Sonntag, 16. März 2014

Das Leben geschieht....

Das Leben geschieht.... doch nicht immer so, wie wir es gerne hätten.
Ein Grund innerlich in Widerstreit mit dem Leben zu gehen???


Ich weiß, ich vernachlässige meinen Blog zur Zeit sehr.

Eigentlich wollte ich schon sein Monaten ein wirklich super hilfreiches Buch vorstellen....

Und vor Wochen habe ich eine neue Methode entdeckt, um aus Symbiose und Verstrickung wieder zu sich zu kommen.... bei sich zu sein, beim eigenen SELBST zu sein....
Da habe ich gleich zwei Seminare besucht - und möchte natürlich auch darüber schreiben.

Und dann habe ich nochmals ein Seminar besucht. Diesmal wieder zu dem großen, altvertrauten Thema "in den Einklang mit dem zu gehen, was durch das Leben auf mich zukommen will....." - Auch hier gab es sehr viel Interessantes!!!

Es stehen also noch einige Beiträge aus!!!

Das Leben geschieht.... und auch meine langjährige Partnerschaft ging/geht nun in einer einvernehmlichen und freundschaftlichen Trennung zu Ende....

Das Leben geschieht.... und ich weiß auch noch nicht, wie es mit meinem Blog weitergehen wird!


Das Leben geschieht.... und heute nochmals mit einer Werbung für mein Seminar:


Das Leben geschieht.... doch nicht immer so, wie wir es gerne hätten.
Ein Grund innerlich in Widerstreit mit dem Leben zu gehen???

Mit Partnerübungen (deren Ursprung im Kampfsport liegen) möchte ich in diesem Seminar das Angebot machen zu erforschen, welche innerliche Haltung gegenüber 'dem-was-ist' uns in schwierigen Situationen am meisten trägt.


Zum Seminar mitbringen brauchst du nur Dich selbst - mit allem was in dir ist und zu dir gehört!
Und natürlich einen kleinen Unkostenbeitrag,  10,- bis 15,- €  (abhängig von der Teilnehmerzahl)   ;)

"Das Leben geschieht...." - dieses Motto - und alles was in der Seminarausschreibung steht - wird Inhalt dieses Seminars sein.

Montag, 6. Januar 2014

Diesmal total anders

Letzten Freitag habe ich ja zum zweiten Mal ein Seminar geleitet.
Diesmal war es für mich total anders als beim 1. Mal.

Ich konnte sehr gut innerlich in meine Kraft und Präsens sein
- so gut wie es mir bisher im alltäglichen Leben nur absolut selten möglich war!!!
Aus dieser innerlichen Position heraus hat es mir großen Spaß gemacht, das Seminar zu leiten.... und mit den Teilnehmerinnen auf diese Art und Weise zusammensein.

Diesmal waren 5 Teilnehmerinnen gekommen, meine Lebensgefährtin, zwei aus dem letzten Kurs und zwei Neue.

Ja, irgendwie lief es ganz anders als beim letzten Mal:
Ich war nicht so unsicher und nicht so gestresst. - Lediglich als ich zum ersten Mal vor fremden Menschen (etwa in der Mitte des Seminars) eine kurze Innen-Raum-Reise anleitete, war ich am Anfang unsicher. (Doch davon hatten die Teilnehmerinnen nichts bemerkt, wie sie mir dann sagten - sondern sie hatten die Reise einfach nur genossen.)

Beim ersten Seminar war das besondere Highlight, dass es mir gelungen war, den Raum so weit aufzuspannen, dass Jede - ganz ohne mein Zutun - genau die Erfahrung in den Übungen machte, welche für sie wichtig war.
Diesmal habe ich mich eher aktiv und willentlich die Übungen ausgewählt, von denen ich merkte, dass sie hilfreich sind: Irgendwie war es angesagt, nicht nur reine Übungen zum Zustimmen anzubieten, sondern Übungen, bei welchen man gleichzeitig zu sich und in die eigene Kraft geht.
Meine eigene Stimmung - und das was von den Teilnehmerinnen gebraucht wurde, passte also irgendwie zusammen.

So war es auch diesmal am Schluss für fast alle wieder eine runde Sache.
Eine Teilnehmerin meinte, sie hätte sich das mit den Übungen zu Zustimmen anders vorgestellt, aber auch sie hatte gleich am Anfang schon bei den Einstiegs-Übungen ihren Aha-Effekt gehabt.

Ich werde schauen, wir ich weiterhin derartige 'Einführungs- und Erfahrungs-Seminare' anbieten kann. - Vielleicht Abends und nur zwei Stunden, so dass noch weniger Kosten für die Raum-Miete entstehen....

Mittwoch, 1. Januar 2014

Jahreswechsel

Wie immer zum Jahreswechsel denke ich auch diesmal schon seit Tagen daran, eine Rückschau auf das alte Jahr zu halten... was sich im letzten Jahr verwirklicht hat von dem was mir wichtig ist.....
Und auf das neue Jahr zu blicken, welche Themen ich dieses Jahr in meinen Themen-Radar nehmen will.... - in der Hoffnung, dieses Jahr auf diese Themen schauen zu können... so dass sich diese Themen zutiefst zeigen und dann auch bewegen können....

Doch irgendwie hat diese Rück- und Vor-Schau dieses Jahr anscheinend nicht die hohe Priorität...
Die Tage, die ich jetzt während meines Urlaubs tatsächlich für mich bin, trödle ich viel herum.... und wenn ich mir nach dem Trödeln dann die Zeit für mich nehme, dann scheint es wichtiger zu sein, auf die gerade aktuellen Themen zu schauen.

Das wichtigste Thema ist zur Zeit, wie ich Kraftvoll und Präsent mit anderen Menschen zusammen sein kann.... und gleichzeitig in Offenheit, innerlicher Weite und Einklang mit dem Gegebenen...

Dies möchte ich mitnehmen in mein Sein als Kursleiter in meinen Seminaren - aber auch in all die anderen zwischenmenschlichen Begegnungen.

Ich schaue mir dieses Thema ja schon länger an, erlaube furchtlos, dass sich alles zeigen darf, was damit zu tun hat.
Ich bemerke, wie kindliche Seiten von mir hier hineinspielen.... wie ich andere Menschen beeindrucken will, ihre Zustimmung suche, ihr Wohlwollen will...

Und ich spüre, wie ich dies kraftvoll-bejahend anschauen kann...
und gleichzeitig immer wieder auch den Hauch des anderen, des gewünschten Zustands spüren kann: Erwachsen seiend und wahrnehmend was geschieht, in meiner Kraft seiend, vielleicht zum Anderen im Widerspruch - aber damit dann doch auch in Begegnung gehend, in Offenheit, und im "JA!" zu dem, was auch immer sich entfalten will...

Eigentlich ist dies schon mein Hauptthema für 2014!
* Außerdem: mich dem Thema stellen, wie es mit Beziehungen / Sexualität weitergeht.
* Und es gibt Fragen wie: Ob ich noch eine weitere faszinierende Ausbildung machen oder zumindest mehrere Weiterbildungs-Seminare besuchen möchte... - um meine Möglichkeiten zum Umgang mit dem Leben noch mehr zu erweitern.
* Offen ist auch die Frage, wie es überhaupt mit meinen Kursen weitergehen mag - ob Seminare-halten für mich überhaupt der richtige Weg ist, das was ich mitbekommen habe und das was ich dazugelernt habe mit der Welt zu teilen..... oder mein Weg, dies mit der Welt zu teilen ein anderer ist.
* Außerdem ist offen, wie es mit meinem Blog weitergeht.
Erstens schrieb ich schon sehr viel über dieses Thema, so dass ich mich eigentlich nur noch (mit neuen Worten) selbst wiederholen kann. - Zweitens muss die weitende, öffnende Wirkung der Zustimmung von jedem selbst gespürt werden. Dies ist mit Worten allein nur teilweise zu erreichen.

Zum Schluss wünsche ich meinen Lesern noch:

Ein Gutes und Erkenntnisteiches neues Jahr!
Die 'Innere Freiheit'  und den 'Weitblick'
um die Themen angehen zu können, welche in diesem Jahr anstehen!

Sonntag, 13. Oktober 2013

[Lösung in der Hinwendung]

[...] die Lösung liegt immer in der Gegenwart,
in der Hinwendung zum Problem
und nicht im Versuch es zu beseitigen.
Wilfried Nelles [*]
[*] Aus "Umarme dein Leben: Wie wir seelisch erwachsen werden - Der Lebens-Integrations-Prozess"
von Wilfried Nelles (Autor); Innenwelt Verlag (2012); Seite: 67

Sonntag, 1. September 2013

Wach-Bleiben

Nein, es geht hier jetzt nicht darum, jetzt diese Nacht wach bleiben zu müssen.
Es geht auch nicht um Schlafstörungen und auch nicht darum, warum ich Beiträge oft zu später Nachtstunde schreibe.....
Es geht um das innerliche Wach-Bleiben in alltäglichen Lebenssituationen!

Als ich vor mehr als einem Monat von dem Seminar zurück kam (ja ich weiß, ich wollte noch ausführlicher über dieses Seminar schreiben), da war ich wach.
Ich war innerlich bei mir, und ich konnte zugewandt und zugleich gesammelt mit Anderen in Kontakt treten.......

Doch dann war der Urlaub vorbei..... und während des normalen Berufslebens habe ich wohl nicht die innerliche Freiheit, wach zu bleiben.
Auch wenn ich zu Hause länger am PC sitze, dann bin ich innerlich nicht mehr da (es sei denn ich schreibe einen Tagebuch-Bericht über mein aktuelles inneres Erleben). - Und bei der Arbeit ist das um ein vielfaches schlimmer, weil ich dort ja viel länger am Stück am PC sitze und auch keine Möglichkeit haben, mir dazwischen wirklich ausführlich Zeit zu nehmen um zu mir zu kommen.

Auch die Gespräche dort sind keine Gespräche, in welches es um etwas Wesentliches oder Tiefergehendes geht. - Es herrscht eine lockere Stimmung und man kann miteinander Späße machen..... aber dies hat nicht annähernd etwas mit wirklichem Kontakt zu tun, wie ich ihn habe, wenn ich auf einem Seminar mit "Gleichgesinnten" bin.

Selbst am Wochenende gelingt es mir dann nur langsam und schwer, innerlich wieder in einen so sehr offenen, zugewandten Modus zu kommen.


Ich muss nun sehen, wie ich unter diesen Bedingungen selbst als kompetenter Seminarleiter eine Kurs anbieten kann. (Es soll darum gehen, den Unterschied zwischen 'innerlichem Widerstand gegenüber den eigenen Problemen' und 'der Zustimmung zu den eigenen Problemen' erfahrbar und spürbar zu machen.)
Ich weiß, es steht jetzt an, dies zu tun.... - und ich werde mich dem stellen müssen.... auch wenn es eine riesige Herausforderung ist...
Ja, es ist an der Zeit, einen Seminarraum zu suchen und zu buchen....., Teilnehmer einzuladen.... und (wenn ich darf) eine regelmäßige, fortlaufende Seminarreihe entstehen zu lassen....
Das erste Mal (oder die ersten Male?) soll erst mal kostenlos sein und im erweiterten Bekanntenkreis stattfinden, wobei auch Leser meines Blogs herzlich eingeladen sind.

Hätte ich diesen Einführungs-Nachmittag gleich nach dem von mir besuchten Juli-Seminar gehalten, wäre dies kein Problem gewesen.....
So aber ist es eine große Herausforderung, selbst in der für mich sicherlich schwierigen Situation eines Seminarletiers.... wach, gesammelt, zugewandt, achtsam.... und in Zustimmung und Weite bleiben zu können.......

Sonntag, 18. August 2013

Männer-Frauen-Liebe-Buch

Heute möchte ich ein zweites Buch von Wilfried Nelles vorstellen: "Männer, Frauen und die Liebe: Über kindliche Ansprüche und erwachsene Bedürfnisse"

Eigentlich listet der Titel schon alles auf, worum es in diesem Buch geht.
In dieses Buch fließen Erkenntnisse aus dem Familienstellen mit ein, jedoch auch einiges was den gängigen Vorstellungen des Familienstellens widerspricht - sowie die Erkenntnisse der verschiedenen Bewusstseinsstufen, die Wilfried bereits in "Das Leben hat keinen Rückwärtsgang" bereits sehr umfangreich beschrieb.


Besonders interessant waren für mich die Ausführungen zum "Mann-Sein".
Laut Ansicht der Familiensteller kommt die eigene Männlichkeit ja vom Vater - und ganz egal wie männlich oder unmännlich der eigene Vater war, ob er ein guter Mensch war, oder ein Verbrecher.... wenn man den eigenen Vater annimmt, dann nimmt man auch die eigene Männlichkeit an.

Dies entspricht voll und ganz auch meinen Erfahrungen: Vor etwa 15 Monaten wollte ich mir in einer Aufstellung die Beziehung zu meiner Mutter anschauen. Meine Mutter bewegte sich jedoch bei dieser Aufstellung ganz abseits hin zum Rand, und ich kam voll zum Vater und in seine Herkunftsfamilie. An diese Aufstellung erinnere ich mich seit diesem Zeitpunkt immer wieder.... und sie ist stets ein Trigger für männliche Kraft in mir

(Dasselbe gilt natürlich für Frauen: Selbst wenn die eigene Mutter ihre Weiblichkeit nur in der Kindererziehung und am Herd ausgelebt hat, erst wenn die Mutter und ihre Weiblichkeit angenommen ist, kann frau zu ihrer eigenen Weiblichkeit kommen - die sie nun vielleicht ganz anders ins Leben bringt, als die Mutter dies mit ihrer Weiblichkeit getan hat.)


Gerade für den Mann ist es wichtig, das Mann-Sein nicht durch die Frau definieren zu lassen. Und auch nicht durch die Muttersöhne, also die Männer, die immer noch versucht sind, es der Mutter  oder den Frauen  recht zu machen. (Aber Mann-Sein hat natürlich auch nichts mit Widerstand gegenüber der Mutter oder gegenüber den Frauen zu tun.)

Eigentlich bringt Wilfried es auf Seite 43 seines Buches mit wenigen Worten auf den Punkt:
    Ein richtiger Mann ist einer, der sich selbst zustimmt, wie er ist und seiner Männlichkeit, wie sie ist. Das ist alles.


Im letzten Kapitel seines Buches bring Wilfried die verschiedenen Spielarten des Themas "Liebe" und des Themas "Sexualität" in Verbindung mit den verschiedenen (in "Das Leben hat keinen Rückwärtsgang" definierten) Bewusstseinsstufen. Auch dies fand ich sehr interessant.


Und auch wenn ich nicht alles unterschreiben würde, was in diesem Buch steht, so habe ich es doch bereits zwei Mal gelesen, und es war jedesmal sehr interessant und erkenntnisreich.

Freitag, 2. August 2013

Kompetent sein!

Meine Kompetenz in Sachen "Umgang mit sich selbst und mit dem Leben" ist im realen Leben nur wenigen Menschen bekannt. Nur sehr wenigen!
Und in der Vergangenheit war ich auch fast schon fleißig bemüht, sie zu verstecken....

Beispielsweise als in in die Ausbildungsgruppe von Joel kam.
Ich wollte eigentlich die Ausbildung ganz normal beginnen, 1. Ausbildungsjahr, 2. Ausbildungsjahr, 3. Ausbildungsjahr..... doch dann fiel die Ausbildung mangels Teilnehmeranzahl aus, und Joel bot mir an, als Quereinsteiger gleich ins 2. Ausbildungsjahr einzusteigen.
Dort war ich natürlich derjenige, der über diese Art der Vorgehensweise am Wenigsten wusste.... Aber auch meine Umfangreichen anderen Vorkenntnisse brachte ich nur ganz selten ein.

Am Ende des 3. Jahres (für mich des 2. Jahres) sollte man für jeden Teilnehmer auf Kärtchen schreiben, was der Teilnehmer für einem selbst besonderes bedeutet hat. Ein Teilnehmer schrieb auf ein Kärtchen für mich "Heimlich schlau". Er hatte bemerkt, dass ich oft nicht alles mitteilte, was ich weiß.
Das fehlende 3. Jahr holte ich dann in der folgenden Gruppe nach, welche im 2. Ausbildungsjahr war. Hier war ich der einzige Neuling in einer Gruppe, welche schon 1 Jahr lang intensive Erlebnisse miteinander gehabt hatte. Auch dies war dann ein Anlass für mich, mich mit meinen ganzen Vorkenntnissen zurückzuhalten....


Letzte Woche war ich auf der Sommerakademie von Wilfried (ich schreibe noch ausführlicher darüber). Dort waren viele Leute, welche bereits als Seminarleiter arbeiten, oder zumindest die Methode von Wilfried schon sehr gut kennen.
Auch hier stellte ich mich also eher inkompetent.

Was ich von Beruf bin?
"Ich bin .... (technischer Beruf) aber es fehlt mir etwas.
Ich würde gerne auch noch etwas anderes machen, aber es hat sich noch nicht so richtig gezeigt, was ich wirklich tun könnte."

Irgendwann hat's mir dann gereicht!
"Ich bin .... (technischer Beruf) aber ich möchte gerne dazu kommen darüber hinaus auch mit Menschen arbeiten. Ich habe auch schon eine umfangreiche 3-jährige Ausbildung, aber ich getraue mich noch nicht ganz, wirklich etwas anzubieten."
Und dann ein kompetentes Gespräch geführt. Was ich für eine Ausbildung gemacht habe. Was sie vorhat anzubieten. Gegenseitiger Austausch.

Mit einer weiteren Frau dann sogar noch tiefer.
Sie sehr persönliches erzählt. Ich sehr persönliches erzählt. Kompetent darauf eingegangen. Ich durch sie neue Gesichtspunkte bekommen. Sie durch mich neue Gesichtspunkte bekommen. - Ein kompetentes Gespräch auf Augenhöhe.


Auch meine Kollegen würden sicherlich nicht auf die Idee kommen, dass ich mich mit psychologischen Dingen auskenne, dass ich in Lebensfragen kompetent bin.
Gut, vielleicht haben sie sich gefragt, wie ich so stressfrei mit meinem Augenproblem umgehen konnte....


Ja, ich möchte in nächster Zeit (zunächst so halb-privat im erweiterten Bekanntenkreis) eine lose Folge von Seminaren, und auch mal Einzelarbeit, anbieten.
Nein, ich erstelle hierbei keine Diagnosen. Das würde ich nicht wollten.... und hierzu hätte ich auch nicht die mindeste Kompetenz.
Nein, ich löse dabei keine Probleme - und helfe auch nicht, Probleme zu lösen. Dies würde ich nicht wollen, und hier hätte ich auch nur wenig Kompetenz zu bieten.
Nein, ich arbeite auch nicht Ziel- oder Lösungsorientiert. Das würde ich nicht wollen.... und das was ich darüber weiß, möchte ich eigentlich garnicht wissen.

Aber ich kann dabei helfen, das was ist wirklich anzuschauen.... ohne Scheuklappen.... und im nächsten Schritt dann in die Zustimmung zu kommen. Oft entsteht hierdurch ein so großer innerlicher Freiraum, dass das Thema sich von selbst löst, oder ein nächster Schritt deutlich wird. Aber eine solch "große Lösung" ist nicht machbar, weder von mir noch von dir. Sie geschieht, oder geschieht nicht.... Im Einklang mit dem Leben.
Aber selbst wenn sie nicht entsteht.... wird sich das Thema hinterher nicht mehr so eng und bedrückend anfühlen wie vorher.....


Ja, eine spannende Geschichte.
Wahrscheinlich werde ich bei meinen ersten Gehversuchen total unsicher sein....
und dann vielleicht sogar mit dieser Unsicherheit hadern.
Dann werde ich merken, dass ich ein Stückweit zu dieser Unsicherheit "Ja" sagen muss.... um das tun zu können, was ich vorhabe.

Doch genau dadurch entsteht die Einladung, auch an die Teilnehmer..., dass Unsicherheit dazugehört....., dass es zum Leben dazugehört..... mit der Unsicherheit zu hadern..... und dass es in Ordnung ist, unsicher zu sein.

Samstag, 13. Juli 2013

Das "Jugendlichen-Bewusstsein"

In diesem Beitrag möchte ich ein sehr interessantes Buch vorstellen. Anders als die meisten hier von mir besprochenen Bücher enthält dieses Buch keine einzelnen Übungen, oder gar eine ganze in sich geschlossene Methode, zur persönlichen Weiterentwicklung. Es enthält jedoch sehr interessante Gedanken, welche dazu beitragen können, die Welt ein bisschen anders als vorher zu sehen - und anders mit ihr umzugehen.

Das Buch heißt "Das Leben hat keinen Rückwärtsgang Die Evolution des Bewußtseins, spirituelles  Wachstum und das Familienstelle". Es stammt von Wilfried Nelles und ist erschienen im "innenwelt verlag".


Im ersten Teil dieses Buches teilt Wilfried die persönlichen Entwicklungsschritte, die jeder Mensch durchmacht, von seiner Zeugung bis zu seinem Tod, in 7 Stufen ein.
Ebenso unterteilt er die gesellschaftliche Entwicklung der Menschheit ebenfalls in 7 Stufen und zieht sehr interessante Querbeziehungen zu den persönlichen Entwicklungsschritten.

Dabei stellt Wilfried nicht nur bloße Theorien auf, sondern untersucht, welche Lebensum­stände ein Fötus (Stufe 1), ein Kind (Stufe 2), ein Jugendlicher (Stufe 3), ein Erwachsener (Stufe 4), ein älterer Erwachsener (Stufe 5), ein Rentner (Stufe 6) .... in seiner Lebensphase jeweils vorfindet....
und welche Möglichkeiten, mit diesen umzugehen, er auf der jeweiligen Stufe hat.
(Die Stufe 7 ist hierbei übrigens der Tod.)

Dasselbe untersucht er auf der gesellschaftlichen Entwicklung:
Die vor-bewusste Zeit (Stufe 1), die in Mythen oft als die Zeit vor der Vertreibung aus dem Paradies beschrieben wird, die traditionelle, hierarchische Gesellschaft (Stufe 2), die heutige "moderne" Gesellschaft (Stufe 3), .... und vier weitere zukünftige Entwicklungsstufen.


Ein Kind (Stufe 2) beispielsweise ist von seine Eltern total abhängig, jedoch fühlt es sich (sofern in der Familie nicht gewaltig etwas schief läuft), gerade in dieser Abhängigkeit geborgen.
Einem Mitglied einer traditionellen Gesellschaft geht es ähnlich: Auch er fühlt sich in seinem Clan, seiner Gruppe, seinem Platz in der Hierarchie geborgen. (Dies ist auch der Grund, warum man Menschen in traditionellen Gesellschaften nicht so einfach mit der Demokratie beglücken kann. Diese ist erst in der nächsten Stufe interessant.)

Derzeit lebt unsere westliche Gesellschaft, wie Wilfried erläutert, auf der Bewusstseinsstufe eines Jugendlichen.
Wie der Jugendliche muss er zu allem überlieferten "Nein" sagen und sich gegen es abgrenzen... gegen die Familie, gegen die Traditionen, gegen die Religion,...
... alles ist falsch....
nur leider hat er selbst keine Ahnung, wie es funktioniert....

Und so entstehen, tiefe Einsamkeit, Bindungslosigkeit, der Verlust von Sinn und allem Tragenden.....
Trotzdem führt der Weg, wie es sich mancher Traditionalist vielleicht wünschen würde, nicht zurück in die Stufe 2 - sondern nach vorne, in die Stufe 4, auf die Stufe eines Erwachsenen, in eine erwachsene Gesellschaft.....
(Dabei hat 'Erwachsen-Sein' jedoch nichts mit der Starre und dem Ernst zu tun, welches die noch auf Stufe 2 lebenden Menschen in es hineininterpretierten. Auf Stufe 2 weiß man noch nicht was 'Erwachsen-Sein' ist..... und spielt 'Erwachsen-Sein' praktisch nur....)

Und genau auf diesem Weg zum 'Erwachsen Sein' ist die Stufe des Jugendlichen extrem wichtig. Der Jugendliche muss sich durch seine Auflehnung gegen alles erst einmal selbst finden.... bevor er den Schritt ins Erwachsen-Sein gehen kann....


Wilfried erläutert in diesem Buch sehr ausführlich alle 7 Stufen....
wie gesagt, mittels einen genau hinschauenden Blick auf die jeweiligen Lebensumstände und Möglichkeiten...


Im zweiten Teil des Buches werden dann verschiedene Wege der persönlichen Weiterentwicklung in Zuordnung zu den vorgestellten 7 Stufen untersucht.
Hier wird sehr interessant auch die Psychotherapie, das traditionelle Familienstellen und die neuen Formen des Familienstellens betrachtet.
(Sehr interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch, was Wilfried über emotionalen und sexuellen Missbrauch schreibt: Das hier häufig kritisierte Familienstellen gibt dem Missbrauchten seine Würde zurück, weil es einen wichtigen Teil der in Stufe 2 wirkenden Wirklichkeit anerkennt.....
Jedoch ist es laut Wilfried ebenso wichtig, noch einen weiteren Schritt zu gehen (Stufe 3) der normalerweise in der im Familienstellen gefundenen Lösung noch fehlt.)


Mir hat das Buch sehr geholfen, die Welt besser zu verstehen,
zu sehen, welche Entwicklung uns möglicherweise in nächster Zeit weiterhelfen könnte,
und vor allem auch zu sehen, wo unsere spirituelle Entwicklung hingehen könnte!

Ja, auch auf religiöser Ebene wurden die Stufe-2-Religionen ja von den "Jugendlichen" abgeschafft, und durch Wissenschaftsgläubigkeit oder durch Stufe-3-Religionen (alle Macht liegt in mir) ersetzt.

Auf Stufe 4 wird laut Wilfried das Herz an Bedeutung gewinnen,
die Herz-Verbindung zum Großen Ganzen,
und zu anderen Menschen.....
eine Verbindung und ein Eingebunden-Sein außerhalb der hierarchischen Sicht weise der Stufe 2.

Sonntag, 2. Juni 2013

Momentaufnahmen

Alles was ich hier in meinem Blog über mein eigenes Leben schreibe, sind Moment­auf­nah­men des jeweiligen Augenblicks.
Sie spiegeln nur einzelne Aspekte meines Leben wieder.... - zu den Zeitpunkten, zu welchen ich (warum auch immer) meine, hier etwas schreiben zu wollen.....

Seit Jahresanfang ist einiges in meinem Leben geschehen, was ich für mich als Erfolg oder Weiterentwicklung interpretiere. - Dennoch ist vieles ungeklärt.... und ich habe zum Beispiel noch keine Ahnung, was sich denn nun mit dem Erfolg bei meinem Nähe-Thema ganz konkret in meinem Leben ergeben soll.....

Die für mich wertvollste Änderung ist eigentlich, dass ich nun in der Lage bin, jederzeit auf eine Art und Weise "zu mir" zu gehen, die sich für mich selbst-akzeptierend und angenehm anfühlt....

Vor zwei Tagen hatte ich mir eine Innen-Reise von einem Buch auf meinen MP3-Player gesprochen, in welchem es um Veränderung geht. Wenn man dann die Reise macht, dann kann man schauen, was man verändern will.... und sich mit diesem Thema auseinander­setzen. - Ich machte die Reise zum Thema "Erwachsen-Sein"... und fühlte mich während der Reise sehr in einer innerlichen Aufrichtung und Kraft....

Am nächsten Tag fühlte ich mich dann jedoch nicht gut. Ich hatte mehr und mehr den Eindruck, irgendwie schroff mit mir umzugehen.... und spürte irgendwie auch eine Art Verärgerung in mir.
Ich merkte dann auch, dass diese Innen-Reise in gewisser Weise etwas zwanghaftes hatte.... so nach dem Motto: "Entscheide dich jetzt für Veränderung!"
Und ich merkte, dass dies so nicht okay für mich war. Stimmig wäre für mich: "Ich stelle mich dem Thema 'Erwachsen-Sein'... so dass hieraus ein stimmiger Lösungsschritt entsteht." (Ja, "nicht an sich herumschreiben, sondern sich einfach nur mitten hineinbegeben - so dass von Innen heraus die Lösung entsteh", das ist dann doch mehr meines.)

Jedenfalls stellte ich mich dann heute diesem komischen, verärgertem, ausweichenden Gefühl.... Ich konnte es dasein lassen.... und als ich dann erlaubte, im Augenblick vielleicht noch nicht sowohl 'Erwachsen sein', als auch 'gut mit dem Inneren Kind umgehen' zu können, da löste sich der Konflikt innerlich und ich konnte wieder auf angenehme Art und Weise in mir und bei mir sein!

Samstag, 25. Mai 2013

Glückliche Vereinigung

Letztes Wochenende nahmen meine Lebensgefährtin und ich bei Wilfried Nelles an dem Seminar "Familien- und Lebensaufstellungen" teil. - Ursprünglich wollten wir uns eigentlich für den "Lebens-Integrations-Prozess (LIP)" anmelden, über den wir in seinem Buch gelesen hatten. Aber da stand, dass das Aufstellungsseminar Voraussetzung ist... und so meldeten wir uns dann eben zunächst mal für das "normale" Aufstellungsseminar an.
Als das Seminar dann immer näher kam, dachte ich, im Augenblick gar kein erwähnenswertes Thema zum Aufstellen zu haben... und ich dachte, ich würde sicherlich nicht allzu viel Nutzen aus diesem Seminar ziehen. - Gut mir hatte ja sein Buch zum seelischen Erwachsenwerden sehr gut gefallen. Sicherlich könnte ich das "Erwachsen-Sein" irgendwie zum Thema machen.....


Am ersten Tag dieses dreitägigen Seminars war ich also nur als Zuschauer und als Stellvertreter in der Aufstellung einer Teilnehmerin dabei....
Mehr und mehr dachte ich, mir vielleicht doch meine Beziehung zu meiner Mutter anzuschauen, die für mich auch etwas mit meinem Nicht-Erwachsen-Sein zu tun hat.
Und als ich am Abend im Hotel dann meine Innen-Raum-Reise machte - und checkte was gerade aktuell im mir los ist, da bemerkte ich in mir auch eine Angst: Wenn ich mich mit meinem Thema melden würde, dann müsste ich mich neben ihn setzen und wäre ihm und seiner für mich ungewohnten Arbeitsweise ja dann doch irgendwie ausgeliefert.....


Am zweiten Tag da merkte ich auch die Befürchtung, dass rein zeitlich vielleicht garnicht jeder der 21 Teilnehmer würde drankommen können. - Also meldete ich mich dann am Nachmittag.
Inzwischen, so dachte ich jedenfalls, war die Angst ihm ausgeliefert zu sein mehr in die Angst vor meinem Thema übergegangen....

Er winkte mich also zu sich.
Gleich als ich neben ihm saß fragte er mich, ob ich mein Stocken auf dem Weg zu ihm bemerkt hätte.
Nein, hatte ich nicht.
Er zeigte mir dann, wie ich zu ihm gegangen war, und einen Meter vor ihm gestockt hatte.... und dann nur noch ganz langsam und vorsichtig weitergegangen war. Ich hatte das nicht bemerkt, aber auch meine Lebensgefährtin bestätigte mir dies dann später.

Er bat mich, ihm zunächst einfach nur in die Augen zu schauen. - Sein Blick war sehr offen und freundlich. Ich merkte zwar, wie ich zwar immer wieder durch ihn hindurchschaute..... gleichzeitig merkte ich auch wie ich mich deutlich beruhigte.....

Er sagte, er hätte in meinen Augen einen "großen Schrecken" gesehen.
Ich spürte nach, und merkte, wie etwas in mir froh war, endlich gesehen zu werden.
Ja, da war ein Schrecken..... eingefroren und unbemerkt.....


Es gab dann eine Aufstellung, die mit dem Schrecken zu tun hatte.... und die ziemlich brutal war. (Das war die einzige Aufstellung, in welcher dann auch einige Teilnehmer hinausgegangen waren.)
Ich war bei dieser Szene innerlich auch nicht richtig anwesend - fühlte mich von ihr garnicht so sehr berührt.
(Was da eigentlich wirklich los war, blieb in Unklaren - dennoch enthielt diese Szene sogar eine Art Befreiungsbewegung.)

- Gut, das Ganze würde wohl noch nachwirken müssen! -


Für mich war dann am Abend doch alles mehr oder weniger erklärbar... Ich dachte, dies wäre ein 'übernommener' Schrecken von meiner Mutter, die ja als Kind einiges traumatisches erlebt hatte. - Bis ich dann am nächsten Morgen eine Erinnerung an einen alten Traum hatte..... und plötzlich wieder wusste, dass es da auch einen eigenen Schrecken in mir gab.....

Wir waren in der Gruppe die ersten beiden Tage schnell vorangekommen, so dass für den dritten Tag nur noch zwei Teilnehmer übrig waren.
Ich sagte in der Einführungsrunde, dass ich gerne nochmals drankommen würde. Einer anderen Teilnehmerin ging es ebenso.

Diesmal verlief mein Weg zu ihm folgendermaßen: Aufstehen. Einen Schritt gehen. Seufzen und tief durchatmen. Um dann doch zielstrebig zu ihm zu gehen.

Es gab dann nochmals eine Aufstellung.
Während der Aufstellung zeigte sich, dann, dass die Wahrheit über das, was da wohl geschehen war, und wer daran beteiligt war, ziemlich unerheblich war.
Es zeigte sich, dass lediglich der Stellvertreter für mich wichtig war... und dass ein zweiter Stellvertreter für den innerlichen Schrecken, für das innere Kind, benötigt wurde.

Wilfried nahm als Stellvertreter für meinen Kindheits-Teil einen Teilnehmer, der im Rollstuhl saß - wohl auch deshalb, weil dieser total viel Erfahrung mit Aufstellungsarbeit hatte, und weil somit sichergestellt war, dass er ganz in das hineingehen würde, was er spüren würde - ohne zu zögern, und ohne Interpretationen.
Und das tat er auch.
Er bog sich und wälzte sich förmlich vor psychischem Schmerz (so dass man schon Angst bekommen konnte, er würde aus dem Rollstuhl fallen). - Schließlich kam mehr und mehr suchend eine Hand von ihm heraus....
Wilfried sagte zu meinem erwachsenen Stellvertreter: "Da musst du jetzt hingehen, der braucht dich jetzt!" -
Und da der Stellvertreter zögerte: "Der macht das nicht mehr lange!"

Auch in mir selbst auf meinem Stuhl hatte sich in dieser Zeit einiges getan:
Über Nacht hatte ich noch daran gedacht, wie abwesend ich doch bei meiner Aufstellung gestern gewesen war....
Und dass es zwar bei Aufstellungen nicht notwendig oder gefordert ist, jedoch - genauso wie bei den Innen-Raum-Reisen - es sicherlich sehr hilfreich wäre, wenn man auch als Zuschauer der eigenen Aufstellung total anwesend und präsent ist.

Diesmal gelang mir dies. Ich war total bewegt und mitgenommen, und es gab Phasen, wo mir total die Tränen flossen....
Aber ich konnte mehr und mehr in die Präsenz gehen, wie ich es bei Joel gelernt hatte. (Darauf bin ich sehr stolz.)

Als mein erwachsenen Stellvertreter dann so zögerte, zu dem schmerzgepeinigten Kind hinzugehen, da war ich selbst innerlich schon weiter.... und wäre sehr wohl schon bereit gewesen, da hin zu gehen.
Ich dachte dann noch, dass es außen natürlich schon leichter ist... und fragte mich, ob ich wirklich ohne zuzumachen, ohne innerlich wegzugehen in dieser Situation da wirklich würde hingehen können.....

Schließlich ging mein Stellvertreter dann hin und nahm die herausgestreckte Hand des gepeinigten Kindes - legte ihm seine andere Hand auf den Rücken.

Das Kind wurde dann nach und nach (eigentlich doch recht schnell) ruhiger.... und saß dann irgendwann sogar wieder aufrecht da während ihm mein Stellvertreter dann wieder gegenüberstand und es ansehen sollte.

Ich selbst war inzwischen sehr in meiner inneren Kraft und wollte nun selbst in meiner Aufstellung an meiner erwachsenen Position stehen.
(In Familienaufstellungen wird dies am Ende einer Aufstellung oft gemacht, dass derjenige dann an seine eigene Position in die Aufstellung geht. - Zumindest dann, wenn der Aufstellungsleiter denkt, dass derjenige die Lösung innerlich jetzt schon voll annehmen kann. - Wilfried hatte an diesem Seminar jedoch nur einmal eine Teilnehmerin persönlich hineingenommen.)

Egal - ich war jetzt sehr in meiner Kraft.
Wilfried hatte mit zu diesem Zeitpunkt den Rücken zugekehrt und beobachtete sehr genau was in der Aufstellung geschah.
Ich stand dann einfach auf, stellte mich neben ihn und sagte: "Ich würde gerne in die Aufstellung gehen!" Er meinte, "Okay, stelle dich neben deinen Stellvertreter."

Als ich dann dastand, merkte ich nach einer kurzen Weile, dass dies so nicht passte. Denn ich stand ja dem Kind nicht direkt gegenüber, und es sah ja immer noch meinen Stellvertreter an. - Wilfried schien dies ebenfalls zu bemerken.... und er sah wohl auch, dass ich der Situation voll gewachsen war. Er bat meinen Stellvertreter etwas zur Seite zu gehen, und ich nahm meine Position ein und sah das Kind an.
Dies erforderte Kraft, Präsenz und Mitgefühl gleichzeitig.... aber ich merkte, wie ich mit all dem was gerade ist und war, da stehen konnte.

Wie in Aufstellungen üblich sollte ich dann noch einige Sätze zu ihm sagen, die Wilfried mir vorgab. - An die einzelnen Wortlaute kann ich mich nicht mehr erinnern.
Bei einem Satz zögerte ich... weil er sich so anhörte, als ob ich den Kontakt wieder abbrechen sollte....
Er wiederholte den Satz dann nochmals... und ich tat meine Bedenken kund - und dass ich mit ihm auf jeden Fall irgendwie in Kontakt bleiben wollte.
Das Kind sagte dann: "Wir machen noch etwas zusammen, okay?" .... und ich sagte zu. - Dies war mir wichtig, und was aus diesem letzten Satz wurde, weiß ich nicht mehr. Ich glaube, er wurde dann abgewandelt.

Ich brauche jetzt ja wohl nicht mehr zu erwähnen, dass dieses Seminar, welches für mich eigentlich eher zweite Wahl war, genau das richtige gewesen war. - Und Wilfried ist ein Meister, der es ermöglicht, sich der eigenen Wirklichkeit tatsächlich zu stellen!

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Tage später, als ich mit meiner Lebensgefährtin und ihren Schwestern abends Essen war, bemerkte ich, wie sehr innerlich locker in nun mit den Schwestern und beispielsweise mit der Bedienung umging.

Ich weiß ja, dass längere Seminare immer zu einer Energiesteigerung führen, die dann zu vorübergehenden Veränderungen führen.... wobei die Veränderungen dann nach und nach wieder nachlassen..... - Aber es gibt dann auch jedesmal etwas, was dann auch langfristig bleibt....

An diesem Abend bei meiner Innen-Raum-Reise bemerkte ich:
     Ich bin richtig glücklich!
Soweit ich zurückdenken kann.... habe ich noch nie gesagt (oder gedacht)!, ich wäre glücklich.

Sonntag, 12. Mai 2013

Nähe-Thema geheilt (?)

Eigentlich hatte ich schon seit längerem immer wieder daran gedacht, hier in meinem Blog zuschreiben. - Es gibt einiges zu berichten.
Zum Beispiel über ganz wunderbaren Erlebnissen im Abschluss-Block der KiKG- Ausbildungs-Gruppe. Hier konnte ich das, was ich in meinen letzten Beiträgen über das Nähe-Thema beschrieb noch steigern.

Besonders eindrucksvoll war die Nähe-Übung am Schluss:
Eine Person macht die Übung. Ihr stehen mehrere andere Personen gegenüber.
Die Aufgabe der einzelnen Person ist es nun, andere einzuladen, zu ihm auf seine Seite herüber zu kommen. Dabei soll die Einladung so geschehen, dass die Anderen wirklich kommen wollen! Die Anderen sollten genau in sich hineinspüren und sich nur und nur so bewegen, wie sie sich wirklich angezogen fühlen!
Die Einladung geschieht einzeln. Man sieht eine Person an, lädt sie durch einladende Blicke, durch einladende Gesten und vor allem durch das schlichte Wort "Komm!" ein, 


Vor einem Jahr machten wir diese Übung schon einmal. Damals wurde mein Nähe-Thema so sehr angeschnitten, dass ich hinterher total fertig war, mich regelrecht in mein altes Nähe-Trauma hineingeworfen fühlte. - Meine Lebensgefährtin beschrieb mich damals, als ich am Abend mit ihr telefonierte, regelrecht als traumatisiert. Ich war mehrere Tage ziemlich daneben und ich hatte mir damals direkt nach dem Gruppenwochenende an der Bettkante total das Schienbein aufgeschlagen, obwohl ich mich normalerweise nie irgendwo anschlage oder verletze.


Nunja, diesmal machten wir drei Gruppen zu je 4-5 Personen. In unserer Gruppe waren wir 3 Männer und 2 Frauen. Aus zeitlichen Gründen war klar, dass nicht alle drankommen können.
Bei uns in der Gruppe schien niemand so richtig Lust zu haben und ich wurde gefragt, ob ich nicht anfangen wolle. Ich kokettierte erst etwas herum....  Aber ich merkte: "Ich will diese Übung machen!"
Somit hörte ich auf zu kokettierten, und sagte: "Okay, ich fange an!" - Ich wollte auf keinen Fall das Risiko eingehen, andere anfangen zu lassen und dann vielleicht garnicht mehr dranzukommen.

Ich muss dazu sagen, dass ich mich ja bei dem Bíodanza-Festival schon total darauf eingelassen habe, mich einfach in das Hineinbegeben, was ist..... und geschehen lassen was passiert.....
Und genau dieses sich-auf-das-was-geschieht-ganz-einlassen haben wir in diesem Gruppenwochenende weiter geübt und jetzt am letzten Tag nochmals total auf den Punkt gebracht.

Ich war total gespannt darauf, mich genau in dieses "sich-auf-das-was-geschieht-ganz-einlassen" mitten hineinzubegeben.
Immer wieder zu mir gehend!
Mich immer wieder total weit machend!
Präsent sein!
Spürend!
Warten bis ein Impuls in mir aufsteigt.... und diesem dann folgen!

Es hat eine Weile gedauert, bis ich den klaren Impuls hatte, bei welchem von meinen 4 Gegenüber ich anfangen werde. (Auch diese Warte-Zeit musste ich aushalten.)
Ich fing bei einem Mann an, der mir besonders sympathisch ist. Der jedoch reagierte relativ zäh.... und machte es mir wahrlich nicht leicht. - Doch in der innerlichen Haltung in der ich war, war dies alles in Ordnung!
Schließlich kam er dann, nach mehreren Versuchen, nur stückchenweise und nur etwas näher.
Schließlich ließ ich von ihm ab, obwohl er noch nicht ganz auf meiner Seite war.

Bei einer Teilnehmerin ging es dann relativ einfach. Sie kam bei meinem zweiten "Komm" gleich ganz auf meine Seite - fühlte sich eingeladen durch ein Lächeln, welches als ein spontaner Impuls in mir aufgestiegen war.

Bei einer weiteren Teilnehmerin ging es auch nur langsam, obwohl ich zum Schluss sogar einladend eine Hand ausstreckte, wollte sie nicht ganz auf meine Seite kommen.

Der vierte schließlich bewegte sich überhaupt nicht. Er steckte total in einem anderen Thema, wie sich dann anschließend zeigte.

Irgendwann merkte ich, dass sich nun nichts mehr bewegen wollte und es Zeit war die Übung zu beenden.


In der Vergangenheit war dieses "auf jemanden zugehen.... in Ungewissheit, ob ich auf Ablehnung stoße oder nicht" und "mich gleichzeitig dabei für den anderen zu öffnen" total undenkbar gewesen.


Bert Hellinger nennt dieses Nähe-Trauma die "Unterbrochene Hinbewegung" (hier ein Link auf alle meine Beiträge zur 'Unterbrochenen Hinbewegung') - und diese war wirklich extrem bei mir ausgeprägt. Als ich zum ersten Mal eine Beschreibung der "Unterbrochene Hinbewegung" hörte, war ich schon allein dadurch total aus der Bahn beworfen und hatte Tränen in den Augen.

Aber gut, dass ich nicht an dieser "Diagnose" kleben geblieben bin.
Und auch nicht an dem Heilungsweg, der durch Bert Hellinger beschrieben wird....(obwohl dies sicher ein funktionierender Weg ist).
Ich glaube, echte oder auch eingebildete Diagnosen machen eine Heilung oft sehr schwer oder sogar unmöglich - sofern man nicht bereit ist, sie hinter sich zu lassen.

Jedenfalls geschah meine Heilung durch die vielen Nähe-Übungen im Biodanza - auf die Art und Weise, wie ich mich darauf einlassen konnte -  wie ich damit experimentierte.
Der Hauptanteil der Heilung liegt jedoch sicherlich an der Begegnung mit einigen total offenen Fortgeschrittenen-Biodanza-Leuten, wie diese mit total offen und unvoreingenommenen angeschaut hatten, was sehr heilend auf mich wirkte!
Und es wäre nicht gelungen ohne die Unterstützung von all dem, was ich durch das KiKG kennengelernt hatte - denn es gab auf  dem Weg ja mehrere Krisen, welche ich mit Hilfe meines 'Handwerkzeugs' gut bewältigen konnte....


Dass dieses Thema nun geheilt ist, klingt vielleicht schon fast übertrieben - aber es hat sich Schritt für Schritt auf diesem Gebiet tatsächlich viel verändert.... und dass ich die Übung, die mich vor einem Jahr noch traumatisiert, hatte diesmal so offen durchleben konnte... war so eine Art positiver Abschluss.

Natürlich ist es weiterhin nicht leicht, sich zu öffnen, hierdurch auch verletzlich zu sein, und auf jemanden zuzugehen - aber dies gehört zum normalen Menschsein, dem jeder Mensch sich stellen muss.

Mittwoch, 24. April 2013

Nähe, Präsenz und Schritte aus dem Inneren

Ursprünglich war ich ja sehr unsicher, ob ich das Bíodanza-Festival nur einen oder doch lieber 2 Tage besuchen will. - Am Samstag-Abend war dann jedoch klar, dass ich auch noch am Sonntag den vollen Tag teilnehmen würde. (Diesmal waren wir übrigens sogar deutlich über 50 Teilnehmer. Ich schätze, 25 bis 30 dieser Teilnehmer waren auch schon am Samstag dagewesen - ansonsten gab es auch viele neue Gesichter.)


Ich muss noch etwas vom Samstag nachschieben:
Am Anfang und am Ende einer Session stehen ja immer alle im Kreis, halten sich an den Händen, und tanzen dann gemeinsam im Gegen-Uhrzeigersinn. Dabei schaut man seine Gegenüber oft nacheinander an..... nimmt Blickkontakt auf......
Hier in diesem großen Kreis in dieser riesigen Turnhalle kann man die Augen der gegenüberstehenden Teilnehmer natürlich nicht sehen. Aus diesem Grund haben Teilnehmer dann den Kreis sehr schnell so eingedellt, dass man praktisch direkt an der Person vorbeimaschiert, die einem eigentlich im Kreis direkt gegenüberstehen. (Der Kreis war also nicht einmal mehr annähernd rund - oft hatte er die Form eines eingedrückten Herzens.)
Man bewegt sich also zu Musik, schaut sich an, lächelt sich an, freut sich.... und die Fortgeschrittenen fingen dann sogar an, ihren Gegenübern, wenn sie diese gut kannten, im Vorbeigehen Küsschen zu geben.

Am Samstag hatte es mich schon recht irritiert, als eine Italienerin (sie sprach überhaupt kein  Deutsch - ich hatte sie in meinem Beitrag gestern nicht erwähnt), mit der ich eine enge und intensive Übung gemacht hatte (es hatte sehr gepasst, so von der Sympathie her), mir im vorbeiziehen einen Kuss gab.
Und auch die Frau, die ich im letzten Beitrag als 'die Fortgeschrittene' bezeichnet hatte, gab mir zum Abschied einen Kuss.... den ich aus überraschter Irritation jedoch auch nicht erwiderte.

Heute nun war das anders. Als es sich zufällig ergab, dass 'die Fortgeschrittene' an mir vorbeizog, schaute wir uns einige Augenblicke an. Ihr Blick war freundlich und sehr offen... und unsere Gesichter kamen einander immer näher.... Da wir uns beide im Rhythmus bewegten war es garnicht so einfach zu zielen.... aber irgendwie wurde mehr und mehr klar, dass es im vorbeiziehen einen Kuss geben würde. - Und auch den Kuss von der 'italienischen Teilnehmerin' erwiderte ich diesmal.


Innerlich war ich an diesem Tag vor allem auf 'die Fortgeschrittene' fixiert.
Auf die 'italienische Teilnehmerin' dagegen nicht so sehr, obwohl auch sie attraktiv und die Begegnungen mit ihr intensiv und irgendwie sogar erotisch war.
Aber sie war irgendwie doch nicht so sehr mein Typ......? Oder ich weiß nicht so genau, was da wirklich passiert.....? (Irgendetwas noch ungeklärtes.... im Zusammenhang mit meinem Nähe-Thema????)

Jedenfalls erwischte ich mich dabei, wie ich 'die Fortgeschrittene' teilweise sogar etwas eifersüchtig beobachtete, weil sie in den Pausen so sehr mit einem anderen Fortgeschrittenen zusammenklebte (der allerdings ja mit seiner Freundin da war).

Ich versuchte dann auch irgendwie, innerlich mittels "Zustimmung" mit der Situation umgehen zu können.... bis ich merkte, dass ich die "Zustimmung" nur dazu verwenden wollte, meine unangenehme eigene Gefühls-Situation zu kontrollieren.
Also bewegte ich mich in Richtung einer größeren Zustimmung, die nicht nur der Situation erlaubte so zu sein wie sie war.... sondern die auch meine Gefühls-Situation erlaubte..... und mich sie einfach wahrnehmen ließ...... - Einfach Mitten-Drin, so gut wie es eben gerade ging.


Ich fand viele Übungs-Partner, mit denen ich die jeweilige Übung sehr gerne machte. Und ich wurde manchmal von Übungens-Partnern gefunden, die mir in der jeweiligen Situation nicht so sehr lagen.... Ich konnte mich auf Beides einlassen.... offen und hineinspürend....... und mit den einen Menschen mich enger einlassend..... und mit den anderen Menschen auf stimmige Weise die Übung nicht so eng machend.....

Aber auch bei den Menschen die mir lagen... mit denen ich die Übungen enger machte, oder wenn wir uns nach einer Übung eng umarmten..... auch hier merkte ich oft, dass mich enge Nähe auch innerlich stresste, so dass ich oft etwas anspannte, und mich innerlich verschließen musste..... - Und ich merkte, wie ich trotzdem wachbleiben.... und genau hinschauen konnte, genau wahrnehmen konnte was da passiert.....

Einmal gab es mehrmals sehr öffnende Einzel-Übungen (Übungen für sich alleine) - im Wechsel mit sehr intensiven Begegnungs-Übungen zu zweit.
Danach kam eine Übung, bei der ich merkte: "Die Übung ist mir jetzt zu eng. Die kann ich jetzt im Augenblick nur mit einer Person machen, die mir total sympathisch ist. - In meinem Viertel der Turnhalle konnte ich jedoch keine derartige Person ausmachen. Ich überlegte dann, an den Rand zu gehen (was ja auch mehrere andere Teilnehmer machten, wenn ihnen eine Übung zu eng war).
Aber auch hier entschied ich mich, zunächst noch dabei-zu-bleiben.... mich zunächst noch eine Weine mitten-hinein zu stellen.... auch mit meiner Ahnungslosigkeit, was ich denn jetzt machen soll. (Denn jetzt auszusteigen hätte sich für mich auch nicht gut angefühlt!)
Also blieb ich noch stehen. - Spürend. - Nichts wissend.....
Die anderen um mich herum fanden sich. Ich schaute niemanden an. Mich sprach auch niemand an.
Als ich mich dann umschaute, hatten sich die Übungspaare gefunden. Nur eine Frau stand in dem Raum mit mehr als 50 Leuten noch alleine da. In einem anderen Raum-Viertel der Turnhalle. - Ich sah sie, wusste, mit ihr hatte ich schon eine 3-er-Übung gemacht in der sie mir recht sympathisch war.... und wusste, mit ihr passt das.

Dies sind die wenigen Situationen im Leben, in denen ich dann wirklich stolz auf mich bin: Wenn ich mich einfach mitten in die Situation hineinbegeben konnte - wenn ich einfach ganz da geblieben bin..... mich ganz eingelassen habe..... und sich dann hieraus eine Lösung oder ein nächster Schritt... von innen herauf erst entstanden ist..... Passend. Wirklich stimmig.


Ein anderes Mal (das war bei diesem Festival das einzige Mal) machte ich dann aber tatsächlich nicht mit, weil ich mir diese Übung mit niemandem vorstellen konnte. Ich setzte mich hin, und sah, wie diesmal sogar meine Lieblingsfrau ('die Fortgeschrittene') übrig blieb.... und sich dann zwangsweise auch an den Rand setzte. Aber in dieser Situation war meine Entscheidung klar.
Nach dieser Übung sollte man dann mit demselben Partner noch eine andere Übung machen. Ich überlegte kurz, ob ich jetzt zu 'der Fortgeschrittenen' gehen sollte, die im anderen Ende des Raumes saß.....
Doch aus irgendeinem Grunde fühlte ich mich in diesem Augenblick wie ein Kind, das seine Mama retten will... Aus diesem Gefühl heraus wäre es für mich nicht stimmig gewesen, also ließ ich es bleiben.
Ich blieb innerlich intensiv dabei - genau nachspürend!

Dann sollte man sich für die zweite Übung einen neuen Partner suchen. Es wechselten jedoch nur ganz wenige, die anderen blieben einfach zusammen. Nun sah ich die Chance für den Wiedereinstig gekommen.
Es wechselten jedoch nur ganz wenige, die anderen wollten nach dieser intensiven Übung wohl einfach noch zusammenbleiben
Ich merkte, für mich war es jetzt stimmig, wieder einzusteigen.... und sogar zu versuchen, dies mit 'der Fortgeschrittenen' zu tun. (Das kindliche Gefühl war nicht mehr da, es hatte ihm wohl genügt, gesehen und angenommen worden zu sein.)

Mich wunderte, dass 'die Fortgeschrittene' nicht auch aufgestanden war und nicht versuchte, ebenfalls die Chance zu ergreifen..... - Ich merkte, es war jetzt ein total großen Wagnis für mich, die halbe Halle zu durchqueren... um sie zu fragen...
Sie schien sich dann jedoch zu freuen und es war schön mit ihr.....

Ich hatte übrigens erfahren, dass sie zur Zeit die Bíodanza-Ausbildung macht und sie sich überlegt, nun auch in die Mittwoch-Gruppe zu gehen. - Ich pausiere ja jetzt gerade, werde aber vielleicht im Mai dann auch wieder einsteigen.


Neulinge, von denen auch einige bei dem Festival anwesend waren, hatten wohl oft Probleme mit der vielen Nähe, welche die Fortgeschrittenen sehr offen austauschten.... Sie machten dann oft nicht bei allen Übungen mit, oder sagten in der Frage-Stunde, dass sie es schon fast als Zwang empfinden würden....
Ich zähle ja auch noch als Anfänger, aber ich sehe es auch eine große Chance, sehr liebevoll auf sich selbst zu achten.... Mir ist es zum Beispiel total wichtig, nicht einfach nur andere zu umarmen, weil es im Bíodanza zu den 'Sitten und Gebräuchen' gehört - sondern möglichst wach zu bleiben, für das war im jeweiligen Augenblick für mich stimmt.
Aber ich finde es auch total Erkenntnisreich, wenn andere mich so total offen anschauen oder umarmen..... und ich merke "Es liegt nicht an den verschlossenen anderen"! Ich bin derjenige, der hier (im Augenblick noch) innerlich dicht-machen muss....
Und ich finde es auch heilsam, von den Fortgeschrittenen so offen angesehen und behandelt zu werden.


Am Schluss war es dann noch sehr schön, die verschiedensten lieben Menschen noch intensiv zum Abschied zu drücken. - Die 'Italienerin' sah ich dann garnicht mehr in der Halle, aber nachdem sie sich in der Umkleide umgezogen hatte ging ich zu ihr, und sie drückte mich sehr fest und lange. Es gefiel mir natürlich sehr, dass andere Menschen mich während unserer intensiven Begegnung so lieb gewonnen hatten.......

Sonntag, 21. April 2013

Nähe(Stress), Mandala und Präsenz

Da meine innerliche Authentizität mehr und mehr dem Automatismus und der Routine gewichen, ist, stieg ich Ende März aus dem regelmäßigen Bíodanza-Kurs wieder aus. Ich wollte lieber nur noch selten hinzugehen, dann dafür erfrischt und wach.... wach und präsent genug um genau zu schauen, und achtsam zu handeln.

Ein Ort für diesen Handeln war heutige Bíodanza-Festival.
Sehr schön fand ich, dass wir eine große Gruppe mit 40 Teilnehmern waren - einige Bekannte, viele Unbekannte, einige Neue, viele 'alte Hasen'.....


Heute ist es mir gut gelungen, präsent zu bleiben und stimmig zu handeln.
Es gab viele Gelegenheiten, meinem großen Thema 'Nähe' zu begegnen....
anderen Teilnehmern zu begegnen, mal ganz eng, mal mehr aus der Ferne.....
und doch meistens so, dass ich da bleiben konnte.

Ja, es gab tatsächlich sogar Situationen, in denen ich sehr genau schauen konnte, was gerade in mir vorgeht, was sie wie genau anfühlt, schon fast so wie bei meinen Innen-Reisen.....


Schwierig wurde es für mich dann, wenn ich eine Frau besonders attraktiv fand.... und sie irgendwie sogar mein Typ war.....
Dann wurde es für mich schwieriger und ließ mich angespannt sein....

Dies ist mir bei zwei Frauen sehr stark so gegangen.
Die eine war eine sehr Fortgeschrittene, die sehr viele Teilnehmer wohl schon sehr gut kannte, und mit sehr vielen enge Nähe einging. - Die andere war, wie ich später erfuhr, das erste Mal da.

Mit der Fortgeschrittenen hatte ich einen Tanz, bei dem sich nur die Hände berührten. Durch die Art und Weise, wie wir das gestalteten fühlte sich dies jedoch sehr erotisch für mich an....
Mit der Neuen hatte ich ebenfalls eine Begegnung, die schön, jedoch nicht so eng war. Ein anderer, dies hatte ich zufällig beobachtet, wollte ihr einmal nahe kommen, da ging sie wieder auf Distanz.

In der Pause merkte ich, wie ich innerlich sehr daran hing, unbedingt auch auch interessante Frauen zugehen zu können um mit ihnen in Kontakt zu kommen. - Ich nutzte dann jedoch die Zeit um mich diesem Thema etwas zuzuwenden... und fühlte ich mich hinterher befreiter.


In der nächsten (dritten) Session konnte ich dann doch ziemlich Präsent bleiben - und hatte immer wieder Augenblicke, in welchen ich sehr präzise spüren konnte was gerade in mir geschah.
Manchmal konnte ich auch einfach nur ganz genau spüren, wie es war, da zu sein und zu atmen, wie es sich anfühlte, sich zu bewegen.... oder wie bei bestimmten Begegnungen Spannungen aufkamen...., und wie andere Begegnungen zu anderen Leuten.... ebenfalls schön und angenehm waren.....


Bei 40 Leuten im Raum ist es ja schwierig, sich genau den Übungspartner zu wählen, mit dem man gerne eine bestimmte Übung machen möchte, denn die meisten Leute schnappen sie jemanden, der zumindest in der Nähe steht.

Mit der oben erwähnten 'Neuen' hatte ich keine Begegnung mehr.
Sie schien sich aber bei Männern allgemein nicht so sehr auf Nähe einzulassen.... so dass ich wohl auch deshalb etwas beruhigt war, denn so lag es zumindest nicht an mir.

Mich hat es dann irgendwann eher zufällig nochmals zu der oben erwähnten 'Fortgeschrittenen' verschlagen, wo wie zusammen eine Übung 'Rücken-an-Rücken' miteinander machten. Nach der Übung standen wir uns noch gegenüber, hielten uns an den Händen, sahen uns an. Obwohl ihr Blick sehr offen war, traute ich mich nicht, sie zu umarmen.... (nach einer innigen Übung umarmen sich viele). Sie fragte dann vorsichtig: "Darf ich dich umarmen?", was mir natürlich sehr recht war....

Später gab es dann immer wieder auch Tänze, die ich nicht mit Jeder/Jedem machen konnte. Wenn ich keine Tanzpartnerin fand, mit der das für mich in Ordnung war, tanzte ich auch zwischendrin mal für mich alleine....

Es gibt noch einiges zum Anschauen für mich.... in Sachen 'Nähe'.
Morgen gehe ich wieder zum Festival - aber es bleibt sicher noch ein Thema auch über Morgen hinaus!?!

Samstag, 20. April 2013

Buchempfehlung: Die Kraft der Präsenz

Hauptthema meines Blogs ist, sich seine Lebensthemen anzuschauen, mit ihnen in einen Einklang zu kommen, sich mitten in sie hineinsetzen, ..... und anders als vorher wieder aus ihnen herauszukommen.....

Dies gelang mir bei manchen Themen mehr - bei anderen weniger.....
Die Vorgehensweise war jedoch, mir ein Thema, von dem ich vermute es könne mir Probleme machen, im Vorfeld anzuschauen.
Oder ein Thema, welches mir tagsüber Schwierigkeiten machte, hinterher (am Abend) nachzubereiten.

Bis vor kurzem ist es mir jedoch nicht gelungen, in einer Situation selbst Präsent zu bleiben:
genau zu bemerken was hierbei geschieht,
aus innerlichen Filmen, welche mit der Realität nur begrenzt zu tun haben auszusteigen,
mehr oder weniger in Zustimmung zu kommen,
offen und weit zu werden,
..... ja, eben das Thema schon ein bisschen während ich drinstecke zu bearbeiten
und hierdurch auszusteigen.

Mehr und mehr gelingt mir dies jetzt tatsächlich immer mehr.

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Hierbei sehr geholfen hat mir das Buch  "Die Kraft der Präsenz: Im Jetzt sein - zu sich selbst finden - Heilung erleben"  von Richard Moss!

In diesem Buch werden sehr interessante Gesichtspunkte zum Thema "Präsenz" behandelt.
Teilweise überschneidet sich das Buch mit den vielen Dingen, die wir im KiKG-Training über dieses Thema gelernt haben. Aber es gibt einige andersgeartete Sichtweisen und Ergänzungen, welche mir sehr halfen, mir dieses Thema noch mehr zu erschließen.
Einige Dinge, die ich aus Dem KiKG kenne, verstehe ich durch dieses Buch jetzt viel besser. (Andere hilfreiche Dinge, die ich schon kenne, fehlen dafür natürlich wiederum in diesem Buch.)
Insgesamt brachte es mich jetzt jedoch sehr viel weiter.


Neben diesen ganz fundamentalen Dingen über die Präsenz
nimmt "das Mandala des Lebens" einen großen Teil des Buches ein.
Richard Moss geht davon aus, dass ein Teil unserer Gefühle echte, natürliche Gefühle sind,
es jedoch auch Emotionen gibt, welche durch unser Denken selbst erzeugt werden.
Gerade das, was einem so Schwierigkeiten macht, einem aus der Bahn wirft, Kontraktion erzeugt, sind diese "selbst-gebastelten" Emotionen.
Dieses selbst-basteln der Emotionen ist das, was ich hier auch immer als "im inneren Film sein" beschreibe. Laut Moss entstehen diese Emotionen durch die "Geschichten" die wir uns über uns selbst, über andere, über die Vergangenheit und über die Zukunft erzählen.


Für diejenigen, die aus ihren alten, schon hundert Mal erzählten Geschichten aussteigen wollen ein sehr empfehlenswertes Buch!

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In mir ist schon seit längerer Zeit eine große Sehnsucht da, aus allen negativen (oder auch positiven) Märchen-Geschichten auszusteigen.....
und einfach nur ganz unmittelbar mitten-drin in dem zu sein was nun mal tatsächlich ist. - Nun scheine ich das mehr und mehr nicht nur in Übungssituationen sondern auch 'Just-In-Time' in tatsächlichen Lebenssituationen anwenden zu können.

Samstag, 6. April 2013

Etwas Besonderes sein

Mit dem Thema "Etwas Besonderes sein" kam ich die letzten Wochen mehrmals und auf verschiedene Art und Weise in Berührung.

Die erste Begegnung war vor ein paar Wochen beim Lesen des Buches "Umarme dein Leben" von Wilfried Nelles. Dabei wurde dieses Thema dort nur einmal, und nur kurz erwähnt.

Wilfried Nelles beschrieb, dass Menschen manchmal, wenn sie mit ihren Eltern verstrickt sind, etwas für diese tragen, oder der Liebling eines Elternteils waren, nicht wirklich den Wunsch haben erwachsen zu werden.
Diese Menschen fühlen sich (heimlich) größer als ihre Eltern.... und fühlen sich somit als etwas Besonderes....
Wenn sie bereit wären erwachsen zu sein, dann müssten sie diese Grandiosität und Besonderheit aufgeben müssten.... und ganz normale Menschen werden.

Ich merkte, wie mich diese Text-Stelle ansprach, weil ich mich durch die Verstrickung mit meiner Mutter wohl auch irgendwie als etwas Besonderes definier(t)e.


Dieses Thema spuckte dann weiterhin in mir herum.
Mir wurde bewusst, dass mein Besonders-Sein ja nicht nur auf der von Nelles beschriebenen systemischen Verstrickung beruhte.

Sondern meine Mutter hatte ja stets von mir erwartet hatte, dass ich etwas Besonderes bin, sei es im Kindergarten, bei meinen Leistungen in der Schule..... und überhaupt im Umgang mit anderen Menschen....
Und ich merkte, wie ich ja auch heute Besonderes von mir verlange..... - erwarte, dass ich mit meinem Leben, mit meinen Gefühlen, mit sozialen Situationen besonders umgehen kann!

Dies war dann auch Thema bei meinen Innen-Reisen.
Ich konnte mir das Besonders-Sein-Wollen mehr und mehr anschauen..... und mehr und mehr auch die Erlaubnis entwickeln, "ein ganz normaler Mann" mit "ganz normalen Gefühlen, Wünschen und Schwierigkeiten" zu sein!!!


Gestern fand ich das Thema 'Besonders-Sein' noch in einem weiteren Buch: "Die Kraft der Präsenz" von Richard Moss.
Er schreibt, dass es zwei Arten von 'Besonders-Seins' gibt und unser Ego uns immer in die eine oder andere Art des 'Besonders-Seins' bewegen will:
  1. Die erste Art des 'Besonders-Seins' ist, sich als Grandios und Überlegen zu sehen.
  2. Die Alternative ist, sich als weniger wert, besonders unfähig,
    aber auch als besonders schwach, besonders hilflos, besonders verletzlich, besonders bedürftig, zu sehen - und von der Welt zu erwarten, aus diesem Grund auch besonders behandelt zu werden.
Oft wechseln wir, so Richard Moss, zwischen diesen beiden Arten des Besonders-Sein hin und her.....


Nachtrag:
Meiner Ansicht nach ist es ja nicht falsch, etwas Besonderes sein zu wollen.
Es macht nur sehr unfrei, diesem Besonders-Sein ständig hinterherlaufen zu müssen,
ist manchmal recht anstrengend,
und schränkt dabei ein, dem Leben und anderen Menschen unmittelbar zu begegnen.


P.S.: Ich kann die beiden genannten Bücher sehr empfehlen!
(Wenn ich mal dazu komme, werde ich sie auch noch ausführlicher vorstellen.)

Samstag, 23. März 2013

Zeit & 'Erwachsen-werden'

Seit etwa zwei Wochen habe ich erfolgreich etwas an meiner Zeit-Einteilung geändert.
Ich trödle weniger im Internet herum, und beschäftige mich mehr mit meiner persönlichen Weiterentwicklung.

Die aktuellen Themen sind unter anderem auch das Erwachsen-werden!
Erwachsen-sein bedeutet für mich nicht, starr und unbeweglich zu werden, wie man es vielleicht in vorangegangenen Jahrhunderten definiert hat.
Es bedeutet für mich vielmehr:
  • In die eigene Kraft zu gehen und die eigenen Möglichkeiten zu nutzen.
  • Für das eigene Gefühlsleben die Verantwortung zu übernehmen - für die eigenen Gefühle zu sorgen.
  • Die Verantwortung für das eigene Tun übernehmen (statt sie anderen Menschen oder den Umständen zuzuschreiben).
  • Zu tun, was für mich stimmig ist (statt automatisch das zu tun was andere wollen - oder das Gegenteil hiervon zu tun).

Und das Ganze heißt für mich nicht,  starr  irgendwelche Richtlinien zu befolgen......
..... sondern ich sehe das Thema, welches ich mir akzeptierend auf verschiedene Art und Weise anschaue.

Dabei lese ich in einem neuen Buch - oder in alten Aufschrieben zu diesem Thema.....
und bringe das Ganze in Beziehung zu dem, was gerade ich mir ist.
Ich mache auch wieder viele Innen-Raum-Reisen, also 'Sitzungen' bei denen ich mich durch 'Geführte Meditationen' von meinem MP3-Player führen lasse.

Samstag, 9. März 2013

Wochenrückblick, Lebensziele und Selbstsabotage

Mir ist aufgefallen, wie ich in letzter Zeit von dem kraftvollen "mich meinen Themen stellen" bzw. "mich dem, was das Leben jetzt von mir erwartet stellen" mehr und mehr in eine kindliche Seite gerutscht bin.
Und auch, wenn ich dann "erwachsen" gehandelt habe, fehlte mir oft mein kraftvoll-erwachsenen "Jetzt stelle ich mich diesem (meinem) Thema!".

Jedenfalls klopft jetzt wieder mehr die Lust an, mich wieder dem Thema "Zustimmung und Veränderung" zu widmen, also zu schauen, welche Themen mir wichtig sind, und diese auf zustimmende Art und Weise in meinen Fokus zu nehmen.....


Ich mache ja regelmäßig, mal häufig, mal eher selten verschiedene "Innen-Reisen", "geführte Meditationen" oder wie man das immer auch nennen mag, und verwende dabei Stücke aus verschiedenen Übungs-CDs....
Gerade heute habe ich mich mit einem Stück von Die gestresste Seele beschäftigt, worin es darum ging zu schauen, was man noch alles tun möchte, was einem noch alles wichtig wäre, wenn man wüsste, dass man in einem Jahr stirbt.
Dabei tauchten auch jetzt wieder Dinge wie "Offenheit", "Innere Freiheit", "echte Begeg­nun­gen" und "Erotik".... als Punkte auf, die sich in meinem Leben unbedingt noch entwickeln sollten..... (Das was ich mir im Dezember und Januar unter dem Stichwort "Zustimmung und Veränderung 2013" angeschaut habe, ging ja auch deutlich in diese Richtung.)


Ein anderes Thema, welches ebenfalls wieder in mein Blickfeld kommt, ist das Thema "Selbstsabotage". Schon vor Wochen bin ich durch zwei Tracks aus einer der Übungs-CDs zu von Die gestresste Seele auf den inneren Rebellen gekommen.
Diese Rebellion basiert bei mir auch sehr darauf, bestimmte Dinge zu sabotieren. Dies kann ich sehr gut, in dem ich sie einfach scheitern lasse..... ja, ich kann dann so tun, als ob ich mich bemüht hätte, ich dann jedoch letztendlich doch gescheitert bin.....


Dies sind die Themen, die ich jetzt in nächster Zeit wieder verstärkt mit mir herumtragen möchte!

Dienstag, 5. Februar 2013

Die Mutter anschauen!

Nachdem wir in unserem Ausbildungs-Block im November den Vater angeschaut hatten, war diesmal die Mutter dran.

Jedenfalls ging es darum, die Mutter einfach nur anzuschauen (wohl etwa eine viertel Stunde lang?) - ohne dabei etwas zu tun.
Wir sollten also 3-er-Gruppen bilden. Ein Gruppenmitglied war derjenige, der jeweils die Mutter ansehen sollte, ein anderes Gruppenmitglied stand für die Mutter und ein drittes für den Vater. - Jeder kam mal dran, und es wurde immer durchgewechselt.

Wir waren in unserer Gruppe zwei Männer und eine Frau.
Zuerst war der andere Mann dran, die andere Teilnehmerin stand für seine Mutter, während ich für sein Vater stand.
Dann war die Teilnehmerin dran, ich stand für ihre Mutter, der andere Teilnehmer für ihren Vater. - Dabei merkte ich, dass ich, trotz allem was hier geschah, und was wohl zwischen ihr und ihrem Mutter zu stehen scheint, in mir stets Liebe zu ihr da war...... und ich auf Sie und verschiedene aus ihrem Leben sehr stolz war....

Dann war ich dran.
Wie gesagt, hatte ich mir diese Übung ja auch gewünscht, jedoch war ich an diesem Nachmittag garnicht dazu aufgelegt gewesen, diese intensive Übung zu machen.
Ich wählte nun also die Teilnehmerin zur Stellvertreterin für meine Mutter, der andere Teilnehmer war somit Stellvertreter für meinen Vater.

Ganz am Anfang empfand ich mich eine kurze Zeit ganz gut mit ihr in Kontakt. - Dann riss der Kontakt ab.
Mein Blick wanderte immer wieder links von ihr auf den Boden..... und immer wenn ich dann doch versuchte, mit ihr Blickkontakt aufzunehmen, schien ihr Blick weg-zuwandern, oder sie war in ihrem Blick nicht wirklich anwesend!

Da ein Blick auf den Boden beim Familienstellen ja immer etwas mit Verstorbenen zu tun hat, kam mir dann auch der Gedanke an ihren früh verstorbenen (im Krieg gefallenen) Vater.
Überhaupt hatte ich den Eindruck, auch zwischen ihr und mir würden Tode liegen, welche den Weg zueinander versperren.

Auch zum Vater war kein Kontakt möglich. - Am Anfang war er mit seinem Blick ganz starr ganz woanders. Später wirkte er sehr streng, so dass ich Angst davor hatte, er würde mir eine scheuern.

Ich fühlte mich sehr isoliert..... und ganz alleine auf der Welt.....
und mein Blick blieb immer mehr links von ihr auf dem Boden liegen......

Dann erinnerte ich mich daran, dass Joel ja gesagt hatte, wir sollten bei dieser Übung 'Ganz-Da-Bleiben'..... und nicht in irgendwelche 'alten innerlichen Filme' einsteigen. - Ich hatte den Eindruck, als ob ich zumindest am Rande eines 'alten Film' war.....

Die Aufgabe war jedoch "Die Mutter anzuschauen"!
Also nahm ich wieder Blickkontakt mit ihr auf..... bereit, sie mit all ihrem schweren Schicksal und mit all ihrer Unfähigkeit zu sehen....
Ich wich dann dem Blick nicht mehr aus. In mir war ein "ich schaue dich jetzt an" und ein "ich bin jetzt bereit, dich mit allem zu sehen!".
In mir bildete sich dann der Satz "Ich nehme dich jetzt wie du bist!"

Nachdem ich angefangen hatte, sie anzuschauen verschränkte sie ihre Arme vor ihrer Brust.... doch dies konnte den ganzen Vorgang nicht verhindern, da ich bereit war, sie auch damit zu sehen und zu nehmen.

Ich blickte dann auch den Vater an und sagte innerlich "Auch dich nehme ich wie du bist!"

Hinterher sollten wir uns dann über das Erlebte austauschen.
Als die Stellvertreterin meiner Mutter dann sagte, sie hätte überhaupt nichts gefühlt, da übermannte mich dann doch eine tiefe Traurigkeit - ja ich war fast irgendwie ge­schockt. (Ich hatte irgendwie doch gehofft, dass irgendwo im Hintergrund bei ihr doch Liebe vorhanden ist  - so wie ich es ja auch gefühlt hatte, als ich Stellvertreter der Mutter der anderen Teilnehmerin gewesen war.)

Sie erzählte dann auch, dass es für sie überhaupt nicht möglich gewesen war, mit mir in Kontakt zu gehen oder für mich da zu sein..... und sie sie dafür irgendwie auch geschämt hätte.....  - Dann meinte sie, dass im Hintergrund wohl doch so etwas wie Liebe dagewesen wäre, doch dies wollte ich dann nicht mehr glauben oder annehmen......

Während der Übung war ja ein gewaltiger Schritt passiert, der bisher noch in keiner Systemischen Übung und in keiner Familienaufstellung möglich gewesen war. (Ja, für mich hat sich in den letzten Wochen mehrmals gezeigt, wie wichtig die Fähigkeit ist, 'Ganz-Da' zu bleiben und eben nicht 'in alte Filme' zu gehen. Da bin ich sehr dankbar dafür, dass wir dies in diesem Training gelernt haben.) 

Doch das Hinterher (beim Austausch über das Erlebte) war dann schon so etwas wie ein Schock für mich gewesen.... und ich hatte die Befürchtung, dadurch wäre mir der 'große Schritt' nun auch irgendwie wieder verloren gegangen.

Aber Joel meinte, dass dieser Erfahrung nicht mehr rückgängig zu machen wäre, und die Erinnerung daran immer wieder auftauchen würde. -  Und als positiven und heilsamen Schritt ist mir das Ganze nun im Nachhinein auch tatsächlich in Erinnerung geblieben.....

Montag, 7. Januar 2013

Nähe-Session III + IV

Im Laufe der Nacht auf Sonntag war eine tiefe innerliche Öffnung dann mehr und mehr zurückgegangen. Als ich am Sonntag Vormittag wieder zu dem Kurs ging, war ich wieder relativ verschlossen und auch nicht so kontaktfreudig.

Ich verhielt mich dann auch eher zurückhaltend, sagte, ich müsse erst wieder hier ankommen..... - Im Laufe der Vormittag-Session konnte ich mich dann schon wieder etwas öffnen.


Dann wurde jedoch eine Übung angesagt, die man zu zweit machen sollte... und bei der einer quasi der Begleiter war, der den Anderen am Schluss des Prozesses mit offenen Armen und freundlichen Augen empfangen sollte.....

Ich merkte, diese intensive Erfahrung könnte ich nur mit einer Person machen, die mir sehr sympathisch ist. - Andererseits könnte ich der Person, welche mit mir die Übung macht, jedoch nicht das bieten, was man in der Begleiter-Rolle bieten sollte.... (die offenen Arme und freundlichen Augen). - Somit wollte ich auf niemanden zugehen.... denn die Person, die die Übung mit mir machen würde, hätte mit mir ja praktisch die Arschkarte gezogen.
Somit blieb ich bei der Partnerwahl passiv, .... und sagte dann schließlich, dass ich nicht mitmachen würde.

Ich suchte mir dann einen Sitzplatz, an welchem ich mich an der Wand anlehnen konnte und setzte mich auf eine Decke.

Das Ganze war für mich schon sehr schwierig... und ich musste sehr bewusst bleiben und im Hier und Jetzt in mich spüren, um nicht in ein innerliches Drama einzusteigen, um nicht in einen 'innere Film' zu gehen.

Dabei halfen mir verschiedene Dinge, die ich bei Joel oder auch aus anderen Methoden gelernt hatte.
Insbesondere fiel mir da auch ein Satz von Joel ein, der in irgendeiner Seminar-Situation mal gesagt hatte: "Wenn ich wollte, dann könnte ich jetzt in die Verletzung gehen!"
Ja, und wenn ich gewollte hätte, hätte ich jetzt sehr leicht in einen inneren Film, in ein innerliches Drama rutschen können....
Ich erinnerte mich dann auch daran, dass wir ja gerade im letzten Wochenende ausführlich über die verschiedenen Arten von Gefühlen (siehe auch meinen Beitrag "Unterscheidung in 5 Gefühls-Arten") und über das "in einen inneren Film gehen" geredet hatten.
Somit wusste ich, wie wichtig es war, bewusst zu bleiben und genau zu schauen, was JETZT im Augenblick in mir vorgeht..... in den Körper spürend.... , spürend, welche Gefühle hier im Augenblick anwesend waren...

Mir ging es da nicht schlecht in dieser Situation. Es war einfach stimmig, in diesem Augenblick diese Übung nicht mitzumachen. Ich musste nur einfach sehr aufpassen, um nicht in den alten mir sehr gut bekannten Film zu kommen, dass ich nun in der Gruppe hier ausgeschlossen bin, dass ich nun nicht mehr dazugehöre, ..... und dass ich mit meiner Verschlossenheit die anderen hier eigentlich in ihrer Offen-Sein störe.


Nach diesem für die Beteiligten recht intensiven "Tanz" (und für mich ebenfalls recht intensivem Prozess) sollte man dann seine Freude über das erlebte tanzen. Die Anderen waren teilweise recht überschwänglich.... fielen einander um den Hals.
Ein Teilnehmer kam dann zu mir, um mir die Hand zu reichen und mich wieder in die Gruppe zu holen. - Ich war mir noch unschlüssig, ging jedoch dann doch mit.


Dann kam schon wieder das Nächste:
Hier sollten sich ebenfalls jeweils wieder zwei Übungspartner zusammenfinden. Der eine sollte dem anderen, der auf dem Boden liegt, ganz sanft (wie einem kleinen Baby) über das Gesicht streicheln. - Um Schluss sollte er dann dem anderen wieder in eine sitzende Position kommen lassen.... und ihm dann mit einem freundlichen Blick empfangen.

Hier ging es mir dann wie vorher:
Es wäre für mich nicht einfach gewesen, diese Nähe anzunehmen, sie zuzulassen. - Aber umgekehrt wäre ich in jedem Fall nicht in der Lage, meinem Übungspartner diese große Offenheit zu geben.

Also wieder dasselbe Spiel: Wieder nicht mitmachen und auf einer Decke ganz zentriert mit dem Rücken an der Wand dasitzen!. - Wieder war ein größeres Maß an Aufmerksamkeit nötig.... ich konnte jedoch in Einklang mit den nun mal vorhandenen innerlichen Gegebenheiten gehen....

Dabei kamen natürlich schon wieder das Thema, nun endgültig von der Gruppe abgehängt worden zu sein.... und nicht dazuzugehören.
Ich hatte ursprünglich ja auch gedacht in die Fortgeschrittenen-Gruppe einsteigen zu können.... zumindest darauf zu drängen, dass ich dort einsteigen darf. Doch hier sah ich nun alle meine Felle davonschwimmen.....


Da diesmal Adriana ja nicht mitmachte, überlegte ich noch für einen kurzen Augenblick, ob ich sie nicht fragen könnte, ob sie die Übung nach dem Wechsel (also dem Rollentausch) mit mir machen würde.
Ich konnte mich dann aber nicht dazu entschließen... da ich befürchtete, dass ich dies dann vielleicht als zu aufdringlich empfinden würde... Und in der liegenden, empfangenden Position hätte ich das Ganze dann auch nicht so steuern können.... wie es im Notfall vielleicht nötig gewesen wäre.
(Ich wusste ja noch, wie ich in unserer K!KG-Gruppe einmal in mein Nähe-Thema hineingerutscht war - so sehr, dass meine Freundin dann hinterher zuhause meinte, ich hätte richtig traumatisiert gewirkt. An diesem Abend hatte ich mir dann an der Bettkante ganz kräftig das Schienbein aufgeschlagen, obwohl ich mich sonst eigentlich nie verletze.)
Jedenfalls fühlte es sich dann doch nicht so passend an und ich ließ es.

Ich merkte dann, dass ich das Bedürfnis hatte, meine Brille abzulegen und mir selbst mit den Händen zart über das Gesicht zu fahren. - Das war gut, und ich war in Einklang mit der Situation.


Der nächste Tanz war dann auch wieder ein "Feiern des Erlebten"!
Ich merkte, dass ich sitzen bleiben wollte, und wippte nur mit zur Musik.
Zweimal wollte mich dann jemand wieder mit hineinholen, aber ich winkte dann ab. Ich dachte dann auch: "Ihr müsst jetzt nicht meinen, dass ihr euch um mich kümmern müsst. Mit mir ist alles okay"!

Zum Abschlusskreis kam ich dann wieder dazu - und hatte auch den Eindruck, hier gut aufgenommen zu werden.

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In der Mittagspause wollte ich dann jedoch nicht mit Essen gehen, sondern in dieser Zeit für mich sein. Deshalb fuhr ich nach Hause. - Ich hatte jedoch Bescheid gesagt, dass zur Nachmittag-Session wieder komme.

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Bei diesem Kurs gab es ja keine "Rückmelderunden".
Am Anfang hatte jeder Gelegenheit gehabt, zu sagen was ihn in diesen Kurs bewegt hat - und nun nach dem Mittagessen gab es schon die Abschlussrunde. Hier sollte jeder sagen wie es ihm geht - und was er mitnimmt. (Danach sollte es dann nur noch eine abschließende, eher integrierende Tanz-Session geben.)

In dieser Abschlussrunde sollten wir dann alle noch etwas näher zusammenrücken, so dass ich mit meinen beiden Nachbarinnen praktisch auf "Tuchfühlung" war. Dies war dann auch schön, weil ich dann durch zufällige und un-zufällige Berührung auch nochmals spürte, dass ich hier wirklich noch dazugehörte.

Ich erzählte dann auch ehrlich, was bei mir los war. - Auch von meinen Ängsten, nun nicht mehr dazuzugehören.
Und ich bemerkte, dass bei diesen Worten schon auch eine Traurigkeit in mir war...

Adriana sagte, dass es im Biodanza keine Rückmeldungen gibt, sie aber noch etwas Grundsätzliches zu Biodanza sagen möchte.
Dann erzählte sie, wie wichtig die "Selbstregulierung" wäre, und dass sie es gut findet, wie genau ich nachspüre, was für mich richtig ist und wie ich auf mich achte.


In der nun folgenden Session war ich dann schon wieder (innerlich) "weicher" und offener.
Ich hatte noch viele Gelegenheiten zu schauen, wie ich das Angebot an Nähe, welches an vielen Stellen ja wirklich vorhanden war, nutzen konnte.... und wo ich dann doch sehr verspannt war.... oder mich auch den Schritt nach außen vielleicht garnicht traute....

Es war dann auf jeden Fall sehr schön!


Am Schluss überlegte ich mir dann noch, nun Adriana doch zu fragen, ob ich in den Fortgeschrittenen-Kurs kommen darf. - Ich rechnete eigentlich damit, dass sie mir erklären würde, ich wäre hierfür doch noch zu sehr verschlossen.
Stattdessen antwortete sie jedoch: "Das würde mich sehr freuen!"
Sie erklärte mir dann, dass ich mich ja sehr fortgeschritten verhalten hätte Sie meinte auch, dass ich mich sehr fortschrittlich verhalten hätte. Die Meisten hätten sich selbst, wenn sie nicht an einer Übung hätten teilnehmen können selbst sehr stark verurteilt.

Sonntag, 30. Dezember 2012

Nächste Schritte

Auch während ich bei meinen Eltern war habe ich ja intensiv mit meinem Projekt "Persönliche Weiterentwicklung" bzw. "Zustimmung und Veränderung 2013" weitergemacht.

Zum lesen (und in mir bewegen) hatte ich das neue Buch von Eva-Maria Zurhorst und Wolfram Zurhorst ("Liebe dich selbst und entdecke, was dich stark macht") dabei, welches ich auch jetzt zuhause noch intensiv nutze.
(Dieses Buch habe ich bereits hier kurz beschrieben. - Weil der Titel so lang ist, werde ich es in Zukunft einfach nur noch kurz das "... was dich stark macht-Buch" nennen. Alle meine Beiträge, welche sich auf dieses Buch beziehen erhalten das Label  "... was dich stark macht-Buch")

Während dieser Zeit, und jetzt danach, mach(t)e ich außerdem regelmäßig Innen-Reisen, größtenteils mit Hilfe der CD zu diesem Buch.

Ich habe den Eindruck, dass es derzeit sehr nutzbringend ist, mich so tief mit mir selbst zu beschäftigen.

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Sehr beeindruckend waren auch meine Erlebnisse während der Innen-Raum-Reise "Blockaden in Ressourcen umzuwandeln":
Hier lernte ich einen Teil in mir kennen, welcher sich "Offenheit", "Weite" und "Begegnung" will, ..... Abenteuer, und eine neue Richtung im Leben.
Und ich lernte ein Teil kennen, welches mit allen Mitteln verhindern will, dass ich in eine Situation kommen könnte, mit der in nicht umgehen kann. (Auch eine sehr große Angst, ich könnte irgendwie die Kontrolle verlieren.)
Daher ist dieses Teil sehr stark für "Festhalten" und "Bewahren". - Eine Stärke dieser Seite in mir ist, auch unangenehme Situationen sehr lange aushalten zu können.
Ein Kompromiss, falls man überhaupt davon sprechen kann war, dass mich dieser Teil voranschreiten lässt, und er mir hilft...... falls ich in eine unangenehme Situation komme, diese auszuhalten und durchzustehen.

Samstag, 29. September 2012

Die Nilpferd-Qualität

Der regelmäßige Biodanza-Kurs (hier ein Link zu Wikipedia), an dem ich eigentlich teilnehmen wollte, kam letzte Woche ja leider nicht zustande. Aus diesem Grund habe ich an diesem Donnerstag die Chance genutzt, an einem offenen Biodanza-Abend unter dem Titel "Der Tanz des Nilpferds" teilzunehmen.

Leider war der Start für mich dann zunächst etwas stressig:
An diesem Abend gab es auf der U-Bahn-Linie eine Störung. Somit brauchte meine U-Bahn für eine Strecke, welche sie sonst in 12 Minuten zurücklegt, so etwas 35 Minuten...... Ich überlegte während der Fahrt, ob ich das ganze nicht abbrechen sollte, da ich mehr als 20 Minuten zu spät kommen würde und die anderen bestimmt schon mitten in Tanzen waren. - Da ich mich jedoch schon auf den Kurs gefreut hatte, entschied ich mich, es trotzdem zu versuchen.

Im Studio angekommen zog ich Schuhe und Jacke aus und ging in den Raum - um zu fragen, ob ich noch mitmachen kann. - Die Anderen saßen jedoch noch auf ihren Decken. Ich wurde willkommen geheißen, entschuldigte mich wegen meiner Verspätung, und erfuhr, dass die Anderen sich bisher nur vorgestellt hatten und es gerade einen kurzen Einführungs-Vortrag über die speziellen Eigenschaften des Nilpferds gab.

In diesem Kurs waren wir wieder nur so wenig Teilnehmer, außer mir gab es nur 4 Frauen und die Kursleiterin. (Bei dem "Tanz des Tigers" waren es anscheinend 17 Teilnehmer gewesen.)
Zwei von den Frauen, fand ich attraktiv, insgesamt waren jedoch alle Teilnehmer recht angenehme Personen.

Wie bei letztenmal sollte man am Anfang dann gleich wieder Anderen im Tanzen oder Bewegen begegnen. Ich nahm mir bewusst Aufmerksamkeit, um zu bemerken, wie ich im Kontakt mit Anderen (besonders wenn dann auch noch Blickkontakt hinzukam) den Kontakt zu mir verlor. Ich konnte mich dann nicht mehr so richtig spüren..... und fand es dann auch schwierig, im gemeinsamen Tanz meine eigene Bewegung zu finden. Mein Eindruck war eher, dass ich nur auf mein Gegenüber reagiere.

Die eine Teilnehmerin fand ich besonders attraktiv, zugewandt, ruhig und angenehm..... und es kamen mir dann die Gedanken, dass ich doch bestimmt sehr unsicher wirken und somit unangenehm auffallen würde.
Nach einem sehr kurzen Augenblicks innerlichen Stresses  
  kam ich dann jedoch innerlich gleich in ein ".... auch das gehört dazu!
Ja, falls ich überhaupt tatsächlich unsicher gewirkt haben sollte, dann gehörte das in diesem Augenblick dazu: Zu mir. Zu der Begegnung. Zu diesem Kurs. Zu dem Gesamten, was wir dort gemeinsam aufgebaut und erlebt haben.

Und auch ein anderes Thema kam dann in mir noch ins Spiel: Auch wenn es in diesen Kursen je eher um geschlechtsneutrale Begegnung geht - für mich wurde dann deutlich, dass ich nun mal ein Mann bin, und sie nun mal eine Frau ist. - Aber auch das Auftauchen dieses Themas gehörte mit dazu....

Nachdem es am Anfang mehrmals eher um Begegnung ging, kam dann ein Teil, in dem jeder nur mit sich selbst und in sich selbst (mit geschlossenen Augen) mit der Nilpferd-Qualität in Kontakt treten sollte.
Dabei konnte ich dann wahnsinnig gut mit mir selbst in Kontakt kommen, so dass sich dies sehr gut für mich anfühlte.

Dann gab es noch eine sehr schöne Begegnung, in welcher wir und alle in der Mitte mit den Händen begegneten. - Und dann war es leider schon zu Ende, und es gab nur noch den Abschieds-Kreis......


Ich fand den Kurs als Ganzes sehr angenehm und habe den Eindruck, dass er mir sehr gut getan hat. - Und ich konnte ihn außerdem auch gut dazu nutzen, mich meinem Kontakt-Thema zuzuwenden und mir das näher anzuschauen.....
Interessant ist für mich auch, wie ich mit diesen Situationen jetzt umgehen konnte. In einem Fall habe ich Beispielsweise damit experimentiert, das End-Bild meiner Familienaufstellung - also meine Eltern (mein Vater) als Stärkung im Rücken - mit in die Begegnung hineinzunehmen.

Im April und Juni dieses Jahres hatten intensive Kontakt-Situationen in Gruppen ja noch ... (man könnte wohl sagen) ... ein Nähe-Trauma in mir reaktiviert! (Siehe Beiträge unter den Schlagworten "Thema 'Kontakt'" und "Unterbrochene Hinbewegung,")
Jetzt in diesem Kurs zum Beispiel konnte ich mit diesem Thema jedoch sehr gut umgehen - obwohl es teilweise ähnliche Situationen waren, nämlich solche, in welchen ich auf jemanden zugehen muss.

Montag, 30. Juli 2012

Nachträge - 'Zur Verfügung stehen'

In seinem Kommentar zu "Verletzt durch einen Anderen II" ging Uwe (Link zu Uwe's Kommentar) auf "Schuldgefühle als Grundlage der Abgrenzungsproblematik" ein.

Ich schrieb dann in meinem Antwort-Kommentar weiter unten, dass man eigentlich gar keinen langen Diskurs mit sich selbst führen muss, ob die Schuldgefühle nun gerechtfertigt sind oder nicht - wenn sie da sind, dann kann man sie auch einfach zum Anlass nehmen, 'den Schuldgefühlen ganz zuzustimmen'. - Dann wenn man zugestimmt hat, braucht man sich nicht mehr gegen eine (reale oder eingebildete) Schuld wehren, und wird somit in dieser Hinsicht wieder ganz frei!

Eine andere hilfreiche Methode wäre sicherlich auch "Nicht mehr zur Verfügung stehen" anwenden. - Damit meine ich, der Erwartungen, bei einer Abgrenzung Schuld empfinden zu müssen, nicht mehr zur Verfügung zu stehen. (Ich bin gespannt, ob dies funktioniert.)

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Ich sehe diesen Satz von Jacobsen übrigens nicht als Affirmation,  welche ganz pauschal ausgesprochen wird und dann alle nur erdenklichen Situationen des Leben auf einen Wisch erschlägt.
Sondern ich sehe es eher als Entscheidung:
    Wenn ich erkenne, ich stelle mich hier wohl gerade jetzt für etwas zur Verfügung, mich dann zu entscheiden, mich jetzt nicht mehr zur Verfügung zu stellen.

Mich nicht mehr zu Verfügung zu stehen ist, zumindest so wie ich es betrachte und erfolgreich angewandt habe, auch nichts, was gegen einen Anderen gerichtet ist.
Es hat vielmehr nur mir mir zu tun:
    Bisher habe ich mich zur Verfügung gestellt, und nun tue ich das eben nicht mehr.
Das ist wohl mit dem Abgrenzen gemeint, bei dem die Handflächen auf einem selbst zeigen.

Samstag, 28. Juli 2012

Nicht mehr zur Verfügung stehen

Letzten Freitag sah ich im Buchgeschäft ein Buch, von welchem ich schon vor Jahren mal gehört hatte. Es ist das Buch "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung Wie Sie sich von belastenden Gefühlen befreien und Beziehungen völlig neu erleben" von Olaf Jacobsen. Wie der Zufall so will, hatte eine Bekannte mich vor ein paar Wochen auf die „Freien Systemischen Aufstellungen“ nach eben gerade diesem Jacobsen angesprochen..... Jedenfalls war dann die Neugier so groß, dass ich am Samstag nochmals in die Stadt fuhr, um mir das Buch in Ruhe zu Gemüte zu führen.

(Ich mache es oft so, dass ich in Buchgeschäften schon ausführlich in Büchern lese. Manchmal kaufe ich die Bücher dann nicht, weil da Sachen drin stehen, die für mich nicht stimmig sind, oder die ich schon kenne. Und oft kaufe ich die Bücher dann auch, um sie zuhause nochmals in Ruhe zu lesen und darin herumzumalen, um mir die für mich relevanten Stellen zu markieren.)

Für meine Begriffe ist dieses Buch sehr ungünstig strukturiert. Es gibt einige Perlen(!), die jedoch nicht leicht zu finden sind:

Eine der Kernideen des Buches ist, dass wir sehr oft nicht nur unsere eigenen Gefühle fühlen, sondern etwas von Anderen übernehmen.....
Etwa 80% des Buches beschäftigen sich damit, den Leser durch Theorien, Zitate, Geschichten oder Übungen von der Wahrheit dieser These zu überzeugen. Dies ist auch legitim, sollte jedoch meiner Ansicht nach nicht kreuz und quer durchs gesamte Buch verstreut sein, sondern in eigens dafür vorgesehenen Kapiteln.

Für mich persönlich sind diese 80% des Buches nicht wichtig, da ich dies durch meine Erfahrungen mit K!KG und mit Familienstellen schon längst als Tatsache erkannt habe.
Für mich ist ganz klar, dass man manchmal Gefühle hat, welche in Wirklichkeit einem Vorfahren gehören (und welche man dann mit Liebe und Achtung wieder zurückgeben kann), oder dass man manchmal Gefühle von anderen Menschen fühlt, welche sich gerade in der Nähe befinden.....

Was für mich als Gedanke allerdings neu war ist, dass man manchmal auch Gefühle fühlt, welche eine Antwort auf unterdrückte Gefühle des Gegenübers sind, also dass man z.B. Angst fühlt, wenn man es mit einem kräftigen aber ganz freundlichen Gegenüber zu tun hat, weil man insgeheim seinen unterdrückten Groll auf die Welt wahrnehmen kann.....

Was Jacobsen auch sehr schön auf den Punkt bringt ist, dass wir im Kontakt mit anderen Menschen oft in feste Rollen hineinrutschen - und dann dieser Rolle gemäß fühlen und handeln. (Diese These hatte ich auch schon früher gehört, sie hatte sich jedoch damals für mich noch nicht wirklich mit Leben gefüllt, wie sie es jetzt tut. Jedenfalls fühlt sich diese These von Jacobsen aufgrund meiner Erfahrungen auch sehr stimmig an.)

Das kann man sich wie bei einer Familienaufstellung vorstellen. Bei der Familienaufstellung stellt man sich freiwillig als 'Stellvertreter eines Familienmitglieds' des Klienten zur Verfügung. Wenn man also der Stellvertreter des Vaters des Klienten ist, dann fühlt man wie dieser Vater und übernimmt, ohne ihn zu kennen oder etwas über ihn zu Wissen dessen Verhaltensweisen...
Man ist sich zwar seiner tatsächlichen Identität weiterhin voll bewusst, stellt sich jedoch gleichzeitig zu Verfügung und denkt und fühlt auch wie der Andere.

Doch während man sich in der Familienaufstellung freiwillig als Stellvertreter eines Familienmitglieds des Klienten zur Verfügung stellt, passiert dies laut Jacobsen auch im täglichen Leben und hier meist völlig unbemerkt.
Man trifft einen anderen Menschen und wird ohne es zu bemerken in sein System gezogen, wird zu einem Stellvertreter in seinem System.... fühlt und handelt, wie man normalerweise und bei allen anderen Menschen nie fühlen oder handeln würde....
(Umgekehrt kann es natürlich auch sein, dass der Andere ganz unbemerkt als Stellvertreter in mein System gezogen wird. Dann verhält sich die andere Person vielleicht so kontrollierend wie meine Mutter, obwohl er oder sie dies sonst eigentlich nie tut.)

Ich habe in dem Buch jedoch (auf die Schnelle) keine zufriedenstellende Information gefunden, wie man wirklich bemerken kann, wem ein Gefühl denn nun wirklich gehört oder wer gerade für wen und in welcher Stellvertreter-Rolle steckt.
Ich selbst kenne das aus einem Buch von Bertold Ulsamer jedoch  so, dass man während einer Familienaufstellung folgende Fragen stellen kann: 
"Wem gehört das Gefühl?"(also beispielsweise "Wem gehört die Wut?)
und auch "Auf wen bezieht sich das Gefühl?". (Die zweite Frage sollte man präzisieren, also z.B. fragen "Vor wem habe ich Angst?" oder "Auf wen bin ich in Wirklichkeit so wütend?".)
Diese Fragen stelle ich mir manchmal, wenn ich einfach nur dasitze und meine Gefühle fühle....
Oft machen diese Fragen systemische Zusammenhänge deutlich.


Ein Zaubersatz, und die größte Perle aus Jacobsen's Buch ist jedoch der Satz:
"Ich stehe nicht mehr zur Verfügung"!
Diesen Satz kann man anwenden, wenn man Gefühle für einen Anderen fühlt,
wenn man die Sog spürt, ungewollt als Stellvertreter in eine Rolle gezogen zu werden,
oder auch wenn man auf andere Art und Weise von jemandem für etwas vereinnahmt wird.

Ich habe ihn letzten Montag früh gegen die innerlichen Übergriffe meiner verinnerlichten Mutter angewandt, und hatte den Eindruck, dadurch von ihr freier zu werden....

Am Dienstag oder Mittwoch habe ich bemerkt, wie ich einem unseren Geschäftsführer nicht auf dem Gang über den Weg laufen wollte, weil dieser für meine Begriffe immer sehr schräg mit seinen Mitarbeitern kommuniziert. Ich hörte ihn irgendwo auf dem Gang, zögerte dann etwas, mir einen Kakao holen zu gehen.... Dann kam mir: "Für eine schräge Kommunikation stehe ich nicht mehr zur Verfügung". - Dann bin ich meinen Weg in zum Kaffee-holen gegangen, und ihm dabei garnicht begegnet.
Meine innerliche Haltung, meine Ausrichtung war jedoch nach diesem Satz eine ganz Andere, es hat sich ganz anders angefühlt.

Am Donnerstag Abend rief meine Mutter dann an, weil sie wissen wollte, ob wir in zwei Wochen nun kommen oder nicht. In dieser Zeit kommt nämlich auch meine Schwestern mit meinen beiden Nichten.
Ich habe jedoch meine Urlaubsplanung noch nicht abgeschlossen, möchte mich auch nach dem Wetter richten und konnte daher noch nicht endgültig zusagen.
Im Gegensatz zu meiner Verinnerlichten Mutter ist meine Mutter, jetzt wo ich erwachsen bin, relativ harmlos. Trotzdem wollte sie mich dann (wie immer) dazu überreden, ihr zuzusagen, und nahm meine Aussage wegen des Urlaubs garnicht so richtig zur Kenntnis.
Normalerweise gehe ich dann dagegen an, und beharre dann noch mehr darauf, dass ich vielleicht in der Zeit im Urlaub bin. - Nun kam jedoch auch wieder innerlich der Satz: "Dafür stehe ich nicht mehr zur Verfügung". Ich sagte dann nur noch, "Ich weiß es jetzt noch nicht" und damit war die Diskussion dann von beiden Seiten beendet.

Zusammenfassend kann ich zu dem Buch sagen: "Hilfreiche Ideen - jedoch sehr schlecht strukturiert!" - Ich hatte mir gewünscht, dass folgende drei Teile klar voneinander getrennt sind:
1. Die Beweisführung, dass wir Gefühle anderer fühlen - einschließlich der Übungen und Experimente hierzu.
2. Klare Aussagen darüber, wie man bemerken kann, wessen Gefühle man gerade fühle.
3. Den Teil, in dem es darum geht, sich davon loszusagen.

Somit muss jeder wohl selbst entscheiden, ob sich der Kauf dieses Buches lohnt.
Ein kostenloses Probe-Kapitel gibt es übrigens hier.
(Es gibt noch ein neueres Buch mit ähnlichem Titel, zu welchem ich jedoch nichts sagen kann!)


Ich habe mir übrigens ein anderes Buch von Jacobsen bestellt - hierzu vielleicht in ein paar Wochen mehr!