Samstag, 6. April 2013

Etwas Besonderes sein

Mit dem Thema "Etwas Besonderes sein" kam ich die letzten Wochen mehrmals und auf verschiedene Art und Weise in Berührung.

Die erste Begegnung war vor ein paar Wochen beim Lesen des Buches "Umarme dein Leben" von Wilfried Nelles. Dabei wurde dieses Thema dort nur einmal, und nur kurz erwähnt.

Wilfried Nelles beschrieb, dass Menschen manchmal, wenn sie mit ihren Eltern verstrickt sind, etwas für diese tragen, oder der Liebling eines Elternteils waren, nicht wirklich den Wunsch haben erwachsen zu werden.
Diese Menschen fühlen sich (heimlich) größer als ihre Eltern.... und fühlen sich somit als etwas Besonderes....
Wenn sie bereit wären erwachsen zu sein, dann müssten sie diese Grandiosität und Besonderheit aufgeben müssten.... und ganz normale Menschen werden.

Ich merkte, wie mich diese Text-Stelle ansprach, weil ich mich durch die Verstrickung mit meiner Mutter wohl auch irgendwie als etwas Besonderes definier(t)e.


Dieses Thema spuckte dann weiterhin in mir herum.
Mir wurde bewusst, dass mein Besonders-Sein ja nicht nur auf der von Nelles beschriebenen systemischen Verstrickung beruhte.

Sondern meine Mutter hatte ja stets von mir erwartet hatte, dass ich etwas Besonderes bin, sei es im Kindergarten, bei meinen Leistungen in der Schule..... und überhaupt im Umgang mit anderen Menschen....
Und ich merkte, wie ich ja auch heute Besonderes von mir verlange..... - erwarte, dass ich mit meinem Leben, mit meinen Gefühlen, mit sozialen Situationen besonders umgehen kann!

Dies war dann auch Thema bei meinen Innen-Reisen.
Ich konnte mir das Besonders-Sein-Wollen mehr und mehr anschauen..... und mehr und mehr auch die Erlaubnis entwickeln, "ein ganz normaler Mann" mit "ganz normalen Gefühlen, Wünschen und Schwierigkeiten" zu sein!!!


Gestern fand ich das Thema 'Besonders-Sein' noch in einem weiteren Buch: "Die Kraft der Präsenz" von Richard Moss.
Er schreibt, dass es zwei Arten von 'Besonders-Seins' gibt und unser Ego uns immer in die eine oder andere Art des 'Besonders-Seins' bewegen will:
  1. Die erste Art des 'Besonders-Seins' ist, sich als Grandios und Überlegen zu sehen.
  2. Die Alternative ist, sich als weniger wert, besonders unfähig,
    aber auch als besonders schwach, besonders hilflos, besonders verletzlich, besonders bedürftig, zu sehen - und von der Welt zu erwarten, aus diesem Grund auch besonders behandelt zu werden.
Oft wechseln wir, so Richard Moss, zwischen diesen beiden Arten des Besonders-Sein hin und her.....


Nachtrag:
Meiner Ansicht nach ist es ja nicht falsch, etwas Besonderes sein zu wollen.
Es macht nur sehr unfrei, diesem Besonders-Sein ständig hinterherlaufen zu müssen,
ist manchmal recht anstrengend,
und schränkt dabei ein, dem Leben und anderen Menschen unmittelbar zu begegnen.


P.S.: Ich kann die beiden genannten Bücher sehr empfehlen!
(Wenn ich mal dazu komme, werde ich sie auch noch ausführlicher vorstellen.)

Sonntag, 30. Dezember 2012

Nächste Schritte

Auch während ich bei meinen Eltern war habe ich ja intensiv mit meinem Projekt "Persönliche Weiterentwicklung" bzw. "Zustimmung und Veränderung 2013" weitergemacht.

Zum lesen (und in mir bewegen) hatte ich das neue Buch von Eva-Maria Zurhorst und Wolfram Zurhorst ("Liebe dich selbst und entdecke, was dich stark macht") dabei, welches ich auch jetzt zuhause noch intensiv nutze.
(Dieses Buch habe ich bereits hier kurz beschrieben. - Weil der Titel so lang ist, werde ich es in Zukunft einfach nur noch kurz das "... was dich stark macht-Buch" nennen. Alle meine Beiträge, welche sich auf dieses Buch beziehen erhalten das Label  "... was dich stark macht-Buch")

Während dieser Zeit, und jetzt danach, mach(t)e ich außerdem regelmäßig Innen-Reisen, größtenteils mit Hilfe der CD zu diesem Buch.

Ich habe den Eindruck, dass es derzeit sehr nutzbringend ist, mich so tief mit mir selbst zu beschäftigen.

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Sehr beeindruckend waren auch meine Erlebnisse während der Innen-Raum-Reise "Blockaden in Ressourcen umzuwandeln":
Hier lernte ich einen Teil in mir kennen, welcher sich "Offenheit", "Weite" und "Begegnung" will, ..... Abenteuer, und eine neue Richtung im Leben.
Und ich lernte ein Teil kennen, welches mit allen Mitteln verhindern will, dass ich in eine Situation kommen könnte, mit der in nicht umgehen kann. (Auch eine sehr große Angst, ich könnte irgendwie die Kontrolle verlieren.)
Daher ist dieses Teil sehr stark für "Festhalten" und "Bewahren". - Eine Stärke dieser Seite in mir ist, auch unangenehme Situationen sehr lange aushalten zu können.
Ein Kompromiss, falls man überhaupt davon sprechen kann war, dass mich dieser Teil voranschreiten lässt, und er mir hilft...... falls ich in eine unangenehme Situation komme, diese auszuhalten und durchzustehen.

Montag, 13. August 2012

Erwartungen weit übertroffen

Am Samstag fuhr ich  zum  1. K!KG-Tag  nach Frankfurt. Meine Lebensgefährtin begleitete mich, was mich sehr gefreut hat. - Wir müssten  ich an diesem Tag schon um 05:00 Uhr das Haus verlassen. Wieder zu hause waren wir dann so etwa um 23:10 Uhr.

Aber der Aufwand hat sich voll und ganz gelohnt, denn der Tag hat in jeder Hinsicht meine Erwartungen mehr als übertroffen!


Das Tagungshotel liegt relativ zentral in Frankfurt, so dass die Straßenbahnfahrt nur 10 Minuten dauerte.....

Als wir ankamen traf sah ich gleich eine Gruppe von Leuten aus meiner alten Gruppe stehen. Ich habe mich sehr gefreut, nun verschiedene mir sehr lieb gewordene Menschen nach nun 8 Monaten in diesem Rahmen wiederzusehen. Insgesamt war etwa die Hälfte dieser Gruppe anwesend.
(Wir waren ja die erste Gruppe überhaupt, die eine richtige Ausbildung zum K!KG-Trainer bzw. Begleiter durchlaufen hatten. Ich selbst war damals Quereinsteiger und hole derzeit mein letztes Ausbildungsjahr in einer anderen Gruppe nach.)

Dann sah ich, dass verschiedene Teilnehmer meiner neuen Gruppe draußen in Innenhof platz genommen hatten. Auch hier war im Laufe des Tages etwas die Hälfte der Gruppe anwesend. Ich bin dann nach draußen, und habe auch sie begrüßt.

Insgesamt wirkte der Innenhof  sehr gemütlich, aber auch die Räume waren sehr ansprechend.
Neben dem großen liebevoll dekorierten Raum, in welchem die Erlebnis-Vorträge mit den Übungen stattfanden, gab es noch den Marktplatz, mit verschiedenen Flyern, Kurs-Ausschreibungen, .... Es gab auch  einen  kostenloses 36-seitigen Skript, welches, aufbauend auf den Einführungsvortrag die Zugänge zur PrEssenz anhand von ausführlichen Texten und Übungsbeschreibungen erläuterte.
An der Kasse wurden die Essensmarken verkauft, außerdem gab es hier die erste offizielle CD mit zwei von Joels Innen-Raum-Reisen  (Die Meditation "Ganz da sein", welche ich schon kannte, und außerdem "Eine Ahnung bekommen" in welcher es um die Begegnung mit den Ahnen geht).
Außerdem wurde hier eine professionell aufgenommene DVD von Joels Erlebnisvortrag  "Wachstumsräume öffnen" aus dem Jahr 2004 verkauft. (Ich werde über CD und DVD zu einem späteren Zeitpunkt nochmals etwas schreiben.)


Um 10:00 Uhr ging es dann los:
Insgesamt waren meiner Einschätzung nach etwa 70 Teilnehmer anwesend, wovon ich höchstens ein Drittel (aus meinen Gruppen und aus den Aufstell-Seminaren) kannte.
Soweit ich in Gesprächen herausfinden konnte waren mindestens 6 Neulinge da, die noch keinerlei Erfahrung mit dieser Methode hatten (meist waren es wohl Partner oder Freunde anderer Teilnehmer).

Zunächst begrüßte Joel Weser die Teilnehmer. Danach ging Jürgen Brilmayer, der ja von Anfang an dabeigewesen war kurz (für meine Begriffe zu kurz) auf die Entwicklung der K!KG-Arbeit ein.
Und danach erläuterte Joel seine Methode dann gleich anhand zweier Übungen, welche wir dann alle machten. Es ging darum, wie die eigene innere Haltung, die Begegnung mit anderen Menschen öffnen oder verschließen kann, und wie man mit "sich innerlich lösen" mit stressigen Situationen, mit Situationen, welche und so richtig  packen  umgehen kann.

Mir gefiel sehr gut, wie Joel auf die Fragen der Teilnehmer einging und diese in seine Einführung total integrierte.....
Durch die Übungen, aber auch einfach aufgrund der Resonanz-Wirkung von Joels innerer Haltung,  kam dann sehr schnell diese typische K!KG-Stimmung auf - die Weite, das "in-sich-nieder­gelassen-sein" - all das, was ich so sehr liebe, und von welcher ich mich so sehr anstecken lasse....
Das Ganze hatte sehr schnell eine Tiefe, wie ich sie nur von unseren Ausbildungsgruppen kenne. 

Wir sind ja extra so früh am Morgen losgefahren, um eben gerade Joel in der Einführungsveran­staltung zu erleben. - Mich interessierte auch sehr, wie er neuen Teilnehmern seine Methode nahe bringt, einfach so als Anregung für mich, der ich ja auch mal auf meine Art und Weise K!KG unter die Menschen bringen will.


Von 11:45 bis etwa 13:00 Uhr ging es um das Thema, wie K!KG im sozialen Bereich angewandt werden kann. Diesen Block teilten sich Jürgen und Werner, einer der ersten K!KG-Trainer aus meiner 'alten' Gruppe.
 
Werner betreut ehemalige Psychiatrie-Patienten und Menschen mit psychischen Schwierigkeiten, hilft ihnen mit alltäglichen Dingen des Lebens zurechtzukommen aber arbeitet auch mit ihnen an ihren psychischen Problemen. Ich fand es sehr interessant zu hören, wie ein ehemaliger Ausbildungs-'Kollege' von mir diese Methode in der Praxis anwendet, wie er verschiedene Dinge sieht, wie seine praktischen Erfahrungen sind.
Werner erzählte, wie ihm die innerliche K!KG-Haltung bei seiner Arbeit hilft, und wie er die Körper-Übungen in seine Arbeit integriert. - Das einzige was ich mir noch gewünscht hätte ist, dass er zur Auflockerung seiner Ausführungen dann auch eine dieser Übungen praktisch angeleitet hätte.

Das praktische Üben wurde dann von Jürgen nachgeholt, der außerdem darüber referierte, wie er K!KG bei der Arbeit mit "schwierigen" Kindern und Jugendlichen anwendet, die er im Auftrag von Schulbehörde oder Jugendamt betreut.


Für 7,50 Euro konnten wir dann ein richtig gutes Mittagessen bekommen,
und ich konnte beim gemeinsamen Essen erfahren, wie es Anderen aus der alten Gruppe inzwischen ergangen war....


Ab 14:30 Uhr ging es dann weiter zum Thema "Einsatz der K!KG-Arbeit im schulischen Bereich".
Zunächst startete Jörg Köhler, ebenfalls ein ehemaliger Ausbildungs-'Kollege' von mir. Jörg hat neben der K!KG-Ausbildung unter Anderem verschiedene Ausbildungen als Anti-Aggressivitätstrainer. Er berichtete uns aus seinem Alltag an der Hauptschule, jedoch auch von seinem Einsatz als Anti-Aggressivitätstrainer in der Justizvollzugsanstalt.
Auch Jörg stellte uns seine Lieblings-K!KG-Übungen vor, welche er oft bei aggressiven Jugendlichen anwendet, um ihnen zu zeigen, wie man auch auf andere Art und Weise mit vermeintlichen Angriffen umgehen kann.

Denn zweiten Teil dieses Themas wurde von Stephan Dröscher gestaltet. Stephan ist Lehrer in der Erwachsenenbildung und gibt K!KG-PrEssens-Seminare speziell auf die Bedürfnisse der Lehrer zugeschnitten. Stephan war ebenfalls Teilnehmer der ersten K!KG-Ausbildung, ist jedoch schon ein sehr alter Hase, der auch früher schon jahrelang an  K!KG-Jahresgruppen teilgenommen hatte. - Irgendwie merkte man ihm das auch an, in der Art und Weise, wie er über die K!KG-Arbeit in seinem Bereich referierte, und wie er die Übungen mit uns anleitete.


Da Jörg und Stephan kräftig überzogen hatten, ging es dann erst um 16:10 Uhr mit dem Thema "K!KG für Führungskräfte" weiter. Uwe (ich hoffe der Name stimmt), ein langjähriger Teilnehmer der speziellen K!KG-Fortbildung für Führungskräfte, berichtete uns, wie er K!KG mit seiner Tätigkeit als Unternehmensberater verbindet.

Anschießend übernahm Joel dann wieder, und leitete dann noch eine geführte Innen-Raum-Reise an.


Insgesamt fand ich es sehr interessant, wie die verschiedenen Referenten K!KG auf ihre ganz persönliche Art und Weise anwenden, und wie jeder dabei seine ureigenen Schwerpunkte hat und sieht.
Joel legte uns dann auch nochmals nahe, diese Methode wirklich auf unsere jeweils eigene Art anzuwenden - anders würde es sowieso nicht funktionieren -  und er ließ uns frei, diese Arbeit dann K!KG zu nennen, oder ihr auch einen anderen, eigenen Namen zu geben.


So gegen 18:25 Uhr war den offiziell Schluss, da wir jedoch den nächsten Zug sowieso nicht mehr erwischt hätten, ließen wir und dann noch jede Menge Zeit, um noch zu ratschen und uns in Ruhe zu verabschieden.

Mir hat der gesamte K!KG-Tag sehr gefallen und bin dort auch recht schnell in ein sehr positives Gefühl gekommen, welches ich sonst kaum kenne.....
Ich habe an diesem Tag wesentlich mehr mitbekommen, als ich erwartet hatte.


Auch meiner Lebensgefährtin hatte der Tag sehr gefallen. (Sie kannte Joel ja schon von K!KG-Seminaren und vom Familienstellen.) - Für ihr Empfinden waren es jedoch insgesamt schon zu viel Körperübungen, aber auch von meinem Empfinden her hätte man zum Schluss auch noch ein oder zwei Übungen weglassen können. (Bei richtigen Seminaren lässt man sich für die einzelnen Übungen etwas mehr Zeit - und tauscht sich hinterher etwas ausführlicher über das Erlebte aus. Dies hat dann am Nachmittag doch etwas gefehlt.)

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Viel los - im Ausbildungsblock

Die Tage in meiner Ausbildungsgruppe waren wieder sehr schön, tiefgehend und erfahrungsreich.

Erstaunlich ist immer, wie ansteckend Offenheit, Zustimmung und Weite sein kann:
Ich hatte auch diesmal wieder Gelegenheit, 1,5 Tage neben Joel, unserem Ausbildungsleiter, zu sitzen.
Sehr oft, wenn ein Teilnehmer etwas sagt, dann spürt er in sich kurz nach..... und dann geht er sosehr in die Weite und Zustimmung, dass dies..... und eine von ihm ausgehende Weichheit.... wirklich körperlich spürbar ist und ansteckend wirkt. Es ist wirklich sehr angenehm, neben ihm zu sitzen.

In diesem Ausbildungs-Block fielen wieder viele Sätze, die für mich total ansprechend waren.... und ein paar neue Gesichtspunkte, die mir helfen, noch besser im Alltag in die Selbst-Akzeptanz und Zustimmung zu kommen......

In einer Innen-Raum-Reise gingen wir diesmal besonders auf den Aspekt der Atmung ein. Ich werde mal schauen, wie ich hier mein Selbst-Begleite-Repertoire damit erweitern kann.

Interessant war, als ich mit einer Teilnehmerin eine Übung machte, bei der ich sie mit der Berührung einer Hand führen sollte, während sie die Augen geschlossen hat. - Ich sah dann, dass sie Tränen in den Augen hatte, und fing gleich an, darüber nachzudenken, was ich da jetzt tun sollte. Ich merkte richtig, wie meine Aufmerksamkeit bei ihr war, wie ich mich um sie kümmern wollte, wie ich mir überlegte, wie ich sie jetzt führen sollte, damit es angenehm für sie ist. - Schließlich stoppte ich diese Überlegungen dann und beschloss, mit meiner Aufmerksamkeit zu mir zu gehen und mich selbst führen zu lassen, wie bei einer Aufstellung. Nun lief alles wie von selbst.

Später bei ihrer Rückmeldung erfuhr ich dann, dass zu den verschiedenen Zeitpunkten während des Führens genau das Richtige getan hatte, obwohl ich zum Zeitpunkt des Führens garnicht wusste, warum ich das tat, was ich gerade tat.


Diesmal nutzte ich die Gelegenheit, mich in einer kleinen Übungsgruppe in einer kleinen Aufstellung mit meiner körperlichen Blockade auseinander zu setzen. (Doch dies lagere ich vielleicht besser in einen zweiten Beitrag aus.)