Freitag, 1. November 2013

[Wie Schmerz entsteht...]

Schmerz entsteht
durch Widerstreit
mit der Wirklichkeit.
(d.h. wenn ich die Wirklichkeit nicht so akzeptieren will, wie sie ist).
[Tao der Zustimmung]

Dienstag, 29. Oktober 2013

[Wahre Gedanken]

"Wenn ein Gedanke wehtut,
ist das ein Zeichen dafür,
dass er nicht wahr ist."

Byron Katie [*]
[*] Von der Rückseite des Buches "Wer bin ich ohne diesen Gedanken?
Weisheit für jeden Tag" von Byron Katie.

Erscheint mir nach den ersten Durchblätterern ein sehr interessante Buch zu sein,
welches meine Beiträge zur "Zustimmung Pur" gut ergänzt.

Samstag, 25. Mai 2013

Glückliche Vereinigung

Letztes Wochenende nahmen meine Lebensgefährtin und ich bei Wilfried Nelles an dem Seminar "Familien- und Lebensaufstellungen" teil. - Ursprünglich wollten wir uns eigentlich für den "Lebens-Integrations-Prozess (LIP)" anmelden, über den wir in seinem Buch gelesen hatten. Aber da stand, dass das Aufstellungsseminar Voraussetzung ist... und so meldeten wir uns dann eben zunächst mal für das "normale" Aufstellungsseminar an.
Als das Seminar dann immer näher kam, dachte ich, im Augenblick gar kein erwähnenswertes Thema zum Aufstellen zu haben... und ich dachte, ich würde sicherlich nicht allzu viel Nutzen aus diesem Seminar ziehen. - Gut mir hatte ja sein Buch zum seelischen Erwachsenwerden sehr gut gefallen. Sicherlich könnte ich das "Erwachsen-Sein" irgendwie zum Thema machen.....


Am ersten Tag dieses dreitägigen Seminars war ich also nur als Zuschauer und als Stellvertreter in der Aufstellung einer Teilnehmerin dabei....
Mehr und mehr dachte ich, mir vielleicht doch meine Beziehung zu meiner Mutter anzuschauen, die für mich auch etwas mit meinem Nicht-Erwachsen-Sein zu tun hat.
Und als ich am Abend im Hotel dann meine Innen-Raum-Reise machte - und checkte was gerade aktuell im mir los ist, da bemerkte ich in mir auch eine Angst: Wenn ich mich mit meinem Thema melden würde, dann müsste ich mich neben ihn setzen und wäre ihm und seiner für mich ungewohnten Arbeitsweise ja dann doch irgendwie ausgeliefert.....


Am zweiten Tag da merkte ich auch die Befürchtung, dass rein zeitlich vielleicht garnicht jeder der 21 Teilnehmer würde drankommen können. - Also meldete ich mich dann am Nachmittag.
Inzwischen, so dachte ich jedenfalls, war die Angst ihm ausgeliefert zu sein mehr in die Angst vor meinem Thema übergegangen....

Er winkte mich also zu sich.
Gleich als ich neben ihm saß fragte er mich, ob ich mein Stocken auf dem Weg zu ihm bemerkt hätte.
Nein, hatte ich nicht.
Er zeigte mir dann, wie ich zu ihm gegangen war, und einen Meter vor ihm gestockt hatte.... und dann nur noch ganz langsam und vorsichtig weitergegangen war. Ich hatte das nicht bemerkt, aber auch meine Lebensgefährtin bestätigte mir dies dann später.

Er bat mich, ihm zunächst einfach nur in die Augen zu schauen. - Sein Blick war sehr offen und freundlich. Ich merkte zwar, wie ich zwar immer wieder durch ihn hindurchschaute..... gleichzeitig merkte ich auch wie ich mich deutlich beruhigte.....

Er sagte, er hätte in meinen Augen einen "großen Schrecken" gesehen.
Ich spürte nach, und merkte, wie etwas in mir froh war, endlich gesehen zu werden.
Ja, da war ein Schrecken..... eingefroren und unbemerkt.....


Es gab dann eine Aufstellung, die mit dem Schrecken zu tun hatte.... und die ziemlich brutal war. (Das war die einzige Aufstellung, in welcher dann auch einige Teilnehmer hinausgegangen waren.)
Ich war bei dieser Szene innerlich auch nicht richtig anwesend - fühlte mich von ihr garnicht so sehr berührt.
(Was da eigentlich wirklich los war, blieb in Unklaren - dennoch enthielt diese Szene sogar eine Art Befreiungsbewegung.)

- Gut, das Ganze würde wohl noch nachwirken müssen! -


Für mich war dann am Abend doch alles mehr oder weniger erklärbar... Ich dachte, dies wäre ein 'übernommener' Schrecken von meiner Mutter, die ja als Kind einiges traumatisches erlebt hatte. - Bis ich dann am nächsten Morgen eine Erinnerung an einen alten Traum hatte..... und plötzlich wieder wusste, dass es da auch einen eigenen Schrecken in mir gab.....

Wir waren in der Gruppe die ersten beiden Tage schnell vorangekommen, so dass für den dritten Tag nur noch zwei Teilnehmer übrig waren.
Ich sagte in der Einführungsrunde, dass ich gerne nochmals drankommen würde. Einer anderen Teilnehmerin ging es ebenso.

Diesmal verlief mein Weg zu ihm folgendermaßen: Aufstehen. Einen Schritt gehen. Seufzen und tief durchatmen. Um dann doch zielstrebig zu ihm zu gehen.

Es gab dann nochmals eine Aufstellung.
Während der Aufstellung zeigte sich, dann, dass die Wahrheit über das, was da wohl geschehen war, und wer daran beteiligt war, ziemlich unerheblich war.
Es zeigte sich, dass lediglich der Stellvertreter für mich wichtig war... und dass ein zweiter Stellvertreter für den innerlichen Schrecken, für das innere Kind, benötigt wurde.

Wilfried nahm als Stellvertreter für meinen Kindheits-Teil einen Teilnehmer, der im Rollstuhl saß - wohl auch deshalb, weil dieser total viel Erfahrung mit Aufstellungsarbeit hatte, und weil somit sichergestellt war, dass er ganz in das hineingehen würde, was er spüren würde - ohne zu zögern, und ohne Interpretationen.
Und das tat er auch.
Er bog sich und wälzte sich förmlich vor psychischem Schmerz (so dass man schon Angst bekommen konnte, er würde aus dem Rollstuhl fallen). - Schließlich kam mehr und mehr suchend eine Hand von ihm heraus....
Wilfried sagte zu meinem erwachsenen Stellvertreter: "Da musst du jetzt hingehen, der braucht dich jetzt!" -
Und da der Stellvertreter zögerte: "Der macht das nicht mehr lange!"

Auch in mir selbst auf meinem Stuhl hatte sich in dieser Zeit einiges getan:
Über Nacht hatte ich noch daran gedacht, wie abwesend ich doch bei meiner Aufstellung gestern gewesen war....
Und dass es zwar bei Aufstellungen nicht notwendig oder gefordert ist, jedoch - genauso wie bei den Innen-Raum-Reisen - es sicherlich sehr hilfreich wäre, wenn man auch als Zuschauer der eigenen Aufstellung total anwesend und präsent ist.

Diesmal gelang mir dies. Ich war total bewegt und mitgenommen, und es gab Phasen, wo mir total die Tränen flossen....
Aber ich konnte mehr und mehr in die Präsenz gehen, wie ich es bei Joel gelernt hatte. (Darauf bin ich sehr stolz.)

Als mein erwachsenen Stellvertreter dann so zögerte, zu dem schmerzgepeinigten Kind hinzugehen, da war ich selbst innerlich schon weiter.... und wäre sehr wohl schon bereit gewesen, da hin zu gehen.
Ich dachte dann noch, dass es außen natürlich schon leichter ist... und fragte mich, ob ich wirklich ohne zuzumachen, ohne innerlich wegzugehen in dieser Situation da wirklich würde hingehen können.....

Schließlich ging mein Stellvertreter dann hin und nahm die herausgestreckte Hand des gepeinigten Kindes - legte ihm seine andere Hand auf den Rücken.

Das Kind wurde dann nach und nach (eigentlich doch recht schnell) ruhiger.... und saß dann irgendwann sogar wieder aufrecht da während ihm mein Stellvertreter dann wieder gegenüberstand und es ansehen sollte.

Ich selbst war inzwischen sehr in meiner inneren Kraft und wollte nun selbst in meiner Aufstellung an meiner erwachsenen Position stehen.
(In Familienaufstellungen wird dies am Ende einer Aufstellung oft gemacht, dass derjenige dann an seine eigene Position in die Aufstellung geht. - Zumindest dann, wenn der Aufstellungsleiter denkt, dass derjenige die Lösung innerlich jetzt schon voll annehmen kann. - Wilfried hatte an diesem Seminar jedoch nur einmal eine Teilnehmerin persönlich hineingenommen.)

Egal - ich war jetzt sehr in meiner Kraft.
Wilfried hatte mit zu diesem Zeitpunkt den Rücken zugekehrt und beobachtete sehr genau was in der Aufstellung geschah.
Ich stand dann einfach auf, stellte mich neben ihn und sagte: "Ich würde gerne in die Aufstellung gehen!" Er meinte, "Okay, stelle dich neben deinen Stellvertreter."

Als ich dann dastand, merkte ich nach einer kurzen Weile, dass dies so nicht passte. Denn ich stand ja dem Kind nicht direkt gegenüber, und es sah ja immer noch meinen Stellvertreter an. - Wilfried schien dies ebenfalls zu bemerken.... und er sah wohl auch, dass ich der Situation voll gewachsen war. Er bat meinen Stellvertreter etwas zur Seite zu gehen, und ich nahm meine Position ein und sah das Kind an.
Dies erforderte Kraft, Präsenz und Mitgefühl gleichzeitig.... aber ich merkte, wie ich mit all dem was gerade ist und war, da stehen konnte.

Wie in Aufstellungen üblich sollte ich dann noch einige Sätze zu ihm sagen, die Wilfried mir vorgab. - An die einzelnen Wortlaute kann ich mich nicht mehr erinnern.
Bei einem Satz zögerte ich... weil er sich so anhörte, als ob ich den Kontakt wieder abbrechen sollte....
Er wiederholte den Satz dann nochmals... und ich tat meine Bedenken kund - und dass ich mit ihm auf jeden Fall irgendwie in Kontakt bleiben wollte.
Das Kind sagte dann: "Wir machen noch etwas zusammen, okay?" .... und ich sagte zu. - Dies war mir wichtig, und was aus diesem letzten Satz wurde, weiß ich nicht mehr. Ich glaube, er wurde dann abgewandelt.

Ich brauche jetzt ja wohl nicht mehr zu erwähnen, dass dieses Seminar, welches für mich eigentlich eher zweite Wahl war, genau das richtige gewesen war. - Und Wilfried ist ein Meister, der es ermöglicht, sich der eigenen Wirklichkeit tatsächlich zu stellen!

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Tage später, als ich mit meiner Lebensgefährtin und ihren Schwestern abends Essen war, bemerkte ich, wie sehr innerlich locker in nun mit den Schwestern und beispielsweise mit der Bedienung umging.

Ich weiß ja, dass längere Seminare immer zu einer Energiesteigerung führen, die dann zu vorübergehenden Veränderungen führen.... wobei die Veränderungen dann nach und nach wieder nachlassen..... - Aber es gibt dann auch jedesmal etwas, was dann auch langfristig bleibt....

An diesem Abend bei meiner Innen-Raum-Reise bemerkte ich:
     Ich bin richtig glücklich!
Soweit ich zurückdenken kann.... habe ich noch nie gesagt (oder gedacht)!, ich wäre glücklich.

Samstag, 24. November 2012

Den Vater anschauen

Neben den allgemein sehr interessanten Themen und Übungen machten wir noch eine für mich besonders tiefgehende Übung, in welcher wir den Vater  ansehen  sollten. Wir sollten 3-er-Gruppen bilden, eine Person sollte den Vater anschauen, die zweite Person sollte sich als Stellvertreter des Vaters zur Verfügung stellen, die dritte Person war Stellvertreter für die Mutter. - Dabei sollte darüber hinaus nichts gesprochen oder getan werden.

Da es nicht aufging, sagte Joel, dass er auch mitmachen würde. Als dann eine Person nicht mitmachen wollte, ergab es sich dass ich dann mit Joel diese Übung zu zweit machte. (Um die Mutter auch dabei zu haben legten mehrere Meditationskissen aufeinander.)

Zunächst stand er für meinen Vater, und ich schaute ihn an.
Ich merkte in mir eine starke Abwehr. Ich merkte wie ich in mir viele Vorwürfe hatte, weil er als ich noch sehr klein war sehr streng war, mich geschlagen hatte, und weil er nie emotional offen gewesen war, nie Nähe zugelassen hatte.....
Nach einer Weile erinnerte ich mich innerlich mehr an meinen Vater, wie er heute ist: Schon sehr alt, und jedesmal dünner und zerbrechlicher. Ich ich erinnerte mich daran, wie er sich jedesmal freut, wenn ich mal wieder eine Reise in die alte Heimat mache, und wir uns sehen. - Dies rührte und berührte mich sehr.

In der zweiten Runde war ich der Stellvertreter seines Vaters.
Ich merkte, wie ich aufgrund meines eigenen Schicksals und der eigenen Belastungen an der totalen persönlichen Grenze war. - In mir war immer wieder ein Bedauern, dass ich meine beiden Söhne nie wirklich in den Arm nehmen konnte, aber ich merkte, die beiden müssen jetzt einfach funktionieren, sonst kann ich all das Schwere als alleinerziehender Vater nicht managen....

Joel erzählte mir übrigens, dass es ihm als Stellvertreter meines Vater ähnlich ergangen war. Auch er spürte in der Rolle, dass er aufgrund seines Schicksals an der Grenze war und es einfach nicht anders ging. Und auch er spürte das Bedauern.


Während ich meinen Vater anschaute konnte ich ihn ja bereits mehr und mehr so lassen und akzeptieren wie er war.
Aber auch die andere Seite zu spüren, als Stellvertreter von Joels Vater, hatte dann auch noch etwas sehr heilendes, weil dann nochmals klar wurde, dass es für ihn einfach nicht anders ging, und da einfach auch ein Bedauern seinerseits deswegen da war und auch da ist.

Joel erzählte mir auch, wie er seinem Vater, einige Wochen vor dessen Tod, dann doch noch die Hand gehalten hatte - und wie sein Vater dann in einer anderen Situation seine Hand ergriffen hatte.... - Auch dieses Thema berührte mich sehr, da mein Vater auch nicht mehr lange sein wird.


Die Mutter wird dann bei dem nächsten Treffen im Januar dran sein.
In dieser Übung wurde sie nur als Zeugin hinzugenommen.
Dabei wurde ihr aber auch zugemutet werden, dass (auch) der Vater angesehen wird!

Dienstag, 26. April 2011

Den Eltern und sich selbst gerecht werden

An anderer Stelle schrieb ich über das Thema: "Eltern" - bzw. über das Thema "schmerzhafte Erfahrungen aus der Kindheit".... - und ob "den eigenen Eltern zustimmen" dazu führt, eigene schmerzhaften Gefühle zu verraten und als nichtig und unwichtig zu erklären?

Ich finde, dies ist auch für "Das Tao der Zustimmung" ein wichtiges Thema, deshalb möchte ich diesen Beitrag auch hier posten:

Meiner Ansicht nach ist es wichtig, eine grundlegende Unter­schei­dung zu treffen:

Bei mir war vieles in der Kindheit wirklich schlimm für mich - und es schränkt mich heute noch sehr in meinem Leben ein, gerade wenn es um zwischenmenschliche Kontakte geht.

Das Andere ist: Eltern sind nicht ideal.... es geht in jeder Kindheit auf die ganz eigene Art einiges schief. - So ist das Leben! Ja, das gehört genauso zum Leben wie die Tatsache, dass wir geboren werden, dass wir sterben werden, dass wir essen und trinken müssen....

Oder nochmals von einer anderen Seite betrachtet:
Was wäre, wenn in das Krankenhaus, in dem meine Mutter entbunden hat, während meiner Geburt der Blitz eingeschlagen hätte - und ich deshalb behindert wäre.
Ich könnte dann mein ganzes Leben sagen: "Scheiß Krankenhaus!", "Scheiß Blitz!", "Scheiß Leben!", "Warum gerade ich ....!".
Ja, ich könnte mein Leben lang mit dem Schicksal hadern..... Aber würde es etwas bringen?
Mit dieser innerlichen Haltung hätte ich nie die Möglichkeit, mit innerlich Weiterzuentwickeln, mich meinem Leben zuzuwenden, das Beste daraus zu machen..... und meinen An-Teil an der Welt zu leben.

Ja, natürlich wäre da ein Schmerz, eine Traurigkeit über all das, was mir im Leben entgehen würde, eine Wut auf das Leben auch...... und es ist wichtig dem Raum zu geben und es zu sehen..... und ich sage auch hier "und es zu heilen".

Und es ist wichtig, gleichzeitig das Thema auch von der Schicksals-Seite zu sehen.... zumindest die innerliche Bereitschaft zu entwickeln, seinem Schicksal zuzustimmen.
Wo vorher noch Hadern und Tunnelblick war, da gibt es nun plötzlich Freiheit!

Vor einigen Monaten schrieb ich übrigens schon einen anderen Beitrag zu diesem Thema: "Kindheit / Schicksal".

Mittwoch, 16. Februar 2011

'Alte Bekannte' umfassen und fühlen

Ich habe mich eben wieder mal etwas ausführlicher auf mein Innenleben eingelassen.... und dabei einfach die vielen 'alten Bekannten' wieder gefühlt und umfasst (umarmt).

Es war immer wieder ein Druck da, irgendetwas zu lösen und irgendwie vorwärts zu kommen. - Und es war immer wieder einfach nur Spüren da.... auch meinen Kiefer z.B. wieder...., Traurigkeit....

Ich habe alles liebevoll sein-lassen und ganz umfasst... das war sehr angenehm...

Samstag, 15. Januar 2011

Widerstand gegen das Schlimmste (II)

Der ältere Text von mir, den ich in meinem letzten Beitrag hier veröffentlichte, brachte mich dazu, mich noch tiefer mit diesem Thema zu beschäftigen:

"Widerstand und Zustimmung" kann man unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten.
Man kann schauen, wo man in der aktuellen Situation vom Widerstand zur Zustimmung kommen kann, damit das aktuelle Problem sich auflöst.
Ebenso kann man schauen, wo ich beim "Nach-innen-gehen" im Widerstand bin.... (etwa im Widerstand gegen ein Gefühl)..... Sich also fragen, zu was ich hier 'Ja'-Sagen kann und muss.... damit das Innenleben wieder in Fluss gerät.

Neben dem eben genannten gegenwartsbezogenen Vorgehen brachte meine Beitrag "Widerstand gegen das Schlimmste" einen weiteren Gesichtspunkt:
"Welche Bereiche des Lebens funktionieren nicht... und was ist hier der Widerstand der diese Lebensbereiche blockiert?"
Ja, es kann ja sein, dass im Berufsleben ständig etwas schief geht, bei Freundschaften, in Liebesbeziehungen, in der Freizeit, ..... , oder in all diesen Bereichen zusammen....
und es kann sein, dass der Grund dafür alter Widerstand ist,
dass der Grund hierfür ist, dass wir etwas auf gar keine Fall und unter gar keinen Umständen erleben und erfahren wollen..... und wir deswegen lieber ganze Lebensbereiche blockieren und einschränken..... (und wahrscheinlich das Ganze sogar noch ohne es selbst zu merken)

Ja, es ist die Frage,
gegen welche grundlegende Erfahrung leisten wir eigentlich in Wirklichkeit Widerstand, wenn wir beispielsweise mit aller Macht vermeiden wollen, im Berufsleben schlecht dazustehen! (Nur mal als Beispiel.)
Was würde es negatives über mich aussagen, wenn ich tatsächlich mal etwas falsch machen würde und Andere dies bemerken?
Was würde dann passieren?
Wie würde ich mich dann fühlen?

Die Antwort auf diese Fragen führt möglicherweise zu dem, was ich hinter all meinem Widerstand in Wirklichkeit befürchte, was ich mit aller Gewalt in meinem Leben vermeiden will.

Ist es unter diesen Umständen nicht verständlich, dass Widerstand zu Angst und Tunnelblick führt.... und dass der Blick auf Erkenntnis und Weiterentwicklung verschlossen ist, solange das Ganze nicht angeschaut werden kann?

Ja, eine Lösung aus diesem Dilemma wäre, dieses schlimmste Gefühl, das was ich immer vermeiden wollte.... daseinzulassen und zu fühlen....
Aber vielleicht ist vorher noch ein anderer Schritt nötig:
Dem Zuzustimmen, dass es mir ganz grundsätzlich passieren könnte, dass ich in beruflichen Dingen einen Fehler mache und dann getadelt werden.... einfach erlauben, dass dies passieren könnte..... den Widerstand dagegen aufgeben.... (und trotzdem die Schritte tun die möglich sind um es zu verhindern).
(Zustimmen bedeutet ja nicht, es mutwillig durch Handlungen herbeizuführen,
sondern nur, im eigenen Herzen seine Existenz zu erlauben.)

Widerstand gegen das Schlimmste

Bill Ferguson, dessen Methode ich hier in meinem Blog ja bereits vorstellte, schrieb einige sehr interessante Dinge zum Umgang mit Widerstand.
Hier ist ein älterer Text von mir, in dem ich einiges aus diesem Ansatz zusammenfasste:

Bill Ferguson stellt auf seiner Internetseite (www.masteryoflife.com) sehr ausführlich seinen Ansatz für den Umgang mit Widerstand und Loslassen vor.

Dabei zeigt er auf, wie sehr "innerlichen Widerstand gegen etwas leisten" zu innerlichem Stress führt - ja, zu einer Art "Tunnelblick".
Je mehr wir auf einem Lebensgebiet innerlich Widerstand gegen etwas leisten, umso problematischer läuft unser Leben auf diesem Gebiet.
(Wenn z.B. jemand befürchtet, seine Partnerin könnte ihn verlassen, und wenn er gegen das mögliche Verlassenwerden innerlichen Widerstand leistet, dann erhöht er hierdurch das Risiko, tatsächlich verlassen zu werden enorm. )
Laut Ferguson gibt es bestimmte Dinge, die uns besonders stressen, gegen die wir besonders Widerstand leisten, vor denen wir ganz besonders Angst haben, die wir ganz besonders mit aller Macht vermeiden wollen.
Dies sind die Gebiete, auf denen unser Leben besonders problematisch funktioniert, weil wir eine innere Verletzung haben... an die wir jegliche Erinnerung mit aller Macht verhindern wollen (... und uns somit selbst sehr einschränken)! - Ferguson empfiehlt, auch hier den Widerstand aufzugeben und es zuzulassen, diese Gefühle wieder zu fühlen - um sie letztendlich loszulassen....

Freitag, 14. Januar 2011

[Verletzt durch Andere]

Niemand kann dich verletzen,
das kannst nur du selbst -

indem du die Gefühle,
welche aufgrund äußerer Situationen
oder anderer Menschen
in dir entstehen,
nicht fühlen willst!


Freitag, 15. Oktober 2010

Widerstand als Versuch, zu kontrollieren

In einem Kommentar zu meinem letzten Beitrag wurde ich von "Anonym"  nach dem Zusammenhang zwischen Stress, bzw. großer Belastung, und Widerstand gefragt.

Meiner Ansicht nach ist Widerstand kein Automatismus,
der durch Belastungen, von welcher Art auch immer, ganz mechanisch hervorgerufen wird.
Stattdessen ist er etwas, das wir selbst "machen"....
weil wir denken, dass wir mit Hilfe von Widerstand die Situation oder unsere Gefühle kontrollieren können.... (mit meinen bisherigen Beiträgen versuchte ich aufzuzeigen, dass diese Kontrolle  nicht funktioniert).

Ich stimme dir, Anonym, natürlich zu, dass Zustimmung und Hingabe schwierig sein kann, wenn sehr viel auf Einmal auf uns einwirkt.

Doch wenn wir wenigstens einen Teil des Widerstands aufgeben, wenn wir nur einem Teil unserer Gefühle zustimmen können, wenn wir nur einen Teil unseres Problems wirklich ansehen können,
sind wir einen Teil mehr im Fluss,
haben wir einen Teil mehr Inneren Frieden,
haben wir einen Teil mehr Lebensqualität.....

Psychischer Schmerz....

..... ist etwas, das es eigentlich garnicht gibt.

Er entsteht, wenn man gegen eigene Gefühle Widerstand leistet
(je mehr Widerstand - umso mehr Schmerz).

Donnerstag, 30. September 2010

Widerstände aufgeben

Einer, von dem ich einige in meinen Augen sehr interessante Dinge über das Aufgeben von inneren Widerständen gelernt habe, ist "Bill Ferguson" mit seiner Internetseite MasteryOfLife. Dort kann man eine Vielzahl aufeinander aufbauender Artikel lesen, indem man sich einfach nur durch die linke Menüleiste durchklickt.

Bill Ferguson beschreibt, wie das "Widerstand-leisten" gegen "Etwas-was-ist", oder auch einfach nur gegen "Etwas-das-möglicherweise-eintreten-könnte" zu innerem Stress, Angst und Tunnelblick führt..... und wie eben das Aufgeben dieses inneren Widerstands zu Innerer Freiheit und zu dem Wissen führt, was in dieser Situation getan werden kann.
Das was ich gestern unter "Grundlegende Vorgehensweisen beim Zustimmen" schrieb, ist genau so ein Beispiel für das Aufgeben des Widerstands!

Für mich ist dieses beschriebene Basic schon wichtig. Man kann jederzeit aufhören, gegen etwas innerlichen Widerstand zu leisten - und wenn man damit aufhört, dann wird nicht etwa alles schlimmer - nein, dann verschwinden Angst und Tunnelblick, die Sicht wird klar, die nächsten Schritte sichtbar....

Bill Ferguson leitet darüber hinaus jedoch auch dazu an, wie man die Lebensbereiche aufspüren kann, in denen einfach nichts funktioniert - eben weil man sie selbst durch innere Widerstände blockiert hat - und wie man diese Widerstände aufgeben kann.
In einem weiteren Schritt kann man sogar den grundlegenden Schmerz finden: ein Gefühl, das man bisher mit aller Macht auf keinen Fall spüren wollte. Dieses "das grundlegende Gefühl auf keinen Fall spüren wollen" ist ja ebenfalls ein innerer Widerstand, welcher jedoch häufig die Ursache für viele andere Widerstände im Leben ist.

Für mich genügt es jedoch zunächst einfach schon, theoretisch zu wissen (und durch praktische Erfahrung bestätigt zu haben), welch grundlegenden Vorteil das Aufgeben des Widerstands mit sich bringt.

Am 01.10.2010 19:55 nochmals überarbeitet. - Weitere Beiträge zu diesem Thema folgen!