Samstag, 25. Mai 2013

Glückliche Vereinigung

Letztes Wochenende nahmen meine Lebensgefährtin und ich bei Wilfried Nelles an dem Seminar "Familien- und Lebensaufstellungen" teil. - Ursprünglich wollten wir uns eigentlich für den "Lebens-Integrations-Prozess (LIP)" anmelden, über den wir in seinem Buch gelesen hatten. Aber da stand, dass das Aufstellungsseminar Voraussetzung ist... und so meldeten wir uns dann eben zunächst mal für das "normale" Aufstellungsseminar an.
Als das Seminar dann immer näher kam, dachte ich, im Augenblick gar kein erwähnenswertes Thema zum Aufstellen zu haben... und ich dachte, ich würde sicherlich nicht allzu viel Nutzen aus diesem Seminar ziehen. - Gut mir hatte ja sein Buch zum seelischen Erwachsenwerden sehr gut gefallen. Sicherlich könnte ich das "Erwachsen-Sein" irgendwie zum Thema machen.....


Am ersten Tag dieses dreitägigen Seminars war ich also nur als Zuschauer und als Stellvertreter in der Aufstellung einer Teilnehmerin dabei....
Mehr und mehr dachte ich, mir vielleicht doch meine Beziehung zu meiner Mutter anzuschauen, die für mich auch etwas mit meinem Nicht-Erwachsen-Sein zu tun hat.
Und als ich am Abend im Hotel dann meine Innen-Raum-Reise machte - und checkte was gerade aktuell im mir los ist, da bemerkte ich in mir auch eine Angst: Wenn ich mich mit meinem Thema melden würde, dann müsste ich mich neben ihn setzen und wäre ihm und seiner für mich ungewohnten Arbeitsweise ja dann doch irgendwie ausgeliefert.....


Am zweiten Tag da merkte ich auch die Befürchtung, dass rein zeitlich vielleicht garnicht jeder der 21 Teilnehmer würde drankommen können. - Also meldete ich mich dann am Nachmittag.
Inzwischen, so dachte ich jedenfalls, war die Angst ihm ausgeliefert zu sein mehr in die Angst vor meinem Thema übergegangen....

Er winkte mich also zu sich.
Gleich als ich neben ihm saß fragte er mich, ob ich mein Stocken auf dem Weg zu ihm bemerkt hätte.
Nein, hatte ich nicht.
Er zeigte mir dann, wie ich zu ihm gegangen war, und einen Meter vor ihm gestockt hatte.... und dann nur noch ganz langsam und vorsichtig weitergegangen war. Ich hatte das nicht bemerkt, aber auch meine Lebensgefährtin bestätigte mir dies dann später.

Er bat mich, ihm zunächst einfach nur in die Augen zu schauen. - Sein Blick war sehr offen und freundlich. Ich merkte zwar, wie ich zwar immer wieder durch ihn hindurchschaute..... gleichzeitig merkte ich auch wie ich mich deutlich beruhigte.....

Er sagte, er hätte in meinen Augen einen "großen Schrecken" gesehen.
Ich spürte nach, und merkte, wie etwas in mir froh war, endlich gesehen zu werden.
Ja, da war ein Schrecken..... eingefroren und unbemerkt.....


Es gab dann eine Aufstellung, die mit dem Schrecken zu tun hatte.... und die ziemlich brutal war. (Das war die einzige Aufstellung, in welcher dann auch einige Teilnehmer hinausgegangen waren.)
Ich war bei dieser Szene innerlich auch nicht richtig anwesend - fühlte mich von ihr garnicht so sehr berührt.
(Was da eigentlich wirklich los war, blieb in Unklaren - dennoch enthielt diese Szene sogar eine Art Befreiungsbewegung.)

- Gut, das Ganze würde wohl noch nachwirken müssen! -


Für mich war dann am Abend doch alles mehr oder weniger erklärbar... Ich dachte, dies wäre ein 'übernommener' Schrecken von meiner Mutter, die ja als Kind einiges traumatisches erlebt hatte. - Bis ich dann am nächsten Morgen eine Erinnerung an einen alten Traum hatte..... und plötzlich wieder wusste, dass es da auch einen eigenen Schrecken in mir gab.....

Wir waren in der Gruppe die ersten beiden Tage schnell vorangekommen, so dass für den dritten Tag nur noch zwei Teilnehmer übrig waren.
Ich sagte in der Einführungsrunde, dass ich gerne nochmals drankommen würde. Einer anderen Teilnehmerin ging es ebenso.

Diesmal verlief mein Weg zu ihm folgendermaßen: Aufstehen. Einen Schritt gehen. Seufzen und tief durchatmen. Um dann doch zielstrebig zu ihm zu gehen.

Es gab dann nochmals eine Aufstellung.
Während der Aufstellung zeigte sich, dann, dass die Wahrheit über das, was da wohl geschehen war, und wer daran beteiligt war, ziemlich unerheblich war.
Es zeigte sich, dass lediglich der Stellvertreter für mich wichtig war... und dass ein zweiter Stellvertreter für den innerlichen Schrecken, für das innere Kind, benötigt wurde.

Wilfried nahm als Stellvertreter für meinen Kindheits-Teil einen Teilnehmer, der im Rollstuhl saß - wohl auch deshalb, weil dieser total viel Erfahrung mit Aufstellungsarbeit hatte, und weil somit sichergestellt war, dass er ganz in das hineingehen würde, was er spüren würde - ohne zu zögern, und ohne Interpretationen.
Und das tat er auch.
Er bog sich und wälzte sich förmlich vor psychischem Schmerz (so dass man schon Angst bekommen konnte, er würde aus dem Rollstuhl fallen). - Schließlich kam mehr und mehr suchend eine Hand von ihm heraus....
Wilfried sagte zu meinem erwachsenen Stellvertreter: "Da musst du jetzt hingehen, der braucht dich jetzt!" -
Und da der Stellvertreter zögerte: "Der macht das nicht mehr lange!"

Auch in mir selbst auf meinem Stuhl hatte sich in dieser Zeit einiges getan:
Über Nacht hatte ich noch daran gedacht, wie abwesend ich doch bei meiner Aufstellung gestern gewesen war....
Und dass es zwar bei Aufstellungen nicht notwendig oder gefordert ist, jedoch - genauso wie bei den Innen-Raum-Reisen - es sicherlich sehr hilfreich wäre, wenn man auch als Zuschauer der eigenen Aufstellung total anwesend und präsent ist.

Diesmal gelang mir dies. Ich war total bewegt und mitgenommen, und es gab Phasen, wo mir total die Tränen flossen....
Aber ich konnte mehr und mehr in die Präsenz gehen, wie ich es bei Joel gelernt hatte. (Darauf bin ich sehr stolz.)

Als mein erwachsenen Stellvertreter dann so zögerte, zu dem schmerzgepeinigten Kind hinzugehen, da war ich selbst innerlich schon weiter.... und wäre sehr wohl schon bereit gewesen, da hin zu gehen.
Ich dachte dann noch, dass es außen natürlich schon leichter ist... und fragte mich, ob ich wirklich ohne zuzumachen, ohne innerlich wegzugehen in dieser Situation da wirklich würde hingehen können.....

Schließlich ging mein Stellvertreter dann hin und nahm die herausgestreckte Hand des gepeinigten Kindes - legte ihm seine andere Hand auf den Rücken.

Das Kind wurde dann nach und nach (eigentlich doch recht schnell) ruhiger.... und saß dann irgendwann sogar wieder aufrecht da während ihm mein Stellvertreter dann wieder gegenüberstand und es ansehen sollte.

Ich selbst war inzwischen sehr in meiner inneren Kraft und wollte nun selbst in meiner Aufstellung an meiner erwachsenen Position stehen.
(In Familienaufstellungen wird dies am Ende einer Aufstellung oft gemacht, dass derjenige dann an seine eigene Position in die Aufstellung geht. - Zumindest dann, wenn der Aufstellungsleiter denkt, dass derjenige die Lösung innerlich jetzt schon voll annehmen kann. - Wilfried hatte an diesem Seminar jedoch nur einmal eine Teilnehmerin persönlich hineingenommen.)

Egal - ich war jetzt sehr in meiner Kraft.
Wilfried hatte mit zu diesem Zeitpunkt den Rücken zugekehrt und beobachtete sehr genau was in der Aufstellung geschah.
Ich stand dann einfach auf, stellte mich neben ihn und sagte: "Ich würde gerne in die Aufstellung gehen!" Er meinte, "Okay, stelle dich neben deinen Stellvertreter."

Als ich dann dastand, merkte ich nach einer kurzen Weile, dass dies so nicht passte. Denn ich stand ja dem Kind nicht direkt gegenüber, und es sah ja immer noch meinen Stellvertreter an. - Wilfried schien dies ebenfalls zu bemerken.... und er sah wohl auch, dass ich der Situation voll gewachsen war. Er bat meinen Stellvertreter etwas zur Seite zu gehen, und ich nahm meine Position ein und sah das Kind an.
Dies erforderte Kraft, Präsenz und Mitgefühl gleichzeitig.... aber ich merkte, wie ich mit all dem was gerade ist und war, da stehen konnte.

Wie in Aufstellungen üblich sollte ich dann noch einige Sätze zu ihm sagen, die Wilfried mir vorgab. - An die einzelnen Wortlaute kann ich mich nicht mehr erinnern.
Bei einem Satz zögerte ich... weil er sich so anhörte, als ob ich den Kontakt wieder abbrechen sollte....
Er wiederholte den Satz dann nochmals... und ich tat meine Bedenken kund - und dass ich mit ihm auf jeden Fall irgendwie in Kontakt bleiben wollte.
Das Kind sagte dann: "Wir machen noch etwas zusammen, okay?" .... und ich sagte zu. - Dies war mir wichtig, und was aus diesem letzten Satz wurde, weiß ich nicht mehr. Ich glaube, er wurde dann abgewandelt.

Ich brauche jetzt ja wohl nicht mehr zu erwähnen, dass dieses Seminar, welches für mich eigentlich eher zweite Wahl war, genau das richtige gewesen war. - Und Wilfried ist ein Meister, der es ermöglicht, sich der eigenen Wirklichkeit tatsächlich zu stellen!

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Tage später, als ich mit meiner Lebensgefährtin und ihren Schwestern abends Essen war, bemerkte ich, wie sehr innerlich locker in nun mit den Schwestern und beispielsweise mit der Bedienung umging.

Ich weiß ja, dass längere Seminare immer zu einer Energiesteigerung führen, die dann zu vorübergehenden Veränderungen führen.... wobei die Veränderungen dann nach und nach wieder nachlassen..... - Aber es gibt dann auch jedesmal etwas, was dann auch langfristig bleibt....

An diesem Abend bei meiner Innen-Raum-Reise bemerkte ich:
     Ich bin richtig glücklich!
Soweit ich zurückdenken kann.... habe ich noch nie gesagt (oder gedacht)!, ich wäre glücklich.

Mittwoch, 24. April 2013

Nähe, Präsenz und Schritte aus dem Inneren

Ursprünglich war ich ja sehr unsicher, ob ich das Bíodanza-Festival nur einen oder doch lieber 2 Tage besuchen will. - Am Samstag-Abend war dann jedoch klar, dass ich auch noch am Sonntag den vollen Tag teilnehmen würde. (Diesmal waren wir übrigens sogar deutlich über 50 Teilnehmer. Ich schätze, 25 bis 30 dieser Teilnehmer waren auch schon am Samstag dagewesen - ansonsten gab es auch viele neue Gesichter.)


Ich muss noch etwas vom Samstag nachschieben:
Am Anfang und am Ende einer Session stehen ja immer alle im Kreis, halten sich an den Händen, und tanzen dann gemeinsam im Gegen-Uhrzeigersinn. Dabei schaut man seine Gegenüber oft nacheinander an..... nimmt Blickkontakt auf......
Hier in diesem großen Kreis in dieser riesigen Turnhalle kann man die Augen der gegenüberstehenden Teilnehmer natürlich nicht sehen. Aus diesem Grund haben Teilnehmer dann den Kreis sehr schnell so eingedellt, dass man praktisch direkt an der Person vorbeimaschiert, die einem eigentlich im Kreis direkt gegenüberstehen. (Der Kreis war also nicht einmal mehr annähernd rund - oft hatte er die Form eines eingedrückten Herzens.)
Man bewegt sich also zu Musik, schaut sich an, lächelt sich an, freut sich.... und die Fortgeschrittenen fingen dann sogar an, ihren Gegenübern, wenn sie diese gut kannten, im Vorbeigehen Küsschen zu geben.

Am Samstag hatte es mich schon recht irritiert, als eine Italienerin (sie sprach überhaupt kein  Deutsch - ich hatte sie in meinem Beitrag gestern nicht erwähnt), mit der ich eine enge und intensive Übung gemacht hatte (es hatte sehr gepasst, so von der Sympathie her), mir im vorbeiziehen einen Kuss gab.
Und auch die Frau, die ich im letzten Beitrag als 'die Fortgeschrittene' bezeichnet hatte, gab mir zum Abschied einen Kuss.... den ich aus überraschter Irritation jedoch auch nicht erwiderte.

Heute nun war das anders. Als es sich zufällig ergab, dass 'die Fortgeschrittene' an mir vorbeizog, schaute wir uns einige Augenblicke an. Ihr Blick war freundlich und sehr offen... und unsere Gesichter kamen einander immer näher.... Da wir uns beide im Rhythmus bewegten war es garnicht so einfach zu zielen.... aber irgendwie wurde mehr und mehr klar, dass es im vorbeiziehen einen Kuss geben würde. - Und auch den Kuss von der 'italienischen Teilnehmerin' erwiderte ich diesmal.


Innerlich war ich an diesem Tag vor allem auf 'die Fortgeschrittene' fixiert.
Auf die 'italienische Teilnehmerin' dagegen nicht so sehr, obwohl auch sie attraktiv und die Begegnungen mit ihr intensiv und irgendwie sogar erotisch war.
Aber sie war irgendwie doch nicht so sehr mein Typ......? Oder ich weiß nicht so genau, was da wirklich passiert.....? (Irgendetwas noch ungeklärtes.... im Zusammenhang mit meinem Nähe-Thema????)

Jedenfalls erwischte ich mich dabei, wie ich 'die Fortgeschrittene' teilweise sogar etwas eifersüchtig beobachtete, weil sie in den Pausen so sehr mit einem anderen Fortgeschrittenen zusammenklebte (der allerdings ja mit seiner Freundin da war).

Ich versuchte dann auch irgendwie, innerlich mittels "Zustimmung" mit der Situation umgehen zu können.... bis ich merkte, dass ich die "Zustimmung" nur dazu verwenden wollte, meine unangenehme eigene Gefühls-Situation zu kontrollieren.
Also bewegte ich mich in Richtung einer größeren Zustimmung, die nicht nur der Situation erlaubte so zu sein wie sie war.... sondern die auch meine Gefühls-Situation erlaubte..... und mich sie einfach wahrnehmen ließ...... - Einfach Mitten-Drin, so gut wie es eben gerade ging.


Ich fand viele Übungs-Partner, mit denen ich die jeweilige Übung sehr gerne machte. Und ich wurde manchmal von Übungens-Partnern gefunden, die mir in der jeweiligen Situation nicht so sehr lagen.... Ich konnte mich auf Beides einlassen.... offen und hineinspürend....... und mit den einen Menschen mich enger einlassend..... und mit den anderen Menschen auf stimmige Weise die Übung nicht so eng machend.....

Aber auch bei den Menschen die mir lagen... mit denen ich die Übungen enger machte, oder wenn wir uns nach einer Übung eng umarmten..... auch hier merkte ich oft, dass mich enge Nähe auch innerlich stresste, so dass ich oft etwas anspannte, und mich innerlich verschließen musste..... - Und ich merkte, wie ich trotzdem wachbleiben.... und genau hinschauen konnte, genau wahrnehmen konnte was da passiert.....

Einmal gab es mehrmals sehr öffnende Einzel-Übungen (Übungen für sich alleine) - im Wechsel mit sehr intensiven Begegnungs-Übungen zu zweit.
Danach kam eine Übung, bei der ich merkte: "Die Übung ist mir jetzt zu eng. Die kann ich jetzt im Augenblick nur mit einer Person machen, die mir total sympathisch ist. - In meinem Viertel der Turnhalle konnte ich jedoch keine derartige Person ausmachen. Ich überlegte dann, an den Rand zu gehen (was ja auch mehrere andere Teilnehmer machten, wenn ihnen eine Übung zu eng war).
Aber auch hier entschied ich mich, zunächst noch dabei-zu-bleiben.... mich zunächst noch eine Weine mitten-hinein zu stellen.... auch mit meiner Ahnungslosigkeit, was ich denn jetzt machen soll. (Denn jetzt auszusteigen hätte sich für mich auch nicht gut angefühlt!)
Also blieb ich noch stehen. - Spürend. - Nichts wissend.....
Die anderen um mich herum fanden sich. Ich schaute niemanden an. Mich sprach auch niemand an.
Als ich mich dann umschaute, hatten sich die Übungspaare gefunden. Nur eine Frau stand in dem Raum mit mehr als 50 Leuten noch alleine da. In einem anderen Raum-Viertel der Turnhalle. - Ich sah sie, wusste, mit ihr hatte ich schon eine 3-er-Übung gemacht in der sie mir recht sympathisch war.... und wusste, mit ihr passt das.

Dies sind die wenigen Situationen im Leben, in denen ich dann wirklich stolz auf mich bin: Wenn ich mich einfach mitten in die Situation hineinbegeben konnte - wenn ich einfach ganz da geblieben bin..... mich ganz eingelassen habe..... und sich dann hieraus eine Lösung oder ein nächster Schritt... von innen herauf erst entstanden ist..... Passend. Wirklich stimmig.


Ein anderes Mal (das war bei diesem Festival das einzige Mal) machte ich dann aber tatsächlich nicht mit, weil ich mir diese Übung mit niemandem vorstellen konnte. Ich setzte mich hin, und sah, wie diesmal sogar meine Lieblingsfrau ('die Fortgeschrittene') übrig blieb.... und sich dann zwangsweise auch an den Rand setzte. Aber in dieser Situation war meine Entscheidung klar.
Nach dieser Übung sollte man dann mit demselben Partner noch eine andere Übung machen. Ich überlegte kurz, ob ich jetzt zu 'der Fortgeschrittenen' gehen sollte, die im anderen Ende des Raumes saß.....
Doch aus irgendeinem Grunde fühlte ich mich in diesem Augenblick wie ein Kind, das seine Mama retten will... Aus diesem Gefühl heraus wäre es für mich nicht stimmig gewesen, also ließ ich es bleiben.
Ich blieb innerlich intensiv dabei - genau nachspürend!

Dann sollte man sich für die zweite Übung einen neuen Partner suchen. Es wechselten jedoch nur ganz wenige, die anderen blieben einfach zusammen. Nun sah ich die Chance für den Wiedereinstig gekommen.
Es wechselten jedoch nur ganz wenige, die anderen wollten nach dieser intensiven Übung wohl einfach noch zusammenbleiben
Ich merkte, für mich war es jetzt stimmig, wieder einzusteigen.... und sogar zu versuchen, dies mit 'der Fortgeschrittenen' zu tun. (Das kindliche Gefühl war nicht mehr da, es hatte ihm wohl genügt, gesehen und angenommen worden zu sein.)

Mich wunderte, dass 'die Fortgeschrittene' nicht auch aufgestanden war und nicht versuchte, ebenfalls die Chance zu ergreifen..... - Ich merkte, es war jetzt ein total großen Wagnis für mich, die halbe Halle zu durchqueren... um sie zu fragen...
Sie schien sich dann jedoch zu freuen und es war schön mit ihr.....

Ich hatte übrigens erfahren, dass sie zur Zeit die Bíodanza-Ausbildung macht und sie sich überlegt, nun auch in die Mittwoch-Gruppe zu gehen. - Ich pausiere ja jetzt gerade, werde aber vielleicht im Mai dann auch wieder einsteigen.


Neulinge, von denen auch einige bei dem Festival anwesend waren, hatten wohl oft Probleme mit der vielen Nähe, welche die Fortgeschrittenen sehr offen austauschten.... Sie machten dann oft nicht bei allen Übungen mit, oder sagten in der Frage-Stunde, dass sie es schon fast als Zwang empfinden würden....
Ich zähle ja auch noch als Anfänger, aber ich sehe es auch eine große Chance, sehr liebevoll auf sich selbst zu achten.... Mir ist es zum Beispiel total wichtig, nicht einfach nur andere zu umarmen, weil es im Bíodanza zu den 'Sitten und Gebräuchen' gehört - sondern möglichst wach zu bleiben, für das war im jeweiligen Augenblick für mich stimmt.
Aber ich finde es auch total Erkenntnisreich, wenn andere mich so total offen anschauen oder umarmen..... und ich merke "Es liegt nicht an den verschlossenen anderen"! Ich bin derjenige, der hier (im Augenblick noch) innerlich dicht-machen muss....
Und ich finde es auch heilsam, von den Fortgeschrittenen so offen angesehen und behandelt zu werden.


Am Schluss war es dann noch sehr schön, die verschiedensten lieben Menschen noch intensiv zum Abschied zu drücken. - Die 'Italienerin' sah ich dann garnicht mehr in der Halle, aber nachdem sie sich in der Umkleide umgezogen hatte ging ich zu ihr, und sie drückte mich sehr fest und lange. Es gefiel mir natürlich sehr, dass andere Menschen mich während unserer intensiven Begegnung so lieb gewonnen hatten.......

Dienstag, 5. Februar 2013

Die Mutter anschauen!

Nachdem wir in unserem Ausbildungs-Block im November den Vater angeschaut hatten, war diesmal die Mutter dran.

Jedenfalls ging es darum, die Mutter einfach nur anzuschauen (wohl etwa eine viertel Stunde lang?) - ohne dabei etwas zu tun.
Wir sollten also 3-er-Gruppen bilden. Ein Gruppenmitglied war derjenige, der jeweils die Mutter ansehen sollte, ein anderes Gruppenmitglied stand für die Mutter und ein drittes für den Vater. - Jeder kam mal dran, und es wurde immer durchgewechselt.

Wir waren in unserer Gruppe zwei Männer und eine Frau.
Zuerst war der andere Mann dran, die andere Teilnehmerin stand für seine Mutter, während ich für sein Vater stand.
Dann war die Teilnehmerin dran, ich stand für ihre Mutter, der andere Teilnehmer für ihren Vater. - Dabei merkte ich, dass ich, trotz allem was hier geschah, und was wohl zwischen ihr und ihrem Mutter zu stehen scheint, in mir stets Liebe zu ihr da war...... und ich auf Sie und verschiedene aus ihrem Leben sehr stolz war....

Dann war ich dran.
Wie gesagt, hatte ich mir diese Übung ja auch gewünscht, jedoch war ich an diesem Nachmittag garnicht dazu aufgelegt gewesen, diese intensive Übung zu machen.
Ich wählte nun also die Teilnehmerin zur Stellvertreterin für meine Mutter, der andere Teilnehmer war somit Stellvertreter für meinen Vater.

Ganz am Anfang empfand ich mich eine kurze Zeit ganz gut mit ihr in Kontakt. - Dann riss der Kontakt ab.
Mein Blick wanderte immer wieder links von ihr auf den Boden..... und immer wenn ich dann doch versuchte, mit ihr Blickkontakt aufzunehmen, schien ihr Blick weg-zuwandern, oder sie war in ihrem Blick nicht wirklich anwesend!

Da ein Blick auf den Boden beim Familienstellen ja immer etwas mit Verstorbenen zu tun hat, kam mir dann auch der Gedanke an ihren früh verstorbenen (im Krieg gefallenen) Vater.
Überhaupt hatte ich den Eindruck, auch zwischen ihr und mir würden Tode liegen, welche den Weg zueinander versperren.

Auch zum Vater war kein Kontakt möglich. - Am Anfang war er mit seinem Blick ganz starr ganz woanders. Später wirkte er sehr streng, so dass ich Angst davor hatte, er würde mir eine scheuern.

Ich fühlte mich sehr isoliert..... und ganz alleine auf der Welt.....
und mein Blick blieb immer mehr links von ihr auf dem Boden liegen......

Dann erinnerte ich mich daran, dass Joel ja gesagt hatte, wir sollten bei dieser Übung 'Ganz-Da-Bleiben'..... und nicht in irgendwelche 'alten innerlichen Filme' einsteigen. - Ich hatte den Eindruck, als ob ich zumindest am Rande eines 'alten Film' war.....

Die Aufgabe war jedoch "Die Mutter anzuschauen"!
Also nahm ich wieder Blickkontakt mit ihr auf..... bereit, sie mit all ihrem schweren Schicksal und mit all ihrer Unfähigkeit zu sehen....
Ich wich dann dem Blick nicht mehr aus. In mir war ein "ich schaue dich jetzt an" und ein "ich bin jetzt bereit, dich mit allem zu sehen!".
In mir bildete sich dann der Satz "Ich nehme dich jetzt wie du bist!"

Nachdem ich angefangen hatte, sie anzuschauen verschränkte sie ihre Arme vor ihrer Brust.... doch dies konnte den ganzen Vorgang nicht verhindern, da ich bereit war, sie auch damit zu sehen und zu nehmen.

Ich blickte dann auch den Vater an und sagte innerlich "Auch dich nehme ich wie du bist!"

Hinterher sollten wir uns dann über das Erlebte austauschen.
Als die Stellvertreterin meiner Mutter dann sagte, sie hätte überhaupt nichts gefühlt, da übermannte mich dann doch eine tiefe Traurigkeit - ja ich war fast irgendwie ge­schockt. (Ich hatte irgendwie doch gehofft, dass irgendwo im Hintergrund bei ihr doch Liebe vorhanden ist  - so wie ich es ja auch gefühlt hatte, als ich Stellvertreter der Mutter der anderen Teilnehmerin gewesen war.)

Sie erzählte dann auch, dass es für sie überhaupt nicht möglich gewesen war, mit mir in Kontakt zu gehen oder für mich da zu sein..... und sie sie dafür irgendwie auch geschämt hätte.....  - Dann meinte sie, dass im Hintergrund wohl doch so etwas wie Liebe dagewesen wäre, doch dies wollte ich dann nicht mehr glauben oder annehmen......

Während der Übung war ja ein gewaltiger Schritt passiert, der bisher noch in keiner Systemischen Übung und in keiner Familienaufstellung möglich gewesen war. (Ja, für mich hat sich in den letzten Wochen mehrmals gezeigt, wie wichtig die Fähigkeit ist, 'Ganz-Da' zu bleiben und eben nicht 'in alte Filme' zu gehen. Da bin ich sehr dankbar dafür, dass wir dies in diesem Training gelernt haben.) 

Doch das Hinterher (beim Austausch über das Erlebte) war dann schon so etwas wie ein Schock für mich gewesen.... und ich hatte die Befürchtung, dadurch wäre mir der 'große Schritt' nun auch irgendwie wieder verloren gegangen.

Aber Joel meinte, dass dieser Erfahrung nicht mehr rückgängig zu machen wäre, und die Erinnerung daran immer wieder auftauchen würde. -  Und als positiven und heilsamen Schritt ist mir das Ganze nun im Nachhinein auch tatsächlich in Erinnerung geblieben.....

Freitag, 18. Januar 2013

Thema 'Nähe' geht weiter

Ich darf ja jetzt an der fortgeschrittenen fortlaufenden Biodanza-Gruppe teilnehmen. Diese Woche war das erste Mal.
Und bei diesem ersten Termin war gleichzeitig Gelegenheit, in die Gruppe reinzuschnuppern.

Leider war es (für mich) unerwarteter Weise nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte:
Es waren nämlich mehr Männer als Frauen anwesend. Teilweise lag das im Wetter, aber es lag auch daran, dass ein paar Frauen für diese 10 Abende pausieren wollten.... Und es lag daran, dass nun außer mir noch 2 neue Männer in den Kurs reinschnupperten.  (Wir waren diesmal 7 Männer und (einschließlich Kursleiterin) 5 Frauen).

Ich merkte, dass mir das zunächst nicht so gefiel.... doch dann war für mich klar: "Das ist mein Kurs! Ich möchte die positiven Erfahrungen fortsetzen, die meinen Körper und all seine Zellen einzeln öffneten....."

Auch diesmal hatte ich wieder eine Erfahrung mit dem "unvoreingenommenen Blick", ähnlich wie ich es auch bereits unter "Phönix-Nähe (Session I)" beschrieb:
Ja, da war eine Teilnehmerin welche ich noch nicht kannte, und welche ich hier jetzt der Einfachheit halber Y. nennen möchte. Diese Y. sah mich im Anfangskreis (und danach auch immer wieder) sehr freundlich, lächelnd, offen und völlig unvoreingenommen an - ähnlich wie mich auch unsere Kursleiterin immer ansieht..
Ich halte das ja garnicht lange aus, und schaue dann wieder weg.

Ich selbst blicke in solchen Situationen wahrscheinlich eher angespannt, verschlossen - ja vielleicht sogar unfreundlich drein..... einfach aus einem innerlichen Stress heraus, der bei derartigem Kontakt in mir entsteht.
In solchen Situationen finde ich es dann total wohltuend, wenn mein Gegenüber dann nicht ebenfalls zumacht... und unfreundlich oder vielleicht sogar ablehnend drein schaut - sondern wenn mein Gegenüber mich weiterhin offen und "unvoreingenommen" (ich kann das einfach nicht anderns nennen, dieser Begriff trifft es für mich total) zu mir blickt.

Die Blicke treffen sich ja immer mehrmals. Entweder schaue ich, nachdem ich dem Blickkontakt ausgewichen bin dann doch nochmals hin. Oder die Blicke treffen sich später nochmals. - Jedenfalls hatte das mit dem Blickkontakt eine total öffnende Wirkung auf mich, ich fühle mich dadurch so wie ich bin (also auch mit meinem Nähe-Thema) total willkommen.


Mit etwas Verspätung kam dann eine Teilnehmerin, welche ich schon kannte. Sie war an dem Wochenend-Kurs dabei, und ich kannte sie vorher schon aus dem ersten Anfängerkurs, welcher dann nach dem ersten Termin mangels Teilnehmer ausfiel. (Ich nenne sie jetzt der Einfachheit halber mal Z.)
Diese Z. kam aufgrund starker Schneefälle zu spät. Sie begrüßte ganz freudvoll eine andere Teilnehmerin, welche sie seit 10 Jahren nicht mehr gesehen hatte. - Dann umarmte sie noch ein paar andere Teilnehmer, die dort dann in ihrer Nähe standen.

Ich stand ganz auf der anderen Seite des Raum, aber war dann unsicher, ob ich auch hingehen und sie umarmen sollte..... und ich war irgendwie auch unsicher, weil sie nicht 'freiwillig' zu mir kam, obwohl wir doch am Wochenendkurs viel miteinander gemacht hatten.

Diese Unsicherheit, und ein komisches Gefühl ihr gegenüber, war dann den ganzen Kurs über bei mir da. (Sie ist übrigens eine wirklich 'flotte' Frau, während die anderen in dem Kurs schon eher älter als ich wirken.)


Ähnlich wie bei dem Wochenend-Kurs gab es an diesem Abend sehr viele Tänze (ich nenne das glaube ich lieber "Übungen"), welche etwas mit Begegnung oder Nähe zu tun hatten. Aber diesmal gab es auch ausdrücklich die Ansage, zu schauen, wann (und mit wem) man sich wie viel einlassen will und kann - und wann (und mit wem) eher weniger.

Ich merkte das, wenn jemand wirklich offen auf mich zuging, ich auch innerlich in die Offenheit gehen konnte.... und dann tatsächlich schauen konnte, wieviel jeweils maximal für mich möglich war. (Dies gilt sowohl für Begegnungen mit Frauen, als auch für Begegnungen mit Männern, wobei ich mich bei den Frauen schon enger auf Kontakte eingelassen habe.)


Mit Y. hatte ich einen sehr schönen Tanz. Es war ein sehr feines ausloten, was jetzt gerade geht - und was nicht geht, auf welche Art der Andere jetzt tanzen will, und auf welche nicht.....
Mir war es da sehr wichtig, dass meine Signale beachtet wurden.... und als ich merkte, dass es so war, da konnte ich mich auch wirklich sehr schön auf den Kontakt einlassen.
Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie nun zu wenig in den gemeinsamen Tanz einbringt.... Ich wollte, das es etwas ist, das von uns beiden gemeinsam gestaltet und für beide in Ordnung ist.... Doch dann kam doch wieder was von ihr, und ich empfand es dann doch wieder als etwas sehr gemeinsames.

Viele Tänze später kamen wir dann nochmals zusammen. - Es war nach einigen "Übungen" bei denen man dann nochmals sehr tief in offenen Kontakt mit sich selbst gekommen ist.
Ich sah, wie andere teilweise eng-umschlungen tanzten.
Wieder war es dann so ein Versuchen meinerseits, ein ausprobieren, was jetzt stimmig ist und was nicht:
Jedenfalls merkte ich dann, dass es passte immer näher und näher an sie heranzugehen.... bis wir schließlich auch eng umschlungen tanzten.Dies war nicht mein 'Plan' gewesen. Es hatte sich einfach aus der Situation heraus so entwickelt.
Ich fand es sehr schön, weil ich, nach allem was da vorher war, sehr offen dabei-sein konnte!
(Nach dem Tanz bedankte sie sich dann bei mir - und ich bedankte mich auch.)


Insgesamt kann ich sagen, dass manchmal, wenn es viele Nähe-Übungen bzw. Gelegenheiten hintereinander gab, mir das schon fast zuviel wurde. Es war oft so an der Grenze..... und es war dann gleichzeitig doch noch ein Ausprobieren, ob ich trotzdem noch offen bleiben..... und mich nochmals für den Anderen öffnen kann.....


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Irgendwie bin ich sehr dankbar, einen Weg gefunden zu haben, der..... ja......  hoffentlich sogar mein großes Nähe-Trauma heilen kann.

Ich schrieb ja immer wieder darüber, und auch darüber, dass bei mir seeehr vieles mit dem übereinstimmt, was Bert Hellinger die "Unterbrochene Hinbewegung" nennt.  (Hier mein eher theoretischer Beitrag zur Unterbrochenen Hinbewegung).

Ich hatte jedoch bisher viiieeel zu große innerliche Widerstände dagegen, wirklich durch all diese Gefühle hindurchzugehen....

Joel sagte mir auch, dass ich auch im täglichen Leben daran arbeiten kann, indem ich beobachte, wann ich wieder flüchten will.... und mich dann immer wieder zu entscheide, noch ein bisschen mehr zu bleiben....... um zu schauen, was dann passiert....

Hier scheint es nun eine gute Möglichkeit zu geben, mit diesem 'Bleiben' zu experimentieren,
und gleichzeitig scheint es hier den idealen Nährboden sogar für noch eine andere Art von Heilung zu geben! -   Hoffe ich!

Sonntag, 6. Januar 2013

Nähe-Session II

In der Pause gingen einige einen Kaffee trinken. Andere legten sich auf eine Decke oder Matratze.
Ich wollte für mich sein und wieder ganz zu mir kommen, setzte mich mit einer Decke an die Wand, blätterte in ein paar Seminarausschreibungen und ließ alles nochmals in mir nachklingen....


Im Start-Kreis gesellte sich dann die aufdringliche Frau neben mich, so dass ich sie dann an der Hand halten musste. Dies war unangenehm, weil ihre Hand irgendwie kalt und glitschig war. - Ich befürchtete schon, sie würde jetzt ständig versuchen, mit mir irgendetwas zu machen (bei zweier-Übungen hätte ich dies ja vermeiden können, bei dreier- oder vierer-Übungen ist das jedoch nicht immer möglich) aber sie blieb mir dann fern.


Am Anfang der Session (als es dann darum ging, durchs Leben zu gehen) fühlte ich mich sehr gut und stark. Ich empfand es auch als stärkend, der einen Frau gegenüber ganz klar meine Grenzen gewahrt zu haben. Es fühlte sich im Körper stark und gut an - und ich merkte, dass ich gut bei mir war.

Ich bemerkte jedoch auch, was mich sehr schnell herausbrachte und von mir wegbrachte: Dies geschah nämlich jedes Mal, wenn ich mit jemandem Blickkontakt aufnahm, insbesondere, wenn dieser nicht nur flüchtig sondern länger andauernd war.


Die Öffnung für Nähe wuchs bei mir jedoch ständig....

Dann sollte man sich jedoch für einen "nähe-vollen Tanz zu dritt" zwei Partner suchen. Da hatte ich nicht dem Mut, als dritter Mann auf zwei Frauen zuzugehen, die sich bereits gefunden hatten. (Auf jemanden zuzugehen ist ja für mich das allerschlimmste. Dies macht mir noch mehr Stress, als Nähe zuzulassen.)

So kamen wir für diese Übung als drei Männer zusammen.
Diese Übung war dann körperlich doch nicht so eng, aber irgendwie trotzdem stimmig und angenehm.

Bei der nächsten Übung zu dritt war dann mein Mut gestiegen - und ich ging dann doch auf eine Frau zu, und wir machten dass dann zu dritt.
Nachdem es in der ersten Session eher um das Feuer ging, ging es nun um den Aufstieg.
Und so war das jetzt auch die Aufstiegs-Übung, die dann doch zu einer intensiven innerlichen Öffnung führte. Wobei diese Aussage jetzt total untertrieben ist - denn es war wirklich sehr schön.


Als wir dann nach diesem Erlebnis neu durch den Raum gingen, da hat jeder jeden umarmt - und ich jetzt auch wirklich offen und innerlich frei dafür war.
Allerdings brauchte ich dann zwischendrin doch eine Pause für mich.
Irgendwann sah ich dann die aufdringliche Frau sich in meine Nähe zu bewegen. Aus diesem positiven innerlichen Gefühl heraus dachte ich daran, sie auch kurz zu umarmen. Sie was diesmal jedoch nicht so aufdringlich, und fasste mich nur an den Händen. Ich ging dann in eine kurze Umarmung. Sie bedankte sich hierfür anschließend mit einer kurzen Verneigung, wobei sie ihre Hand auf ihr Herz legte.

Hier ging ich nun sogar auf eine Frau zu, die mir eigentlich sehr gut gefiel, die mir aber immer aus dem Weg gegangen war und sogar Blickkontakt vermieden hatte.
Ich wollte ihr keine Umarmung aufdrängen, dachte jedoch, ich biete ihr eine Hand an, und wir gehen so weit, wie es für beide möglich ist.
So waren wir dann einige Zeit mit diesem Ein-Hand-Kontakt zusammen. Und ich fand es schön, dass ich so problemlos hatte auf sie zugehen können..... und dass doch nichts sein oder erzwungen werden musste... (Das ist Begegnung, wie ich finde.)


Jetzt zuhause - nachträglich - und wieder für mich alleine - findet wieder eine gewisse Verhärtung in mir statt.

Mir fällte gerade ein, dass ich ganz allgemein darauf achte, gut für mich zu sorgen.

Freitag, 5. Oktober 2012

Blickwinkel auf die Eltern

Wodurch wollen wir eigentlich geprägt sein?
Durch das,
was der Vater in seiner Verstrickung getan hat,
oder durch das, was er in seinem
Herzen gerne getan hätte?
Aus Hunter Beaumont's Buch
- "Auf die Seele schauen" -
(ich werde es noch vorstellen).

Samstag, 9. Juni 2012

Über das 'Tao der Zustimmung' hinaus

(.... oder meine erste tiefe Begegnung mit Demut.)

Ich möchte hier die Reihe "Mein Weg zum 'Tao der Zustimmung'" fortsetzen, mit etwas, das für mich eigentlich schon über 'das Tao der Zustimmung' hinausführt.

Vorspiel:
Mitte 2009 machte ich mein zweites Seminar bei Joel, welches den Titel "Ganz da sein" hatte.
In diesem Seminar waren zwei Teilnehmer, welche gerade bei Bert Hellinger die Ausbildung im Familienstellen machten. Sie redeten sehr positiv über Bert Hellinger, sahen in ihm einen sehr liebevollen Menschen, sagten, wenn man ihm in die Augen blickt, würde man die ganze Weite des Universums sehen können.

Derartige Aussagen deckten sich nicht mit meiner Meinung.
Ich war in den 90er Jahren bereits auf das Thema Hellinger gestoßen. Ein körperorientierter Psychotherapeut, bei dem ich damals manchmal Workshops machte, arbeitete auch mit dem Familienstellen - und ließ manchmal auch etwas von Hellinger in die rein körperorientierten Seminare mit einfließen. Damals war ich tief berührt, als bei einigen Teilnehmern, das Thema "Die unterdrückte Liebe zu den Eltern wieder fließen lassen" berührt wurde.
Gleichzeitig hatte ich da ziemliche Widerstände dagegen. Da kam es mir gerade recht, als ich in der Presse las, dass eine Frau sich unmittelbar nach einem Seminar bei Hellinger umgebracht hatte. Das was ich damals in der "Focus" las, ließ keinen anderen Schluss zu, als dass Hellinger schon sehr unsensibel mit dieser Frau umgegangen war. Somit  war das Thema damals für mich erledigt gewesen, obwohl ich den körperorientierten Psychotherapeuten als sehr respektvollen und einfühlsamen Therapeuten kannte und schätzte.

Aber nun holte mich das Thema durch die beiden Teilnehmer wieder ein. Die beiden sprachen auch von einem "neuen geistigen Familienstellen", bei welchem sich die Stellvertreter bewegen (d.h. sich vom Feld führen lassen) dürfen, bei welchem das Aufstellen als Prozess angesehen wird und bei welchem oft auch nur Teilaspekte des Problems aufgestellt werden.
(Wer sich für die Unterscheide zwischen klassischen und neuen Familien-Aufstellungsformen interessiert, der sei auf einen Text von Thomas Gehrmann verwiesen. Auch Wilfried Nelles, der den neuesten Entwicklungen von Hellinger eher kritisch gegenübersteht, bringt in seinem Artikel Klassisches Familienstellen, Bewegungen der Seele, Bewegungen des Geistes - Wohin bewegt sich die Aufstellungsarbeit? (PDF-Datei) eine interessante Gegenüberstellung.)

Auch Joel, der ja Familienaufsteller ist, redete in diesem Seminar öfters über das Familienstellen. (Eine Familienaufstellung machten wir in diesem Seminar zwar nicht, jedoch eine Organisations­aufstellung, da eine Teilnehmerin Probleme mit ihrer Institution und ihren Kollegen hatte.)

Joel berichtete jedoch über eine Aufstellung, die er mal mit einer deutschen Frau machte, die mit einem Indianer verheiratet war. Die beiden lebten zunächst in den USA, waren dann jedoch nach Deutschland gezogen, weil sie sich hier für ihre Kinder eine bessere Schulbildung erhofften. - Ihr Mann, der Indianer, hatte jedoch kaum deutsch gelernt und hatte Schwierigkeiten damit, hier in Deutschland eine Arbeit zu finden.
Als die Aufstellung nicht so richtig vorankam,  sagte Joel der Teilnehmerin, er würde nun noch einen Stellvertreter für Amerika mit hinzustellen. Er wählte dann jemanden aus, und stellte ihn in die Aufstellung hinein, ohne jedoch für diesen Stellvertreter oder die anderen Beteiligten offen zu legen, für wen dieser Stellvertreter stand.
Der Indianer warf sich in diesem Augenblick auf den Boden und kroch wie ein 'Verdurstender in der Wüste' auf diesen neuen Stellvertreter zu......
Seine Frau was hiervon sehr beeindruckt. Sie sagte, sie würde nie wieder von ihrem Mann verlangen, dass er Deutsch lernen müsse.....

Später erzählte Joel dann von Vertriebenen..... und dass diese auf ähnliche Weise schwer entwurzelt im Leben stehen würden.....
Da machte ich bei mir irgendwie klick: Meine Eltern sind Donauschwaben, das sind Deutsche, die am untersten Ende von Österreich-Ungarn lebten, auf einem Gebiet, das nach dem ersten Weltkrieg zwischen Ungarn, Jugoslawien und Rumänien aufgeteilt wurde. Meine Eltern waren mit ihren Familien nach dem zweiten Weltkrieg auf Jugoslawischem Boden viele Jahre in Arbeitslagern, Internierungslagern und sogar Vernichtungslagern - bis sie dann 1955 froh waren, das Land verlassen zu dürfen.
Sie fühlten sich ihrem früheren Lebensraum jedoch weiterhin sehr verbunden - und wenn sie von ihrer früheren Heimat redeten immer das Wort "Daheim".
Ich und meine Geschwister reagierten hierauf immer sehr genervt - sagten, wir wären doch hier zuhause.

Doch irgendwie war mir durch die Geschichte mit dem Indianer klar geworden, dass das "Daheim" (und das heftige Schicksal) meiner Eltern wohl irgendwie ganz tief in unserer Familienseele verankert sein muss......

Hauptteil:
Später machten wir dann eine Übung zu dritt. Jeder sollte sich zwei Probleme, zwei Lebensthemen aussuchen, die er sich etwas näher anschauen will. Ich wählte mir "meine berufliche Unzufriedenheit" und "das 'Daheim' meiner Eltern". Jeder der beiden Übungspartner sollte nun eines dieser Lebensthemen repräsentieren.
Dem einen Teilnehmer, den ich ganz gut leiden mochte, ordnete ich das Thema Beruf zu, dem anderen Teilnehmer, der mir nicht so sympathisch war, das Thema Heimat.
Dann sollte der erste mir meinen rechten Arm auf den Rücken drehen. So weit, bis es anfing zu schmerzen und ich "stopp" sagte. Dies klappte auch ganz gut. Der "Unsympathische", drehte mir dann den linken Arm auf meinen Rücken. Er schien mein Stopp nicht zu hören und drehte noch weiter, bis ich lauter "Stopp" sagte. Auf dem linken Arm war nun ziemlich viel schmerzhafter Druck.
Nun sollten wir uns die Themen ansehen, zu ihnen "Ja-Sagen", in PrEssenz gehen.... alles anwenden, was wir gelernt hatten, und schauen ob sich etwas verändert.
Die beiden "Haltenden" sollten nur dann etwas verändern, wenn sie innerlich wirklich einen tiefen Impuls dazu spürten. Sie sollten jedoch nicht einfach locker-lassen, um zu helfen. (Es ging auch garnicht darum, unbedingt herauszukommen, sondern sich tiefer auf seine Themen einzulassen.)

Ich schaute mir, in der gebückten Haltung, zunächst mein berufliches Thema an und konnte hier wohl auch etwas in ein "Ja" kommen. Dann wollte ich das Thema "Heimat" anschauen, aber das ging nicht, dann ich war von diesem Thema so eingezwängt, dass ich mich keinen Millimeter in diese Richtung bewegen konnte.

Da spürte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine tiefe Demut.
Hier waren Kräfte am Werke, welche mich, mein Leben, mein Schicksal tief beeinflussten - die weitaus größer sind als ich selbst, und denen ich als Mensch einfach nur ausgeliefert bin.

In dieser Demut kam mir dann die Idee: "Vielleicht erlaubt das Leben mir ja wenigstens, dass ich aufrecht stehen darf".
Ich machte dann eine sehr langsame, aber ununterbrochene Bewegung - ohne Widerstand, und aus dieser Demut heraus... und es war dann tatsächlich möglich, in den aufrechten Stand zu kommen.
Mein linker Arm was jedoch weiterhin so stark verdreht wie vorher!

Ich schaute nochmals akzeptierend das berufliche Thema an. Sein Stellvertreter ließ nach und nach immer mehr los. Das Thema "Heimat" konnte ich weiterhin nicht anschauen, es stand hinter mir in einem toten Winkel und hatte meinen linken Arm weiterhin voll im Griff.
Schließlich ließ der Teilnehmer, der für das berufliche Thema stand, ganz los.
Er schaute mich irgendwie.... ich würde sagen 'sehnsüchtig' an - und hatte dann schließlich Tränen in den Augen.
Beim Thema "Heimat" rührte sich bis zum Ende der Übung nichts....

Beim Austausch wollte der Teilnehmer, der für den Beruf stand nicht sagen, was da in ihm vorgegangen war. Er meinte, ich solle es einfach auf mich wirken lassen.....
Mir war klar, wie wichtig es jetzt war, das nicht zu zerreden! Allerdings hätte ich, ein paar Wochen später, dann doch gerne gewusst, was er da wahrgenommen hatte. (Leider verlief der Kontakt zu ihm im Sande. Wie hatten sogar vereinbart, uns vielleicht mal zu treffen, doch dann landete seine Email wohl bei mir im Spam-Ordner und ich hatte sie wohl dann gelöscht..... und auf den zweiten Versuch wollte es dann auch nicht mehr klappen.........

Nachspiel:
Nach dem Seminar suchten wir dann, ob irgendjemand hier vor Ort das "neue geistige Familienstellen" anbietet. Die einzige Aufstellerin, die hier bei uns im Wohnort war und bei der wirklich klar aus dem Text hervorging, dass es sich um das neue Familienstellen handelt, war allerdings noch eine Anfängerin, bei welcher dann auch nach mehreren Versuchen keine richtigen Schnupperabende zustande kamen.....

Schließlich entschied ich mich dann, die weiten Wege in Kauf zu nehmen und bei Joel in die K!KG-Gruppe zu gehen, in welcher neben den Aufstellungen die 'Innen-Raum-Reisen' und vor allem die K!KG-Übungen einen großen Raum einnehmen.
Obwohl Joel ja auch Ausbilder am Hellinger-Institut ist, macht er aus meiner Sicht vieles anders, als es auf den DVDs von Hellinger zu sehen ist.

Um mir praktisch zusätzlich noch Hellinger und "Die Bewegungen des Geistes" ins Boot zu holen, habe ich dann noch einiges von Hellingers Büchern gelesen. (Immer wieder hatten die Bücher für mich etwas so tiefgehendes, dass ich mich beim und nach dem Lesen richtig tief zentriert fühlte.)

Für mich kam durch Joel, durch Hellinger - und vor allem durch meine oben beschriebene Erfahrung etwas Demütiges in mein "Tao der Zustimmung" mit dazu.
Demut vor etwas, was großer ist. - Vielleicht kann man es manchmal auch einfach nur Schicksal nennen. (Siehe in diesem Zusammenhang auch meinen Blog-Beitrag "Die Stufen der Zustimmung II".)

Nachtrag:
Das Schicksal meiner Eltern tauchte dann später auch in meinen drei Familienaufstellungen auf.
Ohne das ich nachgefragt hatte erzählte mir mein Vater in den Monaten zwischen der zweiten und der dritten Aufstellungen erstmals ausführlich von den Nachkriegs-Erlebnissen seiner Familie.

Montag, 2. April 2012

Im Einklang fließen....

Letztes Wochenende nahm ich an dem Shinui-Einführungs-Wochenende teil.
Es hat mir sehr gut getan, und ich möchte nun regelmäßig wöchentlich weitermachen.

Gerade das Programm vom Sonntag hatte sehr mit Zentrierung zu tun - ein Thema bei dem ich schon lange nach einer passenden Methode suche.
Außerdem hat Shinui sehr viel mit Kontakt und Nähe zu tun - ein großes Lebensthema von mir. Und auch hier wollte ich schon nach einem Weg suchen, mich stärker praktisch mit diesem Thema beschäftigen zu können....
Und letztendlich verbindet es beides, was für mich natürlich ideal ist.

Und ich fand das Ganze durch das gemeinsame Wirken von innen heraus sehr heilsam!

Super angenehm finde ich, dass man beim Shinui zusammen mit dem Übungspartner immer wieder in einen Fluss kommt, in welchem die gemeinsamen Bewegungen von innen heraus ganz von selbst geschehen....
So etwas liebe ich!
Ähnliches erlebe ich sonst nur bei Familienaufstellungen, wo man, wenn man sich als Stellvertreter zur Verfügung stellt, ebenfalls von etwas "Größerem" bewegt wird - oder wenn ich erlebe, die Joel in unseren K!KG-Gruppen andere Menschen begleitet.... wo dann ebenfalls die Entwicklungsschritte wie von selbst entstehen....

Ja, eigentlich geht es sowohl im Shinui wie auch bei der K!KG-Arbeit um das Begleiten. Bei der erstgenannten Methode durch Unterstützung des Anderen beim Tanz, bei der zweitgenannten Methode, indem man als Begleiter (Coach, Elternteil, Krankenpfleger, Altenpflegerin, Lehrer, Kindergärtnerin, Vorgesetzte) dem Anderen einen Raum öffnet, in dem Veränderung geschieht....

Freitag, 30. März 2012

Shinui & meine Arten des Seins

Zentrierung ist weiterhin ein wichtiges Thema für mich.

Aus diesem Grund habe ich fast Wochen an einem Schnupper-Abend "Shinui Martial Dance" teilgenommen.
Im Ausschreibungstext stand sehr viel über Zentrierung und über "Bei-Sich-Bleiben" - auch in zwischenmenschlichen Begegnungen.

Shinui ist einstanden aus "Tai-Chi", "Aikido", der "Feldenkrais-Methode" und der "Contact-Improvisation". Es ist wie ein Tanz, jedoch ohne Musik, und wohl auch sehr komplex (jedenfalls muss man, wenn man in die regelmäßige Abendgruppe möchte, vorher noch an einem Einführungs-Wochenende teilnehmen.)

Zunächst machten wir eine Übung, bei der sich jeder mit dem ganzen Körper und ganz von innen heraus bewegen sollte.
Die folgende Übung war dann dasselbe, jedoch mit Unterstützung eines Partners. Einer sollte sich also, wie bei der ersten Übung von innen heraus bewegen. Der Andere sollte ich völlig unaufdringlich durch seine eigenen Bewegungen begleiten.

Dabei war auch Thema, wie man einerseits den anderen begleiten - andererseits dabei jedoch bei sich bleiben kann.

Die erste Übung machte ich mit meiner Lebensgefährtin, weil ich sehr neugierig war, ob und wie wir speziell als Paar für den anderen da-sein und doch bei uns selbst bleiben können.
Ich merkte, wie ich am Anfang sehr bei ihr war, spürend, was ihr jetzt gut-tun könnte. Dann entschied ich mich, dies loszulassen und mich einfach von "etwas Größerem" bewegen zu lassen (wie bei einer Familienaufstellung). - So war es für mich angenehm..... und auch für sie, wie der nachfolgende Austausch zwischen uns beiden dann zeigte.....

Als mir anschließend in der Gruppe darüber sprachen, merkte ich, dass mir eigentlich doch etwas gefehlt hatte: Ich war während der Übung nur sehr wenig präsent gewesen. Damit meine ich, ich hatte nicht wahrgenommen, was in mir (körperlich, emotional,....) und um mich herum vorgeht, sondern ich war einfach nur abwesend gewesen. 
So bewegte (und bewege) ich mich zwischen der Faszination, die Kontrolle einfach abzugeben, mich führen zu lassen und in diesem angenehmen Gefühl zu schwimmen - und der Frage, wie ich in meinem Leben mehr in die bewusste Präsens  kommen kann!
Passt beides zusammen? Schließt es sich gegenseitig aus?


Die nächste Übung machte ich mit einer anderen Kursteilnehmerin. Wir sollten im Wesentlichen dasselbe wie bei der letzten Übung machen, jedoch hatte der Begleiter diesmal mehr Handlungsmöglichkeiten.
Diesmal gelang es mir nicht, alles so frei fließen zu lassen. Ich war wesentlich mehr kontrolliert..... Ich dachte auch immer, ich müsse kontrollieren, wo und wie ich diese Frau berühre.....  um ihr nicht vielleicht aus Versehen an die Hüfte oder den Po zu fassen. (Der Co-Leiter, der die Übungen auch mit machte war da wesentlich freier.)


Umgekehrt war es für mich beides mal als ich "begleitet" wurde sehr angenehm.
Ich hatte den Eindruck, die Bewegungen die tief in mir sind, konnten sich erst dadurch so richtig entfalten, weil jemand sich auf mich und meine Bewegungen einstellte.

Ja, ich fand es irgendwie schon fast Heilsam....... hatte den Eindruck, dass, wenn man sich automatischen unwillkürlichen Bewegungen überlässt, ganz unbewusst und automatisch eine Art Heilung geschieht.
Habe den Eindruck, durch die unaufdringliche Begleitung konnten erst Sachen entstehen, die für mich alleine nie passiert wären.


Dieses Wochenende werde ich an einem ausführlicheren Shinui-Einführungskurs teilnehmen.
Meine Lebensgefährtin wird diesmal nicht dabeisein..... und für mich wird es auch wieder eine Herausforderung sein, mit Nähe und Distanz zu balancieren......