Mittwoch, 24. April 2013

Nähe, Präsenz und Schritte aus dem Inneren

Ursprünglich war ich ja sehr unsicher, ob ich das Bíodanza-Festival nur einen oder doch lieber 2 Tage besuchen will. - Am Samstag-Abend war dann jedoch klar, dass ich auch noch am Sonntag den vollen Tag teilnehmen würde. (Diesmal waren wir übrigens sogar deutlich über 50 Teilnehmer. Ich schätze, 25 bis 30 dieser Teilnehmer waren auch schon am Samstag dagewesen - ansonsten gab es auch viele neue Gesichter.)


Ich muss noch etwas vom Samstag nachschieben:
Am Anfang und am Ende einer Session stehen ja immer alle im Kreis, halten sich an den Händen, und tanzen dann gemeinsam im Gegen-Uhrzeigersinn. Dabei schaut man seine Gegenüber oft nacheinander an..... nimmt Blickkontakt auf......
Hier in diesem großen Kreis in dieser riesigen Turnhalle kann man die Augen der gegenüberstehenden Teilnehmer natürlich nicht sehen. Aus diesem Grund haben Teilnehmer dann den Kreis sehr schnell so eingedellt, dass man praktisch direkt an der Person vorbeimaschiert, die einem eigentlich im Kreis direkt gegenüberstehen. (Der Kreis war also nicht einmal mehr annähernd rund - oft hatte er die Form eines eingedrückten Herzens.)
Man bewegt sich also zu Musik, schaut sich an, lächelt sich an, freut sich.... und die Fortgeschrittenen fingen dann sogar an, ihren Gegenübern, wenn sie diese gut kannten, im Vorbeigehen Küsschen zu geben.

Am Samstag hatte es mich schon recht irritiert, als eine Italienerin (sie sprach überhaupt kein  Deutsch - ich hatte sie in meinem Beitrag gestern nicht erwähnt), mit der ich eine enge und intensive Übung gemacht hatte (es hatte sehr gepasst, so von der Sympathie her), mir im vorbeiziehen einen Kuss gab.
Und auch die Frau, die ich im letzten Beitrag als 'die Fortgeschrittene' bezeichnet hatte, gab mir zum Abschied einen Kuss.... den ich aus überraschter Irritation jedoch auch nicht erwiderte.

Heute nun war das anders. Als es sich zufällig ergab, dass 'die Fortgeschrittene' an mir vorbeizog, schaute wir uns einige Augenblicke an. Ihr Blick war freundlich und sehr offen... und unsere Gesichter kamen einander immer näher.... Da wir uns beide im Rhythmus bewegten war es garnicht so einfach zu zielen.... aber irgendwie wurde mehr und mehr klar, dass es im vorbeiziehen einen Kuss geben würde. - Und auch den Kuss von der 'italienischen Teilnehmerin' erwiderte ich diesmal.


Innerlich war ich an diesem Tag vor allem auf 'die Fortgeschrittene' fixiert.
Auf die 'italienische Teilnehmerin' dagegen nicht so sehr, obwohl auch sie attraktiv und die Begegnungen mit ihr intensiv und irgendwie sogar erotisch war.
Aber sie war irgendwie doch nicht so sehr mein Typ......? Oder ich weiß nicht so genau, was da wirklich passiert.....? (Irgendetwas noch ungeklärtes.... im Zusammenhang mit meinem Nähe-Thema????)

Jedenfalls erwischte ich mich dabei, wie ich 'die Fortgeschrittene' teilweise sogar etwas eifersüchtig beobachtete, weil sie in den Pausen so sehr mit einem anderen Fortgeschrittenen zusammenklebte (der allerdings ja mit seiner Freundin da war).

Ich versuchte dann auch irgendwie, innerlich mittels "Zustimmung" mit der Situation umgehen zu können.... bis ich merkte, dass ich die "Zustimmung" nur dazu verwenden wollte, meine unangenehme eigene Gefühls-Situation zu kontrollieren.
Also bewegte ich mich in Richtung einer größeren Zustimmung, die nicht nur der Situation erlaubte so zu sein wie sie war.... sondern die auch meine Gefühls-Situation erlaubte..... und mich sie einfach wahrnehmen ließ...... - Einfach Mitten-Drin, so gut wie es eben gerade ging.


Ich fand viele Übungs-Partner, mit denen ich die jeweilige Übung sehr gerne machte. Und ich wurde manchmal von Übungens-Partnern gefunden, die mir in der jeweiligen Situation nicht so sehr lagen.... Ich konnte mich auf Beides einlassen.... offen und hineinspürend....... und mit den einen Menschen mich enger einlassend..... und mit den anderen Menschen auf stimmige Weise die Übung nicht so eng machend.....

Aber auch bei den Menschen die mir lagen... mit denen ich die Übungen enger machte, oder wenn wir uns nach einer Übung eng umarmten..... auch hier merkte ich oft, dass mich enge Nähe auch innerlich stresste, so dass ich oft etwas anspannte, und mich innerlich verschließen musste..... - Und ich merkte, wie ich trotzdem wachbleiben.... und genau hinschauen konnte, genau wahrnehmen konnte was da passiert.....

Einmal gab es mehrmals sehr öffnende Einzel-Übungen (Übungen für sich alleine) - im Wechsel mit sehr intensiven Begegnungs-Übungen zu zweit.
Danach kam eine Übung, bei der ich merkte: "Die Übung ist mir jetzt zu eng. Die kann ich jetzt im Augenblick nur mit einer Person machen, die mir total sympathisch ist. - In meinem Viertel der Turnhalle konnte ich jedoch keine derartige Person ausmachen. Ich überlegte dann, an den Rand zu gehen (was ja auch mehrere andere Teilnehmer machten, wenn ihnen eine Übung zu eng war).
Aber auch hier entschied ich mich, zunächst noch dabei-zu-bleiben.... mich zunächst noch eine Weine mitten-hinein zu stellen.... auch mit meiner Ahnungslosigkeit, was ich denn jetzt machen soll. (Denn jetzt auszusteigen hätte sich für mich auch nicht gut angefühlt!)
Also blieb ich noch stehen. - Spürend. - Nichts wissend.....
Die anderen um mich herum fanden sich. Ich schaute niemanden an. Mich sprach auch niemand an.
Als ich mich dann umschaute, hatten sich die Übungspaare gefunden. Nur eine Frau stand in dem Raum mit mehr als 50 Leuten noch alleine da. In einem anderen Raum-Viertel der Turnhalle. - Ich sah sie, wusste, mit ihr hatte ich schon eine 3-er-Übung gemacht in der sie mir recht sympathisch war.... und wusste, mit ihr passt das.

Dies sind die wenigen Situationen im Leben, in denen ich dann wirklich stolz auf mich bin: Wenn ich mich einfach mitten in die Situation hineinbegeben konnte - wenn ich einfach ganz da geblieben bin..... mich ganz eingelassen habe..... und sich dann hieraus eine Lösung oder ein nächster Schritt... von innen herauf erst entstanden ist..... Passend. Wirklich stimmig.


Ein anderes Mal (das war bei diesem Festival das einzige Mal) machte ich dann aber tatsächlich nicht mit, weil ich mir diese Übung mit niemandem vorstellen konnte. Ich setzte mich hin, und sah, wie diesmal sogar meine Lieblingsfrau ('die Fortgeschrittene') übrig blieb.... und sich dann zwangsweise auch an den Rand setzte. Aber in dieser Situation war meine Entscheidung klar.
Nach dieser Übung sollte man dann mit demselben Partner noch eine andere Übung machen. Ich überlegte kurz, ob ich jetzt zu 'der Fortgeschrittenen' gehen sollte, die im anderen Ende des Raumes saß.....
Doch aus irgendeinem Grunde fühlte ich mich in diesem Augenblick wie ein Kind, das seine Mama retten will... Aus diesem Gefühl heraus wäre es für mich nicht stimmig gewesen, also ließ ich es bleiben.
Ich blieb innerlich intensiv dabei - genau nachspürend!

Dann sollte man sich für die zweite Übung einen neuen Partner suchen. Es wechselten jedoch nur ganz wenige, die anderen blieben einfach zusammen. Nun sah ich die Chance für den Wiedereinstig gekommen.
Es wechselten jedoch nur ganz wenige, die anderen wollten nach dieser intensiven Übung wohl einfach noch zusammenbleiben
Ich merkte, für mich war es jetzt stimmig, wieder einzusteigen.... und sogar zu versuchen, dies mit 'der Fortgeschrittenen' zu tun. (Das kindliche Gefühl war nicht mehr da, es hatte ihm wohl genügt, gesehen und angenommen worden zu sein.)

Mich wunderte, dass 'die Fortgeschrittene' nicht auch aufgestanden war und nicht versuchte, ebenfalls die Chance zu ergreifen..... - Ich merkte, es war jetzt ein total großen Wagnis für mich, die halbe Halle zu durchqueren... um sie zu fragen...
Sie schien sich dann jedoch zu freuen und es war schön mit ihr.....

Ich hatte übrigens erfahren, dass sie zur Zeit die Bíodanza-Ausbildung macht und sie sich überlegt, nun auch in die Mittwoch-Gruppe zu gehen. - Ich pausiere ja jetzt gerade, werde aber vielleicht im Mai dann auch wieder einsteigen.


Neulinge, von denen auch einige bei dem Festival anwesend waren, hatten wohl oft Probleme mit der vielen Nähe, welche die Fortgeschrittenen sehr offen austauschten.... Sie machten dann oft nicht bei allen Übungen mit, oder sagten in der Frage-Stunde, dass sie es schon fast als Zwang empfinden würden....
Ich zähle ja auch noch als Anfänger, aber ich sehe es auch eine große Chance, sehr liebevoll auf sich selbst zu achten.... Mir ist es zum Beispiel total wichtig, nicht einfach nur andere zu umarmen, weil es im Bíodanza zu den 'Sitten und Gebräuchen' gehört - sondern möglichst wach zu bleiben, für das war im jeweiligen Augenblick für mich stimmt.
Aber ich finde es auch total Erkenntnisreich, wenn andere mich so total offen anschauen oder umarmen..... und ich merke "Es liegt nicht an den verschlossenen anderen"! Ich bin derjenige, der hier (im Augenblick noch) innerlich dicht-machen muss....
Und ich finde es auch heilsam, von den Fortgeschrittenen so offen angesehen und behandelt zu werden.


Am Schluss war es dann noch sehr schön, die verschiedensten lieben Menschen noch intensiv zum Abschied zu drücken. - Die 'Italienerin' sah ich dann garnicht mehr in der Halle, aber nachdem sie sich in der Umkleide umgezogen hatte ging ich zu ihr, und sie drückte mich sehr fest und lange. Es gefiel mir natürlich sehr, dass andere Menschen mich während unserer intensiven Begegnung so lieb gewonnen hatten.......

Montag, 7. Januar 2013

Nähe-Session III + IV

Im Laufe der Nacht auf Sonntag war eine tiefe innerliche Öffnung dann mehr und mehr zurückgegangen. Als ich am Sonntag Vormittag wieder zu dem Kurs ging, war ich wieder relativ verschlossen und auch nicht so kontaktfreudig.

Ich verhielt mich dann auch eher zurückhaltend, sagte, ich müsse erst wieder hier ankommen..... - Im Laufe der Vormittag-Session konnte ich mich dann schon wieder etwas öffnen.


Dann wurde jedoch eine Übung angesagt, die man zu zweit machen sollte... und bei der einer quasi der Begleiter war, der den Anderen am Schluss des Prozesses mit offenen Armen und freundlichen Augen empfangen sollte.....

Ich merkte, diese intensive Erfahrung könnte ich nur mit einer Person machen, die mir sehr sympathisch ist. - Andererseits könnte ich der Person, welche mit mir die Übung macht, jedoch nicht das bieten, was man in der Begleiter-Rolle bieten sollte.... (die offenen Arme und freundlichen Augen). - Somit wollte ich auf niemanden zugehen.... denn die Person, die die Übung mit mir machen würde, hätte mit mir ja praktisch die Arschkarte gezogen.
Somit blieb ich bei der Partnerwahl passiv, .... und sagte dann schließlich, dass ich nicht mitmachen würde.

Ich suchte mir dann einen Sitzplatz, an welchem ich mich an der Wand anlehnen konnte und setzte mich auf eine Decke.

Das Ganze war für mich schon sehr schwierig... und ich musste sehr bewusst bleiben und im Hier und Jetzt in mich spüren, um nicht in ein innerliches Drama einzusteigen, um nicht in einen 'innere Film' zu gehen.

Dabei halfen mir verschiedene Dinge, die ich bei Joel oder auch aus anderen Methoden gelernt hatte.
Insbesondere fiel mir da auch ein Satz von Joel ein, der in irgendeiner Seminar-Situation mal gesagt hatte: "Wenn ich wollte, dann könnte ich jetzt in die Verletzung gehen!"
Ja, und wenn ich gewollte hätte, hätte ich jetzt sehr leicht in einen inneren Film, in ein innerliches Drama rutschen können....
Ich erinnerte mich dann auch daran, dass wir ja gerade im letzten Wochenende ausführlich über die verschiedenen Arten von Gefühlen (siehe auch meinen Beitrag "Unterscheidung in 5 Gefühls-Arten") und über das "in einen inneren Film gehen" geredet hatten.
Somit wusste ich, wie wichtig es war, bewusst zu bleiben und genau zu schauen, was JETZT im Augenblick in mir vorgeht..... in den Körper spürend.... , spürend, welche Gefühle hier im Augenblick anwesend waren...

Mir ging es da nicht schlecht in dieser Situation. Es war einfach stimmig, in diesem Augenblick diese Übung nicht mitzumachen. Ich musste nur einfach sehr aufpassen, um nicht in den alten mir sehr gut bekannten Film zu kommen, dass ich nun in der Gruppe hier ausgeschlossen bin, dass ich nun nicht mehr dazugehöre, ..... und dass ich mit meiner Verschlossenheit die anderen hier eigentlich in ihrer Offen-Sein störe.


Nach diesem für die Beteiligten recht intensiven "Tanz" (und für mich ebenfalls recht intensivem Prozess) sollte man dann seine Freude über das erlebte tanzen. Die Anderen waren teilweise recht überschwänglich.... fielen einander um den Hals.
Ein Teilnehmer kam dann zu mir, um mir die Hand zu reichen und mich wieder in die Gruppe zu holen. - Ich war mir noch unschlüssig, ging jedoch dann doch mit.


Dann kam schon wieder das Nächste:
Hier sollten sich ebenfalls jeweils wieder zwei Übungspartner zusammenfinden. Der eine sollte dem anderen, der auf dem Boden liegt, ganz sanft (wie einem kleinen Baby) über das Gesicht streicheln. - Um Schluss sollte er dann dem anderen wieder in eine sitzende Position kommen lassen.... und ihm dann mit einem freundlichen Blick empfangen.

Hier ging es mir dann wie vorher:
Es wäre für mich nicht einfach gewesen, diese Nähe anzunehmen, sie zuzulassen. - Aber umgekehrt wäre ich in jedem Fall nicht in der Lage, meinem Übungspartner diese große Offenheit zu geben.

Also wieder dasselbe Spiel: Wieder nicht mitmachen und auf einer Decke ganz zentriert mit dem Rücken an der Wand dasitzen!. - Wieder war ein größeres Maß an Aufmerksamkeit nötig.... ich konnte jedoch in Einklang mit den nun mal vorhandenen innerlichen Gegebenheiten gehen....

Dabei kamen natürlich schon wieder das Thema, nun endgültig von der Gruppe abgehängt worden zu sein.... und nicht dazuzugehören.
Ich hatte ursprünglich ja auch gedacht in die Fortgeschrittenen-Gruppe einsteigen zu können.... zumindest darauf zu drängen, dass ich dort einsteigen darf. Doch hier sah ich nun alle meine Felle davonschwimmen.....


Da diesmal Adriana ja nicht mitmachte, überlegte ich noch für einen kurzen Augenblick, ob ich sie nicht fragen könnte, ob sie die Übung nach dem Wechsel (also dem Rollentausch) mit mir machen würde.
Ich konnte mich dann aber nicht dazu entschließen... da ich befürchtete, dass ich dies dann vielleicht als zu aufdringlich empfinden würde... Und in der liegenden, empfangenden Position hätte ich das Ganze dann auch nicht so steuern können.... wie es im Notfall vielleicht nötig gewesen wäre.
(Ich wusste ja noch, wie ich in unserer K!KG-Gruppe einmal in mein Nähe-Thema hineingerutscht war - so sehr, dass meine Freundin dann hinterher zuhause meinte, ich hätte richtig traumatisiert gewirkt. An diesem Abend hatte ich mir dann an der Bettkante ganz kräftig das Schienbein aufgeschlagen, obwohl ich mich sonst eigentlich nie verletze.)
Jedenfalls fühlte es sich dann doch nicht so passend an und ich ließ es.

Ich merkte dann, dass ich das Bedürfnis hatte, meine Brille abzulegen und mir selbst mit den Händen zart über das Gesicht zu fahren. - Das war gut, und ich war in Einklang mit der Situation.


Der nächste Tanz war dann auch wieder ein "Feiern des Erlebten"!
Ich merkte, dass ich sitzen bleiben wollte, und wippte nur mit zur Musik.
Zweimal wollte mich dann jemand wieder mit hineinholen, aber ich winkte dann ab. Ich dachte dann auch: "Ihr müsst jetzt nicht meinen, dass ihr euch um mich kümmern müsst. Mit mir ist alles okay"!

Zum Abschlusskreis kam ich dann wieder dazu - und hatte auch den Eindruck, hier gut aufgenommen zu werden.

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In der Mittagspause wollte ich dann jedoch nicht mit Essen gehen, sondern in dieser Zeit für mich sein. Deshalb fuhr ich nach Hause. - Ich hatte jedoch Bescheid gesagt, dass zur Nachmittag-Session wieder komme.

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Bei diesem Kurs gab es ja keine "Rückmelderunden".
Am Anfang hatte jeder Gelegenheit gehabt, zu sagen was ihn in diesen Kurs bewegt hat - und nun nach dem Mittagessen gab es schon die Abschlussrunde. Hier sollte jeder sagen wie es ihm geht - und was er mitnimmt. (Danach sollte es dann nur noch eine abschließende, eher integrierende Tanz-Session geben.)

In dieser Abschlussrunde sollten wir dann alle noch etwas näher zusammenrücken, so dass ich mit meinen beiden Nachbarinnen praktisch auf "Tuchfühlung" war. Dies war dann auch schön, weil ich dann durch zufällige und un-zufällige Berührung auch nochmals spürte, dass ich hier wirklich noch dazugehörte.

Ich erzählte dann auch ehrlich, was bei mir los war. - Auch von meinen Ängsten, nun nicht mehr dazuzugehören.
Und ich bemerkte, dass bei diesen Worten schon auch eine Traurigkeit in mir war...

Adriana sagte, dass es im Biodanza keine Rückmeldungen gibt, sie aber noch etwas Grundsätzliches zu Biodanza sagen möchte.
Dann erzählte sie, wie wichtig die "Selbstregulierung" wäre, und dass sie es gut findet, wie genau ich nachspüre, was für mich richtig ist und wie ich auf mich achte.


In der nun folgenden Session war ich dann schon wieder (innerlich) "weicher" und offener.
Ich hatte noch viele Gelegenheiten zu schauen, wie ich das Angebot an Nähe, welches an vielen Stellen ja wirklich vorhanden war, nutzen konnte.... und wo ich dann doch sehr verspannt war.... oder mich auch den Schritt nach außen vielleicht garnicht traute....

Es war dann auf jeden Fall sehr schön!


Am Schluss überlegte ich mir dann noch, nun Adriana doch zu fragen, ob ich in den Fortgeschrittenen-Kurs kommen darf. - Ich rechnete eigentlich damit, dass sie mir erklären würde, ich wäre hierfür doch noch zu sehr verschlossen.
Stattdessen antwortete sie jedoch: "Das würde mich sehr freuen!"
Sie erklärte mir dann, dass ich mich ja sehr fortgeschritten verhalten hätte Sie meinte auch, dass ich mich sehr fortschrittlich verhalten hätte. Die Meisten hätten sich selbst, wenn sie nicht an einer Übung hätten teilnehmen können selbst sehr stark verurteilt.

Sonntag, 6. Januar 2013

Nähe-Session II

In der Pause gingen einige einen Kaffee trinken. Andere legten sich auf eine Decke oder Matratze.
Ich wollte für mich sein und wieder ganz zu mir kommen, setzte mich mit einer Decke an die Wand, blätterte in ein paar Seminarausschreibungen und ließ alles nochmals in mir nachklingen....


Im Start-Kreis gesellte sich dann die aufdringliche Frau neben mich, so dass ich sie dann an der Hand halten musste. Dies war unangenehm, weil ihre Hand irgendwie kalt und glitschig war. - Ich befürchtete schon, sie würde jetzt ständig versuchen, mit mir irgendetwas zu machen (bei zweier-Übungen hätte ich dies ja vermeiden können, bei dreier- oder vierer-Übungen ist das jedoch nicht immer möglich) aber sie blieb mir dann fern.


Am Anfang der Session (als es dann darum ging, durchs Leben zu gehen) fühlte ich mich sehr gut und stark. Ich empfand es auch als stärkend, der einen Frau gegenüber ganz klar meine Grenzen gewahrt zu haben. Es fühlte sich im Körper stark und gut an - und ich merkte, dass ich gut bei mir war.

Ich bemerkte jedoch auch, was mich sehr schnell herausbrachte und von mir wegbrachte: Dies geschah nämlich jedes Mal, wenn ich mit jemandem Blickkontakt aufnahm, insbesondere, wenn dieser nicht nur flüchtig sondern länger andauernd war.


Die Öffnung für Nähe wuchs bei mir jedoch ständig....

Dann sollte man sich jedoch für einen "nähe-vollen Tanz zu dritt" zwei Partner suchen. Da hatte ich nicht dem Mut, als dritter Mann auf zwei Frauen zuzugehen, die sich bereits gefunden hatten. (Auf jemanden zuzugehen ist ja für mich das allerschlimmste. Dies macht mir noch mehr Stress, als Nähe zuzulassen.)

So kamen wir für diese Übung als drei Männer zusammen.
Diese Übung war dann körperlich doch nicht so eng, aber irgendwie trotzdem stimmig und angenehm.

Bei der nächsten Übung zu dritt war dann mein Mut gestiegen - und ich ging dann doch auf eine Frau zu, und wir machten dass dann zu dritt.
Nachdem es in der ersten Session eher um das Feuer ging, ging es nun um den Aufstieg.
Und so war das jetzt auch die Aufstiegs-Übung, die dann doch zu einer intensiven innerlichen Öffnung führte. Wobei diese Aussage jetzt total untertrieben ist - denn es war wirklich sehr schön.


Als wir dann nach diesem Erlebnis neu durch den Raum gingen, da hat jeder jeden umarmt - und ich jetzt auch wirklich offen und innerlich frei dafür war.
Allerdings brauchte ich dann zwischendrin doch eine Pause für mich.
Irgendwann sah ich dann die aufdringliche Frau sich in meine Nähe zu bewegen. Aus diesem positiven innerlichen Gefühl heraus dachte ich daran, sie auch kurz zu umarmen. Sie was diesmal jedoch nicht so aufdringlich, und fasste mich nur an den Händen. Ich ging dann in eine kurze Umarmung. Sie bedankte sich hierfür anschließend mit einer kurzen Verneigung, wobei sie ihre Hand auf ihr Herz legte.

Hier ging ich nun sogar auf eine Frau zu, die mir eigentlich sehr gut gefiel, die mir aber immer aus dem Weg gegangen war und sogar Blickkontakt vermieden hatte.
Ich wollte ihr keine Umarmung aufdrängen, dachte jedoch, ich biete ihr eine Hand an, und wir gehen so weit, wie es für beide möglich ist.
So waren wir dann einige Zeit mit diesem Ein-Hand-Kontakt zusammen. Und ich fand es schön, dass ich so problemlos hatte auf sie zugehen können..... und dass doch nichts sein oder erzwungen werden musste... (Das ist Begegnung, wie ich finde.)


Jetzt zuhause - nachträglich - und wieder für mich alleine - findet wieder eine gewisse Verhärtung in mir statt.

Mir fällte gerade ein, dass ich ganz allgemein darauf achte, gut für mich zu sorgen.

Samstag, 1. Dezember 2012

Später wird alles besser ...

Die Hoffnung, dass später alles besser wird, hat mich von frühester Jugend an durch mein Leben begleitet.
"Ja, wenn ich erst mal mutiger bin, kommunikativer, mich besser durchsetzen kann.... dann wird sich in meinem Leben alles zum Besseren wenden" - so fing es schon damals an.

Und auch heute ist es noch so, dass ich denke, wenn ich erst einmal meine innerlichen Blockaden hinter mir gelassen habe, dann wird alles besser.

Nur ist es auch so: Ich werde auch immer älter.
Es geht nicht im ganzen Leben alles immer aufwärts.
Ich habe mal mit einem kaputten Knie, mal mit einer nur schlecht heilenden angerissenen Sehne am Daumen, und aktuell ja mit den Problemen mit meinem linken Auge zu tun.
Im Laufe der Zeit nimmt also auch der Verschleiß zu.

Ja, es geht auch zunehmend etwas abwärts.
Dies wird mir nicht nur wegen meinem Auge bewusst:
Meine Eltern sind schon sehr alt, und insbesondere mein Vater baut mehr und mehr ab.
Und die Mutter meiner Lebensgefährtin hat größere Gesundheitsprobleme und ist in einer Klinik. Während wir sie früher sehr oft in der Innenstadt getroffen haben, wurde sie in den letzten Jahren immer weniger mobil.

Es geht nicht immer nur aufwärts, im Herbst werden die Tage immer kürzer.  Sicherlich, der Herbst ist auch die Zeit der Ernte.... -  und die Erfahrung, wie man gut mit dem Leben umgehen kann nimmt im Laufe der Zeit immer mehr zu......

Aber: Immer mehr wird mir bewusst, dass ich nicht ewig alles auf später verschieben kann, sonst könnte es irgendwann zu spät sein....

Ja, es bleibt die Frage, wie ich JETZT dazu kommen kann, über innerliche Blockaden hinauszugehen...... mich frei zu fühlen - und zu leben.
Eine Frage - auf die ich jetzt (noch) keine Antworten habe.
Aber vielleicht wird das mit den Antworten ja später einmal besser    ;-)    ;-)    ;-)

Mittwoch, 3. August 2011

Hin zu mehr - hin zu weniger

Heute früh habe ich wieder Übungen aus dem bereits erwähnten Buch gemacht (wird kurz erwähnt im Beitrag Systemische Übungen).

Bei der ersten Übung war jetzt zwar weniger eine systemische Übung, jedoch eine interessante:
Man sollte man sich anschauen,
ob man ein Mensch ist, der sich eher "hin zu mehr" oder eher "hin zu weniger" bewegt. Also hin zu mehr Gesundheit, Liebe, Erfolg, Freude, ....

Ich habe hier sehr schnell bemerkt, dass ich eher sparsam mit meinem Leben umgehe und eher auf "wenig" ausgerichtet bin. - Irgendwie passt dieser Punkt auch zu meinen Ausführungen (der letzten Tage) über das "Glücklichsein".

(Zum Schluss sollte man schauen (ich sag es jetzt mal mit eigenen Worten) ob man sich von Leben mitnehmen lassen kann in Richtung "mehr", in Richtung "Fülle".)


Die zweite, ebenfalls interessante Übung war, sich die Gegensätze rechts/links, Männlich/Weiblich, Vater/Mutter, Gott/Welt usw. anzuschauen und in sich selbst zu vereinen.

Samstag, 30. Juli 2011

[Glücklichsein]


Glücklichsein ist ja nichts,
was von äußeren Umständen verändert -
oder was von anderen Menschen herbeigeführt werden könnte.

Es es etwas,
das wir uns manchmal selbst verwehren....
weil wir befürchten,
uns in glücklichem Zustand nicht mehr um uns selbst zu sorgen...
und uns nicht mehr einzusetzen
für das was uns wichtig und bedeutsam ist.


Ist von mir.



Donnerstag, 7. Juli 2011

Gehört zum Mensch-Sein

Mein letzter Beitrag enthält für mich ein wichtiges Element:

Egal was gerade mein Thema ist, welche Gefühle, welche Widerstände, welche Lebensumstände, mit was ich gerade nicht zurechtkomme, .... aber auch was besonders schön ist.....

.... All das gehört zum Mensch-Sein, ist wesentlicher Bestandteil des Lebens.....
und Hunderttausende von Menschen teilen ist mit mir.

Trotzdem muss ich natürlich meinen Umgang damit finden....
doch es ist gut zu wissen, dass es ganz grundlegend zum Leben und zum Mensch-Sein gehört.

Dienstag, 5. Juli 2011

[Trick, um glücklich zu sein]



Manche fühlen sich depressiv,
manche fühlen sich wütend oder schuldig:
wie geht man damit um?

Sie sagen: "Ich bin in guter Gesellschaft."

Da sind viele glücklich geworden bei dem einen Satz:
"Ich bin in guter Gesellschaft." So einfach ist das.


Bert Hellinger