Montag, 6. Januar 2014

Diesmal total anders

Letzten Freitag habe ich ja zum zweiten Mal ein Seminar geleitet.
Diesmal war es für mich total anders als beim 1. Mal.

Ich konnte sehr gut innerlich in meine Kraft und Präsens sein
- so gut wie es mir bisher im alltäglichen Leben nur absolut selten möglich war!!!
Aus dieser innerlichen Position heraus hat es mir großen Spaß gemacht, das Seminar zu leiten.... und mit den Teilnehmerinnen auf diese Art und Weise zusammensein.

Diesmal waren 5 Teilnehmerinnen gekommen, meine Lebensgefährtin, zwei aus dem letzten Kurs und zwei Neue.

Ja, irgendwie lief es ganz anders als beim letzten Mal:
Ich war nicht so unsicher und nicht so gestresst. - Lediglich als ich zum ersten Mal vor fremden Menschen (etwa in der Mitte des Seminars) eine kurze Innen-Raum-Reise anleitete, war ich am Anfang unsicher. (Doch davon hatten die Teilnehmerinnen nichts bemerkt, wie sie mir dann sagten - sondern sie hatten die Reise einfach nur genossen.)

Beim ersten Seminar war das besondere Highlight, dass es mir gelungen war, den Raum so weit aufzuspannen, dass Jede - ganz ohne mein Zutun - genau die Erfahrung in den Übungen machte, welche für sie wichtig war.
Diesmal habe ich mich eher aktiv und willentlich die Übungen ausgewählt, von denen ich merkte, dass sie hilfreich sind: Irgendwie war es angesagt, nicht nur reine Übungen zum Zustimmen anzubieten, sondern Übungen, bei welchen man gleichzeitig zu sich und in die eigene Kraft geht.
Meine eigene Stimmung - und das was von den Teilnehmerinnen gebraucht wurde, passte also irgendwie zusammen.

So war es auch diesmal am Schluss für fast alle wieder eine runde Sache.
Eine Teilnehmerin meinte, sie hätte sich das mit den Übungen zu Zustimmen anders vorgestellt, aber auch sie hatte gleich am Anfang schon bei den Einstiegs-Übungen ihren Aha-Effekt gehabt.

Ich werde schauen, wir ich weiterhin derartige 'Einführungs- und Erfahrungs-Seminare' anbieten kann. - Vielleicht Abends und nur zwei Stunden, so dass noch weniger Kosten für die Raum-Miete entstehen....

Mittwoch, 1. Januar 2014

Jahreswechsel

Wie immer zum Jahreswechsel denke ich auch diesmal schon seit Tagen daran, eine Rückschau auf das alte Jahr zu halten... was sich im letzten Jahr verwirklicht hat von dem was mir wichtig ist.....
Und auf das neue Jahr zu blicken, welche Themen ich dieses Jahr in meinen Themen-Radar nehmen will.... - in der Hoffnung, dieses Jahr auf diese Themen schauen zu können... so dass sich diese Themen zutiefst zeigen und dann auch bewegen können....

Doch irgendwie hat diese Rück- und Vor-Schau dieses Jahr anscheinend nicht die hohe Priorität...
Die Tage, die ich jetzt während meines Urlaubs tatsächlich für mich bin, trödle ich viel herum.... und wenn ich mir nach dem Trödeln dann die Zeit für mich nehme, dann scheint es wichtiger zu sein, auf die gerade aktuellen Themen zu schauen.

Das wichtigste Thema ist zur Zeit, wie ich Kraftvoll und Präsent mit anderen Menschen zusammen sein kann.... und gleichzeitig in Offenheit, innerlicher Weite und Einklang mit dem Gegebenen...

Dies möchte ich mitnehmen in mein Sein als Kursleiter in meinen Seminaren - aber auch in all die anderen zwischenmenschlichen Begegnungen.

Ich schaue mir dieses Thema ja schon länger an, erlaube furchtlos, dass sich alles zeigen darf, was damit zu tun hat.
Ich bemerke, wie kindliche Seiten von mir hier hineinspielen.... wie ich andere Menschen beeindrucken will, ihre Zustimmung suche, ihr Wohlwollen will...

Und ich spüre, wie ich dies kraftvoll-bejahend anschauen kann...
und gleichzeitig immer wieder auch den Hauch des anderen, des gewünschten Zustands spüren kann: Erwachsen seiend und wahrnehmend was geschieht, in meiner Kraft seiend, vielleicht zum Anderen im Widerspruch - aber damit dann doch auch in Begegnung gehend, in Offenheit, und im "JA!" zu dem, was auch immer sich entfalten will...

Eigentlich ist dies schon mein Hauptthema für 2014!
* Außerdem: mich dem Thema stellen, wie es mit Beziehungen / Sexualität weitergeht.
* Und es gibt Fragen wie: Ob ich noch eine weitere faszinierende Ausbildung machen oder zumindest mehrere Weiterbildungs-Seminare besuchen möchte... - um meine Möglichkeiten zum Umgang mit dem Leben noch mehr zu erweitern.
* Offen ist auch die Frage, wie es überhaupt mit meinen Kursen weitergehen mag - ob Seminare-halten für mich überhaupt der richtige Weg ist, das was ich mitbekommen habe und das was ich dazugelernt habe mit der Welt zu teilen..... oder mein Weg, dies mit der Welt zu teilen ein anderer ist.
* Außerdem ist offen, wie es mit meinem Blog weitergeht.
Erstens schrieb ich schon sehr viel über dieses Thema, so dass ich mich eigentlich nur noch (mit neuen Worten) selbst wiederholen kann. - Zweitens muss die weitende, öffnende Wirkung der Zustimmung von jedem selbst gespürt werden. Dies ist mit Worten allein nur teilweise zu erreichen.

Zum Schluss wünsche ich meinen Lesern noch:

Ein Gutes und Erkenntnisteiches neues Jahr!
Die 'Innere Freiheit'  und den 'Weitblick'
um die Themen angehen zu können, welche in diesem Jahr anstehen!

Samstag, 9. Juni 2012

Über das 'Tao der Zustimmung' hinaus

(.... oder meine erste tiefe Begegnung mit Demut.)

Ich möchte hier die Reihe "Mein Weg zum 'Tao der Zustimmung'" fortsetzen, mit etwas, das für mich eigentlich schon über 'das Tao der Zustimmung' hinausführt.

Vorspiel:
Mitte 2009 machte ich mein zweites Seminar bei Joel, welches den Titel "Ganz da sein" hatte.
In diesem Seminar waren zwei Teilnehmer, welche gerade bei Bert Hellinger die Ausbildung im Familienstellen machten. Sie redeten sehr positiv über Bert Hellinger, sahen in ihm einen sehr liebevollen Menschen, sagten, wenn man ihm in die Augen blickt, würde man die ganze Weite des Universums sehen können.

Derartige Aussagen deckten sich nicht mit meiner Meinung.
Ich war in den 90er Jahren bereits auf das Thema Hellinger gestoßen. Ein körperorientierter Psychotherapeut, bei dem ich damals manchmal Workshops machte, arbeitete auch mit dem Familienstellen - und ließ manchmal auch etwas von Hellinger in die rein körperorientierten Seminare mit einfließen. Damals war ich tief berührt, als bei einigen Teilnehmern, das Thema "Die unterdrückte Liebe zu den Eltern wieder fließen lassen" berührt wurde.
Gleichzeitig hatte ich da ziemliche Widerstände dagegen. Da kam es mir gerade recht, als ich in der Presse las, dass eine Frau sich unmittelbar nach einem Seminar bei Hellinger umgebracht hatte. Das was ich damals in der "Focus" las, ließ keinen anderen Schluss zu, als dass Hellinger schon sehr unsensibel mit dieser Frau umgegangen war. Somit  war das Thema damals für mich erledigt gewesen, obwohl ich den körperorientierten Psychotherapeuten als sehr respektvollen und einfühlsamen Therapeuten kannte und schätzte.

Aber nun holte mich das Thema durch die beiden Teilnehmer wieder ein. Die beiden sprachen auch von einem "neuen geistigen Familienstellen", bei welchem sich die Stellvertreter bewegen (d.h. sich vom Feld führen lassen) dürfen, bei welchem das Aufstellen als Prozess angesehen wird und bei welchem oft auch nur Teilaspekte des Problems aufgestellt werden.
(Wer sich für die Unterscheide zwischen klassischen und neuen Familien-Aufstellungsformen interessiert, der sei auf einen Text von Thomas Gehrmann verwiesen. Auch Wilfried Nelles, der den neuesten Entwicklungen von Hellinger eher kritisch gegenübersteht, bringt in seinem Artikel Klassisches Familienstellen, Bewegungen der Seele, Bewegungen des Geistes - Wohin bewegt sich die Aufstellungsarbeit? (PDF-Datei) eine interessante Gegenüberstellung.)

Auch Joel, der ja Familienaufsteller ist, redete in diesem Seminar öfters über das Familienstellen. (Eine Familienaufstellung machten wir in diesem Seminar zwar nicht, jedoch eine Organisations­aufstellung, da eine Teilnehmerin Probleme mit ihrer Institution und ihren Kollegen hatte.)

Joel berichtete jedoch über eine Aufstellung, die er mal mit einer deutschen Frau machte, die mit einem Indianer verheiratet war. Die beiden lebten zunächst in den USA, waren dann jedoch nach Deutschland gezogen, weil sie sich hier für ihre Kinder eine bessere Schulbildung erhofften. - Ihr Mann, der Indianer, hatte jedoch kaum deutsch gelernt und hatte Schwierigkeiten damit, hier in Deutschland eine Arbeit zu finden.
Als die Aufstellung nicht so richtig vorankam,  sagte Joel der Teilnehmerin, er würde nun noch einen Stellvertreter für Amerika mit hinzustellen. Er wählte dann jemanden aus, und stellte ihn in die Aufstellung hinein, ohne jedoch für diesen Stellvertreter oder die anderen Beteiligten offen zu legen, für wen dieser Stellvertreter stand.
Der Indianer warf sich in diesem Augenblick auf den Boden und kroch wie ein 'Verdurstender in der Wüste' auf diesen neuen Stellvertreter zu......
Seine Frau was hiervon sehr beeindruckt. Sie sagte, sie würde nie wieder von ihrem Mann verlangen, dass er Deutsch lernen müsse.....

Später erzählte Joel dann von Vertriebenen..... und dass diese auf ähnliche Weise schwer entwurzelt im Leben stehen würden.....
Da machte ich bei mir irgendwie klick: Meine Eltern sind Donauschwaben, das sind Deutsche, die am untersten Ende von Österreich-Ungarn lebten, auf einem Gebiet, das nach dem ersten Weltkrieg zwischen Ungarn, Jugoslawien und Rumänien aufgeteilt wurde. Meine Eltern waren mit ihren Familien nach dem zweiten Weltkrieg auf Jugoslawischem Boden viele Jahre in Arbeitslagern, Internierungslagern und sogar Vernichtungslagern - bis sie dann 1955 froh waren, das Land verlassen zu dürfen.
Sie fühlten sich ihrem früheren Lebensraum jedoch weiterhin sehr verbunden - und wenn sie von ihrer früheren Heimat redeten immer das Wort "Daheim".
Ich und meine Geschwister reagierten hierauf immer sehr genervt - sagten, wir wären doch hier zuhause.

Doch irgendwie war mir durch die Geschichte mit dem Indianer klar geworden, dass das "Daheim" (und das heftige Schicksal) meiner Eltern wohl irgendwie ganz tief in unserer Familienseele verankert sein muss......

Hauptteil:
Später machten wir dann eine Übung zu dritt. Jeder sollte sich zwei Probleme, zwei Lebensthemen aussuchen, die er sich etwas näher anschauen will. Ich wählte mir "meine berufliche Unzufriedenheit" und "das 'Daheim' meiner Eltern". Jeder der beiden Übungspartner sollte nun eines dieser Lebensthemen repräsentieren.
Dem einen Teilnehmer, den ich ganz gut leiden mochte, ordnete ich das Thema Beruf zu, dem anderen Teilnehmer, der mir nicht so sympathisch war, das Thema Heimat.
Dann sollte der erste mir meinen rechten Arm auf den Rücken drehen. So weit, bis es anfing zu schmerzen und ich "stopp" sagte. Dies klappte auch ganz gut. Der "Unsympathische", drehte mir dann den linken Arm auf meinen Rücken. Er schien mein Stopp nicht zu hören und drehte noch weiter, bis ich lauter "Stopp" sagte. Auf dem linken Arm war nun ziemlich viel schmerzhafter Druck.
Nun sollten wir uns die Themen ansehen, zu ihnen "Ja-Sagen", in PrEssenz gehen.... alles anwenden, was wir gelernt hatten, und schauen ob sich etwas verändert.
Die beiden "Haltenden" sollten nur dann etwas verändern, wenn sie innerlich wirklich einen tiefen Impuls dazu spürten. Sie sollten jedoch nicht einfach locker-lassen, um zu helfen. (Es ging auch garnicht darum, unbedingt herauszukommen, sondern sich tiefer auf seine Themen einzulassen.)

Ich schaute mir, in der gebückten Haltung, zunächst mein berufliches Thema an und konnte hier wohl auch etwas in ein "Ja" kommen. Dann wollte ich das Thema "Heimat" anschauen, aber das ging nicht, dann ich war von diesem Thema so eingezwängt, dass ich mich keinen Millimeter in diese Richtung bewegen konnte.

Da spürte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine tiefe Demut.
Hier waren Kräfte am Werke, welche mich, mein Leben, mein Schicksal tief beeinflussten - die weitaus größer sind als ich selbst, und denen ich als Mensch einfach nur ausgeliefert bin.

In dieser Demut kam mir dann die Idee: "Vielleicht erlaubt das Leben mir ja wenigstens, dass ich aufrecht stehen darf".
Ich machte dann eine sehr langsame, aber ununterbrochene Bewegung - ohne Widerstand, und aus dieser Demut heraus... und es war dann tatsächlich möglich, in den aufrechten Stand zu kommen.
Mein linker Arm was jedoch weiterhin so stark verdreht wie vorher!

Ich schaute nochmals akzeptierend das berufliche Thema an. Sein Stellvertreter ließ nach und nach immer mehr los. Das Thema "Heimat" konnte ich weiterhin nicht anschauen, es stand hinter mir in einem toten Winkel und hatte meinen linken Arm weiterhin voll im Griff.
Schließlich ließ der Teilnehmer, der für das berufliche Thema stand, ganz los.
Er schaute mich irgendwie.... ich würde sagen 'sehnsüchtig' an - und hatte dann schließlich Tränen in den Augen.
Beim Thema "Heimat" rührte sich bis zum Ende der Übung nichts....

Beim Austausch wollte der Teilnehmer, der für den Beruf stand nicht sagen, was da in ihm vorgegangen war. Er meinte, ich solle es einfach auf mich wirken lassen.....
Mir war klar, wie wichtig es jetzt war, das nicht zu zerreden! Allerdings hätte ich, ein paar Wochen später, dann doch gerne gewusst, was er da wahrgenommen hatte. (Leider verlief der Kontakt zu ihm im Sande. Wie hatten sogar vereinbart, uns vielleicht mal zu treffen, doch dann landete seine Email wohl bei mir im Spam-Ordner und ich hatte sie wohl dann gelöscht..... und auf den zweiten Versuch wollte es dann auch nicht mehr klappen.........

Nachspiel:
Nach dem Seminar suchten wir dann, ob irgendjemand hier vor Ort das "neue geistige Familienstellen" anbietet. Die einzige Aufstellerin, die hier bei uns im Wohnort war und bei der wirklich klar aus dem Text hervorging, dass es sich um das neue Familienstellen handelt, war allerdings noch eine Anfängerin, bei welcher dann auch nach mehreren Versuchen keine richtigen Schnupperabende zustande kamen.....

Schließlich entschied ich mich dann, die weiten Wege in Kauf zu nehmen und bei Joel in die K!KG-Gruppe zu gehen, in welcher neben den Aufstellungen die 'Innen-Raum-Reisen' und vor allem die K!KG-Übungen einen großen Raum einnehmen.
Obwohl Joel ja auch Ausbilder am Hellinger-Institut ist, macht er aus meiner Sicht vieles anders, als es auf den DVDs von Hellinger zu sehen ist.

Um mir praktisch zusätzlich noch Hellinger und "Die Bewegungen des Geistes" ins Boot zu holen, habe ich dann noch einiges von Hellingers Büchern gelesen. (Immer wieder hatten die Bücher für mich etwas so tiefgehendes, dass ich mich beim und nach dem Lesen richtig tief zentriert fühlte.)

Für mich kam durch Joel, durch Hellinger - und vor allem durch meine oben beschriebene Erfahrung etwas Demütiges in mein "Tao der Zustimmung" mit dazu.
Demut vor etwas, was großer ist. - Vielleicht kann man es manchmal auch einfach nur Schicksal nennen. (Siehe in diesem Zusammenhang auch meinen Blog-Beitrag "Die Stufen der Zustimmung II".)

Nachtrag:
Das Schicksal meiner Eltern tauchte dann später auch in meinen drei Familienaufstellungen auf.
Ohne das ich nachgefragt hatte erzählte mir mein Vater in den Monaten zwischen der zweiten und der dritten Aufstellungen erstmals ausführlich von den Nachkriegs-Erlebnissen seiner Familie.

Montag, 2. April 2012

Im Einklang fließen....

Letztes Wochenende nahm ich an dem Shinui-Einführungs-Wochenende teil.
Es hat mir sehr gut getan, und ich möchte nun regelmäßig wöchentlich weitermachen.

Gerade das Programm vom Sonntag hatte sehr mit Zentrierung zu tun - ein Thema bei dem ich schon lange nach einer passenden Methode suche.
Außerdem hat Shinui sehr viel mit Kontakt und Nähe zu tun - ein großes Lebensthema von mir. Und auch hier wollte ich schon nach einem Weg suchen, mich stärker praktisch mit diesem Thema beschäftigen zu können....
Und letztendlich verbindet es beides, was für mich natürlich ideal ist.

Und ich fand das Ganze durch das gemeinsame Wirken von innen heraus sehr heilsam!

Super angenehm finde ich, dass man beim Shinui zusammen mit dem Übungspartner immer wieder in einen Fluss kommt, in welchem die gemeinsamen Bewegungen von innen heraus ganz von selbst geschehen....
So etwas liebe ich!
Ähnliches erlebe ich sonst nur bei Familienaufstellungen, wo man, wenn man sich als Stellvertreter zur Verfügung stellt, ebenfalls von etwas "Größerem" bewegt wird - oder wenn ich erlebe, die Joel in unseren K!KG-Gruppen andere Menschen begleitet.... wo dann ebenfalls die Entwicklungsschritte wie von selbst entstehen....

Ja, eigentlich geht es sowohl im Shinui wie auch bei der K!KG-Arbeit um das Begleiten. Bei der erstgenannten Methode durch Unterstützung des Anderen beim Tanz, bei der zweitgenannten Methode, indem man als Begleiter (Coach, Elternteil, Krankenpfleger, Altenpflegerin, Lehrer, Kindergärtnerin, Vorgesetzte) dem Anderen einen Raum öffnet, in dem Veränderung geschieht....

Freitag, 30. März 2012

Shinui & meine Arten des Seins

Zentrierung ist weiterhin ein wichtiges Thema für mich.

Aus diesem Grund habe ich fast Wochen an einem Schnupper-Abend "Shinui Martial Dance" teilgenommen.
Im Ausschreibungstext stand sehr viel über Zentrierung und über "Bei-Sich-Bleiben" - auch in zwischenmenschlichen Begegnungen.

Shinui ist einstanden aus "Tai-Chi", "Aikido", der "Feldenkrais-Methode" und der "Contact-Improvisation". Es ist wie ein Tanz, jedoch ohne Musik, und wohl auch sehr komplex (jedenfalls muss man, wenn man in die regelmäßige Abendgruppe möchte, vorher noch an einem Einführungs-Wochenende teilnehmen.)

Zunächst machten wir eine Übung, bei der sich jeder mit dem ganzen Körper und ganz von innen heraus bewegen sollte.
Die folgende Übung war dann dasselbe, jedoch mit Unterstützung eines Partners. Einer sollte sich also, wie bei der ersten Übung von innen heraus bewegen. Der Andere sollte ich völlig unaufdringlich durch seine eigenen Bewegungen begleiten.

Dabei war auch Thema, wie man einerseits den anderen begleiten - andererseits dabei jedoch bei sich bleiben kann.

Die erste Übung machte ich mit meiner Lebensgefährtin, weil ich sehr neugierig war, ob und wie wir speziell als Paar für den anderen da-sein und doch bei uns selbst bleiben können.
Ich merkte, wie ich am Anfang sehr bei ihr war, spürend, was ihr jetzt gut-tun könnte. Dann entschied ich mich, dies loszulassen und mich einfach von "etwas Größerem" bewegen zu lassen (wie bei einer Familienaufstellung). - So war es für mich angenehm..... und auch für sie, wie der nachfolgende Austausch zwischen uns beiden dann zeigte.....

Als mir anschließend in der Gruppe darüber sprachen, merkte ich, dass mir eigentlich doch etwas gefehlt hatte: Ich war während der Übung nur sehr wenig präsent gewesen. Damit meine ich, ich hatte nicht wahrgenommen, was in mir (körperlich, emotional,....) und um mich herum vorgeht, sondern ich war einfach nur abwesend gewesen. 
So bewegte (und bewege) ich mich zwischen der Faszination, die Kontrolle einfach abzugeben, mich führen zu lassen und in diesem angenehmen Gefühl zu schwimmen - und der Frage, wie ich in meinem Leben mehr in die bewusste Präsens  kommen kann!
Passt beides zusammen? Schließt es sich gegenseitig aus?


Die nächste Übung machte ich mit einer anderen Kursteilnehmerin. Wir sollten im Wesentlichen dasselbe wie bei der letzten Übung machen, jedoch hatte der Begleiter diesmal mehr Handlungsmöglichkeiten.
Diesmal gelang es mir nicht, alles so frei fließen zu lassen. Ich war wesentlich mehr kontrolliert..... Ich dachte auch immer, ich müsse kontrollieren, wo und wie ich diese Frau berühre.....  um ihr nicht vielleicht aus Versehen an die Hüfte oder den Po zu fassen. (Der Co-Leiter, der die Übungen auch mit machte war da wesentlich freier.)


Umgekehrt war es für mich beides mal als ich "begleitet" wurde sehr angenehm.
Ich hatte den Eindruck, die Bewegungen die tief in mir sind, konnten sich erst dadurch so richtig entfalten, weil jemand sich auf mich und meine Bewegungen einstellte.

Ja, ich fand es irgendwie schon fast Heilsam....... hatte den Eindruck, dass, wenn man sich automatischen unwillkürlichen Bewegungen überlässt, ganz unbewusst und automatisch eine Art Heilung geschieht.
Habe den Eindruck, durch die unaufdringliche Begleitung konnten erst Sachen entstehen, die für mich alleine nie passiert wären.


Dieses Wochenende werde ich an einem ausführlicheren Shinui-Einführungskurs teilnehmen.
Meine Lebensgefährtin wird diesmal nicht dabeisein..... und für mich wird es auch wieder eine Herausforderung sein, mit Nähe und Distanz zu balancieren......

Freitag, 13. Januar 2012

Lebe Gefährlich!

Ich mache hin und wieder mal Übungen, um meinen Hara-Mittelpunkt zu stärken (ich schrieb hier bereits darüber),ich lese in zwei neuen interessanten Büchern...... suche und schaffe hierzu Verknüpfungen in meinem Leben....


Wie zitiert Osho in "Das Hara Buch - zurück zur Quelle der Lebenskraft" so schön den Nietzsche:


Lebe Gefährlich!

Wenn du deine Persönlichkeit entwickeln möchtest,
dann lebe gefährlich!



Ja - manchmal führt der Weg des Lebens auch zu etwas, wovor man auch Angst hat.
Und es stärkt, wenn man die Angst fühlt und es trotzdem macht!

In diesem Sinne wünsche ich "Ein schönes Leben!"

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Fertig

Irgendwie bin ich von meinem Arbeitsalltag nun doch ziemlich fertig..... und ziemlich froh, nun zwei gute Wochen frei zu haben.....

Aus dem letzten Ausbildungsblock wirkte in mir auch noch einiges nach. Also habe ich diese Nachwirkungen genossen und seither nur kleine, kurze Sitzungen gemacht.

(Ich hoffe, ich werde, sobald ich etwas ausgeruhter bin, den Urlaub für wieder neue 'Sitzungen' nutzen.)

Ansonsten mache ich neuerdings immer wieder Übungen um meinen Mittelpunkt, mein Hara zu stärken. Das tut mir gut und ich fühle mich tatsächlich zentrierter und in meiner Kraft. (Diese Übungen habe ich von Anando Würzburger's Internetseiten hara-awareness.de. Ihre Übungs-CD finde ich ebenfalls sehr gut: "Die Hara Meditation- Kraft der Mitte".)