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Donnerstag, 7. November 2013

Ja zum Scheitern

Eigentlich hatte ich mir für heute, morgen, übermorgen etwas Wichtiges vorgenommen....
Es ging darum, mich innerlich gut auf mein Seminar vorzubereiten.

Doch ich merke, es ist eigentlich garnicht mehr nötig.
Schon die Vorüberlegung enthielt wohl den notwendigen innerlichen Zustimmungsschritt....

Aber fangen wir doch mal von vorne an:
Vor ein paar Wochen kamen mir Zweifel, ob ich denn wirklich innerlich in der Lage bin, mein geplanntes Seminar gut zu leiten.
Würde ich nicht innerlich so in Stress geraten, dass alles vergessen ist, was ich jemals gelernt habe.... so dass das Ganze zu einem riesigen Fiasko wird?

Schließlich hängt ja für mich sehr viel an diesem Termin:
Es ist mein erster "richtiger" von mir gehaltener Kurs.
Wenn ich den in den Sand setze, dann würde ich mich wahrscheinlich so schnell nicht wieder zutrauen, einen derartigen Termin anzusetzen.
Und es würde noch schwerer werden, dann wieder Teilnehmer zu finden. Außerdem würde ich vor meinen Teilnehmern ziemlich blöd dastehen! Sehr blöd sogar!

Nein, es war klar, der Termin darf auf gar keinen Fall schiefgehen!!!

Merkt ihr, wie eng es wird, wenn etwas unbedingt sein muss?
Mir wurde der damit verbundene Stress und die Enge nach einer Weile ziemlich klar....
Und ich merkte..... ohje.... ich werde dem Schlimmsten zustimmen müssen! Ich werde wohl den Weg dahin finden müssen, selbst dem Scheitern zuzustimmen....

Nach kurzem innerlichen Widerstand wusste ich: Dies ist die einzige Möglichkeit, innerlich frei und weit zu werden....

Damit war innerlich erst einmal eine Gelöstheit vorhanden - und ich nahm mir vor, wenige Tage vor diesem so wichtigen Tag eben nochmals ganz bewusst genau in diese Zustimmung zu gehen.

Doch irgendwie scheine ich den Zustimmungsschritt damals bereits indirekt gemacht zu haben.... Nämlich genau dadurch, dass ich mich innerlich in die Bereitschaft gab, dem schlimmsten Fall zuzustimmen.

Und irgendwie hat dieser Zustimmungsschritt wohl sogar zu einer neuen realistischeren Sichtweise geführt, welche ohne weiteres Zutun von selbst in mir entstand und  nun fest in meinem Inneren verankert zu sein scheint:
Realistisch gesehen gibt es nur zwei Möglichkeiten:
Entweder bin ich so nervös, dass ich innerlich nicht richtig ins fließen kommen. Dann werde ich einfach das anleiten, was ich vorbereitet habe. Meine Teilnehmer werden hinterher denken: "Der Kursleiter war ja ziemlich verkrampft, aber die Übungen haben interessante neue Perspektiven gezeigt!"
Oder (der günstigere Fall b) ich bekomme innerlich Anschluss an den (mir ja auch bekannten) Zustand der Sammlung, Zustimmung, Weite und des Eingebunden-Seins. In diesem Zustand fließt alles wie von selbst, und dieser Nachmittag wird von einer besonderen Stimmung geprägt sein. In diesem Fall werden meine vorausgeplanten  Übungen - aber auch das, was in der jeweiligen Situation von selbst entstehen will, seinen Platz haben. Hinterher werde dann nicht nur ich von diesem Nachmittag begeistert sein....


Das Thema bleibt spannend.... und jetzt, sowie in den letzten Wochen der Vorbereitung, verdichtet(e) sich nochmals alles, was ich jemals fachlich und innerlich gelernt habe.....

Sonntag, 13. Oktober 2013

[Lösung in der Hinwendung]

[...] die Lösung liegt immer in der Gegenwart,
in der Hinwendung zum Problem
und nicht im Versuch es zu beseitigen.
Wilfried Nelles [*]
[*] Aus "Umarme dein Leben: Wie wir seelisch erwachsen werden - Der Lebens-Integrations-Prozess"
von Wilfried Nelles (Autor); Innenwelt Verlag (2012); Seite: 67

Samstag, 22. Dezember 2012

[Was zu innerlichen Problemen führt]

Zu innerlichen Problemen
führt etwas genau dann,
wenn es
auf gar keinen Fall
eintreten darf!

Sonntag, 9. Dezember 2012

[Gut-finden vs. Annehmen]

Eine Blume auf der Wiese
müssen Sie nicht gut finden,
um die Tatsache anzunehmen,
dass sie dort wächst.

aus "ja! und der innere
Schalter zum höchsten Glück"
von Ruediger Schache [*]
[*] Siehe Seite 39 von "ja! und der innere Schalter zum höchsten Glück";
Autor: Ruediger Schache; Verlag: Nymphenburger; Auflage: 1. Aufl. (2012)
(Zeilenumbrüche und Hervorhebungen von mir.)

Freitag, 29. Juni 2012

Verletzt durch einen Anderen

Gerade bei Auseinandersetzungen in Beziehungen (oder in engen Freundschaften) passiert es oft:
Wir fühlen uns von anderen verletzt, nicht gesehen, vielleicht sogar attackiert.

Und oft können wir nicht verstehen, warum der Andere das nicht einsieht.
Wir sind in unserem Schmerz - und der andere bleibt ablehnend, macht dicht, greift vielleicht sogar weiter an.
"Dabei bin  ICH  doch vom Anderen verletzt!"



Die Wahrheit ist:
DER ANDERE  fühlt sich in dieser Situation ebenfalls verletzt!
In dieser Situation,  in diesem Augenblick   sind   BEIDE  verletzt!


Und wenn der Andere gerade ganz besonders dicht macht, ganz besonders ablehnend ist, vielleicht sogar angreift - dann tut er dies,
weil er gerade jetzt im Augenblick meint, sich vor mir schützen zu müssen!


"Der Andere verhält sich so, weil es sich jetzt gerade vor mir schützen muss!"
Was für Konsequenzen hätte es, könnte man in einer kritischen Situation genau dies erkennen?

Mittwoch, 18. April 2012

[Warum der Andere tut....]


Die weiterhelfend Frage ist nicht,
warum der Andere tut, was er tun.
Die weiterhelfende Frage ist,
wie sein Tun auf mich wirkt,
wie ich innerlich mit dieser 'Wirkung' umgehe,
und
wie ich äußerlich darauf antworten mag!

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Meine Blockade steht neben mir

Im Rahmen meiner Ausbildungsgruppe nutzte ich diesmal in einer Übungsgruppe die Gelegenheit, mir meine Blockade, die starke dauerhafte Verspannung meiner Vorderseite, genauer anzusehen.

Ich war selbst auf diese Idee gekommen, weil ich mich durch meine körperliche Anspannung stets sehr blockiert fühle..... und ich aber irgendwie auch Angst habe.... vor dem was dahinter steckt.... eine explodierende Wut vielleicht, oder eine unendliche Sehnsucht..... mit der ich dann nicht mehr umgehen kann.....

Eigentlich hätten wir hier außer mir noch 4 Personen benötigt: Eine Person, die in der Aufstellung für mich steht, eine die für meine Blockade steht, eine die für das was hinter dieser Blockade ist steht, und eine Person die diese Aufstellung leitet. - Leider sollten wir diesmal nur 3-er Gruppen bilden.... nach kurzem Überlegen entschloss ich mich aber, die beiden anderen trotzdem zu fragen, ob sie mich hier unterstützen würden. Für mich gab es dann keinen Stellvertreter und ich musste von Anfang an in die Aufstellung mit hinein. Außerdem hatten wir niemanden, der den ganzen Prozess leitete - wir machten es auch so sehr gut.

Am Anfang drückte der Stellvertreter meiner Blockade mir auf die Brust, während das was hinter der Blockade steckt dahinter auf einem Sitzwürfel saß und mit den Beinen baumelte.....

Schließlich ging ich einen Schritt nach vorne.... und die Blockade ließ von mir ab und ging langsam zur Seite.

Ich merkte, dass ich meine Blockade weiterhin noch teilweise als Schutz vor mir haben wollte, doch sie ging nun etwas nach hinten zur Seite und wollte nicht mehr. - Ich sah sie an und war ihr dankbar, dass sie mich bisher geschützt hatte.....

Schließlich änderte auch das was hinter der Blockade war seine Position. Ich wusste nicht, um was es sich handelte und wie ich mich ihm gegenüber verhalten sollte. - Ich merkte dann, dass ich zu sehr im Kopf war... und fand es nun schade, dass keine andere Person als mein Stellvertreter in der Aufstellung war..... da man selbst, gefangen in seiner eigenen Struktur.... oft die Bewegung in die Lösung garnicht bemerkt.

Schließlich entschloss ich mich, einfach so zu tun, als ob ich nicht ich selbst wäre, sondern als ob ich mein Stellvertreter in einer Aufstellung wäre. Ich ließ mich nun einfach ohne zu denken von dem Feld führen.... bis ich schließlich neben dem Unbekannten stand.... welches immer wieder Sprünge in die Luft machte......

Hinterher bei Austausch erfuhr ich dann, dass es sich um meine Lebendigkeit gehandelt hatte. Sie sagte mir aber auch, dass man nicht immer so sein kann.

Samstag, 3. September 2011

Die Kraft des Hinsehens

Beim Umgang mit sich selbst, mit Anderen, mit dem Leben propagiere ich den 'Weg des Hinsehens'.
Dies bedeutet, sich das anzuschauen, das wahrzunehmen, sich auf das einzulassen, was  ist.

Die Alternative wäre, wegzusehen, Dinge auszublenden, Dinge nicht bemerken zu wollen....
(Manche Leute wollen sich negative Dinge nicht ansehen, weil sie meinen, diesen dadurch Energie zu geben.)
Doch Dinge auszublenden kostet noch viel mehr Aufmerksamkeit und Energie und bindet Aufmerksamkeit und Energie (siehe Beispiel unten).

Außerdem ist Wegsehen, zumindest für mich, etwas, das sich kindlich und schwächend anfühlt.....
'Hinschauen', 'Wahrnehmen', 'sich dem Aussetzen was ist', ist dagegen etwas, das ich als erwachsen und stärkend empfinde....
(und außerdem ist es die Voraussetzung dafür, von innen heraus den nächsten Schritt zu erkennen...)


Hier ein etwas konstruiertes Beispiel:
Nehmen wir mal an, jemand sieht in Fahrrädern etwas absolut negatives und ablehnenswertes.
Wenn er nun versucht, nicht an Fahrräder zu denken, dann wird er umso mehr an sie denken. (Dies kann jeder selbst ausprobieren. Wer 5 Minuten nicht an Fahrräder denken will, wird in dieser Zeit so oft an sie denken wie er den ganzen Tag nicht an sie dachte....)

Gut, sagt nun der fachkundige Wegschauer, man braucht in dieser Zeit ja nur an etwas anderes, an etwas positives zu denken, z.B. an Lichtmasten. - Bei unserem 5-Minuten-Experiment wird dies wahrscheinlich tatsächlich helfen....

.... aber was passiert im richtigen Leben draußen im Straßenverkehr?
Jedes Mal wenn der Wegschauer ein Fahrrad sieht, wird er innerlich negativ reagieren, und dann schnell auf den nächsten Lichtmasten schauen. Was bekommt auf diese Art und Weise wohl am meisten Energie. - Meiner Ansicht nach das, auf das er gefühlsmäßig so heftig negativ reagiert...

Was könnte man also stattdessen tun?
Hinschauen, wahrnehmen, den innerlichen Widerstand aufgeben!

Donnerstag, 25. August 2011

Die Weisheit des 'Nichtwissens'

Bei meinem letzten Ausbildungswochenende war mehrmals Thema, dass ein Begleiter normalerweise in jeder 'Sitzung' eine richtige Krise durchlebt, in der er nicht mehr weiterweiß, in der er keine Ahnung hat, was er jetzt noch tun oder vorschlagen soll. (Anmerkung: Es geht dabei nicht um die Art des Begleitens, bei der der Begleiter einfach nur die gelernten Techniken herunterspult.  Es ist vielmehr die Art des Begleitens gemeint, bei der der Begleiter sich ganz auf das einlässt was ist... zustimmt, und die nächsten Schritte ganz von Innen kommen lässt.) 
Wenn er diese Krise annimmt und sich darauf einlässt, dann kann daraus etwas neues entstehen.

Dieser Zustand des 'Nichtwissens' ist natürlich in allen Lebenslagen hilfreich.

Wenn meine Liebesbeziehung nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle,
dann kann ich mir mit Hilfe irgendwelcher Verstandesknoten zurecht legen, dass ich endlich den Mut für eine Trennung haben muss..... um dann dieses vermeintliche Ziel mit allen Mitteln zu verfolgen.
Ich könnte mir aber auch mit irgendwelchen Knoten in meinem Verstand ausdenken, dass ich die Beziehung unbedingt retten muss..... und dann blind und mit Vollgas in diese Richtung zu rennen.

Der dritte Weg ist der Zustand des 'Nichtwissens'.
Ich lasse mich auf das ein was ist...... und schaue, welcher nächste Schritt sich daraus ergibt.

--- --- ---

P.S.: In einem Buch über 'Traumdeutung mittels Focusing' (*) habe ich übrigens mal was sehr interessantes gelesen:
Dort erhielt eine Frau in ihrem Traum die Botschaft, sie solle sich von ihrem Mann trennen.
Nachdem sie die notwendigen Schritte eingeleitet hatte.... sagte ein weiterer Traum ihr, sie solle mit ihrem Mann zusammenbleiben, jedoch mehr auf ihre eigenen Wünsche und Interessen achten.

'Widersprüchliche Botschaften in Träumen', so könnte man jetzt sagen.
Aber sind die Botschaften wirklich widersprüchlich?
Von dort aus gesehen, wo die Frau am Anfang stand, war das Einleiten der Trennungsschritte vielleicht genau die Geh-Richtung die notwendig war, um in einer innerlichen Eigenständigkeit in Zukunft ihre Interessen durchsetzen zu können.

(*) Buch: "Dein Körper, Dein Traumdeuter" von Eugene T. Gendlin
(Sehr gut, aber wirklich kompliziert und sehr aufwendig zu lernen!)

Samstag, 30. Juli 2011

[Glücklichsein]


Glücklichsein ist ja nichts,
was von äußeren Umständen verändert -
oder was von anderen Menschen herbeigeführt werden könnte.

Es es etwas,
das wir uns manchmal selbst verwehren....
weil wir befürchten,
uns in glücklichem Zustand nicht mehr um uns selbst zu sorgen...
und uns nicht mehr einzusetzen
für das was uns wichtig und bedeutsam ist.


Ist von mir.



Donnerstag, 14. Juli 2011

Lärm-Schlafen durch Zustimmung

Gestern Abend war es sehr spät in der Nacht bei uns hinter dem Haus immer noch sehr laut. Dies erinnerte mich an eine Begebenheit, die schon sehr lange zurückliegt...... zu einer Zeit, als ich mein Wissen über die Zustimmung noch garnicht hatte.

Damals, noch in meiner alten Wohnung, hatte ich öfters Probleme mit lärmenden Nachbars.
Ich ärgerte mich über laute Musik aus Nachbar-Wohnungen ebenso wie über Partys auf Balkonen und Terassen, welche die halbe Nacht dauerten. (Da damals (ebenso wie heute) meine Wohnung im Dachgeschoss lag, war es im Sommer so heiß dass ich auch Nachts nicht so einfach meine Fenster schließen konnte.)

Ich hatte damals schon auch Gespräche deswegen mit Nachbarn (bei dem einen Nachbarn nützte es etwas, bei dem andern nicht) - und einmal, als um halb 2 immer noch die Musik mit voller Kanne lief, rief ich auch die Polizei........ Meistens aber beschränkte ich mich darauf, zu versuchen, festzustellen woher der Lärm kam..... und mich zu ärgern. - Einschlafen konnte ich da jedenfalls nicht!

Dann ergab es sich, dass ich einmal im Odenwald ein einwöchiges Seminar besuchte.
Am Abend des vorletzten Tages feierten wir noch lange im Speisesaal, bis ich dann endlich schlafen ging. - Da meine Zimmer direkt neben dem Speisesaal lag, waren die Gespräche der anderen Kursteilnehmer noch sehr laut und deutlich zu hören.
Ich ging dann nochmals nach draußen, schloss die Türe im Gang, aber auch das brachte nicht viel.

Schließlich ging ich dann ist Bett..... und weil ich den Leuten gegenüber eine so positive Einstellung hatte, dachte ich mir: "Die dürfen das!" - Und ganz kurz danach war ich weg.

Seither glaubte ich nie mehr, dass Nicht-Schlafen-Können bei Lärm nur etwas mit dem Lärm zu tun hat..... Es hat auch gewaltig mit dem eigenen Ärger zu tun.......

Aber nun wieder zur letzten Nacht: Irgendwo auf einen Balkon saßen wohl drei junge Männer..... Bier-trinkend und erzählend..... um 1:30 Uhr immer noch. Und immer wieder auch mit Lautstärke-Spitzen. (Da es so heiß war, wollte ich die Fenster nicht schließen. Ohropax waren auch nicht möglich, da ich bei meinen Dachfenstern aufkommenden starken Regen hören muss..... um die Fenster schließen zu können.)

Als mir bewußt wurde, dass ich jetzt in der Nacht keine größeren Aktionen (herausfinden, wo die wohnen, Polizei anrufen und denen zeigen, wie sie in unseren Hof kommen) machen wollte, entschloss ich mich, einfach nur dem Lärm zuzustimmen.
Dies gelang mir dann auch sehr gut..... Im Halbschlaf dachte ich dann noch daran, auch von meiner Ablehnung gegenüber den drei Biertrinkern wegzukommen. Ich ging dann also auch ihnen gegenüber in eine positive Zustimmung.... Der letzte Gedanke den ich bemerkte war: "Vielleicht wundern die sich ja jetzt, woher plötzlich eine so positive Energie herkommt......". - Dann war ich endgültig weg.....

Dienstag, 12. Juli 2011

Unterscheidung in 5 Gefühls-Arten

Im Umfeld der systemischen Familientherapie wird oft zwischen 3 oder vier verschiedenen Arten von Gefühlen unterschieden. Bei "Reinhard Lier" fand ich sogar eine Unterscheidung in fünf Arten, was ich auf diese Art und Weise sehr sinnvoll fand:

Die erste Art der Gefühle sind die "Primärgefühle". Das sind dies Gefühle, die einen direkten Bezug zu einem äußeren Ereignis haben, z.B. Trauer über das Ende einer Beziehung. - Diese Gefühle kommen nach einiger Zeit zu ihrem natürlichen Ende und können dann wieder gehen.

Die zweite Art der Gefühle sind die "Sekundärgefühle" - man könnte auch sagen "Ersatzgefühle" oder "Abwehr-Gefühle". Hier handelt es sich um die Gefühle, die Vorgeschoben werden, um sich auf die eigentlichen Gefühle nicht wirklich einlassen zu müssen, z.B. wenn jemand mit Wut reagiert, statt seine Trauer und Hilflosigkeit zu fühlen. - Diese Gefühle können notwendiges Handeln verhindern, man kann sich damit in „endlosen Geschichte” verstricken..... und Außenstehende finden diese Gefühle oft peinlich oder sind genervt.

Die dritte Art der Gefühle sind die "Systemischen" bzw. "Übernommenen Gefühle". Das sind Gefühle, die eigentlich einer anderen Person (meist aus der Herkunftsfamilie) gehören und von dieser Person übernommen wurde. - So kann es beispielsweise sein, dass die Tochter den unterdrückten Zorn der Mutter übernimmt und diesen für sie auslebt.

Die vierte Art von Gefühlen sind "Kindergefühle". Das sind Gefühle die (meist von traumatischen Erfahrungen) aus der Kindheit stammen.... und noch nicht verarbeitet werden konnten. Oft fühlt sich der Erwachsene dann immer noch so wie damals als Kind.

Die fünfte Art von Gefühlen sind die "Meta-Gefühle". Dies sind Gefühle wie "Einklang", "Kraft", "Würde", "Dankbarkeit", "Ehrfurcht", "Inneren Friede" ..... die aus der Verbindung mit dem "Größeren Ganzen" entstehen.

Freitag, 8. Juli 2011

Zukunftserwartung und Zustimmung

Manchmal kann es total frei machen, wenn man nicht nur dem zustimmt, was bereits eingetreten ist - sondern auch dem, was eventuell eintreten könnte.

Nehmen wir mal als Beispiel jemanden der stottert.
Wahrscheinlich ist er schon als Kind deswegen immer verspottet worden.... und möglicherweise wird auch heute noch, wo er längst erwachsen ist, noch manchmal über ihn gelästert.

Wenn er nun inneren Widerstand gegen das ausgelacht-werden hat, dann wird er versuchen, möglichst alle Situationen zu vermeiden, in denen das passieren könnte....
Dies ist auf den ersten Blick eine sehr verständliche Reaktion.
Doch was sind die Folgen?
Durch dieses Vermeidungs-Verhalten wird er sich und sein Leben sehr einschränken. Er wird nur wenig und nur ungern an sozialen Begegnungen teilnehmen wollen.... und falls doch, so wird er sich dort sehr zurücknehmen und einschränken!
Sein gesamtes Leben wird hierdurch reguliert und beschränkt!

Doch was wäre, wenn er stattdessen der Möglichkeit zustimmt, ausgelacht zu werden?
Was wäre, wenn er das 'ausgelacht-werden' zwar nicht provoziert, aber wenn er dennoch seinen inneren Widerstand dagegen aufgibt?
Was wäre, wenn er daran arbeitet.... und es ihm wirklich gelingt, der Möglichkeit, ausgelacht zu werden ganz ehrlich zuzustimmen.
Hier kann man sofort spüren, welch eine gewaltige Innere Freiheit dies bringen würde!

Würde dann mehr über ihn gelästert werden als bisher?
Sicher nicht.... denn es wäre für die anderen bald langweilig, wenn sie merken, dass sie ihn damit nicht mehr packen können.

Wie schafft man es, in solch schwierigen Fällen in die Zustimmung zu kommen?
Zunächst mal durch die Bereitschaft, den Widerstand aufzugeben.
Und manchmal ist es auch nötig, tiefer zu gehen..... und seine Gefühle im Zusammenhang mit dem Ausgelacht-Werden zu bearbeiten.
(Aber all dies wird ja schon an verschiedenen Stellen hier im Blog beschrieben.)

Donnerstag, 7. Juli 2011

Gehört zum Mensch-Sein

Egal was gerade mein Thema ist, welche Gefühle, welche Widerstände, welche Lebensumstände, mit was ich gerade nicht zurechtkomme, .... aber auch was besonders schön ist.....

.... All das gehört zum Mensch-Sein, ist wesentlicher Bestandteil des Lebens.....
und Hunderttausende von Menschen teilen ist mit mir.

Trotzdem muss ich natürlich meinen Umgang damit finden....
doch es ist gut zu wissen, dass es ganz grundlegend zum Leben und zum Mensch-Sein gehört.

Dienstag, 31. Mai 2011

Das 'menschliche' und die Zustimmung

Der Leser-Kommentar von Ines zu meinem letzten Beitrag regt mich dazu an, etwas, das vielleicht missverstanden werden könnte, hier nochmals anzusprechen:

Meiner Ansicht ist der Zweck des "Zustimmens" nicht, ein abgehobener Heiliger zu werden.
Zum Mensch-Sein gehört dazu, menschlich zu reagieren..... und dieses menschliche kann ja auch wirklich mal Ärger oder Ablehnung sein.
(Das Mensch-Sein ablehnen zu wollen würde ja nur zu weiterem Widerstand und Stress führen.)

Meiner Ansicht nach ist es wichtig,  .... die Erfahrung zu machen, dass man mit Gefühlen oder veränderlichen Sitiationen dadurch an Besten umgehen kann, indem man sie anschaut und annimmt (vielleicht Zustimmung Stufe 2).
Meiner Ansicht nach ist es wichtig,  .... die Erfahrung zu machen, dass man mit unveränderbaren Situationen dadurch am besten umgehen kann, indem man ganz 'Ja' dazu sagt (vielleicht Zustimmung Stufe 4).

Wenn man diese Erfahrungen zig-mal gemacht hat, dann geht es vielleicht immer schneller, dass man bereit ist und wie von selbst in Zustimmung geht - aber nicht als Heiliger, sondern als menschliche Reaktion, weil man einfach weiß, dass dies am effektivsten und angenehmsten ist!

Samstag, 28. Mai 2011

Die Stufen der Zustimmung II

Ich wollte noch ergänzen:

Verschiedene Aspekte der 'Zustimmung der Stufe 4' beschrieb ich auch in meinen Beiträgen "Das größte 'Ja'" und "Zustimmung, Alzheimer, GAU und Sinn.

-

Wichtig ist meiner Ansicht nach auch, dass man sowohl 'einer Situation', als auch 'den Gefühlen zu einer Situation' zustimmen kann.

Bei einem Schicksalsereignis ist meiner Ansicht nach die einzige Möglichkeit, dem Schicksal zuzustimmen (Zustimmung Stufe 4).
Gleichzeitig kann es jedoch sein, dass das Schicksalsereignis heftige Gefühle in mir auslöst.... und dann ist natürlich die Frage, wie gehe ich mit diesen um. - Beim Umgang mit Gefühlen bevorzuge ich beispielsweise die Zustimmung Stufe 2.

Sicherlich geht beides Hand in Hand.... und die 'Zustimmung zum Schicksal' wird umso einfacher, je mehr ich auch meine Gefühle in dieser Situation verarbeitet habe.

Wichtig ist freilich immer die Bereitschaft zuzustimmen - die man auch aus der Erkenntnis nähren kann, wie sehr man sich durch "Nein" und Widerstand immer selbst verletzt..... und letztendlich sogar das ganze eigene Leben blockiert (siehe auch Beitrag 'Was und Wie Zustimmen'.)

Die Stufen der Zustimmung

Angeregt durch die Diskussion in einem Forum bin ich auf die Idee gekommen, Zustimmung in verschiedene Stufen zu unterteilen. So kann man genauer definieren, über welche Art der Zustimmung man eigentlich redet oder schreibt:
Stufe 0: Ich lehne unerwünschte Situationen und Gefühle ab, bin also im Widerstand. [Meiner Ansicht nach führt jedoch das Ablehnen von anderen Menschen oder eigenen Gefühlen dazu, dass diese sich verfestigen und an einem kleben bleiben! Änderung ist garnicht oder nur mit großem Kraftaufwand möglich. - Oft ist es tatsächlich so, dass man genauso wie die Menschen wird, die man immer ablehnt. ]
Stufe 1: Ich stimme zu, dass die Situation oder das Gefühle (im Augenblick) nun mal so ist wie es ist. [Dies führt meiner Ansicht nach zu mehr Weitsicht.... lässt Lösungen erkennen.... schafft ein Umfeld, in dem Lösung überhaupt erst möglich ist.]
Stufe 2: Ich stimme zu, dass die Situation oder das Gefühle (im Augenblick) nun mal so ist wie es ist. Ich lasse mich ganz darauf ein, auf "das-was-ist", begebe mich mitten hinein.... und vertraue darauf, dass hierdurch ganz von selbst der nächste Schritt in Richtung "Lösung" in mir entsteht.
Stufe 3: Ich vertraue darauf, dass alles sich von selbst so entwickelt wie es sein soll, .... deshalb stimme ich dem zu, lasse die Geschehnisse laufen und greife nicht ein.
Stufe 4: Hier geht es in Richtung Demut: Ich stimme dem Schicksal zu, stimme dem größeren Ganzen zu - und nehme das Leben so an, wie es ist.... auch Krankheit, Tod, .... ebenso wie absolutes Glück....


Nachträgliche Änderung 01.07.2011 00:05: Die unausgegorenen Beispiele wieder entfernt!

Donnerstag, 26. Mai 2011

Was und Wie Zustimmen

An anderer Stelle wurde ich gefragt, was für eine Art "Zustimmung" ich genau meine.
Vielleicht kann ich mit Hilfe des fiktiven Beispiels mit dem Autounfall (vom 20.05.) näher darauf eingehen.

Zunächst mal: Zustimmung bedeutet für mich nicht, zu sagen "Ich möchte das so haben!", wenn ich also dem Autounfall zustimme, bedeutet dies nicht, dass ich gerne Autounfälle habe. - Denn dies ist ja nicht die Wahrheit, und es ist meiner Ansicht auch nichts, was einen Nutzen bringt.

Zustimmung bedeutet für mich stattdessen ein akzeptierendes: "Ja, das ist jetzt nun mal so!".
Ein "Ja, das ist jetzt nun mal so!" bedeutet, ich höre auf gegen die Realität zu kämpfen, ich höre auf, gegen die Realität Widerstand zu leisten.... denn die Realität ist ja tatsächlich, dass dieser Unfall nun mal geschehen ist.

Aber Moment - bedeutet Zustimmung dann, mir Zustimmung einzureden, obwohl ich doch  in Wirklichkeit garnicht einverstanden bin? - Wenn ich versuche würde mir "Zustimmung" einzureden, obwohl ich in Wirklichkeit in Ablehnung bin, dann würde ich ja wieder gegen die Realität kämpfen, indem ich "der Ablehnung" die Zustimmung verweigere. ....

Hier sind mehrere Punkte wichtig:
Ein "Ja, das ist jetzt nun mal so!" hat nichts mit Resignation zu tun. Wenn etwas nicht veränderbar ist (wie die Tatsache, dass dieser Unfall passierte), dann ist jeder Widerstand und jede Ablehnung einfach nur Energieverschwendung und somit sinnlos!
Wenn etwas jedoch veränderbar ist (wie z.B. Unzufriedenheit im Job), dann wird durch ein "Ja, das ist jetzt nun mal so!" eine gute Vorraussetzung geschaffen, um etwas in Richtung Veränderung zu unternehmen (darüber schrieb ich schon in vielen Beiträgen)!

Der Weg ist meiner Ansicht nach also, die "innerliche Bereitschaft zur Zustimmung" zu entwickeln.
Dies kann zum Beispiel auch dadurch geschehen, dass man einfach merkt, dass sich ein äußerliches oder innerliches "Nein zur Realität" immer beschissen anfühlt.... und man sich das dann irgendwann selbst nicht mehr antun will.
Bei mir ist es so: Durch das Lesen verschiedener Artikel (vor allem von Bill Ferguson), durch eigene Erfahrungen und letztendlich auch durch die Körperübungen von Joel (wer dem Link folgt bitte dort nach unten blättern) hat sich in mir die Erfahrung verankert, wie sehr "Zustimmung" und "körperliches Lösen" helfen können. - Diese positive Erfahrung führt bei mir automatisch zur "Bereitschaft zur Zustimmung".

  .... In meinen Augen wäre es also der Wesentliche Schritt, diese Bereitschaft zu entwickeln!

Falls jedoch mal ein innerliches festes "Ich will das nicht!" da sein sollte, dann ist zunächst dieses "Ich will das nicht!" die Tatsache, die Zustimmung braucht. - Wenn ich dann diesem "Ich will das nicht!" zustimme, selbst dann habe ich schon den ersten Schritt vom Widerstand zur Zustimmung gemacht! (Anderenfalls könnte nämlich der Zwang zur Zustimmung genau das werden, was mich blockiert.)


Viele weitere Aspekte dieses Themas wurden ja schon ausführlich in meinen älteren Beiträgen behandelt.

Freitag, 20. Mai 2011

Verschiedene Bedeutung von "Kämpfen"

Unter "Kämpfen" kann man sehr verschiedene Sachen verstehen. (Verschiedene Aspekte wurden hier im Bog immer wieder berührt, teils bewußt, teils vielleicht auch unbemerkt. Ein paar dieser Aspekte (nämlich die, die ich jetzt gerade bewußt greifen kann) möchte ich hier nochmals ansprechen.):

Einmal ist "Kämpfen" ein "mit dem Leben oder den Schicksal hadern". Dies ist dann der Fall, wenn etwas geschieht oder bereits geschehen ist, was sich nicht (mehr) ändern lässt, worauf man keinen Einfluss hat.... - Dagegen zu kämpfen scheint, außer zusätzlichem Schmerz, keinen Nutzen zu bringen!??!

Ein anderer Aspekt ist "für etwas kämpfen, das einem wichtig ist". Hier gibt es einen gewaltigen Unterschied:
Das eine ist ein "sich anstrengen" um etwas zu erreichen.
Unter diese Rubrik fällt, wenn jemand trainiert, um einen sportlichen Wettbewerb zu gewinnen, oder wenn jemand lernt, um eine Prüfung zu bestehen oder beruflich weiter zu kommen.
(Hier könnte man höchstens die Fragen stellen: Kann ich es erreichen? Warum will ich es erreichen (ein tiefer Wunsch, oder psychologische Gründe)? Wieviel Aufwand ist es mir wert?)
Dieses "Sich-Anstrengen", "Sich-Einsetzen" fällt für mich nicht unter die Rubrik "Kämpfen".

Ein Kämpfen im negativen Sinne wird es für mich dann, wenn es nicht in Richtung "Sich-Einsetzen für etwas" geht,
sondern in Richtung "Widerstand leisten".
Widerstand leisten heißt, äußerlich oder innerlich zu sagen:
"Nein, es ist ungerecht, dass der Prüfer mich nicht leiden kann!", "Es ist blöd, dass das Leben immer mich kurz vor der Prüfung krank werden lässt!", "Meine Freundin darf dies nicht tun!", "Ich selbst darf nicht so sein wie ich bin, sondern muss alle offenen Baustellen in meinem Leben bereits geheilt haben!".
Dieses "Nein zum Leben" diese "Widerstände", diese "Ablehnung von 'dem-was-ist'" - dies ist es, was ich mit Kämpfen meine.

- Eigentlich sind wir nun auch hier wieder beim ersten Punkt gelandet:
Auch Lebensbereiche, in denen man etwas ändern kann, haben also Aspekte, gegen die man Widerstand leisten könnte....
Allerdings führt genau dieses "Widerstand leisten" zu Angst, Tunnelblick, Blockaden - die einem hindern klar zu sehen..... und sich einfach dafür einzusetzen, für das, was man erreichen will....

-- -- --

Hier ein alter Text von mir, der vielleicht auch zu diesem Thema passt:
Angenommen, ich wäre mit meinem Auto bei Nacht auf der Landstraße gegen eine Kiste geprallt (keine Ahnung wo die herkommt, ist wahrscheinlich von einem LKW gefallen).
Nun kann ich mich ärgern, ich kann "Nein" zu diesem Zustand sagen, ich kann gegen die Kiste treten bis mir mein Fuß weh tun, ich kann kämpfen und sagen, "das darf nicht sein!", "so etwas darf nicht passieren!", "wenn jemand eine Kiste verliert, dann ist er verpflichtet, sich darum zu kümmern!".
Die Tatsache, dass dieser Unfall passiert ist, bleibt hiervon aber völlig unbeeindruckt, glauben Sie mir!

Andererseits könnte ich jedoch auch "Ja" sagen, weil der Unfall ja sowieso schon passiert ist....
Ich könnte wahrnehmen, was in mir vorgeht... mich innerlich niederlassen... und wäre somit in einem inneren Zustand, in dem ich gute Entscheidungen treffen kann....
Denn ich möchte ja gerne vermeiden, dass mir jetzt noch jemand hinten auffährt. Ich möchte, dass mein Wagen abgeschleppt wird, ich möchte, dass der Besitzer der Kiste ermittelt wird.... da ist keine Zeit dafür, gegen Windmühlen zu kämpfen...

Montag, 16. Mai 2011

[Die Reise]




Du kannst nur dann von Hamburg nach München kommen,
wenn du akzeptierst, dass du derzeit in Hamburg bist!


[Copyright: "http://Tao-der-Zustimmung.blogspot.com"]

Freitag, 13. Mai 2011

[Kämpfen I]



Warum gegen die Wand kämpfen - statt einfach durch die Tür zu gehen?


Samstag, 7. Mai 2011

Mich mitten hineingeben

Ich hatte mich vorhin einem Thema zugewandt, welches schon den ganzen Tag eine schlechte Stimmung in mir hervorrief.

Dabei habe ich mich einfach geöffnet, versucht, so weit es mir möglich ist "Da zu sein" ..... und ich hatte mir dabei vorgestellt, mich innerlich hineinzugeben, mich hineinzuhängen.... in die Situation.
Dabei habe ich meine Gefühle wahrgenommen, habe die Situation für mich als Ganzes wahrgenommen, ..... und nach einer kurzen Weile ist es mir gelungen, innerlich über das "Problem" über die "Fixierung auf das Problem" hinauszugehen..... weiter zu werden..... - und gleichzeitig weiterhin wahrzunehmen....

Auch wenn das Thema nun noch nicht abschließend geklärt ist, hat es sich energievoll und angenehm angefühlt, mich mir selbst (und meinem Thema) auf diese Art und Weise zuzuwenden.
Und es hat sich angenehm angefühlt, 'im Thema drin' und gleichzeitig 'weit' zu sein.

Dienstag, 3. Mai 2011

[Innere Freiheit]



Wenn ich erlaube, dass geschieht was geschieht, dann bin ich frei!



Samstag, 23. April 2011

Mich dem Leben stellen....

Ich wälze nun schon eine Weile die Frage in mir,
was mir den Weg davor versperrt, regelmäßig (täglich) in mich zu gehen, mich zu spüren, mich mich mir selbst zuzuwenden. (Da ist immer ein Ausweichen, ein Verschieben auf später.... und dann geschieht es doch nicht...)

Es ist für mich noch nicht klar zu spüren, aber so ein bisschen hängt es wohl mit folgenden Punkten zusammen:
* Die Angst, dann vielleicht mit der Einsicht konfrontiert zu werden, dass ich es in Wirklichkeit garnicht schaffe, weiter­zu­­kommen und meine Themen zu lösen...
* Oder die Angst, dass ich dann merken würde, dass ich auf keinen Fall mehr so weiterleben will, wie ich derzeit lebe. ..... (Und daraus folgend denn in die Situation kommen, Vieles in meinem Leben ändern zu wollen.... und somit dann auch zu müssen....)
* Vielleicht auch die Angst davor, Eigenverantwortlich, Erwachsen,  Aus eigenen Kraft heraus, mein Leben zu leben.

Ja - mich dem Leben stellen ist so ein Spruch, der mir seit unserem letzten Ausbildungswochenende durch den Kopf geistert.
- "Bin ich bereit, mich dem Leben zu stellen?" -

Dies beinhaltet für mich etwas sehr Kraftvolles, Erwachsenes.
Das Gegenteil hierzu wäre, wenn ich mich in eine kindliche Postion zurückziehe, in ein 'Geht-Nicht', 'Will-Nicht', 'Kann-Nicht'.... ich bin zu unfähig, zu gestört,  .... - Das fühlt sich sicherer an, aber auch verantwortungslos, kraftlos und nachlässig.  [Dies sind jetzt meine Worte.... und es sind Worte, die sicherlich für Jeden einen ganz anderen Geschmack haben, etwas ganz anderes bedeuten...]

Samstag, 2. April 2011

Der Tao-Zustimmungs-Weg

Ich möchte hier vielleicht nochmals zusammenfassend schreiben, wie ich mir meinen Umgang mit innerlichen und äußerlichen Problemen und Lebensthemen vorstelle. - Ich schreibe hier "vorstelle", weil ich mich oft erst mal davor drücke, mich mir wirklich zuzuwenden.... bis ich dann merke, dass es nicht anders geht.

Dann nutze ich eine oder mehrere der folgenden Vorgehensweisen:

Der gegebenen äußeren Situation zustimmen - den Widerstand dagegen aufgeben.

Die Gefühle, die mit der äußeren Situation zusammenhängen fühlen - sich mitten in die Situation hineinsetzen. Wichtig: Nicht zu sehr in Gedanken und Bilder gehen sondern es körperlich fühlen, schauen, an welcher Körperstelle es körperlich gefühlt werden kann.

Den Gefühlen zustimmen - den Widerstand dagegen aufgeben. (Sie bewußt mit dazunehmen!)

Bei großer Angst: Zustimmen, dass genau das, wovor man am meisten Angst hat, geschehen darf.
Oder alternativ einfach die Angst fühlen.

Bei 'Schicksalsschlägen': Dem Schicksal, dem 'Größeren Ganzen' zustimmen - den Widerstand dagegen aufgeben.


Eigentlich gibt es immer die Möglichkeiten, entweder ins direkte Zustimmen gehen (theoretische Infos hierzu in meinen Beiträgen unter 'Zustimmung pur' - Theorie)...... oder eben, wie oben beschrieben, ins Fühlen zu gehen.


Eine weitere Art, sich von dem Problem zu lösen, aus dem Tunnelblick auszusteigen, und somit eben auch in die Zustimmung zu kommen habe ich vor ein paar Tagen praktiziert.
Dabei habe ich das angewandt, was man bei Joel Weser's KiKG -Übungen gelernt hatte (siehe Beiträge 'Körperlicher Druck, Abwehr und Zustimmung' und "Löst Zustimmung tatsächlich Probleme?"). - Ich habe mir direkt vorgestellt, das Problem würde mich von hinten umklammern und kräftig zudrücken..... Dann konnte ich mich plötzlich sehr einfach 'lösen', weil ich es auf dieser Körper-Ebene schon mehrfach geübt hatte.....

Existenzbedrohung vs. Erwachsen-Sein

Ich habe es bemerkt:
Als ich noch im Tunnelblick war.... da hatte ich irgendwie das Gefühl, meine gesamte Existenz hängt davon ab, dass sich das Ganze im Rahmen der von mir als wichtig gesehenen Bedingungen abspielt.
Es war (ist) wirklich so ein Gefühl, als ob die Existenz bedroht ist, wenn nicht das-und-das passiert, ich nicht dies-und-jenes hinkriege..... und es nicht so läuft, wie ich meine dass es unbedingt laufen müsste....

Außerhalb des Tunnelblicks ist dies keine Bedrohung mehr - sondern lediglich eine Vorliebe.


Außerhalb des Tunnelblicks fühlt sich das ganze so an, als ob ich als Erwachsener reagieren, reden, verhandeln kann.  (Also ohne mich (falls der Andere anders tickt als ich) gleich bedroht zu fühlen.)

Dies setzt natürlich voraus, dass ich in der Weite bleiben will und kann.
'In der Weite bleiben können' geht wahrscheinlich soweit, wie es mir möglich ist, in der Zustimmung zu bleiben....
'In der Weite bleiben wollen' setzt unter Anderem auch die Bereitschaft voraus, die Verantwortung zu tragen und auch über den eigenen Schatten zu springen.... statt wie ein Kind die Verantwortung auf andere zu schieben....

Dienstag, 15. März 2011

Zustimmung, Alzheimer, GAU und Sinn

Bei meiner "Sitzung" am Samstag in der Frühe hatte ich unter Anderem auch versucht, durch 'Ja-Sagen', durch 'Zustimmung' zu innerlicher Erleichterung zu kommen. Dabei beschäftigte ich mich damit, einzelnen vorhandenen Gefühlen oder innerlichen Zuständen zuzustimmen. -
Dies hat jedoch nicht zur gewünschten Erleichterung geführt.

Am Wochenende habe ich dann bemerkt, dass ich an meinem inneren Gesamt-Zustand nicht so einfach etwas ändern kann..... Ich habe dann dem zugestimmt..... und dadurch fühlte ich mich dann tatsächlich sehr erleichtert und frei.

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Am Wochenende sah ich mir den Film "Claire - Sich erinnern an die schönen Dinge" (Spielfilm, Frankreich 2001) an, welchen meine Freundin für uns aufgenommen hatte.
In diesem Film geht es um eine junge Frau die an Alzheimer leidet.... und nach und nach mit den normalen Dingen des Lebens nicht mehr klarkommt, nach und nach sogar ihre Sprache verliert.

Ich fand die Vorstellung, an einem derartigen Persönlichkeitsverlust zu leiden besonders schlimm. Bei allen anderen Problemen kann man ja noch etwas tun (und wenn es nur ist, dass mein seine Krankheit oder sein Schicksal  und deren Folgen psychisch verarbeitet). -
Aber was, wenn man seine gesamte Persönlichkeit verliert, wenn man auch die Fähigkeit, sein Krankheit zu bearbeiten, verliert?

Ich hatte mir schon mal vor vielen vielen Jahren Lebensphilosophien zurechtgelegt, mit denen ich glaubte, mit dem Leben gut umgehen zu können. -
Nun fragte ich mich: "Was für eine Lebensphilosophie bräuchte man, damit diese auch dies einschließen kann.

Mir kam dann: "Es bleibt eigentlich auch hier nur, dem zuzustimmen, was ist."
Auch dem Allerschlimmsten zuzustimmen, nämlich, dass man nach und nach wahrscheinlich sogar die Fähigkeit verlieren wird, zuzustimmen.

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Ich glaube, Krankheiten, Tod, Schicksalsereignisse (und hierzu zählt auch die Erdbeben und Atomkatastrophe aktuell in Japan)  sind Ereignisse, die uns Wachrütteln sollen.
Würden alle Menschen auf der Erde im absoluten Überfluss leben, keine Krankheiten, kein Tod, keine unerwünschten Ereignisse, ...... wie flach wäre das Leben dann, ...... und was wäre dann überhaupt der Sinn der Existenz?

Für mich sind solche Ereignisse dazu da, tiefer gehen zu müssen, sich dem Leben wirklich zuwenden zu müssen.....
Und ich glaube, eines, was die Schöpfung von uns will, ist unsere Zustimmung. Unsere Zustimmung, zum Leben, zur Schöpfung, zu Allem, wie es ist......... (denn nicht ohne Grund führt Zustimmung zu Erleichterung, zu einem angenehmen inneren Zustand.......)....

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P.S.: Ich war heute übrigens sehr erstaunt, als ich in einem Gespräch mitbekam, wie ein Kollege, der mir immer sehr oberflächlich vorgekommen war, sich angesichts der Katastrophe in Japan tiefgründige Gedanken über das Leben machte - darüber, was in Leben wichtig ist und was nicht!

Samstag, 5. März 2011

Das größte 'Ja'

Ich habe gestern (heute Nacht eigentlich eher) parallel zu der Beschäftigung mit meinen offenen Themen ein paar Sachen von Bert Hellinger gelesen. Er ist ja auch jemand, von dem ich (zumindest indirekt) für meinen Weg der Selbstheilung einiges übernommen habe.
(Ich habe ihn bisher unter den "Methoden der Persönlichkeitsentwicklung" noch nicht erwähnt, weil sein Ansatz doch eher nochmals ein Kapitel für sich ist.... worüber ich erstens viel zu wenig weiß.... und was vom Umfang her vielleicht auch den Rahmen dieses Blogs sprengen würde. )

Jedenfalls findet man bei ihm sehr viel, wo es um "Zustimmung" im größeren Rahmen geht,
also auch um Zustimmung zur 'Familienseele' und deren Schicksal,
ja Zustimmung zum Schicksal überhaupt.
Für mich kommt durch Bert Hellinger nochmals eine deutlich demütigere Art der Zustimmung ins Spiel (Demut gegenüber den Kräften, die in der Familienseele wirken, Demut gegenüber dem Schicksal und dem größeren Ganzen), die nochmals ein größeres Heilungspotential hat.... als das was ich hier bisher so beschrieb.

Beim Lesen einiger Gedanken von Hellinger kam jedenfalls in mir plötzlich so ein "Ja-zum-Ganzen", also ein "Ja" zu meinen Lebensthemen, ein "Ja" - dass alles so 'Richtig' ist.... wie es ist.... einfach weil es so ist. (Ich kann es jetzt garnicht mehr so stark fassen, wie ich es in der Nacht spüren konnte.)

Ich merkte dann, wie ich es jedoch auch wieder beiseite schieben wollte. "Mein Anspruch hier ist, den Lesern zu zeigen, wie man mit 'Zustimmung' Probleme lösen kann.... einfach nur ein 'Ja zum Ganzen' ist hierfür nicht die Lösung.
Zum Glück bemerkte ich dies dann.... (Hier war es sehr hilfreich, dass "Laurion" mich in einem Kommentar darauf aufmerksam machte, dass das Schreiben im Blog die Geschichte verfälschen kann. Ich wusste dies zwar schon früher, aber ich wusste es früher noch nicht genug, um es ausreichend zu beachten! - Danke dir Laurion.)

Nein, das (innerliche) Navigationsgerät sagt "hier links abbiegen" .... und auch wenn die Vorstellungen vielleicht zunächst anders waren..... ist genau hier die Wahrheit und der Weg.

Jedenfalls kam dann auf einen Schlag das sehr angenehme Gefühl, im großen Einklang mit all den (vielleicht unangenehmen, schwierigen, noch nicht geheilten) Lebensthemen zu sein!
Ein Einklang mit dem, genau so wie es ist.

[Ich kann all das nicht so klar in Worte fassen, doch es war wichtig, es jetzt niederzuschreiben!]

Donnerstag, 20. Januar 2011

Widerstand gegen das Schlimmste (III)

 Ich möchte das Thema nochmals von einer anderen Seite her aufrollen:

 Für (fast) jeden von uns gibt es bestimmte Dinge, die wir auf überhaupt gar keinen Fall haben wollen - Dinge, die mir auf überhaupt gar keinen Fall passieren dürfen, die in meinem Leben auf überhaupt gar keinen Fall auftauchen dürfen, Dinge, die wir mit aller Gewalt in unserem Leben vermeiden! - Diese Dinge sind sooo schlimm für uns, dass wir mit aller Macht dagegen Widerstand leisten!

 Um sicherzustellen, dass uns dies auf gar keinen Fall passiert, sind einige Opfer nötig: Vielleicht muss ich mir Scheuklappen aufsetzen und darf bestimmte Dinge einfach nicht bemerken (obwohl sie eigentlich deutlich sichtbar wären).
 Vielleicht muss ich versuchen, bestimmte Lebenssituationen, meine Partner, andere Menschen zu kontrollieren.
 Vielleicht muss ich bestimmte Situationen ganz vermeiden, darf bestimmte Orte nicht besuchen, beruflich nicht aufsteigen, keine Partnerschaft leben... nur damit mir bestimmte Dinge nicht passieren können.

 Puh! - Das ist ganz schön anstrengend, und kostet viel Freiheit und viel Lebendigkeit!

 Und: Ist es da Verwunderlich, dass vielleicht einer oder mehrere Lebensbereiche wie Beruf, Freizeit, Freundschaften, Liebe, Sex, .... nicht so richtig, oder überhaupt nicht funktionieren?

 Gegen welche grundlegende Erfahrung leistest du so großen Widerstand?
 Was darf dir in deinem Leben auf gar keinen Fall begegnen?
 Was darf von dir auf keinen Fall ans Tageslicht kommen - was oder wie darfst du auf gar keinen Fall sein?

 Welche Gefühle willst du mit aller Gewalt vermeiden - indem du die obigen Situationen vermeidest und bekämpfst?

 Und was würde geschehen, wenn du all diesen Situationen zustimmen würdest.... wenn du zustimmen würdest, dass dies ganz prinzipiell geschehen könnte.... wenn du in deinem Herzen zustimmst, ganz zustimmst, zu 100%.... und trotzdem das nötige und mögliche tust, um diese Situationen zu vermeiden...?

 Was wäre, wenn du auch all den schlimmsten Gefühlen zustimmst, welche durch diese Situationen ausgelöst werden könnten?

Samstag, 15. Januar 2011

Widerstand gegen das Schlimmste (II)

Der ältere Text von mir, den ich in meinem letzten Beitrag hier veröffentlichte, brachte mich dazu, mich noch tiefer mit diesem Thema zu beschäftigen:

"Widerstand und Zustimmung" kann man unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten.
Man kann schauen, wo man in der aktuellen Situation vom Widerstand zur Zustimmung kommen kann, damit das aktuelle Problem sich auflöst.
Ebenso kann man schauen, wo ich beim "Nach-innen-gehen" im Widerstand bin.... (etwa im Widerstand gegen ein Gefühl)..... Sich also fragen, zu was ich hier 'Ja'-Sagen kann und muss.... damit das Innenleben wieder in Fluss gerät.

Neben dem eben genannten gegenwartsbezogenen Vorgehen brachte meine Beitrag "Widerstand gegen das Schlimmste" einen weiteren Gesichtspunkt:
"Welche Bereiche des Lebens funktionieren nicht... und was ist hier der Widerstand der diese Lebensbereiche blockiert?"
Ja, es kann ja sein, dass im Berufsleben ständig etwas schief geht, bei Freundschaften, in Liebesbeziehungen, in der Freizeit, ..... , oder in all diesen Bereichen zusammen....
und es kann sein, dass der Grund dafür alter Widerstand ist,
dass der Grund hierfür ist, dass wir etwas auf gar keine Fall und unter gar keinen Umständen erleben und erfahren wollen..... und wir deswegen lieber ganze Lebensbereiche blockieren und einschränken..... (und wahrscheinlich das Ganze sogar noch ohne es selbst zu merken)

Ja, es ist die Frage,
gegen welche grundlegende Erfahrung leisten wir eigentlich in Wirklichkeit Widerstand, wenn wir beispielsweise mit aller Macht vermeiden wollen, im Berufsleben schlecht dazustehen! (Nur mal als Beispiel.)
Was würde es negatives über mich aussagen, wenn ich tatsächlich mal etwas falsch machen würde und Andere dies bemerken?
Was würde dann passieren?
Wie würde ich mich dann fühlen?

Die Antwort auf diese Fragen führt möglicherweise zu dem, was ich hinter all meinem Widerstand in Wirklichkeit befürchte, was ich mit aller Gewalt in meinem Leben vermeiden will.

Ist es unter diesen Umständen nicht verständlich, dass Widerstand zu Angst und Tunnelblick führt.... und dass der Blick auf Erkenntnis und Weiterentwicklung verschlossen ist, solange das Ganze nicht angeschaut werden kann?

Ja, eine Lösung aus diesem Dilemma wäre, dieses schlimmste Gefühl, das was ich immer vermeiden wollte.... daseinzulassen und zu fühlen....
Aber vielleicht ist vorher noch ein anderer Schritt nötig:
Dem Zuzustimmen, dass es mir ganz grundsätzlich passieren könnte, dass ich in beruflichen Dingen einen Fehler mache und dann getadelt werden.... einfach erlauben, dass dies passieren könnte..... den Widerstand dagegen aufgeben.... (und trotzdem die Schritte tun die möglich sind um es zu verhindern).
(Zustimmen bedeutet ja nicht, es mutwillig durch Handlungen herbeizuführen,
sondern nur, im eigenen Herzen seine Existenz zu erlauben.)

Widerstand gegen das Schlimmste

Bill Ferguson, dessen Methode ich hier in meinem Blog ja bereits vorstellte, schrieb einige sehr interessante Dinge zum Umgang mit Widerstand.
Hier ist ein älterer Text von mir, in dem ich einiges aus diesem Ansatz zusammenfasste:

Bill Ferguson stellt auf seiner Internetseite (www.masteryoflife.com) sehr ausführlich seinen Ansatz für den Umgang mit Widerstand und Loslassen vor.

Dabei zeigt er auf, wie sehr "innerlichen Widerstand gegen etwas leisten" zu innerlichem Stress führt - ja, zu einer Art "Tunnelblick".
Je mehr wir auf einem Lebensgebiet innerlich Widerstand gegen etwas leisten, umso problematischer läuft unser Leben auf diesem Gebiet.
(Wenn z.B. jemand befürchtet, seine Partnerin könnte ihn verlassen, und wenn er gegen das mögliche Verlassenwerden innerlichen Widerstand leistet, dann erhöht er hierdurch das Risiko, tatsächlich verlassen zu werden enorm. )
Laut Ferguson gibt es bestimmte Dinge, die uns besonders stressen, gegen die wir besonders Widerstand leisten, vor denen wir ganz besonders Angst haben, die wir ganz besonders mit aller Macht vermeiden wollen.
Dies sind die Gebiete, auf denen unser Leben besonders problematisch funktioniert, weil wir eine innere Verletzung haben... an die wir jegliche Erinnerung mit aller Macht verhindern wollen (... und uns somit selbst sehr einschränken)! - Ferguson empfiehlt, auch hier den Widerstand aufzugeben und es zuzulassen, diese Gefühle wieder zu fühlen - um sie letztendlich loszulassen....

Freitag, 31. Dezember 2010

Löst Zustimmung tatsächlich Probleme?

Ich wurde gefragt, ob man sich durch das Anwenden der Zustimmung lediglich besser fühlt, oder ob dadurch Probleme tatsächlich gelöst werden.

Hier zunächst meine persönliche Meinung dazu:
Prinzipiell kann man zwei Situationen unterscheiden.
Zum einen gibt es unabänderliche äußere Bedingungen. Wenn ein geliebter Mensch gestorben ist.... dann ist dies ein Fakt, der sich durch nichts mehr verändern lässt. In diesem Fall ist der Lohn der Zustimmung also der eintretende Innere Friede....
Anders ist es, wenn man die Situation vielleicht durch das eigene Handeln vielleicht verändern könnte. Meiner Ansicht nach passiert in Konflikten mit anderen Menschen häufig dasselbe wie in einer Übung, die ich bereits an anderer Stelle (in einem Forum) beschrieb: 

Sehr gut kann man dies auch körperlich in den KiKG-Übungen von Joel Weser erfahren: Wenn mich beispielsweise jemand von hinten umklammert und zudrückt, der deutlich kräftiger ist als ich, so kann ich mich trotzdem innerlich so sehr lösen, dass ich mich als "gelöst" empfinde. Der Anderen spürt dies sofort und merkt, dass er mich nicht mehr richtig hat. Meist merkt er dann sehr schnell, dass sein Verhalten ins Leere geht und lässt schließlich los.

Ein Königsweg zum dem genannten "innerlichen Lösen" ist die "Zustimmung". Aber auch das hier geschriebene wird man wahrscheinlich nur nachvollziehen können, wenn man es einmal in der Rolle des Umklammerers und einmal in der Rolle des Umklammerten selbst erlebte...

Letztendlich kann man die Frage, ob "Zustimmung" tatsächlich auch äußerlich etwas verändert nur dadurch beantworten, indem man es im eigenen Leben selbst ausprobiert...
Oder indem man langfristig die Beispiele aus meinem Leben hier im Blog verfolgt und sich hierzu seine eigenen Gedanken macht....



P.S.: Weitere Beispiele für den Nutzen der Zustimmung gibt es auf der Internetseite von Bill Ferguson, den ich hier in meinem Blog bereits vorstellte.

Mittwoch, 24. November 2010

Herzenstechnik

Sehr hilfreich beim Gefühle-fühlen ist übrigens die Herzenstechnik von Manfred Mohr.

Ich habe sie aus dem Buch "Cosmic Ordering: Die neue Dimension der Realitätsgestaltung aus dem alten hawaiianischen Ho'oponopono", welches die kürzlich verstorbene Erfolgsautorin Bärbel Mohr zusammen mit ihrem Mann Manfred Mohr schrieb.

Dabei geht es darum, sich vorzustellen, wie sich beim Einatmen das eigene Herz so sehr weitet, dass alle Gefühle darin Platz haben. Beim Ausatmen nimmt das Herz dann wieder mehr und mehr seine normale Größe ein... und beim nächsten Einatmen beginnt es wieder mit dem Weiten.

Besonders hilfreich ist es natürlich, wenn man dies auf ein Gefühl anwendet, welches man eigentlich garnicht haben will....
Man könnte sich prinzipiell aber auch vorstellen, das Herz so sehr zu weiten, dass unerwünschte Situationen
oder sogar als problematisch empfundene Menschen darin Platz haben.

Die Vorstellung, in die Weite zu gehen, ist übrigens allgemein ein sehr hilfreiches Hilfsmittel
und wird in der bereits erwähnten KiKG-Ausbildung ebenfalls sehr erfolgreich genutzt!

Samstag, 6. November 2010

Sich mitten hineinsetzen

Nachdem ich letzte Woche die verschiedenen Selbsthilfe-Methoden vorstellte und mit Hilfe der CDs auch selbst nochmals anwandte, wurde mir klar, dass ich heute meist garnicht mehr auf diese Art und Weise vorgehe.

Statt fest bei einem Gefühl zu bleiben .... und dieses zu fühlen.....
begebe ich mich innerlich meist eher in eine aktuelle Situation hinein,
begegne innerlich einem Problem
oder auch einem für mich problematischen Menschen.....
und nehme wahr, was dies in mir auslöst..... ja ich setze mich da mitten hinein.... so gut es halt geht .... schaue was auftaucht, versuche alles anzuschauen, dazu "Ja" zu sagen, es wahrzunehmen - und dann schon auch die damit zusammenhängenden Gefühle zu fühlen und im Körper zu spüren.....
ohne allerdings fest bei einem Gefühl bleiben zu müssen....

Diese Vorgehensweise habe ich mir durch die geführten Innen-Raum-Reisen angeeignet, die wir in der Jahresgruppe bei Joël Weser immer wieder machen.... Ich nenne das was ich dann für mich zuhause mache auch "Innen-Raum-Reisen" obwohl ich es hier einfach so für mich selbst anwende, ohne Anleitung, lediglich mit einigen Stichpunkten auf meinem Merkzettel .... und jedes Mal sowieso ganz anders.....

Ein wesentlicher Aspekt ist hierbei für mich auch die Weite der Wahrnehmung....
das über das Problem hinaus in die Weite gehen.....
ohne es jedoch hierdurch wegschieben zu wollen......
es wirklich anschauen und wahrnehmen..... 
und gleichzeitig nicht daran kleben,
sondern mit der Aufmerksamkeit auch darüber hinaus gehen.....

Dienstag, 26. Oktober 2010

Was noch der Heilung bedarf...

Wenn ich in einer Lebenssituation auf ein Gefühl in mir stoße, welches mir irgendwie Schwierigkeiten bereitet, dann ist für mich nur sehr wenig wichtig, ob es normal ist, in dieser Situation so zu fühlen, ob die Mehrzahl der anderen Menschen in dieser Situation vielleicht genauso fühlen würde...

Ich sehe es eher als Zeichen, hier will etwas
in mir noch gesehen, von mir noch zugelassen, von mir noch  GEHEILT  werden,
braucht etwas in mir noch meine Zuwendung....

Freitag, 22. Oktober 2010

Wahrnehmen und Hinschauen

Hier ein älterer Text von mir (das war damals meine Antwort auf eine konkrete Fragestellung), den ich meinen Lesern hier im Blog nicht vorenthalten möchte:

Es geht nicht darum, die Emotionen zu unterdrücken.
Es geht ums Wahrnehmen und einfach hinschauen!

Hier ein Beispiel:
Mache, wenn du für dich allein zu Hause bist, die Augen zu und stell dir vor, du würdest dich mitten in die unangenehme Situation und mitten in die Gefühle hineinsetzen.
Du denkst an deine Kollegen und ärgerst dich, dass du immer die Strahle-Frau spielen muss.
Dann spürst du deinen Ärger und sagst zu ihm „JA“.
Dann merkst du, du fühlst dich auch ganz Hilflos, weil du dich mit deinen Gefühlen allein fühlst. Dann sage zu deiner Hilflosigkeit „JA“.
.... Aber NEIN - du möchtest nicht hilflos sein. Hilflosigkeit ist unangenehm. Außerdem sind die anderen schuld, warum sollst du wegen denen Hilflosigkeit fühlen müssen. - Dann sage zu deinem „Hilflosigkeit nicht fühlen wollen“ „JA“.
......
Und irgendwann, kannst du vielleicht sogar zu deinen Kollegen und zu deren „immer-super-drauf-sein“ ein fettes „JA“ sagen, aber das ist rein freiwillig!

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Das WICHTIGSTE beim "Gefühle fühlen"!

"Gefühle fühlen"?

Viele Menschen reagieren darauf mit: "Wieso soll ich meine Gefühle fühlen. Ich fühle sie ja sowieso schon die ganze Zeit und mehr als mir lieb ist!"

Ja, doch im normalen Leben geschieht dieses "Gefühle fühlen" meinst in einer Haltung von Ablehnung und Widerstand, mit Ablenkung und Wegsehen - und mit dem Versuch, sie zu lenken und zu kontrollieren. Manchmal gehen wir auch ganz im Gefühl auf, statt sie wahrzunehmen.
- All dies ist ganz normal und wird Jedem von uns auch immer wieder passieren.....

Doch um Gefühle zu ihrem natürlichen Ende kommen zu lassen, damit sie "zu Ende gefühlt" werden können - ist Hin und Wieder auch ein anderer Umgang mit ihnen notwendig:
Dem Gefühl zustimmen, es ansehen, es im eigenen Inneren Da-Sein lassen, es so lassen wie es ist, dabei-bleiben - aber dabei auch bewusst bleiben.... Also nicht ganz in dem Gefühl davon schwimmen, sondern immer noch als derjenige vorhanden bleiben, der das Gefühl umfassen und wahrnehmen kann.

Sehr wichtig beim "Gefühle fühlen" ist auch das Einbeziehen des Körpers!
Wo spüre ich das Gefühl genau im Körper?
Wie fühlt sich die Körperstelle an?
Von wo bis wo geht sie genau?

Ja - wichtig ist, sich dabei viel Zeit nehmen, ...... dabei sehr langsam vorgehen, .......
und immer und immer wieder mit der Aufmerksamkeit  zwischen Körpergefühl und Gefühl zu wechseln... ..... in einem großen "JAh"


Nachtrag vom 30.10.2010 00:34:

Damit alles 'WICHTIGSTE beim "Gefühle fühlen"' zentral an einer Stelle steht, hier noch eine wichtige Ergänzung:
Mir ist, als ich vor etwa einer Stunde das Gefühle-fühlen mittels Übungs-CD praktizierte,  nochmals klar geworden, wie wichtig bewusstes Atmen beim Fühl-Vorgang ist.
Wichtig ist, langsam und tief zu atmen.... und den Atemvorgang auch immer wieder bewußt wahrzunehmen....

Dienstag, 19. Oktober 2010

Es findet sich immer was zum Zustimmen!

Es geht jedoch nicht darum, "keinen Widerstand haben zu dürfen" um "Richtig" zu sein....
während all die anderen Menschen, welche Widerstände haben oder ihre Gefühle nicht wahrnehmen wollen oder können,  falsch sind......

Es geht nur darum, wie man sich das Leben leichter machen kann..... und auf welche Art und Weise man wie viel von einem hilfreichen Ansatz umsetzen kann....

Wenn ich merke, dass ich bei einem bestimmten Thema den Widerstand nicht aufgeben kann..... ja, dass ich ihn auf keinen Fall aufgeben will...... dann stimme ich genau dem zu!
Dann sage ich "JAh" dazu, "JAh, hier ist ein Widerstand, den ich nicht aufgebe".
Und wenn ich dann merke, dass ich ungeduldig werde und denke, "Ich muss doch aber den Widerstand unbedingt aufgeben" ..... - dann sage ich "JAh" dazu .-  "JAh" zu dem Gedanken, "JAh" zu dem Druck,  dass ich denke, ich müsste den Widerstand unbedingt aufgeben. 

Ich kann also immer das nehmen, was gerade obenauf liegt.
Somit gibt es immer etwas, mit dem man in Zustimmung kommen kann!

Verschiedenes zum "Gefühle fühlen"

Ein sehr wichtiger Punkt ist meines Erachtens das Fühlen der eigenen Gefühle.
Gerade gegen Gefühle gibt es ja oft einen großen innerlichen Widerstand!

Und es gibt sogar Menschen die behaupten, "Jeder Widerstand gegen ein äußeres Ereignis ist in Wirklichkeit nur ein Widerstand gegen ein Gefühl - welches wir mit dem äußeren Ereignis verbinden - und welches wir auf keinen Fall fühlen wollen....".

Gegen Gefühle keinen innerlichen Widerstand haben zu müssen bringt eine große innere Freiheit! Man braucht dann nichts mehr zwanghaft und aus Angst vermeiden.....

Und - auch wenn das paradox klingt - aber um ein unangenehmes Gefühl loswerden zu können.... ist es zunächst erforderlich, den Widerstand gegen dieses Gefühl aufzugeben..... dieses Gefühl ganz durch-zu-fühlen, dieses Gefühl zu Ende zu fühlen.

Zu diesem Thema werde ich hier noch eine Menge schreiben!

Samstag, 16. Oktober 2010

Körperlicher Druck, Abwehr und Zustimmung

Ich bin hier ja schon mehrfach auf Bill Ferguson und sein "MasteryOfLife" eingegangen. Von den Ausführungen auf seinen Internetseiten habe ich einiges über das Aufgeben von innerem Widerstand gelernt, jedoch habe ich neben ihm noch mehrere weitere Lehrer.

Mein aktuellster und wichtigster Lehrer ist Joël Weser mit seiner  KiKG® - Arbeit zur PrEssenz.
Der Ansatz von Joël Weser besteht aus "Systemischen Familienaufstellungen" (darauf werde ich hier im Blog nicht so eingehen), den "Innen-Raum-Reisen" (hierzu zu einem späteren Zeitpunkt mehr) und den speziellen KiKG-Körperübungen.

Es gibt sehr viele verschiedene KiKG-Körperübungen. Schon mit den Einstiegsübungen kann man sehr gut sichtbar machen, wie sich "Zustimmung", "Loslassen", eine veränderte innere Haltung, auf körperliche Interaktionen direkt auswirken.

Ich werde hier jetzt eine Übung beschreiben - nicht dass ich dadurch zum Nachmachen anregen möchte, ich denke hier ist am Anfang persönliche Anleitung nötig - sondern um hier nochmals auf diese Art und Weise den Nutzen der Zustimmung zu verdeutlichen:

Ich stehe vor einer Wand. Mein Rücken liegt ganz an der Wand an.
Ein Übungspartner drückt mit beiden Händen gegen meinen Brustraum, ja er stemmt sich richtig mit voller Kraft dagegen.
Dies fühlt sich unangenehm an.... und ich begebe mich zunächst voll ins "Dagegen-Sein", in die innerliche Abwehr in Widerstand - "Nein! Das will ich nicht! Wieso macht der sowas mit mir! So ein Schwein!" (Wenn man möchte, dann kann man sich bei dieser Übung auch eine konkrete Lebenssituation vorstellen, bei der man sich sehr unter Druck gesetzt fühlt.)

Im nächsten Schritt verändere ich meine innere Haltung. Ich ändere nichts an der äußeren Situation, ich verändere lediglich etwas in meinem Inneren:
Ich stimme der unangenehmen körperlichen Situation zu... und fühle mich schon etwas besser.
Dann schalte ich um auf Wahrnehmung, ich nehme genau war, wo und wie mich seine Hände im Brustraum drücken..... und wandere dann mit meiner Aufmerksamkeit zu meinen Gefühlen.
Dann mache ich mich ganz weit und nehme auch den Drückenden wahr.

Während sich am Anfang alles sehr unangenehm, fast schon schmerzhaft nach Druck, Enge, Eingesperrt-sein anfühlte, fühle ich mich nun relativ frei und autonom.

Auch bei denen, die den Druck ausübten, hat sich während der Übung viel geändert.
Am Schluss schauen sie meist recht verblüfft drein .... und man hat den Eindruck, sie würden garnicht mehr so richtig drücken.
Beim Austausch sagen sie Dinge wie: "Am Schluss hatte ich den Eindruck ich habe dich garnicht mehr richtig, du warst garnicht mehr richtig greifbar." oder "Du hast mir plötzlich die ganze Kraft genommen, ich konnte nicht mehr richtig drücken." Manchmal kommt auch die Rückmeldung: "Ich bin mir zum Schluss richtig verarscht vorgekommen. Ich versuche verzweifelt zu drücken und zu drücken, und du stehst da und veräppelst mich...."

Im Gegensatz zu den anderen Methoden, die ich hier vorstellte und noch vorstellen werde, gibt es zu den KiKG-Übungen keine Anleitung auf Internetseiten, in Büchern oder auf CDs. Stattdessen benötigt man hier den direktem Kontakt mit einem KiKG-Trainer vor Ort, oder am besten direkt mit Joël.

Auch ich werde diese Übungen hier im Blog nicht anleiten!
Falls meine Leser jedoch mehr an diesem Thema interessiert wären, könnte ich noch ein bisschen darüber schreiben.

Links:

Freitag, 15. Oktober 2010

Widerstand als Versuch, zu kontrollieren

In einem Kommentar zu meinem letzten Beitrag wurde ich von "Anonym"  nach dem Zusammenhang zwischen Stress, bzw. großer Belastung, und Widerstand gefragt.

Meiner Ansicht nach ist Widerstand kein Automatismus,
der durch Belastungen, von welcher Art auch immer, ganz mechanisch hervorgerufen wird.
Stattdessen ist er etwas, das wir selbst "machen"....
weil wir denken, dass wir mit Hilfe von Widerstand die Situation oder unsere Gefühle kontrollieren können.... (mit meinen bisherigen Beiträgen versuchte ich aufzuzeigen, dass diese Kontrolle  nicht funktioniert).

Ich stimme dir, Anonym, natürlich zu, dass Zustimmung und Hingabe schwierig sein kann, wenn sehr viel auf Einmal auf uns einwirkt.

Doch wenn wir wenigstens einen Teil des Widerstands aufgeben, wenn wir nur einem Teil unserer Gefühle zustimmen können, wenn wir nur einen Teil unseres Problems wirklich ansehen können,
sind wir einen Teil mehr im Fluss,
haben wir einen Teil mehr Inneren Frieden,
haben wir einen Teil mehr Lebensqualität.....

Montag, 11. Oktober 2010

Damit Dasein

Eine Grundlage des "Tao der Zustimmung" ist, Das-Was-Ist nicht zu bekämpfen, .... sondern es da sein zu lassen, sich (innerlich) mitten in die Situation hineinzusetzen, einfach mit Dem-Was-Gerade-ist dazusein.

Dies setzt voraus, sich keine Scheuklappen aufzusetzen, sich nichts vorzumachen, sondern Das-was-ist wirklich anzusehen - ganz da sein, ..... sich selbst spüren, den eigenen Körper spüren, ..... es anzusehen, und ganz da zu sein.

Wichtig dabei ist, die eigenen Gefühle zu spüren, die mit Dem-Was-Ist zusammenhängen. Auch ein Gefühl ist ein Das-Was-Ist und will als solches behandelt werden, will gesehen werden, will wahrgenommen werden, will ein "Ja, im Augenblick ist das so... und weil es so ist darf es auch so sein!"

Das-Was-Ist verändert sich, wenn es ganz gesehen wird, wenn es ganz gespürt wird, wenn es ganz angenommen wird.... (Eigentlich habe ich dies auf andere Weise hier im Blog bereits beschrieben.)

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Bereitschaft, Widerstand aufzugeben

"Widerstand-aufgeben" kann man in belastenden aktuellen Lebenssituationen praktizieren - man kann jedoch auch nach Lebensbereichen Ausschau halten, in denen immer wieder alles schief geht, um dann zu prüfen, was für innere Widerstände dort wohl am Werke sein mögen.

Wichtig ist die innere Bereitschaft den Widerstand aufzugeben, ..... verbunden mit dem Wissen, dass Widerstand, und die damit verbundene Angst, der damit verbundene Tunnelblick keineswegs zieldienlich sind.

Wenn beispielsweise meine Lebensgefährtin darüber nachdenken würde, mich zu verlassen (tut sie zum Glück nicht, hoffe ich), dann würde innerer Widerstand und die daraus geborenen Verhaltensweisen wahrscheinlich dazu führen, dass sie dies dann tatsächlich tut. (Auf jeden Fall würden sich zusätzliche Angst und Tunnelblick breit machen.)
Wenn ich stattdessen der Möglichkeit, dass sie mich tatsächlich verlassen könnte zustimme.... wirklich zustimme.....
dann bin ich innerlich frei, zu merken, ..... was ich in dieser Situation tun kann und will.....

Doch Bereitschaft allein genügt nicht immer.
Manchmal ist es einfach notwendig, sich innerlich mit all seinen Gefühlen mitten in die Situation hineinzusetzen (ich schrieb bereit darüber) und seine Gefühle wirklich zu fühlen (darüber werde ich in den nächsten Wochen noch einiges schreiben).

Viel Erfolg beim der Bewegung durch das innerliche und äußerliche Leben!

Tao

Donnerstag, 30. September 2010

Widerstände aufgeben

Einer, von dem ich einige in meinen Augen sehr interessante Dinge über das Aufgeben von inneren Widerständen gelernt habe, ist "Bill Ferguson" mit seiner Internetseite MasteryOfLife. Dort kann man eine Vielzahl aufeinander aufbauender Artikel lesen, indem man sich einfach nur durch die linke Menüleiste durchklickt.

Bill Ferguson beschreibt, wie das "Widerstand-leisten" gegen "Etwas-was-ist", oder auch einfach nur gegen "Etwas-das-möglicherweise-eintreten-könnte" zu innerem Stress, Angst und Tunnelblick führt..... und wie eben das Aufgeben dieses inneren Widerstands zu Innerer Freiheit und zu dem Wissen führt, was in dieser Situation getan werden kann.
Das was ich gestern unter "Grundlegende Vorgehensweisen beim Zustimmen" schrieb, ist genau so ein Beispiel für das Aufgeben des Widerstands!

Für mich ist dieses beschriebene Basic schon wichtig. Man kann jederzeit aufhören, gegen etwas innerlichen Widerstand zu leisten - und wenn man damit aufhört, dann wird nicht etwa alles schlimmer - nein, dann verschwinden Angst und Tunnelblick, die Sicht wird klar, die nächsten Schritte sichtbar....

Bill Ferguson leitet darüber hinaus jedoch auch dazu an, wie man die Lebensbereiche aufspüren kann, in denen einfach nichts funktioniert - eben weil man sie selbst durch innere Widerstände blockiert hat - und wie man diese Widerstände aufgeben kann.
In einem weiteren Schritt kann man sogar den grundlegenden Schmerz finden: ein Gefühl, das man bisher mit aller Macht auf keinen Fall spüren wollte. Dieses "das grundlegende Gefühl auf keinen Fall spüren wollen" ist ja ebenfalls ein innerer Widerstand, welcher jedoch häufig die Ursache für viele andere Widerstände im Leben ist.

Für mich genügt es jedoch zunächst einfach schon, theoretisch zu wissen (und durch praktische Erfahrung bestätigt zu haben), welch grundlegenden Vorteil das Aufgeben des Widerstands mit sich bringt.

Am 01.10.2010 19:55 nochmals überarbeitet. - Weitere Beiträge zu diesem Thema folgen!

Mittwoch, 29. September 2010

Grundlegende Vorgehensweisen beim Zustimmen

In belastenden Situationen gibt es zwei grundlegende Vorgehensweisen, Zustimmung anzuwenden:
Man kann den belastenden äußeren Umständen zustimmen - und somit aus Angst und Tunnelblick aussteigen und zu Innerer Freiheit gelangen.

Man kann jedoch auch den eigenen inneren Zuständen und Gefühlen zustimmen, die mit der belastenden äußeren Situation zusammenhängen.

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Als ich die letzten Tage so im Fieberwahn darüber nachdachte, was ich hier als nächstes schreiben könnte, fiel mir einiges zum Zustimmen im Bezug auf äußere Umstände ein.
Dann kam mir innerlich ein Beispiel aus meinem Leben - etwas aus meiner Firma, was eventuell eintreten könnte... und auf von mir nicht gewünschte Weise in meine Freizeit eindringen könnte. Das möchte ich auf keinen Fall!

Ich fragte mich also, wie hier Zustimmung aussehen könnte....
"Aber Nein" - in diesem Fall wollte ich ja auf jeden Fall mein Interesse durchdrücken!
Ich merkte schließlich, wie ich gefangen war im "Recht-haben-wollen" und "die-Kontrolle-über-meine-Freizeit-haben-wollen" .... und ich bemerkte den Stress, der damit zusammenhing!

Schließlich änderte sich etwas und ich merkte, dass ich auch bei diesem Beispiel dem Eintreten des schlimmsten Falles, dem Eintreten das Falles, das ich meine Interessen nicht durchsetzen könnte, tatsächlich zustimmen kann.
Ich würde mir diesen Fall nicht wünschen - und ich würde schauen, wie ich ihn würde vermeiden können..... aber ich konnte ihm innerlich zustimmen.... und ich verspürte damit verbunden eine große innere Freiheit.

Ich weiß nicht, ob ich diese Vorgänge hier mit meinen Worten so rüber bringen kann, dass Andere dies wirklich nachvollziehen können. Vielleicht wird es langsam, mit steigender Anzahl meiner Beiträge deutlicher werden.... Jedenfalls möchte ich zu diesem Thema noch einiges an Theorien und praktischen Beispielen bringen.

Ich wünsche viel

Innere Freiheit

Montag, 20. September 2010

Traum vom bevorstehenden Tod

Diesen Traum hatte ich schon vor einigen Monaten.... und er ist irgendwie schon wieder verflogen....

Ich hatte ihn damals (allerdings mit einiger Zeitverzögerung) aufgeschrieben und möchte ihn auch hier nochmals einbringen:
    Mir wurde gesagt, dass ich aufgrund einer Krankheit nicht mehr lange zu leben habe. Ich weiß nicht, wer mir das gesagt hatte - ein Arzt vielleicht? Jedenfalls war sicher, dass man da nichts mehr machen konnte, und der Tod in unmittelbarer Kürze, also irgendwann innerhalb der nächsten 1,5 Tagen eintreten würde. Irgendwie würden dann sämtliche inneren Organe versagen. 
    Erleichternd war für mich, dass der eintretende Tod durch eventuelle medizinischen Eingriffe nicht zu vermeiden war. Ich brauchte mir also keine (falschen) Hoffnungen machen - ich musste meine letzten Stunden nicht damit verbringen, von einer ärztlichen Untersuchung zur nächsten zu rennen.
    Aber der bevorstehende Tod passte mir so garnicht in den Kram. Ich hätte gerne bis ins hohe Alter gelebt.... Ich merkte dann im Traum, dass ich einfach meine psychologischen Selbsthilfemethoden und Einsichten auch hier auf das Thema Tod anwenden musste: Es gab hier eine äußere Situation, die nicht zu verändern war - also konnte ich nur zu der äußeren Situation, zu meinen Gedanken dazu, zu meinen Gefühlen dazu "Ja" sagen.... mich dem ganzen innerlich ohne Widerstand ganz hingeben. - Dies gelang mir auch sehr schnell, ich fühlte mich mit dem, was sowieso nicht zu ändern war, schnell ausgesöhnt. 
    Ich war dann also nun in meiner Wohnung (oder in der Wohnung meiner Lebensgefährtin) und fragte mich, was ich vor meinem Tod gerne noch tun wollte - was ich in meinem Leben immer schon tun wollte und noch nicht getan habe. Im Traum fiel mir bei dieser Frage nur eine: "Mit möglichst vielen Frauen zu schlafen!" Doch die Frage, wie ich das jetzt auf die Schnelle realisieren sollte fand ich so stressig, dass ich die Idee wieder verwarf.
    Ich entschied also, an diesem ersten Tag einfach, wie es schon geplant war, mit meiner Lebensgefährtin in die Stadt zu fahren. Es machte mir schon Angst, dass ich ja dann vielleicht mitten in der Stadt plötzlich umkippen könnte.... ob ich dann vielleicht Schmerzen habe, ..... ob es vielleicht vor meinem Tod noch weh-tut, weil ich stürze und mit dem Kopf mitten auf der Kreuzung auf den Asphalt knalle. - Aber ich wollte deshalb jetzt auch nicht zu Hause bleiben. Schließlich könnte es ja auch sein, dass ich noch bis zum Mittag des nächsten Tages leben würde. Schließlich entschied ich mich zu akzeptieren, dass ich vielleicht bei meinem Tod noch kurz Schmerzen haben würde.... oder vielleicht sogar kurz davor mit dem Kopf auf den Asphalt knallen würde.....
    Noch bevor wir in die Stadt gingen bekam ich die Nachricht, das Ganze wäre nur ein Irrtum gewesen, eine Verwechslung oder soetwas.

An dieser Stelle endete die bewusste Erinnerung an diesen Traum.
Ich bin ehrlich gesagt dankbar, dass ich nicht durch einen Wecker oder sonstiges im Traum gestört worden wäre, bevor man mich über diesen Irrtum aufgeklärt hatte. Dann hätte ich mich nämlich schon gefragt, ob der Traum eine Botschaft für mein reales Leben sein könnte.
Dies frage ich mich natürlich trotzdem. Leider ist es in meinem realen Leben so, dass ich nicht weiß, wann der Tod eintreten kann - dieses Wissen war im Traum schon auch sehr erleichternd.....

Freitag, 17. September 2010

Positives Denken vs. "Wahrnehmen-was-ist"


Sind die Scheuklappen groß wie ein Scheunentor,
dann hast du viel zu schleppen!


Um die herkömmliche Art von positivem Denken geht es beim Tao der Zustimmung nicht!
(Jedenfalls nicht in der Form, in der man etwas Auszublenden versucht, in der man Energie aufwendet, um das Hinsehen zu vermeiden!)
Es geht aber auch nicht darum, sich in negative Gedankenwelten hineinzusteigern!
Es geht eigentlich überhaupt nicht ums Denken, sondern um das sich ganz einlassen auf "das-was-ist".

Es ist die Bewegung zwischen dem "Kampf-Flucht"-Mechanismus (der meines Wissens dem Stammhirn zugeordnet wird) - und dem totalen Inneren Frieden (welcher meines Wissens den vorderen Stirnlappen zugeordnet ist):
Wenn jemand total im  "Kampf-Flucht"-Verhalten gefangen ist, dann schlägt er nur noch um sich.
Geht er dann ein paar Schritte in Richtung "Inneren Frieden" dann ist er vielleicht "nur" noch wütend und beschuldigt andere Menschen dafür, dass es ihm schlecht geht.
Geht er noch weiter Richtung "Inneren Frieden", dann ist da vielleicht nur noch etwas Unbehagen da, weil er vielleicht in seiner letzten Beziehung viel dazu beigetragen hat, dass diese schließlich scheiterte.
Ist schließlich der totale Innere Friede da, dann gibt es nur noch ein "Ja! - So ist das!".

Doch wie ist der Weg zu diesem Inneren Frieden. Nicht über Positives Denken, sich einreden, dass man in Wirklichkeit doch auch ganz viel Gutes zu dieser gescheiterten Beziehung beigetragen hat....
Nein, der Weg zu Inneren Frieden ist das Wahrnehmen, in die Situation, dass die Beziehung zu Ende ist.
Sich auch mitten hineinsetzen, in die eigenen Gefühle, die von all dem in einem selbst zum Klingen gebracht wurden.....
Sich auch mitten hineinsetzen in die Vorwürfe, gegenüber dem Partner und gegenüber einem selbst....
Sich auch mitten hineinsetzen in das "Nein!". "Nein das möchte ich nicht!" "Nein, das kann ich mir nie vergeben." - Nicht antworten auf diese Neins.... sondern sich ganz darauf einlassen ..... und auch zu den Neins ein "Ja" sagen......
Bis der Innere Friede eintritt.....

Innere Friede