Montag, 11. November 2013

Feuertaufe!!!

Am Sonntag Nachmittag fand das erste von mir geleitete Seminar statt.

Ich hatte mich entschieden, das Ganze ohne Absicherung und doppelten Boden laufen zu lassen. Das heißt, ich hatte keinen "Kollegen" aus meiner Ausbildungsgruppe als beobachtender Unterstützer oder gar Co-Leiter eingeladen. (Einige in meiner Ausbildungsgruppe hatten das Anfangs so gemacht. Aber die Entfernung zwischen mir und dem Wohnort meiner nächsten Ausbildungskollegen ist mehr mehr als 300 km. Außerdem wollte ich, dass ich dies wirklich alleine, ohne das Eingreifen anderer, nur auf mich gestellt durchziehen.)

Es kamen 8 Teilnehmerinnen.
Ja, komischerweise hatten sich nur Frauen angemeldet. (Dabei bin ich ja gewohnt, dass mind. die Hälfte des Kurses aus Männern besteht. Aber es lag wohl an dem von mir gewählten Thema des Seminars.)
Eine der Teilnehmerinnen war meine Lebensgefährtin - alle anderen kannte ich noch nicht.

Nach dem Seminar klaffte die Zufriedenheit über das, was in diesen drei Stunden gelaufen war doch ziemlich auseinander:
Auf der einen Seite das, was die Teilnehmerinnen am Schluss als Rückmeldung gaben -
und das, was ja während der drei Stunden ganz objektiv an Entwicklung zu beobachten war!
Auf der anderen Seite doch etwas Unzufriedenheit bei mir....

Ich hatte mir ja gewünscht, diesen Einführungs- und Erfahrungsnachmittag aus einer inneren Haltung von "bei-mir-sein", "Sammlung", "Zustimmung", "Weite" und des "Eingebunden-Seins" leiten zu können.
Leider war ich dann zu sehr im Stress, um wirklich voll und gut bei mir zu sein.
Als ich die einführende Rede hielt, habe ich, wie meine Lebensgefährtin hinterher meinte, richtig gezittert...

Die Vorstellungsrunde habe ich dann für mein Empfinden sehr gut gestaltet.
Ich wollte, dass die Teilnehmer kurz ein aktuelles Lebensthema benennen können, welches vielleicht gerade einer Zustimmung bedarf. Allerdings wollte ich lange Gespräche vermeiden, da es mir ja um die direkte Erfahrung mit der Zustimmung ging.
Hierfür hatte ich mir ein kleines Ritual einfallen lassen, durch welches die Themen willkommen wurden, ohne dass zu ausführlich darüber geredet werden müsste.
Natürlich durfte man sein Thema auch für sich behalten. Die sagte ich dann gleich, als ich zwei leicht entsetzte Augen sah....
Zwei Teilnehmerinnen sagten, sie wären aus Neugierde hier.
Ich bat sie dann, trotzdem das Ritual zu machen, und eben die Neugierde zu nehmen. Somit gehörte auch die Neugierde und das "sein-Thema-nicht-benennen-wollen" mit dazu, zu uns und dem ganzen Gruppenverlauf...

Ich hatte, so habe ich es gelernt, zwei Aufgaben:
Zum einen leitete ich äußerliche Körperübungen an. Diese vermittelten (körperlich erfahrbar) den Unterschied zwischen innerlichem Widerstand, Ablehnung und Nein einerseits
sowie "Loslassen" und "Zustimmung" andererseits.
Gleichzeitig ist es meine Aufgabe einen Raum von Offenheit, Weite und Zustimmung zu öffnen.... der ganz wie von selbst dazu führt, dass auch die Teilnehmer zustimmend mit ihren Themen umgehen können....

Und anscheinend hatte ich, obwohl ich ja nicht wie gewünscht bei mir sein konnte, doch genügend von diesem Raum für die Anderen öffnen können....

Ich hatte mich ja selbst sehr offen eingebracht... auch mit meiner Unsicherheit....
und die Teilnehmerinnen hatten sich dann auch recht schnell sehr tief und persönlich eingebracht... auch Dinge die man normalerweise niemandem erzählt.
Das lag natürlich nicht nur an dem von mir gestalteten Raum, sondern auch daran, dass hier auch einfach Menschen mit der nötigen Offenheit zusammengekommen waren!!!

Während ich für den ersten Teil des Nachmittags die Übungen schon relativ fix in meinem Konzept vorbereitet hatte, hatte ich mir für den zweiten Teil mehrere alternative Zweige vorbereitet.
Anscheinend war ich, obwohl ich nicht wirklich in dem gewünschten innerlichen Zustand geschwommen war, doch noch so offen und weit, dass ich dann für die zweite Hälfte genau das Richtige ausgewählt hatte.


Da ich am Anfang des Seminars eher Theoretisches über das Zustimmen erzählte, gab es auch Rückfragen, Einwände...
 Je mehr wir dann jedoch geübt hatten und umso mehr direkte Erfahrung jede Teilnehmerin gemacht hatte, umso weniger wurden dann die theoretischen Einwände....

Ich war oft sehr erstaunt, wie weitgehend die Erfahrungen waren, welche die Teilnehmerinnen in den Übungen gemachten. Oft war dann bei einer Übung schon etwas deutlich geworden, was ich eigentlich erst in der nächsten oder übernächsten Übung zum Thema machen wollte!!!


Während ich im ersten Teil anfangs noch oft zu den Übungspaaren hingegangen bin, um vielleicht etwas zu zeigen oder zu korrigieren, hatte ich dies zunehmend bleiben lassen.
Ich hatte den Eindruck, am Anfang waren die ganz froh darüber, doch dann wollten sie das garnicht mehr so.
Somit stand ich dann oft am Rand, habe das Ganze auf mich wirken lassen, war zwar immer noch nicht so präsent wie ich mir das vorgestellt hatte.... aber doch irgendwie von meiner Aufmerksamkeit und meiner innerlichen Ausrichtung sehr offen und weit.

Die Teilnehmerinnen tauschen sich nach den Übungen immer noch sehr ausführlich mit ihrer Übungspartnerin aus... und wünschten dann auch ihre Erfahrungen nochmals in der gesamten Gruppe sagen zu dürfen.
Ich bestädigte manchmal irgendetwas, oder sagte etwas dazu, aber ich merkte mehr und mehr, dass ich da eigentlich nichts tun musste. Sie hatten die für sie wichtigen Erkenntnisse ganz von selbst.

Natürlich gab's auch da manchmal Unsicherheiten bei mir - wenn sie sich nach dem Üben gar so lange zu zweit austauschten. Ich war manchmal unsicher, ob sie noch über die Übung redeten, oder, weil sie von mir keine Ansage bekamen, dann über irgendetwas ganz anderes sprachen. - Mir wurde dann aber bestätigt, dass nur über das Thema geredet wurde.... und so wartete ich.... immer wieder ein bisschen hinspürend.... bis die Signale auftauchten, wieder in die Gesamtrunde zu gehen.

Zum Schluss war dann die Mehrheit der Teilnehmerinnen begeistert bis sehr begeistert von dem, was sie als neue Erfahrungen mit nach Hause nehmen konnten.
Ich war da schon fast verwundert - denn ich hatte ja kaum etwas gemacht.... es lief, zumindest aus meiner Sicht... wie von selbst bei den Teilnehmerinnen ab.

Auch wie ich das Seminar geleitet hatte wurde dann am Schluss für gut befunden. Drei Teilnehmerinnen sagten mir, dass ich am Anfang so unsicher gewirkt hatte, dass sie nicht an ein Gelingen des Seminars geglaubt hätten.... doch nun hätte sich etwas anderes gezeigt...
Eine Teilnehmerin meinte, bei mir würde man merken, dass ich nicht nur Theorien von mir gebe, die ich irgendwo gelernt habe, sondern was ich sage auch verkörpere.
Ich bekam auch gesagt, dass es schön gewesen wäre, dass ich so viel Raum gelassen habe...
(Es wurde noch etwas positiv hervorgehoben, was mir jetzt allerdings nicht mehr einfällt.)


Ich selbst war jedoch hinterher ziemlich unzufrieden....
weil ich doch den innerlichen Raum, aus dem ich den Kurs hatte leiten wollen, nicht wie gewünscht hatte betreten können.

Die Nacht auf heute hatte ich dann bei meiner Lebensgefährtin verbracht, wo wir uns nochmals über verschiedenes austauschten.

Meine Unzufriedenheit begann erst heute Abend zu weichen, als ich mich dann endlich hinsetzte und meine Unzufriedenheit (mit allem was damit zusammenhing) mir wirklich anschaute. - Ich merkte, welches sehr persönliche Thema hier mit hineinspielte und sich mit den Ereignissen des Nachmittags vermischt hatte!!!

Und erst jetzt, wo ich diesen Beitrag schrieb..... kam ich mehr und mehr wirklich in Einklang mit dem gestern Nachmittag geschehenen.... Und erst jetzt kann ich das positive, war ich im Seminar gestern sehen konnte - und was man mir rückgemeldet hatte, auch wirklich annehmen.

Von daher also: Danke für's zuhören  (lesen)!

Sonntag, 1. September 2013

Wach-Bleiben

Nein, es geht hier jetzt nicht darum, jetzt diese Nacht wach bleiben zu müssen.
Es geht auch nicht um Schlafstörungen und auch nicht darum, warum ich Beiträge oft zu später Nachtstunde schreibe.....
Es geht um das innerliche Wach-Bleiben in alltäglichen Lebenssituationen!

Als ich vor mehr als einem Monat von dem Seminar zurück kam (ja ich weiß, ich wollte noch ausführlicher über dieses Seminar schreiben), da war ich wach.
Ich war innerlich bei mir, und ich konnte zugewandt und zugleich gesammelt mit Anderen in Kontakt treten.......

Doch dann war der Urlaub vorbei..... und während des normalen Berufslebens habe ich wohl nicht die innerliche Freiheit, wach zu bleiben.
Auch wenn ich zu Hause länger am PC sitze, dann bin ich innerlich nicht mehr da (es sei denn ich schreibe einen Tagebuch-Bericht über mein aktuelles inneres Erleben). - Und bei der Arbeit ist das um ein vielfaches schlimmer, weil ich dort ja viel länger am Stück am PC sitze und auch keine Möglichkeit haben, mir dazwischen wirklich ausführlich Zeit zu nehmen um zu mir zu kommen.

Auch die Gespräche dort sind keine Gespräche, in welches es um etwas Wesentliches oder Tiefergehendes geht. - Es herrscht eine lockere Stimmung und man kann miteinander Späße machen..... aber dies hat nicht annähernd etwas mit wirklichem Kontakt zu tun, wie ich ihn habe, wenn ich auf einem Seminar mit "Gleichgesinnten" bin.

Selbst am Wochenende gelingt es mir dann nur langsam und schwer, innerlich wieder in einen so sehr offenen, zugewandten Modus zu kommen.


Ich muss nun sehen, wie ich unter diesen Bedingungen selbst als kompetenter Seminarleiter eine Kurs anbieten kann. (Es soll darum gehen, den Unterschied zwischen 'innerlichem Widerstand gegenüber den eigenen Problemen' und 'der Zustimmung zu den eigenen Problemen' erfahrbar und spürbar zu machen.)
Ich weiß, es steht jetzt an, dies zu tun.... - und ich werde mich dem stellen müssen.... auch wenn es eine riesige Herausforderung ist...
Ja, es ist an der Zeit, einen Seminarraum zu suchen und zu buchen....., Teilnehmer einzuladen.... und (wenn ich darf) eine regelmäßige, fortlaufende Seminarreihe entstehen zu lassen....
Das erste Mal (oder die ersten Male?) soll erst mal kostenlos sein und im erweiterten Bekanntenkreis stattfinden, wobei auch Leser meines Blogs herzlich eingeladen sind.

Hätte ich diesen Einführungs-Nachmittag gleich nach dem von mir besuchten Juli-Seminar gehalten, wäre dies kein Problem gewesen.....
So aber ist es eine große Herausforderung, selbst in der für mich sicherlich schwierigen Situation eines Seminarletiers.... wach, gesammelt, zugewandt, achtsam.... und in Zustimmung und Weite bleiben zu können.......

Sonntag, 13. Januar 2013

Mut, mich meinen Themen zu stellen

In meinem Beitrag Zustimmung und Veränderung 2013 schrieb ich es ja schon:
Es ist ein Wunsch von mir, in diesem Jahr nun dahin zu kommen, mich meinen Themen wirklich zu stellen.
Ja, mich meinem Leben wirklich zu stellen.

Gestern schrieb ich mir mal auf
  • was ich in meinem Leben gerne anders hätte,
  • vor welchen (Lebens-)Themen ich mich immer wieder drücke  und
  • welche Lebensbereiche derzeit nicht wirklich funktionieren.
Nunja, es kamen viele Punkte heraus, die etwas mit Beruf, Berufung, Innerer Freiheit, Innerlicher Offenheit und Weite, Kontakt- und Nähe, Beziehung (und Sexualität) zu tun haben.

Ich versuchte dann, die Themen einzuteilen in "Themen, die innerlich zu bearbeiten sind" und "Themen, welche äußerlich zu erledigen sind".
Dabei bemerkte ich dann, dass ich mehr und mehr jedes der aufgeführten Themen auf die Liste "Themen, die innerlich zu bearbeiten sind" verschob.

Schließlich entschied ich für mich, dass es eigentlich vorrangig um das innerliche Bearbeiten geht. - Nur wenn ich ein Thema anschaue, dann zeigt es sich mit allen Aspekten.... und dann zeigt sich auch der nächste stimmige Schritt.

Wenn es also so etwas wie ein zu verfolgendes Ziel, einen Vorsatz für 2013 gibt, dann "Mich meinen Themen zu stellen"!
Aber nicht rigide, mit Zwang und mit Druck - denn dies hat bei mir noch nie funktioniert.....
sondern dass ich mir notfalls auch dem Thema "vor meinen Themen weglaufen" stelle - und es bewusst anschaue....

Ja, es geht um den "Mut, mich meinen Themen zu stellen", ja um den "Mut, mich meinen Leben zu stellen" und dies ist doch das Aufregendste und zugleich Großartigste, was man für sein Leben tun kann.

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P.S.:
Ich schrieb es ja schon in meinem Beitrag Zustimmung und Veränderung 2013: Es ist eine Sehnsucht von mir, offen und verbunden zu sein.... und mich und das was mich ausmacht, was ich zu bieten habe, mehr in die Welt zu bringen..... - Eigentlich habe ich auf diesen Wunsch gleich eine Antwort vom Leben bekommen, indem ich mit dem Biodanza nicht nur einen Raum gewonnen habe, in welchem ich mich diesen Themen stellen kann, sondern auch einen Raum, in welchem (so glaube ich) genau diese Fähigkeiten auch gefördert werden.

Sonntag, 29. April 2012

Gut angenommen

Nach meiner letzten 'Sitzung' ging es mir dann soweit ganz gut. Ich war nicht mehr so aufgeregt und fühlte mich eigentlich ganz positiv.....

Das dauerte so lange, bis ich dann in unserem Seminarhaus landete. (Der Ausbildungs-Baustein begann am Abend.)
Als wir dann dort zusammenkamen, hatte ich alles vergessen, was ich jemals gewusst habe.... und war total nur noch angespannt und im Stress. - Lauter fremde Leute, die einander gut kannten, die miteinander vertraut waren.... und ich als einziger Fremder mittendrin....


Wir machten dann am ersten Abend eine Körperübung.
Dabei ging es um einem verbalen Angriff, einer Kritik, einer Schuldzuweisung.... allerdings wurde dieser Angriff dann rein mit körperlichen Mitteln ausgedrückt.
Wir sollten uns von diesem 'Angriff' jedoch nicht dazu verleiten lassen, ebenfalls in Stress und  'Trennung' zu gehen, sondern stattdessen mit offenem Herzen und Zuwendung reagieren.
Es war angenehm, zu sehen, dass man auch so reagieren kann.
Und es half mir sehr, bei dieser Übung nun mit einer Teilnehmerin körperlichen Kontakt zu haben.... dies half mir, dann wieder etwas zu landen.....

Am nächsten Tag sprach ich dann meine Angst, nicht dazuzugehören an.
Dies brachte mir dann positive Rückmeldungen...... und überhaupt reagierten die einzelnen Gruppenmitglieder sehr offen mir gegenüber.
Bis zu Abend fühlte ich mich dann wirklich zugehörig... und innerlich gelandet.

Nach und nach konnte ich von den Anderen immer mehr sehen und kennenlernen und nach und nach entwickelte sich im mir wirklich für jeden eine Zuneigung - auch zu den Personen, bei denen ich am Anfang gedacht hatte, "mit dem kann ich nichts anfangen" oder "die reagiert recht schroff, bei der muss ich aufpassen".

Insgesamt empfinde ich diese Gruppe als einen guten Raum, um zu lernen und um meine persönlichen Themen anzugehen.
Diese persönlichen Themen haben mich nämlich am letzten Tag noch ganz schön gebeutelt. (Es ging um das Nähe-Thema, über welches ich unter dem Stichwort "Unterbrochene Hinbewegung" schon mehrfach hier schrieb.)  Allerdings tauchte dies erst ganz am Schluss auf, als dann keine Zeit mehr war, noch darauf einzugehen.

Freitag, 13. Januar 2012

Lebe Gefährlich!

Ich mache hin und wieder mal Übungen, um meinen Hara-Mittelpunkt zu stärken (ich schrieb hier bereits darüber),ich lese in zwei neuen interessanten Büchern...... suche und schaffe hierzu Verknüpfungen in meinem Leben....


Wie zitiert Osho in "Das Hara Buch - zurück zur Quelle der Lebenskraft" so schön den Nietzsche:


Lebe Gefährlich!

Wenn du deine Persönlichkeit entwickeln möchtest,
dann lebe gefährlich!



Ja - manchmal führt der Weg des Lebens auch zu etwas, wovor man auch Angst hat.
Und es stärkt, wenn man die Angst fühlt und es trotzdem macht!

In diesem Sinne wünsche ich "Ein schönes Leben!"