Sonntag, 2. Juni 2013

Momentaufnahmen

Alles was ich hier in meinem Blog über mein eigenes Leben schreibe, sind Moment­auf­nah­men des jeweiligen Augenblicks.
Sie spiegeln nur einzelne Aspekte meines Leben wieder.... - zu den Zeitpunkten, zu welchen ich (warum auch immer) meine, hier etwas schreiben zu wollen.....

Seit Jahresanfang ist einiges in meinem Leben geschehen, was ich für mich als Erfolg oder Weiterentwicklung interpretiere. - Dennoch ist vieles ungeklärt.... und ich habe zum Beispiel noch keine Ahnung, was sich denn nun mit dem Erfolg bei meinem Nähe-Thema ganz konkret in meinem Leben ergeben soll.....

Die für mich wertvollste Änderung ist eigentlich, dass ich nun in der Lage bin, jederzeit auf eine Art und Weise "zu mir" zu gehen, die sich für mich selbst-akzeptierend und angenehm anfühlt....

Vor zwei Tagen hatte ich mir eine Innen-Reise von einem Buch auf meinen MP3-Player gesprochen, in welchem es um Veränderung geht. Wenn man dann die Reise macht, dann kann man schauen, was man verändern will.... und sich mit diesem Thema auseinander­setzen. - Ich machte die Reise zum Thema "Erwachsen-Sein"... und fühlte mich während der Reise sehr in einer innerlichen Aufrichtung und Kraft....

Am nächsten Tag fühlte ich mich dann jedoch nicht gut. Ich hatte mehr und mehr den Eindruck, irgendwie schroff mit mir umzugehen.... und spürte irgendwie auch eine Art Verärgerung in mir.
Ich merkte dann auch, dass diese Innen-Reise in gewisser Weise etwas zwanghaftes hatte.... so nach dem Motto: "Entscheide dich jetzt für Veränderung!"
Und ich merkte, dass dies so nicht okay für mich war. Stimmig wäre für mich: "Ich stelle mich dem Thema 'Erwachsen-Sein'... so dass hieraus ein stimmiger Lösungsschritt entsteht." (Ja, "nicht an sich herumschreiben, sondern sich einfach nur mitten hineinbegeben - so dass von Innen heraus die Lösung entsteh", das ist dann doch mehr meines.)

Jedenfalls stellte ich mich dann heute diesem komischen, verärgertem, ausweichenden Gefühl.... Ich konnte es dasein lassen.... und als ich dann erlaubte, im Augenblick vielleicht noch nicht sowohl 'Erwachsen sein', als auch 'gut mit dem Inneren Kind umgehen' zu können, da löste sich der Konflikt innerlich und ich konnte wieder auf angenehme Art und Weise in mir und bei mir sein!

Samstag, 25. Mai 2013

Glückliche Vereinigung

Letztes Wochenende nahmen meine Lebensgefährtin und ich bei Wilfried Nelles an dem Seminar "Familien- und Lebensaufstellungen" teil. - Ursprünglich wollten wir uns eigentlich für den "Lebens-Integrations-Prozess (LIP)" anmelden, über den wir in seinem Buch gelesen hatten. Aber da stand, dass das Aufstellungsseminar Voraussetzung ist... und so meldeten wir uns dann eben zunächst mal für das "normale" Aufstellungsseminar an.
Als das Seminar dann immer näher kam, dachte ich, im Augenblick gar kein erwähnenswertes Thema zum Aufstellen zu haben... und ich dachte, ich würde sicherlich nicht allzu viel Nutzen aus diesem Seminar ziehen. - Gut mir hatte ja sein Buch zum seelischen Erwachsenwerden sehr gut gefallen. Sicherlich könnte ich das "Erwachsen-Sein" irgendwie zum Thema machen.....


Am ersten Tag dieses dreitägigen Seminars war ich also nur als Zuschauer und als Stellvertreter in der Aufstellung einer Teilnehmerin dabei....
Mehr und mehr dachte ich, mir vielleicht doch meine Beziehung zu meiner Mutter anzuschauen, die für mich auch etwas mit meinem Nicht-Erwachsen-Sein zu tun hat.
Und als ich am Abend im Hotel dann meine Innen-Raum-Reise machte - und checkte was gerade aktuell im mir los ist, da bemerkte ich in mir auch eine Angst: Wenn ich mich mit meinem Thema melden würde, dann müsste ich mich neben ihn setzen und wäre ihm und seiner für mich ungewohnten Arbeitsweise ja dann doch irgendwie ausgeliefert.....


Am zweiten Tag da merkte ich auch die Befürchtung, dass rein zeitlich vielleicht garnicht jeder der 21 Teilnehmer würde drankommen können. - Also meldete ich mich dann am Nachmittag.
Inzwischen, so dachte ich jedenfalls, war die Angst ihm ausgeliefert zu sein mehr in die Angst vor meinem Thema übergegangen....

Er winkte mich also zu sich.
Gleich als ich neben ihm saß fragte er mich, ob ich mein Stocken auf dem Weg zu ihm bemerkt hätte.
Nein, hatte ich nicht.
Er zeigte mir dann, wie ich zu ihm gegangen war, und einen Meter vor ihm gestockt hatte.... und dann nur noch ganz langsam und vorsichtig weitergegangen war. Ich hatte das nicht bemerkt, aber auch meine Lebensgefährtin bestätigte mir dies dann später.

Er bat mich, ihm zunächst einfach nur in die Augen zu schauen. - Sein Blick war sehr offen und freundlich. Ich merkte zwar, wie ich zwar immer wieder durch ihn hindurchschaute..... gleichzeitig merkte ich auch wie ich mich deutlich beruhigte.....

Er sagte, er hätte in meinen Augen einen "großen Schrecken" gesehen.
Ich spürte nach, und merkte, wie etwas in mir froh war, endlich gesehen zu werden.
Ja, da war ein Schrecken..... eingefroren und unbemerkt.....


Es gab dann eine Aufstellung, die mit dem Schrecken zu tun hatte.... und die ziemlich brutal war. (Das war die einzige Aufstellung, in welcher dann auch einige Teilnehmer hinausgegangen waren.)
Ich war bei dieser Szene innerlich auch nicht richtig anwesend - fühlte mich von ihr garnicht so sehr berührt.
(Was da eigentlich wirklich los war, blieb in Unklaren - dennoch enthielt diese Szene sogar eine Art Befreiungsbewegung.)

- Gut, das Ganze würde wohl noch nachwirken müssen! -


Für mich war dann am Abend doch alles mehr oder weniger erklärbar... Ich dachte, dies wäre ein 'übernommener' Schrecken von meiner Mutter, die ja als Kind einiges traumatisches erlebt hatte. - Bis ich dann am nächsten Morgen eine Erinnerung an einen alten Traum hatte..... und plötzlich wieder wusste, dass es da auch einen eigenen Schrecken in mir gab.....

Wir waren in der Gruppe die ersten beiden Tage schnell vorangekommen, so dass für den dritten Tag nur noch zwei Teilnehmer übrig waren.
Ich sagte in der Einführungsrunde, dass ich gerne nochmals drankommen würde. Einer anderen Teilnehmerin ging es ebenso.

Diesmal verlief mein Weg zu ihm folgendermaßen: Aufstehen. Einen Schritt gehen. Seufzen und tief durchatmen. Um dann doch zielstrebig zu ihm zu gehen.

Es gab dann nochmals eine Aufstellung.
Während der Aufstellung zeigte sich, dann, dass die Wahrheit über das, was da wohl geschehen war, und wer daran beteiligt war, ziemlich unerheblich war.
Es zeigte sich, dass lediglich der Stellvertreter für mich wichtig war... und dass ein zweiter Stellvertreter für den innerlichen Schrecken, für das innere Kind, benötigt wurde.

Wilfried nahm als Stellvertreter für meinen Kindheits-Teil einen Teilnehmer, der im Rollstuhl saß - wohl auch deshalb, weil dieser total viel Erfahrung mit Aufstellungsarbeit hatte, und weil somit sichergestellt war, dass er ganz in das hineingehen würde, was er spüren würde - ohne zu zögern, und ohne Interpretationen.
Und das tat er auch.
Er bog sich und wälzte sich förmlich vor psychischem Schmerz (so dass man schon Angst bekommen konnte, er würde aus dem Rollstuhl fallen). - Schließlich kam mehr und mehr suchend eine Hand von ihm heraus....
Wilfried sagte zu meinem erwachsenen Stellvertreter: "Da musst du jetzt hingehen, der braucht dich jetzt!" -
Und da der Stellvertreter zögerte: "Der macht das nicht mehr lange!"

Auch in mir selbst auf meinem Stuhl hatte sich in dieser Zeit einiges getan:
Über Nacht hatte ich noch daran gedacht, wie abwesend ich doch bei meiner Aufstellung gestern gewesen war....
Und dass es zwar bei Aufstellungen nicht notwendig oder gefordert ist, jedoch - genauso wie bei den Innen-Raum-Reisen - es sicherlich sehr hilfreich wäre, wenn man auch als Zuschauer der eigenen Aufstellung total anwesend und präsent ist.

Diesmal gelang mir dies. Ich war total bewegt und mitgenommen, und es gab Phasen, wo mir total die Tränen flossen....
Aber ich konnte mehr und mehr in die Präsenz gehen, wie ich es bei Joel gelernt hatte. (Darauf bin ich sehr stolz.)

Als mein erwachsenen Stellvertreter dann so zögerte, zu dem schmerzgepeinigten Kind hinzugehen, da war ich selbst innerlich schon weiter.... und wäre sehr wohl schon bereit gewesen, da hin zu gehen.
Ich dachte dann noch, dass es außen natürlich schon leichter ist... und fragte mich, ob ich wirklich ohne zuzumachen, ohne innerlich wegzugehen in dieser Situation da wirklich würde hingehen können.....

Schließlich ging mein Stellvertreter dann hin und nahm die herausgestreckte Hand des gepeinigten Kindes - legte ihm seine andere Hand auf den Rücken.

Das Kind wurde dann nach und nach (eigentlich doch recht schnell) ruhiger.... und saß dann irgendwann sogar wieder aufrecht da während ihm mein Stellvertreter dann wieder gegenüberstand und es ansehen sollte.

Ich selbst war inzwischen sehr in meiner inneren Kraft und wollte nun selbst in meiner Aufstellung an meiner erwachsenen Position stehen.
(In Familienaufstellungen wird dies am Ende einer Aufstellung oft gemacht, dass derjenige dann an seine eigene Position in die Aufstellung geht. - Zumindest dann, wenn der Aufstellungsleiter denkt, dass derjenige die Lösung innerlich jetzt schon voll annehmen kann. - Wilfried hatte an diesem Seminar jedoch nur einmal eine Teilnehmerin persönlich hineingenommen.)

Egal - ich war jetzt sehr in meiner Kraft.
Wilfried hatte mit zu diesem Zeitpunkt den Rücken zugekehrt und beobachtete sehr genau was in der Aufstellung geschah.
Ich stand dann einfach auf, stellte mich neben ihn und sagte: "Ich würde gerne in die Aufstellung gehen!" Er meinte, "Okay, stelle dich neben deinen Stellvertreter."

Als ich dann dastand, merkte ich nach einer kurzen Weile, dass dies so nicht passte. Denn ich stand ja dem Kind nicht direkt gegenüber, und es sah ja immer noch meinen Stellvertreter an. - Wilfried schien dies ebenfalls zu bemerken.... und er sah wohl auch, dass ich der Situation voll gewachsen war. Er bat meinen Stellvertreter etwas zur Seite zu gehen, und ich nahm meine Position ein und sah das Kind an.
Dies erforderte Kraft, Präsenz und Mitgefühl gleichzeitig.... aber ich merkte, wie ich mit all dem was gerade ist und war, da stehen konnte.

Wie in Aufstellungen üblich sollte ich dann noch einige Sätze zu ihm sagen, die Wilfried mir vorgab. - An die einzelnen Wortlaute kann ich mich nicht mehr erinnern.
Bei einem Satz zögerte ich... weil er sich so anhörte, als ob ich den Kontakt wieder abbrechen sollte....
Er wiederholte den Satz dann nochmals... und ich tat meine Bedenken kund - und dass ich mit ihm auf jeden Fall irgendwie in Kontakt bleiben wollte.
Das Kind sagte dann: "Wir machen noch etwas zusammen, okay?" .... und ich sagte zu. - Dies war mir wichtig, und was aus diesem letzten Satz wurde, weiß ich nicht mehr. Ich glaube, er wurde dann abgewandelt.

Ich brauche jetzt ja wohl nicht mehr zu erwähnen, dass dieses Seminar, welches für mich eigentlich eher zweite Wahl war, genau das richtige gewesen war. - Und Wilfried ist ein Meister, der es ermöglicht, sich der eigenen Wirklichkeit tatsächlich zu stellen!

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Tage später, als ich mit meiner Lebensgefährtin und ihren Schwestern abends Essen war, bemerkte ich, wie sehr innerlich locker in nun mit den Schwestern und beispielsweise mit der Bedienung umging.

Ich weiß ja, dass längere Seminare immer zu einer Energiesteigerung führen, die dann zu vorübergehenden Veränderungen führen.... wobei die Veränderungen dann nach und nach wieder nachlassen..... - Aber es gibt dann auch jedesmal etwas, was dann auch langfristig bleibt....

An diesem Abend bei meiner Innen-Raum-Reise bemerkte ich:
     Ich bin richtig glücklich!
Soweit ich zurückdenken kann.... habe ich noch nie gesagt (oder gedacht)!, ich wäre glücklich.

Montag, 7. Januar 2013

Nähe-Session III + IV

Im Laufe der Nacht auf Sonntag war eine tiefe innerliche Öffnung dann mehr und mehr zurückgegangen. Als ich am Sonntag Vormittag wieder zu dem Kurs ging, war ich wieder relativ verschlossen und auch nicht so kontaktfreudig.

Ich verhielt mich dann auch eher zurückhaltend, sagte, ich müsse erst wieder hier ankommen..... - Im Laufe der Vormittag-Session konnte ich mich dann schon wieder etwas öffnen.


Dann wurde jedoch eine Übung angesagt, die man zu zweit machen sollte... und bei der einer quasi der Begleiter war, der den Anderen am Schluss des Prozesses mit offenen Armen und freundlichen Augen empfangen sollte.....

Ich merkte, diese intensive Erfahrung könnte ich nur mit einer Person machen, die mir sehr sympathisch ist. - Andererseits könnte ich der Person, welche mit mir die Übung macht, jedoch nicht das bieten, was man in der Begleiter-Rolle bieten sollte.... (die offenen Arme und freundlichen Augen). - Somit wollte ich auf niemanden zugehen.... denn die Person, die die Übung mit mir machen würde, hätte mit mir ja praktisch die Arschkarte gezogen.
Somit blieb ich bei der Partnerwahl passiv, .... und sagte dann schließlich, dass ich nicht mitmachen würde.

Ich suchte mir dann einen Sitzplatz, an welchem ich mich an der Wand anlehnen konnte und setzte mich auf eine Decke.

Das Ganze war für mich schon sehr schwierig... und ich musste sehr bewusst bleiben und im Hier und Jetzt in mich spüren, um nicht in ein innerliches Drama einzusteigen, um nicht in einen 'innere Film' zu gehen.

Dabei halfen mir verschiedene Dinge, die ich bei Joel oder auch aus anderen Methoden gelernt hatte.
Insbesondere fiel mir da auch ein Satz von Joel ein, der in irgendeiner Seminar-Situation mal gesagt hatte: "Wenn ich wollte, dann könnte ich jetzt in die Verletzung gehen!"
Ja, und wenn ich gewollte hätte, hätte ich jetzt sehr leicht in einen inneren Film, in ein innerliches Drama rutschen können....
Ich erinnerte mich dann auch daran, dass wir ja gerade im letzten Wochenende ausführlich über die verschiedenen Arten von Gefühlen (siehe auch meinen Beitrag "Unterscheidung in 5 Gefühls-Arten") und über das "in einen inneren Film gehen" geredet hatten.
Somit wusste ich, wie wichtig es war, bewusst zu bleiben und genau zu schauen, was JETZT im Augenblick in mir vorgeht..... in den Körper spürend.... , spürend, welche Gefühle hier im Augenblick anwesend waren...

Mir ging es da nicht schlecht in dieser Situation. Es war einfach stimmig, in diesem Augenblick diese Übung nicht mitzumachen. Ich musste nur einfach sehr aufpassen, um nicht in den alten mir sehr gut bekannten Film zu kommen, dass ich nun in der Gruppe hier ausgeschlossen bin, dass ich nun nicht mehr dazugehöre, ..... und dass ich mit meiner Verschlossenheit die anderen hier eigentlich in ihrer Offen-Sein störe.


Nach diesem für die Beteiligten recht intensiven "Tanz" (und für mich ebenfalls recht intensivem Prozess) sollte man dann seine Freude über das erlebte tanzen. Die Anderen waren teilweise recht überschwänglich.... fielen einander um den Hals.
Ein Teilnehmer kam dann zu mir, um mir die Hand zu reichen und mich wieder in die Gruppe zu holen. - Ich war mir noch unschlüssig, ging jedoch dann doch mit.


Dann kam schon wieder das Nächste:
Hier sollten sich ebenfalls jeweils wieder zwei Übungspartner zusammenfinden. Der eine sollte dem anderen, der auf dem Boden liegt, ganz sanft (wie einem kleinen Baby) über das Gesicht streicheln. - Um Schluss sollte er dann dem anderen wieder in eine sitzende Position kommen lassen.... und ihm dann mit einem freundlichen Blick empfangen.

Hier ging es mir dann wie vorher:
Es wäre für mich nicht einfach gewesen, diese Nähe anzunehmen, sie zuzulassen. - Aber umgekehrt wäre ich in jedem Fall nicht in der Lage, meinem Übungspartner diese große Offenheit zu geben.

Also wieder dasselbe Spiel: Wieder nicht mitmachen und auf einer Decke ganz zentriert mit dem Rücken an der Wand dasitzen!. - Wieder war ein größeres Maß an Aufmerksamkeit nötig.... ich konnte jedoch in Einklang mit den nun mal vorhandenen innerlichen Gegebenheiten gehen....

Dabei kamen natürlich schon wieder das Thema, nun endgültig von der Gruppe abgehängt worden zu sein.... und nicht dazuzugehören.
Ich hatte ursprünglich ja auch gedacht in die Fortgeschrittenen-Gruppe einsteigen zu können.... zumindest darauf zu drängen, dass ich dort einsteigen darf. Doch hier sah ich nun alle meine Felle davonschwimmen.....


Da diesmal Adriana ja nicht mitmachte, überlegte ich noch für einen kurzen Augenblick, ob ich sie nicht fragen könnte, ob sie die Übung nach dem Wechsel (also dem Rollentausch) mit mir machen würde.
Ich konnte mich dann aber nicht dazu entschließen... da ich befürchtete, dass ich dies dann vielleicht als zu aufdringlich empfinden würde... Und in der liegenden, empfangenden Position hätte ich das Ganze dann auch nicht so steuern können.... wie es im Notfall vielleicht nötig gewesen wäre.
(Ich wusste ja noch, wie ich in unserer K!KG-Gruppe einmal in mein Nähe-Thema hineingerutscht war - so sehr, dass meine Freundin dann hinterher zuhause meinte, ich hätte richtig traumatisiert gewirkt. An diesem Abend hatte ich mir dann an der Bettkante ganz kräftig das Schienbein aufgeschlagen, obwohl ich mich sonst eigentlich nie verletze.)
Jedenfalls fühlte es sich dann doch nicht so passend an und ich ließ es.

Ich merkte dann, dass ich das Bedürfnis hatte, meine Brille abzulegen und mir selbst mit den Händen zart über das Gesicht zu fahren. - Das war gut, und ich war in Einklang mit der Situation.


Der nächste Tanz war dann auch wieder ein "Feiern des Erlebten"!
Ich merkte, dass ich sitzen bleiben wollte, und wippte nur mit zur Musik.
Zweimal wollte mich dann jemand wieder mit hineinholen, aber ich winkte dann ab. Ich dachte dann auch: "Ihr müsst jetzt nicht meinen, dass ihr euch um mich kümmern müsst. Mit mir ist alles okay"!

Zum Abschlusskreis kam ich dann wieder dazu - und hatte auch den Eindruck, hier gut aufgenommen zu werden.

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In der Mittagspause wollte ich dann jedoch nicht mit Essen gehen, sondern in dieser Zeit für mich sein. Deshalb fuhr ich nach Hause. - Ich hatte jedoch Bescheid gesagt, dass zur Nachmittag-Session wieder komme.

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Bei diesem Kurs gab es ja keine "Rückmelderunden".
Am Anfang hatte jeder Gelegenheit gehabt, zu sagen was ihn in diesen Kurs bewegt hat - und nun nach dem Mittagessen gab es schon die Abschlussrunde. Hier sollte jeder sagen wie es ihm geht - und was er mitnimmt. (Danach sollte es dann nur noch eine abschließende, eher integrierende Tanz-Session geben.)

In dieser Abschlussrunde sollten wir dann alle noch etwas näher zusammenrücken, so dass ich mit meinen beiden Nachbarinnen praktisch auf "Tuchfühlung" war. Dies war dann auch schön, weil ich dann durch zufällige und un-zufällige Berührung auch nochmals spürte, dass ich hier wirklich noch dazugehörte.

Ich erzählte dann auch ehrlich, was bei mir los war. - Auch von meinen Ängsten, nun nicht mehr dazuzugehören.
Und ich bemerkte, dass bei diesen Worten schon auch eine Traurigkeit in mir war...

Adriana sagte, dass es im Biodanza keine Rückmeldungen gibt, sie aber noch etwas Grundsätzliches zu Biodanza sagen möchte.
Dann erzählte sie, wie wichtig die "Selbstregulierung" wäre, und dass sie es gut findet, wie genau ich nachspüre, was für mich richtig ist und wie ich auf mich achte.


In der nun folgenden Session war ich dann schon wieder (innerlich) "weicher" und offener.
Ich hatte noch viele Gelegenheiten zu schauen, wie ich das Angebot an Nähe, welches an vielen Stellen ja wirklich vorhanden war, nutzen konnte.... und wo ich dann doch sehr verspannt war.... oder mich auch den Schritt nach außen vielleicht garnicht traute....

Es war dann auf jeden Fall sehr schön!


Am Schluss überlegte ich mir dann noch, nun Adriana doch zu fragen, ob ich in den Fortgeschrittenen-Kurs kommen darf. - Ich rechnete eigentlich damit, dass sie mir erklären würde, ich wäre hierfür doch noch zu sehr verschlossen.
Stattdessen antwortete sie jedoch: "Das würde mich sehr freuen!"
Sie erklärte mir dann, dass ich mich ja sehr fortgeschritten verhalten hätte Sie meinte auch, dass ich mich sehr fortschrittlich verhalten hätte. Die Meisten hätten sich selbst, wenn sie nicht an einer Übung hätten teilnehmen können selbst sehr stark verurteilt.

Montag, 24. Dezember 2012

Zustimmung und Veränderung 2013

Seit ich am 07. Dezember (m)einen Blick in das (heute Nacht hier von mir vorgestellte) neue Buch der Zurhorst's ("Liebe dich selbst und entdecke, was dich stark macht") geworfen habe, entstand in mir der Wunsch mir das Thema "Veränderung" näher anzuschauen.

Veränderung meines Lebens in die Richtung, in welcher ich es gerne hätte.
Veränderung unter Anwendung von all dem, was ich ja schon kenne - und mit Unterstützung von dem, was mir dieses Buch und die dazugehörige Übungs-CD vielleicht bieten.

Und Veränderung.... auf Basis und in Übereinstimmung mit "Zustimmung".

Dies ist ein Projekt, welches ich mir für 2013 vorgenommen habe, und womit ich schon jetzt, wo ich ja Urlaub und somit mehr Zeit habe, starten werde!

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Ich habe mich übrigens gestern mit Hilfe dieser CD mal durch die Innen-Reise "Ziele von Innen Erreichen" führen lassen. - Ich habe zwar den Eindruck, dass ich hier erst noch schauen muss, wieso ich mich eigentlich nicht wirklich voranschreiten lasse.....
Aber ich wollte - sozusagen als Vorgriff - jetzt schon mal einen Blick in die Zukunft werfen....

Eigentlich ließ ich das Ziel erst während dieser Innen-Reise entstehen.
Ich merkte, wie der totale Wunsch da ist, wirklich total offen sein zu können..... Offen gegenüber dem Universum und dem Leben..... und mit ihm verbunden.... und auch offen und verbunden mit anderen Menschen. (Wobei ich bei dem "verbunden mit anderen Menschen" noch etwas vorsichtig war, weil dies ja etwas ist, wovor ich auch Angst habe.)

Und ich bemerkte auch die Sehnsucht, das was ich bin, das was mich ausmacht mehr in die Welt zu bringen..... das was ich zu bieten habe, der Welt zu geben.
Dazu gehört auch, das was das "Tao der Zustimmung" ausmacht, irgendwie von Mensch zu Mensch weitergeben zu können.... (aber das ist nur ein Aspekt von diesem Wunsch und Ziel).

Freitag, 2. November 2012

Behutsam mit mir umgehen....

Gerade letzten Mittwoch, als ich beim Augenarzt und dann ja doch noch arbeiten war, fiel mir auf, wie angespannt und verbissen ich mich da draußen im täglichen Leben immer verhalte.

Auf dem Heimweg ging mir dann durch den Kopf, nun wirklich mal darauf zu schauen, wie ich auch im Alltag behutsamer mit mir umgehen kann.  --  Auch dies ist vielleicht etwas, woran mich mein linkes Auge erinnern wollte.

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Heute in meiner 'Sitzung' (ich machte eine Innen-Raum-Reise, geführt von einer Anleitung auf CD) kümmerte ich mich dann um das Thema "Behutsam mit mir umgehen".

Ich merkte dann, wie sehr ich das gesamte innerliche und körperliche Blockiert-Sein, die gesamte innerliche und körperliche Anspannung loswerden will. - Ja, endlich loswerden, was schon so viele Jahre an mir hängt.

Da merkte ich, dass das "Thema vor dem Thema" ist, dass ich so verbissen das Blockiert-Sein (usw.) loswerden will. Denn dieses verbissene Loswerden-wollen ist ja gerade ein Element, was das Blockiert-Sein erzeugt.
Dieses verbissene Loswerden-wollen ist also das Thema, welches vor-an steht, welches erst mal gesehen werden will, welches erst mal mein "Ja" braucht. - Genauso wie das Blockiert-Sein, was ich ja meine loswerden zu müssen, mein "Ja" braucht.

Freitag, 18. Mai 2012

Mein Weg zum 'Tao der Zustimmung' (1)

In diesem Beitrag möchte ich beschreiben, wie ich zu dem hier in meinem Blog beschriebenen Weg der Zustimmung gekommen bin.

Als ich vor vielen, vielen Jahren in die Psychotherapie eingestiegen bin, hatte ich zunächst mit dem Gegenteil von Zustimmung zu tun. Damals suchte ich mir eine Therapeutin, welche die körperorientierte Therapieform "Bioenergetischer Analyse" (Bioenergetik nach Alexander Lowen) anbot. Bei dieser Methode wird davon ausgegangen, dass körperliche Verspannungen der Abwehr verdrängter Gefühle dient (was meiner Ansicht nach auch völlig richtig ist). Daraus wird dann gefolgert, dass man die unterdrückten Gefühle befreien (und somit bearbeiten kann), indem der körperliche Widerstand und die körperliche Abwehr mit Hilfe von Körperübungen solange gestresst wird, bis der Körper die Spannung nicht mehr halten kann, der Widerstand zusammenbricht und das Gefühl hervorbricht. - Dies hat leider bei mir nicht viel geholfen, da ich ein Mensch bin, der auf Druck mit noch mehr Widerstand reagiert und der auch unangenehme Situationen ewig lange halten kann.....

Nach 2,5 Jahren Bioenergetik erfuhr ich dann von der HAKOMI-Psychotherapie.
Hier wird der Widerstand vom Therapeuten nicht bekämpft, sondern im Gegenteil sogar als etwas sinnvolles und dazugehörendes vom Therapeuten unterstützt. Erst wenn sich das Unbewusste in der Therapie wirklich sicher fühlt, kann es den Widerstand und die Abwehr aufgeben, und die empfindlichsten Informationen und Gefühle wirklich auftauchen lassen.
Aufgrund meiner Erfahrungen leuchtete mir dies sehr ein, so dass ich schließlich wechselte.... und somit erste Erfahrungen damit machte, dass sich etwas nur dann wandeln kann, wenn es (zunächst) einmal da sein darf.

Während meiner Hakomi-Therapie lernte ich dann irgendwann auch 'Focusing' als Selbsthilfemethode kennen (siehe auch "Focusing - meine Erfahrungen damit"). Es gab schon damals neben meiner Therapie immer wieder Zeiten, in denen ich Focusing praktizierte. 
Auch im Focusing ist es wichtig, alles in einem selbst genau so zu nehmen, wie es ist.

Lediglich der 'Innere Kritiker' (oder der 'Innere Antreiber') wurde im ursprünglichen Focusing zunächst als etwas angesehen, was bekämpft und zum Schweigen gebracht werden muss, damit der Prozess nicht gestört wird.  - Erst später durch den Focusing-Dialekt von 'Ann Weiser Cornell' (siehe "Der Stimme des Körpers folgen") kam dann die Einsicht, dass auch der 'Innere Kritiker' eine gute Absicht hat (und er wahrscheinlich damals in der Kindheit auch nur dem Überleben diente), und man sich den Kritiker ebenso akzeptierend zuwenden sollte. (Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass hinter dem Inneren Kritiker meist eine Angst steckt und man den Kritiker in der Focusing-Sitzung fragen kann, wovor er sich fürchtet.)

Während und nach meiner Therapie zogen mich immer die verschiedensten Bücher an, in denen es um Selbstliebe, Selbstakzeptanz und darum ging, alles in sich selbst anzunehmen.... Ich wollte mehr darüber erfahren, wissen wie es geht, wie ich es anwenden kann.

Nach einem Umzug beendete ich dann meine Einzeltherapie und meine Workshop-Besuche
und beschäftige mich seither mit Selbsthilfemethoden und mit Möglichkeiten, mich selbst zu begleiten.
Dabei suchte ich nach den verschiedensten Ansätzen - Focusing, sowie einige Weiterentwicklungen von Focusing waren nur einige davon.

Schließlich lernte ich die 'Körperzentrierte Herzensarbeit' und später die 'Transformations­therapie' (und auch hier wieder einige ähnliche Methoden) kennen, bei welchen es um das akzeptierende und bejahende körperliche  Fühlen der  eigenen Gefühle geht.

Inzwischen war mir schon sehr klar, wie Akzeptanz und Selbstakzeptanz nutzbringend angewandt werden kann,
jedoch machte meine Wissen und meine praktische Erfahrung noch einmal einen großen Sprung, als ich die Internetseite von 'Bill Ferguson' kennenlernte, über den ich ja hier im Blog bereits in vielen Beiträgen schrieb. Von ihm lernte ich theoretisch und praktisch, wie hilfreich es ist, nicht nur den eigenen Gefühlen, sondern auch Sachverhalten, also äußerlichen (vielleicht unangenehmen) Bedingungen, zuzustimmen.
(Ja, es kann sogar sinnvoll sein, nicht nur den äußerlichen Bedingungen zuzustimmen, die bereits eingetreten sind - sondern sogar dem Eintritt eines zukünftigen Ereignisses zuzustimmen, dessen Eintreten man befürchtet.... z.B. den Partner oder die Arbeit zu verlieren.....
Dieses Zustimmung bedeutet ja nicht, dass ich dieses unerwünschte Ereignis haben will - sondern echte Zustimmung hilft, aus Angst und Tunnelblick auszusteigen..... und innerlich frei zu werden.... (um dann in einem zweiten Schritt auch schauen zu können, ob und wie man das Ganze aus dieser Inneren Freiheit heraus vielleicht im eigenen Sinne gestalten kann.....))


..... (Fortsetzung folgt) .....

Sonntag, 29. April 2012

[Das was auftaucht]

Das was (in uns) auftaucht
zeigt sich uns,
damit es einen Platz haben kann.

Samstag, 3. März 2012

Das Tao der Zustimmung (2)

Wie ich in meinem letzten Beitrag schrieb, hilft es häufig, einem Gefühl, einem Sachverhalt, einer äußeren Bedingung oder dem, was man befürchtet, einfach nur zuzustimmen.
Uns selbst wenn man nur dem eigenen 'Widerstand gegen das Zustimmen' zustimmt, oder der eigenen Ungeduld - dann ist man schon einen Schritt in "das Tao der Zustimmung" gegangen - raus aus dem Tunnelblick und rein in die Weitsicht.

Manchmal genügt das jedoch nicht, nur in die Zustimmung zu gehen. In diesem Fall muss man sich tiefer in das Thema hinein begeben:
Eine Möglichkeit, ein Thema tiefergehender zu bearbeiten ist, alle Gefühle zu fühlen, welche durch dieses Thema in einem ausgelöst werden. (In diesem Zusammenhang möchte ich auf meine Beiträge  'Das WICHTIGSTE beim "Gefühle fühlen"!', 'Anleitungen zum Gefühle-fühlen' und 'Körperzentrierte Herzensarbeit - meine Erfahrungen damit' verweisen.)

Eine Variante hiervon ist, die Gefühle nicht nur im Rahmen der gegenwärtigen Situation zu betrachten, sondern zu schauen, wann das Gefühl zum ersten Mal aufgetreten ist.
Oft ist ein Gefühl bereits in der frühen Kindheit zum ersten Mal aufgetreten.... und oft liegt die Ursache für "schwierige Gefühle" nicht beim Chef oder Lebenspartner..... sondern in unverarbeiteten Kindheitsgefühlen.... die endlich einmal angeschaut und gefühlt werden wollen.
Hier kann man sich also sowohl in das eigene innere Kind hineinbegeben..... und das Gefühl durch das innere Kind nochmals fühlen. Dabei ist man dann gleichzeitig noch als liebevoller Erwachsenen, der ganz andere Möglichkeiten als das Kind hat, mit dabei.
(Hier können Meditations-CDs von Robert Betz sehr unterstützen, siehe Beiträge,  'Davonlaufen, Fühl-CD und Fühlen' und 'Fühl-CDs - Teil 3'.)
(Ich persönlich finde es allerdings wichtig, sich selbst nicht immer mehr in einen inneren Erwachsenen und ein inneres Kind aufzuspalten, wie es in manchen "Inneres-Kind-Büchern" empfohlen wird. Hierbei wird nämlich immer mehr eine kindliche Seite in sich erschaffen, welches der innere Erwachsene dann immer aufwendiger versorgen muss. Stattdessen empfehle ich, den eigenen Kindlichen Teil in das eigene Herz zu nehmen und mit der eigenen Gesamtperson zu verschmelzen.- Auf den Meditations-CDs von Robert Betz geht es einfach darum, die Gefühle wieder in den Zusammenhang zu bringen mit den ursprünglichen Gefühlen aus der Kindheit, und sie dann in diesem Zusammenhang zu fühlen.... und damit auch zu Ende zu fühlen......)

Auch das von mir hier im Blog beschriebene 'Focusing' ist eine Methode, um das eigene "Thema" ganz tief in sich selbst wahrzunehmen und zu bearbeiten.

Der Schwerpunkt meines Weges sind jedoch die Innen-Raum-Reisen aus der hier bereits mehrfach erwähnten K!KG-Arbeit. Dabei setze ich mich allem, was in Zusammenhang mit einem "Lebens-Thema" in mir auftaucht, innerlich aus -  lasse mich davon anschwingen wie ein Windspiel, stimme allem was ist zu...... und lasse es sich von selbst weiterentwickeln.
Dabei kann es sein, dass ich auch nicht bei einem Gefühl bleibe (und dies vollständig bearbeite), sondern im Laufe des Prozesses das Gefühl wechselt, auf ein Gefühl also das nächste folgt.
Hier gibt es noch ein paar sehr wichtige Hilfsmittel wie "in die Weite gehen" oder auch die systemischen Komponenten eines Gefühls zu berücksichtigen... aber an dieser Stelle soll es erst mal genug sein.

Mehr Beiträge zu diesem Thema auch unter dem Schlagwort "Grundlegende Infos Gefühle fühlen".

Freitag, 2. Dezember 2011

Blockade-'Sitzung'

Ich habe am Donnerstag früh übrigens eine Sitzung mit meiner Blockade gemacht.

Dabei knüpfte ich bewusst an die 'Aufstellung' in meiner Ausbildungsgruppe (siehe "Meine Blockade steht neben mir") an, in welcher sich die Blockade, aber auch die dahinterstehende Lebendigkeit, zeigte.

Ich bin also nochmals gedanklich in diese  Aufstellung hineingegangen.... Ich habe bemerkt, dass sie nun ja all die Wochen wieder voll da war. In dieser Aufstellung war sie ja zur Seite getreten.... und ich hatte bemerkt, dass ich einerseits auch froh bin, diesen Schutz zu haben.

Also nahm ich sie am Donnerstag früh nun einfach wertschätzend wahr.

Ich entschloss mich dann auch, sie bewußt mit in den Tag zu nehmen.... und erinnerte mich dann im Laufe des Tages auch mehrmals kurz daran.....

Samstag, 12. November 2011

Gut zu sich selbst sein

In letzter Zeit bin ich wieder verstärkt dabei, vor mir selbst davonzulaufen.
Statt mich der vorhandenen innerlichen Aufruhr zuzuwenden, beschäftige ich mich mit allerlei nicht unbedingt notwendigen Aktionen in den Weiten des Internets.

Gut, genau das ist es, was jetzt gerade ist:
Mein Ausweichen, vor dem unangenehmen Gefühl in mir.
Und meine Unzufriedenheit damit, dass ich jetzt schon wieder vor mir selbst davonlaufe!
Und da genau diese beiden Punkte jetzt gerade sind, sind sie es, die an vorderster Front meine Zustimmung wollen.

Ich möchte auch äußerliche Maßnahmen ergreifen, indem ich in Zukunft die Zeiten im Internet deutlich beschränke!

Eine wirklich tiefgehende Verarbeitung eines Themas wird allerdings nicht dadurch erreicht, dass man versucht, an sich herumzubasteln...... sondern, dass man sich dem-was-ist einfach zuwendet, ihm zustimmt - und gegebenenfalls dann auch noch, dass man sich mitten hineinsetzt in "Genau-das-was-jetzt-gerade ist".

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Ich habe mir jetzt mal meine alten Beiträge der Kategorie "" nochmals durchgelesen..... um mich mal wieder für das 'Reine Zustimmen' inspirieren zu lassen.

Jedenfalls fühlt es sich schon etwas besser an, dem Unangenehmen Gefühl im mir..... und der Tatsache, dass es mich wohl noch eine Weile begleiten wird, .... einfach zuzustimmen.
Ebenso der Tatsache, dass ich im Augenblick wieder vor mir davonlaufe.... und es vielleicht auch immer wieder tun werde.

Freitag, 11. November 2011

Den inneren Widerstand aufgeben

Hier ein älterer Text von mir, in welchem ich damals auf eine ganz konkrete Frage antwortete:

Ich selbst praktiziere ähnliches wie du.... nur vielleicht mit einer etwas anderen Gewichtung - und ich nenne es nicht "Scheiß-egal-Einstellung" sondern "Zustimmung" oder "Den-innerlichen-Widerstand-aufgeben".

Ich finde, dass es zu sehr viel Innerer Freiheit und zu Weitsicht führt, wenn man aus dem Inneren Widerstand gegen etwas einfach heraustritt.

Wenn ich in einem Flugzeug sitze und es ist gerade dabei abzustürzen, dann ist mir persönlich das nicht "Scheiß-egal", denn ich möchte im Augenblick noch nicht sterben. Aber ich weiß, dass ich mit Widerstand nur Angst und noch mehr Schmerz erzeuge, also suche ich in mir die Bereitschaft, dem nahenden Tod zuzustimmen.
Ich danke dann bewußt daran, wie mir "Zustimmung" schon in anderen Situationen genutzt hat - reale Situationen oder auch Körper-Übungen[1]  zum Thema "Zustimmung". (Früher dachte ich oft auch an Fallbeispiele[2], die ich gelesen hatte.... und welche mir den Nutzen der Zustimmung aufzeigten.)
Aus dieser Erfahrung heraus würde ich versuchen, dem Flugzeugabsturz zustimmen - nicht weil ich ihn mir wünsche - sondern weil er gerade sowieso passiert.... und ich nichts daran ändern kann.

Ich hatte übrigens vor längerer Zeit mal einen Traum, in welchem mir mein Tod angekündigt wurde. Ich habe dann im Traum selbst, dem bevorstehenden Tod zugestimmt (siehe "Traum vom bevorstehenden Tod" in meinem Blog).


Wenn ich Impulse in mir bemerken würde.... (ich greife jetzt mal ein Beispiel von dir heraus)... Sex mit Leichen zu haben.... dann würde ich nach einem Weg suchen, der Tatsache zuzustimmen, dass ich diese Impulse habe. - Dies heißt noch lange nicht, dass ich es dann tatsächlich ausleben würde.... aber ich würde zustimmen, dass dies im Augenblick mein Thema wäre.... Ja, ich würde zustimmen, dass ich den Ärger nun an der Backe habe, da ich sexuelle Präferenzen habe, die ich nicht ohne weiteres ausleben kann.
Die Tatsache, der dann zuzustimmen wäre wäre also: "Ich habe eine sexuelle Präferenz, die nicht gesellschaftsfähig ist, und die ich nicht ohne mich strafbar zu machen ausleben kann." - Aber ich habe diese Präferenz, sie gehört zu meinem Wesen.... und der Tatsache des Vorhandenseins dieser Präferenz stimme ich zu.

Durch dieses Zustimmen könnte ich dann ein Stückweit aus Angst und Tunnelblick aussteigen - .... aber ich würde an diesem Thema dranbleiben.... denn Zustimmung wäre hier nur der erste Schritt der Heilung..... Ein weiterer Schritt wäre, sich innerlich ganz auf dieses Thema einzulassen, sich ganz hineinzubegeben.....


Aber beenden wir das Was-Wäre-Wenn-Spiel.
Du hast diese Vorlieben ja garnicht, du hast jedoch Angst davor, dass du irgendwann derartige Vorlieben haben könntest....
Du hast Angst davor, du könntest vielleicht grundlegend falsch sein, wie du schriebst.

Hier kann es meiner Ansicht nach tatsächlich hilfreich sein, der Möglichkeit zuzustimmen, dass du vielleicht tatsächlich grundlegend falsch bist. - Denn auch hier schafft die Zustimmung, du hast es ja schon selbst erfahren, Erleichterung!
Und auch hier könntest du wiederum dranbleiben, dich deiner Angst falsch zu sein stellen, sie zustimmend fühlen, dich zustimmend durch sie hindurchfühlen.... und dich somit heilen.

Und ich verrate dir noch ein Geheimnis:
Jeder Mensch hat (oder hatte in einer Phase seines Lebens) mehr oder weniger starke Angst, grundlegend falsch zu sein, so falsch, dass er nicht dazugehört, dass er von der Menschheit ausgeschlossen wird.... Du bist mit deinem "falsch-sein" also nicht allein.... sondern bewegst dich im Kollektiv von Milliarden von Menschen.....


Aber natürlich ist das alles nicht so einfach - sondern ein Weg.... der immer wieder Schritt für Schritt zu gehen ist.....

Anmerkungen:
[1]: Beiträge zu 'Körper-Übungen mit Bezug zur "Zustimmung"':
  * Körperlicher Druck, Abwehr und Zustimmung
  * Mehr zu den KiKG-Übungen
[2]: Hier haben mich die Internetseiten von "Bill Ferguson" sehr inspiriert. In meinem Blog stelle ich ihn erstmals in meinem Beitrag "Widerstände aufgeben" vor.

Dienstag, 26. Oktober 2010

Was noch der Heilung bedarf...

Wenn ich in einer Lebenssituation auf ein Gefühl in mir stoße, welches mir irgendwie Schwierigkeiten bereitet, dann ist für mich nur sehr wenig wichtig, ob es normal ist, in dieser Situation so zu fühlen, ob die Mehrzahl der anderen Menschen in dieser Situation vielleicht genauso fühlen würde...

Ich sehe es eher als Zeichen, hier will etwas
in mir noch gesehen, von mir noch zugelassen, von mir noch  GEHEILT  werden,
braucht etwas in mir noch meine Zuwendung....