Mittwoch, 4. Januar 2012

Erwachsenes Verhältnis zu den Eltern

Laut dem Systemiker Klaus Mücke gibt es vier Kriterien, die darauf hindeuten, dass man noch kein erwachsenes Verhältnis zu den eigenen Eltern hat:
  1. Wenn man tut, was die Eltern wollen oder wollten.
  2. Wenn man das Gegenteil von dem tut,  was die Eltern wollen oder wollten.
  3. Wenn man den Kontakt zu den Eltern abgebrochen hat.
  4. Wenn man immer noch die Erwartung oder Hoffnung hat, die Eltern würden sich noch ändern.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Meine Blockade steht neben mir

Im Rahmen meiner Ausbildungsgruppe nutzte ich diesmal in einer Übungsgruppe die Gelegenheit, mir meine Blockade, die starke dauerhafte Verspannung meiner Vorderseite, genauer anzusehen.

Ich war selbst auf diese Idee gekommen, weil ich mich durch meine körperliche Anspannung stets sehr blockiert fühle..... und ich aber irgendwie auch Angst habe.... vor dem was dahinter steckt.... eine explodierende Wut vielleicht, oder eine unendliche Sehnsucht..... mit der ich dann nicht mehr umgehen kann.....

Eigentlich hätten wir hier außer mir noch 4 Personen benötigt: Eine Person, die in der Aufstellung für mich steht, eine die für meine Blockade steht, eine die für das was hinter dieser Blockade ist steht, und eine Person die diese Aufstellung leitet. - Leider sollten wir diesmal nur 3-er Gruppen bilden.... nach kurzem Überlegen entschloss ich mich aber, die beiden anderen trotzdem zu fragen, ob sie mich hier unterstützen würden. Für mich gab es dann keinen Stellvertreter und ich musste von Anfang an in die Aufstellung mit hinein. Außerdem hatten wir niemanden, der den ganzen Prozess leitete - wir machten es auch so sehr gut.

Am Anfang drückte der Stellvertreter meiner Blockade mir auf die Brust, während das was hinter der Blockade steckt dahinter auf einem Sitzwürfel saß und mit den Beinen baumelte.....

Schließlich ging ich einen Schritt nach vorne.... und die Blockade ließ von mir ab und ging langsam zur Seite.

Ich merkte, dass ich meine Blockade weiterhin noch teilweise als Schutz vor mir haben wollte, doch sie ging nun etwas nach hinten zur Seite und wollte nicht mehr. - Ich sah sie an und war ihr dankbar, dass sie mich bisher geschützt hatte.....

Schließlich änderte auch das was hinter der Blockade war seine Position. Ich wusste nicht, um was es sich handelte und wie ich mich ihm gegenüber verhalten sollte. - Ich merkte dann, dass ich zu sehr im Kopf war... und fand es nun schade, dass keine andere Person als mein Stellvertreter in der Aufstellung war..... da man selbst, gefangen in seiner eigenen Struktur.... oft die Bewegung in die Lösung garnicht bemerkt.

Schließlich entschloss ich mich, einfach so zu tun, als ob ich nicht ich selbst wäre, sondern als ob ich mein Stellvertreter in einer Aufstellung wäre. Ich ließ mich nun einfach ohne zu denken von dem Feld führen.... bis ich schließlich neben dem Unbekannten stand.... welches immer wieder Sprünge in die Luft machte......

Hinterher bei Austausch erfuhr ich dann, dass es sich um meine Lebendigkeit gehandelt hatte. Sie sagte mir aber auch, dass man nicht immer so sein kann.

Samstag, 16. Juli 2011

[Schuld und Unschuld]

Wenn ihr einen unschuldigen Menschen anschaut und einen, der Schuld auf sich geladen hat, wessen Seele ist enger?
Eine unschuldige Seele ist enger.
Wieso eigentlich?
Weil einer, der nach Unschuld strebt, vieles aus seiner Seele verbannt.
Damit bleibt er eng und bleibt ein Kind.
Wer innerlich wächst, der gibt dem, was er vorher aus seiner Seele verbannen wollte, in ihr wieder einen Platz.

aus: "Der große Konflikt: die Antwort" von Bert Hellinger

Dienstag, 12. Juli 2011

Unterscheidung in 5 Gefühls-Arten

Im Umfeld der systemischen Familientherapie wird oft zwischen 3 oder vier verschiedenen Arten von Gefühlen unterschieden. Bei "Reinhard Lier" fand ich sogar eine Unterscheidung in fünf Arten, was ich auf diese Art und Weise sehr sinnvoll fand:

Die erste Art der Gefühle sind die "Primärgefühle". Das sind dies Gefühle, die einen direkten Bezug zu einem äußeren Ereignis haben, z.B. Trauer über das Ende einer Beziehung. - Diese Gefühle kommen nach einiger Zeit zu ihrem natürlichen Ende und können dann wieder gehen.

Die zweite Art der Gefühle sind die "Sekundärgefühle" - man könnte auch sagen "Ersatzgefühle" oder "Abwehr-Gefühle". Hier handelt es sich um die Gefühle, die Vorgeschoben werden, um sich auf die eigentlichen Gefühle nicht wirklich einlassen zu müssen, z.B. wenn jemand mit Wut reagiert, statt seine Trauer und Hilflosigkeit zu fühlen. - Diese Gefühle können notwendiges Handeln verhindern, man kann sich damit in „endlosen Geschichte” verstricken..... und Außenstehende finden diese Gefühle oft peinlich oder sind genervt.

Die dritte Art der Gefühle sind die "Systemischen" bzw. "Übernommenen Gefühle". Das sind Gefühle, die eigentlich einer anderen Person (meist aus der Herkunftsfamilie) gehören und von dieser Person übernommen wurde. - So kann es beispielsweise sein, dass die Tochter den unterdrückten Zorn der Mutter übernimmt und diesen für sie auslebt.

Die vierte Art von Gefühlen sind "Kindergefühle". Das sind Gefühle die (meist von traumatischen Erfahrungen) aus der Kindheit stammen.... und noch nicht verarbeitet werden konnten. Oft fühlt sich der Erwachsene dann immer noch so wie damals als Kind.

Die fünfte Art von Gefühlen sind die "Meta-Gefühle". Dies sind Gefühle wie "Einklang", "Kraft", "Würde", "Dankbarkeit", "Ehrfurcht", "Inneren Friede" ..... die aus der Verbindung mit dem "Größeren Ganzen" entstehen.

Donnerstag, 12. Mai 2011

Angst im systemischen Kontext

Heute auf dem Weg zur Arbeit
las ich in dem Buch "Das Handwerk des Familien-Stellens: Eine Einführung in die Praxis der systemischen Hellinger-Therapie" von Bertold Ulsamer eine sehr interessante These zum Thema Gefühle:
An Gefühlen sind immer mehr als eine Person beteiligt: 
Die Person, die das Gefühl fühlt - und eine andere Person, auf die sich das Gefühl bezieht!

Gilt dies wirklich immer?
Dies wäre eine sehr interessante Betrachtungsweise!

Auf wen beziehen sich also meine Gefühle?

Dies ist eine Frage, bei der es sich für mich lohnt noch etwas tiefer in sie einzusteigen!

Samstag, 5. März 2011

Das größte 'Ja'

Ich habe gestern (heute Nacht eigentlich eher) parallel zu der Beschäftigung mit meinen offenen Themen ein paar Sachen von Bert Hellinger gelesen. Er ist ja auch jemand, von dem ich (zumindest indirekt) für meinen Weg der Selbstheilung einiges übernommen habe.
(Ich habe ihn bisher unter den "Methoden der Persönlichkeitsentwicklung" noch nicht erwähnt, weil sein Ansatz doch eher nochmals ein Kapitel für sich ist.... worüber ich erstens viel zu wenig weiß.... und was vom Umfang her vielleicht auch den Rahmen dieses Blogs sprengen würde. )

Jedenfalls findet man bei ihm sehr viel, wo es um "Zustimmung" im größeren Rahmen geht,
also auch um Zustimmung zur 'Familienseele' und deren Schicksal,
ja Zustimmung zum Schicksal überhaupt.
Für mich kommt durch Bert Hellinger nochmals eine deutlich demütigere Art der Zustimmung ins Spiel (Demut gegenüber den Kräften, die in der Familienseele wirken, Demut gegenüber dem Schicksal und dem größeren Ganzen), die nochmals ein größeres Heilungspotential hat.... als das was ich hier bisher so beschrieb.

Beim Lesen einiger Gedanken von Hellinger kam jedenfalls in mir plötzlich so ein "Ja-zum-Ganzen", also ein "Ja" zu meinen Lebensthemen, ein "Ja" - dass alles so 'Richtig' ist.... wie es ist.... einfach weil es so ist. (Ich kann es jetzt garnicht mehr so stark fassen, wie ich es in der Nacht spüren konnte.)

Ich merkte dann, wie ich es jedoch auch wieder beiseite schieben wollte. "Mein Anspruch hier ist, den Lesern zu zeigen, wie man mit 'Zustimmung' Probleme lösen kann.... einfach nur ein 'Ja zum Ganzen' ist hierfür nicht die Lösung.
Zum Glück bemerkte ich dies dann.... (Hier war es sehr hilfreich, dass "Laurion" mich in einem Kommentar darauf aufmerksam machte, dass das Schreiben im Blog die Geschichte verfälschen kann. Ich wusste dies zwar schon früher, aber ich wusste es früher noch nicht genug, um es ausreichend zu beachten! - Danke dir Laurion.)

Nein, das (innerliche) Navigationsgerät sagt "hier links abbiegen" .... und auch wenn die Vorstellungen vielleicht zunächst anders waren..... ist genau hier die Wahrheit und der Weg.

Jedenfalls kam dann auf einen Schlag das sehr angenehme Gefühl, im großen Einklang mit all den (vielleicht unangenehmen, schwierigen, noch nicht geheilten) Lebensthemen zu sein!
Ein Einklang mit dem, genau so wie es ist.

[Ich kann all das nicht so klar in Worte fassen, doch es war wichtig, es jetzt niederzuschreiben!]

Freitag, 31. Dezember 2010

KiKG-PrEssenz-Ausbildung

Eine weitere Frage, welche mir diese Leserin stellte: "…und Du schriebst etwas von einer KiKG-Ausbildung: Was ist das?"

Die KiKG-Arbeit (Ki-, Körper- und Gestaltarbeit) ist eine von Joel Weser entwickelte Methode, in welche seine Erfahrungen aus der Gestaltarbeit, aus dem Famillienstellen und aus 35 Jahren Kampfkunst eingeflossen ist.

Es geht dabei darum, in eine bestimmte Art innerliche Präsenz zu kommen...., in eine Präsenz in der Essenz (daher PrEssenz-Arbeit), in welcher man mit dem Leben, mit innerlichen und äußerlichen Anforderungen besser umgehen kann (also das, was ich auch hier in meinem Blog auch beschreibe).

Die KiKG-PrEssenz-Arbeit setzt sich zusammen aus den hier bereits ein paar mal kurz angeschnittenen Körperübungen, in welchen man selbst und am eigenen Leibe erfahren kann, dass Entspannung, sich innerlich Lösen, Zustimmen, eine Situation erleichtern oder sogar auflösen kann.
Ansonsten gibt es die Innen-Raum-Reisen, in denen man sich einfach im eigenen Inneren "Mitten-in-die-Situation" hineinsetzt und dabei allem zustimmend fühlt, was dabei auftaucht. (Dies ist das, was ich immer wieder mache und hier im Blog auch beschreibe.)
Des Weiteren lernen wir systemische Zusammenhänge kennen, die in viele Lebensthemen manchmal tiefer hineinspielen, als man anfangs denken könnte....!

(Einführende Gedanken und weiterführende Links über die KiKG-Arbeit schrieb ich bereits unter "Körperlicher Druck, Abwehr und Zustimmung". - Alle meine Beiträge über dieses Thema findet man unter dem Label (Schlagwort) "KiKG".

Ich sehe Joel als meinen wichtigsten Lehrer.
Ich mache bei ihm die Ausbildungsgruppe "Die Kunst des Führens und Begleitens".... die dazu dient, genau diese PrEssenz im eigenen Leben zu entwickeln....  - Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr lernt man auch, wie man andere Menschen begleiten kann, diese PrEssenz ebenfalls in ihrem Leben zu entwickeln und zu nutzen (aber so weit bin ich noch nicht).