Samstag, 2. April 2011

Existenzbedrohung vs. Erwachsen-Sein

Ich habe es bemerkt:
Als ich noch im Tunnelblick war.... da hatte ich irgendwie das Gefühl, meine gesamte Existenz hängt davon ab, dass sich das Ganze im Rahmen der von mir als wichtig gesehenen Bedingungen abspielt.
Es war (ist) wirklich so ein Gefühl, als ob die Existenz bedroht ist, wenn nicht das-und-das passiert, ich nicht dies-und-jenes hinkriege..... und es nicht so läuft, wie ich meine dass es unbedingt laufen müsste....

Außerhalb des Tunnelblicks ist dies keine Bedrohung mehr - sondern lediglich eine Vorliebe.


Außerhalb des Tunnelblicks fühlt sich das ganze so an, als ob ich als Erwachsener reagieren, reden, verhandeln kann.  (Also ohne mich (falls der Andere anders tickt als ich) gleich bedroht zu fühlen.)

Dies setzt natürlich voraus, dass ich in der Weite bleiben will und kann.
'In der Weite bleiben können' geht wahrscheinlich soweit, wie es mir möglich ist, in der Zustimmung zu bleiben....
'In der Weite bleiben wollen' setzt unter Anderem auch die Bereitschaft voraus, die Verantwortung zu tragen und auch über den eigenen Schatten zu springen.... statt wie ein Kind die Verantwortung auf andere zu schieben....

Samstag, 5. März 2011

Das größte 'Ja'

Ich habe gestern (heute Nacht eigentlich eher) parallel zu der Beschäftigung mit meinen offenen Themen ein paar Sachen von Bert Hellinger gelesen. Er ist ja auch jemand, von dem ich (zumindest indirekt) für meinen Weg der Selbstheilung einiges übernommen habe.
(Ich habe ihn bisher unter den "Methoden der Persönlichkeitsentwicklung" noch nicht erwähnt, weil sein Ansatz doch eher nochmals ein Kapitel für sich ist.... worüber ich erstens viel zu wenig weiß.... und was vom Umfang her vielleicht auch den Rahmen dieses Blogs sprengen würde. )

Jedenfalls findet man bei ihm sehr viel, wo es um "Zustimmung" im größeren Rahmen geht,
also auch um Zustimmung zur 'Familienseele' und deren Schicksal,
ja Zustimmung zum Schicksal überhaupt.
Für mich kommt durch Bert Hellinger nochmals eine deutlich demütigere Art der Zustimmung ins Spiel (Demut gegenüber den Kräften, die in der Familienseele wirken, Demut gegenüber dem Schicksal und dem größeren Ganzen), die nochmals ein größeres Heilungspotential hat.... als das was ich hier bisher so beschrieb.

Beim Lesen einiger Gedanken von Hellinger kam jedenfalls in mir plötzlich so ein "Ja-zum-Ganzen", also ein "Ja" zu meinen Lebensthemen, ein "Ja" - dass alles so 'Richtig' ist.... wie es ist.... einfach weil es so ist. (Ich kann es jetzt garnicht mehr so stark fassen, wie ich es in der Nacht spüren konnte.)

Ich merkte dann, wie ich es jedoch auch wieder beiseite schieben wollte. "Mein Anspruch hier ist, den Lesern zu zeigen, wie man mit 'Zustimmung' Probleme lösen kann.... einfach nur ein 'Ja zum Ganzen' ist hierfür nicht die Lösung.
Zum Glück bemerkte ich dies dann.... (Hier war es sehr hilfreich, dass "Laurion" mich in einem Kommentar darauf aufmerksam machte, dass das Schreiben im Blog die Geschichte verfälschen kann. Ich wusste dies zwar schon früher, aber ich wusste es früher noch nicht genug, um es ausreichend zu beachten! - Danke dir Laurion.)

Nein, das (innerliche) Navigationsgerät sagt "hier links abbiegen" .... und auch wenn die Vorstellungen vielleicht zunächst anders waren..... ist genau hier die Wahrheit und der Weg.

Jedenfalls kam dann auf einen Schlag das sehr angenehme Gefühl, im großen Einklang mit all den (vielleicht unangenehmen, schwierigen, noch nicht geheilten) Lebensthemen zu sein!
Ein Einklang mit dem, genau so wie es ist.

[Ich kann all das nicht so klar in Worte fassen, doch es war wichtig, es jetzt niederzuschreiben!]

Samstag, 15. Januar 2011

Widerstand gegen das Schlimmste (II)

Der ältere Text von mir, den ich in meinem letzten Beitrag hier veröffentlichte, brachte mich dazu, mich noch tiefer mit diesem Thema zu beschäftigen:

"Widerstand und Zustimmung" kann man unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten.
Man kann schauen, wo man in der aktuellen Situation vom Widerstand zur Zustimmung kommen kann, damit das aktuelle Problem sich auflöst.
Ebenso kann man schauen, wo ich beim "Nach-innen-gehen" im Widerstand bin.... (etwa im Widerstand gegen ein Gefühl)..... Sich also fragen, zu was ich hier 'Ja'-Sagen kann und muss.... damit das Innenleben wieder in Fluss gerät.

Neben dem eben genannten gegenwartsbezogenen Vorgehen brachte meine Beitrag "Widerstand gegen das Schlimmste" einen weiteren Gesichtspunkt:
"Welche Bereiche des Lebens funktionieren nicht... und was ist hier der Widerstand der diese Lebensbereiche blockiert?"
Ja, es kann ja sein, dass im Berufsleben ständig etwas schief geht, bei Freundschaften, in Liebesbeziehungen, in der Freizeit, ..... , oder in all diesen Bereichen zusammen....
und es kann sein, dass der Grund dafür alter Widerstand ist,
dass der Grund hierfür ist, dass wir etwas auf gar keine Fall und unter gar keinen Umständen erleben und erfahren wollen..... und wir deswegen lieber ganze Lebensbereiche blockieren und einschränken..... (und wahrscheinlich das Ganze sogar noch ohne es selbst zu merken)

Ja, es ist die Frage,
gegen welche grundlegende Erfahrung leisten wir eigentlich in Wirklichkeit Widerstand, wenn wir beispielsweise mit aller Macht vermeiden wollen, im Berufsleben schlecht dazustehen! (Nur mal als Beispiel.)
Was würde es negatives über mich aussagen, wenn ich tatsächlich mal etwas falsch machen würde und Andere dies bemerken?
Was würde dann passieren?
Wie würde ich mich dann fühlen?

Die Antwort auf diese Fragen führt möglicherweise zu dem, was ich hinter all meinem Widerstand in Wirklichkeit befürchte, was ich mit aller Gewalt in meinem Leben vermeiden will.

Ist es unter diesen Umständen nicht verständlich, dass Widerstand zu Angst und Tunnelblick führt.... und dass der Blick auf Erkenntnis und Weiterentwicklung verschlossen ist, solange das Ganze nicht angeschaut werden kann?

Ja, eine Lösung aus diesem Dilemma wäre, dieses schlimmste Gefühl, das was ich immer vermeiden wollte.... daseinzulassen und zu fühlen....
Aber vielleicht ist vorher noch ein anderer Schritt nötig:
Dem Zuzustimmen, dass es mir ganz grundsätzlich passieren könnte, dass ich in beruflichen Dingen einen Fehler mache und dann getadelt werden.... einfach erlauben, dass dies passieren könnte..... den Widerstand dagegen aufgeben.... (und trotzdem die Schritte tun die möglich sind um es zu verhindern).
(Zustimmen bedeutet ja nicht, es mutwillig durch Handlungen herbeizuführen,
sondern nur, im eigenen Herzen seine Existenz zu erlauben.)

Freitag, 14. Januar 2011

Von der ProblemTrance zur LösungsTrance

Vor längerer Zeit habe ich mal an einem anderen Ort ein interessantes Buch vorgestellt, das zumindest teilweise zu dem Thema dieses Blogs passt. Ich möchte es meinen Lesern hier nicht vorenthalten:
Wiederum ein ganz anderer Ansatz der Persönlichkeitsentwicklung kommt aus der Richtung der "Lösungsorientierten Psychotherapie". Bill O'Hanlon hat in seinem Buch "Probiers mal anders! Zehn Strategien, die Ihr Leben verändern" dieses Thema auf sehr gute und praktikable Weise der Selbsthilfe zugänglich gemacht:

Im Gegensatz zu den anderen hier vorgestellten Methoden liegt hier der Ansatz mehr auf der Handlungsebene. Es geht darum, das zu tun, was funktioniert (was bereits in der Vergangenheit funktioniert hat) - und das nicht zu tun, was eben nicht funktioniert.

Wichtig ist hier bei auch, die Aufmerksamkeit weniger auf das Problem zu lenken - sondern aus der Problem-Trance herauszutreten - und in eine Lösungs-Trance hineinzutreten, die Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was sich ändern lässt...

Grundsätzlich werden in dem Buch folgende Themen behandelt (ich orientiere mich hier NICHT am Inhaltsverzeichnis):
* Wahrnehmen der eigenen Gefühle, ohne sein Verhalten davon beeinträchtigen zu lassen;
* Akzeptanz der eigenen Gefühle, Akzeptanz von Wahrnehmungen, der eigenen Lebensgeschichte, des wunden Punktes, der eigenen sexuellen Vorlieben und Wünschen;
* Verschiedene Möglichkeiten der Aufmerksamkeitsverlagerung;
* Verschiedene Möglichkeiten, Vorgehensweisen / Verhalten zu ändern;
* Der Nutzen von "Paradoxen Verhaltensweisen";
* Möglichkeiten zur Verbesserung von Beziehungen (!);
* Möglichkeiten die eigenen immer wieder erzählten Problem Geschichten zu erkennen und zu verändern;
* und natürlich: Verschiedene Möglichkeiten, mit Hilfe von Lösungsorientierter Sichtweise und Lösungsorientierten Fragen auf eine funktionierende Lösung zu kommen (!!!).

O'Hanlon stellt in seinem Buch zehn Lösungsschlüssel vor.
Er meint, dass nicht jeder Lösungsschlüssel zu jedem passt, sondern es für verschiedene Menschen auch unterschiedliche Lösungen gibt, so dass jeder, unabhängig von der Meinung von Experten, seine eigene Lösung finden kann...

In einigen Kapiteln geht es sehr stark um Akzeptanz und um das Gefühle fühlen.
Auch andere Kapitel sind teilweise sehr interessant, führen jedoch vom Thema dieses Blogs weg, so dass ich nicht näher darauf eingehen möchte.

Montag, 10. Januar 2011

[Sich verändern....]

"Wir können uns nicht verändern...
wir können uns nur weiterentwickeln!"



Sagte eine gemeinsame Freundin von uns
zu meiner Lebensgefährtin.

Freitag, 31. Dezember 2010

Löst Zustimmung tatsächlich Probleme?

Ich wurde gefragt, ob man sich durch das Anwenden der Zustimmung lediglich besser fühlt, oder ob dadurch Probleme tatsächlich gelöst werden.

Hier zunächst meine persönliche Meinung dazu:
Prinzipiell kann man zwei Situationen unterscheiden.
Zum einen gibt es unabänderliche äußere Bedingungen. Wenn ein geliebter Mensch gestorben ist.... dann ist dies ein Fakt, der sich durch nichts mehr verändern lässt. In diesem Fall ist der Lohn der Zustimmung also der eintretende Innere Friede....
Anders ist es, wenn man die Situation vielleicht durch das eigene Handeln vielleicht verändern könnte. Meiner Ansicht nach passiert in Konflikten mit anderen Menschen häufig dasselbe wie in einer Übung, die ich bereits an anderer Stelle (in einem Forum) beschrieb: 

Sehr gut kann man dies auch körperlich in den KiKG-Übungen von Joel Weser erfahren: Wenn mich beispielsweise jemand von hinten umklammert und zudrückt, der deutlich kräftiger ist als ich, so kann ich mich trotzdem innerlich so sehr lösen, dass ich mich als "gelöst" empfinde. Der Anderen spürt dies sofort und merkt, dass er mich nicht mehr richtig hat. Meist merkt er dann sehr schnell, dass sein Verhalten ins Leere geht und lässt schließlich los.

Ein Königsweg zum dem genannten "innerlichen Lösen" ist die "Zustimmung". Aber auch das hier geschriebene wird man wahrscheinlich nur nachvollziehen können, wenn man es einmal in der Rolle des Umklammerers und einmal in der Rolle des Umklammerten selbst erlebte...

Letztendlich kann man die Frage, ob "Zustimmung" tatsächlich auch äußerlich etwas verändert nur dadurch beantworten, indem man es im eigenen Leben selbst ausprobiert...
Oder indem man langfristig die Beispiele aus meinem Leben hier im Blog verfolgt und sich hierzu seine eigenen Gedanken macht....



P.S.: Weitere Beispiele für den Nutzen der Zustimmung gibt es auf der Internetseite von Bill Ferguson, den ich hier in meinem Blog bereits vorstellte.