Freitag, 2. August 2013

Kompetent sein!

Meine Kompetenz in Sachen "Umgang mit sich selbst und mit dem Leben" ist im realen Leben nur wenigen Menschen bekannt. Nur sehr wenigen!
Und in der Vergangenheit war ich auch fast schon fleißig bemüht, sie zu verstecken....

Beispielsweise als in in die Ausbildungsgruppe von Joel kam.
Ich wollte eigentlich die Ausbildung ganz normal beginnen, 1. Ausbildungsjahr, 2. Ausbildungsjahr, 3. Ausbildungsjahr..... doch dann fiel die Ausbildung mangels Teilnehmeranzahl aus, und Joel bot mir an, als Quereinsteiger gleich ins 2. Ausbildungsjahr einzusteigen.
Dort war ich natürlich derjenige, der über diese Art der Vorgehensweise am Wenigsten wusste.... Aber auch meine Umfangreichen anderen Vorkenntnisse brachte ich nur ganz selten ein.

Am Ende des 3. Jahres (für mich des 2. Jahres) sollte man für jeden Teilnehmer auf Kärtchen schreiben, was der Teilnehmer für einem selbst besonderes bedeutet hat. Ein Teilnehmer schrieb auf ein Kärtchen für mich "Heimlich schlau". Er hatte bemerkt, dass ich oft nicht alles mitteilte, was ich weiß.
Das fehlende 3. Jahr holte ich dann in der folgenden Gruppe nach, welche im 2. Ausbildungsjahr war. Hier war ich der einzige Neuling in einer Gruppe, welche schon 1 Jahr lang intensive Erlebnisse miteinander gehabt hatte. Auch dies war dann ein Anlass für mich, mich mit meinen ganzen Vorkenntnissen zurückzuhalten....


Letzte Woche war ich auf der Sommerakademie von Wilfried (ich schreibe noch ausführlicher darüber). Dort waren viele Leute, welche bereits als Seminarleiter arbeiten, oder zumindest die Methode von Wilfried schon sehr gut kennen.
Auch hier stellte ich mich also eher inkompetent.

Was ich von Beruf bin?
"Ich bin .... (technischer Beruf) aber es fehlt mir etwas.
Ich würde gerne auch noch etwas anderes machen, aber es hat sich noch nicht so richtig gezeigt, was ich wirklich tun könnte."

Irgendwann hat's mir dann gereicht!
"Ich bin .... (technischer Beruf) aber ich möchte gerne dazu kommen darüber hinaus auch mit Menschen arbeiten. Ich habe auch schon eine umfangreiche 3-jährige Ausbildung, aber ich getraue mich noch nicht ganz, wirklich etwas anzubieten."
Und dann ein kompetentes Gespräch geführt. Was ich für eine Ausbildung gemacht habe. Was sie vorhat anzubieten. Gegenseitiger Austausch.

Mit einer weiteren Frau dann sogar noch tiefer.
Sie sehr persönliches erzählt. Ich sehr persönliches erzählt. Kompetent darauf eingegangen. Ich durch sie neue Gesichtspunkte bekommen. Sie durch mich neue Gesichtspunkte bekommen. - Ein kompetentes Gespräch auf Augenhöhe.


Auch meine Kollegen würden sicherlich nicht auf die Idee kommen, dass ich mich mit psychologischen Dingen auskenne, dass ich in Lebensfragen kompetent bin.
Gut, vielleicht haben sie sich gefragt, wie ich so stressfrei mit meinem Augenproblem umgehen konnte....


Ja, ich möchte in nächster Zeit (zunächst so halb-privat im erweiterten Bekanntenkreis) eine lose Folge von Seminaren, und auch mal Einzelarbeit, anbieten.
Nein, ich erstelle hierbei keine Diagnosen. Das würde ich nicht wollten.... und hierzu hätte ich auch nicht die mindeste Kompetenz.
Nein, ich löse dabei keine Probleme - und helfe auch nicht, Probleme zu lösen. Dies würde ich nicht wollen, und hier hätte ich auch nur wenig Kompetenz zu bieten.
Nein, ich arbeite auch nicht Ziel- oder Lösungsorientiert. Das würde ich nicht wollen.... und das was ich darüber weiß, möchte ich eigentlich garnicht wissen.

Aber ich kann dabei helfen, das was ist wirklich anzuschauen.... ohne Scheuklappen.... und im nächsten Schritt dann in die Zustimmung zu kommen. Oft entsteht hierdurch ein so großer innerlicher Freiraum, dass das Thema sich von selbst löst, oder ein nächster Schritt deutlich wird. Aber eine solch "große Lösung" ist nicht machbar, weder von mir noch von dir. Sie geschieht, oder geschieht nicht.... Im Einklang mit dem Leben.
Aber selbst wenn sie nicht entsteht.... wird sich das Thema hinterher nicht mehr so eng und bedrückend anfühlen wie vorher.....


Ja, eine spannende Geschichte.
Wahrscheinlich werde ich bei meinen ersten Gehversuchen total unsicher sein....
und dann vielleicht sogar mit dieser Unsicherheit hadern.
Dann werde ich merken, dass ich ein Stückweit zu dieser Unsicherheit "Ja" sagen muss.... um das tun zu können, was ich vorhabe.

Doch genau dadurch entsteht die Einladung, auch an die Teilnehmer..., dass Unsicherheit dazugehört....., dass es zum Leben dazugehört..... mit der Unsicherheit zu hadern..... und dass es in Ordnung ist, unsicher zu sein.

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