Samstag, 22. März 2014

Auch hierbei 'mit dem Leben gehen'

Nachdem bei meinen ersten beiden Seminaren doch einiges an Teilnehmer-Interesse da war, sieht es diesmal sehr schlecht aus.

Die wenigen Werbe-Wege, die ich in der Vergangenheit nutzte, griffen diesmal nicht.
Und frühere Teilnehmer schienen mit den gemachten Erfahrungen zwar zufrieden zu sein, jedoch kam nicht rüber, dass (die verblüffenden Körperübungen zwar das Fundament der Methode sind) es jedoch noch um Einiges tiefer und weiter gehen kann....

Jedenfalls sitze ich nun da, muss diesmal auch weitgehend die Raumkosten bezahlen.... und da wurde es auch zunächst in mir eng:
Das darf nicht sein!
Meine Seminare sind nicht auf Gewinn aus, ich decke mit der Teilnahmegebühr nur die Kosten. Aber dann darf es auch nicht sein, dass ich diesmal Verlust mache und auf den Kosten sitzen bleibe.

Doch diese Enge dauerte höchstens ein, zwei Minuten.
Ich war ja vor drei Wochen erst bei einem Seminar bei Wilfried Nelles gewesen... wo für mich nochmals erfahrbar war, wie es ist, das Leben auf sich zukommen zu lassen....

Ja, ich werde auch diesmal das Leben auf mich zukommen lassen
und schauen, was jetzt noch passiert (die letzten Male gab es noch 1-2 Anmeldungen am letzten Tag).

Und ich lasse mich darauf ein, schaue, was die Botschaft ist, die diesem Sachverhalt, diesem Phänomen innewohnt....
* Vielleicht will das Leben, dass ich mich innerlich noch mehr auf das Thema 'Seminare geben' einlasse?
* Vielleicht will das Leben, dass ich das Ganze kommerzieller aufziehe, und mich durch Werbung auch erst mal bekannt mache?
* Vielleicht will das Leben auch, dass ich es langsamer angehe?
* Vielleicht eher individuelles Coaching anbiete?
* Oder - die allerschlimmste Variante - dass ich das Ganze wieder sein lasse???

Diese Fragen kann nicht ich beantworten, sondern nur das Phänomen ("es kommen keine Teilnehmer") selbst. - Und das Phänomen verrät mir das nur, wenn ich mich auf es einlasse.....

Sonntag, 16. März 2014

Das Leben geschieht....

Das Leben geschieht.... doch nicht immer so, wie wir es gerne hätten.
Ein Grund innerlich in Widerstreit mit dem Leben zu gehen???


Ich weiß, ich vernachlässige meinen Blog zur Zeit sehr.

Eigentlich wollte ich schon sein Monaten ein wirklich super hilfreiches Buch vorstellen....

Und vor Wochen habe ich eine neue Methode entdeckt, um aus Symbiose und Verstrickung wieder zu sich zu kommen.... bei sich zu sein, beim eigenen SELBST zu sein....
Da habe ich gleich zwei Seminare besucht - und möchte natürlich auch darüber schreiben.

Und dann habe ich nochmals ein Seminar besucht. Diesmal wieder zu dem großen, altvertrauten Thema "in den Einklang mit dem zu gehen, was durch das Leben auf mich zukommen will....." - Auch hier gab es sehr viel Interessantes!!!

Es stehen also noch einige Beiträge aus!!!

Das Leben geschieht.... und auch meine langjährige Partnerschaft ging/geht nun in einer einvernehmlichen und freundschaftlichen Trennung zu Ende....

Das Leben geschieht.... und ich weiß auch noch nicht, wie es mit meinem Blog weitergehen wird!


Das Leben geschieht.... und heute nochmals mit einer Werbung für mein Seminar:


Das Leben geschieht.... doch nicht immer so, wie wir es gerne hätten.
Ein Grund innerlich in Widerstreit mit dem Leben zu gehen???

Mit Partnerübungen (deren Ursprung im Kampfsport liegen) möchte ich in diesem Seminar das Angebot machen zu erforschen, welche innerliche Haltung gegenüber 'dem-was-ist' uns in schwierigen Situationen am meisten trägt.


Zum Seminar mitbringen brauchst du nur Dich selbst - mit allem was in dir ist und zu dir gehört!
Und natürlich einen kleinen Unkostenbeitrag,  10,- bis 15,- €  (abhängig von der Teilnehmerzahl)   ;)

"Das Leben geschieht...." - dieses Motto - und alles was in der Seminarausschreibung steht - wird Inhalt dieses Seminars sein.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Jahreswechsel

Wie immer zum Jahreswechsel denke ich auch diesmal schon seit Tagen daran, eine Rückschau auf das alte Jahr zu halten... was sich im letzten Jahr verwirklicht hat von dem was mir wichtig ist.....
Und auf das neue Jahr zu blicken, welche Themen ich dieses Jahr in meinen Themen-Radar nehmen will.... - in der Hoffnung, dieses Jahr auf diese Themen schauen zu können... so dass sich diese Themen zutiefst zeigen und dann auch bewegen können....

Doch irgendwie hat diese Rück- und Vor-Schau dieses Jahr anscheinend nicht die hohe Priorität...
Die Tage, die ich jetzt während meines Urlaubs tatsächlich für mich bin, trödle ich viel herum.... und wenn ich mir nach dem Trödeln dann die Zeit für mich nehme, dann scheint es wichtiger zu sein, auf die gerade aktuellen Themen zu schauen.

Das wichtigste Thema ist zur Zeit, wie ich Kraftvoll und Präsent mit anderen Menschen zusammen sein kann.... und gleichzeitig in Offenheit, innerlicher Weite und Einklang mit dem Gegebenen...

Dies möchte ich mitnehmen in mein Sein als Kursleiter in meinen Seminaren - aber auch in all die anderen zwischenmenschlichen Begegnungen.

Ich schaue mir dieses Thema ja schon länger an, erlaube furchtlos, dass sich alles zeigen darf, was damit zu tun hat.
Ich bemerke, wie kindliche Seiten von mir hier hineinspielen.... wie ich andere Menschen beeindrucken will, ihre Zustimmung suche, ihr Wohlwollen will...

Und ich spüre, wie ich dies kraftvoll-bejahend anschauen kann...
und gleichzeitig immer wieder auch den Hauch des anderen, des gewünschten Zustands spüren kann: Erwachsen seiend und wahrnehmend was geschieht, in meiner Kraft seiend, vielleicht zum Anderen im Widerspruch - aber damit dann doch auch in Begegnung gehend, in Offenheit, und im "JA!" zu dem, was auch immer sich entfalten will...

Eigentlich ist dies schon mein Hauptthema für 2014!
* Außerdem: mich dem Thema stellen, wie es mit Beziehungen / Sexualität weitergeht.
* Und es gibt Fragen wie: Ob ich noch eine weitere faszinierende Ausbildung machen oder zumindest mehrere Weiterbildungs-Seminare besuchen möchte... - um meine Möglichkeiten zum Umgang mit dem Leben noch mehr zu erweitern.
* Offen ist auch die Frage, wie es überhaupt mit meinen Kursen weitergehen mag - ob Seminare-halten für mich überhaupt der richtige Weg ist, das was ich mitbekommen habe und das was ich dazugelernt habe mit der Welt zu teilen..... oder mein Weg, dies mit der Welt zu teilen ein anderer ist.
* Außerdem ist offen, wie es mit meinem Blog weitergeht.
Erstens schrieb ich schon sehr viel über dieses Thema, so dass ich mich eigentlich nur noch (mit neuen Worten) selbst wiederholen kann. - Zweitens muss die weitende, öffnende Wirkung der Zustimmung von jedem selbst gespürt werden. Dies ist mit Worten allein nur teilweise zu erreichen.

Zum Schluss wünsche ich meinen Lesern noch:

Ein Gutes und Erkenntnisteiches neues Jahr!
Die 'Innere Freiheit'  und den 'Weitblick'
um die Themen angehen zu können, welche in diesem Jahr anstehen!

Montag, 11. November 2013

Feuertaufe!!!

Am Sonntag Nachmittag fand das erste von mir geleitete Seminar statt.

Ich hatte mich entschieden, das Ganze ohne Absicherung und doppelten Boden laufen zu lassen. Das heißt, ich hatte keinen "Kollegen" aus meiner Ausbildungsgruppe als beobachtender Unterstützer oder gar Co-Leiter eingeladen. (Einige in meiner Ausbildungsgruppe hatten das Anfangs so gemacht. Aber die Entfernung zwischen mir und dem Wohnort meiner nächsten Ausbildungskollegen ist mehr mehr als 300 km. Außerdem wollte ich, dass ich dies wirklich alleine, ohne das Eingreifen anderer, nur auf mich gestellt durchziehen.)

Es kamen 8 Teilnehmerinnen.
Ja, komischerweise hatten sich nur Frauen angemeldet. (Dabei bin ich ja gewohnt, dass mind. die Hälfte des Kurses aus Männern besteht. Aber es lag wohl an dem von mir gewählten Thema des Seminars.)
Eine der Teilnehmerinnen war meine Lebensgefährtin - alle anderen kannte ich noch nicht.

Nach dem Seminar klaffte die Zufriedenheit über das, was in diesen drei Stunden gelaufen war doch ziemlich auseinander:
Auf der einen Seite das, was die Teilnehmerinnen am Schluss als Rückmeldung gaben -
und das, was ja während der drei Stunden ganz objektiv an Entwicklung zu beobachten war!
Auf der anderen Seite doch etwas Unzufriedenheit bei mir....

Ich hatte mir ja gewünscht, diesen Einführungs- und Erfahrungsnachmittag aus einer inneren Haltung von "bei-mir-sein", "Sammlung", "Zustimmung", "Weite" und des "Eingebunden-Seins" leiten zu können.
Leider war ich dann zu sehr im Stress, um wirklich voll und gut bei mir zu sein.
Als ich die einführende Rede hielt, habe ich, wie meine Lebensgefährtin hinterher meinte, richtig gezittert...

Die Vorstellungsrunde habe ich dann für mein Empfinden sehr gut gestaltet.
Ich wollte, dass die Teilnehmer kurz ein aktuelles Lebensthema benennen können, welches vielleicht gerade einer Zustimmung bedarf. Allerdings wollte ich lange Gespräche vermeiden, da es mir ja um die direkte Erfahrung mit der Zustimmung ging.
Hierfür hatte ich mir ein kleines Ritual einfallen lassen, durch welches die Themen willkommen wurden, ohne dass zu ausführlich darüber geredet werden müsste.
Natürlich durfte man sein Thema auch für sich behalten. Die sagte ich dann gleich, als ich zwei leicht entsetzte Augen sah....
Zwei Teilnehmerinnen sagten, sie wären aus Neugierde hier.
Ich bat sie dann, trotzdem das Ritual zu machen, und eben die Neugierde zu nehmen. Somit gehörte auch die Neugierde und das "sein-Thema-nicht-benennen-wollen" mit dazu, zu uns und dem ganzen Gruppenverlauf...

Ich hatte, so habe ich es gelernt, zwei Aufgaben:
Zum einen leitete ich äußerliche Körperübungen an. Diese vermittelten (körperlich erfahrbar) den Unterschied zwischen innerlichem Widerstand, Ablehnung und Nein einerseits
sowie "Loslassen" und "Zustimmung" andererseits.
Gleichzeitig ist es meine Aufgabe einen Raum von Offenheit, Weite und Zustimmung zu öffnen.... der ganz wie von selbst dazu führt, dass auch die Teilnehmer zustimmend mit ihren Themen umgehen können....

Und anscheinend hatte ich, obwohl ich ja nicht wie gewünscht bei mir sein konnte, doch genügend von diesem Raum für die Anderen öffnen können....

Ich hatte mich ja selbst sehr offen eingebracht... auch mit meiner Unsicherheit....
und die Teilnehmerinnen hatten sich dann auch recht schnell sehr tief und persönlich eingebracht... auch Dinge die man normalerweise niemandem erzählt.
Das lag natürlich nicht nur an dem von mir gestalteten Raum, sondern auch daran, dass hier auch einfach Menschen mit der nötigen Offenheit zusammengekommen waren!!!

Während ich für den ersten Teil des Nachmittags die Übungen schon relativ fix in meinem Konzept vorbereitet hatte, hatte ich mir für den zweiten Teil mehrere alternative Zweige vorbereitet.
Anscheinend war ich, obwohl ich nicht wirklich in dem gewünschten innerlichen Zustand geschwommen war, doch noch so offen und weit, dass ich dann für die zweite Hälfte genau das Richtige ausgewählt hatte.


Da ich am Anfang des Seminars eher Theoretisches über das Zustimmen erzählte, gab es auch Rückfragen, Einwände...
 Je mehr wir dann jedoch geübt hatten und umso mehr direkte Erfahrung jede Teilnehmerin gemacht hatte, umso weniger wurden dann die theoretischen Einwände....

Ich war oft sehr erstaunt, wie weitgehend die Erfahrungen waren, welche die Teilnehmerinnen in den Übungen gemachten. Oft war dann bei einer Übung schon etwas deutlich geworden, was ich eigentlich erst in der nächsten oder übernächsten Übung zum Thema machen wollte!!!


Während ich im ersten Teil anfangs noch oft zu den Übungspaaren hingegangen bin, um vielleicht etwas zu zeigen oder zu korrigieren, hatte ich dies zunehmend bleiben lassen.
Ich hatte den Eindruck, am Anfang waren die ganz froh darüber, doch dann wollten sie das garnicht mehr so.
Somit stand ich dann oft am Rand, habe das Ganze auf mich wirken lassen, war zwar immer noch nicht so präsent wie ich mir das vorgestellt hatte.... aber doch irgendwie von meiner Aufmerksamkeit und meiner innerlichen Ausrichtung sehr offen und weit.

Die Teilnehmerinnen tauschen sich nach den Übungen immer noch sehr ausführlich mit ihrer Übungspartnerin aus... und wünschten dann auch ihre Erfahrungen nochmals in der gesamten Gruppe sagen zu dürfen.
Ich bestädigte manchmal irgendetwas, oder sagte etwas dazu, aber ich merkte mehr und mehr, dass ich da eigentlich nichts tun musste. Sie hatten die für sie wichtigen Erkenntnisse ganz von selbst.

Natürlich gab's auch da manchmal Unsicherheiten bei mir - wenn sie sich nach dem Üben gar so lange zu zweit austauschten. Ich war manchmal unsicher, ob sie noch über die Übung redeten, oder, weil sie von mir keine Ansage bekamen, dann über irgendetwas ganz anderes sprachen. - Mir wurde dann aber bestätigt, dass nur über das Thema geredet wurde.... und so wartete ich.... immer wieder ein bisschen hinspürend.... bis die Signale auftauchten, wieder in die Gesamtrunde zu gehen.

Zum Schluss war dann die Mehrheit der Teilnehmerinnen begeistert bis sehr begeistert von dem, was sie als neue Erfahrungen mit nach Hause nehmen konnten.
Ich war da schon fast verwundert - denn ich hatte ja kaum etwas gemacht.... es lief, zumindest aus meiner Sicht... wie von selbst bei den Teilnehmerinnen ab.

Auch wie ich das Seminar geleitet hatte wurde dann am Schluss für gut befunden. Drei Teilnehmerinnen sagten mir, dass ich am Anfang so unsicher gewirkt hatte, dass sie nicht an ein Gelingen des Seminars geglaubt hätten.... doch nun hätte sich etwas anderes gezeigt...
Eine Teilnehmerin meinte, bei mir würde man merken, dass ich nicht nur Theorien von mir gebe, die ich irgendwo gelernt habe, sondern was ich sage auch verkörpere.
Ich bekam auch gesagt, dass es schön gewesen wäre, dass ich so viel Raum gelassen habe...
(Es wurde noch etwas positiv hervorgehoben, was mir jetzt allerdings nicht mehr einfällt.)


Ich selbst war jedoch hinterher ziemlich unzufrieden....
weil ich doch den innerlichen Raum, aus dem ich den Kurs hatte leiten wollen, nicht wie gewünscht hatte betreten können.

Die Nacht auf heute hatte ich dann bei meiner Lebensgefährtin verbracht, wo wir uns nochmals über verschiedenes austauschten.

Meine Unzufriedenheit begann erst heute Abend zu weichen, als ich mich dann endlich hinsetzte und meine Unzufriedenheit (mit allem was damit zusammenhing) mir wirklich anschaute. - Ich merkte, welches sehr persönliche Thema hier mit hineinspielte und sich mit den Ereignissen des Nachmittags vermischt hatte!!!

Und erst jetzt, wo ich diesen Beitrag schrieb..... kam ich mehr und mehr wirklich in Einklang mit dem gestern Nachmittag geschehenen.... Und erst jetzt kann ich das positive, war ich im Seminar gestern sehen konnte - und was man mir rückgemeldet hatte, auch wirklich annehmen.

Von daher also: Danke für's zuhören  (lesen)!

Donnerstag, 7. November 2013

Ja zum Scheitern

Eigentlich hatte ich mir für heute, morgen, übermorgen etwas Wichtiges vorgenommen....
Es ging darum, mich innerlich gut auf mein Seminar vorzubereiten.

Doch ich merke, es ist eigentlich garnicht mehr nötig.
Schon die Vorüberlegung enthielt wohl den notwendigen innerlichen Zustimmungsschritt....

Aber fangen wir doch mal von vorne an:
Vor ein paar Wochen kamen mir Zweifel, ob ich denn wirklich innerlich in der Lage bin, mein geplanntes Seminar gut zu leiten.
Würde ich nicht innerlich so in Stress geraten, dass alles vergessen ist, was ich jemals gelernt habe.... so dass das Ganze zu einem riesigen Fiasko wird?

Schließlich hängt ja für mich sehr viel an diesem Termin:
Es ist mein erster "richtiger" von mir gehaltener Kurs.
Wenn ich den in den Sand setze, dann würde ich mich wahrscheinlich so schnell nicht wieder zutrauen, einen derartigen Termin anzusetzen.
Und es würde noch schwerer werden, dann wieder Teilnehmer zu finden. Außerdem würde ich vor meinen Teilnehmern ziemlich blöd dastehen! Sehr blöd sogar!

Nein, es war klar, der Termin darf auf gar keinen Fall schiefgehen!!!

Merkt ihr, wie eng es wird, wenn etwas unbedingt sein muss?
Mir wurde der damit verbundene Stress und die Enge nach einer Weile ziemlich klar....
Und ich merkte..... ohje.... ich werde dem Schlimmsten zustimmen müssen! Ich werde wohl den Weg dahin finden müssen, selbst dem Scheitern zuzustimmen....

Nach kurzem innerlichen Widerstand wusste ich: Dies ist die einzige Möglichkeit, innerlich frei und weit zu werden....

Damit war innerlich erst einmal eine Gelöstheit vorhanden - und ich nahm mir vor, wenige Tage vor diesem so wichtigen Tag eben nochmals ganz bewusst genau in diese Zustimmung zu gehen.

Doch irgendwie scheine ich den Zustimmungsschritt damals bereits indirekt gemacht zu haben.... Nämlich genau dadurch, dass ich mich innerlich in die Bereitschaft gab, dem schlimmsten Fall zuzustimmen.

Und irgendwie hat dieser Zustimmungsschritt wohl sogar zu einer neuen realistischeren Sichtweise geführt, welche ohne weiteres Zutun von selbst in mir entstand und  nun fest in meinem Inneren verankert zu sein scheint:
Realistisch gesehen gibt es nur zwei Möglichkeiten:
Entweder bin ich so nervös, dass ich innerlich nicht richtig ins fließen kommen. Dann werde ich einfach das anleiten, was ich vorbereitet habe. Meine Teilnehmer werden hinterher denken: "Der Kursleiter war ja ziemlich verkrampft, aber die Übungen haben interessante neue Perspektiven gezeigt!"
Oder (der günstigere Fall b) ich bekomme innerlich Anschluss an den (mir ja auch bekannten) Zustand der Sammlung, Zustimmung, Weite und des Eingebunden-Seins. In diesem Zustand fließt alles wie von selbst, und dieser Nachmittag wird von einer besonderen Stimmung geprägt sein. In diesem Fall werden meine vorausgeplanten  Übungen - aber auch das, was in der jeweiligen Situation von selbst entstehen will, seinen Platz haben. Hinterher werde dann nicht nur ich von diesem Nachmittag begeistert sein....


Das Thema bleibt spannend.... und jetzt, sowie in den letzten Wochen der Vorbereitung, verdichtet(e) sich nochmals alles, was ich jemals fachlich und innerlich gelernt habe.....

Sonntag, 13. Oktober 2013

[Lösung in der Hinwendung]

[...] die Lösung liegt immer in der Gegenwart,
in der Hinwendung zum Problem
und nicht im Versuch es zu beseitigen.
Wilfried Nelles [*]
[*] Aus "Umarme dein Leben: Wie wir seelisch erwachsen werden - Der Lebens-Integrations-Prozess"
von Wilfried Nelles (Autor); Innenwelt Verlag (2012); Seite: 67

Freitag, 2. August 2013

Kompetent sein!

Meine Kompetenz in Sachen "Umgang mit sich selbst und mit dem Leben" ist im realen Leben nur wenigen Menschen bekannt. Nur sehr wenigen!
Und in der Vergangenheit war ich auch fast schon fleißig bemüht, sie zu verstecken....

Beispielsweise als in in die Ausbildungsgruppe von Joel kam.
Ich wollte eigentlich die Ausbildung ganz normal beginnen, 1. Ausbildungsjahr, 2. Ausbildungsjahr, 3. Ausbildungsjahr..... doch dann fiel die Ausbildung mangels Teilnehmeranzahl aus, und Joel bot mir an, als Quereinsteiger gleich ins 2. Ausbildungsjahr einzusteigen.
Dort war ich natürlich derjenige, der über diese Art der Vorgehensweise am Wenigsten wusste.... Aber auch meine Umfangreichen anderen Vorkenntnisse brachte ich nur ganz selten ein.

Am Ende des 3. Jahres (für mich des 2. Jahres) sollte man für jeden Teilnehmer auf Kärtchen schreiben, was der Teilnehmer für einem selbst besonderes bedeutet hat. Ein Teilnehmer schrieb auf ein Kärtchen für mich "Heimlich schlau". Er hatte bemerkt, dass ich oft nicht alles mitteilte, was ich weiß.
Das fehlende 3. Jahr holte ich dann in der folgenden Gruppe nach, welche im 2. Ausbildungsjahr war. Hier war ich der einzige Neuling in einer Gruppe, welche schon 1 Jahr lang intensive Erlebnisse miteinander gehabt hatte. Auch dies war dann ein Anlass für mich, mich mit meinen ganzen Vorkenntnissen zurückzuhalten....


Letzte Woche war ich auf der Sommerakademie von Wilfried (ich schreibe noch ausführlicher darüber). Dort waren viele Leute, welche bereits als Seminarleiter arbeiten, oder zumindest die Methode von Wilfried schon sehr gut kennen.
Auch hier stellte ich mich also eher inkompetent.

Was ich von Beruf bin?
"Ich bin .... (technischer Beruf) aber es fehlt mir etwas.
Ich würde gerne auch noch etwas anderes machen, aber es hat sich noch nicht so richtig gezeigt, was ich wirklich tun könnte."

Irgendwann hat's mir dann gereicht!
"Ich bin .... (technischer Beruf) aber ich möchte gerne dazu kommen darüber hinaus auch mit Menschen arbeiten. Ich habe auch schon eine umfangreiche 3-jährige Ausbildung, aber ich getraue mich noch nicht ganz, wirklich etwas anzubieten."
Und dann ein kompetentes Gespräch geführt. Was ich für eine Ausbildung gemacht habe. Was sie vorhat anzubieten. Gegenseitiger Austausch.

Mit einer weiteren Frau dann sogar noch tiefer.
Sie sehr persönliches erzählt. Ich sehr persönliches erzählt. Kompetent darauf eingegangen. Ich durch sie neue Gesichtspunkte bekommen. Sie durch mich neue Gesichtspunkte bekommen. - Ein kompetentes Gespräch auf Augenhöhe.


Auch meine Kollegen würden sicherlich nicht auf die Idee kommen, dass ich mich mit psychologischen Dingen auskenne, dass ich in Lebensfragen kompetent bin.
Gut, vielleicht haben sie sich gefragt, wie ich so stressfrei mit meinem Augenproblem umgehen konnte....


Ja, ich möchte in nächster Zeit (zunächst so halb-privat im erweiterten Bekanntenkreis) eine lose Folge von Seminaren, und auch mal Einzelarbeit, anbieten.
Nein, ich erstelle hierbei keine Diagnosen. Das würde ich nicht wollten.... und hierzu hätte ich auch nicht die mindeste Kompetenz.
Nein, ich löse dabei keine Probleme - und helfe auch nicht, Probleme zu lösen. Dies würde ich nicht wollen, und hier hätte ich auch nur wenig Kompetenz zu bieten.
Nein, ich arbeite auch nicht Ziel- oder Lösungsorientiert. Das würde ich nicht wollen.... und das was ich darüber weiß, möchte ich eigentlich garnicht wissen.

Aber ich kann dabei helfen, das was ist wirklich anzuschauen.... ohne Scheuklappen.... und im nächsten Schritt dann in die Zustimmung zu kommen. Oft entsteht hierdurch ein so großer innerlicher Freiraum, dass das Thema sich von selbst löst, oder ein nächster Schritt deutlich wird. Aber eine solch "große Lösung" ist nicht machbar, weder von mir noch von dir. Sie geschieht, oder geschieht nicht.... Im Einklang mit dem Leben.
Aber selbst wenn sie nicht entsteht.... wird sich das Thema hinterher nicht mehr so eng und bedrückend anfühlen wie vorher.....


Ja, eine spannende Geschichte.
Wahrscheinlich werde ich bei meinen ersten Gehversuchen total unsicher sein....
und dann vielleicht sogar mit dieser Unsicherheit hadern.
Dann werde ich merken, dass ich ein Stückweit zu dieser Unsicherheit "Ja" sagen muss.... um das tun zu können, was ich vorhabe.

Doch genau dadurch entsteht die Einladung, auch an die Teilnehmer..., dass Unsicherheit dazugehört....., dass es zum Leben dazugehört..... mit der Unsicherheit zu hadern..... und dass es in Ordnung ist, unsicher zu sein.

Sonntag, 2. Juni 2013

Momentaufnahmen

Alles was ich hier in meinem Blog über mein eigenes Leben schreibe, sind Moment­auf­nah­men des jeweiligen Augenblicks.
Sie spiegeln nur einzelne Aspekte meines Leben wieder.... - zu den Zeitpunkten, zu welchen ich (warum auch immer) meine, hier etwas schreiben zu wollen.....

Seit Jahresanfang ist einiges in meinem Leben geschehen, was ich für mich als Erfolg oder Weiterentwicklung interpretiere. - Dennoch ist vieles ungeklärt.... und ich habe zum Beispiel noch keine Ahnung, was sich denn nun mit dem Erfolg bei meinem Nähe-Thema ganz konkret in meinem Leben ergeben soll.....

Die für mich wertvollste Änderung ist eigentlich, dass ich nun in der Lage bin, jederzeit auf eine Art und Weise "zu mir" zu gehen, die sich für mich selbst-akzeptierend und angenehm anfühlt....

Vor zwei Tagen hatte ich mir eine Innen-Reise von einem Buch auf meinen MP3-Player gesprochen, in welchem es um Veränderung geht. Wenn man dann die Reise macht, dann kann man schauen, was man verändern will.... und sich mit diesem Thema auseinander­setzen. - Ich machte die Reise zum Thema "Erwachsen-Sein"... und fühlte mich während der Reise sehr in einer innerlichen Aufrichtung und Kraft....

Am nächsten Tag fühlte ich mich dann jedoch nicht gut. Ich hatte mehr und mehr den Eindruck, irgendwie schroff mit mir umzugehen.... und spürte irgendwie auch eine Art Verärgerung in mir.
Ich merkte dann auch, dass diese Innen-Reise in gewisser Weise etwas zwanghaftes hatte.... so nach dem Motto: "Entscheide dich jetzt für Veränderung!"
Und ich merkte, dass dies so nicht okay für mich war. Stimmig wäre für mich: "Ich stelle mich dem Thema 'Erwachsen-Sein'... so dass hieraus ein stimmiger Lösungsschritt entsteht." (Ja, "nicht an sich herumschreiben, sondern sich einfach nur mitten hineinbegeben - so dass von Innen heraus die Lösung entsteh", das ist dann doch mehr meines.)

Jedenfalls stellte ich mich dann heute diesem komischen, verärgertem, ausweichenden Gefühl.... Ich konnte es dasein lassen.... und als ich dann erlaubte, im Augenblick vielleicht noch nicht sowohl 'Erwachsen sein', als auch 'gut mit dem Inneren Kind umgehen' zu können, da löste sich der Konflikt innerlich und ich konnte wieder auf angenehme Art und Weise in mir und bei mir sein!

Mittwoch, 24. April 2013

Nähe, Präsenz und Schritte aus dem Inneren

Ursprünglich war ich ja sehr unsicher, ob ich das Bíodanza-Festival nur einen oder doch lieber 2 Tage besuchen will. - Am Samstag-Abend war dann jedoch klar, dass ich auch noch am Sonntag den vollen Tag teilnehmen würde. (Diesmal waren wir übrigens sogar deutlich über 50 Teilnehmer. Ich schätze, 25 bis 30 dieser Teilnehmer waren auch schon am Samstag dagewesen - ansonsten gab es auch viele neue Gesichter.)


Ich muss noch etwas vom Samstag nachschieben:
Am Anfang und am Ende einer Session stehen ja immer alle im Kreis, halten sich an den Händen, und tanzen dann gemeinsam im Gegen-Uhrzeigersinn. Dabei schaut man seine Gegenüber oft nacheinander an..... nimmt Blickkontakt auf......
Hier in diesem großen Kreis in dieser riesigen Turnhalle kann man die Augen der gegenüberstehenden Teilnehmer natürlich nicht sehen. Aus diesem Grund haben Teilnehmer dann den Kreis sehr schnell so eingedellt, dass man praktisch direkt an der Person vorbeimaschiert, die einem eigentlich im Kreis direkt gegenüberstehen. (Der Kreis war also nicht einmal mehr annähernd rund - oft hatte er die Form eines eingedrückten Herzens.)
Man bewegt sich also zu Musik, schaut sich an, lächelt sich an, freut sich.... und die Fortgeschrittenen fingen dann sogar an, ihren Gegenübern, wenn sie diese gut kannten, im Vorbeigehen Küsschen zu geben.

Am Samstag hatte es mich schon recht irritiert, als eine Italienerin (sie sprach überhaupt kein  Deutsch - ich hatte sie in meinem Beitrag gestern nicht erwähnt), mit der ich eine enge und intensive Übung gemacht hatte (es hatte sehr gepasst, so von der Sympathie her), mir im vorbeiziehen einen Kuss gab.
Und auch die Frau, die ich im letzten Beitrag als 'die Fortgeschrittene' bezeichnet hatte, gab mir zum Abschied einen Kuss.... den ich aus überraschter Irritation jedoch auch nicht erwiderte.

Heute nun war das anders. Als es sich zufällig ergab, dass 'die Fortgeschrittene' an mir vorbeizog, schaute wir uns einige Augenblicke an. Ihr Blick war freundlich und sehr offen... und unsere Gesichter kamen einander immer näher.... Da wir uns beide im Rhythmus bewegten war es garnicht so einfach zu zielen.... aber irgendwie wurde mehr und mehr klar, dass es im vorbeiziehen einen Kuss geben würde. - Und auch den Kuss von der 'italienischen Teilnehmerin' erwiderte ich diesmal.


Innerlich war ich an diesem Tag vor allem auf 'die Fortgeschrittene' fixiert.
Auf die 'italienische Teilnehmerin' dagegen nicht so sehr, obwohl auch sie attraktiv und die Begegnungen mit ihr intensiv und irgendwie sogar erotisch war.
Aber sie war irgendwie doch nicht so sehr mein Typ......? Oder ich weiß nicht so genau, was da wirklich passiert.....? (Irgendetwas noch ungeklärtes.... im Zusammenhang mit meinem Nähe-Thema????)

Jedenfalls erwischte ich mich dabei, wie ich 'die Fortgeschrittene' teilweise sogar etwas eifersüchtig beobachtete, weil sie in den Pausen so sehr mit einem anderen Fortgeschrittenen zusammenklebte (der allerdings ja mit seiner Freundin da war).

Ich versuchte dann auch irgendwie, innerlich mittels "Zustimmung" mit der Situation umgehen zu können.... bis ich merkte, dass ich die "Zustimmung" nur dazu verwenden wollte, meine unangenehme eigene Gefühls-Situation zu kontrollieren.
Also bewegte ich mich in Richtung einer größeren Zustimmung, die nicht nur der Situation erlaubte so zu sein wie sie war.... sondern die auch meine Gefühls-Situation erlaubte..... und mich sie einfach wahrnehmen ließ...... - Einfach Mitten-Drin, so gut wie es eben gerade ging.


Ich fand viele Übungs-Partner, mit denen ich die jeweilige Übung sehr gerne machte. Und ich wurde manchmal von Übungens-Partnern gefunden, die mir in der jeweiligen Situation nicht so sehr lagen.... Ich konnte mich auf Beides einlassen.... offen und hineinspürend....... und mit den einen Menschen mich enger einlassend..... und mit den anderen Menschen auf stimmige Weise die Übung nicht so eng machend.....

Aber auch bei den Menschen die mir lagen... mit denen ich die Übungen enger machte, oder wenn wir uns nach einer Übung eng umarmten..... auch hier merkte ich oft, dass mich enge Nähe auch innerlich stresste, so dass ich oft etwas anspannte, und mich innerlich verschließen musste..... - Und ich merkte, wie ich trotzdem wachbleiben.... und genau hinschauen konnte, genau wahrnehmen konnte was da passiert.....

Einmal gab es mehrmals sehr öffnende Einzel-Übungen (Übungen für sich alleine) - im Wechsel mit sehr intensiven Begegnungs-Übungen zu zweit.
Danach kam eine Übung, bei der ich merkte: "Die Übung ist mir jetzt zu eng. Die kann ich jetzt im Augenblick nur mit einer Person machen, die mir total sympathisch ist. - In meinem Viertel der Turnhalle konnte ich jedoch keine derartige Person ausmachen. Ich überlegte dann, an den Rand zu gehen (was ja auch mehrere andere Teilnehmer machten, wenn ihnen eine Übung zu eng war).
Aber auch hier entschied ich mich, zunächst noch dabei-zu-bleiben.... mich zunächst noch eine Weine mitten-hinein zu stellen.... auch mit meiner Ahnungslosigkeit, was ich denn jetzt machen soll. (Denn jetzt auszusteigen hätte sich für mich auch nicht gut angefühlt!)
Also blieb ich noch stehen. - Spürend. - Nichts wissend.....
Die anderen um mich herum fanden sich. Ich schaute niemanden an. Mich sprach auch niemand an.
Als ich mich dann umschaute, hatten sich die Übungspaare gefunden. Nur eine Frau stand in dem Raum mit mehr als 50 Leuten noch alleine da. In einem anderen Raum-Viertel der Turnhalle. - Ich sah sie, wusste, mit ihr hatte ich schon eine 3-er-Übung gemacht in der sie mir recht sympathisch war.... und wusste, mit ihr passt das.

Dies sind die wenigen Situationen im Leben, in denen ich dann wirklich stolz auf mich bin: Wenn ich mich einfach mitten in die Situation hineinbegeben konnte - wenn ich einfach ganz da geblieben bin..... mich ganz eingelassen habe..... und sich dann hieraus eine Lösung oder ein nächster Schritt... von innen herauf erst entstanden ist..... Passend. Wirklich stimmig.


Ein anderes Mal (das war bei diesem Festival das einzige Mal) machte ich dann aber tatsächlich nicht mit, weil ich mir diese Übung mit niemandem vorstellen konnte. Ich setzte mich hin, und sah, wie diesmal sogar meine Lieblingsfrau ('die Fortgeschrittene') übrig blieb.... und sich dann zwangsweise auch an den Rand setzte. Aber in dieser Situation war meine Entscheidung klar.
Nach dieser Übung sollte man dann mit demselben Partner noch eine andere Übung machen. Ich überlegte kurz, ob ich jetzt zu 'der Fortgeschrittenen' gehen sollte, die im anderen Ende des Raumes saß.....
Doch aus irgendeinem Grunde fühlte ich mich in diesem Augenblick wie ein Kind, das seine Mama retten will... Aus diesem Gefühl heraus wäre es für mich nicht stimmig gewesen, also ließ ich es bleiben.
Ich blieb innerlich intensiv dabei - genau nachspürend!

Dann sollte man sich für die zweite Übung einen neuen Partner suchen. Es wechselten jedoch nur ganz wenige, die anderen blieben einfach zusammen. Nun sah ich die Chance für den Wiedereinstig gekommen.
Es wechselten jedoch nur ganz wenige, die anderen wollten nach dieser intensiven Übung wohl einfach noch zusammenbleiben
Ich merkte, für mich war es jetzt stimmig, wieder einzusteigen.... und sogar zu versuchen, dies mit 'der Fortgeschrittenen' zu tun. (Das kindliche Gefühl war nicht mehr da, es hatte ihm wohl genügt, gesehen und angenommen worden zu sein.)

Mich wunderte, dass 'die Fortgeschrittene' nicht auch aufgestanden war und nicht versuchte, ebenfalls die Chance zu ergreifen..... - Ich merkte, es war jetzt ein total großen Wagnis für mich, die halbe Halle zu durchqueren... um sie zu fragen...
Sie schien sich dann jedoch zu freuen und es war schön mit ihr.....

Ich hatte übrigens erfahren, dass sie zur Zeit die Bíodanza-Ausbildung macht und sie sich überlegt, nun auch in die Mittwoch-Gruppe zu gehen. - Ich pausiere ja jetzt gerade, werde aber vielleicht im Mai dann auch wieder einsteigen.


Neulinge, von denen auch einige bei dem Festival anwesend waren, hatten wohl oft Probleme mit der vielen Nähe, welche die Fortgeschrittenen sehr offen austauschten.... Sie machten dann oft nicht bei allen Übungen mit, oder sagten in der Frage-Stunde, dass sie es schon fast als Zwang empfinden würden....
Ich zähle ja auch noch als Anfänger, aber ich sehe es auch eine große Chance, sehr liebevoll auf sich selbst zu achten.... Mir ist es zum Beispiel total wichtig, nicht einfach nur andere zu umarmen, weil es im Bíodanza zu den 'Sitten und Gebräuchen' gehört - sondern möglichst wach zu bleiben, für das war im jeweiligen Augenblick für mich stimmt.
Aber ich finde es auch total Erkenntnisreich, wenn andere mich so total offen anschauen oder umarmen..... und ich merke "Es liegt nicht an den verschlossenen anderen"! Ich bin derjenige, der hier (im Augenblick noch) innerlich dicht-machen muss....
Und ich finde es auch heilsam, von den Fortgeschrittenen so offen angesehen und behandelt zu werden.


Am Schluss war es dann noch sehr schön, die verschiedensten lieben Menschen noch intensiv zum Abschied zu drücken. - Die 'Italienerin' sah ich dann garnicht mehr in der Halle, aber nachdem sie sich in der Umkleide umgezogen hatte ging ich zu ihr, und sie drückte mich sehr fest und lange. Es gefiel mir natürlich sehr, dass andere Menschen mich während unserer intensiven Begegnung so lieb gewonnen hatten.......

Samstag, 20. April 2013

Buchempfehlung: Die Kraft der Präsenz

Hauptthema meines Blogs ist, sich seine Lebensthemen anzuschauen, mit ihnen in einen Einklang zu kommen, sich mitten in sie hineinsetzen, ..... und anders als vorher wieder aus ihnen herauszukommen.....

Dies gelang mir bei manchen Themen mehr - bei anderen weniger.....
Die Vorgehensweise war jedoch, mir ein Thema, von dem ich vermute es könne mir Probleme machen, im Vorfeld anzuschauen.
Oder ein Thema, welches mir tagsüber Schwierigkeiten machte, hinterher (am Abend) nachzubereiten.

Bis vor kurzem ist es mir jedoch nicht gelungen, in einer Situation selbst Präsent zu bleiben:
genau zu bemerken was hierbei geschieht,
aus innerlichen Filmen, welche mit der Realität nur begrenzt zu tun haben auszusteigen,
mehr oder weniger in Zustimmung zu kommen,
offen und weit zu werden,
..... ja, eben das Thema schon ein bisschen während ich drinstecke zu bearbeiten
und hierdurch auszusteigen.

Mehr und mehr gelingt mir dies jetzt tatsächlich immer mehr.

--- --- ---

Hierbei sehr geholfen hat mir das Buch  "Die Kraft der Präsenz: Im Jetzt sein - zu sich selbst finden - Heilung erleben"  von Richard Moss!

In diesem Buch werden sehr interessante Gesichtspunkte zum Thema "Präsenz" behandelt.
Teilweise überschneidet sich das Buch mit den vielen Dingen, die wir im KiKG-Training über dieses Thema gelernt haben. Aber es gibt einige andersgeartete Sichtweisen und Ergänzungen, welche mir sehr halfen, mir dieses Thema noch mehr zu erschließen.
Einige Dinge, die ich aus Dem KiKG kenne, verstehe ich durch dieses Buch jetzt viel besser. (Andere hilfreiche Dinge, die ich schon kenne, fehlen dafür natürlich wiederum in diesem Buch.)
Insgesamt brachte es mich jetzt jedoch sehr viel weiter.


Neben diesen ganz fundamentalen Dingen über die Präsenz
nimmt "das Mandala des Lebens" einen großen Teil des Buches ein.
Richard Moss geht davon aus, dass ein Teil unserer Gefühle echte, natürliche Gefühle sind,
es jedoch auch Emotionen gibt, welche durch unser Denken selbst erzeugt werden.
Gerade das, was einem so Schwierigkeiten macht, einem aus der Bahn wirft, Kontraktion erzeugt, sind diese "selbst-gebastelten" Emotionen.
Dieses selbst-basteln der Emotionen ist das, was ich hier auch immer als "im inneren Film sein" beschreibe. Laut Moss entstehen diese Emotionen durch die "Geschichten" die wir uns über uns selbst, über andere, über die Vergangenheit und über die Zukunft erzählen.


Für diejenigen, die aus ihren alten, schon hundert Mal erzählten Geschichten aussteigen wollen ein sehr empfehlenswertes Buch!

--- --- ---

In mir ist schon seit längerer Zeit eine große Sehnsucht da, aus allen negativen (oder auch positiven) Märchen-Geschichten auszusteigen.....
und einfach nur ganz unmittelbar mitten-drin in dem zu sein was nun mal tatsächlich ist. - Nun scheine ich das mehr und mehr nicht nur in Übungssituationen sondern auch 'Just-In-Time' in tatsächlichen Lebenssituationen anwenden zu können.

Samstag, 23. März 2013

Zeit & 'Erwachsen-werden'

Seit etwa zwei Wochen habe ich erfolgreich etwas an meiner Zeit-Einteilung geändert.
Ich trödle weniger im Internet herum, und beschäftige mich mehr mit meiner persönlichen Weiterentwicklung.

Die aktuellen Themen sind unter anderem auch das Erwachsen-werden!
Erwachsen-sein bedeutet für mich nicht, starr und unbeweglich zu werden, wie man es vielleicht in vorangegangenen Jahrhunderten definiert hat.
Es bedeutet für mich vielmehr:
  • In die eigene Kraft zu gehen und die eigenen Möglichkeiten zu nutzen.
  • Für das eigene Gefühlsleben die Verantwortung zu übernehmen - für die eigenen Gefühle zu sorgen.
  • Die Verantwortung für das eigene Tun übernehmen (statt sie anderen Menschen oder den Umständen zuzuschreiben).
  • Zu tun, was für mich stimmig ist (statt automatisch das zu tun was andere wollen - oder das Gegenteil hiervon zu tun).

Und das Ganze heißt für mich nicht,  starr  irgendwelche Richtlinien zu befolgen......
..... sondern ich sehe das Thema, welches ich mir akzeptierend auf verschiedene Art und Weise anschaue.

Dabei lese ich in einem neuen Buch - oder in alten Aufschrieben zu diesem Thema.....
und bringe das Ganze in Beziehung zu dem, was gerade ich mir ist.
Ich mache auch wieder viele Innen-Raum-Reisen, also 'Sitzungen' bei denen ich mich durch 'Geführte Meditationen' von meinem MP3-Player führen lasse.

Samstag, 9. März 2013

Wochenrückblick, Lebensziele und Selbstsabotage

Mir ist aufgefallen, wie ich in letzter Zeit von dem kraftvollen "mich meinen Themen stellen" bzw. "mich dem, was das Leben jetzt von mir erwartet stellen" mehr und mehr in eine kindliche Seite gerutscht bin.
Und auch, wenn ich dann "erwachsen" gehandelt habe, fehlte mir oft mein kraftvoll-erwachsenen "Jetzt stelle ich mich diesem (meinem) Thema!".

Jedenfalls klopft jetzt wieder mehr die Lust an, mich wieder dem Thema "Zustimmung und Veränderung" zu widmen, also zu schauen, welche Themen mir wichtig sind, und diese auf zustimmende Art und Weise in meinen Fokus zu nehmen.....


Ich mache ja regelmäßig, mal häufig, mal eher selten verschiedene "Innen-Reisen", "geführte Meditationen" oder wie man das immer auch nennen mag, und verwende dabei Stücke aus verschiedenen Übungs-CDs....
Gerade heute habe ich mich mit einem Stück von Die gestresste Seele beschäftigt, worin es darum ging zu schauen, was man noch alles tun möchte, was einem noch alles wichtig wäre, wenn man wüsste, dass man in einem Jahr stirbt.
Dabei tauchten auch jetzt wieder Dinge wie "Offenheit", "Innere Freiheit", "echte Begeg­nun­gen" und "Erotik".... als Punkte auf, die sich in meinem Leben unbedingt noch entwickeln sollten..... (Das was ich mir im Dezember und Januar unter dem Stichwort "Zustimmung und Veränderung 2013" angeschaut habe, ging ja auch deutlich in diese Richtung.)


Ein anderes Thema, welches ebenfalls wieder in mein Blickfeld kommt, ist das Thema "Selbstsabotage". Schon vor Wochen bin ich durch zwei Tracks aus einer der Übungs-CDs zu von Die gestresste Seele auf den inneren Rebellen gekommen.
Diese Rebellion basiert bei mir auch sehr darauf, bestimmte Dinge zu sabotieren. Dies kann ich sehr gut, in dem ich sie einfach scheitern lasse..... ja, ich kann dann so tun, als ob ich mich bemüht hätte, ich dann jedoch letztendlich doch gescheitert bin.....


Dies sind die Themen, die ich jetzt in nächster Zeit wieder verstärkt mit mir herumtragen möchte!

Sonntag, 17. Februar 2013

Inneres Kind und Teil-Persönlichkeiten

Meine persönliche Meinung zu diesem Thema (welche auch immer noch im Wendel ist):

Es gibt Psychotherapiemethoden, sowie viele psychologische Selbsthilfemethoden, welche sich mit der Arbeit mit dem Inneren Kind oder mit Teil-Persönlichkeiten beschäftigen.

Es gibt jedoch auch Stimmen, die diesem Vorgehen kritisch gegenüber eingestellt sind.
Vor vielen Jahren schon las ich das Buch "Die dunkle Seite des inneren Kindes" von Stephen Wolinsky. (Dieser Autor war mir durch sein Buch "Die alltägliche Trance" bekannt, in welchem der Hypnotherapeut beschrieb, wie wir uns im Alltag oft in eine Art Hypnose versetzen und somit die verschiedenen Situationen nur noch über diesem Filter verfälscht wahrnehmen.)
Jedenfalls sah dieser Autor in der Arbeit mit dem Inneren Kind auch eine Art Selbsthypnose. Er vertrat die Ansicht, dass viele Menschen durch die Arbeit mit dem Destruktiven Inneren Kind oder mit dem Bedürftigen Inneren Kind dieses dadurch erst erschaffen und dann durch dieses Vorgehen dauerhaft selbst aufrecht erhalten. - Es wird also ein innerliches Problem selbst erzeugt, um sich dann jahrelang damit zu beschäftigen.

Ein weitere Hinweis, dass an dieser These etwas dran sein könnte lieferte mir ein NLP-Buch, welches ich damals wohl aus der Stadtbücherei geliehen hatte. Dort wurde das Erzeugen von Teil-Persönlichkeiten jedoch ganz positiv gesehen:
Es wurde dem NLP-Therapeuten geraten, im Klienten einfach bestimmte Teile anzusprechen, um mit ihnen zu reden. Die Frage "Aber was ist, wenn es in einem Klienten dieses Teil garnicht gibt?" wurde beantwortet mit "Fall es das Teil in ihm tatsächlich noch nicht gab, dann gibt es dies jetzt, nachdem du es in ihm angesprochen hast!".

Letztendlich führten auch meine Schwierigkeiten mit dieser Art des Vorgehens (und die Aussage eines Therapeuten, man solle ein Psychologisches Modell nur dann verwenden, wenn es einen Nutzen bringt) dazu, derartige Ansätze (im engeren Sinne) nicht mehr anzuwenden. - Ich achte seither eher darauf, das Ganze wahrzunehmen und zu fühlen.


Dennoch finde ich die Inneres-Kind- und die Teil-Persönlichkeiten-Betrachtung in einigen Fällen stimmig:

So gibt es beispielsweise auf der "... was dich stark macht-CD" einen Track, in Hilfe von welchem man sich widersprüchliche Bedürfnisse anschauen kann, nämlich, das Bedürfnis voranzuschreiten, und das Bedürfnis, das bisherige zu erhalten. - Dabei geht es auch darum, die gute Absicht beider Seiten zu sehen und sich eine Lösung zu erarbeiten, bei der beide mitgehen können.
Gerade das "die gute Absicht beider Seiten zu sehen und sich eine Lösung zu erarbeiten, bei der beide mitgehen können" finde ich sehr gut! - Ich finde es jedoch auch etwas kritisch, sich innerlich von vornherein auf die Seite zu schlagen, die voranschreiten will. Woher weiß ich denn, ob es die größte Weisheit ist, z.B. voranzuschreiten und die Firma zu wechseln oder ob es in der gegenwärtigen Situation wichtiger wäre, sich den Problemen in der alten Firma zu stellen, statt das alte Thema in die neue Firma mitzunehmen? (Ich glaube, dies kann man nur dann erkennen, wenn man sich neutral mitten in das Thema hineinsetzt!??!) 
Im Gegensatz zu anderen Meditationen auf dieser CD, welche ich sicherlich schon 40 mal gemacht habe, habe ich diese Meditation daher bisher nur 2 mal und ganz bewusst durchgeführt. In beiden Fällen war es gut und hat tatsächlich zu einer für Teile beide akzeptabler Lösung geführt.

Sehr stimmig ist für mich auch, wie Ulsamer das Zusammenspiel des "Inneren Kritikers" mit dem "Angepassten Inneren Kind" und um das "Rebellische Innere Kind" beschreibt, da dies sehr gute Erklärungen für verschiedenen Situationen des Lebens bietet, in welchen der Konflikt zwischen "Zugehörigkeit" und "Eigenständigkeit" auftritt.


Noch ein ganz anderer Aspekt:
Manchmal fühlen sich Gefühle eher kindlich an, und auch hier finde ich es durchaus hilfreich, sich dessen genau bewusst zu sein. Hier hilft bei mir sehr gut, einfach zu fragen "Wie alt bin ich gerade?" - und ich habe die Wirksamkeit dieser Frage auch schon in Therapie-Gruppen bei Anderen erlebt.

Katharina Ley schreibt in ihrem Buch "Tu, was dich anlächelt", dass Teil-Persönlichkeiten als Abspaltung im Kindheitsalter entstehen, wenn das Kind eine schlimme Situation nicht verarbeiten kann.


Letztendlich finde ich es immer wichtig, wahrzunehmen was gerade läuft.
Nicht um es etwas verurteilen,
nicht um es zu bekämpfen,
nicht um immer weitere Abspaltung in Innere Kinder und Teil-Persönlichkeiten zu betreiben,
sondern um es
anzusehen,
annehmen,
zu akzeptieren,
ins Herz zu nehmen
und um wieder mit ihm zu einem verschmelzen - und somit wieder 'Ganz' zu werden.

Dienstag, 5. Februar 2013

Die Mutter anschauen!

Nachdem wir in unserem Ausbildungs-Block im November den Vater angeschaut hatten, war diesmal die Mutter dran.

Jedenfalls ging es darum, die Mutter einfach nur anzuschauen (wohl etwa eine viertel Stunde lang?) - ohne dabei etwas zu tun.
Wir sollten also 3-er-Gruppen bilden. Ein Gruppenmitglied war derjenige, der jeweils die Mutter ansehen sollte, ein anderes Gruppenmitglied stand für die Mutter und ein drittes für den Vater. - Jeder kam mal dran, und es wurde immer durchgewechselt.

Wir waren in unserer Gruppe zwei Männer und eine Frau.
Zuerst war der andere Mann dran, die andere Teilnehmerin stand für seine Mutter, während ich für sein Vater stand.
Dann war die Teilnehmerin dran, ich stand für ihre Mutter, der andere Teilnehmer für ihren Vater. - Dabei merkte ich, dass ich, trotz allem was hier geschah, und was wohl zwischen ihr und ihrem Mutter zu stehen scheint, in mir stets Liebe zu ihr da war...... und ich auf Sie und verschiedene aus ihrem Leben sehr stolz war....

Dann war ich dran.
Wie gesagt, hatte ich mir diese Übung ja auch gewünscht, jedoch war ich an diesem Nachmittag garnicht dazu aufgelegt gewesen, diese intensive Übung zu machen.
Ich wählte nun also die Teilnehmerin zur Stellvertreterin für meine Mutter, der andere Teilnehmer war somit Stellvertreter für meinen Vater.

Ganz am Anfang empfand ich mich eine kurze Zeit ganz gut mit ihr in Kontakt. - Dann riss der Kontakt ab.
Mein Blick wanderte immer wieder links von ihr auf den Boden..... und immer wenn ich dann doch versuchte, mit ihr Blickkontakt aufzunehmen, schien ihr Blick weg-zuwandern, oder sie war in ihrem Blick nicht wirklich anwesend!

Da ein Blick auf den Boden beim Familienstellen ja immer etwas mit Verstorbenen zu tun hat, kam mir dann auch der Gedanke an ihren früh verstorbenen (im Krieg gefallenen) Vater.
Überhaupt hatte ich den Eindruck, auch zwischen ihr und mir würden Tode liegen, welche den Weg zueinander versperren.

Auch zum Vater war kein Kontakt möglich. - Am Anfang war er mit seinem Blick ganz starr ganz woanders. Später wirkte er sehr streng, so dass ich Angst davor hatte, er würde mir eine scheuern.

Ich fühlte mich sehr isoliert..... und ganz alleine auf der Welt.....
und mein Blick blieb immer mehr links von ihr auf dem Boden liegen......

Dann erinnerte ich mich daran, dass Joel ja gesagt hatte, wir sollten bei dieser Übung 'Ganz-Da-Bleiben'..... und nicht in irgendwelche 'alten innerlichen Filme' einsteigen. - Ich hatte den Eindruck, als ob ich zumindest am Rande eines 'alten Film' war.....

Die Aufgabe war jedoch "Die Mutter anzuschauen"!
Also nahm ich wieder Blickkontakt mit ihr auf..... bereit, sie mit all ihrem schweren Schicksal und mit all ihrer Unfähigkeit zu sehen....
Ich wich dann dem Blick nicht mehr aus. In mir war ein "ich schaue dich jetzt an" und ein "ich bin jetzt bereit, dich mit allem zu sehen!".
In mir bildete sich dann der Satz "Ich nehme dich jetzt wie du bist!"

Nachdem ich angefangen hatte, sie anzuschauen verschränkte sie ihre Arme vor ihrer Brust.... doch dies konnte den ganzen Vorgang nicht verhindern, da ich bereit war, sie auch damit zu sehen und zu nehmen.

Ich blickte dann auch den Vater an und sagte innerlich "Auch dich nehme ich wie du bist!"

Hinterher sollten wir uns dann über das Erlebte austauschen.
Als die Stellvertreterin meiner Mutter dann sagte, sie hätte überhaupt nichts gefühlt, da übermannte mich dann doch eine tiefe Traurigkeit - ja ich war fast irgendwie ge­schockt. (Ich hatte irgendwie doch gehofft, dass irgendwo im Hintergrund bei ihr doch Liebe vorhanden ist  - so wie ich es ja auch gefühlt hatte, als ich Stellvertreter der Mutter der anderen Teilnehmerin gewesen war.)

Sie erzählte dann auch, dass es für sie überhaupt nicht möglich gewesen war, mit mir in Kontakt zu gehen oder für mich da zu sein..... und sie sie dafür irgendwie auch geschämt hätte.....  - Dann meinte sie, dass im Hintergrund wohl doch so etwas wie Liebe dagewesen wäre, doch dies wollte ich dann nicht mehr glauben oder annehmen......

Während der Übung war ja ein gewaltiger Schritt passiert, der bisher noch in keiner Systemischen Übung und in keiner Familienaufstellung möglich gewesen war. (Ja, für mich hat sich in den letzten Wochen mehrmals gezeigt, wie wichtig die Fähigkeit ist, 'Ganz-Da' zu bleiben und eben nicht 'in alte Filme' zu gehen. Da bin ich sehr dankbar dafür, dass wir dies in diesem Training gelernt haben.) 

Doch das Hinterher (beim Austausch über das Erlebte) war dann schon so etwas wie ein Schock für mich gewesen.... und ich hatte die Befürchtung, dadurch wäre mir der 'große Schritt' nun auch irgendwie wieder verloren gegangen.

Aber Joel meinte, dass dieser Erfahrung nicht mehr rückgängig zu machen wäre, und die Erinnerung daran immer wieder auftauchen würde. -  Und als positiven und heilsamen Schritt ist mir das Ganze nun im Nachhinein auch tatsächlich in Erinnerung geblieben.....

Montag, 4. Februar 2013

Arm verdrehen und Nähe

Über das Wochenende war ich wieder eine halbe Woche in meiner K!KG-Gruppe.

In der Anfangsrunde erzählte ich nochmals,
wie mir meine Augen-Thematik immer wieder zusetzt,
und wie ich mich jetzt mittels Biodanza mit meinem Nähe-Thema auseinandersetze.
Ich erzählte (nicht ohne Stolz), wie es mir gelungen war, ganz bewusst nicht in den 'Inneren Film' einzusteigen, nicht in das alte Drama 'ich gehöre nicht dazu' zu gehen, sondern in dem zu bleiben, was gegenwärtig gerade war.
Joel sagte dann:
"Es ist schön wenn man merkt, dass man da wirklich eine Entscheidung hat!" -
 und ich merkte, dies war ein sehr wichtiger Punkt.


Ich selbst hatte diesmal kein Thema, welches ich explizit bearbeiten wollte,
ich hatte jedoch sehr wohl meine angefangenen - und noch offenen - Themen in der Tasche... - Diese Themen wurden zwar nicht explizit bearbeitet, aber unterschwellig arbeitet ja immer alles mit.

Und ich freute mich auf das Thema "Die Mutter anschauen" (darüber schreibe ich noch) - nachdem wir ja bereits das letzte Mal ja den Vater angeschaut hatten.
Aber ich hatte auch Angst davor, hier noch mehr in Abwehr zu gehen wie bei derselben Übung mit dem Vater.

Eine K!KG-Übung war sehr interessant für mich:
Während der Übungspartner mir einen Arm (eine Hand) verdrehte, sollte ich mich, allein durch den Körper geführt, so lange meine Stellung und meine Lage wechseln, bis das Ganze für den Körper wieder relativ angenehm war.   (Ich kann die Übung jetzt rein schriftlich hier nicht so genau erklären. Jedenfalls erforderte es immer einiges an Zeit, bis man aus der verdrehten Stellung wieder herauskam. Nachdenken, durch welche Veränderung von Körper und Lage man sich wohl befreien könnte, half nicht wirklich weiter. "Den Körper experimentieren lassen", "den Körper seinen Weg finden lassen" half jedoch, erforderte jedoch einiges an Zeit und an innerlichem Suchen.) 

Fall es nicht möglich war, den Körper so zu verändern, dass Hand und Arm entspannt oder zumindest einigermaßen Schmerzfrei waren, dann sollte man sich zumindest innerlich so bequem wie möglich einrichten, indem man der verbliebenen Spannung und Unbequemlichkeit zustimmt.

Diese Übung wurde mehrmals gemacht, und ich merkte, dass ich immer wieder die Tendenz hatte, in ein "Okay, jetzt ist es schon etwas besser, mehr Lösung scheint jetzt nicht mehr möglich zu sein" zu gehen. (Ich ging dann in die Zustimmung, versuchte mich weitgehendst innerlich zu lösen..... experimentierte jedoch nicht mehr, die Lage äußerlich zu ändern.)

Mein Übungspartner meinte jedoch jedes Mal: "Da geht noch mehr!" - und dann ließ ich meinen Körper dann doch noch weiter und immer weiter seinen Weg suchen -  und es ging tatsächlich jedes Mal noch deutlich mehr.... so dass der Arm am Schluss ganz entspannt oder doch fast komplett gelöst war.

Für mich war das dann ein Sinnbild dafür, dass ich oft auch bei meinen 'Sitzungen' oder in unangenehmen Lebens-Situationen zu früh aufgebe!



Insgesamt boten die Themen der Teilnehmer wieder Gelegenheit zu üben, genau mit dem zu sein, was (nun mal) gerade ist. (Auch bei sehr heftigen Themen, denn eine Teilnehmerin bekam während unseres Seminars die Nachricht, dass ihre jüngste Schwester aufgrund von Gehirnblutungen völlig unerwartet auf der Intensivstation gelandet war.)


Was mir sehr aufgefallen ist, war wie sehr ich diesmal mit Kontakt und Nähe anders als bisher umgehen konnte. Situationen, welche mir bisher immer größeren Stress verursacht hatten, empfand ich diesmal als wesentlich lockerer....

Freitag, 18. Januar 2013

Thema 'Nähe' geht weiter

Ich darf ja jetzt an der fortgeschrittenen fortlaufenden Biodanza-Gruppe teilnehmen. Diese Woche war das erste Mal.
Und bei diesem ersten Termin war gleichzeitig Gelegenheit, in die Gruppe reinzuschnuppern.

Leider war es (für mich) unerwarteter Weise nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte:
Es waren nämlich mehr Männer als Frauen anwesend. Teilweise lag das im Wetter, aber es lag auch daran, dass ein paar Frauen für diese 10 Abende pausieren wollten.... Und es lag daran, dass nun außer mir noch 2 neue Männer in den Kurs reinschnupperten.  (Wir waren diesmal 7 Männer und (einschließlich Kursleiterin) 5 Frauen).

Ich merkte, dass mir das zunächst nicht so gefiel.... doch dann war für mich klar: "Das ist mein Kurs! Ich möchte die positiven Erfahrungen fortsetzen, die meinen Körper und all seine Zellen einzeln öffneten....."

Auch diesmal hatte ich wieder eine Erfahrung mit dem "unvoreingenommenen Blick", ähnlich wie ich es auch bereits unter "Phönix-Nähe (Session I)" beschrieb:
Ja, da war eine Teilnehmerin welche ich noch nicht kannte, und welche ich hier jetzt der Einfachheit halber Y. nennen möchte. Diese Y. sah mich im Anfangskreis (und danach auch immer wieder) sehr freundlich, lächelnd, offen und völlig unvoreingenommen an - ähnlich wie mich auch unsere Kursleiterin immer ansieht..
Ich halte das ja garnicht lange aus, und schaue dann wieder weg.

Ich selbst blicke in solchen Situationen wahrscheinlich eher angespannt, verschlossen - ja vielleicht sogar unfreundlich drein..... einfach aus einem innerlichen Stress heraus, der bei derartigem Kontakt in mir entsteht.
In solchen Situationen finde ich es dann total wohltuend, wenn mein Gegenüber dann nicht ebenfalls zumacht... und unfreundlich oder vielleicht sogar ablehnend drein schaut - sondern wenn mein Gegenüber mich weiterhin offen und "unvoreingenommen" (ich kann das einfach nicht anderns nennen, dieser Begriff trifft es für mich total) zu mir blickt.

Die Blicke treffen sich ja immer mehrmals. Entweder schaue ich, nachdem ich dem Blickkontakt ausgewichen bin dann doch nochmals hin. Oder die Blicke treffen sich später nochmals. - Jedenfalls hatte das mit dem Blickkontakt eine total öffnende Wirkung auf mich, ich fühle mich dadurch so wie ich bin (also auch mit meinem Nähe-Thema) total willkommen.


Mit etwas Verspätung kam dann eine Teilnehmerin, welche ich schon kannte. Sie war an dem Wochenend-Kurs dabei, und ich kannte sie vorher schon aus dem ersten Anfängerkurs, welcher dann nach dem ersten Termin mangels Teilnehmer ausfiel. (Ich nenne sie jetzt der Einfachheit halber mal Z.)
Diese Z. kam aufgrund starker Schneefälle zu spät. Sie begrüßte ganz freudvoll eine andere Teilnehmerin, welche sie seit 10 Jahren nicht mehr gesehen hatte. - Dann umarmte sie noch ein paar andere Teilnehmer, die dort dann in ihrer Nähe standen.

Ich stand ganz auf der anderen Seite des Raum, aber war dann unsicher, ob ich auch hingehen und sie umarmen sollte..... und ich war irgendwie auch unsicher, weil sie nicht 'freiwillig' zu mir kam, obwohl wir doch am Wochenendkurs viel miteinander gemacht hatten.

Diese Unsicherheit, und ein komisches Gefühl ihr gegenüber, war dann den ganzen Kurs über bei mir da. (Sie ist übrigens eine wirklich 'flotte' Frau, während die anderen in dem Kurs schon eher älter als ich wirken.)


Ähnlich wie bei dem Wochenend-Kurs gab es an diesem Abend sehr viele Tänze (ich nenne das glaube ich lieber "Übungen"), welche etwas mit Begegnung oder Nähe zu tun hatten. Aber diesmal gab es auch ausdrücklich die Ansage, zu schauen, wann (und mit wem) man sich wie viel einlassen will und kann - und wann (und mit wem) eher weniger.

Ich merkte das, wenn jemand wirklich offen auf mich zuging, ich auch innerlich in die Offenheit gehen konnte.... und dann tatsächlich schauen konnte, wieviel jeweils maximal für mich möglich war. (Dies gilt sowohl für Begegnungen mit Frauen, als auch für Begegnungen mit Männern, wobei ich mich bei den Frauen schon enger auf Kontakte eingelassen habe.)


Mit Y. hatte ich einen sehr schönen Tanz. Es war ein sehr feines ausloten, was jetzt gerade geht - und was nicht geht, auf welche Art der Andere jetzt tanzen will, und auf welche nicht.....
Mir war es da sehr wichtig, dass meine Signale beachtet wurden.... und als ich merkte, dass es so war, da konnte ich mich auch wirklich sehr schön auf den Kontakt einlassen.
Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie nun zu wenig in den gemeinsamen Tanz einbringt.... Ich wollte, das es etwas ist, das von uns beiden gemeinsam gestaltet und für beide in Ordnung ist.... Doch dann kam doch wieder was von ihr, und ich empfand es dann doch wieder als etwas sehr gemeinsames.

Viele Tänze später kamen wir dann nochmals zusammen. - Es war nach einigen "Übungen" bei denen man dann nochmals sehr tief in offenen Kontakt mit sich selbst gekommen ist.
Ich sah, wie andere teilweise eng-umschlungen tanzten.
Wieder war es dann so ein Versuchen meinerseits, ein ausprobieren, was jetzt stimmig ist und was nicht:
Jedenfalls merkte ich dann, dass es passte immer näher und näher an sie heranzugehen.... bis wir schließlich auch eng umschlungen tanzten.Dies war nicht mein 'Plan' gewesen. Es hatte sich einfach aus der Situation heraus so entwickelt.
Ich fand es sehr schön, weil ich, nach allem was da vorher war, sehr offen dabei-sein konnte!
(Nach dem Tanz bedankte sie sich dann bei mir - und ich bedankte mich auch.)


Insgesamt kann ich sagen, dass manchmal, wenn es viele Nähe-Übungen bzw. Gelegenheiten hintereinander gab, mir das schon fast zuviel wurde. Es war oft so an der Grenze..... und es war dann gleichzeitig doch noch ein Ausprobieren, ob ich trotzdem noch offen bleiben..... und mich nochmals für den Anderen öffnen kann.....


--- --- ---

Irgendwie bin ich sehr dankbar, einen Weg gefunden zu haben, der..... ja......  hoffentlich sogar mein großes Nähe-Trauma heilen kann.

Ich schrieb ja immer wieder darüber, und auch darüber, dass bei mir seeehr vieles mit dem übereinstimmt, was Bert Hellinger die "Unterbrochene Hinbewegung" nennt.  (Hier mein eher theoretischer Beitrag zur Unterbrochenen Hinbewegung).

Ich hatte jedoch bisher viiieeel zu große innerliche Widerstände dagegen, wirklich durch all diese Gefühle hindurchzugehen....

Joel sagte mir auch, dass ich auch im täglichen Leben daran arbeiten kann, indem ich beobachte, wann ich wieder flüchten will.... und mich dann immer wieder zu entscheide, noch ein bisschen mehr zu bleiben....... um zu schauen, was dann passiert....

Hier scheint es nun eine gute Möglichkeit zu geben, mit diesem 'Bleiben' zu experimentieren,
und gleichzeitig scheint es hier den idealen Nährboden sogar für noch eine andere Art von Heilung zu geben! -   Hoffe ich!

Sonntag, 13. Januar 2013

Mut, mich meinen Themen zu stellen

In meinem Beitrag Zustimmung und Veränderung 2013 schrieb ich es ja schon:
Es ist ein Wunsch von mir, in diesem Jahr nun dahin zu kommen, mich meinen Themen wirklich zu stellen.
Ja, mich meinem Leben wirklich zu stellen.

Gestern schrieb ich mir mal auf
  • was ich in meinem Leben gerne anders hätte,
  • vor welchen (Lebens-)Themen ich mich immer wieder drücke  und
  • welche Lebensbereiche derzeit nicht wirklich funktionieren.
Nunja, es kamen viele Punkte heraus, die etwas mit Beruf, Berufung, Innerer Freiheit, Innerlicher Offenheit und Weite, Kontakt- und Nähe, Beziehung (und Sexualität) zu tun haben.

Ich versuchte dann, die Themen einzuteilen in "Themen, die innerlich zu bearbeiten sind" und "Themen, welche äußerlich zu erledigen sind".
Dabei bemerkte ich dann, dass ich mehr und mehr jedes der aufgeführten Themen auf die Liste "Themen, die innerlich zu bearbeiten sind" verschob.

Schließlich entschied ich für mich, dass es eigentlich vorrangig um das innerliche Bearbeiten geht. - Nur wenn ich ein Thema anschaue, dann zeigt es sich mit allen Aspekten.... und dann zeigt sich auch der nächste stimmige Schritt.

Wenn es also so etwas wie ein zu verfolgendes Ziel, einen Vorsatz für 2013 gibt, dann "Mich meinen Themen zu stellen"!
Aber nicht rigide, mit Zwang und mit Druck - denn dies hat bei mir noch nie funktioniert.....
sondern dass ich mir notfalls auch dem Thema "vor meinen Themen weglaufen" stelle - und es bewusst anschaue....

Ja, es geht um den "Mut, mich meinen Themen zu stellen", ja um den "Mut, mich meinen Leben zu stellen" und dies ist doch das Aufregendste und zugleich Großartigste, was man für sein Leben tun kann.

--- --- ---

P.S.:
Ich schrieb es ja schon in meinem Beitrag Zustimmung und Veränderung 2013: Es ist eine Sehnsucht von mir, offen und verbunden zu sein.... und mich und das was mich ausmacht, was ich zu bieten habe, mehr in die Welt zu bringen..... - Eigentlich habe ich auf diesen Wunsch gleich eine Antwort vom Leben bekommen, indem ich mit dem Biodanza nicht nur einen Raum gewonnen habe, in welchem ich mich diesen Themen stellen kann, sondern auch einen Raum, in welchem (so glaube ich) genau diese Fähigkeiten auch gefördert werden.

Montag, 7. Januar 2013

Nähe-Session III + IV

Im Laufe der Nacht auf Sonntag war eine tiefe innerliche Öffnung dann mehr und mehr zurückgegangen. Als ich am Sonntag Vormittag wieder zu dem Kurs ging, war ich wieder relativ verschlossen und auch nicht so kontaktfreudig.

Ich verhielt mich dann auch eher zurückhaltend, sagte, ich müsse erst wieder hier ankommen..... - Im Laufe der Vormittag-Session konnte ich mich dann schon wieder etwas öffnen.


Dann wurde jedoch eine Übung angesagt, die man zu zweit machen sollte... und bei der einer quasi der Begleiter war, der den Anderen am Schluss des Prozesses mit offenen Armen und freundlichen Augen empfangen sollte.....

Ich merkte, diese intensive Erfahrung könnte ich nur mit einer Person machen, die mir sehr sympathisch ist. - Andererseits könnte ich der Person, welche mit mir die Übung macht, jedoch nicht das bieten, was man in der Begleiter-Rolle bieten sollte.... (die offenen Arme und freundlichen Augen). - Somit wollte ich auf niemanden zugehen.... denn die Person, die die Übung mit mir machen würde, hätte mit mir ja praktisch die Arschkarte gezogen.
Somit blieb ich bei der Partnerwahl passiv, .... und sagte dann schließlich, dass ich nicht mitmachen würde.

Ich suchte mir dann einen Sitzplatz, an welchem ich mich an der Wand anlehnen konnte und setzte mich auf eine Decke.

Das Ganze war für mich schon sehr schwierig... und ich musste sehr bewusst bleiben und im Hier und Jetzt in mich spüren, um nicht in ein innerliches Drama einzusteigen, um nicht in einen 'innere Film' zu gehen.

Dabei halfen mir verschiedene Dinge, die ich bei Joel oder auch aus anderen Methoden gelernt hatte.
Insbesondere fiel mir da auch ein Satz von Joel ein, der in irgendeiner Seminar-Situation mal gesagt hatte: "Wenn ich wollte, dann könnte ich jetzt in die Verletzung gehen!"
Ja, und wenn ich gewollte hätte, hätte ich jetzt sehr leicht in einen inneren Film, in ein innerliches Drama rutschen können....
Ich erinnerte mich dann auch daran, dass wir ja gerade im letzten Wochenende ausführlich über die verschiedenen Arten von Gefühlen (siehe auch meinen Beitrag "Unterscheidung in 5 Gefühls-Arten") und über das "in einen inneren Film gehen" geredet hatten.
Somit wusste ich, wie wichtig es war, bewusst zu bleiben und genau zu schauen, was JETZT im Augenblick in mir vorgeht..... in den Körper spürend.... , spürend, welche Gefühle hier im Augenblick anwesend waren...

Mir ging es da nicht schlecht in dieser Situation. Es war einfach stimmig, in diesem Augenblick diese Übung nicht mitzumachen. Ich musste nur einfach sehr aufpassen, um nicht in den alten mir sehr gut bekannten Film zu kommen, dass ich nun in der Gruppe hier ausgeschlossen bin, dass ich nun nicht mehr dazugehöre, ..... und dass ich mit meiner Verschlossenheit die anderen hier eigentlich in ihrer Offen-Sein störe.


Nach diesem für die Beteiligten recht intensiven "Tanz" (und für mich ebenfalls recht intensivem Prozess) sollte man dann seine Freude über das erlebte tanzen. Die Anderen waren teilweise recht überschwänglich.... fielen einander um den Hals.
Ein Teilnehmer kam dann zu mir, um mir die Hand zu reichen und mich wieder in die Gruppe zu holen. - Ich war mir noch unschlüssig, ging jedoch dann doch mit.


Dann kam schon wieder das Nächste:
Hier sollten sich ebenfalls jeweils wieder zwei Übungspartner zusammenfinden. Der eine sollte dem anderen, der auf dem Boden liegt, ganz sanft (wie einem kleinen Baby) über das Gesicht streicheln. - Um Schluss sollte er dann dem anderen wieder in eine sitzende Position kommen lassen.... und ihm dann mit einem freundlichen Blick empfangen.

Hier ging es mir dann wie vorher:
Es wäre für mich nicht einfach gewesen, diese Nähe anzunehmen, sie zuzulassen. - Aber umgekehrt wäre ich in jedem Fall nicht in der Lage, meinem Übungspartner diese große Offenheit zu geben.

Also wieder dasselbe Spiel: Wieder nicht mitmachen und auf einer Decke ganz zentriert mit dem Rücken an der Wand dasitzen!. - Wieder war ein größeres Maß an Aufmerksamkeit nötig.... ich konnte jedoch in Einklang mit den nun mal vorhandenen innerlichen Gegebenheiten gehen....

Dabei kamen natürlich schon wieder das Thema, nun endgültig von der Gruppe abgehängt worden zu sein.... und nicht dazuzugehören.
Ich hatte ursprünglich ja auch gedacht in die Fortgeschrittenen-Gruppe einsteigen zu können.... zumindest darauf zu drängen, dass ich dort einsteigen darf. Doch hier sah ich nun alle meine Felle davonschwimmen.....


Da diesmal Adriana ja nicht mitmachte, überlegte ich noch für einen kurzen Augenblick, ob ich sie nicht fragen könnte, ob sie die Übung nach dem Wechsel (also dem Rollentausch) mit mir machen würde.
Ich konnte mich dann aber nicht dazu entschließen... da ich befürchtete, dass ich dies dann vielleicht als zu aufdringlich empfinden würde... Und in der liegenden, empfangenden Position hätte ich das Ganze dann auch nicht so steuern können.... wie es im Notfall vielleicht nötig gewesen wäre.
(Ich wusste ja noch, wie ich in unserer K!KG-Gruppe einmal in mein Nähe-Thema hineingerutscht war - so sehr, dass meine Freundin dann hinterher zuhause meinte, ich hätte richtig traumatisiert gewirkt. An diesem Abend hatte ich mir dann an der Bettkante ganz kräftig das Schienbein aufgeschlagen, obwohl ich mich sonst eigentlich nie verletze.)
Jedenfalls fühlte es sich dann doch nicht so passend an und ich ließ es.

Ich merkte dann, dass ich das Bedürfnis hatte, meine Brille abzulegen und mir selbst mit den Händen zart über das Gesicht zu fahren. - Das war gut, und ich war in Einklang mit der Situation.


Der nächste Tanz war dann auch wieder ein "Feiern des Erlebten"!
Ich merkte, dass ich sitzen bleiben wollte, und wippte nur mit zur Musik.
Zweimal wollte mich dann jemand wieder mit hineinholen, aber ich winkte dann ab. Ich dachte dann auch: "Ihr müsst jetzt nicht meinen, dass ihr euch um mich kümmern müsst. Mit mir ist alles okay"!

Zum Abschlusskreis kam ich dann wieder dazu - und hatte auch den Eindruck, hier gut aufgenommen zu werden.

-- --

In der Mittagspause wollte ich dann jedoch nicht mit Essen gehen, sondern in dieser Zeit für mich sein. Deshalb fuhr ich nach Hause. - Ich hatte jedoch Bescheid gesagt, dass zur Nachmittag-Session wieder komme.

-- --

Bei diesem Kurs gab es ja keine "Rückmelderunden".
Am Anfang hatte jeder Gelegenheit gehabt, zu sagen was ihn in diesen Kurs bewegt hat - und nun nach dem Mittagessen gab es schon die Abschlussrunde. Hier sollte jeder sagen wie es ihm geht - und was er mitnimmt. (Danach sollte es dann nur noch eine abschließende, eher integrierende Tanz-Session geben.)

In dieser Abschlussrunde sollten wir dann alle noch etwas näher zusammenrücken, so dass ich mit meinen beiden Nachbarinnen praktisch auf "Tuchfühlung" war. Dies war dann auch schön, weil ich dann durch zufällige und un-zufällige Berührung auch nochmals spürte, dass ich hier wirklich noch dazugehörte.

Ich erzählte dann auch ehrlich, was bei mir los war. - Auch von meinen Ängsten, nun nicht mehr dazuzugehören.
Und ich bemerkte, dass bei diesen Worten schon auch eine Traurigkeit in mir war...

Adriana sagte, dass es im Biodanza keine Rückmeldungen gibt, sie aber noch etwas Grundsätzliches zu Biodanza sagen möchte.
Dann erzählte sie, wie wichtig die "Selbstregulierung" wäre, und dass sie es gut findet, wie genau ich nachspüre, was für mich richtig ist und wie ich auf mich achte.


In der nun folgenden Session war ich dann schon wieder (innerlich) "weicher" und offener.
Ich hatte noch viele Gelegenheiten zu schauen, wie ich das Angebot an Nähe, welches an vielen Stellen ja wirklich vorhanden war, nutzen konnte.... und wo ich dann doch sehr verspannt war.... oder mich auch den Schritt nach außen vielleicht garnicht traute....

Es war dann auf jeden Fall sehr schön!


Am Schluss überlegte ich mir dann noch, nun Adriana doch zu fragen, ob ich in den Fortgeschrittenen-Kurs kommen darf. - Ich rechnete eigentlich damit, dass sie mir erklären würde, ich wäre hierfür doch noch zu sehr verschlossen.
Stattdessen antwortete sie jedoch: "Das würde mich sehr freuen!"
Sie erklärte mir dann, dass ich mich ja sehr fortgeschritten verhalten hätte Sie meinte auch, dass ich mich sehr fortschrittlich verhalten hätte. Die Meisten hätten sich selbst, wenn sie nicht an einer Übung hätten teilnehmen können selbst sehr stark verurteilt.

Samstag, 24. November 2012

Den Vater anschauen

Neben den allgemein sehr interessanten Themen und Übungen machten wir noch eine für mich besonders tiefgehende Übung, in welcher wir den Vater  ansehen  sollten. Wir sollten 3-er-Gruppen bilden, eine Person sollte den Vater anschauen, die zweite Person sollte sich als Stellvertreter des Vaters zur Verfügung stellen, die dritte Person war Stellvertreter für die Mutter. - Dabei sollte darüber hinaus nichts gesprochen oder getan werden.

Da es nicht aufging, sagte Joel, dass er auch mitmachen würde. Als dann eine Person nicht mitmachen wollte, ergab es sich dass ich dann mit Joel diese Übung zu zweit machte. (Um die Mutter auch dabei zu haben legten mehrere Meditationskissen aufeinander.)

Zunächst stand er für meinen Vater, und ich schaute ihn an.
Ich merkte in mir eine starke Abwehr. Ich merkte wie ich in mir viele Vorwürfe hatte, weil er als ich noch sehr klein war sehr streng war, mich geschlagen hatte, und weil er nie emotional offen gewesen war, nie Nähe zugelassen hatte.....
Nach einer Weile erinnerte ich mich innerlich mehr an meinen Vater, wie er heute ist: Schon sehr alt, und jedesmal dünner und zerbrechlicher. Ich ich erinnerte mich daran, wie er sich jedesmal freut, wenn ich mal wieder eine Reise in die alte Heimat mache, und wir uns sehen. - Dies rührte und berührte mich sehr.

In der zweiten Runde war ich der Stellvertreter seines Vaters.
Ich merkte, wie ich aufgrund meines eigenen Schicksals und der eigenen Belastungen an der totalen persönlichen Grenze war. - In mir war immer wieder ein Bedauern, dass ich meine beiden Söhne nie wirklich in den Arm nehmen konnte, aber ich merkte, die beiden müssen jetzt einfach funktionieren, sonst kann ich all das Schwere als alleinerziehender Vater nicht managen....

Joel erzählte mir übrigens, dass es ihm als Stellvertreter meines Vater ähnlich ergangen war. Auch er spürte in der Rolle, dass er aufgrund seines Schicksals an der Grenze war und es einfach nicht anders ging. Und auch er spürte das Bedauern.


Während ich meinen Vater anschaute konnte ich ihn ja bereits mehr und mehr so lassen und akzeptieren wie er war.
Aber auch die andere Seite zu spüren, als Stellvertreter von Joels Vater, hatte dann auch noch etwas sehr heilendes, weil dann nochmals klar wurde, dass es für ihn einfach nicht anders ging, und da einfach auch ein Bedauern seinerseits deswegen da war und auch da ist.

Joel erzählte mir auch, wie er seinem Vater, einige Wochen vor dessen Tod, dann doch noch die Hand gehalten hatte - und wie sein Vater dann in einer anderen Situation seine Hand ergriffen hatte.... - Auch dieses Thema berührte mich sehr, da mein Vater auch nicht mehr lange sein wird.


Die Mutter wird dann bei dem nächsten Treffen im Januar dran sein.
In dieser Übung wurde sie nur als Zeugin hinzugenommen.
Dabei wurde ihr aber auch zugemutet werden, dass (auch) der Vater angesehen wird!

Samstag, 25. Februar 2012

Das Tao der Zustimmung

Ich wollte heute Nachmittag mal eine Zusammenfassung über den Tao-Zustimmungs-Weg schreiben - eine Art Übersicht, die das Wichtigste herausgreift.
Beim Durchlesen meiner bisherigen Blog-Beiträge merkte ich jedoch, dass dies garnicht so einfach ist. Es gibt schon so viele sehr differenzierte Beiträge, die jeweils einen Aspekt des Ganzen so gründlich beschreiben, dass jede Zusammenfassung gleichzeitig einen Verlust von Informationen bedeuten würde.

Trotzdem möchte ich, nach zig verschiedenen Anläufen, hier kurz ein paar Teilaspekte herausgreifen:
Der Kern des "Tao der Zustimmung" ist die Zustimmung.

Zustimmung bedeutet  weder, sich etwas vorzulügen - noch etwas für immer festzu­schrei­ben - ich schrieb bereits in vielen Beiträgen darüber (siehe u.a.: "Was und Wie Zustimmen").

Wenn ich beispielsweise in einem Flugzeug sitze und es ist gerade dabei abzustürzen, dann ist mir persönlich das nicht egal, denn ich möchte im Augenblick noch nicht sterben. Aber ich weiß, dass ich mit Widerstand nur Angst und noch mehr Schmerz erzeuge, also suche ich in mir die Bereitschaft, dem nahenden Tod zuzustimmen.

Ein Weg um in die Zustimmung zu kommen, ist die Bereitschaft, "Dem-Was-Ist" zu­zu­stimmen. Es geht garnicht darum, etwas zuzustimmen, weil es so toll ist, sondern weil es sowieso da ist.

Diese Bereitschaft zur Zustimmung wird dadurch gefördert, dass man merkt, wie sehr man sich mit innerlichem Widerstand selbst schadet.
  • Mein erste Erfahrung mit dem Nutzen der Zustimmung hatte ich beim Lesen der um­fang­reichen Internetseiten und Newsletter von "Bill Ferguson" (ich stellte ihn in mei­nem Beitrag "Widerstände aufgeben" bereits vor). Hier bekam ich durch das Nach­empfinden seiner vielen Beispiele bereits ein Gefühl dafür, wie Zustimmung hilft. 
  • Was mir auch sehr gut den Nutzen der Zustimmung zeigte sind Joel Wesers K!KG- Übungen. Hier könnte ich in körperlichen Übungen direkt erfahren, wie lösend Zustimmung wirken kann  (siehe u.A.  'Körperlicher Druck, Abwehr und Zustimmung' und "Löst Zustimmung tatsächlich Probleme?"). 
  • Und insbesondere fördern natürlich auch jede eigene positive Erfahrungen mit Zustimmung die Bereitschaft, diesen Weg noch öfters zu gehen. (Beispielhafte Beiträge: "Lärm-Schlafen durch Zustimmung" und "Ameisen- und Zecken- Zustimmung")
Wenn es um Schicksalhaftes geht, dann bringen die Beiträge " Traum vom bevorstehenden Tod" oder "Zustimmung, Alzheimer, GAU und Sinn" vielleicht einen Gefühl dafür, wie es mit Zustimmung weitergehen könnte.....


Doch was kann man eigentlich zustimmen:
Man kann unerwünschten äußeren Situationen zustimmen - äußeren Bedingungen, mit denen man durch andere Menschen, die Gesellschaft oder das Schicksal konfrontiert wird...
Man kann auch den eigenen Gefühlen zustimmen.... und damit einen Schritt weiterkommen.
Ja, man kann sogar etwas zustimmen, was garnicht eingetroffen ist, was man jedoch befürchtet, dass es eintreten könnte. Auch hier bringt das Zustimmen viel Innere Freiheit und Weitsicht, während Widerstand ja nur blockiert (siehe " Zukunftserwartung und Zustimmung").


Oft führen diese drei genannten Arten der Zustimmung bereits zu einer innerlichen Befreiung und einer innerlichen und äußerlichen Veränderung.

Oft ist es jedoch auch erforderlich, das Thema noch tiefer zu bearbeiten.... indem man sich mitten hineinsetzt und sich "Dem-Was-Ist" ganz ausliefert. - Doch dies soll Thema einer meiner späteren Beiträge sein.....

Wer sich mit dem Thema tiefer befassen will, den möchte ich auf das meine Beiträge zu dem Schlagwort 'Wichtigste Blog-Beiträge" verweisen! - Dort gibt es eine Vielzahl an Beiträgen, welche die verschiedensten Aspekte dieses Themas vertiefen.

Freitag, 11. November 2011

Den inneren Widerstand aufgeben

Hier ein älterer Text von mir, in welchem ich damals auf eine ganz konkrete Frage antwortete:

Ich selbst praktiziere ähnliches wie du.... nur vielleicht mit einer etwas anderen Gewichtung - und ich nenne es nicht "Scheiß-egal-Einstellung" sondern "Zustimmung" oder "Den-innerlichen-Widerstand-aufgeben".

Ich finde, dass es zu sehr viel Innerer Freiheit und zu Weitsicht führt, wenn man aus dem Inneren Widerstand gegen etwas einfach heraustritt.

Wenn ich in einem Flugzeug sitze und es ist gerade dabei abzustürzen, dann ist mir persönlich das nicht "Scheiß-egal", denn ich möchte im Augenblick noch nicht sterben. Aber ich weiß, dass ich mit Widerstand nur Angst und noch mehr Schmerz erzeuge, also suche ich in mir die Bereitschaft, dem nahenden Tod zuzustimmen.
Ich danke dann bewußt daran, wie mir "Zustimmung" schon in anderen Situationen genutzt hat - reale Situationen oder auch Körper-Übungen[1]  zum Thema "Zustimmung". (Früher dachte ich oft auch an Fallbeispiele[2], die ich gelesen hatte.... und welche mir den Nutzen der Zustimmung aufzeigten.)
Aus dieser Erfahrung heraus würde ich versuchen, dem Flugzeugabsturz zustimmen - nicht weil ich ihn mir wünsche - sondern weil er gerade sowieso passiert.... und ich nichts daran ändern kann.

Ich hatte übrigens vor längerer Zeit mal einen Traum, in welchem mir mein Tod angekündigt wurde. Ich habe dann im Traum selbst, dem bevorstehenden Tod zugestimmt (siehe "Traum vom bevorstehenden Tod" in meinem Blog).


Wenn ich Impulse in mir bemerken würde.... (ich greife jetzt mal ein Beispiel von dir heraus)... Sex mit Leichen zu haben.... dann würde ich nach einem Weg suchen, der Tatsache zuzustimmen, dass ich diese Impulse habe. - Dies heißt noch lange nicht, dass ich es dann tatsächlich ausleben würde.... aber ich würde zustimmen, dass dies im Augenblick mein Thema wäre.... Ja, ich würde zustimmen, dass ich den Ärger nun an der Backe habe, da ich sexuelle Präferenzen habe, die ich nicht ohne weiteres ausleben kann.
Die Tatsache, der dann zuzustimmen wäre wäre also: "Ich habe eine sexuelle Präferenz, die nicht gesellschaftsfähig ist, und die ich nicht ohne mich strafbar zu machen ausleben kann." - Aber ich habe diese Präferenz, sie gehört zu meinem Wesen.... und der Tatsache des Vorhandenseins dieser Präferenz stimme ich zu.

Durch dieses Zustimmen könnte ich dann ein Stückweit aus Angst und Tunnelblick aussteigen - .... aber ich würde an diesem Thema dranbleiben.... denn Zustimmung wäre hier nur der erste Schritt der Heilung..... Ein weiterer Schritt wäre, sich innerlich ganz auf dieses Thema einzulassen, sich ganz hineinzubegeben.....


Aber beenden wir das Was-Wäre-Wenn-Spiel.
Du hast diese Vorlieben ja garnicht, du hast jedoch Angst davor, dass du irgendwann derartige Vorlieben haben könntest....
Du hast Angst davor, du könntest vielleicht grundlegend falsch sein, wie du schriebst.

Hier kann es meiner Ansicht nach tatsächlich hilfreich sein, der Möglichkeit zuzustimmen, dass du vielleicht tatsächlich grundlegend falsch bist. - Denn auch hier schafft die Zustimmung, du hast es ja schon selbst erfahren, Erleichterung!
Und auch hier könntest du wiederum dranbleiben, dich deiner Angst falsch zu sein stellen, sie zustimmend fühlen, dich zustimmend durch sie hindurchfühlen.... und dich somit heilen.

Und ich verrate dir noch ein Geheimnis:
Jeder Mensch hat (oder hatte in einer Phase seines Lebens) mehr oder weniger starke Angst, grundlegend falsch zu sein, so falsch, dass er nicht dazugehört, dass er von der Menschheit ausgeschlossen wird.... Du bist mit deinem "falsch-sein" also nicht allein.... sondern bewegst dich im Kollektiv von Milliarden von Menschen.....


Aber natürlich ist das alles nicht so einfach - sondern ein Weg.... der immer wieder Schritt für Schritt zu gehen ist.....

Anmerkungen:
[1]: Beiträge zu 'Körper-Übungen mit Bezug zur "Zustimmung"':
  * Körperlicher Druck, Abwehr und Zustimmung
  * Mehr zu den KiKG-Übungen
[2]: Hier haben mich die Internetseiten von "Bill Ferguson" sehr inspiriert. In meinem Blog stelle ich ihn erstmals in meinem Beitrag "Widerstände aufgeben" vor.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Meine Blockade steht neben mir

Im Rahmen meiner Ausbildungsgruppe nutzte ich diesmal in einer Übungsgruppe die Gelegenheit, mir meine Blockade, die starke dauerhafte Verspannung meiner Vorderseite, genauer anzusehen.

Ich war selbst auf diese Idee gekommen, weil ich mich durch meine körperliche Anspannung stets sehr blockiert fühle..... und ich aber irgendwie auch Angst habe.... vor dem was dahinter steckt.... eine explodierende Wut vielleicht, oder eine unendliche Sehnsucht..... mit der ich dann nicht mehr umgehen kann.....

Eigentlich hätten wir hier außer mir noch 4 Personen benötigt: Eine Person, die in der Aufstellung für mich steht, eine die für meine Blockade steht, eine die für das was hinter dieser Blockade ist steht, und eine Person die diese Aufstellung leitet. - Leider sollten wir diesmal nur 3-er Gruppen bilden.... nach kurzem Überlegen entschloss ich mich aber, die beiden anderen trotzdem zu fragen, ob sie mich hier unterstützen würden. Für mich gab es dann keinen Stellvertreter und ich musste von Anfang an in die Aufstellung mit hinein. Außerdem hatten wir niemanden, der den ganzen Prozess leitete - wir machten es auch so sehr gut.

Am Anfang drückte der Stellvertreter meiner Blockade mir auf die Brust, während das was hinter der Blockade steckt dahinter auf einem Sitzwürfel saß und mit den Beinen baumelte.....

Schließlich ging ich einen Schritt nach vorne.... und die Blockade ließ von mir ab und ging langsam zur Seite.

Ich merkte, dass ich meine Blockade weiterhin noch teilweise als Schutz vor mir haben wollte, doch sie ging nun etwas nach hinten zur Seite und wollte nicht mehr. - Ich sah sie an und war ihr dankbar, dass sie mich bisher geschützt hatte.....

Schließlich änderte auch das was hinter der Blockade war seine Position. Ich wusste nicht, um was es sich handelte und wie ich mich ihm gegenüber verhalten sollte. - Ich merkte dann, dass ich zu sehr im Kopf war... und fand es nun schade, dass keine andere Person als mein Stellvertreter in der Aufstellung war..... da man selbst, gefangen in seiner eigenen Struktur.... oft die Bewegung in die Lösung garnicht bemerkt.

Schließlich entschloss ich mich, einfach so zu tun, als ob ich nicht ich selbst wäre, sondern als ob ich mein Stellvertreter in einer Aufstellung wäre. Ich ließ mich nun einfach ohne zu denken von dem Feld führen.... bis ich schließlich neben dem Unbekannten stand.... welches immer wieder Sprünge in die Luft machte......

Hinterher bei Austausch erfuhr ich dann, dass es sich um meine Lebendigkeit gehandelt hatte. Sie sagte mir aber auch, dass man nicht immer so sein kann.

Donnerstag, 25. August 2011

Die Weisheit des 'Nichtwissens'

Bei meinem letzten Ausbildungswochenende war mehrmals Thema, dass ein Begleiter normalerweise in jeder 'Sitzung' eine richtige Krise durchlebt, in der er nicht mehr weiterweiß, in der er keine Ahnung hat, was er jetzt noch tun oder vorschlagen soll. (Anmerkung: Es geht dabei nicht um die Art des Begleitens, bei der der Begleiter einfach nur die gelernten Techniken herunterspult.  Es ist vielmehr die Art des Begleitens gemeint, bei der der Begleiter sich ganz auf das einlässt was ist... zustimmt, und die nächsten Schritte ganz von Innen kommen lässt.) 
Wenn er diese Krise annimmt und sich darauf einlässt, dann kann daraus etwas neues entstehen.

Dieser Zustand des 'Nichtwissens' ist natürlich in allen Lebenslagen hilfreich.

Wenn meine Liebesbeziehung nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle,
dann kann ich mir mit Hilfe irgendwelcher Verstandesknoten zurecht legen, dass ich endlich den Mut für eine Trennung haben muss..... um dann dieses vermeintliche Ziel mit allen Mitteln zu verfolgen.
Ich könnte mir aber auch mit irgendwelchen Knoten in meinem Verstand ausdenken, dass ich die Beziehung unbedingt retten muss..... und dann blind und mit Vollgas in diese Richtung zu rennen.

Der dritte Weg ist der Zustand des 'Nichtwissens'.
Ich lasse mich auf das ein was ist...... und schaue, welcher nächste Schritt sich daraus ergibt.

--- --- ---

P.S.: In einem Buch über 'Traumdeutung mittels Focusing' (*) habe ich übrigens mal was sehr interessantes gelesen:
Dort erhielt eine Frau in ihrem Traum die Botschaft, sie solle sich von ihrem Mann trennen.
Nachdem sie die notwendigen Schritte eingeleitet hatte.... sagte ein weiterer Traum ihr, sie solle mit ihrem Mann zusammenbleiben, jedoch mehr auf ihre eigenen Wünsche und Interessen achten.

'Widersprüchliche Botschaften in Träumen', so könnte man jetzt sagen.
Aber sind die Botschaften wirklich widersprüchlich?
Von dort aus gesehen, wo die Frau am Anfang stand, war das Einleiten der Trennungsschritte vielleicht genau die Geh-Richtung die notwendig war, um in einer innerlichen Eigenständigkeit in Zukunft ihre Interessen durchsetzen zu können.

(*) Buch: "Dein Körper, Dein Traumdeuter" von Eugene T. Gendlin
(Sehr gut, aber wirklich kompliziert und sehr aufwendig zu lernen!)

Freitag, 8. Juli 2011

Zukunftserwartung und Zustimmung

Manchmal kann es total frei machen, wenn man nicht nur dem zustimmt, was bereits eingetreten ist - sondern auch dem, was eventuell eintreten könnte.

Nehmen wir mal als Beispiel jemanden der stottert.
Wahrscheinlich ist er schon als Kind deswegen immer verspottet worden.... und möglicherweise wird auch heute noch, wo er längst erwachsen ist, noch manchmal über ihn gelästert.

Wenn er nun inneren Widerstand gegen das ausgelacht-werden hat, dann wird er versuchen, möglichst alle Situationen zu vermeiden, in denen das passieren könnte....
Dies ist auf den ersten Blick eine sehr verständliche Reaktion.
Doch was sind die Folgen?
Durch dieses Vermeidungs-Verhalten wird er sich und sein Leben sehr einschränken. Er wird nur wenig und nur ungern an sozialen Begegnungen teilnehmen wollen.... und falls doch, so wird er sich dort sehr zurücknehmen und einschränken!
Sein gesamtes Leben wird hierdurch reguliert und beschränkt!

Doch was wäre, wenn er stattdessen der Möglichkeit zustimmt, ausgelacht zu werden?
Was wäre, wenn er das 'ausgelacht-werden' zwar nicht provoziert, aber wenn er dennoch seinen inneren Widerstand dagegen aufgibt?
Was wäre, wenn er daran arbeitet.... und es ihm wirklich gelingt, der Möglichkeit, ausgelacht zu werden ganz ehrlich zuzustimmen.
Hier kann man sofort spüren, welch eine gewaltige Innere Freiheit dies bringen würde!

Würde dann mehr über ihn gelästert werden als bisher?
Sicher nicht.... denn es wäre für die anderen bald langweilig, wenn sie merken, dass sie ihn damit nicht mehr packen können.

Wie schafft man es, in solch schwierigen Fällen in die Zustimmung zu kommen?
Zunächst mal durch die Bereitschaft, den Widerstand aufzugeben.
Und manchmal ist es auch nötig, tiefer zu gehen..... und seine Gefühle im Zusammenhang mit dem Ausgelacht-Werden zu bearbeiten.
(Aber all dies wird ja schon an verschiedenen Stellen hier im Blog beschrieben.)

Dienstag, 31. Mai 2011

Das 'menschliche' und die Zustimmung

Der Leser-Kommentar von Ines zu meinem letzten Beitrag regt mich dazu an, etwas, das vielleicht missverstanden werden könnte, hier nochmals anzusprechen:

Meiner Ansicht ist der Zweck des "Zustimmens" nicht, ein abgehobener Heiliger zu werden.
Zum Mensch-Sein gehört dazu, menschlich zu reagieren..... und dieses menschliche kann ja auch wirklich mal Ärger oder Ablehnung sein.
(Das Mensch-Sein ablehnen zu wollen würde ja nur zu weiterem Widerstand und Stress führen.)

Meiner Ansicht nach ist es wichtig,  .... die Erfahrung zu machen, dass man mit Gefühlen oder veränderlichen Sitiationen dadurch an Besten umgehen kann, indem man sie anschaut und annimmt (vielleicht Zustimmung Stufe 2).
Meiner Ansicht nach ist es wichtig,  .... die Erfahrung zu machen, dass man mit unveränderbaren Situationen dadurch am besten umgehen kann, indem man ganz 'Ja' dazu sagt (vielleicht Zustimmung Stufe 4).

Wenn man diese Erfahrungen zig-mal gemacht hat, dann geht es vielleicht immer schneller, dass man bereit ist und wie von selbst in Zustimmung geht - aber nicht als Heiliger, sondern als menschliche Reaktion, weil man einfach weiß, dass dies am effektivsten und angenehmsten ist!