für mich als Fötus aufgestellt, einer für mich als Kind und einer für mich als Jugendlicher. Ich selbst stehe dabei für mich als Erwachsener.
Anders als bei den Familienaufstellungen hat hierbei jedoch jeder einen festen Platz, den er nicht verlassen darf.
Der Fötus zeigt manchmal die innerliche Lebensvision, oder auch besondere Fähigkeiten, die man von Anfang an in sein Leben mitbekommen hat....

Bei der LIP-Aufstellung eines Teilnehmers sagte der Stellvertreter des Fötus beispielsweise mehrmals "Ich bin ein blinder Seher".
Als Wilfried den Teilnehmer dann fragte, ob er mediale Fähigkeiten habe, gab dieser dies etwas zögerlich zu. Er meinte, er hätte dies immer geheim gehalten, weil andere Menschen hierauf oft negativ reagierten. - Nun aber hatte sich gezeigt, dass er diese Fähigkeit bereits von Anfang an, sozusagen als Lebensaufgabe, mitbekommen hatte....

Und bei mir was es, wie ich in meinem letzten Beitrag schrieb, die Stille, welche ich mitbekommen habe....

Kommentare:

  1. Lieber Tao,

    ich danke dir sehr, dass du dir diese Mühe gemacht hast, nochmal einen separaten Text dazu zu schreiben. Er hat ein ganzen Cocktail an Gefühlen bei mir ausgelöst und ich denke, ich habe jetzt so eine ungefähre Vorstellung, was du meinst. Ist ein sehr umfangreiches Thema, sehr spirituell. Geht mir sehr unter die Haut. Sehr viel aus mir reagiert auf deinen Beitrag. Zuviel, um es in ein Kommentar verpacken zu können.

    Konntest du dir denn diese Stille jetzt annehmen? Heißt das, dass du auch sehr geräuscheempfindlich bist?

    In mir kursieren gerade allgemein sehr viele Fragen zu diesem Thema. Diese Umsetzung in den Alltag empfinde ich manchmal als unüberwindbar, auch wenn ich natürlich weiß, dass es einen Weg dahin gibt. Vermutlich sehe ich ihn einfach (noch) nicht.

    Liebe Grüße,
    Ka

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    1. Liebe Ka,

      ich hatte sowieso vor, diesen Prozess noch ausführlicher zu beschreiben.
      Allerdings wollte ich ursprünglich zunächst die Bücher von Wilfried vorstellen. Und dann über die Sommerakademie schreiben.
      Nun hat das Leben mich dazu geführt, meinen ursprünglichen Plan zu ändern und die Erklärung zu diesem Prozess vorzuziehen. Und das Leben hatte recht, denn es war ein guter Zeitpunkt für diesen Text.... dann ich habe den Eindruck, ich konnte das Ganze recht gut und anschaulich beschreiben und rüberbringen....

      Für mich hat die Stille nun einen ganz besonderen Stellenwert, einfach deshalb, weil ich auf so beeindruckende Art und Weise zu ihr gekommen bin. Und ich entdecke immer wieder neue Aspekte daran.... die ich vielleicht noch irgendwie für mich verwerten kann.

      Besonders geräuscheempfindlich bin ich nicht.
      Die Stille hat für mich ja auch eher einen innerlichen statt einem äußerlichen Effekt. Die Stille ist in meinen Augen immer da..... selbst hinter dem größten Lärm.... und zwischen all den Geräuschen und Worten.....
      Ja, vielleicht geht es auf tieferer Ebene sogar um die Stille, die zwischen den einzelnen Gedanken liegt, welche mir durch den Kopf gehen....

      Lasse das was ich schrieb - und überhaupt das Thema 'Stille' - doch einfach auf dich wirken.... und schaue, was daraus ganz von selbst und in seiner Zeit entsteht.....

      Liebe Grüße

      Tao

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