Samstag, 7. Januar 2012

Gedanken über den Tod

Folgenden alten Text von mir möchte ich auch hier wiedergeben:

Ich habe keine Ahnung, was nach dem Tod kommt!

Jetzt vor dem Tod kann ich mich entweder mein Leben lang eng machen, ängstigen und grämen, nur weil ich irgendwann einmal sterben muss - oder ich kann mein Leben so gut und so lange es geht genießen.
Dem Tod ist egal, welche dieser beiden Varianten ich wähle.... auf mich und die Qualität meines Leben hat es allerdings einen großen Einfluss.

Wenn ich irgendwann gestorben bin, dann können meine Angehörigen sich deshalb ihr Leben lang eng machen, trauern und quälen - oder sie können ihr Leben so gut und so lange es geht genießen, und dann wenn es so weit ist schließlich auch sterben.
Dem Tod ist egal, welche dieser beiden Varianten meine Angehörigen wählen.... auf sie und die Qualität ihres Lebens wird es allerdings einen großen Einfluss haben.

Ich glaube, Hellinger hat recht und der Tod ist ein Begleiter, der uns durchs ganze Leben führt.

Freitag, 11. November 2011

Den inneren Widerstand aufgeben

Hier ein älterer Text von mir, in welchem ich damals auf eine ganz konkrete Frage antwortete:

Ich selbst praktiziere ähnliches wie du.... nur vielleicht mit einer etwas anderen Gewichtung - und ich nenne es nicht "Scheiß-egal-Einstellung" sondern "Zustimmung" oder "Den-innerlichen-Widerstand-aufgeben".

Ich finde, dass es zu sehr viel Innerer Freiheit und zu Weitsicht führt, wenn man aus dem Inneren Widerstand gegen etwas einfach heraustritt.

Wenn ich in einem Flugzeug sitze und es ist gerade dabei abzustürzen, dann ist mir persönlich das nicht "Scheiß-egal", denn ich möchte im Augenblick noch nicht sterben. Aber ich weiß, dass ich mit Widerstand nur Angst und noch mehr Schmerz erzeuge, also suche ich in mir die Bereitschaft, dem nahenden Tod zuzustimmen.
Ich danke dann bewußt daran, wie mir "Zustimmung" schon in anderen Situationen genutzt hat - reale Situationen oder auch Körper-Übungen[1]  zum Thema "Zustimmung". (Früher dachte ich oft auch an Fallbeispiele[2], die ich gelesen hatte.... und welche mir den Nutzen der Zustimmung aufzeigten.)
Aus dieser Erfahrung heraus würde ich versuchen, dem Flugzeugabsturz zustimmen - nicht weil ich ihn mir wünsche - sondern weil er gerade sowieso passiert.... und ich nichts daran ändern kann.

Ich hatte übrigens vor längerer Zeit mal einen Traum, in welchem mir mein Tod angekündigt wurde. Ich habe dann im Traum selbst, dem bevorstehenden Tod zugestimmt (siehe "Traum vom bevorstehenden Tod" in meinem Blog).


Wenn ich Impulse in mir bemerken würde.... (ich greife jetzt mal ein Beispiel von dir heraus)... Sex mit Leichen zu haben.... dann würde ich nach einem Weg suchen, der Tatsache zuzustimmen, dass ich diese Impulse habe. - Dies heißt noch lange nicht, dass ich es dann tatsächlich ausleben würde.... aber ich würde zustimmen, dass dies im Augenblick mein Thema wäre.... Ja, ich würde zustimmen, dass ich den Ärger nun an der Backe habe, da ich sexuelle Präferenzen habe, die ich nicht ohne weiteres ausleben kann.
Die Tatsache, der dann zuzustimmen wäre wäre also: "Ich habe eine sexuelle Präferenz, die nicht gesellschaftsfähig ist, und die ich nicht ohne mich strafbar zu machen ausleben kann." - Aber ich habe diese Präferenz, sie gehört zu meinem Wesen.... und der Tatsache des Vorhandenseins dieser Präferenz stimme ich zu.

Durch dieses Zustimmen könnte ich dann ein Stückweit aus Angst und Tunnelblick aussteigen - .... aber ich würde an diesem Thema dranbleiben.... denn Zustimmung wäre hier nur der erste Schritt der Heilung..... Ein weiterer Schritt wäre, sich innerlich ganz auf dieses Thema einzulassen, sich ganz hineinzubegeben.....


Aber beenden wir das Was-Wäre-Wenn-Spiel.
Du hast diese Vorlieben ja garnicht, du hast jedoch Angst davor, dass du irgendwann derartige Vorlieben haben könntest....
Du hast Angst davor, du könntest vielleicht grundlegend falsch sein, wie du schriebst.

Hier kann es meiner Ansicht nach tatsächlich hilfreich sein, der Möglichkeit zuzustimmen, dass du vielleicht tatsächlich grundlegend falsch bist. - Denn auch hier schafft die Zustimmung, du hast es ja schon selbst erfahren, Erleichterung!
Und auch hier könntest du wiederum dranbleiben, dich deiner Angst falsch zu sein stellen, sie zustimmend fühlen, dich zustimmend durch sie hindurchfühlen.... und dich somit heilen.

Und ich verrate dir noch ein Geheimnis:
Jeder Mensch hat (oder hatte in einer Phase seines Lebens) mehr oder weniger starke Angst, grundlegend falsch zu sein, so falsch, dass er nicht dazugehört, dass er von der Menschheit ausgeschlossen wird.... Du bist mit deinem "falsch-sein" also nicht allein.... sondern bewegst dich im Kollektiv von Milliarden von Menschen.....


Aber natürlich ist das alles nicht so einfach - sondern ein Weg.... der immer wieder Schritt für Schritt zu gehen ist.....

Anmerkungen:
[1]: Beiträge zu 'Körper-Übungen mit Bezug zur "Zustimmung"':
  * Körperlicher Druck, Abwehr und Zustimmung
  * Mehr zu den KiKG-Übungen
[2]: Hier haben mich die Internetseiten von "Bill Ferguson" sehr inspiriert. In meinem Blog stelle ich ihn erstmals in meinem Beitrag "Widerstände aufgeben" vor.

Dienstag, 15. März 2011

Zustimmung, Alzheimer, GAU und Sinn

Bei meiner "Sitzung" am Samstag in der Frühe hatte ich unter Anderem auch versucht, durch 'Ja-Sagen', durch 'Zustimmung' zu innerlicher Erleichterung zu kommen. Dabei beschäftigte ich mich damit, einzelnen vorhandenen Gefühlen oder innerlichen Zuständen zuzustimmen. -
Dies hat jedoch nicht zur gewünschten Erleichterung geführt.

Am Wochenende habe ich dann bemerkt, dass ich an meinem inneren Gesamt-Zustand nicht so einfach etwas ändern kann..... Ich habe dann dem zugestimmt..... und dadurch fühlte ich mich dann tatsächlich sehr erleichtert und frei.

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Am Wochenende sah ich mir den Film "Claire - Sich erinnern an die schönen Dinge" (Spielfilm, Frankreich 2001) an, welchen meine Freundin für uns aufgenommen hatte.
In diesem Film geht es um eine junge Frau die an Alzheimer leidet.... und nach und nach mit den normalen Dingen des Lebens nicht mehr klarkommt, nach und nach sogar ihre Sprache verliert.

Ich fand die Vorstellung, an einem derartigen Persönlichkeitsverlust zu leiden besonders schlimm. Bei allen anderen Problemen kann man ja noch etwas tun (und wenn es nur ist, dass mein seine Krankheit oder sein Schicksal  und deren Folgen psychisch verarbeitet). -
Aber was, wenn man seine gesamte Persönlichkeit verliert, wenn man auch die Fähigkeit, sein Krankheit zu bearbeiten, verliert?

Ich hatte mir schon mal vor vielen vielen Jahren Lebensphilosophien zurechtgelegt, mit denen ich glaubte, mit dem Leben gut umgehen zu können. -
Nun fragte ich mich: "Was für eine Lebensphilosophie bräuchte man, damit diese auch dies einschließen kann.

Mir kam dann: "Es bleibt eigentlich auch hier nur, dem zuzustimmen, was ist."
Auch dem Allerschlimmsten zuzustimmen, nämlich, dass man nach und nach wahrscheinlich sogar die Fähigkeit verlieren wird, zuzustimmen.

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Ich glaube, Krankheiten, Tod, Schicksalsereignisse (und hierzu zählt auch die Erdbeben und Atomkatastrophe aktuell in Japan)  sind Ereignisse, die uns Wachrütteln sollen.
Würden alle Menschen auf der Erde im absoluten Überfluss leben, keine Krankheiten, kein Tod, keine unerwünschten Ereignisse, ...... wie flach wäre das Leben dann, ...... und was wäre dann überhaupt der Sinn der Existenz?

Für mich sind solche Ereignisse dazu da, tiefer gehen zu müssen, sich dem Leben wirklich zuwenden zu müssen.....
Und ich glaube, eines, was die Schöpfung von uns will, ist unsere Zustimmung. Unsere Zustimmung, zum Leben, zur Schöpfung, zu Allem, wie es ist......... (denn nicht ohne Grund führt Zustimmung zu Erleichterung, zu einem angenehmen inneren Zustand.......)....

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P.S.: Ich war heute übrigens sehr erstaunt, als ich in einem Gespräch mitbekam, wie ein Kollege, der mir immer sehr oberflächlich vorgekommen war, sich angesichts der Katastrophe in Japan tiefgründige Gedanken über das Leben machte - darüber, was in Leben wichtig ist und was nicht!

Montag, 20. September 2010

Traum vom bevorstehenden Tod

Diesen Traum hatte ich schon vor einigen Monaten.... und er ist irgendwie schon wieder verflogen....

Ich hatte ihn damals (allerdings mit einiger Zeitverzögerung) aufgeschrieben und möchte ihn auch hier nochmals einbringen:
    Mir wurde gesagt, dass ich aufgrund einer Krankheit nicht mehr lange zu leben habe. Ich weiß nicht, wer mir das gesagt hatte - ein Arzt vielleicht? Jedenfalls war sicher, dass man da nichts mehr machen konnte, und der Tod in unmittelbarer Kürze, also irgendwann innerhalb der nächsten 1,5 Tagen eintreten würde. Irgendwie würden dann sämtliche inneren Organe versagen. 
    Erleichternd war für mich, dass der eintretende Tod durch eventuelle medizinischen Eingriffe nicht zu vermeiden war. Ich brauchte mir also keine (falschen) Hoffnungen machen - ich musste meine letzten Stunden nicht damit verbringen, von einer ärztlichen Untersuchung zur nächsten zu rennen.
    Aber der bevorstehende Tod passte mir so garnicht in den Kram. Ich hätte gerne bis ins hohe Alter gelebt.... Ich merkte dann im Traum, dass ich einfach meine psychologischen Selbsthilfemethoden und Einsichten auch hier auf das Thema Tod anwenden musste: Es gab hier eine äußere Situation, die nicht zu verändern war - also konnte ich nur zu der äußeren Situation, zu meinen Gedanken dazu, zu meinen Gefühlen dazu "Ja" sagen.... mich dem ganzen innerlich ohne Widerstand ganz hingeben. - Dies gelang mir auch sehr schnell, ich fühlte mich mit dem, was sowieso nicht zu ändern war, schnell ausgesöhnt. 
    Ich war dann also nun in meiner Wohnung (oder in der Wohnung meiner Lebensgefährtin) und fragte mich, was ich vor meinem Tod gerne noch tun wollte - was ich in meinem Leben immer schon tun wollte und noch nicht getan habe. Im Traum fiel mir bei dieser Frage nur eine: "Mit möglichst vielen Frauen zu schlafen!" Doch die Frage, wie ich das jetzt auf die Schnelle realisieren sollte fand ich so stressig, dass ich die Idee wieder verwarf.
    Ich entschied also, an diesem ersten Tag einfach, wie es schon geplant war, mit meiner Lebensgefährtin in die Stadt zu fahren. Es machte mir schon Angst, dass ich ja dann vielleicht mitten in der Stadt plötzlich umkippen könnte.... ob ich dann vielleicht Schmerzen habe, ..... ob es vielleicht vor meinem Tod noch weh-tut, weil ich stürze und mit dem Kopf mitten auf der Kreuzung auf den Asphalt knalle. - Aber ich wollte deshalb jetzt auch nicht zu Hause bleiben. Schließlich könnte es ja auch sein, dass ich noch bis zum Mittag des nächsten Tages leben würde. Schließlich entschied ich mich zu akzeptieren, dass ich vielleicht bei meinem Tod noch kurz Schmerzen haben würde.... oder vielleicht sogar kurz davor mit dem Kopf auf den Asphalt knallen würde.....
    Noch bevor wir in die Stadt gingen bekam ich die Nachricht, das Ganze wäre nur ein Irrtum gewesen, eine Verwechslung oder soetwas.

An dieser Stelle endete die bewusste Erinnerung an diesen Traum.
Ich bin ehrlich gesagt dankbar, dass ich nicht durch einen Wecker oder sonstiges im Traum gestört worden wäre, bevor man mich über diesen Irrtum aufgeklärt hatte. Dann hätte ich mich nämlich schon gefragt, ob der Traum eine Botschaft für mein reales Leben sein könnte.
Dies frage ich mich natürlich trotzdem. Leider ist es in meinem realen Leben so, dass ich nicht weiß, wann der Tod eintreten kann - dieses Wissen war im Traum schon auch sehr erleichternd.....