Mittwoch, 24. April 2013

Nähe, Präsenz und Schritte aus dem Inneren

Ursprünglich war ich ja sehr unsicher, ob ich das Bíodanza-Festival nur einen oder doch lieber 2 Tage besuchen will. - Am Samstag-Abend war dann jedoch klar, dass ich auch noch am Sonntag den vollen Tag teilnehmen würde. (Diesmal waren wir übrigens sogar deutlich über 50 Teilnehmer. Ich schätze, 25 bis 30 dieser Teilnehmer waren auch schon am Samstag dagewesen - ansonsten gab es auch viele neue Gesichter.)


Ich muss noch etwas vom Samstag nachschieben:
Am Anfang und am Ende einer Session stehen ja immer alle im Kreis, halten sich an den Händen, und tanzen dann gemeinsam im Gegen-Uhrzeigersinn. Dabei schaut man seine Gegenüber oft nacheinander an..... nimmt Blickkontakt auf......
Hier in diesem großen Kreis in dieser riesigen Turnhalle kann man die Augen der gegenüberstehenden Teilnehmer natürlich nicht sehen. Aus diesem Grund haben Teilnehmer dann den Kreis sehr schnell so eingedellt, dass man praktisch direkt an der Person vorbeimaschiert, die einem eigentlich im Kreis direkt gegenüberstehen. (Der Kreis war also nicht einmal mehr annähernd rund - oft hatte er die Form eines eingedrückten Herzens.)
Man bewegt sich also zu Musik, schaut sich an, lächelt sich an, freut sich.... und die Fortgeschrittenen fingen dann sogar an, ihren Gegenübern, wenn sie diese gut kannten, im Vorbeigehen Küsschen zu geben.

Am Samstag hatte es mich schon recht irritiert, als eine Italienerin (sie sprach überhaupt kein  Deutsch - ich hatte sie in meinem Beitrag gestern nicht erwähnt), mit der ich eine enge und intensive Übung gemacht hatte (es hatte sehr gepasst, so von der Sympathie her), mir im vorbeiziehen einen Kuss gab.
Und auch die Frau, die ich im letzten Beitrag als 'die Fortgeschrittene' bezeichnet hatte, gab mir zum Abschied einen Kuss.... den ich aus überraschter Irritation jedoch auch nicht erwiderte.

Heute nun war das anders. Als es sich zufällig ergab, dass 'die Fortgeschrittene' an mir vorbeizog, schaute wir uns einige Augenblicke an. Ihr Blick war freundlich und sehr offen... und unsere Gesichter kamen einander immer näher.... Da wir uns beide im Rhythmus bewegten war es garnicht so einfach zu zielen.... aber irgendwie wurde mehr und mehr klar, dass es im vorbeiziehen einen Kuss geben würde. - Und auch den Kuss von der 'italienischen Teilnehmerin' erwiderte ich diesmal.


Innerlich war ich an diesem Tag vor allem auf 'die Fortgeschrittene' fixiert.
Auf die 'italienische Teilnehmerin' dagegen nicht so sehr, obwohl auch sie attraktiv und die Begegnungen mit ihr intensiv und irgendwie sogar erotisch war.
Aber sie war irgendwie doch nicht so sehr mein Typ......? Oder ich weiß nicht so genau, was da wirklich passiert.....? (Irgendetwas noch ungeklärtes.... im Zusammenhang mit meinem Nähe-Thema????)

Jedenfalls erwischte ich mich dabei, wie ich 'die Fortgeschrittene' teilweise sogar etwas eifersüchtig beobachtete, weil sie in den Pausen so sehr mit einem anderen Fortgeschrittenen zusammenklebte (der allerdings ja mit seiner Freundin da war).

Ich versuchte dann auch irgendwie, innerlich mittels "Zustimmung" mit der Situation umgehen zu können.... bis ich merkte, dass ich die "Zustimmung" nur dazu verwenden wollte, meine unangenehme eigene Gefühls-Situation zu kontrollieren.
Also bewegte ich mich in Richtung einer größeren Zustimmung, die nicht nur der Situation erlaubte so zu sein wie sie war.... sondern die auch meine Gefühls-Situation erlaubte..... und mich sie einfach wahrnehmen ließ...... - Einfach Mitten-Drin, so gut wie es eben gerade ging.


Ich fand viele Übungs-Partner, mit denen ich die jeweilige Übung sehr gerne machte. Und ich wurde manchmal von Übungens-Partnern gefunden, die mir in der jeweiligen Situation nicht so sehr lagen.... Ich konnte mich auf Beides einlassen.... offen und hineinspürend....... und mit den einen Menschen mich enger einlassend..... und mit den anderen Menschen auf stimmige Weise die Übung nicht so eng machend.....

Aber auch bei den Menschen die mir lagen... mit denen ich die Übungen enger machte, oder wenn wir uns nach einer Übung eng umarmten..... auch hier merkte ich oft, dass mich enge Nähe auch innerlich stresste, so dass ich oft etwas anspannte, und mich innerlich verschließen musste..... - Und ich merkte, wie ich trotzdem wachbleiben.... und genau hinschauen konnte, genau wahrnehmen konnte was da passiert.....

Einmal gab es mehrmals sehr öffnende Einzel-Übungen (Übungen für sich alleine) - im Wechsel mit sehr intensiven Begegnungs-Übungen zu zweit.
Danach kam eine Übung, bei der ich merkte: "Die Übung ist mir jetzt zu eng. Die kann ich jetzt im Augenblick nur mit einer Person machen, die mir total sympathisch ist. - In meinem Viertel der Turnhalle konnte ich jedoch keine derartige Person ausmachen. Ich überlegte dann, an den Rand zu gehen (was ja auch mehrere andere Teilnehmer machten, wenn ihnen eine Übung zu eng war).
Aber auch hier entschied ich mich, zunächst noch dabei-zu-bleiben.... mich zunächst noch eine Weine mitten-hinein zu stellen.... auch mit meiner Ahnungslosigkeit, was ich denn jetzt machen soll. (Denn jetzt auszusteigen hätte sich für mich auch nicht gut angefühlt!)
Also blieb ich noch stehen. - Spürend. - Nichts wissend.....
Die anderen um mich herum fanden sich. Ich schaute niemanden an. Mich sprach auch niemand an.
Als ich mich dann umschaute, hatten sich die Übungspaare gefunden. Nur eine Frau stand in dem Raum mit mehr als 50 Leuten noch alleine da. In einem anderen Raum-Viertel der Turnhalle. - Ich sah sie, wusste, mit ihr hatte ich schon eine 3-er-Übung gemacht in der sie mir recht sympathisch war.... und wusste, mit ihr passt das.

Dies sind die wenigen Situationen im Leben, in denen ich dann wirklich stolz auf mich bin: Wenn ich mich einfach mitten in die Situation hineinbegeben konnte - wenn ich einfach ganz da geblieben bin..... mich ganz eingelassen habe..... und sich dann hieraus eine Lösung oder ein nächster Schritt... von innen herauf erst entstanden ist..... Passend. Wirklich stimmig.


Ein anderes Mal (das war bei diesem Festival das einzige Mal) machte ich dann aber tatsächlich nicht mit, weil ich mir diese Übung mit niemandem vorstellen konnte. Ich setzte mich hin, und sah, wie diesmal sogar meine Lieblingsfrau ('die Fortgeschrittene') übrig blieb.... und sich dann zwangsweise auch an den Rand setzte. Aber in dieser Situation war meine Entscheidung klar.
Nach dieser Übung sollte man dann mit demselben Partner noch eine andere Übung machen. Ich überlegte kurz, ob ich jetzt zu 'der Fortgeschrittenen' gehen sollte, die im anderen Ende des Raumes saß.....
Doch aus irgendeinem Grunde fühlte ich mich in diesem Augenblick wie ein Kind, das seine Mama retten will... Aus diesem Gefühl heraus wäre es für mich nicht stimmig gewesen, also ließ ich es bleiben.
Ich blieb innerlich intensiv dabei - genau nachspürend!

Dann sollte man sich für die zweite Übung einen neuen Partner suchen. Es wechselten jedoch nur ganz wenige, die anderen blieben einfach zusammen. Nun sah ich die Chance für den Wiedereinstig gekommen.
Es wechselten jedoch nur ganz wenige, die anderen wollten nach dieser intensiven Übung wohl einfach noch zusammenbleiben
Ich merkte, für mich war es jetzt stimmig, wieder einzusteigen.... und sogar zu versuchen, dies mit 'der Fortgeschrittenen' zu tun. (Das kindliche Gefühl war nicht mehr da, es hatte ihm wohl genügt, gesehen und angenommen worden zu sein.)

Mich wunderte, dass 'die Fortgeschrittene' nicht auch aufgestanden war und nicht versuchte, ebenfalls die Chance zu ergreifen..... - Ich merkte, es war jetzt ein total großen Wagnis für mich, die halbe Halle zu durchqueren... um sie zu fragen...
Sie schien sich dann jedoch zu freuen und es war schön mit ihr.....

Ich hatte übrigens erfahren, dass sie zur Zeit die Bíodanza-Ausbildung macht und sie sich überlegt, nun auch in die Mittwoch-Gruppe zu gehen. - Ich pausiere ja jetzt gerade, werde aber vielleicht im Mai dann auch wieder einsteigen.


Neulinge, von denen auch einige bei dem Festival anwesend waren, hatten wohl oft Probleme mit der vielen Nähe, welche die Fortgeschrittenen sehr offen austauschten.... Sie machten dann oft nicht bei allen Übungen mit, oder sagten in der Frage-Stunde, dass sie es schon fast als Zwang empfinden würden....
Ich zähle ja auch noch als Anfänger, aber ich sehe es auch eine große Chance, sehr liebevoll auf sich selbst zu achten.... Mir ist es zum Beispiel total wichtig, nicht einfach nur andere zu umarmen, weil es im Bíodanza zu den 'Sitten und Gebräuchen' gehört - sondern möglichst wach zu bleiben, für das war im jeweiligen Augenblick für mich stimmt.
Aber ich finde es auch total Erkenntnisreich, wenn andere mich so total offen anschauen oder umarmen..... und ich merke "Es liegt nicht an den verschlossenen anderen"! Ich bin derjenige, der hier (im Augenblick noch) innerlich dicht-machen muss....
Und ich finde es auch heilsam, von den Fortgeschrittenen so offen angesehen und behandelt zu werden.


Am Schluss war es dann noch sehr schön, die verschiedensten lieben Menschen noch intensiv zum Abschied zu drücken. - Die 'Italienerin' sah ich dann garnicht mehr in der Halle, aber nachdem sie sich in der Umkleide umgezogen hatte ging ich zu ihr, und sie drückte mich sehr fest und lange. Es gefiel mir natürlich sehr, dass andere Menschen mich während unserer intensiven Begegnung so lieb gewonnen hatten.......

Sonntag, 13. Januar 2013

Mut, mich meinen Themen zu stellen

In meinem Beitrag Zustimmung und Veränderung 2013 schrieb ich es ja schon:
Es ist ein Wunsch von mir, in diesem Jahr nun dahin zu kommen, mich meinen Themen wirklich zu stellen.
Ja, mich meinem Leben wirklich zu stellen.

Gestern schrieb ich mir mal auf
  • was ich in meinem Leben gerne anders hätte,
  • vor welchen (Lebens-)Themen ich mich immer wieder drücke  und
  • welche Lebensbereiche derzeit nicht wirklich funktionieren.
Nunja, es kamen viele Punkte heraus, die etwas mit Beruf, Berufung, Innerer Freiheit, Innerlicher Offenheit und Weite, Kontakt- und Nähe, Beziehung (und Sexualität) zu tun haben.

Ich versuchte dann, die Themen einzuteilen in "Themen, die innerlich zu bearbeiten sind" und "Themen, welche äußerlich zu erledigen sind".
Dabei bemerkte ich dann, dass ich mehr und mehr jedes der aufgeführten Themen auf die Liste "Themen, die innerlich zu bearbeiten sind" verschob.

Schließlich entschied ich für mich, dass es eigentlich vorrangig um das innerliche Bearbeiten geht. - Nur wenn ich ein Thema anschaue, dann zeigt es sich mit allen Aspekten.... und dann zeigt sich auch der nächste stimmige Schritt.

Wenn es also so etwas wie ein zu verfolgendes Ziel, einen Vorsatz für 2013 gibt, dann "Mich meinen Themen zu stellen"!
Aber nicht rigide, mit Zwang und mit Druck - denn dies hat bei mir noch nie funktioniert.....
sondern dass ich mir notfalls auch dem Thema "vor meinen Themen weglaufen" stelle - und es bewusst anschaue....

Ja, es geht um den "Mut, mich meinen Themen zu stellen", ja um den "Mut, mich meinen Leben zu stellen" und dies ist doch das Aufregendste und zugleich Großartigste, was man für sein Leben tun kann.

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P.S.:
Ich schrieb es ja schon in meinem Beitrag Zustimmung und Veränderung 2013: Es ist eine Sehnsucht von mir, offen und verbunden zu sein.... und mich und das was mich ausmacht, was ich zu bieten habe, mehr in die Welt zu bringen..... - Eigentlich habe ich auf diesen Wunsch gleich eine Antwort vom Leben bekommen, indem ich mit dem Biodanza nicht nur einen Raum gewonnen habe, in welchem ich mich diesen Themen stellen kann, sondern auch einen Raum, in welchem (so glaube ich) genau diese Fähigkeiten auch gefördert werden.

Sonntag, 6. Januar 2013

Nähe-Session II

In der Pause gingen einige einen Kaffee trinken. Andere legten sich auf eine Decke oder Matratze.
Ich wollte für mich sein und wieder ganz zu mir kommen, setzte mich mit einer Decke an die Wand, blätterte in ein paar Seminarausschreibungen und ließ alles nochmals in mir nachklingen....


Im Start-Kreis gesellte sich dann die aufdringliche Frau neben mich, so dass ich sie dann an der Hand halten musste. Dies war unangenehm, weil ihre Hand irgendwie kalt und glitschig war. - Ich befürchtete schon, sie würde jetzt ständig versuchen, mit mir irgendetwas zu machen (bei zweier-Übungen hätte ich dies ja vermeiden können, bei dreier- oder vierer-Übungen ist das jedoch nicht immer möglich) aber sie blieb mir dann fern.


Am Anfang der Session (als es dann darum ging, durchs Leben zu gehen) fühlte ich mich sehr gut und stark. Ich empfand es auch als stärkend, der einen Frau gegenüber ganz klar meine Grenzen gewahrt zu haben. Es fühlte sich im Körper stark und gut an - und ich merkte, dass ich gut bei mir war.

Ich bemerkte jedoch auch, was mich sehr schnell herausbrachte und von mir wegbrachte: Dies geschah nämlich jedes Mal, wenn ich mit jemandem Blickkontakt aufnahm, insbesondere, wenn dieser nicht nur flüchtig sondern länger andauernd war.


Die Öffnung für Nähe wuchs bei mir jedoch ständig....

Dann sollte man sich jedoch für einen "nähe-vollen Tanz zu dritt" zwei Partner suchen. Da hatte ich nicht dem Mut, als dritter Mann auf zwei Frauen zuzugehen, die sich bereits gefunden hatten. (Auf jemanden zuzugehen ist ja für mich das allerschlimmste. Dies macht mir noch mehr Stress, als Nähe zuzulassen.)

So kamen wir für diese Übung als drei Männer zusammen.
Diese Übung war dann körperlich doch nicht so eng, aber irgendwie trotzdem stimmig und angenehm.

Bei der nächsten Übung zu dritt war dann mein Mut gestiegen - und ich ging dann doch auf eine Frau zu, und wir machten dass dann zu dritt.
Nachdem es in der ersten Session eher um das Feuer ging, ging es nun um den Aufstieg.
Und so war das jetzt auch die Aufstiegs-Übung, die dann doch zu einer intensiven innerlichen Öffnung führte. Wobei diese Aussage jetzt total untertrieben ist - denn es war wirklich sehr schön.


Als wir dann nach diesem Erlebnis neu durch den Raum gingen, da hat jeder jeden umarmt - und ich jetzt auch wirklich offen und innerlich frei dafür war.
Allerdings brauchte ich dann zwischendrin doch eine Pause für mich.
Irgendwann sah ich dann die aufdringliche Frau sich in meine Nähe zu bewegen. Aus diesem positiven innerlichen Gefühl heraus dachte ich daran, sie auch kurz zu umarmen. Sie was diesmal jedoch nicht so aufdringlich, und fasste mich nur an den Händen. Ich ging dann in eine kurze Umarmung. Sie bedankte sich hierfür anschließend mit einer kurzen Verneigung, wobei sie ihre Hand auf ihr Herz legte.

Hier ging ich nun sogar auf eine Frau zu, die mir eigentlich sehr gut gefiel, die mir aber immer aus dem Weg gegangen war und sogar Blickkontakt vermieden hatte.
Ich wollte ihr keine Umarmung aufdrängen, dachte jedoch, ich biete ihr eine Hand an, und wir gehen so weit, wie es für beide möglich ist.
So waren wir dann einige Zeit mit diesem Ein-Hand-Kontakt zusammen. Und ich fand es schön, dass ich so problemlos hatte auf sie zugehen können..... und dass doch nichts sein oder erzwungen werden musste... (Das ist Begegnung, wie ich finde.)


Jetzt zuhause - nachträglich - und wieder für mich alleine - findet wieder eine gewisse Verhärtung in mir statt.

Mir fällte gerade ein, dass ich ganz allgemein darauf achte, gut für mich zu sorgen.

Montag, 24. Dezember 2012

Zustimmung und Veränderung 2013

Seit ich am 07. Dezember (m)einen Blick in das (heute Nacht hier von mir vorgestellte) neue Buch der Zurhorst's ("Liebe dich selbst und entdecke, was dich stark macht") geworfen habe, entstand in mir der Wunsch mir das Thema "Veränderung" näher anzuschauen.

Veränderung meines Lebens in die Richtung, in welcher ich es gerne hätte.
Veränderung unter Anwendung von all dem, was ich ja schon kenne - und mit Unterstützung von dem, was mir dieses Buch und die dazugehörige Übungs-CD vielleicht bieten.

Und Veränderung.... auf Basis und in Übereinstimmung mit "Zustimmung".

Dies ist ein Projekt, welches ich mir für 2013 vorgenommen habe, und womit ich schon jetzt, wo ich ja Urlaub und somit mehr Zeit habe, starten werde!

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Ich habe mich übrigens gestern mit Hilfe dieser CD mal durch die Innen-Reise "Ziele von Innen Erreichen" führen lassen. - Ich habe zwar den Eindruck, dass ich hier erst noch schauen muss, wieso ich mich eigentlich nicht wirklich voranschreiten lasse.....
Aber ich wollte - sozusagen als Vorgriff - jetzt schon mal einen Blick in die Zukunft werfen....

Eigentlich ließ ich das Ziel erst während dieser Innen-Reise entstehen.
Ich merkte, wie der totale Wunsch da ist, wirklich total offen sein zu können..... Offen gegenüber dem Universum und dem Leben..... und mit ihm verbunden.... und auch offen und verbunden mit anderen Menschen. (Wobei ich bei dem "verbunden mit anderen Menschen" noch etwas vorsichtig war, weil dies ja etwas ist, wovor ich auch Angst habe.)

Und ich bemerkte auch die Sehnsucht, das was ich bin, das was mich ausmacht mehr in die Welt zu bringen..... das was ich zu bieten habe, der Welt zu geben.
Dazu gehört auch, das was das "Tao der Zustimmung" ausmacht, irgendwie von Mensch zu Mensch weitergeben zu können.... (aber das ist nur ein Aspekt von diesem Wunsch und Ziel).

Samstag, 29. September 2012

Die Nilpferd-Qualität

Der regelmäßige Biodanza-Kurs (hier ein Link zu Wikipedia), an dem ich eigentlich teilnehmen wollte, kam letzte Woche ja leider nicht zustande. Aus diesem Grund habe ich an diesem Donnerstag die Chance genutzt, an einem offenen Biodanza-Abend unter dem Titel "Der Tanz des Nilpferds" teilzunehmen.

Leider war der Start für mich dann zunächst etwas stressig:
An diesem Abend gab es auf der U-Bahn-Linie eine Störung. Somit brauchte meine U-Bahn für eine Strecke, welche sie sonst in 12 Minuten zurücklegt, so etwas 35 Minuten...... Ich überlegte während der Fahrt, ob ich das ganze nicht abbrechen sollte, da ich mehr als 20 Minuten zu spät kommen würde und die anderen bestimmt schon mitten in Tanzen waren. - Da ich mich jedoch schon auf den Kurs gefreut hatte, entschied ich mich, es trotzdem zu versuchen.

Im Studio angekommen zog ich Schuhe und Jacke aus und ging in den Raum - um zu fragen, ob ich noch mitmachen kann. - Die Anderen saßen jedoch noch auf ihren Decken. Ich wurde willkommen geheißen, entschuldigte mich wegen meiner Verspätung, und erfuhr, dass die Anderen sich bisher nur vorgestellt hatten und es gerade einen kurzen Einführungs-Vortrag über die speziellen Eigenschaften des Nilpferds gab.

In diesem Kurs waren wir wieder nur so wenig Teilnehmer, außer mir gab es nur 4 Frauen und die Kursleiterin. (Bei dem "Tanz des Tigers" waren es anscheinend 17 Teilnehmer gewesen.)
Zwei von den Frauen, fand ich attraktiv, insgesamt waren jedoch alle Teilnehmer recht angenehme Personen.

Wie bei letztenmal sollte man am Anfang dann gleich wieder Anderen im Tanzen oder Bewegen begegnen. Ich nahm mir bewusst Aufmerksamkeit, um zu bemerken, wie ich im Kontakt mit Anderen (besonders wenn dann auch noch Blickkontakt hinzukam) den Kontakt zu mir verlor. Ich konnte mich dann nicht mehr so richtig spüren..... und fand es dann auch schwierig, im gemeinsamen Tanz meine eigene Bewegung zu finden. Mein Eindruck war eher, dass ich nur auf mein Gegenüber reagiere.

Die eine Teilnehmerin fand ich besonders attraktiv, zugewandt, ruhig und angenehm..... und es kamen mir dann die Gedanken, dass ich doch bestimmt sehr unsicher wirken und somit unangenehm auffallen würde.
Nach einem sehr kurzen Augenblicks innerlichen Stresses  
  kam ich dann jedoch innerlich gleich in ein ".... auch das gehört dazu!
Ja, falls ich überhaupt tatsächlich unsicher gewirkt haben sollte, dann gehörte das in diesem Augenblick dazu: Zu mir. Zu der Begegnung. Zu diesem Kurs. Zu dem Gesamten, was wir dort gemeinsam aufgebaut und erlebt haben.

Und auch ein anderes Thema kam dann in mir noch ins Spiel: Auch wenn es in diesen Kursen je eher um geschlechtsneutrale Begegnung geht - für mich wurde dann deutlich, dass ich nun mal ein Mann bin, und sie nun mal eine Frau ist. - Aber auch das Auftauchen dieses Themas gehörte mit dazu....

Nachdem es am Anfang mehrmals eher um Begegnung ging, kam dann ein Teil, in dem jeder nur mit sich selbst und in sich selbst (mit geschlossenen Augen) mit der Nilpferd-Qualität in Kontakt treten sollte.
Dabei konnte ich dann wahnsinnig gut mit mir selbst in Kontakt kommen, so dass sich dies sehr gut für mich anfühlte.

Dann gab es noch eine sehr schöne Begegnung, in welcher wir und alle in der Mitte mit den Händen begegneten. - Und dann war es leider schon zu Ende, und es gab nur noch den Abschieds-Kreis......


Ich fand den Kurs als Ganzes sehr angenehm und habe den Eindruck, dass er mir sehr gut getan hat. - Und ich konnte ihn außerdem auch gut dazu nutzen, mich meinem Kontakt-Thema zuzuwenden und mir das näher anzuschauen.....
Interessant ist für mich auch, wie ich mit diesen Situationen jetzt umgehen konnte. In einem Fall habe ich Beispielsweise damit experimentiert, das End-Bild meiner Familienaufstellung - also meine Eltern (mein Vater) als Stärkung im Rücken - mit in die Begegnung hineinzunehmen.

Im April und Juni dieses Jahres hatten intensive Kontakt-Situationen in Gruppen ja noch ... (man könnte wohl sagen) ... ein Nähe-Trauma in mir reaktiviert! (Siehe Beiträge unter den Schlagworten "Thema 'Kontakt'" und "Unterbrochene Hinbewegung,")
Jetzt in diesem Kurs zum Beispiel konnte ich mit diesem Thema jedoch sehr gut umgehen - obwohl es teilweise ähnliche Situationen waren, nämlich solche, in welchen ich auf jemanden zugehen muss.

Freitag, 13. Januar 2012

Lebe Gefährlich!

Ich mache hin und wieder mal Übungen, um meinen Hara-Mittelpunkt zu stärken (ich schrieb hier bereits darüber),ich lese in zwei neuen interessanten Büchern...... suche und schaffe hierzu Verknüpfungen in meinem Leben....


Wie zitiert Osho in "Das Hara Buch - zurück zur Quelle der Lebenskraft" so schön den Nietzsche:


Lebe Gefährlich!

Wenn du deine Persönlichkeit entwickeln möchtest,
dann lebe gefährlich!



Ja - manchmal führt der Weg des Lebens auch zu etwas, wovor man auch Angst hat.
Und es stärkt, wenn man die Angst fühlt und es trotzdem macht!

In diesem Sinne wünsche ich "Ein schönes Leben!"

Freitag, 2. Dezember 2011

Blockade-'Sitzung'

Ich habe am Donnerstag früh übrigens eine Sitzung mit meiner Blockade gemacht.

Dabei knüpfte ich bewusst an die 'Aufstellung' in meiner Ausbildungsgruppe (siehe "Meine Blockade steht neben mir") an, in welcher sich die Blockade, aber auch die dahinterstehende Lebendigkeit, zeigte.

Ich bin also nochmals gedanklich in diese  Aufstellung hineingegangen.... Ich habe bemerkt, dass sie nun ja all die Wochen wieder voll da war. In dieser Aufstellung war sie ja zur Seite getreten.... und ich hatte bemerkt, dass ich einerseits auch froh bin, diesen Schutz zu haben.

Also nahm ich sie am Donnerstag früh nun einfach wertschätzend wahr.

Ich entschloss mich dann auch, sie bewußt mit in den Tag zu nehmen.... und erinnerte mich dann im Laufe des Tages auch mehrmals kurz daran.....

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Meine Blockade steht neben mir

Im Rahmen meiner Ausbildungsgruppe nutzte ich diesmal in einer Übungsgruppe die Gelegenheit, mir meine Blockade, die starke dauerhafte Verspannung meiner Vorderseite, genauer anzusehen.

Ich war selbst auf diese Idee gekommen, weil ich mich durch meine körperliche Anspannung stets sehr blockiert fühle..... und ich aber irgendwie auch Angst habe.... vor dem was dahinter steckt.... eine explodierende Wut vielleicht, oder eine unendliche Sehnsucht..... mit der ich dann nicht mehr umgehen kann.....

Eigentlich hätten wir hier außer mir noch 4 Personen benötigt: Eine Person, die in der Aufstellung für mich steht, eine die für meine Blockade steht, eine die für das was hinter dieser Blockade ist steht, und eine Person die diese Aufstellung leitet. - Leider sollten wir diesmal nur 3-er Gruppen bilden.... nach kurzem Überlegen entschloss ich mich aber, die beiden anderen trotzdem zu fragen, ob sie mich hier unterstützen würden. Für mich gab es dann keinen Stellvertreter und ich musste von Anfang an in die Aufstellung mit hinein. Außerdem hatten wir niemanden, der den ganzen Prozess leitete - wir machten es auch so sehr gut.

Am Anfang drückte der Stellvertreter meiner Blockade mir auf die Brust, während das was hinter der Blockade steckt dahinter auf einem Sitzwürfel saß und mit den Beinen baumelte.....

Schließlich ging ich einen Schritt nach vorne.... und die Blockade ließ von mir ab und ging langsam zur Seite.

Ich merkte, dass ich meine Blockade weiterhin noch teilweise als Schutz vor mir haben wollte, doch sie ging nun etwas nach hinten zur Seite und wollte nicht mehr. - Ich sah sie an und war ihr dankbar, dass sie mich bisher geschützt hatte.....

Schließlich änderte auch das was hinter der Blockade war seine Position. Ich wusste nicht, um was es sich handelte und wie ich mich ihm gegenüber verhalten sollte. - Ich merkte dann, dass ich zu sehr im Kopf war... und fand es nun schade, dass keine andere Person als mein Stellvertreter in der Aufstellung war..... da man selbst, gefangen in seiner eigenen Struktur.... oft die Bewegung in die Lösung garnicht bemerkt.

Schließlich entschloss ich mich, einfach so zu tun, als ob ich nicht ich selbst wäre, sondern als ob ich mein Stellvertreter in einer Aufstellung wäre. Ich ließ mich nun einfach ohne zu denken von dem Feld führen.... bis ich schließlich neben dem Unbekannten stand.... welches immer wieder Sprünge in die Luft machte......

Hinterher bei Austausch erfuhr ich dann, dass es sich um meine Lebendigkeit gehandelt hatte. Sie sagte mir aber auch, dass man nicht immer so sein kann.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Widerstand gegen das Schlimmste (III)

 Ich möchte das Thema nochmals von einer anderen Seite her aufrollen:

 Für (fast) jeden von uns gibt es bestimmte Dinge, die wir auf überhaupt gar keinen Fall haben wollen - Dinge, die mir auf überhaupt gar keinen Fall passieren dürfen, die in meinem Leben auf überhaupt gar keinen Fall auftauchen dürfen, Dinge, die wir mit aller Gewalt in unserem Leben vermeiden! - Diese Dinge sind sooo schlimm für uns, dass wir mit aller Macht dagegen Widerstand leisten!

 Um sicherzustellen, dass uns dies auf gar keinen Fall passiert, sind einige Opfer nötig: Vielleicht muss ich mir Scheuklappen aufsetzen und darf bestimmte Dinge einfach nicht bemerken (obwohl sie eigentlich deutlich sichtbar wären).
 Vielleicht muss ich versuchen, bestimmte Lebenssituationen, meine Partner, andere Menschen zu kontrollieren.
 Vielleicht muss ich bestimmte Situationen ganz vermeiden, darf bestimmte Orte nicht besuchen, beruflich nicht aufsteigen, keine Partnerschaft leben... nur damit mir bestimmte Dinge nicht passieren können.

 Puh! - Das ist ganz schön anstrengend, und kostet viel Freiheit und viel Lebendigkeit!

 Und: Ist es da Verwunderlich, dass vielleicht einer oder mehrere Lebensbereiche wie Beruf, Freizeit, Freundschaften, Liebe, Sex, .... nicht so richtig, oder überhaupt nicht funktionieren?

 Gegen welche grundlegende Erfahrung leistest du so großen Widerstand?
 Was darf dir in deinem Leben auf gar keinen Fall begegnen?
 Was darf von dir auf keinen Fall ans Tageslicht kommen - was oder wie darfst du auf gar keinen Fall sein?

 Welche Gefühle willst du mit aller Gewalt vermeiden - indem du die obigen Situationen vermeidest und bekämpfst?

 Und was würde geschehen, wenn du all diesen Situationen zustimmen würdest.... wenn du zustimmen würdest, dass dies ganz prinzipiell geschehen könnte.... wenn du in deinem Herzen zustimmst, ganz zustimmst, zu 100%.... und trotzdem das nötige und mögliche tust, um diese Situationen zu vermeiden...?

 Was wäre, wenn du auch all den schlimmsten Gefühlen zustimmst, welche durch diese Situationen ausgelöst werden könnten?

Samstag, 27. November 2010

Blockiert-FÜHLEN

Es ist immer noch die Anspannung, das mich-blockiert-Fühlen, das stark in mir da ist - und das mich stört!

Ich schreibe jetzt hier mal nachträglich noch in Grau meine Anmerkungen rein. Meine Freundin sagte, dass ich bei meinen Erlebnisberichten garnicht schreibe, was ich eigentlich gemacht habe. Prinzipiell habe ich ja schon beschrieben wie das Ganze geht.... Aber vielleicht schreibe ich jetzt einfach mal nachträglich rein, was ich eigentlich gemacht habe (und warum):
Wenn ich etwas "problematisch" finde, dann gibt es ein paar Sachen die ich dann zu tun versuche. Beispielsweise versuche ich immer, etwas zu finden, zu dem ich letztendlich "Ja" sagen kann (ich schrieb hier schon mehrfach darüber)! Oft komme ich dann jedoch auch zu der inneren Frage, wie ich es integrieren, wie ich es dazunehmen kann. Dies habe ich mich auch an dieser Stelle gefragt:

Bis ich merke: Es gehört dazu.... zu mir.... und zu meiner derzeitigen Ganzheit..... - kam mir jetzt in den Sinn.... und es hilft überhaupt nichts, es umgehen zu wollen..... um jetzt bei irgendeinem anderen Thema irgendetwas zu erreichen...

"Jah" - wenn ich es dazunehme.... ihm seinen Platz in mir gebe, dann hört auch hier der Kampf gegen mich selbst, die Selbstablehnung auf - dies ist es, was ich auch hier wieder sehr deutlich spürte....

Und dann gehe ich oftmals wieder in den Körper und schaue, wie's sich anfühlt:

Ich spüre in mich selbst, spüre die Spannung...... aber auch ein Kribbeln, Lebendigkeit...
Wo will es von hier aus weitergehen? Letzteres ist ein Vorgang des Öffnens und Zulassens. Ich lasse die Kontrolle los.... und lasse es dahin gehen, wo es hingehen wird.

Ich bleibe dabei und mache mit all dem weiter.
Ich stelle mir dann vor, wie ich die Anspannung, wie ich das Blockiert-Sein besuche. Ich stelle mir vor, es wirklich anzuschauen ... und spüre dabei in mich hinein und zu ihm hin. Dann nehme ich wahr:

Ein starres Behältnis, das ja auch nichts anderes will, als mir einen Rahmen und Struktur zu geben - etwas, was für mich in meiner Kindheit wohl sehr wichtig war.... denn ich fühle mich irgendwie als Kind... und sicher..... und gleichzeitig fühle ich mich auch als der Rahmen.... der auch nicht alles schützen und abwenden kann ..... aber der etwas größer und stärker als die kindliche Seite ist - und der sein Bestes tun..... (Dies ist nicht das Ergebnis theoretischer Überlegungen. Theoretische Überlegungen würden ja bedeuten, nicht hinzusehen, nicht hinsehen zu wollen .... und das wäre völlig kontraproduktiv....)

Ich habe nun beendet, weil ich etwas unruhig war und das alles aufschreiben wollte. Vielleicht gehe ich später nochmals hin und nochmals tief hinein.