Mittwoch, 1. Januar 2014

Jahreswechsel

Wie immer zum Jahreswechsel denke ich auch diesmal schon seit Tagen daran, eine Rückschau auf das alte Jahr zu halten... was sich im letzten Jahr verwirklicht hat von dem was mir wichtig ist.....
Und auf das neue Jahr zu blicken, welche Themen ich dieses Jahr in meinen Themen-Radar nehmen will.... - in der Hoffnung, dieses Jahr auf diese Themen schauen zu können... so dass sich diese Themen zutiefst zeigen und dann auch bewegen können....

Doch irgendwie hat diese Rück- und Vor-Schau dieses Jahr anscheinend nicht die hohe Priorität...
Die Tage, die ich jetzt während meines Urlaubs tatsächlich für mich bin, trödle ich viel herum.... und wenn ich mir nach dem Trödeln dann die Zeit für mich nehme, dann scheint es wichtiger zu sein, auf die gerade aktuellen Themen zu schauen.

Das wichtigste Thema ist zur Zeit, wie ich Kraftvoll und Präsent mit anderen Menschen zusammen sein kann.... und gleichzeitig in Offenheit, innerlicher Weite und Einklang mit dem Gegebenen...

Dies möchte ich mitnehmen in mein Sein als Kursleiter in meinen Seminaren - aber auch in all die anderen zwischenmenschlichen Begegnungen.

Ich schaue mir dieses Thema ja schon länger an, erlaube furchtlos, dass sich alles zeigen darf, was damit zu tun hat.
Ich bemerke, wie kindliche Seiten von mir hier hineinspielen.... wie ich andere Menschen beeindrucken will, ihre Zustimmung suche, ihr Wohlwollen will...

Und ich spüre, wie ich dies kraftvoll-bejahend anschauen kann...
und gleichzeitig immer wieder auch den Hauch des anderen, des gewünschten Zustands spüren kann: Erwachsen seiend und wahrnehmend was geschieht, in meiner Kraft seiend, vielleicht zum Anderen im Widerspruch - aber damit dann doch auch in Begegnung gehend, in Offenheit, und im "JA!" zu dem, was auch immer sich entfalten will...

Eigentlich ist dies schon mein Hauptthema für 2014!
* Außerdem: mich dem Thema stellen, wie es mit Beziehungen / Sexualität weitergeht.
* Und es gibt Fragen wie: Ob ich noch eine weitere faszinierende Ausbildung machen oder zumindest mehrere Weiterbildungs-Seminare besuchen möchte... - um meine Möglichkeiten zum Umgang mit dem Leben noch mehr zu erweitern.
* Offen ist auch die Frage, wie es überhaupt mit meinen Kursen weitergehen mag - ob Seminare-halten für mich überhaupt der richtige Weg ist, das was ich mitbekommen habe und das was ich dazugelernt habe mit der Welt zu teilen..... oder mein Weg, dies mit der Welt zu teilen ein anderer ist.
* Außerdem ist offen, wie es mit meinem Blog weitergeht.
Erstens schrieb ich schon sehr viel über dieses Thema, so dass ich mich eigentlich nur noch (mit neuen Worten) selbst wiederholen kann. - Zweitens muss die weitende, öffnende Wirkung der Zustimmung von jedem selbst gespürt werden. Dies ist mit Worten allein nur teilweise zu erreichen.

Zum Schluss wünsche ich meinen Lesern noch:

Ein Gutes und Erkenntnisteiches neues Jahr!
Die 'Innere Freiheit'  und den 'Weitblick'
um die Themen angehen zu können, welche in diesem Jahr anstehen!

Sonntag, 1. September 2013

Wach-Bleiben

Nein, es geht hier jetzt nicht darum, jetzt diese Nacht wach bleiben zu müssen.
Es geht auch nicht um Schlafstörungen und auch nicht darum, warum ich Beiträge oft zu später Nachtstunde schreibe.....
Es geht um das innerliche Wach-Bleiben in alltäglichen Lebenssituationen!

Als ich vor mehr als einem Monat von dem Seminar zurück kam (ja ich weiß, ich wollte noch ausführlicher über dieses Seminar schreiben), da war ich wach.
Ich war innerlich bei mir, und ich konnte zugewandt und zugleich gesammelt mit Anderen in Kontakt treten.......

Doch dann war der Urlaub vorbei..... und während des normalen Berufslebens habe ich wohl nicht die innerliche Freiheit, wach zu bleiben.
Auch wenn ich zu Hause länger am PC sitze, dann bin ich innerlich nicht mehr da (es sei denn ich schreibe einen Tagebuch-Bericht über mein aktuelles inneres Erleben). - Und bei der Arbeit ist das um ein vielfaches schlimmer, weil ich dort ja viel länger am Stück am PC sitze und auch keine Möglichkeit haben, mir dazwischen wirklich ausführlich Zeit zu nehmen um zu mir zu kommen.

Auch die Gespräche dort sind keine Gespräche, in welches es um etwas Wesentliches oder Tiefergehendes geht. - Es herrscht eine lockere Stimmung und man kann miteinander Späße machen..... aber dies hat nicht annähernd etwas mit wirklichem Kontakt zu tun, wie ich ihn habe, wenn ich auf einem Seminar mit "Gleichgesinnten" bin.

Selbst am Wochenende gelingt es mir dann nur langsam und schwer, innerlich wieder in einen so sehr offenen, zugewandten Modus zu kommen.


Ich muss nun sehen, wie ich unter diesen Bedingungen selbst als kompetenter Seminarleiter eine Kurs anbieten kann. (Es soll darum gehen, den Unterschied zwischen 'innerlichem Widerstand gegenüber den eigenen Problemen' und 'der Zustimmung zu den eigenen Problemen' erfahrbar und spürbar zu machen.)
Ich weiß, es steht jetzt an, dies zu tun.... - und ich werde mich dem stellen müssen.... auch wenn es eine riesige Herausforderung ist...
Ja, es ist an der Zeit, einen Seminarraum zu suchen und zu buchen....., Teilnehmer einzuladen.... und (wenn ich darf) eine regelmäßige, fortlaufende Seminarreihe entstehen zu lassen....
Das erste Mal (oder die ersten Male?) soll erst mal kostenlos sein und im erweiterten Bekanntenkreis stattfinden, wobei auch Leser meines Blogs herzlich eingeladen sind.

Hätte ich diesen Einführungs-Nachmittag gleich nach dem von mir besuchten Juli-Seminar gehalten, wäre dies kein Problem gewesen.....
So aber ist es eine große Herausforderung, selbst in der für mich sicherlich schwierigen Situation eines Seminarletiers.... wach, gesammelt, zugewandt, achtsam.... und in Zustimmung und Weite bleiben zu können.......

Samstag, 25. Mai 2013

Glückliche Vereinigung

Letztes Wochenende nahmen meine Lebensgefährtin und ich bei Wilfried Nelles an dem Seminar "Familien- und Lebensaufstellungen" teil. - Ursprünglich wollten wir uns eigentlich für den "Lebens-Integrations-Prozess (LIP)" anmelden, über den wir in seinem Buch gelesen hatten. Aber da stand, dass das Aufstellungsseminar Voraussetzung ist... und so meldeten wir uns dann eben zunächst mal für das "normale" Aufstellungsseminar an.
Als das Seminar dann immer näher kam, dachte ich, im Augenblick gar kein erwähnenswertes Thema zum Aufstellen zu haben... und ich dachte, ich würde sicherlich nicht allzu viel Nutzen aus diesem Seminar ziehen. - Gut mir hatte ja sein Buch zum seelischen Erwachsenwerden sehr gut gefallen. Sicherlich könnte ich das "Erwachsen-Sein" irgendwie zum Thema machen.....


Am ersten Tag dieses dreitägigen Seminars war ich also nur als Zuschauer und als Stellvertreter in der Aufstellung einer Teilnehmerin dabei....
Mehr und mehr dachte ich, mir vielleicht doch meine Beziehung zu meiner Mutter anzuschauen, die für mich auch etwas mit meinem Nicht-Erwachsen-Sein zu tun hat.
Und als ich am Abend im Hotel dann meine Innen-Raum-Reise machte - und checkte was gerade aktuell im mir los ist, da bemerkte ich in mir auch eine Angst: Wenn ich mich mit meinem Thema melden würde, dann müsste ich mich neben ihn setzen und wäre ihm und seiner für mich ungewohnten Arbeitsweise ja dann doch irgendwie ausgeliefert.....


Am zweiten Tag da merkte ich auch die Befürchtung, dass rein zeitlich vielleicht garnicht jeder der 21 Teilnehmer würde drankommen können. - Also meldete ich mich dann am Nachmittag.
Inzwischen, so dachte ich jedenfalls, war die Angst ihm ausgeliefert zu sein mehr in die Angst vor meinem Thema übergegangen....

Er winkte mich also zu sich.
Gleich als ich neben ihm saß fragte er mich, ob ich mein Stocken auf dem Weg zu ihm bemerkt hätte.
Nein, hatte ich nicht.
Er zeigte mir dann, wie ich zu ihm gegangen war, und einen Meter vor ihm gestockt hatte.... und dann nur noch ganz langsam und vorsichtig weitergegangen war. Ich hatte das nicht bemerkt, aber auch meine Lebensgefährtin bestätigte mir dies dann später.

Er bat mich, ihm zunächst einfach nur in die Augen zu schauen. - Sein Blick war sehr offen und freundlich. Ich merkte zwar, wie ich zwar immer wieder durch ihn hindurchschaute..... gleichzeitig merkte ich auch wie ich mich deutlich beruhigte.....

Er sagte, er hätte in meinen Augen einen "großen Schrecken" gesehen.
Ich spürte nach, und merkte, wie etwas in mir froh war, endlich gesehen zu werden.
Ja, da war ein Schrecken..... eingefroren und unbemerkt.....


Es gab dann eine Aufstellung, die mit dem Schrecken zu tun hatte.... und die ziemlich brutal war. (Das war die einzige Aufstellung, in welcher dann auch einige Teilnehmer hinausgegangen waren.)
Ich war bei dieser Szene innerlich auch nicht richtig anwesend - fühlte mich von ihr garnicht so sehr berührt.
(Was da eigentlich wirklich los war, blieb in Unklaren - dennoch enthielt diese Szene sogar eine Art Befreiungsbewegung.)

- Gut, das Ganze würde wohl noch nachwirken müssen! -


Für mich war dann am Abend doch alles mehr oder weniger erklärbar... Ich dachte, dies wäre ein 'übernommener' Schrecken von meiner Mutter, die ja als Kind einiges traumatisches erlebt hatte. - Bis ich dann am nächsten Morgen eine Erinnerung an einen alten Traum hatte..... und plötzlich wieder wusste, dass es da auch einen eigenen Schrecken in mir gab.....

Wir waren in der Gruppe die ersten beiden Tage schnell vorangekommen, so dass für den dritten Tag nur noch zwei Teilnehmer übrig waren.
Ich sagte in der Einführungsrunde, dass ich gerne nochmals drankommen würde. Einer anderen Teilnehmerin ging es ebenso.

Diesmal verlief mein Weg zu ihm folgendermaßen: Aufstehen. Einen Schritt gehen. Seufzen und tief durchatmen. Um dann doch zielstrebig zu ihm zu gehen.

Es gab dann nochmals eine Aufstellung.
Während der Aufstellung zeigte sich, dann, dass die Wahrheit über das, was da wohl geschehen war, und wer daran beteiligt war, ziemlich unerheblich war.
Es zeigte sich, dass lediglich der Stellvertreter für mich wichtig war... und dass ein zweiter Stellvertreter für den innerlichen Schrecken, für das innere Kind, benötigt wurde.

Wilfried nahm als Stellvertreter für meinen Kindheits-Teil einen Teilnehmer, der im Rollstuhl saß - wohl auch deshalb, weil dieser total viel Erfahrung mit Aufstellungsarbeit hatte, und weil somit sichergestellt war, dass er ganz in das hineingehen würde, was er spüren würde - ohne zu zögern, und ohne Interpretationen.
Und das tat er auch.
Er bog sich und wälzte sich förmlich vor psychischem Schmerz (so dass man schon Angst bekommen konnte, er würde aus dem Rollstuhl fallen). - Schließlich kam mehr und mehr suchend eine Hand von ihm heraus....
Wilfried sagte zu meinem erwachsenen Stellvertreter: "Da musst du jetzt hingehen, der braucht dich jetzt!" -
Und da der Stellvertreter zögerte: "Der macht das nicht mehr lange!"

Auch in mir selbst auf meinem Stuhl hatte sich in dieser Zeit einiges getan:
Über Nacht hatte ich noch daran gedacht, wie abwesend ich doch bei meiner Aufstellung gestern gewesen war....
Und dass es zwar bei Aufstellungen nicht notwendig oder gefordert ist, jedoch - genauso wie bei den Innen-Raum-Reisen - es sicherlich sehr hilfreich wäre, wenn man auch als Zuschauer der eigenen Aufstellung total anwesend und präsent ist.

Diesmal gelang mir dies. Ich war total bewegt und mitgenommen, und es gab Phasen, wo mir total die Tränen flossen....
Aber ich konnte mehr und mehr in die Präsenz gehen, wie ich es bei Joel gelernt hatte. (Darauf bin ich sehr stolz.)

Als mein erwachsenen Stellvertreter dann so zögerte, zu dem schmerzgepeinigten Kind hinzugehen, da war ich selbst innerlich schon weiter.... und wäre sehr wohl schon bereit gewesen, da hin zu gehen.
Ich dachte dann noch, dass es außen natürlich schon leichter ist... und fragte mich, ob ich wirklich ohne zuzumachen, ohne innerlich wegzugehen in dieser Situation da wirklich würde hingehen können.....

Schließlich ging mein Stellvertreter dann hin und nahm die herausgestreckte Hand des gepeinigten Kindes - legte ihm seine andere Hand auf den Rücken.

Das Kind wurde dann nach und nach (eigentlich doch recht schnell) ruhiger.... und saß dann irgendwann sogar wieder aufrecht da während ihm mein Stellvertreter dann wieder gegenüberstand und es ansehen sollte.

Ich selbst war inzwischen sehr in meiner inneren Kraft und wollte nun selbst in meiner Aufstellung an meiner erwachsenen Position stehen.
(In Familienaufstellungen wird dies am Ende einer Aufstellung oft gemacht, dass derjenige dann an seine eigene Position in die Aufstellung geht. - Zumindest dann, wenn der Aufstellungsleiter denkt, dass derjenige die Lösung innerlich jetzt schon voll annehmen kann. - Wilfried hatte an diesem Seminar jedoch nur einmal eine Teilnehmerin persönlich hineingenommen.)

Egal - ich war jetzt sehr in meiner Kraft.
Wilfried hatte mit zu diesem Zeitpunkt den Rücken zugekehrt und beobachtete sehr genau was in der Aufstellung geschah.
Ich stand dann einfach auf, stellte mich neben ihn und sagte: "Ich würde gerne in die Aufstellung gehen!" Er meinte, "Okay, stelle dich neben deinen Stellvertreter."

Als ich dann dastand, merkte ich nach einer kurzen Weile, dass dies so nicht passte. Denn ich stand ja dem Kind nicht direkt gegenüber, und es sah ja immer noch meinen Stellvertreter an. - Wilfried schien dies ebenfalls zu bemerken.... und er sah wohl auch, dass ich der Situation voll gewachsen war. Er bat meinen Stellvertreter etwas zur Seite zu gehen, und ich nahm meine Position ein und sah das Kind an.
Dies erforderte Kraft, Präsenz und Mitgefühl gleichzeitig.... aber ich merkte, wie ich mit all dem was gerade ist und war, da stehen konnte.

Wie in Aufstellungen üblich sollte ich dann noch einige Sätze zu ihm sagen, die Wilfried mir vorgab. - An die einzelnen Wortlaute kann ich mich nicht mehr erinnern.
Bei einem Satz zögerte ich... weil er sich so anhörte, als ob ich den Kontakt wieder abbrechen sollte....
Er wiederholte den Satz dann nochmals... und ich tat meine Bedenken kund - und dass ich mit ihm auf jeden Fall irgendwie in Kontakt bleiben wollte.
Das Kind sagte dann: "Wir machen noch etwas zusammen, okay?" .... und ich sagte zu. - Dies war mir wichtig, und was aus diesem letzten Satz wurde, weiß ich nicht mehr. Ich glaube, er wurde dann abgewandelt.

Ich brauche jetzt ja wohl nicht mehr zu erwähnen, dass dieses Seminar, welches für mich eigentlich eher zweite Wahl war, genau das richtige gewesen war. - Und Wilfried ist ein Meister, der es ermöglicht, sich der eigenen Wirklichkeit tatsächlich zu stellen!

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Tage später, als ich mit meiner Lebensgefährtin und ihren Schwestern abends Essen war, bemerkte ich, wie sehr innerlich locker in nun mit den Schwestern und beispielsweise mit der Bedienung umging.

Ich weiß ja, dass längere Seminare immer zu einer Energiesteigerung führen, die dann zu vorübergehenden Veränderungen führen.... wobei die Veränderungen dann nach und nach wieder nachlassen..... - Aber es gibt dann auch jedesmal etwas, was dann auch langfristig bleibt....

An diesem Abend bei meiner Innen-Raum-Reise bemerkte ich:
     Ich bin richtig glücklich!
Soweit ich zurückdenken kann.... habe ich noch nie gesagt (oder gedacht)!, ich wäre glücklich.

Mittwoch, 24. April 2013

Nähe, Präsenz und Schritte aus dem Inneren

Ursprünglich war ich ja sehr unsicher, ob ich das Bíodanza-Festival nur einen oder doch lieber 2 Tage besuchen will. - Am Samstag-Abend war dann jedoch klar, dass ich auch noch am Sonntag den vollen Tag teilnehmen würde. (Diesmal waren wir übrigens sogar deutlich über 50 Teilnehmer. Ich schätze, 25 bis 30 dieser Teilnehmer waren auch schon am Samstag dagewesen - ansonsten gab es auch viele neue Gesichter.)


Ich muss noch etwas vom Samstag nachschieben:
Am Anfang und am Ende einer Session stehen ja immer alle im Kreis, halten sich an den Händen, und tanzen dann gemeinsam im Gegen-Uhrzeigersinn. Dabei schaut man seine Gegenüber oft nacheinander an..... nimmt Blickkontakt auf......
Hier in diesem großen Kreis in dieser riesigen Turnhalle kann man die Augen der gegenüberstehenden Teilnehmer natürlich nicht sehen. Aus diesem Grund haben Teilnehmer dann den Kreis sehr schnell so eingedellt, dass man praktisch direkt an der Person vorbeimaschiert, die einem eigentlich im Kreis direkt gegenüberstehen. (Der Kreis war also nicht einmal mehr annähernd rund - oft hatte er die Form eines eingedrückten Herzens.)
Man bewegt sich also zu Musik, schaut sich an, lächelt sich an, freut sich.... und die Fortgeschrittenen fingen dann sogar an, ihren Gegenübern, wenn sie diese gut kannten, im Vorbeigehen Küsschen zu geben.

Am Samstag hatte es mich schon recht irritiert, als eine Italienerin (sie sprach überhaupt kein  Deutsch - ich hatte sie in meinem Beitrag gestern nicht erwähnt), mit der ich eine enge und intensive Übung gemacht hatte (es hatte sehr gepasst, so von der Sympathie her), mir im vorbeiziehen einen Kuss gab.
Und auch die Frau, die ich im letzten Beitrag als 'die Fortgeschrittene' bezeichnet hatte, gab mir zum Abschied einen Kuss.... den ich aus überraschter Irritation jedoch auch nicht erwiderte.

Heute nun war das anders. Als es sich zufällig ergab, dass 'die Fortgeschrittene' an mir vorbeizog, schaute wir uns einige Augenblicke an. Ihr Blick war freundlich und sehr offen... und unsere Gesichter kamen einander immer näher.... Da wir uns beide im Rhythmus bewegten war es garnicht so einfach zu zielen.... aber irgendwie wurde mehr und mehr klar, dass es im vorbeiziehen einen Kuss geben würde. - Und auch den Kuss von der 'italienischen Teilnehmerin' erwiderte ich diesmal.


Innerlich war ich an diesem Tag vor allem auf 'die Fortgeschrittene' fixiert.
Auf die 'italienische Teilnehmerin' dagegen nicht so sehr, obwohl auch sie attraktiv und die Begegnungen mit ihr intensiv und irgendwie sogar erotisch war.
Aber sie war irgendwie doch nicht so sehr mein Typ......? Oder ich weiß nicht so genau, was da wirklich passiert.....? (Irgendetwas noch ungeklärtes.... im Zusammenhang mit meinem Nähe-Thema????)

Jedenfalls erwischte ich mich dabei, wie ich 'die Fortgeschrittene' teilweise sogar etwas eifersüchtig beobachtete, weil sie in den Pausen so sehr mit einem anderen Fortgeschrittenen zusammenklebte (der allerdings ja mit seiner Freundin da war).

Ich versuchte dann auch irgendwie, innerlich mittels "Zustimmung" mit der Situation umgehen zu können.... bis ich merkte, dass ich die "Zustimmung" nur dazu verwenden wollte, meine unangenehme eigene Gefühls-Situation zu kontrollieren.
Also bewegte ich mich in Richtung einer größeren Zustimmung, die nicht nur der Situation erlaubte so zu sein wie sie war.... sondern die auch meine Gefühls-Situation erlaubte..... und mich sie einfach wahrnehmen ließ...... - Einfach Mitten-Drin, so gut wie es eben gerade ging.


Ich fand viele Übungs-Partner, mit denen ich die jeweilige Übung sehr gerne machte. Und ich wurde manchmal von Übungens-Partnern gefunden, die mir in der jeweiligen Situation nicht so sehr lagen.... Ich konnte mich auf Beides einlassen.... offen und hineinspürend....... und mit den einen Menschen mich enger einlassend..... und mit den anderen Menschen auf stimmige Weise die Übung nicht so eng machend.....

Aber auch bei den Menschen die mir lagen... mit denen ich die Übungen enger machte, oder wenn wir uns nach einer Übung eng umarmten..... auch hier merkte ich oft, dass mich enge Nähe auch innerlich stresste, so dass ich oft etwas anspannte, und mich innerlich verschließen musste..... - Und ich merkte, wie ich trotzdem wachbleiben.... und genau hinschauen konnte, genau wahrnehmen konnte was da passiert.....

Einmal gab es mehrmals sehr öffnende Einzel-Übungen (Übungen für sich alleine) - im Wechsel mit sehr intensiven Begegnungs-Übungen zu zweit.
Danach kam eine Übung, bei der ich merkte: "Die Übung ist mir jetzt zu eng. Die kann ich jetzt im Augenblick nur mit einer Person machen, die mir total sympathisch ist. - In meinem Viertel der Turnhalle konnte ich jedoch keine derartige Person ausmachen. Ich überlegte dann, an den Rand zu gehen (was ja auch mehrere andere Teilnehmer machten, wenn ihnen eine Übung zu eng war).
Aber auch hier entschied ich mich, zunächst noch dabei-zu-bleiben.... mich zunächst noch eine Weine mitten-hinein zu stellen.... auch mit meiner Ahnungslosigkeit, was ich denn jetzt machen soll. (Denn jetzt auszusteigen hätte sich für mich auch nicht gut angefühlt!)
Also blieb ich noch stehen. - Spürend. - Nichts wissend.....
Die anderen um mich herum fanden sich. Ich schaute niemanden an. Mich sprach auch niemand an.
Als ich mich dann umschaute, hatten sich die Übungspaare gefunden. Nur eine Frau stand in dem Raum mit mehr als 50 Leuten noch alleine da. In einem anderen Raum-Viertel der Turnhalle. - Ich sah sie, wusste, mit ihr hatte ich schon eine 3-er-Übung gemacht in der sie mir recht sympathisch war.... und wusste, mit ihr passt das.

Dies sind die wenigen Situationen im Leben, in denen ich dann wirklich stolz auf mich bin: Wenn ich mich einfach mitten in die Situation hineinbegeben konnte - wenn ich einfach ganz da geblieben bin..... mich ganz eingelassen habe..... und sich dann hieraus eine Lösung oder ein nächster Schritt... von innen herauf erst entstanden ist..... Passend. Wirklich stimmig.


Ein anderes Mal (das war bei diesem Festival das einzige Mal) machte ich dann aber tatsächlich nicht mit, weil ich mir diese Übung mit niemandem vorstellen konnte. Ich setzte mich hin, und sah, wie diesmal sogar meine Lieblingsfrau ('die Fortgeschrittene') übrig blieb.... und sich dann zwangsweise auch an den Rand setzte. Aber in dieser Situation war meine Entscheidung klar.
Nach dieser Übung sollte man dann mit demselben Partner noch eine andere Übung machen. Ich überlegte kurz, ob ich jetzt zu 'der Fortgeschrittenen' gehen sollte, die im anderen Ende des Raumes saß.....
Doch aus irgendeinem Grunde fühlte ich mich in diesem Augenblick wie ein Kind, das seine Mama retten will... Aus diesem Gefühl heraus wäre es für mich nicht stimmig gewesen, also ließ ich es bleiben.
Ich blieb innerlich intensiv dabei - genau nachspürend!

Dann sollte man sich für die zweite Übung einen neuen Partner suchen. Es wechselten jedoch nur ganz wenige, die anderen blieben einfach zusammen. Nun sah ich die Chance für den Wiedereinstig gekommen.
Es wechselten jedoch nur ganz wenige, die anderen wollten nach dieser intensiven Übung wohl einfach noch zusammenbleiben
Ich merkte, für mich war es jetzt stimmig, wieder einzusteigen.... und sogar zu versuchen, dies mit 'der Fortgeschrittenen' zu tun. (Das kindliche Gefühl war nicht mehr da, es hatte ihm wohl genügt, gesehen und angenommen worden zu sein.)

Mich wunderte, dass 'die Fortgeschrittene' nicht auch aufgestanden war und nicht versuchte, ebenfalls die Chance zu ergreifen..... - Ich merkte, es war jetzt ein total großen Wagnis für mich, die halbe Halle zu durchqueren... um sie zu fragen...
Sie schien sich dann jedoch zu freuen und es war schön mit ihr.....

Ich hatte übrigens erfahren, dass sie zur Zeit die Bíodanza-Ausbildung macht und sie sich überlegt, nun auch in die Mittwoch-Gruppe zu gehen. - Ich pausiere ja jetzt gerade, werde aber vielleicht im Mai dann auch wieder einsteigen.


Neulinge, von denen auch einige bei dem Festival anwesend waren, hatten wohl oft Probleme mit der vielen Nähe, welche die Fortgeschrittenen sehr offen austauschten.... Sie machten dann oft nicht bei allen Übungen mit, oder sagten in der Frage-Stunde, dass sie es schon fast als Zwang empfinden würden....
Ich zähle ja auch noch als Anfänger, aber ich sehe es auch eine große Chance, sehr liebevoll auf sich selbst zu achten.... Mir ist es zum Beispiel total wichtig, nicht einfach nur andere zu umarmen, weil es im Bíodanza zu den 'Sitten und Gebräuchen' gehört - sondern möglichst wach zu bleiben, für das war im jeweiligen Augenblick für mich stimmt.
Aber ich finde es auch total Erkenntnisreich, wenn andere mich so total offen anschauen oder umarmen..... und ich merke "Es liegt nicht an den verschlossenen anderen"! Ich bin derjenige, der hier (im Augenblick noch) innerlich dicht-machen muss....
Und ich finde es auch heilsam, von den Fortgeschrittenen so offen angesehen und behandelt zu werden.


Am Schluss war es dann noch sehr schön, die verschiedensten lieben Menschen noch intensiv zum Abschied zu drücken. - Die 'Italienerin' sah ich dann garnicht mehr in der Halle, aber nachdem sie sich in der Umkleide umgezogen hatte ging ich zu ihr, und sie drückte mich sehr fest und lange. Es gefiel mir natürlich sehr, dass andere Menschen mich während unserer intensiven Begegnung so lieb gewonnen hatten.......

Samstag, 9. Februar 2013

Kindliche Gefühle und Trennungsangst

Meine Lebensgefährtin und ich sind zwar schon länger im ganz engen Sinne kein Paar mehr, aber irgendwie war in der Vergangenheit auch noch nicht wirklich der Wusch da, sich zu trennen.

Ja, das war so ein Thema von dem ich (oder wir) wusste(n), dass ich ein Thema ist - aber das ich (wir) immer etwas vor uns herschoben.
Ich jedenfalls wollte irgendwie, dass zunächst mal alles so weiterläuft, wollte irgendwie nichts verlieren - diese Art der Beziehung nicht verlieren..... (obwohl in mir andererseits auch der Wunsch da ist, wieder eine neue leidenschaftliche Beziehung zu führen).

Also irgendwie der Wunsch, die bisherige Beziehung (das was jetzt noch übrig geblieben ist) zu behalten..... und gleichzeitig mit einer anderen Frau eine andere Art von Beziehung zu leben.....
Irgendwie war mir schon klar, dass dies so wohl nicht gehen wird, und es vielleicht irgendwann auch mal dran ist, über das was zu Ende gegangen ist zu trauern.....

- Ja, 2013 klopfen nun einige Themen an meine Türe! -

Dienstag, 5. Februar 2013

Die Mutter anschauen!

Nachdem wir in unserem Ausbildungs-Block im November den Vater angeschaut hatten, war diesmal die Mutter dran.

Jedenfalls ging es darum, die Mutter einfach nur anzuschauen (wohl etwa eine viertel Stunde lang?) - ohne dabei etwas zu tun.
Wir sollten also 3-er-Gruppen bilden. Ein Gruppenmitglied war derjenige, der jeweils die Mutter ansehen sollte, ein anderes Gruppenmitglied stand für die Mutter und ein drittes für den Vater. - Jeder kam mal dran, und es wurde immer durchgewechselt.

Wir waren in unserer Gruppe zwei Männer und eine Frau.
Zuerst war der andere Mann dran, die andere Teilnehmerin stand für seine Mutter, während ich für sein Vater stand.
Dann war die Teilnehmerin dran, ich stand für ihre Mutter, der andere Teilnehmer für ihren Vater. - Dabei merkte ich, dass ich, trotz allem was hier geschah, und was wohl zwischen ihr und ihrem Mutter zu stehen scheint, in mir stets Liebe zu ihr da war...... und ich auf Sie und verschiedene aus ihrem Leben sehr stolz war....

Dann war ich dran.
Wie gesagt, hatte ich mir diese Übung ja auch gewünscht, jedoch war ich an diesem Nachmittag garnicht dazu aufgelegt gewesen, diese intensive Übung zu machen.
Ich wählte nun also die Teilnehmerin zur Stellvertreterin für meine Mutter, der andere Teilnehmer war somit Stellvertreter für meinen Vater.

Ganz am Anfang empfand ich mich eine kurze Zeit ganz gut mit ihr in Kontakt. - Dann riss der Kontakt ab.
Mein Blick wanderte immer wieder links von ihr auf den Boden..... und immer wenn ich dann doch versuchte, mit ihr Blickkontakt aufzunehmen, schien ihr Blick weg-zuwandern, oder sie war in ihrem Blick nicht wirklich anwesend!

Da ein Blick auf den Boden beim Familienstellen ja immer etwas mit Verstorbenen zu tun hat, kam mir dann auch der Gedanke an ihren früh verstorbenen (im Krieg gefallenen) Vater.
Überhaupt hatte ich den Eindruck, auch zwischen ihr und mir würden Tode liegen, welche den Weg zueinander versperren.

Auch zum Vater war kein Kontakt möglich. - Am Anfang war er mit seinem Blick ganz starr ganz woanders. Später wirkte er sehr streng, so dass ich Angst davor hatte, er würde mir eine scheuern.

Ich fühlte mich sehr isoliert..... und ganz alleine auf der Welt.....
und mein Blick blieb immer mehr links von ihr auf dem Boden liegen......

Dann erinnerte ich mich daran, dass Joel ja gesagt hatte, wir sollten bei dieser Übung 'Ganz-Da-Bleiben'..... und nicht in irgendwelche 'alten innerlichen Filme' einsteigen. - Ich hatte den Eindruck, als ob ich zumindest am Rande eines 'alten Film' war.....

Die Aufgabe war jedoch "Die Mutter anzuschauen"!
Also nahm ich wieder Blickkontakt mit ihr auf..... bereit, sie mit all ihrem schweren Schicksal und mit all ihrer Unfähigkeit zu sehen....
Ich wich dann dem Blick nicht mehr aus. In mir war ein "ich schaue dich jetzt an" und ein "ich bin jetzt bereit, dich mit allem zu sehen!".
In mir bildete sich dann der Satz "Ich nehme dich jetzt wie du bist!"

Nachdem ich angefangen hatte, sie anzuschauen verschränkte sie ihre Arme vor ihrer Brust.... doch dies konnte den ganzen Vorgang nicht verhindern, da ich bereit war, sie auch damit zu sehen und zu nehmen.

Ich blickte dann auch den Vater an und sagte innerlich "Auch dich nehme ich wie du bist!"

Hinterher sollten wir uns dann über das Erlebte austauschen.
Als die Stellvertreterin meiner Mutter dann sagte, sie hätte überhaupt nichts gefühlt, da übermannte mich dann doch eine tiefe Traurigkeit - ja ich war fast irgendwie ge­schockt. (Ich hatte irgendwie doch gehofft, dass irgendwo im Hintergrund bei ihr doch Liebe vorhanden ist  - so wie ich es ja auch gefühlt hatte, als ich Stellvertreter der Mutter der anderen Teilnehmerin gewesen war.)

Sie erzählte dann auch, dass es für sie überhaupt nicht möglich gewesen war, mit mir in Kontakt zu gehen oder für mich da zu sein..... und sie sie dafür irgendwie auch geschämt hätte.....  - Dann meinte sie, dass im Hintergrund wohl doch so etwas wie Liebe dagewesen wäre, doch dies wollte ich dann nicht mehr glauben oder annehmen......

Während der Übung war ja ein gewaltiger Schritt passiert, der bisher noch in keiner Systemischen Übung und in keiner Familienaufstellung möglich gewesen war. (Ja, für mich hat sich in den letzten Wochen mehrmals gezeigt, wie wichtig die Fähigkeit ist, 'Ganz-Da' zu bleiben und eben nicht 'in alte Filme' zu gehen. Da bin ich sehr dankbar dafür, dass wir dies in diesem Training gelernt haben.) 

Doch das Hinterher (beim Austausch über das Erlebte) war dann schon so etwas wie ein Schock für mich gewesen.... und ich hatte die Befürchtung, dadurch wäre mir der 'große Schritt' nun auch irgendwie wieder verloren gegangen.

Aber Joel meinte, dass dieser Erfahrung nicht mehr rückgängig zu machen wäre, und die Erinnerung daran immer wieder auftauchen würde. -  Und als positiven und heilsamen Schritt ist mir das Ganze nun im Nachhinein auch tatsächlich in Erinnerung geblieben.....

Sonntag, 6. Januar 2013

Nähe-Session II

In der Pause gingen einige einen Kaffee trinken. Andere legten sich auf eine Decke oder Matratze.
Ich wollte für mich sein und wieder ganz zu mir kommen, setzte mich mit einer Decke an die Wand, blätterte in ein paar Seminarausschreibungen und ließ alles nochmals in mir nachklingen....


Im Start-Kreis gesellte sich dann die aufdringliche Frau neben mich, so dass ich sie dann an der Hand halten musste. Dies war unangenehm, weil ihre Hand irgendwie kalt und glitschig war. - Ich befürchtete schon, sie würde jetzt ständig versuchen, mit mir irgendetwas zu machen (bei zweier-Übungen hätte ich dies ja vermeiden können, bei dreier- oder vierer-Übungen ist das jedoch nicht immer möglich) aber sie blieb mir dann fern.


Am Anfang der Session (als es dann darum ging, durchs Leben zu gehen) fühlte ich mich sehr gut und stark. Ich empfand es auch als stärkend, der einen Frau gegenüber ganz klar meine Grenzen gewahrt zu haben. Es fühlte sich im Körper stark und gut an - und ich merkte, dass ich gut bei mir war.

Ich bemerkte jedoch auch, was mich sehr schnell herausbrachte und von mir wegbrachte: Dies geschah nämlich jedes Mal, wenn ich mit jemandem Blickkontakt aufnahm, insbesondere, wenn dieser nicht nur flüchtig sondern länger andauernd war.


Die Öffnung für Nähe wuchs bei mir jedoch ständig....

Dann sollte man sich jedoch für einen "nähe-vollen Tanz zu dritt" zwei Partner suchen. Da hatte ich nicht dem Mut, als dritter Mann auf zwei Frauen zuzugehen, die sich bereits gefunden hatten. (Auf jemanden zuzugehen ist ja für mich das allerschlimmste. Dies macht mir noch mehr Stress, als Nähe zuzulassen.)

So kamen wir für diese Übung als drei Männer zusammen.
Diese Übung war dann körperlich doch nicht so eng, aber irgendwie trotzdem stimmig und angenehm.

Bei der nächsten Übung zu dritt war dann mein Mut gestiegen - und ich ging dann doch auf eine Frau zu, und wir machten dass dann zu dritt.
Nachdem es in der ersten Session eher um das Feuer ging, ging es nun um den Aufstieg.
Und so war das jetzt auch die Aufstiegs-Übung, die dann doch zu einer intensiven innerlichen Öffnung führte. Wobei diese Aussage jetzt total untertrieben ist - denn es war wirklich sehr schön.


Als wir dann nach diesem Erlebnis neu durch den Raum gingen, da hat jeder jeden umarmt - und ich jetzt auch wirklich offen und innerlich frei dafür war.
Allerdings brauchte ich dann zwischendrin doch eine Pause für mich.
Irgendwann sah ich dann die aufdringliche Frau sich in meine Nähe zu bewegen. Aus diesem positiven innerlichen Gefühl heraus dachte ich daran, sie auch kurz zu umarmen. Sie was diesmal jedoch nicht so aufdringlich, und fasste mich nur an den Händen. Ich ging dann in eine kurze Umarmung. Sie bedankte sich hierfür anschließend mit einer kurzen Verneigung, wobei sie ihre Hand auf ihr Herz legte.

Hier ging ich nun sogar auf eine Frau zu, die mir eigentlich sehr gut gefiel, die mir aber immer aus dem Weg gegangen war und sogar Blickkontakt vermieden hatte.
Ich wollte ihr keine Umarmung aufdrängen, dachte jedoch, ich biete ihr eine Hand an, und wir gehen so weit, wie es für beide möglich ist.
So waren wir dann einige Zeit mit diesem Ein-Hand-Kontakt zusammen. Und ich fand es schön, dass ich so problemlos hatte auf sie zugehen können..... und dass doch nichts sein oder erzwungen werden musste... (Das ist Begegnung, wie ich finde.)


Jetzt zuhause - nachträglich - und wieder für mich alleine - findet wieder eine gewisse Verhärtung in mir statt.

Mir fällte gerade ein, dass ich ganz allgemein darauf achte, gut für mich zu sorgen.

Samstag, 5. Januar 2013

Phönix-Nähe (Session I)

Dieses Wochenende besuche ich einen Bíodanza-Workshop, in welchem es um den Archetypen des Phöníx geht.

Ich selbst besuche die Bíodanza-Kurse jedoch garnicht so sehr wegen des jeweiligen Themas (obwohl dieses diesmal wirklich sehr interessant ist!), sonder weil in den Bíodanza-Kursen sehr viel Nähe gelebt wird....
Nähe ist ja ein Thema, mit welchem ich sehr meine Schwierigkeiten habe, ja eigentlich schon ein Trauma, welches Bert Hellinger "Unterbrochene Hinbewegung" nennt. (Link zu allen meinen Beiträgen zur Unterbrochenen Hinbewegung.)

Laut  Bíodanza-Theorie soll diese Methode ja Probleme mit Nähe beseitigen. (Ob dies stimmt, werde ich noch sehen. Für mich jedenfalls bewegt sich diese Methode außerhalb meiner bisherigen psychologischen Welterklärungs-Modelle.)
Was diese Kurse mir jedoch in jedem Fall ermöglichen ist, mich meinem Thema 'Nähe' zu stellen, damit zu experimentieren, damit zu spielen, zu schauen was da in mir vorgeht und was dabei passiert......(Auch fühle ich mich nach den Kursen meist gut und tiefer bei mir(!), was will ich also mehr.)


Jedenfalls waren wir insgesamt 12 Teilnehmer (6 Männer und 6 Frauen). Viele waren auch von außerhalb angereist, drei oder vier der Teilnehmer hatten sogar selbst schon eine Ausbildung zur(zum) Bíodanza-Leiter(in) gemacht. Wir machten heute zwei Sessions, welche jeweils etwa 2:15 h dauerten, mit einer Stunde Pause dazwischen.


Ich war relativ früh vor dem Kurs schon in dem Raum anwesend, so dass ich miterlebte wie nach und nach die Teilnehmer eintrudelten.
Viele Teilnehmer kannten sich schon, fielen sich gleich um den Hals und gaben sich teilweise Küsschen. Ich fühlte mich dabei irgendwie unwohl, da ich noch niemanden kannte.

Dann kam eine Teilnehmerin, welche ich aus dem ersten Anfänger-Kurs kannte (der mangels Teilnehmer nur an einem Abend stattfand.) Damals hatte ich diese Teilnehmerin ganz nett gefunden und hatte dann mehrmals eine Partner-Übung mit ihr gemacht.

Ich sagte "Hallo" und war mir zunächst nicht sicher, ob sie mich erkannte.
Dann setzte sie sich jedoch neben mich und hat mich gleich umarmt und sich mit mir unterhalten.

Beim Bíodanza werden ja mehrere Tänze gemacht. Diese Tänze werden einerseits auf das Seminar-Thema (in diesem Fall also dem Archetypen des Phöníx) abgestimmt. Adererseits gibt es jedoch auch bestimmte Aspekte im Ablauf der Tänze innerhalb einer Session, welche unabhängig vom jeweiligen Thema sind. - In jeder Session ist es jedoch so, dass man teilweise für sich alleine tanzt, häufig jedoch zu zweit und manchmal auch zu mehreren.

Jedenfalls stand diese Teilnehmerin bei den Tänzen/Übungen zu zweit dann oft zufällig neben mir, so dass wir dann mehrmals etwas zusammen machten.

Die Fortgeschrittenen gehen da ganz andern mit Nähe um, als wir es noch im Anfänger-Kurs taten....
Jedenfalls machte ich eine Übung mit dieser Teilnehmerin und sah, wie andere sich dabei dann gleich umarmten. Sie ging dann bei der einen Übung ebenfalls mehrmals offen und mit offenen Armen auf mich zu und umarmte mich.....  und ich merkte schon, dass mich dies anspannte und stresste obwohl ich sie ja sympathisch fand..... und ich mir ja auch wünsche, dass Frauen Nähe zu mir haben wollen.


Adríana, die Kursleiterin, schaut mich ja immer total offen, freundlich und total unvoreingenommen an, so dass ich es oft kaum aushalten kann. - Eine Teilnehmerin, welche Bíodanza-Kurse in Innsbruck leitet, sah mich schon von Anfang an genauso an. Auch mit ihr hat es mit der gegenseitigen Nähe gut geklappt.


Für mich hat es nicht nur etwas angenehmen sondern auch schon etwas heilendes, wenn ich merke, dass ich mit meinem Nähe-Wunsch nicht auf Ablehnung stoße.

Irgendwie wuchs mein Nähe-Level während dieser Session auch mehr und mehr an.
Wenn es etwas gab, was intimer zu werden drohte, dann versuchte ich, die Frau die ich schon kannte, oder die Frau aus Innsbruck zu wählen, da hier irgendwie unkomplizierter Kontakt möglich war.
So ziemlich gegen Schluss konnte ich dann bei der Frau die ich schon kannte doch etwas mehr Nähe zulassen. Bei diesem Tanz tanzten dann viele eng umschlungen. Ich versuchte dies dann auch, und sie war einverstanden.... und wechselte dann sogar nach kurzer Zeit die Seite, so dass wir dann Herz an Herz tanzten. Ich merkte, dass ich da innerlich schon noch etwas angespannt war, mich jedoch auch einlassen und spüren konnte.... Nach einer Weile ging sie dann jedoch aus dem eng umschlungenen Tanz heraus, so dass wir uns dann nur noch an den Händen hielten.


Wir sollten dann wechseln und ich kam an eine Frau, mit der ich nicht so engen Kontakt wollte.
Hand an Hand war okay. Teilweise ein bisschen näher auch - aber sie wollte dann auch eng tanzen.... und versuchte es immer wieder, obwohl es da doch klare Zeichen von mir gab.
Ich als Noch-Nicht-Bíodanza-Erfahrener bin das eigentlich so gewöhnt, dass man sich vorsichtig vor-tastet.... und wenn kein Widerstand zu spüren ist, noch weiter geht..... - aber wenn Widerstand da ist, diesen akzeptiert.... und man es dann bestenfalls ein anderes Mal nochmals probiert.
Aber sie war da etwas aufdringlich, jedoch ließ ich sie nicht näher heran.


Um Abschlusskreis fasst man sich dann nochmals bei der Hand und tanzt im Kreis.
Hier deformiert sich der Kreis dann manchmal auch, so dass man sogar mit den Leuten, die einem im Kreis gegenüber stehen, nahe kommt. Einige Leute, die sich schon länger kannten (oder sich jetzt nahe gekommen waren) gaben sich bei dieser Gelegenheit sogar Küsschen. Da wollte die aufdringliche Frau dann tatsächlich mit mir Küsschen austauschen, was ich jedoch abgeblockte.

In der Pause fragte sie dann ob ich schon länger Bíodanza mache, und als sie erfuhr, dass ich noch Neuling bin, war sie irgendwie zufrieden. (Am Schluss des Abends habe ich übrigens noch mitbekommen, dass sie sich bei jemandem beschwerte, weil keiner aus dem Kurs am Abend noch mit ihnen Essen gehen wollte, wo sie und ihr Mann doch fremd in der Stadt wären. - Ja, liebe Frau, auf soetwas hat man halt keinen Rechtsanspruch!)

Sonntag, 30. Dezember 2012

Nächste Schritte

Auch während ich bei meinen Eltern war habe ich ja intensiv mit meinem Projekt "Persönliche Weiterentwicklung" bzw. "Zustimmung und Veränderung 2013" weitergemacht.

Zum lesen (und in mir bewegen) hatte ich das neue Buch von Eva-Maria Zurhorst und Wolfram Zurhorst ("Liebe dich selbst und entdecke, was dich stark macht") dabei, welches ich auch jetzt zuhause noch intensiv nutze.
(Dieses Buch habe ich bereits hier kurz beschrieben. - Weil der Titel so lang ist, werde ich es in Zukunft einfach nur noch kurz das "... was dich stark macht-Buch" nennen. Alle meine Beiträge, welche sich auf dieses Buch beziehen erhalten das Label  "... was dich stark macht-Buch")

Während dieser Zeit, und jetzt danach, mach(t)e ich außerdem regelmäßig Innen-Reisen, größtenteils mit Hilfe der CD zu diesem Buch.

Ich habe den Eindruck, dass es derzeit sehr nutzbringend ist, mich so tief mit mir selbst zu beschäftigen.

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Sehr beeindruckend waren auch meine Erlebnisse während der Innen-Raum-Reise "Blockaden in Ressourcen umzuwandeln":
Hier lernte ich einen Teil in mir kennen, welcher sich "Offenheit", "Weite" und "Begegnung" will, ..... Abenteuer, und eine neue Richtung im Leben.
Und ich lernte ein Teil kennen, welches mit allen Mitteln verhindern will, dass ich in eine Situation kommen könnte, mit der in nicht umgehen kann. (Auch eine sehr große Angst, ich könnte irgendwie die Kontrolle verlieren.)
Daher ist dieses Teil sehr stark für "Festhalten" und "Bewahren". - Eine Stärke dieser Seite in mir ist, auch unangenehme Situationen sehr lange aushalten zu können.
Ein Kompromiss, falls man überhaupt davon sprechen kann war, dass mich dieser Teil voranschreiten lässt, und er mir hilft...... falls ich in eine unangenehme Situation komme, diese auszuhalten und durchzustehen.

Samstag, 22. Dezember 2012

[Was zu innerlichen Problemen führt]

Zu innerlichen Problemen
führt etwas genau dann,
wenn es
auf gar keinen Fall
eintreten darf!

Samstag, 24. November 2012

Augenproblem und Würde

Und nun der dritte Beitrag für heute:

Während der 4 Tage im Odenwald hatte ich wieder stärkere Probleme mit meinem linken Auge. Am zweiten Abend hatte ich nämlich wieder Blitze gesehen. Wie immer war ich mir am Anfang unsicher, ob nicht vielleicht einfach nur einer der Strahler auf einer Uhr oder Brille einen Lichtreflex erzeugt hatte. Doch leider kamen die Blitze dann mehrmals wieder, einmal sogar sehr heftig.

Dies rief dann wieder sehr Angst in mir hervor, und auch wieder Hilflosigkeit sowie die Frage, was ich nun tun sollte. (Mir war jedoch klar, dass ich im Odenwald und dazu noch am Wochenende nicht zum Augenarzt gehen würde.)

Ich habe dann in einer Pause auch Joel kurz angesprochen. Der meinte nach kurzem In-Sich-Hineinspüren, er würde sich an meiner Stelle nochmals den Großvater ansehen, den wir ja auch in der telefonischen Sitzung schon hatten.

Das Hauptproblem war für mich zunächst auch wieder die Angst davor, die "richtige" Entscheidung treffen zu müssen und auf die "richtige" Art und Weise aktiv werden zu müssen.

Ich habe dann alles war wir dort gemacht haben innerlich für mich genutzt, um mir das Thema weiter anzusehen und auch in die Zustimmung zu kommen.

Dies war mir dann irgendwie auch gelungen.

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Klar war dann jedoch auch, dass ich am Montag wieder in die Augenarzt-Praxis gehen würde.

Diesmal war ich ja wieder ein Not-Termin, und ich kam in der großen Augenarzt-Praxis wieder zu einem anderen Arzt. Der wollte sich meine Netzhaut vollständig und bis zum Rand anschauen, weshalb er ein Vergrößerungsglas direkt auf dem Auge aufsetzen musste. Dies empfand ich (wie jedesmal) als sehr unangenehm und ich war in den Schultern und im ganzen Körper total verspannt. Und irgendwie kniff dann auch immer mein Auge zusammen, so dass das Ganze recht schwierig war.

Jedenfalls gab es dann eine Stelle in der Netzhaut, bei welcher es sich nicht sicher war, ob es sich vielleicht um einen alten, jedoch noch unbehandelten Riss handeln könnte.

Aus diesem Grund wurde ich dann wieder in die Augenklinik geschickt, wo eine OP-Ärztin und Netzhaut-Spezialistin sich das Ganze nochmals ansehen sollte.

Im Wartebereich der Klinik war ich dann, zumindest innerlich, total jammerig drauf.
Ich befürchtete, dass das Ganze da wohl wieder auf eine OP wie vor 6 Wochen hinauslaufen würde.....

Mehr und mehr bewunderte ich dann die teilweise schon sehr alten Männer, die ebenfalls in dem Wartebereich waren, und auf ihre OP warteten.
Die schienen das Ganze mit Würde zu tragen..... und sich sogar auf die OP zu freuen - wohl mit dem Ziel, danach wieder gut zu sehen....

Nach etwa einer dreiviertel-Stunde warten, kam die Spezialistin kurz heraus, um sich zwischen zwei Augen-OPs meine Netzhaut anzusehen. Sie konnte jedoch nicht genug sehen, da die Pupille schon wieder kleiner geworden war.- Mir wurden also nochmals stärkere Tropfen verabreicht, und die Ärztin verschwand wieder im OP-Bereich.

Auch während dem Wochenende im Odenwald hatte ich ja schon solche Gedanken:
Dass mir das Augenproblem ja auch die Chance gibt, einmal eine etwas schwierigere Lebenssituation erfolgreich durchzustehen..... und somit auch an Größe und Würde zu gewinnen. (Viele andere Menschen - und auch meine Eltern und Vorfahren - hatten ja schon viel heftigeres durchstehen müssen. - Trotzdem möchte ich nun natürlich nicht, nur aus Treue zu ihnen, mein Augenproblem selbst aufrecht erhalten.)

Ich nutzte die Zeit, um mir nochmals meinen Großvater anzusehen, der in der telefonischen Augen-Sitzung aufgetaucht war. Ich merkte, ich war innerlich nicht so ganz mit ihm im Reinen, bat ihn jedoch, darüber hinwegzusehen.

Nach etwa weiteren 50 Minuten kam dann die Ärztin nochmals, und setzte nun auch ein Vergrößerungsglas in meinem Auge auf. Sie sagte, sie würde sich nochmals die gesamte Netzhaut ansehen. - Laut ihrer Aussage war jedoch nichts auf der Netzhaut, sondern es handelte sich nur um eine Verunreinigung im Glaskörper. Also nichts, was behandlungswürdig wäre.

Samstag, 29. September 2012

Die Nilpferd-Qualität

Der regelmäßige Biodanza-Kurs (hier ein Link zu Wikipedia), an dem ich eigentlich teilnehmen wollte, kam letzte Woche ja leider nicht zustande. Aus diesem Grund habe ich an diesem Donnerstag die Chance genutzt, an einem offenen Biodanza-Abend unter dem Titel "Der Tanz des Nilpferds" teilzunehmen.

Leider war der Start für mich dann zunächst etwas stressig:
An diesem Abend gab es auf der U-Bahn-Linie eine Störung. Somit brauchte meine U-Bahn für eine Strecke, welche sie sonst in 12 Minuten zurücklegt, so etwas 35 Minuten...... Ich überlegte während der Fahrt, ob ich das ganze nicht abbrechen sollte, da ich mehr als 20 Minuten zu spät kommen würde und die anderen bestimmt schon mitten in Tanzen waren. - Da ich mich jedoch schon auf den Kurs gefreut hatte, entschied ich mich, es trotzdem zu versuchen.

Im Studio angekommen zog ich Schuhe und Jacke aus und ging in den Raum - um zu fragen, ob ich noch mitmachen kann. - Die Anderen saßen jedoch noch auf ihren Decken. Ich wurde willkommen geheißen, entschuldigte mich wegen meiner Verspätung, und erfuhr, dass die Anderen sich bisher nur vorgestellt hatten und es gerade einen kurzen Einführungs-Vortrag über die speziellen Eigenschaften des Nilpferds gab.

In diesem Kurs waren wir wieder nur so wenig Teilnehmer, außer mir gab es nur 4 Frauen und die Kursleiterin. (Bei dem "Tanz des Tigers" waren es anscheinend 17 Teilnehmer gewesen.)
Zwei von den Frauen, fand ich attraktiv, insgesamt waren jedoch alle Teilnehmer recht angenehme Personen.

Wie bei letztenmal sollte man am Anfang dann gleich wieder Anderen im Tanzen oder Bewegen begegnen. Ich nahm mir bewusst Aufmerksamkeit, um zu bemerken, wie ich im Kontakt mit Anderen (besonders wenn dann auch noch Blickkontakt hinzukam) den Kontakt zu mir verlor. Ich konnte mich dann nicht mehr so richtig spüren..... und fand es dann auch schwierig, im gemeinsamen Tanz meine eigene Bewegung zu finden. Mein Eindruck war eher, dass ich nur auf mein Gegenüber reagiere.

Die eine Teilnehmerin fand ich besonders attraktiv, zugewandt, ruhig und angenehm..... und es kamen mir dann die Gedanken, dass ich doch bestimmt sehr unsicher wirken und somit unangenehm auffallen würde.
Nach einem sehr kurzen Augenblicks innerlichen Stresses  
  kam ich dann jedoch innerlich gleich in ein ".... auch das gehört dazu!
Ja, falls ich überhaupt tatsächlich unsicher gewirkt haben sollte, dann gehörte das in diesem Augenblick dazu: Zu mir. Zu der Begegnung. Zu diesem Kurs. Zu dem Gesamten, was wir dort gemeinsam aufgebaut und erlebt haben.

Und auch ein anderes Thema kam dann in mir noch ins Spiel: Auch wenn es in diesen Kursen je eher um geschlechtsneutrale Begegnung geht - für mich wurde dann deutlich, dass ich nun mal ein Mann bin, und sie nun mal eine Frau ist. - Aber auch das Auftauchen dieses Themas gehörte mit dazu....

Nachdem es am Anfang mehrmals eher um Begegnung ging, kam dann ein Teil, in dem jeder nur mit sich selbst und in sich selbst (mit geschlossenen Augen) mit der Nilpferd-Qualität in Kontakt treten sollte.
Dabei konnte ich dann wahnsinnig gut mit mir selbst in Kontakt kommen, so dass sich dies sehr gut für mich anfühlte.

Dann gab es noch eine sehr schöne Begegnung, in welcher wir und alle in der Mitte mit den Händen begegneten. - Und dann war es leider schon zu Ende, und es gab nur noch den Abschieds-Kreis......


Ich fand den Kurs als Ganzes sehr angenehm und habe den Eindruck, dass er mir sehr gut getan hat. - Und ich konnte ihn außerdem auch gut dazu nutzen, mich meinem Kontakt-Thema zuzuwenden und mir das näher anzuschauen.....
Interessant ist für mich auch, wie ich mit diesen Situationen jetzt umgehen konnte. In einem Fall habe ich Beispielsweise damit experimentiert, das End-Bild meiner Familienaufstellung - also meine Eltern (mein Vater) als Stärkung im Rücken - mit in die Begegnung hineinzunehmen.

Im April und Juni dieses Jahres hatten intensive Kontakt-Situationen in Gruppen ja noch ... (man könnte wohl sagen) ... ein Nähe-Trauma in mir reaktiviert! (Siehe Beiträge unter den Schlagworten "Thema 'Kontakt'" und "Unterbrochene Hinbewegung,")
Jetzt in diesem Kurs zum Beispiel konnte ich mit diesem Thema jedoch sehr gut umgehen - obwohl es teilweise ähnliche Situationen waren, nämlich solche, in welchen ich auf jemanden zugehen muss.

Montag, 30. Juli 2012

Nachträge - 'Zur Verfügung stehen'

In seinem Kommentar zu "Verletzt durch einen Anderen II" ging Uwe (Link zu Uwe's Kommentar) auf "Schuldgefühle als Grundlage der Abgrenzungsproblematik" ein.

Ich schrieb dann in meinem Antwort-Kommentar weiter unten, dass man eigentlich gar keinen langen Diskurs mit sich selbst führen muss, ob die Schuldgefühle nun gerechtfertigt sind oder nicht - wenn sie da sind, dann kann man sie auch einfach zum Anlass nehmen, 'den Schuldgefühlen ganz zuzustimmen'. - Dann wenn man zugestimmt hat, braucht man sich nicht mehr gegen eine (reale oder eingebildete) Schuld wehren, und wird somit in dieser Hinsicht wieder ganz frei!

Eine andere hilfreiche Methode wäre sicherlich auch "Nicht mehr zur Verfügung stehen" anwenden. - Damit meine ich, der Erwartungen, bei einer Abgrenzung Schuld empfinden zu müssen, nicht mehr zur Verfügung zu stehen. (Ich bin gespannt, ob dies funktioniert.)

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Ich sehe diesen Satz von Jacobsen übrigens nicht als Affirmation,  welche ganz pauschal ausgesprochen wird und dann alle nur erdenklichen Situationen des Leben auf einen Wisch erschlägt.
Sondern ich sehe es eher als Entscheidung:
    Wenn ich erkenne, ich stelle mich hier wohl gerade jetzt für etwas zur Verfügung, mich dann zu entscheiden, mich jetzt nicht mehr zur Verfügung zu stellen.

Mich nicht mehr zu Verfügung zu stehen ist, zumindest so wie ich es betrachte und erfolgreich angewandt habe, auch nichts, was gegen einen Anderen gerichtet ist.
Es hat vielmehr nur mir mir zu tun:
    Bisher habe ich mich zur Verfügung gestellt, und nun tue ich das eben nicht mehr.
Das ist wohl mit dem Abgrenzen gemeint, bei dem die Handflächen auf einem selbst zeigen.

Freitag, 15. Juli 2011

Nicht in die Trennung gehen

Ich möchte nochmals auf mein Lärm-Einschlaf-Erlebnis zurückkommen:

Für mich war es auch eine angenehme Erfahrung, den lärmenden Jugendlichen gegenüber nicht meine sonst übliche innerliche Haltung einzunehmen.... indem ich sie abwerte, und als unreife rücksichtslose besoffene Deppen zu sehen.

Es ist ja ein übliches Mittel, sich von anderen zu (innerlich) zu trennen.... indem man sich selbst als den Guten, und die anderen als die Schlechten sieht. Dadurch trennt man sich jedoch selbst von der Welt, indem man sich selbst als etwas besseres sieht.

Für mich war es eine positive Erfahrung, hier im Halbschlaf auch ihnen gegenüber wohlwollend zu sein und sie und die ganze Welt mit zu umfassen.......

Donnerstag, 14. Juli 2011

Lärm-Schlafen durch Zustimmung

Gestern Abend war es sehr spät in der Nacht bei uns hinter dem Haus immer noch sehr laut. Dies erinnerte mich an eine Begebenheit, die schon sehr lange zurückliegt...... zu einer Zeit, als ich mein Wissen über die Zustimmung noch garnicht hatte.

Damals, noch in meiner alten Wohnung, hatte ich öfters Probleme mit lärmenden Nachbars.
Ich ärgerte mich über laute Musik aus Nachbar-Wohnungen ebenso wie über Partys auf Balkonen und Terassen, welche die halbe Nacht dauerten. (Da damals (ebenso wie heute) meine Wohnung im Dachgeschoss lag, war es im Sommer so heiß dass ich auch Nachts nicht so einfach meine Fenster schließen konnte.)

Ich hatte damals schon auch Gespräche deswegen mit Nachbarn (bei dem einen Nachbarn nützte es etwas, bei dem andern nicht) - und einmal, als um halb 2 immer noch die Musik mit voller Kanne lief, rief ich auch die Polizei........ Meistens aber beschränkte ich mich darauf, zu versuchen, festzustellen woher der Lärm kam..... und mich zu ärgern. - Einschlafen konnte ich da jedenfalls nicht!

Dann ergab es sich, dass ich einmal im Odenwald ein einwöchiges Seminar besuchte.
Am Abend des vorletzten Tages feierten wir noch lange im Speisesaal, bis ich dann endlich schlafen ging. - Da meine Zimmer direkt neben dem Speisesaal lag, waren die Gespräche der anderen Kursteilnehmer noch sehr laut und deutlich zu hören.
Ich ging dann nochmals nach draußen, schloss die Türe im Gang, aber auch das brachte nicht viel.

Schließlich ging ich dann ist Bett..... und weil ich den Leuten gegenüber eine so positive Einstellung hatte, dachte ich mir: "Die dürfen das!" - Und ganz kurz danach war ich weg.

Seither glaubte ich nie mehr, dass Nicht-Schlafen-Können bei Lärm nur etwas mit dem Lärm zu tun hat..... Es hat auch gewaltig mit dem eigenen Ärger zu tun.......

Aber nun wieder zur letzten Nacht: Irgendwo auf einen Balkon saßen wohl drei junge Männer..... Bier-trinkend und erzählend..... um 1:30 Uhr immer noch. Und immer wieder auch mit Lautstärke-Spitzen. (Da es so heiß war, wollte ich die Fenster nicht schließen. Ohropax waren auch nicht möglich, da ich bei meinen Dachfenstern aufkommenden starken Regen hören muss..... um die Fenster schließen zu können.)

Als mir bewußt wurde, dass ich jetzt in der Nacht keine größeren Aktionen (herausfinden, wo die wohnen, Polizei anrufen und denen zeigen, wie sie in unseren Hof kommen) machen wollte, entschloss ich mich, einfach nur dem Lärm zuzustimmen.
Dies gelang mir dann auch sehr gut..... Im Halbschlaf dachte ich dann noch daran, auch von meiner Ablehnung gegenüber den drei Biertrinkern wegzukommen. Ich ging dann also auch ihnen gegenüber in eine positive Zustimmung.... Der letzte Gedanke den ich bemerkte war: "Vielleicht wundern die sich ja jetzt, woher plötzlich eine so positive Energie herkommt......". - Dann war ich endgültig weg.....

Donnerstag, 12. Mai 2011

Angst im systemischen Kontext

Heute auf dem Weg zur Arbeit
las ich in dem Buch "Das Handwerk des Familien-Stellens: Eine Einführung in die Praxis der systemischen Hellinger-Therapie" von Bertold Ulsamer eine sehr interessante These zum Thema Gefühle:
An Gefühlen sind immer mehr als eine Person beteiligt: 
Die Person, die das Gefühl fühlt - und eine andere Person, auf die sich das Gefühl bezieht!

Gilt dies wirklich immer?
Dies wäre eine sehr interessante Betrachtungsweise!

Auf wen beziehen sich also meine Gefühle?

Dies ist eine Frage, bei der es sich für mich lohnt noch etwas tiefer in sie einzusteigen!